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Aus Stadt «nd Land.

G ie ßen, oen 25. dun. 1921,

Aur Elektrizität-verso: gnng der Provinz Oberhesse«

wirs uns von unterrirf)toter Seite mitgeteilt, Laß hie nunmehr vorliegenden Entschließun­gen der noch nicht versorgten Gemeinden der Provinz in der Frage ihres Anschlusses an die elektrische Uebeclandanloge der Provinz folgende abschließenden Bemerkungen ge­statten.

Eine sehr große Anzahl der Gemeinden hat sich zum Anschluß unter den ihnen mit* geteilten Bedingungen bereit erklärt, so daß, wenn das Unternehmen zur Ausführung kommt, die Kreise Gießen, Friedberg, Büdingen und Schotten wohl voll­ständig, und der Kreis Alsfeld zum allergrößtenTeil versorgt sein werden, Während im Kreise Lauterbach sich eine immerhin erhebliche Anzahl von Gemeinden entweder ganz ablehnend verhalten oder ihren Anschluß von Vorbehalten abhängig gemacht Laben, «auf die einzugehen die Provinz nicht xn der Lage ist. Leider mußte festgeftellt wer­den, daß vielfach Unberufene durch Ver- brertuna unrichtiger Angaben Verwirrung in Gemeinden getragen haben; denn nur so kann deren ablehnende Haltung erklärt werden. Da­durch aber wird weder dem Unternehmen als solchem -gedient, noch werden diejenigen Ge­meinden, die sich durch unrichtige Ausstreu- -ungen haben beeinflussen lassen, daraus irgend welche Vorteile erreichen. Sie können vielmehr in «eine sehr mißlicheLage geraten, wenn es ihnen nicht gelingt, sich von anderer Seite Elektrizität zu beschaffen, da die Fernleitungen im allgemeinen ohne Rücksicht auf sie gebaut werden, so daß, wenn sie später Anschluß an die Ueberlandanlage der Provinz suchen soll­ten, sie mit weit größeren Kosten rechnen müßten, als dies jetzt der Fall .wäre. Auf Grund der eingegangenen Gemeindebeschlüsse «ist (nunmehr das Projekt für die Fernleitungen ausgestellt worden. Es unterlag der Prüfung des Provinzialausschusses, auch hinsichtlich seiner finanziellen Tragweite. Trotz der sehr erheblichen Mittel, die die Provinz aufzuwen­den Men wird und trotz der schweren Beden­ken, die der Uebernahme des damit verbunde­nen Risikos heute entgegenstehen, hat sich der Provtnzialausschuß für die Aus­führung des Projekts ausgesprochen unb beschlossen, es dem Provinzialtag zur An­nahme zu ^empfehlen. Wenn der Provinzialtag, der etwa Mitte Februar zusammentreten soll, die Mittel bewilligt, und die Regierung dec Aufnahme einer Anleihe in der erforderlichen Höhe ihre Genehmigung erteilt haben wird, dürfte her Ausführung des Projekts nichts Mehr üm Wege stehen. Diese soll alsdann m i t allen Mitteln betrieben und dadurch zu beschleunigen gesucht werden, daß möglichst gleichzeitig an Mehreren Stellen des Versor- gungsgebiets mit dem Bau begonnen wird, so daß ein großer Teil der Gemeinden schon im kommenden Winter Licht haben kann.

Io find Unterstützungsgesuche von Kriegs« befchädigten und Hinterbliebenen anznbringeu?

lbnterstützmtgSan trüge von KriegSbeschädchten Vnd Hinterbliebenen gehen in großer 3dT)I dem ReichKarbeitsminiitermm selbst von BersorgungI- behörden zu, ohne daß die vorgesehenen Mög­lichkeiten ettchöpsr sind. Vielfach haben sogar Ber- sorgungSbehörden Kriegsbeschädigten urd Hinter­bliebenen geraten, Anträge an das Minifte turn Mi stellen. Dieses kann die Gesuche in der Regel «auch nur weiter geben. Ilm das überflüssige Schreibwerk uitb eine Verzögerung zu vermeiden, wird daraus hingewiesen, daß für du Anträge von Kriegsbeschädigten und Hinterbliebenen von 1914/19 allein die Organe der sozialen Knegö- beschadisten- und Htnterhli benenfür o ge zuslä.mg sind. Dies gilt ohne Rücksicht mit den früheren militärischen Rang. Das Ministerium und der ReichSausschuß nimmt Anträge aus Spendemittel nur aus der Hand der .Hauvtfürsorgestellen ent­gegen. Für Kriegsteilnehmer von 1914/19, tue nicht KriegSbttch'ädigte sind hat bi5 Ministerium überhaupt keine Mittel. Mriilärversorgungsberech- tigte auS der Zeit vor 1914 haben sich auch an die zuständige Fürsorgestelle zu wenden. Für du BetevanenLcfsnlse ist die Ortsbchö.de, In letzter Anstonz die La dHerntrachh ib ?u 5 d g An­träge roegen des früheren Al.erl>öchften DiSpo- siLionSstmbS gehen an das Bersorgung.temtt

