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Donnerstag, 24. November 192t

M- Jahrgang

Erster Blatt

Nr. 2(6

GietzeimAiMger

worden ist, und daß sie versuchen, au« ihrer

MehrheitSsoziallsten In dieser Hinsicht schwan

gen 6ihung in der die -Ri

Lüftungen zu Lande besprochen wurden.

abbungige Abarc erftatter mit, oal

.f) nach den an Ort und ©teile

,nd zu weisen kl datz

Wühlereien (i n t « r a b t

Bayern dringend zu warnen.

er «r

Ivashington 24. Rov. ) Der

italienische Dertreter Schan » erhri in bei- gefld- der Delegierten der fünf Großmächte,

Hungerstreik in W ttenburg anzuhören. Der un< rordnete Dv<1 teilte als Bettcht-

3n einem Leitartikel schreibt derMan­chester Guardian": Wenn Deutschland ent­waffnet und bankerott. Immer noch ein Alb­druck sei, so sei es dies wohl deshalb, well Frankreich es nicht verstanden hat. und auch nicht einmal versuchte, die mora­lische Abrüstung zustande zu brin­gen, die eS wünschte und die Deutschland, wenn verhandelt würde, nur zu gern bereit wäre, zu gewähren.

lost», durch die 'Polt MK. 6-50 etn**L Bestei­get-. auch bei Klchterjchei- nri einzelner Nummern infolge Häher er Gewalt. Aerntprech - Anschlüsse: ferbieSAnhleituim 112; fflr Druckerei. Verlag »nd chechaffftelle 51. »nichrist für Drahtnach- richter. Sitzelger Kietze», peitsche at»,t«:

grenflurt a. DI. 11666.

kend und unzuverlässig bleiben, wird kaum ein aedeihlicheS Zusammenarbeiten mit ihnen für bürgerliche Paneien möglich sein.

Der (>iittfl**rftrrif bet politischen (0 fangenen.

Berlin. 24. Aov. Wie die Blätter md< den. verweigern in Lichtendurg di« RahrungS- ausnahme nur noch 4. Im Fort Tinna bei Tor­gau 2, in Torgau feldst 8 Gefangene. Ds befin­den sich also nur noch 14 Gefangene von den ursprünglich 128 im Hungerstreik. Lebensgefahr ist bei keinem vorhanden. 3n Rangard ist der

Die Wiebcrbeseyunq EliclenS burd) bte Türken.

Konstantinopel. 23. Aov. (WTB.) Die Vorbereitung zur Wiederbeseyung ElllcienS durch die Türken werden fortgesetzt. Die Regierung von Angora hat die hauptsächlichsten Beamten und ein Kon­tingent Gendarmerie bereitgestellt die die so­fortige Uebernahme des Verwaltungsdien­stes und des Polizeidienstes ermöglichen sol­len. Die türkische und die französische Kommis­sion, die die Ausführung der Bestimmungen des französisch-türkischen Vertrages über­wachen soll, werden am 26. Dovember zusam­mentreten.

Brit.sch'lürkische Verhandlungen k

London. 23. Aov (Dolfs, .Daily Er- preß" meldet aus Konstantinopel Turkil-Ye omt- lichr Kreise erklären, datz die Pforte eine Mit­teilung erhalten habe, nach der die dritilche Re­gierung Friedensvorschtäg« auSard it«. die sowohl der türkischen als auch der griechischen Regierung nach der Dashingtoner Konferenz unterbreitet werden sollen. Man tst der Ansich-, dal G>le­chen land bereit sein würde, die Enos-Mlbra- Linie als führende griechisch-türkische Grenze tn Europa und eine autonome Regierung für Dmyr- na mit einem griechischen Gouveimeur onzunebrnen Die Pforte sei der 2lnsichi. datz solche Vorschläge von der Türkei erörtert werden könnten, g eübt jedoch nicht, datz die türkischen Rasionaliiten von 2lngora sich diesen Defchlülsen anschlletzen würden.

Vertrag zwischen (England unb Äfghaniftan.

London. 24. Rov. (DTB) Rirter meldet aus Delbi In K a b u l tnurve ein z fr edenst llen- der engl.sch-afghanistanischerDeNrag unterzetchnet.

