Nr. 120 Zweites Blatt Siebener Anzeiger (General-Anzeiger für Gberhefien) Donnerstag, 26. Mai 1921
Au» Hessen.
Die Beratsag des Boranschlags.
rin Darmstadt, 24 Mai Die ®e- rcttmg des HauptvoranschlaaS beqawi heute öormittag im Finanzausschuß unter dem Borsitz des Adg. Eißnert. Bei Ätt- pitet 7, Bad-Nauh eim, wird erfrerr- licher Fortschritt festqestellt und die Erwar tima audflefprod)ert, daß auch Bad Saty Haufen, durch die Verpacht un^ des Bad Hausen einen neuen Aufschwung nimmt. Bei Be- sprechmrg des Kapitels 8, Landes thea- t e r wird die Absicht vorgetragen, das alte Interimstheater audwbauen und dort Aufführungen Pi veranltalten, damit die Dor> handenen Kräfte mehr ausgermtzt und bessere Einnahmen erzielt werden können.
Die Aufhebung der Stande-vorrechle des Adels und der Stmldesherren beantragt der Aba. Bvrnemann und Gen. (Soz.) durch einen sehr „wichtig" klingenden Ini- tiativ-Gesetz-Enttvurf, den er der Kammer vor gelegt hat. Darnach sollen auf Grund der Verfassung vom Dezember 1919 alle Vorrechte des bisherigen Adelsstandes und der StandeSherrlichen Familien sowie des Groß- herWvgS aufgehoben werden, insbesondere das Recht auf die Titelbenennungen chrer Besatzungen, Grafschaften, das Recht auf bie* Anrede wir, Königliche Hoheit, Großherzogliche Hoheit, Prinz, Durchlaucht ufh>, das Recht auf besondere Ehrung ,wie Kirchengebete, Trauergeläute, eigene Hausgesetzgebung uftv. Die Dispositionsbefugnisse der Stan- desherren über die Einkünfte milder Anstalten sollen auf den Staat übergehen. Der Adel icnb die StandeSherren unterstehen dem allge- mdtten bürgerlichen und öffentlicher Recht. Als Namen gilt die Bezeichnung ihrer Familie. Die ehemaligen standesherrlichchi Familien und das bisher in Hessen regierende Fürstenhaus und seine Mitglieder haben aus den bisher geführten Namensbezeichnungen eine solche auSzrrwählen, unt> mit Ermächtigung des Jirstizministers zukünftig zu führen.
Ter SchulauSschuß des Hessischen Landtags trat am Montag unter dem Vorsitz des Abg. Kaul (Soz.) zusammen und beriet zunächst die Frage der Aufrechterhaltung bzw. Erhöhung des St aal Zuschuss es an die Städte und Gemeinden, die höhere Büraerschuleu unterhalten. Einstimmig wurde beschlossen, die Regierung zu ersuchen, durch geeignete Vorkehrungen, durch Derstündigung mit den Gemeinden die Erhaltung der bestehenden höheren Schulen auf dem Lande zu gewährleisten. Dann wurde eingehend Über den Lehrplan der neuen Deutschen Aufb a uschule verhandelt. Die Vertreter der D.B. P. und des Zentrums sprechen den Wunsch aus, dem Religionsunterricht eine dem Zweck des neuen Schultyps hinsichtlich der Gesinnurrgsbildung rechnungtragende Ausgestaltung yu geben Die Gleichstellung des Religionsunterrichtes mit dem Turnunterricht wurde beklagt. Die Regierung hält eine Aenderung des Lehrplans aus praktischer Gründen jetzt nicht mehr für nrögtich, will aber bei dem pädagogischen Kursus wie auch bei den Auf- vauschulen die Zahl der Religionsstunden vermehren. --------
Landwirtschaft.