D« neue berliner Oberbürgermeister du Gießener.

Am vergangenen Donnerstag wurde be­kanntlich der Berliner Stadtkämmerer Böß mit 109 Stimmen gegen 95 Stimmen, die auf den Vorsteher Dr. Wehl entfielen, zum Oberbürgermeister von Berlin ge­wühlt. Wir erfahren nun die sehr interessante Tatsache, daß das neue Oberhaupt der Reichs- Hauptstadt ein geborener Gießener ist.

Böß wurde am 11 April 1873 in Gießen geboren studierte in feiner Vaterückdt Kamerun und bestand 189s b.T6 Astessorcxamen. Er ging tour hcss scheu Fl ü zee.wa tu g, verwalt te tut « lZeil das Rentamt in Gic ßr n und war binn zwei Fahr« tm Finanzamt in M am z tätig, wo et sowohl © aal - wie G m i 'dcisteue^m btarbrt tete. Von Mainz ging Biß 1901 zur preußisch- chessischen Eifttlbamv'riva.tu g Er mar -uuäkbst itm Jahr bet der irifenoapndueltwn tätig, wurde .bann nach BreSlau verletzt und nach einem weiteren Jabt zum Storflia d des lkisenbalmverkehrsanit'- tn Altena in Westialen b.'sprdert. das er im. t 3a! d leitete. Am 1. Januar 1905 wurde er nach Berlin zurückberufen, um in der Eiscnlxümdirekiion ein tondjfiaei Verkchr^ezrrnat zu übcrnchmcn. Im IMai 1905 wurde Böß zum Regierungsrat et- [nannt und im Herbst dess lben Fabres in bi* Stelle eines Obersinanzrats beim Finanzministenum in Darmstadt berufen. Böß lehnte aber ab, blib in Berlin und wurde am 1. April 1903 zum etats- BÄBifitn Mitglied der Eisenbahndireition befördert. Lier Fahre später wurde er von den Schöneberger Stadtverordneten einstimmig als Stadtrat für das jdamals naugeschafftne Verkehrsdez «nmat gewählt

Am 2. Mm 1912 wurde er zu« Lmdrkämmerer von Berlin gewählt und am 23. Mai in sein Amt em-esührt.

Wettervoraussage für Mittwoch:

Vorwiegend bedeckt, nE toxfcrt, vvuüber- gchend etwas Täter, nördliche Winde.

Das über Frankreich liegende Hoch dehnt sich zwischen zwei Deoves innen etwas nach Norden aus und verursacht vorübergehend wieder kälteres und trockn eres Wetter. Eine neue Depression er* "cheim wieder im Nord westen von Großbritannien.

Veranstaltungen.

Dienstag: Stadttheatcr, 6V2 Uhr,Wo die Lerche singt". Neue Aula, 8 Uhr, Vortrags­abend des Bundes für anthroposvphifckr Hochschnl- arbeit Großer Hörsaal der Uninerfitat, 8 Uhr, Vortragsabend der hessi'Äen Bereinigung für Volkskunde. Lass Leib, 7*/2 Uhr, stvnzert und Vorstellung der Chinnseer. LickLspiLlbaus,Das Mädchen aus der Ackerstvaße", 2 Teil, undBobv auf Reisen". Lichtspiele, Seltersweg,Der Sturz in die Flammen" undDorrits Vergnü­gungsreise'^.

** Bonder La nbesuniverfttät. Ter erste Projektor der Universität HeSelberg, Dr. Kurt Erze, hat den an ihn ergangenen Ruf an untere Landesuniversi.ät a's planmäßiger auxe - ordentlicher Professor und Projektor am ana­tomischen Institut angenommen unter gleichzeitiger Ernennung zum außerplanmäßigen ordentlichen Professor.

