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Nr. 278 Zweites Matt

Gießener Anzeiger (Gen'ral-Anzelger für Vberheffen)

Samstag, 26. November V>2|

Die Wahlbewegung.

©leben, den 26. Rsv 1921.

Die Deutsch-nationale Volks- Partei ti ü g fte n im uh r ü.Ilen JinBor Uafc litt letjte TBab.Mrfammlung ab. Fräulein 3 Zander- Berlin, die zuerst sprach, bellagte es als frühere Ausländsdeutsche aufs tiefste, das) Deutschland. auf das man früher fo üol, fein Konnte fo in den Staub gefunten sei. Seit 1918 zerfleisch? iich unter Volk gegenteilig in den Par­teien. Fremde Rationen hLtten heule in Deutsch- land zu befehlen, und leider gäbe es in diesem Lande noch T.:. 7t'±>;n. die darüber lachen und die Schmach nicht fühlen. Wan höre im Parlamente, vielfach nur Dorre und Phrasen 3s scheine, als ob es vielen aan, einerlei fei, doh eine deutsche fkoDfou nach ♦er anderen verloren gebe. Gerade durch die deutsche Frauenwelt gehe eine liefe Sehnsucht nach Führern^ 3s müsse der Tag tom» men. an dem alle Deutschen wieder einig sein mühten damit sie die Achtung des Auslandes neu erringen könnten. Dir hätten schon vor dem Jtrieae unser Haus mehr hüten und die vielen Ausländer nicht hereinlassen sollen. Untere Kin­der trügen mit unS das schwere Leid Doch lebe noch einer, der uns wieder emporhelfen und aus der Schmach heraushelsen werde, auch wenn die Dell voll Teufel wäre. Diese Dörte einer uner- schrienen deutschen Frau machten einen tiefen Eindruck und lösten großen Deisall aus Prof Dr. Derner, bei seinem Erscheinen auf das lebhaftefte begrübt, knüpfte an ihre Ausfüh­rungen an und wies darauf hin. bah alles, was man einst von der Internationale erwartet habe, heute am Boden liege. So habe selbst die.Ober- hessische Dolkszeitung fehgcftelh, bah nur noch Barren und Betrüger an die Weltrevolution glauben könnten Die auv.anbikb.-n eo,talificn wollen nichts von Deutschlanb wissen unb seien mit dessen Zertrümmerung einverstanden. Das solle uns au denken geben. Der Aedner erörtert nun die Ursachen, die zu dem Zusammenbruche geführt, und der das 3rgebnts einer unterirdi­schen Wühlarbeit von Jahrzehnten gewesen sei. Die frühere kaiserliche ^Regierung trage feine Schuld am Kriege. Das habe der Sozialist Koutskp. der mit der Durchsicht der Akten des Auswärtigen Amtes beauftragt war, ausdrück­lich fest gestellt. Deutschland habe dem Feinde mehrmals den Frieden Ange­boten. Als 1916 die FriebenSmöglich- keil mit Aubland bestand, habe sich ge­rade die deutsche Sozialdemokratie gegen einen Sonderfrieden mit diesem Lande ausgesprochen Die Diederaufrichtung Polens sei von ter Lin­ien auf- lebhafteste begrubt worben. Der Slar- bes russischen Zaren fei ein Kriegsziel der>o- jlafbenrolratcn gewesen Die Devolution In Deutschland ist Manmäblg von der Sozialdemo­kratie vorbereitet worben. Man suche den Mord an 3rzderger den Deutschnationalen aufzudür- den. von den Meuchcllchüsscn auf BiSmarck, von dem Münchener Geiselmorde u. a. spräche man nicht und man habe ja stet- In der sozialdemo­kratischen Dresse den Mord an dem politischen Gegner verherrlicht Dr. Demer erwähnte weiter­hin furz das SiedlungsgeieN und wie- darauf hin, bau gerade der sozialdemokratische Land- tagAabgeorbnetc Bomemann erklärt habe, bad es eine Dummheit sei, den Drvhgrunddesih zu zerschlagen. Die OrisNassenelnteUung |e be­seitig, werden Sine Sck-ule ohne ReligionSunter- richt fei zu verwerfen. Die Schaffung einer Volks­gemeinschaft. zu der auch der deutsche Arbeiter gehöre, müsse angestreb: werden und sie müsse kommen in Stadt unb Land »um Dohle bet deutschen Volkes unb des deutschen Vaterlandes Mit stürmlfchnn Beifall dankte bk- Versammlurg dem Aedner für die von hohem sittlichen 'Ernste getragenen Ausführungen. Aachdem noch zwei Vertreter der Krieg-beschädig! en ihre Dünsche wegen einer besseren Ünlerftubung der Kriegs­hinterbliebenen vorgetragen unb Dr. Werner versprochen hatte. Im Falle seiner Wa^ hierfür einzutreten, konnte der Vorsitzende b.e Versamm­lung nach dreistündiger Dauer schlieben.