Der Otetze-er leid« erscheint täglich, nutz' Sonn, und Jeiertao'i. Monatlich« »etia-prese: Tlh 5^0 einscht. Träcer-

ungemüllichen Lage herauszukommen, indem sie die erste Gelegenheit zum AuStrin aus der Regierung benutzen. Es zeigt sich hierin wie- der der oft erlebte Manael an wirklichem Der- antwortlchkietsgefühl Cer Mehrheitssozia­listen, die zwar eifrig mit allen Mitteln nach der Macht ftreben, um als ausschlaggebende Regierungspartei ihre polittschen Ziele zu fördern, aber sofort zurückschrecken, wenn

Mit Briand werden an Bord der .Pari»* gletchAeltia Barthelot und der fiü'rcr der mill- tärilchcn Sachverständigen. Biat lowie der Iran- zbsische Vachverständ g- Eh y son nach Frankreich zurüak h en Die Zlottenlack)verstände > wurden unter Leitung von General d c Bon In Was­hington bleiben, da die Frage der Abrüstung zur De« noch nicht geregelt sei.

Reuy 0 rk. 23. Roo (DTB i Funkfpruch Die .Reuyvrk Dorld" au» Dasdington meldet, erklärte Drrand. bte von England norge- schlagrne Be'chr^nkung der llnterfeebovis- flotten lei lür Frankreich unannehmbar. Briand stellte ferner in Abrede, datz er lür Fi ank- reich die gleiche Zlottenstärke verlangte, wie ste Japan wünsch«.

(frine Forderung Italiens.

Lärmsttzunqen des Preuhischen Landtags.

Berlin. 23. November.

Im preußischen Landtage stehl noch immer die Obstruktion der Kommunisten in voller Blüte. Mit allen Mitteln versuchen Ile die Be-

Ein Beschlnh bes französischen Hnnbeiskarnm«'rtngeS.

Paris. 23 R01. (DTB I Dm f r n n z Ö s i » scheHandelskammertag, b?r feit Corn'tag in Pari- oedammelt i t, hat in einer Snt'chlie- tzung (ich auch mit der F nanzlage Deut'ch'ands bttchäfttgi und -um Ausdruck xe richt, bah F ank- reich die strikte AuNichrung deS F- eben Ire.t ag4 von Derfaille» angesichts der Finansia lei Frank­reichs verlangen müsse. Man se sofort die Kontrolle über ble Steuern und bte Sisenbahntarife fordern, tt* stets In Do'd- dollars ober nach einem Kurse berechnt werden mühten, der dem In Frankreich, England unb Italien gleichkomme.

Rückgang brr französischen Valuta.

Bern, 23 Rvv. (DTB.) In dem Baseler Börsenbericht der /national,tg h itzt eSi Die Red« Briand» erhielt am DienStai eine lehr beredte Antwort in dem starken Rückgang der französischen Valuta, der einen ganzen Punkt beträgt

Mnndpmr 000 Sn;eiye» für bte laqrtneminer bie zum Tlachm nag porljer olnr jebt DrrbtnM'Ahftt Stets ter 1 mm höbe für nzeigen 0 34 mm Breite önl>ch 55 Dl. auswart» 65 Df.; für Keblam,. Anzeige" von 70 mm Breit,'»50Pt Bet Play» »od*nh 20 . Auf chlag. Hauplschristleiiet Aug. iboetz BerantwoNlich für Dolltib: ?lug. Aoeq; für den übrigen Iril: Karl Walther; tür bee Anzeigemeil nans Beck, sämtlich in Lietzen.