* Erledigt ist eine Reallehrerstelle an der Oberrealschule zu Gießen. Die Be­werber müssen Unterricht im Turnen er­teilen können. Bewerbungen sind an bas Landesamt für das Bildungswesen, Abtei­lung für Schulangelegenheiten, zu richten. Meldeschluß: 15. Februar 1921.

** Die Zulassung i m Finanzfach. Wie uns von zuständiger Seite müatteilt wird, lausen heim Landessinanzamt Darmstadt noch zahl- reiche Gesuche um Zulassung zum Vorbereitungs­dienst für die mittleren «-tollen tm Finanzfach ein, die aber eine Berücksichttaung nicht mehr inben können, da der Bedarf an Anwärtern 11 r das Jahr 1921 längst getetft ist. Außerdem hat der Reichsminister der Finanzen bestimmt, daß bet dem starken Angebot von Bewerbern bis aus weiteres Anwärter mit einer die allge­meinen Anforderungen (P t i m a rei f e'» über­steigenden Schulbildung in erster Linie zugelassen werden sollen.

** Die Tochter des hessischen Volksschriststellers Rudolf Oefer, genannt O. Glaubrecht (1807 bis 1859) wurde gestern aus dem hiesigen Friedhöfe still zur letzten Ruhe gebettet. Die wenigsten werden es gewußt haben, daß Fräulein Lina Ccfer die Tochter des Mannes war, dessen Geburtshaus in der Somrm- straße mit einer Gedenktafel geschmückt und nach Dem eine Straße unserer Stadt benannt ist. (Eine ausführliche Biographie des trefflichen Volks dich«- ters aus der Feder von Prof. Dr. 'Roeschen findet sich in dem Sammelwerk Hessische Biographvm Band 1, Heft 3). Die Vevewgle pmr geboren am 6. September 1848 zu Lmdheim tn der Wetternu, weilte mehrere Jahre in England und war bis M ihrem Lebensende trotz körperlicher Schwäche geistig durchaus frisch. Ihre einzige Freude war, wenn junge Leute dyr aus der nig­rischen Literatur vorlasen, da sie selbst nicht mehr lesen konnte. In ihvem Bekanntenkreise wird dir liebenswürdige alte Dame in ehrendem Gedenken weiterleben.

** Aus dem Stadttheater- Bureau. Die heutige Aufführung der Lehar- schen OperetteW 0 d i e L e r ch e s i n g t" ist die letzte für längere Zeit, da eine neueinstu­dierte Operette,Tie Faschingsfee", von Emmerich Kälrnän, dem Komponisten der Csacdasfürstin", bereits am Freitag in Szene geht.

** Oberhessischer Kunstverein. Ite Ausstellung ist morgen, Mittwoch, ointzn: von 11 bis 1 Uhr auch nachmittags tn>n 3 vis 5 Uhr geöffnet. Im Laufe bteler Woche wird noch eine Saphische Kollektion hes beEamtten GiaMkers aniei 'Sbaschaus-KönigSberg ausgestellt.

** Literarische Gesellschaft. Walde­mar B 0 n s e l S, der am nädyflen Dicht' rabend der Literarischen Gesellschaft aus seinen Werken vor­lesen wird, ist durch folgende Werke bekannt ge­worden: «Leben, ich grüße dich" (erschienen 1905, 65 Tau,.),Blut-Erzählung" (1907, 15. Aust), 1910 r Dichtungen, betitelt:fteuer" und ein Jahr später:Ter tiefste Traum^(37 Lust.) In dem­selben Hcrhre erschien die Sch'oßgescbichteWarta- tun" uno im Jahre 1912 der phantasievolle Roman Die Diene Maja und ihre Abenteter". der 210 Austagen erreicht hat. 1913 entstand die Erzählung Das Anjekino". Ein weiteres vielgelesenes Buch schrieb Bonftls 1914, das bis jetzt feine 150. Auf­lage erlebt hat:Himmelsvolk", ein Buch von Blumen, Tieren und Gott. Weiter find noch ans feinen zahlreichen Werken zu nennen:Menschm- w.'ge" (erfrf) 1916/17, 35. Ausl \ eine dramatische DichtungNorby" und eine epische DichtungDon Juan".