'DieDeutscheDolkSparteihat wäh­rend des Wahlkampfe- in einer groben Anznv! von Orten Versammlungen abgehalten, um übci ihre Ziele unb Wege aufzuklären. Don hessischen Kandidaten sprach n Landtage abg. Dingeldey in Bübingen. Schotten. Laubach, Butzkmch und Dab-Raudeim; Landtagtabg. Köhler In Fried­berg Ulr ch'lein und (Sichen; Frl. Birnbaum in Drünbeeg. Hungen. Romrod. Homberg, Bü­dingen. Bad-Aauh"im Lch'itz. Laukach. AlSfrld; P ol S ch , a n in Gictz.n, Grotzen-Buseck, 5ro en- Linben. Lich D.o -Felda. Romrod. Kirtorf. Altenstadt. Dauern'e m Michel-au, Ridda Bab- Rauhe-m Grob« ihain-Evatnse'd Freienstcir.au, Laubach. Laute bach Alsfelds Lehrer Dollin-

a e r In Zell, Burg-Gemünden. Ehringshausen, (Srebenau, Sicheihani. 3/gelr.b. Pfordt. Qutrf. Mnter-'liVgfurtb. Arbeite. e.r.tAr Lauser in Ruppertsburg und Äillingen Bon Re.chs a;s- abgeordneten sprachen Dr Strefemann in v-ie kh. Admiral Brüning aus in Schlitz unb Bü­dingen. Srz Becker in Grünberg u:xb Hvmb« g, P'a.rer Luther tn Aur.gei und Als'eld. F.au Wende tn (Sichei. THaie m ifler Havemann tn ti>ie!xn und a*bem. Lokomotivführer Sei­bert in Friedberg. Ridda unb Lollar. Erz Schoch in Friedberg. Adg. Adams in Hirzen­hain unb Onenberg Der preuhitche Landtags- abaevrdnetr Kalle sprach in Lauterbach, der badische LanbiagAabgcorbneie Dr. Martes in Reich.Isheim. Dübels,«un unb RiBer-Dei ei.

Deutsche demokratische Partei Gestern abend fand im Hotel Droh Herzog eine von dem BeamtenauSschus; der demokratischen Partei einberufene Deamtenverfammlung statt. Rachdem der Vorsitzende W e i t die Versammlung eröffnete, sprach Reichs tagsabgeordneter De­lius. Vorsitzender des Reichsbefoldungsaus- schufses, über Reichsbes^ldungsor^n »ng und Orts- lalfenfragen. Die Schuld der nicht alle Teile befriedigenden Besoldung gab der Redner den Spitzenorganisationen, bte ip Gemeinschaft mit der Regierung die Desoldungsrnaterie bearbeiteten Dee Reichstag hätte aeöiffermahen, da auch ein Hinausziehen der Desoldungsordnung unmöglich war. bei Beratung nur Ja und Amen sogen müssen. Bezüglich der OrtSllaffeneinteilung sei die demokratlfche Partei für eine Verminderung eingetreten Der zweite Redner. Eifenbabnsekretär D e t r 6 e, sprach über die he'sischen Landtag-- wählen. An der Aussprache beteiligten sich Die Herren Höhn. Landlagsabgeorbneler Loos. Wagner unb Erie. Rach einem Schlußwort bes Herrn D e t r s e würbe die Versammlung gegen 12 Uhr geschlossen.