Die Tagung der Landwirtschaftskammer.
rm. Darmstadt ,24. Mai. Die Hessische Landwirtschaftskammer nahm in der Rachmittagssitzung den Vtntrag auf Abänderung der Sayung für Versicherung der W-.nde-, Ausstellungsund Jmporttiere an icnd erhöhte die Prämien für LrtS- rmd Sdallscbauen auf daS Doppelte. Auch tourt* her Vorsiand ermächtigt, nach An stören der >bnnMission und der Ausschüsse in den Provinzen loeitere Verbesserungen zur Förderung der Tierzucht und der Bodenkultur vorzunehnren. Hierauf unirben die Kommissionen für Wirtschaftspolitik, Gesetzgebung. Landesrecht, für Handel, Verkehr uitb Versiä*rungswescr, und für Pferdezucht um je ein Mitglied auS den drei Provinzen ergänzt. 6üte längere Aussprache schloß sich an die Anträge des Vorstandes über die Stellungnahme zum Reichs- notoofer, die Einkommen- rmd die Umsatzsteuer. Zn
eingehnder Berichterstattung deS Direktors Dr. Hamann wurden bte Forderungen der Landwirtschaft seslgelegt Aus der Versammlung wurden eine Reche von Wünscheu rmd Berchwecden laut, aus denen die vielfach unqcrtrfnc Besteuerung öjcd» falsche Einschätzung des landw. Ertrags, des Umsatzes ufw ber_or<TTiiq Zn eingehenden Erläute- runflen gaben die Vertreter des Lm d<^füuur>imieS Geh Jinan-rat Müller forme Fr.anzvai Um- d e nftruch bte genriorschtat Am kl ärungett und wiesen au£ die SäZtrieri,teir all dieser Berectmungeir hüt. Sie forderten bie Landwirte zur Mitarbeit und rNarsiellung der vielen »weisethaften Fälle aus. Ob die landnrirtsch. Buchführung unter allen Umstanden bei der Veranlagung duvch die Steuerbehörden anerkannt werde, nnrffcn erst bie Prüfungen ergeben. Tie Jahresrechnung für 191b wurde dann genehmigt und dem Rechner Entlastung erteilt, auch eine nachträgliche streditge,- nehmigrmg gu'geheißen.
Ter HauproovanfchLag für 1920 wurde für 1921 verlängert; hierbei gab die Hauptversamm. lung ihre 3irfrimmung, datz ab 1. Oktober das amtliche Organ der Landwirtsätaflskammec, bte „Hess. Landw. SritL rift", allen VerlandsMigehörigen geliefert tvirb und die MAridsten van ,emxt 870000 Mk. durch eine entsprechende Er- ' lMung der Umlage gedeckt werden. Tic Haupt- versammlung genehmigte iveiler bte Getzmurnehu- fvrderunq an Staatszuschüsten in Höhe von 551 000 Mk. Bet der Aussprache über bie Bester- tclhmg eines Landwirtschasts- und Wernbrurn- pektvrs entstand eine scharfe Auseinandersetzung, xi die Landwird'chastsücmnner anfdteuwnb durch die Regierung nicht hinreichend gewürdigt, fan- dem yrriiefgefe^t werde, obwohl sie nach ihren Satzungen selbständig sei und bie Regierung mir ein Einspruchsrecht habe. Von Regierutigsvertte» lern wurde daraus hrngewiestn, datz man den Landwirtschastskammer jederzeit das größte Interesse entgegenbringe. von einzelnen Kammerna> gliedern wurde ein besseres Zusammenarbeiten beider Teile gefordert. Aus einen Bericht über bte Wünsche der Landwirtschaft bet dem zu erwarten- den torttwrnl ernes Landwirtschastskammergesetzes durch Direktor Dr. Hamann erklärt Präsident Uebel, dach eine Aussprache hierüber setzt versrüht sei, man werde die borgetrugaren Wünsche beachten.
ReichSgetreidestelle und Getreidehändler.
Betreffs der Uebernahme des restlichen Saat- qetreides durch die Reichsgetreidestelle hat der Der. band der (Betreibe- und Futtermittelhändler Deutschlands zusammen mit den Genossenschaften eine (Eingabe an bie (Betreibefteüen gerichtet mit fol- genben Forderungen: Die gestellte Frist für Abgabe der Erklärung soll vom 15. auf den 25. Mai ver. länger! werben. Die Zurückzahlung auf Oriyinalsaat« gut von Drotgetreibe unb Gerste soll auf 1800 Mark erhöht werben. Die Bebingungen für Drotgetreibe unb Gerste sollen auch auf Hafer übertragen werben. Die Reichsgetreibestelle soll grundsätzlich bie Genehmigung erteilen, baß biefertigen Firmen, bie einen entsprcchenben Antrag stellen, ihre Restbestänbe an Saatgetreibe einschließlich Hafer in bas neue Wirt- schaftsjahr mit hinüber nehmen können. Die Reichs- getreibefteHe soll grundsätzlich ihre Zustimmung dazu geben, baß in ben Fällen, in benen Saatgerste ober Saathafer zu höheren als ben gesetzlichen Höchst, preisen im Konsum abgesetzt werben können, bie lieber» schreitung ber Höchstpreise gestattet ist.