-e. Die sehr alten Steinbilder an dem Ki r ch e n p 0 r t a le zu Großen- Linden haben schon sehr vielen Kunstver­ständigen und Laien schwere Gedanken ge­macht. Was bedeuten diese Männer, diese Wagen, diese Pferde und so mannigfaltigen Tiere? Offenbar ist zwisck>cn den Bildern ein Zusammenhang. Man vermutet fast eine Heiligensage, eine Legende. Aber welche? Ein Professor der Marburger Universität, Dr. Mnthcr, hat die Lösung gesunden und wird sie heute Abeno im großen Hörsaal der Landes- universität, im einem Vortrage in der Hess. Vereinigung für Volkskunde, zu dem Jeder­mann freien Zutritt hat, bekannt geben.

** Die Wahlen zum Kaufmanns­gericht fanden gestern statt. Gewählt wur­den Heinrich Friedrich, Karl Mecke, Heinrich PagSS, Heinrich Wahl aus der Zahl der Handlungsgehilfen; aus der Zahl der Kauf­leute: Franz Holterhoff, Jakob Maternus, ?Ü». Noll, Kommerzienrat unb Moritz Strauß. Im Ganzen wurden 261 Stimmen abge­geben. Das Ergebnis der Gcwerdegerichts- wählen ist aus dem Anzeigenteil unsere- heutigen Blattes zu ersehen.

** DaS jt ä 01 i f d e LebenSmttte l- a in t hat eine -Sonderausgabe ton Lebensmitteln vorgesehen Näheres sie Anzeigenteil.

igem itixn, tvami- deutsch-fnanzöfftchen

endgültigen Sitzungen wegen der Aufstelluno

Albend mit Liedern xur Laute gibt, besitzt einen, cndgülügen Sv köstttchen Humor und beherrscht die platcheu^.che I der Listen statt.

stände unmöglich.

** Die Geistliche M usikaufführung, die am Sonntag, den 30. I. Mts, in Irr Stadt- kiöche vom Evang. Arbeiterverein unter Mitwirlu a bewährter mu'ilLiscker ff fi te beton- ftidltct wird, bringt Werke von Boch^ Mozart, DrahmS, Händel, Beethovm. MeNdelslohn urb anderen, so daß für die Besucher der Beranstal- tintg ein genußreicher Abend bcoorfW. Die Aufführung ist allgemein sugäng'ich. (Sirche An­zeige.'

usw. in Paris ansässig gewesener Auslandsdeutscher, in ckllernächster Zeit zur Versteigerung gebracht weiden sollen. ES ist nun eine namentliche Liste derjenigen Betroffenen erschicnen, bereit Eigen­tum tm Februar zur Versteigerung kommen wird. Tie hiesige Ortsgruppe der 9IuS.ä b£cut"d>en ist im Beffi- ditfer Liste und gt'U allen Fvankreirl> TeutsdMt, die bereits davon unterri htel sind, tub sich chr Eigentum in den Magasrns GSnSvaux be­findet, schnftlich. unter Bttügmrn von Rückporto, Auskunft, ob ihr Name am der Liike steift, damü fie, falls es noch nicht geschehen, foteirt Antrag stellen können am 'Herausgabe der persönlichen E - fekten, Gegenstfinde von «tingem Wert, Fami- (icranbenfeit uftv., gemäß des deutslch-f'anzöffXüen Abkommens vvm 6. Februar 1920. Anträge mfl - len durch den Brnäd der Ausl>atbibeutidten gehen unter Benutzung der ba'ür borg b uckten Formu­lare, die in der Geschä.tSstelle dec Ortsgruppe Gießen, Ludwigsffa^e '4, cbmiallS schriftlich, unter Beifügung von Rücüwrto. a izuwrdern >t b. Ohne diese Formulare ist eine Rückerlangung ter Gegen-