Deutsche Demokratische Partei In der Woche vom 21. bis 28 Rooember fanden bzw. finden noch folgende Dählerverfarnmlungen flatt: 2s waren rednerisch tätig: Frau Finanz rat B a l s e r - Darmstadt in Friedberg Landgerichts- birektor Brodaus- Ehemniy. Ar d. R.. in Butz­bach. Posts, kretär Delius- Halle. M d. R.. in (Sieben, Eisenbahnsekretär Detrse - (Sieben In EhtingShausen. Bruchenbrücken. Obermockstadt. Oberfchmitten und Ribba. Staatsminister Diet­rich - Karlsruhe, M. d. QL, In (Sichen, Lehrer Dietz- Lich in Rönnenrvth und Steinbach. Kauf­mann Ehrlers -F'.ankfurt a M In Grünberg. Rektor Fischer- (Sieben m Bübingen. (Srofjcn- Duseck und Alsfeld. LanbtagSabgeordneter Goll- Frankfurt a M in AlSield. Parteisekretär Hel­ler- Wetzlar in Diebach. Ober-Mockstadt. Gon­terskirchen unb Ruppertsburg. Finanzminister Henrich- Darmstadt in Alsfeld unb Lauterbach. Lehrer Hus - (Sieben in Okarben. Lang-Gons und Affenheim. Rektor Kinkel- Lauterbach in Dal- Icnrob unb Eralnseld, Rektor Koch- Friedberg in Burg-Gräf en rode, Rendel und Steinfurth. Ge- nerallefretär Körber- Frankfurt a. M In Rod- Heim unb Münzenberg. Lanbes Parteisekretär Kuhlmann- Darmstadt In Grebenau unb Wöl­fersheim. LanbtagSabgevrdneter Loos- (Sieben in Hungen. Schlitz, Ulrichstein unb Ribba, Dr Mayer-(Sieben in Bad-Rauheim. Landwirt Reinhardt- Geib-Ridda in Bisses, Ober- wtddersheim und Rainrod, Landwirt Triesch- mann- Oberellenbach. M d. R.. in Laubach, Herchenham, Ober-Seemen und Lang-Don-. Prä- fibent Dr U r st a d t - ©leben in Friedberg. Storndors, Windhausen. Drob-Felda unb Dieben, Pfarrer Welbner - Ober-2ai6 in Ranstadt. Ober-Landmes'er Weith - Dieben in Haufen. Die D rsamml ingen der lezten Woche erfreuten sich durchweg eine- guten Besuches unb nahmen einen würdigen Verlauf.

)( Ortenberg. 25. Rov. Am Dienstag- abend sprach im Hirzellchen Saal für die Un­abhängige Sozialdemokratie unter Leitung «rinc» auswärtigen Herrn der Partel- kandldat Schaub auS Büde'h im Etwa 33 Zu­hörer waren anwe'end. Für heute abend hat bte Deutschnationale Volkspartei mit Dr. Shrbarb auS (Sieben als Redner noch eine Versammlung in der .Post" einberuiei. Für die Deutsche Volk-Partei wirb morgen abenb in d m efben Lo'al Reichs tag^abgeordne er 2ldam. ber heute abenb in Hirzenhain spricht, reben.