die grundsätzliche Bedeutung dieser Ange­legenbeil hervor, die ihr weil über ble Grenze Bayern hinau» »ulomme Er erHärte in Feststel­lung deS Tatbestandes. bah ber Brschluh des Untersuchungsausschüsse«, eine Besichtigung ber Anstalt Riederschönenfeld vvrzunehmen. in Ab­wesenheit und ohne Stellungnahme ber ReichS- tegierung gefaßt worden fei. unb zwar mit Stim­menmehrheit. Dem bayerischen Gesandten gegen­über habe der R e i ch S j u st i jm i n i ft e r er-ISrt. bah er burch* diesen Beschluß überrascht wor­den sei, unb gleichzeitig hab« er die poli­tischen Bedenken hervorgehoden! In Doll­zug deS Beschlusses werde nun das ReichSfustizministerium an die bayerische Re­gierung herantreten; bis dahin müsse sich die bayerische Regierung ihr« Stellungnahme zu den aufgeworfenen Roch «fragen Vorbehalten. Soll:e in biCer Rich ung eine Einigung über eimat^e MeinungSverschiedencheifen zwischen ber baneri- schön Regierung und der ReichZregierung nicht zu erzielen sein, so hätte derStaatSgericht«- h 0 s zu entscheiden. Solang« hätte auf alle Fälle jede Llnter uchungSlätigkeil d«S Untersuchungs­ausschusses in Bayern zu unterbleiben. In vv- lili'cher Beziehung, so erflärtc ber Ministerprast- dent, müsse der Beschluß mit Recht von neuem ein« ti«fe Beunruhigung in Bayern Hervorrufen, und zwar umsomehr, als die Be­sorgnis nicht von der Hand zu wellen sei. datz er den gegenwärtigen IDuhlereten linksradi­kaler Elemente im ganzen Reiche Dorschub leisten werd«. Sr habe daher auch schon am Tage vor dem gestrigen Beschluß des Unter- suchungsausfchustes die bayerische Gesandtschaft in Berlin vorsorglich gebeten, sowohl den Reichs­kanzler wie den ReichS;ustizminister im Auftrage der bayerischen Regierung vor einer Ausdehnung der Tätigkeit des UntersuchungSausfchu 'eS auf

Hungerstreik ganz auf gegeben worden.

Klein (Generalstreik in Mitleid» ntschiaud.

Berlln. 24. Rov. Rach einer Meldung ber .Freiheit" aus Halle hol da« dortig« Dc- werkschaftStartell beschlossen, datz eine Deneralstrellparol«, die nur Me Herausgabe der politischen Gefangenen fordert, nicht Zugkräftig iienug ifl, um die breiten Massen zur Rieoeriegung )er Arbeit zu gewinnen.

(kin BrtriebSrätekongreß.

Berlin, 24. Rvv. Di« Drvtzberliner Betriebsräte stnd gestern aus Deranlassung der in Berlin weilenden Betriebsdelegalionen aus dem Reich zufammengekommen. Sin B-rfuch der Kommunisten, dl« Berliner Arbeiterfchaft für ein« Aktion zu gewinnen, schlug fehl. Es wurde eine Refrlulion angenommen, nach der ber Allgemeine Deutsche GewerkschaftSbund unb di« 2Da aufgefor­dert werden, innerhalb von 14 Tagen einen all­gemeinen BetriedSrütekongretz nach öerlin einzuberufen. D se K ngretz soll ''sich u a befassen mit der Erreichung einer Am­nestie für ble politischen Gefangenen, der Du ch- führung der Forderungen be« Allgemeinen De st­ich m DewerkschaftSvunb:» zum St -ue prcgranun unb der Sicherstellung der Bvll««mährung durch die Erfasfu'g der Lebensrnittel durch die Or­ganisationen der Gewerkschaften, der Betriebsräte usw. Denn ber DewerkschrftSbund In 14 Tagen keinen Kongretz einberufen sollte, so werden die in Berlin versammelten Betriebsräte selbst einen Aufruf zu dem Kongretz erlassen.

NeueBeunruhigung in Bayern.

München , 23. Rov (Dolfs) DevS t aa t «- hauShaltS-Ausschuß b e 6 bayrischen Landtage« beschäftigte sich mit dem D.sch'.uh des Untersuchungsausschüsse« des ReichSlaae«, eine Kontrolle ber F stung-straf anstatt Riederschönenfeld vor­zunehmen.

Der Dorsihende Held betonte, e8 handle sich um einen Konflikt zwischm der Aufsassurg des ReichstagSauSschusses unb der deS baye i'chen Landtag?-. Er bedauere das Dorgeben des R.ichr- tag saus schuss es au^-ervrdentlich. umsomehr, da die Herren wissen mutzten, dah die bayerische DolkS- Vertretung sich nicht ohne weitere« einen Einbruch tn die bayerische Strafrechtspflege gefallen lassen würde.