*Tie Gefährdung des beuti then Geisteslebens durch bad Iuden tu m". lieber dieses Thema sprach am Sonntag den 23. Ja- nuar m einer öiteatid.en Bei ammlung tn.s Teutfchvölktschen Schutz- und Trutz­bundes Prioatdvzent Dr. Rüge aus Heidel­berg. Zu Anfang feines Vortrages ging der Redner kurz auf die Entziehung feinet venia letzmdi ein, die auf eine An^ig. des LberrateS der Israeliten einer Zeit erfolgt sei, weil er gegen die Zu­sammensetzung des bekannten Parlamentärtschm Untersuchunasausschu.ses Verwah ung eingelegt halte. Er stellte dann die Dehauprung aus, nicht die rabitalen Elemente hätten uns in den Abgrund geführt, sondern unsereführenden" Kreise, die nicht geführt hätten. Nicht nur die politischen, auch die geistigen Führer hätten versagt. Die Zeit der Fühterlosigkeit habe angefangen mit der Ent­lassung des Fürsten Bismarck, als neben dem Byiantinertum auch das Judentum maßgebend geworden wäre. Tiefes System, das nur von mate­rialistischen Rücksichten bestimmt würde,'se ge brodln werden. An die Spitze seiner weiteren Ausführungen stellte der Redner die Behauptung, drei Krankheiten hätten das deutsche Volk in den letzten Iahrrehntk-n befallen: erstens der Intellektualismus, und damit die Er­höhung bet Verstandestätigkeit. Durch den Willen, immer ten Skrftanb sp echen zu las en, fei die Ra - buliflif zu ungeahnter Bedeutung gekommen: iner am besten disputieren könne, sei heutzutage oben. Tie besten Rabulisten aber snen die Juden, die damit über ein? falsche Weltanschauung zu Führern deS deutschen Volkes geworden wären. Daneben habe uns der Individualismus befallen, der alles, was dem Einzelnen in den Weg trete, als Hindernis ans?h?, das beseitigt werden müsse. Als die dritte Krankhnt sieht Rugc den M a t e r t a l i s m u s an. die We'tanschauung, die dem Menschen etnrebe, es gäbe nichts anderes, als ivas wir fühlen, fassen, greifen können. Diese drei Krankheiten, die durch das Judentum hervor- gerufen worden seien, gelte es zu bekämpfen. Das Ziel der völkischen Bewegung laute: Uns treibt nicht ErobeTUngssucht. wir wollen den Platz bewahren, auf den wir gestellt sind! Ten mit großem Temperament vo g tragenen Aussüh- rungtn des Redners folgte lebhafter Beifall. In der Aussprache trat Herr G i l e t s ch k i der- chiedenen Behauptungen Ruges entgegen, worauf der Redner in seinem Schlußwort näher einging. Mit der Mahnung: Hasse das Arge, hange dem Guten an! fand die Versammlung ihr Ende.

** Der 2. Vor trag des Bunde- für Anthroposophische Hochschularbett, Ortsgruppe Gießen, behandelte das T ema: tllrwis 1 enfck>äsl und Anth r 0 po 1 0 ph 1 e Tie Rednerin, Frl. Tr. Vreede führte etwa folgendes -aus: Tic heutige Naturwiffenschast zer­splittert in Spez anstcn.um, dessen Erfolge (eme> wogs bestritten werden sollen, das aber wefentlich dazu beiträgt, die Wissenschaft dem Leben zu ent­fremden. sSie ist zudem bet ihrer vorherrfclxmd mathematischen Einstellung stark einseitig aui das Quantitative gerichtet Sie vernackfäffigt den Mew- chen als Ganzes und bringt sich dadurch vrelficki um ihre soziale Auswirkung. Dagegen will die Anthrovofnph.e oder GetsteSwiffenschaft den gan­zen Menschen einbezidhen, sie toill ihn über die Grenzen der Wisfensckvtt hinaus zu höherer Er­kenntnis führen. "Dabei benützt sie natürlich den ErkeimtniSinhalt und das Tat-Lchcnmrle.ial dw txmtiflen Wissenschaft. Sie ändert nur bieTZe- th 0 de. Ihre Anfänge liegen bei Goethe (Meta> morpbeseniden, Farbenlehre). Sie ist auf das Quantitative gerichtet, derSeinsgcchalt"soll erlebt werden. Schilluna ist nötig urtb möglich: Konzentration, Meditation. 3 Stufen des Er­lebens, um diesen 2lusdruck hier zu gebrauchen, werden unterschieden: 1. Imagination, bas- Aut- treten objektiver MDer, die tt3ec b.it Setn-gsffa.'t anssagen. 2. Jttspivaiion, das B.'wus^re den d.S Zusammenhangs der Dinge. 3 Intuition, das sömlich-übersi^rnlldre Sck«men, bet dem die Er- lebniSiichalte iit Begriff- ormen umgefLtzt nerlen. Der heutige Bort.ag über die Relativitäts- chrorte dürfte der Rednerin Gelegenheit bieten, ihre gestrigen Ausführungen weiter zu entwickeln urch zu begründen.