)( Usenborn, 25. Rov. Arn Mittwoch­abend sprach hier in einer von Buchhalter Wei­tzel- Hirzenhain geleiteten deutschnationa- len Derfarnmlung DelchäftS üchrer Rie­del auS Sch'.eflen über die hessischen Wahlen und das dcuischnationale Programm. Eine lehr bewegte Aussprache schlob sich an. die biS nachts i'f3 Uhr dauerte und in ber GewerkschastSfekretär Hchelb - Hirzenhain unb Pfarrer Schult-

(Rachdruck verboten.)

48. Fortfewina

ferner Unterhal ung mit ihr angelegen fein, ihr Freude zu schenke. S« hatte ihn sogar einer .Kur. mit dem Herzen eS nicht Mim heften, begleitet.

schaltete uib toal ete jetzt so gut wie selbständig auf dem schönen Gute . . .

Bei einem Gr g? durch daS Dors hatte fte einen jungen Maler bei der Arbeit gesehen Da war ihr ter Gedanke gekommen, Großvater »u seinem Geburtstage ein Bild deS Hainbuchen- gonge« mit dem .LuginSland" zu schenken. Der Maler batte sich mit Frcu)en bereit er.lärt, und sich zugleich als ein ausgezeichneter Geschäfts­mann gezeigt.

.3a, meine gnädige 5r*u hatte er g sag', ich würbe den Tu t ag furchtbar gern üt«-- nehmen. Aber ber du Le Hainbuchenganz und ixiMi den LuginSland auf einem B4de na ja. es geht not rlich aber ich meine, es würde vorteilhafter sein, ich mach e zwei Bilder daraus die Wir'.u-g käme da b'ffer zur G lwng and über dem S ire.b .sh des H rrn Crf rum er.r:s würden He sich wahrscheinlich ganz ausgezeichnet ausnedmen!"

Mar a war sofort etrDe"ffa-b;n gewesen.

.DaS müssen Sie befer willen! Rui liegt mir aber sehr viel daran, bah m in Sckrri ger- vater vorher nichts erfährt. Wie wäre das wohl zu erreichen ?"

zurück. Sr war ihr dankbar für bte Abende un Mus-.i,immer. war von großer Herzlichkeit in und lieh es sich machen durch De­na ch Rnuhrim zu Grotzvaters ftanb Ihr Mann aber

Der Schuh im Blut

Roman von Horst Dobemer.

Sv war s gekommen, bah mit den Schwalben die ersten Kunstmaler erschienen, Fritztar im Dlütens' unuck war ja ein b zaubernd r Anblta unb mit den lebten Schwalb.n zogen ste auch erst wieder fort Die Einwohner ter Stahl u th der weiteren Umgebung freuten sich über de Jungen Künstler, die nach deS Tages Arbeit, die Laute in ber Hand, beim S hopoen iahen a.tb fangen. Oft auch in den DoriwirtschaNen .

Maria hatte sich endlich ml: ihrem Schick­sal abgefunben. Ein Besuch ihres Bruder- Ernst war von grobem Ruhen gewesen. Er hatte za ihr gesagt:

.W-aS willll bu denn? Deine Kinder scheinen gan.; p ä-tilge Me schon werden, dein Mann hat sich hochgerapvelt, ber Alte ift jetzt auch ganz verträglich geworden. Lah dir einmal bürd' *~n jtopf geben, wie dein Oeben beute aa sehen tr '^>? wenn dir der Henner Wärbahn nicht üb.r «xn Wez gelcusen wäre. Wah sch i lich e äuc i bi dich in einer abhängigen ötcduig. Alle, fei dem ©i-idfal bantbar. datz alles so gekommen ist. Wärst tu ein bi chen g ö-mbt.r g w.s n, stän­dest bu heute sch r noch besser da. Aber das war deine Schuid!"