Ministerpräsident Graf Lerchenfeld hob

g?brülU unter den Links radikalen stimmte das Haus dem Dorschlag deS AeltestenrateS zu und bann ging es an bte Deiterderatung Abschnitt für 2wschnitt und bei jedem Abschnitt wurden kommunistische Abändcrungsanträge unb nament­liche Abstimmung eingebracht. So schleppten sie die Beratungen hin. Der Bogen war überspannt. Selbst ber Präsident gab es auf. auf persönlich« Airzapfungen schlimmster Art zu reagieren. End­lich kam man zu dem berühmten § 59. dem .HauSknechtsparagraphen" unb jetzt war der Re- berfül kein End« mehr abzusehen. Hatte man doch hier bei diesem Paragraphen, der das Hauptstück der neuen Ordnung bildet und dem Präsidenten die Macht gibt,>georbnete auSzuschltesten, die Redezenit für unbegrenzt erklärt. Erst Herr Lich­tenstein und dann Herr Katz gaben Trommelfeuer auf der ganzen Linie auf daS Haus ab. Dann wurden einstweilen die Beratungen abge­brochen. um die neuesten Feststellungen über den

vorgenommenrn E h hingen ble Behanblung ber Gefangenen im allgemeinen gut sei. Der Eindruck ber Gefangenen sei ein benfbar günstiger gewesen Die Gefangenen bitten den Landtag, das Rach- prüfungSverfahren zu beschleunigen oder eine Am­nestie zu erlas len. Sine Besprechung des Aus- schustberichtS wird abgelebnt Sodann wird in der Besprechung des § 59 der neuen Geschäftsordnung fvrtgefahren Der deutschnationale Abgeordnete Rlppel rechnet mit den Kommunisten scharf ab und zieht sich dabei viele Zwlsch.-nruf« der Kom­munisten zu Herrn Katz gibt er den Rat, sich in ärztlich« Behandlung zu geben. Der demokrati­sche Abgeordnete Rufchkv nennt das, waS die Kommunlsten oorgetrag n haben, bl: Sprache ber Kosch-mme Schl e'-llch wird die AuSsprach: über den § 59 geschlossen. Rian schreitet zu denStoff Im- fnungeni § 6 wird mit 223, § 9 mit 273 Stimmen angenommen. Mit Rein stimmt niemand Die weiteren Abstimmungen erfolgen unter unge­heurem Lärm ber Kommunisten. Ilm 10 Uhr abends bauert ble Sitzung noch an.

Sicherheiten bezüglich ber Hallung Zugo-Slawlens »verlangt.

Englische Stimmen der Vernunft

Lonbon. 24 Rov. (DTB.s In ber Denk­schrift bes Sonderiuslchu ses bei Bunbes ber britischen Inbustrlellen heiht es über die Dehandluna ber beutschen Repara­tion «f ra g e. datz ber R>>pa all nJrla 1 b seiner g egenwärtigen Gestalt unburchfuhr- b a r sei unb datz jeder Bettuch ihn getnaltfam durchzuführen. zum Z, s rrnmenbruch D ut ch'anb« führen müsse. Auf ble jey'.ge IDelk roerbt es schwiettg (ein, irgenbeine Entlchidlgung von Deutschianb zu erlangen.

London. 23. Rod. (WTD.) Der Son­derberichterstatter deSManchesker Gu­ardian" auf der Washingtoner Konferenz schreibt, die Rede B r i a n d S sei eine Auf­reizung aller Rachbarn Frankreich«, ihre Rüstungen so schnell tote möglich zu vermeh­ren. Die Rede sei eingegeben von dem alten

Die Washingtoner Konferenz.

Das hing ton, 23. Rov. (Hava«.) Der Sonderberichterstatter der Havasagentur melbet: Die Delegationen der fünf Gcotzmäcy.e haben heute vormittag die Frage der Abrüstung zu Lande einer Prüfung untrrzogen. Dabei zeigte sich daS D.streben, eine Auä'prachr über ble Ein­zelheiten zu beginnen. Brlanb sprach sich ent­schieden dagegen aus unb erklärte, bah Frankreich wegen ber unbestreitbarer Gef ihren, bie es be­drohten, sein H.er nicht vermindern könne unb hast eine Einschränkung der Rüstunaen unmöglich sei mangels einer rvn t«n anderen Mächten geleisteten Bürgschaft für seine Sicherheit. Die Frage wurde schlietzlich einer Rechtskommission, die au« den Führern der Delegationen der Grvhmächte be­steht, überwiesen, welche einen Bericht verfassen soll.

Die Delegationen der fünf Drvtzmächte haben ferner beschlossen, drei ilnterfommlfflonen zu ernennen, bie die besonderen Punkte zu prüfen haben bezüglich der Kontrolle ber neuen KriegSmethoden. Dl: erste Un'erkornmisiion soll sich mit der Luf:schiffahrt befiffen, die zweite mit den Gasen und Gasgeschossen. Die britte Unter(ornmllfIon soll auf Antrag Root ble zu schaffenden Mittel prüfen, um bie Grunbsätze deS Döllerrechts. bte auf den Krieg anzuwenden seien, aufzustellen.