Handel.
8ereiniflnng von Brauereien.
fpd. Frankfurt g. M., 24. Mai. Nachdem die Hofbierbrauerer Schoilerhos erst vor enn- gen Dtonaten dte hiesige Bürgerbrauerei *atilge- fauft hatte, übernahm sie heute in ihrer außev- orbentliclZm Geueralversammlimg wich die alw bekannte Brauerei Binbtng und fügte diese ihrem Betriebe ein. Das neue erweiterte Ibtirv- nchmen führt fortan den Namen „Schöfterhos- Bmdmg-Bürgerbrauevei A.G. Frankfurt a. M". Gleichzeitig erhöhte bie GesellsciZaft ihr Aftren- kapital bon 6 Millionen Mk. am "17 'Utinkmen Mark durch Slusgabe von 1 Million Vorzugs- afltcn unb 10 Millivuen Mk. Stammaktien. Tas neue Brauereüoiiernchvien ist nunmehr das be* beutenbfte seiner Art im Marw- unb Mittelrheingebiet. *
— Commerz-undPridat-Banf, 9L- G., Berlin Hamburg. In der Auffichtsratssitzung wurde dte Bi-wrz imb das Gewümergebnis für das Jahr 1920 ovrgelegt. Die ausg?wiesenen Brutto Überschüsse habeu sich gegen das Vorjahr irmtriäbt verdreifacht unb sind auf 211 Millionen gestiegen; hiervon entfallen auf Zinsen 129 Millionen. Nack Abzug der Abschreibung und der Unkosten, von denen die letzteren um mehr als das Dreifache g: stiegen sind, verbleibt em Reingewinn. von 6o' । Miilivnen. Es wird eineDivi den de txm zwölf Prozent gegen 9 Prozent auf daS erhöhte Kapital von 200 Millionen vorgeschlagen. Den Reserven
werden 20 Millionen jugfwiffei, tortdx bieibtmb am 70 Millionen anwachsen. Die Bank dar im rergwigenen Jahre eme große Ausdebmng genommen und «tu große Anzahl von neuen Filialen aegrünöet In Gießen ist die Commerz- und Pnoat-Bank bekanntlich vertreten durch den loschen Bankverein, A-G. Filmte Gießen.
Berlin 25. Mai Börsenstim mungsbild. Da die hinsichtlich des Ber lauf:- der .geflrigni französischen §stumner- sitzung in einer gewissen Hinsicht gehegten Befürchtungen nicht Tatsache geworden sitw, war die Börse geneigt, etwas hoffwuiaS voller in die Zukunft zu blicken. Daraufhin konnte zunächst im allgemeinen eine feste Stimmung Boden gewinnen, zumal auch die Besserung des Markkurses im Auslande und die hiesige Abschwächung ber Devisenpreise der günstigeren Auffassung der Lage eine Stütze bot. Bei etwas lebhafteren Umsätzci zogen die Preise fast durchgängig, allerdings meist nur jpenige Prozent an. Phönix unb Mannesmann notierten 8 Proz. höher, ohne indessen später den Gewinn voll aufteclü erteilen zu können Rheinische Brauniohicn gewannen 10, Rhein stahl 7 Proz., Felten u. Guilleaume 9 Pro^. Am Bankenmarklc nxiren Commerz- und Privatbank auf den günstigen Jahresabschluß gebessert. Deutsche Anleihen gaben weiter etwas nach; auch ungariscl>e Anleihen gingen weiter zurück Die anfängliche Festigkeit blieb bei dem ruhiger werdenden Geschäft späterhin nicht in vollem Umfang bestehen.