Sie batte nick^S erwidert, war aber f^r nachdenklich gemorben. 3vcifellos war Droh- pater em schwieriger Tlarm. In der lerten .-ett, leit sich die Alterserschetnungen bn ihm :ebt bemerkbar aemack-t hatten, war er in fei-er gar- *en 2Ui faffung vom Leben müder geworden, ^obl aber in erster Linie deshalb, well er Jab. hab bas, was er sich eriämpft Hute, ot t

auch fest Im Wärha Haschen Familien besitz bleiben würde Der HanS. er war von Halle an die Landwirtschaftliche Hochschule in Leipzig über- gefiedelt. machte sichganz ausgezeichnet Er würde einmal ein ganzer Mann werden. Und die Grete hielt hier bte Zügel feil in der Hwtd ... Da­wirkte nun bei Drvhvater günstig auf Maria

hels - Gelnhaar das WvN ergriffen Die Ber- somrnlang war sehr gut besucht. Am folgenber. Rachmittag 'prach ber cJbe Redner in Eckarts- Bern abends in 2 i h b e r g. auch hier schlo' sich eine Aussprache an. 3:n DvnnerStagabcnt fand tn Selters eine gut besuchte bculf®natio­nale Versammlung demfc ben Redner statt Für die deutschnavonale Partei sprach ferner in Bergheim und Bleichenbach in vollen Verlamm- lungen Amtsgertchtsdli ektvr Schmäh! au» Dieven

wb pallende, Er twürfen bereit erklärt unb diese tum Teil '<on ooll.Tibet §er Ee'amtlommislion neben jedenfalls et-- paar t ch: in.err fante dr.- . i;-.g».n bevor Da bit Bevölkerung den Wun'ch yar. tah bte Angele enbev ;a.b gr t bare formen onnt nrnt, g:aul:<i wir. bat) tl <ifiä tuigcti Stelts» -.un rasche Arbeit leisten we b.n damit bae Denk­mal im nächsten Jahre xur Xu tubru g kommt.

is. Steinbach. 26 Rov Am temmenben Mittwoch feiern bte 3edcuu HanL Heinrich Da 1 hin voller körperlicher unb gei ii '.er F l.che das Fest Ihrer goldenen Hochzeit.

Aus Stabt unb Lanb.

Sieben, den 26 Rov. 1921.

Ernennung Zoll-Wachtmeister Ä. Wenzel am Hauptzollamt Dietzen wurde zum Zoil-ObenoachtmFster ernannt

" Diebstähle. In der Zeit vom 10 bis 13 Rovernber wurde von einem Lan-rpsatz an der Margarethenbärte ein fcrbgraugcfl. ichcner Wagen früherer Vltlitärwaaen gestohlen. Für bte Wiederherbci chaffung find 150 Mark Bewohnung ausaefetzt Am Vormittag deS 25. ds Mts. wurde aus ber Univer ität dahier ein schwarzer Ueberzteher mit schmalen grauen Streifen, mit schwarzem Sutter, im Werte von 1003 Mark, ge­stohlen

Beiträge zur Land- und Forst­wirt s ch a s 11 i ch e n Be r u s s g en o f le n- schast. Unter den heutigen amtlichen D.lanntmachungen der Stadt G ehen befindet uch auch die Mahnung ber Siadikaf c *ur De'adl u der Beiträge zur Land- unb Forstwirtschtstllchen Derufsgenvssenschaft für 1920 Die Zahlung kann tn den nächsten acht Tagen noch ohne Kosten an bte Stadtkalle erfolgen.

Sportlicher Erfolg Einen starken Erfolg konnte der Turner Wilhelm Bernhardt von Wieleck beim Kunst-Wetturnen In Dresden am 20 Rov.. dem daS Au-scheidungsturnen am 17. Rovemder vorausging, für sich verbuchen. Er blieb unter 183 Mitbewerbern mit 134 Punkten 4 Sieger Eine Glanzleistung für einen auS dem Turnverein Wicseck hervorgegangenen 20jährigen Turner

Richt auffprtngen! Zahlreiche in letzter Zeit vorgekommene Verletzungen und Tötungen von Reifenden durch Auf- oder Abspringen bei Zügen, die sich in Bewegung befinden, geben Veranlastung, die Reisenden eindringlich zu warnen und auf die schweren damit verbundenen Gefahren ausdrücklich hin- zuweisen. Für den Fall der Zuwiderhand­lung lehnt die Gisenbahnverwaltung jegliche Schadenersatzpflicht ab. Dem Eisenbahnperso­nal ist erneut zur Auflage gemacht worden, derartige Uebertretungen behufs Bestrafung der Schuldigen unnachsichtlich in jedem Falle zur Anzeige zu bringen.