Di: RechtSkommission soll heute nachmittag nach Bändigung der Schung der ÄtmunJ Ion für den fernen Osten zusammen treten.

Das ^lottrnproqrnmm Frankreichs.

Pari«. 23. Rov. (DTB.) Rach einer Ha- vasmcldung au« Wasitington ist da« F l 0 t te n- programmm. das von Frankreich ver­treten werden soll, von den Blättern wieolgt gekennzeichnet: Frankreich verlange bie gleiche Tonnage an groben mobemen Einheiten wie Japan, nämlich 3X COO Tonnen unb eben s v viele ^1-Dovtc wie Englanb. Au« ben eingezogenen Erkundigungen gehe hervor, dah die französische Delegation lich bemühen werd«, die Annahme des französischen Programms von 1912 als Grundlage für bie Einschränkung ber französischen Flotte zu erreichen. DieleS Pro- gramm hätte leine Derwirkllchung gefunden, wenn der Krieg nicht eingetreten wäre. Die französische Regievang werde zum allermindesten verlangen, datz die Flottenstärke Frankreichs auf der Grund­lage von 1914 beziffert werd«. Hinsichtlich der grohen modernen Einheiten sei Frankreich zu ernstlichen Konzessionen im Sinne de« Hughes- schen Planes bereit denn fein Dunfch richte sich vor allem auf eine Defensiv flotte. Es werde in­folgedessen freie Hand verlangen, bie Tonnage, bie ihm zugestand«» werde, auch In U-Booten unb leichten Kreuzern anzulegen.

Dor neuen Unruhen? ;

Die hätzlicden Auftritte, die sich am letzten I Sonnabend gleichzeitig tm Reichstag und preutzischen Landtag abgespielt haben, unb die 1 Hetzreden, die dort gehalten worden sind, < müssen leider al« ein Bersuch aufgefaht wer- ! den, abermals die rabtla en Arbei.erclemente In eine Stimmung zu versetzen, in der sie leicht ?u Unkluaheiten und Unbesonnenheiten ver- 1 eitet werden können. Datz sich Unabhängige und Kommunisten zu diesem Tun zusammen- gefunden haben und ganz systematisch vor» ' gehen, auch in den grohen Bettieden schüren und wühlen, lätzt auf bestimmte Absichten schlietzen. Die Frucht dieser Arbeit ze^gt sich 'auch in der Plünderung von Läden mit Le­bensmitteln. Schuhwaren und anderen Gegen­ständen de« tägllchen Bedarfs in verschiedenen Teilen Berlin«, wo die leicht erregbaren und radikal gesinnten Arbeiter bestimmter Grotz- betriebe dicht beieinander wohnen. Diese Plünderungen und die offenbar planvolle Auspeitschung der Arbeiter, die wohl auch mit ber Anwesenheit bolschewistischer Sendlinge au« Moskau In Deutschland zusammenhängt, verfolgt zunächst bas Ziel, die MehrheitS- fozlalisten in der Regierung einzuschüchtern und ihnen von neuem Angst zu machen In der Richtung, datz die leicht beeinflußten Arbeiter­scharen wieder mehr nach links abwandern könnten, wenn ihren Forderungen nicht nach- aegeben werde Dor allen Dingen mutzte dazu der Hungerstreik Im Gefängnis zu Lichtenburg bei Torgau herhalten, während gleichzeitig die städtischen Angestellten und Arbeiter Grotz- DerlinS zu Forderungen aufaestachelt werden, die bei der Finanzlage der deutschen ReichS- hauptstadt ungefähr ebenso unerfüllbar sind, wie die Forderungen deS Ultimatum« durch das Deutsche Reich. Die Gefahr eines Gene­ralstreiks der städtischen Arbeiter unb Ange­stellten In Berlin mit seinen unabsehbaren po­litischen und wirtschaftlichen Folgen Ist aber­mals In bedrohliche Rähe gerückt.