Frankfurt a. M., 25. Mai Börsen- ft t m ntu n g ö b 11 b. Infolge der großen Zurückhaltung, die vorherrscht, vollziehen nd) die Umsätze in bescheideneii Grenzen. Es Waren an der A lendl>öise nur wenige Papiere, welche eine größere Kursbesfernng erzielten. Fest lagen Seana- rndustriepapiere und einige Spezialwerte, in beim! beronbere Transaktionen vor sich gehen oder qüjvI stige GeschaftSabschlüfx zu erwarten sind. Tic Aktien der Julius Siedel tonnten ihren an der Mittagsbörse erzielten HöchsttorS zwar mdn behaupten, wurden aber zu 617.— rege umgesetzt Pff. Holzmann 295. Montwipapiere lagen ruhig. Höher bezahlt nmrben Budevus, Phönix, 9ihern- ftabl 442. Bochmiier mit 431. Badifcht: Ai i.m stellten sich 2 Pooz. höher, Holzvertohlung 4 Proz. uiedrfgei'. von fonftigcn Industriepapieren schwäch- len sich Adlerwerbe Zkleyer 2 Proz. ab. Hirsch Kupfer beieftigt 339. Rege dtochsragc stellte sich für Wesldemiche Jute ein. Eine toteigemnifl von 90 Pnvz. ersuhren Teutjärc Asiatifche Baus nut 480, letzter KurS 390. (Eaffder Fatz lebhaft 474 bis 480. Mexikaner Biteben bei bridxibawn Um- ätzen bchauolel. 3 Prozott Reichsanleihe 73s/8 chwScher. Ter Schluß würbe für Julius Siedel chwankend 611. Hanswerke Füssen wurden mit 440 raironiert '30 Pvvz. gejlcirert. Bleistifftabrrt Faber 530. Der Schluß gestaltete sich fest.
Frankfurt a. M., 26. Tlal Berliner Devisenmarkt.
Geld Brief Geld Bries Datum: 24. Mai. 25. Mai.
Amsterbam- Rotterb. 2167,80 2172,20 2137,85 2142,15 Brüssel-Antwerpen . 514,45 515,55 523,45 524,55 Thristiania 954,- 956,- 930,05 931,95 «openhage» 1096,40 1098,10 1084,901087,10 Stockholm . . . . • . 1418,551421,45 1411,051413,95 Helsingfors 126,35 126,65 125,60 125,90
Italien 330,65 331,35 331,65 332.3'
Conbon 241,50 242,- 239,50 240,-
Neuyork 61,18 61,32 60,35 60,44
«Pans......... 514,45 515,55 521,95 523,05
Schweiz 1092,65 1094,85 1081,40 1083,60 Spanien 809,15 810,85 799,20 800,80 Wien (altes) —,- Veulsch-Oesterr. . . . 14,58 14,60 14,58 14,62
Prag 89,00 86,20 88,90 89,10
Lubapest 27,57 27^3 26,97 27,03
Bulgarien —
Konstantinopel. ... —
Züricher Devisenmarkt.
25. 5. 26. 5.
Wechsel ans: Schweizer Franken
hollanb 100 Fl. = 199.- 198.-
Deutschlantz 100 MK. = 9.15 9.15
Wien 100 Ri. = 1.375 L35
präg 100 Rt. = 8.20 8.20
Paris 100 Fr. = 47.70 47.20
Jonbow ....... 1 4 — 22.16 22.10
Jtalicn 100 ß. — 30.45 30.20
Brüffel 100 Fr. — 47.70 47.20
Bubapeft 100 Rx. - L55 2.475
Jleuqorfc 100 $ = 559.- 561.-
.•(gram 100 Rx. = 4 53 4.50
Bukarest ..... 100 ß. = 9.55 9.6G
Börsenkurse.
Cranffurt Berlin
Adem». Schluß- Schluß- SchlnH-
Rurs Rurs Kurs Kurs
Datum: 5 Disch Mnegsanl. 4 •/, Dtsch Reichsanl. 3e/e Disch. Re.chsanl 4 •/, Prenß Aonfols Darmsiä.ter Sank deulsche Dank ... Oisconlo-Gesellschast Dresbntr Dann. . .
?naibanh f. D. . Mmelb. llrfbiibnnh. ft.- Mmerik Pakets. . Rorbdeutscher Illoyd. Bog Lnhltablwerk . D,.Üu[emb. ‘Berge.. Gesteukirch. Berg». . Harpener Bergbau . 0dcrlch1es. Effend.-B. OberIdjlej. (Eifentnb. .
Bob. Anilin- u. Soda Höchster Farbwerke, iklektr. A. E. G. ... Schucheri-Werke. . . Fellen.GuUleaame. . Daimler Bub.- Lisenw.- Akt. , Adlerwerke 4'.. Heff.Staotsanl. . Elektron Griesheim.