"Berichtigung. In unserem Berichte über die Stadtverordnetensitzunq vom 22. Rov. ist ein Irrtum unterlaufen. Der Jahres beitrag für den Verband der Elektrizftätswerke am Mittel­rhein wurde von 30 auf 100 Mark erhöht.

Landkreis (Ziesten.

k. A l l e n d o r f a. d. ßbi 25. Rov. Am Mitt­woch fand hier der diesjährige WeihnachtS- m a r T t, ber fvg. .Rikol-markt", statt Morgens war Ferkelmarkt. Der Auftrieb war geiiig unb die Pre fe infolgebeffen verh üt i mähig hoch Der Krämermarkt war von auswärts sehr gut besucht. ES scheint als ob ber .RikelSmarkt" ml?bcc bie Bedcutung erlangte, bie er vor dem Kriege hatte. Bei einer Treibjagd, bie hier stat fand. würben 12 Re^e. 20 Hafen unb ein Fuchs erlegt.

Lich, 25. Rov. ÄrtegerbenfmaL Wilhelm Volz und feine Ehefrau Eli al«tb ge­borene Dietz, zwei geborene Sicher, jetzt in Rcu- york wohnhaft, Hoven bem Bürgermeister mit- geteilt, tah sie ben Betrag von 2500 Mark über- totefen babeo. mit ber auSbrücklichen B stimmung, bah bie!er Betrag nur für baS Krieg er benkmal Verwenbunq finben soll. Die Stiftung Ist erfolgt zum Andenken ihre- im Äriegc gefallenen Paten Willi Volz. SS wurde ferner milgcldlt, bah ber Hefen-Darmstäbter-VolkSsest-Deretn in Reuyv'k bie Abllch' bat. in zwei Jahren bie alte Heimat gemeinschaftlich p.u besuchen - bie b Ren Spender Sie Ehefrau weilte erst kürzlich mehrere Wochen hier wollen dann auch dabei sein. Heber daS Kriegerdenkmal selbst hat man seit Monaten In der Oefsenllichkeit nicht viel gehört, aber der Bürge.m äster unb die DorstandSPersonen ter oe- wäbl en Äonunif i?nen ba'e> l-zwischen die A - gele-enheit ein guteS Stück gefördert. Die &leH en Bildhauer und verschißene auswärtige Inter­essenten haben sich zur utentgeltllchen Dorlage

Nordische Gastfreundschaft.

Don Pros 5>r. Paul Hildebrandt.

.Ist es nicht ein Skandal, bah so etwas deut noch gedruckt wird?" fragte nuch ei i guter Freund, als ich ihm einen eben bet 5>.edemch» bereut-» gekommenen Band: .Briefe deutlcher 3 e< rfenkinder aus Skandinavien- seigx den Walter Georgi berauegwben bat - und da ich feine Ueberzeuganz von ber wichtig- (eil bei .Gekgenbeilsbacher" tonnic. das I>u4) telixr aber noch nicht gelesen hatte, fo 14>uxg ich Hcu^ wurde ich ihm antworten, bah dies Buck) eine Tat ist. denn eS bedeutet in seiner .Zwecklosigkeit' viel mehr fiir bie Wiederan^ näberur.g Deutschlands an bie nordischen Van- ber unb bamlt für bie Herbeiführung eines wirk­lichen BerständniffeS für b^-utlch s Wesen auch im Auslanb. als grolle 2lu#ein<inberf'?hungen über WirtfchaftSgemeinschast ober politische ^sweck- mätigfelten.