Da« alle« hat die Mehrheitssozialisten deranlatzt. In einem Aufruf die Parteigenossen GrvtzberllnS zur Ruhe zu ermahnen und ganz zutreffend darzulegen, was für eine Bewandt­nis eS z. B mit dem Hungerstreik In Lichten­burg hat. Ebenso zutreffend wird in dem Aufruf daraus hlngewiesen, datzbureß ble Plünderung von Läden das Elend nicht ge­mildert werden kann, sondern datz sie nur ge­eignet sind, den Wirrwarr auf dem Lebens­mittelmarkt noch zu vergrötzern, dem berufs­mäßigen Verbrechertum willkommene »Ar­beitsgelegenheit" zu geben und ehrliche, irre­geleitete Arbeiter In namenloses Unglück zu stürzen." Da« ist vollkommen richtig. 3m Ge­fängnis zu Llchtenbckrg sitzen Sttafgefangene, die zu längeren Freiheitsstrafen wegen ihrer Beteiligung an dem Aufstand In Mittel­deutschland verurteilt worden sind: zum Teil sind e« schwere Derbrecher, Brandstifter, Räu­ber unb Erpresser, wie Max Hölz, zum an­dern Teil aber befinden sich wirklich irrege­leitete Arbeiter darunter, bte bafür büßen müssen, daß sie sich von verbrecherischen Füh­rern Haden betören lassen. Insofern ist dringend zu hoffen unb zu wünschen, baß ber Aufruf be« .,Vorwärts" unb ber MehrheitS- fozialisten seine Wirkung nicht verfehlt.

Leider aber liegt die Befürchtung nahe, baß baS Doch der Fall sein wird, da der Auf- ruf wieder Stellen enthält, bte erkennen lassen, datz die Rechnung ber Unabhängigen unb Kommunisten auf ble Angst ber Mehrheits- Sozialisten vor dem Derlust von Partei- mitgliebem nicht ganz unrichtig ist. Dah n ge­hört z. B. ble Versicherung, baß zur Vekämp- sung bes allgemeinen Elends unb ber Teue­rung an erster Stelle bie Erfassung ber Sach­werte durch das Reich steht. Ferner wird In einem unmittelbar neben dem Aufruf stehen­den Leitaufsatz des »Vorwärts" ausgeführt, wenn die Unabhängigen ben Rücktritt beS mehrhesisfozia'lstls. en Reich just zmir.isterS Rabbruch wollten, so könnten fie ihn haben, unb wenn sie ben Sturz ber Regierung wirk­lich wollten, könnten sie Ihn auch haben. »Die Svzlalbemokratische Partei", so heißt eS wei­ter, »wirb sich baS auf bie Dauer nicht ge­fallen lassen, baß sie im Einverständnis mit den Unabhängigen alles tut, um als Re^e- rungspartei Arbeilerlnteressen zu vertteten. unb bafür Tiraben über ihren »Arbeiterver­rat" an ben Kopf geworfen bekommt. Sie ist gerne bereit, weiter zu wirken wie bisher, aber eine Politik mit boppeltem Bvben auf ihre Kosten unb zum Schaben ber Arbeiterklasse wirb fie sich nicht gefallen lassen. Lieber wirb sie burch ihren Austtitt au« ber ReichSregie- rung sine Situation herbeiführen, in ber bie Arbeiter wieder selbst entscheiden können, welche Politik eigentlich gettieben werben soll." Wenn biefe Worte irgenbwelchen Sinn haben, so können sie nur bedeuten, datz ben Mehrheitsso^ialisten bei ben Angriffen der Druderpartei höchst unbehaglich zumute ge-

General-Anzeiger für Oberhessen

vnttk unb Verlag: Vrühl'sche Uaiv.'vuch' « Steinbruferel R. Lange. Schriftleltnng. Keschüftrstelle unb Druckerei: Zchulftratze 7

' tatung ber neuen Gefchäftsorbnung au verschleppen 'De> 3d:eftenrat hat lehr vernünftig bem Haus« vvrgttchlagen. über bte einzelnen 2b- förbem, aber sofort zurückschrecken, wenn c J schnitte zu beraten unb bei jebem Abschnitt eine sich barum hanbelt, als Teil ber Regierung I oicrtdftünbige HebcAcit au gewähren Hiergegen entschlossen gegen bie radikalen Hetzer unb machte sich eine befuge Cm?orung bei ben Un- Aufrührer Front zu machen. Solange die abhang.gen und Kommunisten geltenb. die sich Rt^eitssoAiasisien In dieser Einsicht schwan- »Vbrem Der^leppungsmanöver durch bte« ^la nabme beemrrächtigt sehen. Unter bem Wut-