24.5 25. \ 24. S. 25.6.
77,60 77,60 77,50 77,60 -,- 7<50 77
73,50 73,50 74,60 73^0
70,- 70,.
183,50 182,50 181,75
304,- 303,-
252,50 252,-
220,50 221,50 222,-
-,- -185,- 185,-
168,75 168,- 168,- 168,- -,- 162,75 165,-
147,63 146,10 147,-
434,- 432,- 434,75
305.25 306,- -,- -,- 321,- 325,— -,- -458,- 460,-
-,- 285,25 285,-
285,- 284.75 284,- 705,- 715,50 706,- 706,. 519,- 518,- 518,- 523,60 432,25 428,75 434,50 430,-
298,- 297,- 298,-
241,- 240,- 242,26
570,- 573,- 678,75
193,- 192,- 191,- 193,- 581,- 598,- 675,50 59(\- 247,- 253,- 249,50 250,-
-,- 73 75
399,75 -,- 400,50 403,-
Marknotietunße«.
Für 100 bcutidx Mark würben gezahlt 1 Datum: 1.7.1L 24.5. 25.6.
ch Fr. 125,13 9,15 9,27
Amsterbam Fl 59,20 4,62 4,66
Nopenhage» Hr. 88,83 9,25 9,35
Prag Ar. 117,80 111,75 -,-
Stochholm Ar. 83,8) 7,15 7,15
Wien Ar 11738 940,-
Conbon Sh 97,8 ) 8,05 -,—
Paris Fr 125,40 19,50 19,-
ReuyorK | 23,80 1,61 1,65
lJn einem Teil der Auslage wiederholt.)
Ekne deutsch-englische llntfrhdlrunfl in Vonhon.
London, 24. Mai >WTV.) Du Reuter erfährt, stattete der deutsche Bott chatten in London, St Ham er, aus Wunsch Lord Curzons gestern abenb im AuSwärtrgen Amt ehien Besuch ab, wobei Curzon hervorhob, wv sehr es emriknfefit fei, datz die deutsche Rk-gieruop alle R^aßnahmen trefse, um yt verhiiidern, daß beutfdv Streitkräfte, insbeiondere Fomrat»onen des Selbstschutzes, Freiwilltgenabteilungen unb betgl. bi L berscht esien rin rüden, um dort Feind>eligketteu> mit den polnischen Insurgenten tzu beginnen.
Bedrohung eines englischen Offizier- durch die Polen.
London, 24. Mai. Reuter erfährt, dah die polnischen Aufständischen enteu eng* lischenOfsi'zier, ben Ätomnuxnbanten Dvrvell, der zur Interalliierten .stvmmissrvn von Oppeü» gehört, gefangen geraommai Ixiben. Ter Ost»- zier sei von den Aufständhehen äußerst rücksichtt- l-vs rehandell worden. Tie Aufständischen hatte« ihn auch mit Erschießen bedroht. PnoeL ist sä4ieA1ch aus EiTinreisen etnti wm»Sfischei» Osfiziers hin sreigelassen worden. Er befinbdt fid> aus bei Rückreise nach Londvn. Ite englische Regierung wird Genugtuung fordern.
Noch keine Aufhebung der i^walrmatznähmev.
Berlin, 24. Mai. HBcthj Bm einer angel-ich beabsichtig len Au she bun g der Zollgrenze und ber Besetzung ber drei Rhein st ädte TüsseLdvrf, Du sburg und Ruhrort ist bei den hiesigen atnSichen Stellen nichts bekannt Es scheint welmehr, daß bte Fra» zvsen sich in Düsseldors und ben anderen Stäbtai noch für längere Zeit niederlassen tooflen In Düsseldorf wurde der Bau einer neuen Äa* ferne gefordert, der etwa 12 Millionen Mark er* rorbern würde, außerdem imirben neue StolIungflL verlangt Auch bei Tuisburg sollen eron neue SchießÄätze im Werte von anderthalb Millimar 'MIclt! angelegt werden. Tie Reichsregvrung stellt sich selbstverständlich aus den Standpunkt, baß die Aufhebung ber Zollgrenze und ber Beseßuna ber drei Rhemstädte nach Annahme des lUtau* tums unbedingt erfolgen muß.