Zwar werben manche lagen, bah ja eigentlich bte Hauptarbeit ^,on fletan Ist: alle nordischen Staaten baden bie 1 tone re Rot Deutschlanb- er­kannt und desdald lich mit der rührendsten Op»er- wllligkeil bereit erklärt, all die haldverhunaerten, tn Ibrcm Wachstum infolge ber unmenschlichen Blockade auf« schwerste gehinderten M'der bei sich auszunepmeii einmal, zweimal, dreimal, sie mit Kleibern, mit Schüben, mit Stzuxtven \u be­schenken, sie monatelang zu nähren. Unb bie Äinbcr haben, wo sie konnten, bei ber Arbeit ge­holfen, unb wo die- nicht angenommen wurde, Ihre überströmende Dankbarkeit tnenlghenö In Worten unb Gesü -len so stark zu erf nnen gegeben, bah dadurch wirklich ein enges Band am bte verwaiidten Rationen geschlungen toarbe, fo eng, bah man meinen foHle, hier konnten Mitzverständ- nifse überhaupi nicht auftommen.

Aber bic« Buch bat ein ungeheures Der- bienst. ES macht für die 3ntemotionale eine Pro- lmgnnba, wie sie kein gelehrte- Buh über teresfengemeinfchaften zu machen imstande ist für eine 3ntemationale der Liebe unb bes Derstänbntffe-. bte gerade heute tn Deutsche (anb bai aller herzlichste Scho erwecken muh. Und cs wirb gewitz auch bem nachdenklichen Lefer po­litisch zu denken geben, wenn er aus den Briefen entnimmt, bah durchaus nicht alle Menschen ba oben im Rvrben brutityfrvunblld) sind, bah aber ber Besuch ber Ktndsr viele, viele umgellimmt bat, weil sie eben einmal mit Augen sahen, bah baS keine MenschenfrefserNnber waren, die zu ihnen tarnen und keine eingefletschten Mllita- vif!en, sondern brave kleine Weltbürger, die auf ihre Heimat stolz waren und ihr Vaterland verteil bigten (auch wenn sie erst 13 Zähre alt waren), mit Begeisterung ihre deutschen Lieder sangen, fich nach Ihren Sltem feinten unb sich untereinander erzogen (beim ber eine Fall, In bem ein ?unge sich ungezogen de nahm unb von feinen kleinen Cameraben energisch b leh t nurbc wie er sch zu benehmen hätte in einem fremden Lande, wird wohl nicht ber einzige gewesen sein) |uh wie He selber wünschten, bah sich ihre eigenen schwe­dischen Zungen und Mädel benehmen sollteni

Diese Briefe, orthographisch oder niht, ge­schickt oder unbeholfen kurz oder ausjührllch ge­trieben sic linb Dokumente lebenbiaften Ge­ben«. DaS Gesühl bei Geborgen!ein) In ber Lic>e ber Pflegeeltem kehrt tn ber rührendsten Weise vom einfachsten bl» zum komvllzlertesten AuS- hiuck wieder (.Liebe Ehristell Hier Ift viel Bon­bon. Dein Lieber Han-." .Wenn ich auch die Sprache nur teilweise verstehe, so fühlt man sich doch zu jedem Menschen hinge,ogen denn aus edem Auge leuchtet die Liebe für un« beulte <ttnber.u) Manch eines von ben Kindern die ba in« frembe ßanb kamen, mag wohl bie .bolle Angst" gehabt haben, von ber ein kleines Mädchen erzählt, bevor eS bie Mmfchrn fernen lernte mit benen es bann leben sollle a'xr um fo entzückter lauten bann auch bie Urteile; bah R 'rweger, Dänen, Lchwe'-en unb Finnlänber am, beso id r« gut unb jebenfalls viel befer feien, als bte Deutschen da) steht rle'en fei en e't

Sie finb aber auch rührenb Aus dner Station in Dänemark .rauben" zwei Damen ein kleines

Da hatte ber ju-ge Kunstmaler ein ganz verschmitztes Gesicht gemacht.