** De utsche Wohnungseinrichtun­gen in Paris. Ende des vergangenen Jah.eS ging durch die deutsche Presse die Nachricht, Cafe alle nach den Magastns GSnLraur FraneaiS. 236 tue Gkampienet, Paris, verbrachten Möbel

** Tie Vereinigte K om munistische Parier Deutschlands (Ortög rppe Giesen) hält Mittwoch abend um 8 Uhr eine öffentliche Volksversammlung ab. Der hesiiche Künsster und Schriftsteller D. T. G r e i n e r. JuAenkx im wird sprechen überEvanlgelium und Sozialismus". Der Vortrag findet mit Lichtbildern statt (Stelze Anzeige.)

** Krießerverein. Heute abend spricht im Kriegerverem der 1. Vorsitzende IkLibgeridM:- rat Trümpert überDer Frieden von Veriatl»es". Der Vortraa ist so wichtig, datz ein vollzählige- Erscheinen der Mügltecer mit ihr« Angehörigen ganz am Matze ist.

**" Niels S ö tu (en, bet am Sorin tag. den 30. Janirat, im Großksetzog von Hessen einen

Sprache so sicher, daß auch seine drastischen Bor- träge zündend ein schlag en.

Landkreis Gikhkn.

* 21 ( e n b 0 t f a. d. Lahn, 21. Jan. Unsere Gemeinde hat zur Zett 813 EHrwohner. In 1920 sind geboren 22 Kinder 11 Knaben und 11 Mct (ten; gestorben sind 9 Personen: getraut 9Paare. Der hiesige Genteinderat bewilligte dem 'Nach- Wächter Johs. Luh V. anläßtuü ietne» 31. TieM- jahreS und treu «leisteten Dienste en Ehren­geschenk von 200 Mark.

x Großen-Buseck, 24 Jan. Arn8. Ja­nuar 1920 wurde eine ältere Frau aus Ovven- rod, Kreis G:eßen, auf ihvem Heimweg tn>n Großen-Buseck nach Ovvenrod am h?llen Mittag von einem jungen Burfchm vergewaltigt und beraubt. Dieser Tage ist eS nun endlich bat Gendarmeriebeamten der Station ReiSkirchn, Wachtmeister Glaub und Schade gelungen, den Täter in der Person des jetzt 17 Jahre alten Heinrich Harbach zu ermitteln und ihn nach lieber- fühnmg von Beweisgegenstfinden, des bei ihm vorgefundenen, bei Ausführung der Tak geraubten Portenumnaies, der Staatsanwaltschaft zur Ab­urteilung zuzuiudren.

Wies eck, 23 Jan Dem Mämierauartett H a r m 0 n i ist es gehmgen, einen in jeher Be ziehung genußreichen Abend im Braun schm Saal zu veranstalten Schon die Auswahl der Stüde bürgte fttsr vollen Ersolg unb jeder Musikver ständige mußte die Technik des Vortrags bewun­dern. Dirigent Mank leitete da- Konzert in trefflichster Weift, die Begleitung cmi Klavier lag tn den bewährten Händen von Herrn Gutjahr aus Gießen. Das Orchester, das seine Ausgabe in vollendeter Weift löste, bestand auS btntg.it, Gft ßener unb Fvankfurter Künstlern. Ten Mittet und Glanzpunkt de- Abends bildete fihnrmcttnr tuose Kümmel aus Darmstadt, dessen Sohn mit feinnn Verständnis das Cello am Harrnvnrmn er setzte. Das Programm zerfiel in drei Teile, in welchen Mannerchor, Crdxrter unb (Somd-*äolo ab wechselten. Em schönes Zusammenspiel zeigtm Mannerchor und Orchester tm Bikkringer Marsch von Thomas Koschat imdtin dem bekannten/Walzer - lieb van I. StraußAn der schön«, blauen Donau". Tie im Ton des Volksliedes gehaltenen vier Mätmerd'öre sanden bet tadelloser Darbie­tung ungeteilten Beifall. Variationen über ein Thema von Nkvzart und Melodien aus Purcmis OperLa Boheme" waren ton fTammervirtuofen .Kümmel für Corni-t-Solo und Orchester umgearbei tet amb wurden, toi? die beDm feurignL ungarifdin Lieder meisterhaft zu Gehör g-bracht. Der Künstler mußte sicht zu einer Zugabe des Voll-lftdchens Guten Äbatd, gute Nackit" verstehen. Den Schluß bildeten ^.ivet Stücke des Cttfer,er4, das sich be­sonders in der Ouvertüre zur OverTituS" von Mozart auf der Höhe zeigte. Das Haus nm völlig ausvetckauft.