Bayeni und bk Entwaffnungsftogk.
M ü neben, 25. Mai WTB.- Blättermr? düngen zufolge verhandrile gestern abenb bet Mch, nifterrat unter dem Vorsitz des Mvnsterpräsidentr, Kahr über die Sn twa f fnungs sra ge. Mov» gen findet eine Besprechung mit ben Führeru or Kocriitionsportcren statt.
Herrn Collins Abenteuer.
Roman von Frank Heller.
23. Fortsetzung. (Nachdruck verboten.)
„A poopos, Dissorschaft/' fügte PhilwP. ,.es st doch wwidervar, waS für Fortschritte die Tech- nik heutmiage macht. Nach dem, N»s ich heute morgen m ben Zeitungen las. scheint ja cm neues Dvoblem definitw gelöst M fern — Die Frig', hi, »ran der MeereSwellen auszunützen. Ta ist ein funger Ingenieur Marwell, der hat tbe-i irgendnv an ber Destkwte ferne Appar-rte fertig qebradjt. Nack der „Tmln Mall" fctemen lerne Serfudx über Erwarten gut ausgesallen zu tun. T^Dacll' Mall" hatte Lire Nonz allerdmgs aus hem' Frncmeull Leader" auSgesämitten, fo datz «ns dvn ds^igesr^mtt ad» arfafct war- aber man bekam doch am leben Fall
«n d-SE ®m
artiges Unternehmen, M^. ^vuns.
Mr J-vhns beeilte sich, innerlich eine Danksagung über die Presse zum Hunmel^u senden.
„Ern großartiges
sagte er und fügte mit Bewnung btn$u: „2Ud> ötonomisch!" . g-
„Tas kann ich nur barten, fegte Ste «E- «Ser® torbtt ®«Utoart?' iiür. Jvdns Etinyte erjtaixÄ rra&K ixt Wfeffjr mML r.jn _ietnem »erd^vns zu ber Gesellschaft' Man denke, wenn sich da ttrvas St W Mit einem fmünget Aufleuchten m fernen hochgenwlb?eri Augen beugte er sich ü.er ben Tisch M WIfW vor ber eben dabei war, ernen PHrllch iii schälen, und sagte htit seiner besten
’fcnqy dte GesEchaft gut, Pivsefpr,
und Wenn Sie meine Ansicht darüber lutsten wollen, kann ich Ihnen nur sagen, daß diese Aktien als Spekulationsvcuner was Einziges find. Sie »ibei ben Arnkel in der Zeitung gelesen; schön, ich 'ehe wie Sie Wissen, hinter die ihiltücn, und ich kann lernen sagen, der ArttSel war viel zu «midXiq gehalten. 2Beim das große Publikum die Refuttate von Maxwells Bersuchen eriäyrt, bann wird es einen Sturm aus bk Börte geben; em solches Svekulattonspavier xrnc br Tigammaanien werden S« einfach aus der Börse nicht finden!"
Philipp betrachtete ihn forschend; nicht eine Miene in Mr. Johns Gesicht verrrcr ixe Zweideutigkeit ferner Worte; alles hatte ben Ian bei Aufrichtigkeit eines klugen unb enahrenen Mamies, der seine irmmtt Meörung ausge'prochoi hak
„Da geben Sie mir ;a einen glänzenden Tip/ sagte Vnlipp. ,^Ich spekuliere selbic ri.i bißchal
„So! Sre spekulieren, Drose'sor?" Mr.
sah auf eine Traube hinab. Um den bemebigtm: Glanz zu verbergen, der ba Phllivvs Dorren tn seinen Augen aulleuchtcte.
,La, was ist dal-ei zu verwundern? Man muß heurzutaae praktisch sein, ber zerstreute Prwsestvr taugt nicht mehr —" Phllivv lächelte bei bem Gkbanfsn. nxe gut bie Zerstreutbeit ’iti für ernen Professur, den er konnte, gelohnt hatte. „Lunn, ich habe Lust, Ihre Worte über bie Tigcunrna- geselifchaik zu beherzigen, Mr. Johns!"'
Mr. Johns legte das Obstmesser mit rin cm innerlichen Segenssvruch über den Zufall, ber chn mit diesem Icttf^gläubiget Gelehrten zusammen- griiärrt hatte.