.Auch ba wcih Ich Add'.kfel Ich hab einen Freunb. wir woh en in Fri llar zu ammcn. ber ist Bilbnismaler unb brennt baraus. den Herrn Cefeitrmierat zu malen, ba mutz er stille halten und unterdessen pinsele ich munter darauf loSk"

Den Gedanken fand Maria ganz ausge­zeichnet.

.Wenn Vie da« in die Wege feilen tonn­ten! ....

Da« war gar nicht schwer. Sine« Tages lief) sich der Kunstmaler Immv Brodersen beim Odo- nomierat melden, bat um die Erlaubnis, ihn malen zu dürfen.

,S« tostet nich'S. Sie haben et'-en Eharottcr- topf, der hat e« mir angetan! Di) ich etwa« kann hier meine Skizzenmappe! Alte Lcu.e mal ich am Heb teil

Grv'waier b sah die Skizzen und lachte. Ein wenig gefchmeichell fühUe er sich "doch.

.W-errn's nichts kostet, warum denn n-ch! ? Ich Bin doch alteS Sten, kann nicht so. Die ich will, bie Zeit v rgeht dahril Dorausgefetzt, man bart dabei reben r

.3mmtmiI Darum muh ich sogar d.t en, <ruf ba4 Minenspiel kommt eS mir an Kein steites Bild soll <ts werben. Herr Oekonomleral! K in sller ichs. G b w hrr S' mal. man § rst» 1144eiten unb TIi. i ut AXr ein ToLLmonn Die Sie. der muh geradezu auS bem Rahmen bereu Sfprrngen! Rur sehr schnell wird das nicht gehen'

Der Maser hatte Ehr swvh h'hn gnrz richtig etoges^ht Lustiges, tunges Dlul war nach fernem Geschmack. Sr lachte.

.Wenn Ste Zeil Haden, ich hab ste in Hülle und Fülle!

Gut. tch der Ce*onomierat aber auch gar nicht- von der Malkunst verstand Di« Bill machte sehr langsame Fortschritt«. Dafür plau­derten die beibm sehr viel zusammen Der lang aufgefchesfene b'.onde 3mmo Brrde sen war eia ganz gerissener Kerl Al» Hamburger wutzte er gart, genau, wie et dort im Hafen auSlab ®r cr'.äblte von den g o «n Ueberteegesch 'ften d e Dünge- unb Futtermifel für die La dmirtfch^fi aui fernen San ben herein brachten, von dem ge­waltigen ödy.ffefr.-rteb'. Da ab ein Wort bas anberc, Prnsel unb Palette ruhten fein Freund aber arbeitete Unterbetten ungestört im Haiu- duchenoang.

.Mein Da ter Ist nämlich (Sroblrufmann!* ,2ch nee, was tchlcpvt ber Denn in) Land?" .Tabak. Her^ Celonom'.crat! Dorf ich Ihnen einmal eine Zigarre cu» meiner To'ch« anb een? Ihre finb nämlkch ein« Sünb und Schande!

.Her damit." anitoo'tete Ehri'wvh Wärhohi mit lu'ügem Lachen, und nach ein paar Zügen fuhr er fort: .Donnerwetter, ist da» ein StarttS- kiau:! Wa« kostet bem davon baS Tausend7

.Ihnen latz ich's für stebenhund« ttf ürstzlg Mark!'

.Sie, mit mir altem Marrn« macht man feine schl echten Ditzell'

Der 'u-ge. tnbrllo» geflnbe'e Hamburger mit bem Barttofer. sch ölen, nille S Tätigen Gesicht unb ben Hellen Rügen Augen gef el ihm

.3m Ernst, H-rr Oln-tm rvoV Andere Leute müssen neunhundert Mark für das Tausend geben!

.Himmelkreu-borrnerwett-r. ta wär ich an Ihrer Stelle doch Tadakhändlrr geworden!''

(Fortsetzung folgt)