Kreis Lauterbach.

Wallenrod, 24. Jan Auch in unserer Gemeitche fand am 16. Januar eine Gedenk­feier an den 18. Januar 1871 statt An dem Gottesdienste beteiligte sich geschossen bet fftfeger- verein. Am Abend hielt der 5ri:gerherein im 8er- etnslokal noch eine Feier und seine General­versammlung ab.

KreiS Schotten.

S Lau b a ck, 23. Jan. Der befrmtte Orgel- c A W i e 0 e r auS Halle a. d. S. wttd $ier in Gcmern schäft mit der beliebten O vo i c"-i en schicke rin Elft Vebarg aus Hannover am 3. Februvar konzertieren Der Künstler, der sich auch durch ve-schaedene bedeutende Komrv oroit einen Namen gemacht bat, ist ein früherer Schüler untere- Gv- mnasiumS.

Kreis Friedberg.

Im Kampfe mit Einbrechern.

Q Butzbach, 32. Jan. gn dem Ult» weit der Grenze auf preußischem Ge­biet gelegenen TaunuSwolddorfe E s p a kam es gestern zu einem Zusammenstoß zwischen Schutzpolizei und zwei unter dem Verdacht schwerer Einbrüche stehender Einwohner, der Gebrüder Albert unb Karl Haßler Haupt­mann Kröyl von der hiesigen Sicherheits­polizei kam mit verschiedenen Beamten tm Auto in Espa an. Die Tür der Behausung wurde auf Befehl des Hauptmanns ahrt ge­öffnet. Die Gevrüder Haßler verriegelten hin­ter ihm aber gleich bte Tür und gingen mit Hammer unb Messer auf den Hauptmann zu, der den Albert Haßler in Notwehr durch einen Kopfschuß ntoderffreckte. Auch Karl Haßler wäre feinem Schicksal nicht entgangen, roettn im Augenblick, als Hauptmann Kröhl, gegen fibn den Schuß richtete, nicht gerade die außen stehenden Leute die Tür eingeschlagen! hätten. DaS Ufinger Gericht war baL zur Stelle. Man fand in der Behausung der Gebrüder Haßler gestohlene Gegenstände, auf Grund derer ihnen eine Reihe von ferne­ren Einbrüchen zur Last gelegt werden muß, so im Ziegenberger Schloß, auf Forschaus Winterstein, in Kröffelbach, in Kahl im Spes­sart. Karl Haßler wurde sofort nach hier in Untersuchungshaft gebracht. Hauptmann Kröh l war früher Schutzmann in Bad-Nau­heim, Kriminalbeamter in Darmstadt und nährend des Kriege- Feldwebelleutnant beim Landwehrregiment 116, wo er sich als furchtloser, pflichttreuer Soldat auSzeitv- nete unb sich all Vorgesetzter großer Beliebt» beit erfreute.

Hefsen-Nnsfau.

[ ) Marburg, 23. Jan. Eine gestern hier abgehaltene, stark besuchte Vertrauens männer-Versammluna des H e s s i s ch. Bau ernvereins beschäftigte sich tn vierstündi­gen Verhandlungen mit den bevorstehenden Kreistags-, Koinmunal-LandtagS- und Preu- ßenwahlen. Bezüglich der Kreistagswahlen be­schloß inan gemeinsame Listenaufstellung mit sämtlichen bürgerlichen Parteien, für den Kommunal-Lanvtag wurde der zweite Bor­sitzende des Hessischen Bauernvereins für den Kreis Marburg, Landwirt Mink-WolfSbau- fen, als Kandidat bestimmt. WaS die Btcuwei*- wohl anbelangt, so soll von einer eigenen Bau^ ernliste abgesehen werden, wenn die auf den Liston der rechtsstehenden Parteien an bevor­zugter Stelle strittig gemachten Plätze für die von den Landwirten vorgefchlagenen Namen bereit gestellt werden. In den ersten Tagen dieser "Dockte linden hier und tn Gieße n die