,L)ören Sie zu, Proseswr'" sagte er und begann zu sprechen, wahrend Philipp amnerLam lauschte unb mir hie und da einen Blick aus Mrs. Bells emzückaiden Hals man.
Tret "Tage später, einen Tag vor Mr. AXmö, fuhr Phüipp yetm nach England, als Befttzer von 500 Aktien der britischen Ttgammigeielb- sckoft. Mr Johns war sein Cvup über Erwarten negtütfL In gewöhnlichen Fällen hätte Phllipp sich nie in cta Geschäft ringelns,en, von dem er wenig ober nichts wußte; aber wie er da an Dem lauen Sommerabend als Gast am Tische bes Finanzmatadors -aß, wäre es ihm als ein Ver- brechni erschienen, den glänzenden, uneigercrüfctgrii Tiv nübt zu benutzen, den dieser ihm gab. lötet*- leicht hatte er sich auch von Mrs. Bell becmflik sen lassen unb chrer sichtbaren Bernunberung für einen Mann, der Geschäfte von 3000 Psund beim Mittagsnsch rildngte. Genug, beim Kaftre hatte Mr. Johns an sein Kontor trlegraohtert, lne A^i n ber Tioarnmagesellschaft, die er „für einen Freunb' ttme batte, Protesfor Petotarb zu dem Sune von sechs Pfund per Stück zn überlasen; unb gleichzeitig batte der Prvstssor seme Banlurs tüe* grauhrd^ angewiesen, den Betrag aus Mr. l^hns Erber bin auszubezahlen.
Beim Abschied war Pbllivv für einen Augenblick von Mrs. Bell beiseite gerufen morden.
„Sir müssen mich einmal besuchen/' hatte sie gesagt. ,^Zch wohne p hübsch. In Sutherland Avenue 26. Aber bitte, kommen Sre twriOTiq. Ernte ist so furchtbar dferfürfm, unb er will jeben Tag um 5 Uhr bei mn ben 2et nehmen/'
Philipp hatte bereitwillig verspvochen, zu kommen.
Einen Tag nach seiner Ankunft tn London erschien Mr. Johns offiziell aus Begtjpten /mb wurde von der liberalen Presse mit grorxm Wrpen- gentrr empfangen Am nidytrn Tage wacbe er offiziell ;um sreFrnnigen Kandidaten für L>outy Warsvrd pnyfiamtert, wo nach dem Tode ves srü--
Heren Kandidaten dne Erganzungswahl iwörew big genorden war.
Tret Tage später begann Philipp den ersten Begrifs von Mr Johns Geschäftsmethoden zn bekommen. Es war ein regnerischer, wmbtger 3pätfeptembermorgen unb Phllipp batte kaum lernt Morgen Zeitung aufgeschlagen, als fern Blick aui denen AniSel fiel mi' der Ueberschri t: Ehrliches 3tritt oder nicht? Und bte Untertitel waren: SB* ist He üage der bri ifchcn Digammogesellschiftk Wir wünschen Klarheit.
Philipp verschlang den Artt'tel mit artgertk jenen Augen und ließ dte Zeitung mit einem erstaunten Fluch sinken. Ter lang- Artita neß sich in einen kurzen Satz unammariaften: er war gemellt worden, und das so grünNtd), als er nur wünschen tonnte. Dte Tigammagriellschoft war Txm Är. J^ns begründet ; höchst verdächtig tn diesem Fall, dar, er ihre Aknen „für einen Freund^ verkaufte' lieber die Versuche ber vorigen Woche war nichts publiziert worden, doch von Mund zu Mund flüsterte man sich zu, datz sie gerabeta den Ruin der Gesellschaft bedeuteten. Neue Versuche waren nicht gemacht warben, und bte Leitung der Gesellschaft schwieg hartnäckig. — JA das ehrliches Spiel/ fragte bie Sritung. Ober ''ind bte Mitglieder der Direktion rückiichtsloS ge» nug, bat privaten Vorteil dem allgemeinen SM rorangeben zu lassen — verkanten sic insgeheim? Bie dem auch sein mochte, am oeftngen Tag batten bte Aknen emm Stursfall erlitten, der als täte- strvrchal bezeichnet werden mußte von 6 Dsund nur 3 Pfutid 10. Dte Leirunz ber Gesellschaft müsse •‘rrretben, schlotz "bte Zeitung. Wir wünschen Mw»
(Fortsetzung folgt.1


