Ausgabe 
24.8.1921
 
Einzelbild herunterladen

ter1*» Jfireine^] *Huir.* I -M illlllMl,

Zweites Blatt

Ur. 197

von

Fortsetzung.

(Rachdruck verboten.)

Lonuertztas abtnb: lugenbabenb WMWMi

Die Rothersteins.

Roman von Erich Ebenstein. Copyright 1919 by Greiner & Eomp., Verli« W 30.

-2m Gegenteil - der Zugvogel hat plötzlich festhafte Anwandlung bclommcn, antwortet«° bi^r an des Freundes statt: aber es lag etwas in seinem Ton dabei, was Magelvne betroffen m sein Gesicht ausblicten liest.

2br Blick glitt forschend über Do und den Maler hin, und dann huschte ein befriedigtes Lächeln um ihren Mund

Sie schob ihren Arm in den Rüdigers.

.Run, dann wird der Zugvogel gewist auch seine Gründe dafür Haden," tagte sie bedeu­tungsvoll. »Aber komm, last uns noch ein Viertel- stündchen im Part promenieren. Der Morgen ist so wundervoll heute!"

-Wir dürfen die beiden doch nicht stören." flüsterte sie Rüdiger zu, dis sie auster Hörweite waren. .Denn du merkst doch, was da im Start ist?"

Rüdiger schwn_g. verworrene Gedanken stürmten durch seinen Kop*. War es möglich, dah er richtig gesehen hatte -' Warum war Do Mt einem Male so gänzlich verändert? Warum lchoh ihr das Blut ins Gesicht, als Waldemar ihnen gegenüberstand? Lind Waldemar er Var nie gern in Wilhelminenruhe gewesen . nun wollte er sogar den Winter dort verbringen'

EmGroll, den er sich'nicht erklären konnte, vallte jäh gegen den Freund in ihm auf. Was

^botausu^

derWtiaflta

Aus Stadt und Land.

Giesten, den 24. Aug. 1921.

Verlängerung der

Girr und Ausfuhrbewilligungen.

Anträge auf Verlängerungen von Bewilligungen müssen 14 Tage vor Ablauf der Gültigkeitsdauer beim Ein- und Ausfuhr­amt Bad-Ems eingereicht werden. Die Er-

^uic

und danach handeln. Der Allgemeine Deutsche Ge­werkschaftsbund mag es wahrmachen, was er in feinem Aufruf vom 5. August 1921 verkündet hat:

die weitere Entwicklung der Dinge so zu beein- ssusseu. bah wir endlich aus dem Zirkel heraus- fommen Diese Bemühungen sollen mit verstärkter .^raf! iprfgcfeht werden" Der Zirkel schliestt be- fannthd) die pre i s t r ei b e n d e Wirkung Lohnerhöhungen.

len:

veideS J

markenfrei /!

, . PfUNd

, . Pfund

. Pfund II

Paket 2.W H

Pale: 4-50 H

gezuckerte .j|

Dole o.t3 n

AFFEE]

Ä--I ÄÄ.^1

--E «Kl $88*551

Verkehrte Finanzpolitik.

Die , Itöln. Ztg." entwirft von den gegen­wärtigen Tendenzen der amtlichen Finanz- volitik und dem sich daran anschliehenden neuen Lohnbewegungen das folgende zu­treffende Bild^

Preiserhöhungen erfolgten in der Zeil der Revolution in wildem Taumel, niemand fragte nach der Äalhdaiion; hohe Lohnforde unge i folg­ten auf dem Fuhe, niemand fragte nach ihrer Aus- wirbmg So ist es im groben und ganzen auch heute wieder, wo man den Rui ausstöht, dast uns den Reparationsleistungen nicht Repara - ?ionsgcwinnler entstehen dürfen. Roch ehe die Möglichkeit dazu vorhanden, schreit man ohne Rast nach mehr Lohn und Gehalt und gerät in eine Reparationslohnbewegung. Die VrotvreiSerhöhung und die neuen Steuern werden in erster Linie als Grund der neuen Forderungen hinaestelli Der Deutsche Beamtenbund fordert einen für alle Beamten. Diätare und Pen- fionäre gleichen Teuerpngszuslag von 5000 Mk. lährllch. Bei Verhandlungen mit den groben Ar- veitergewertlchasten wurde aber dem Beamten - bunb Tn feiner Forderung nur eine Unterstützung bis 3600 Ml Zahreszulage zugestanden, weil die Rotlage des Reiches zu groh sei. und weil die Gewerkschaften für die Staatsarbeiter auch nicht mehr fordern wollen. Damit wollen aber die Be amten keineswegs zufrieden lein. Sie sagen, dast sie nur dann Einschränkungen ertragen wollen, wenn alle Kreise des Volkes sich dazu bereit erklären

Hier liegt nach unsrer Meinung der springende Puntt. Die Beamten, die diesmal anscheinend im Vordergrund der Bewegung stehen, haben den Sah des Reichskanzlers Dr Wirth, den er in der Hitze deS 6 Zuli gesprochen hat, febr gut im Ge­dächtnis behalten, dast im Innern Deutschlands die Goldmark nur noch eine Groschen - mark und auf dem Weltmarkt noch viel weniger darstelle. Man wuhte damals schon, dast dieser leichtsinnige Ausspruch schwer eFolaen haben würde, denn er gab ja geradezu einen Anreiz da­zu, sein Einkommen mindestens auf das Zehnfache des Friedenseinkvmmens zu erhöhen. Obwohl er ein 7b Milliarden-Defizit im RcichShaushalt vor sich hatte, brachte es derselbe Reichskanzler einige Wochen später auS eigner Eingebung auch noch fertig, wegen der neuen Steuern den Beamten, An­gestellten und Arbeitern eine entsprechende Er­höhung der Einkünfte in Aussicht zu stellen. Die Folge wird eine zielloseReParationslohnbewegung 'ein, die ein noch wahnsinnigeres Tempo an­nehmen kann als die Revolutionslohnbewegung.

Eine so von Grund auf verkehrte Finanz­politik kann das neue Deutsche Reich nicht mehr lange ertragen. Anstatt alle Kreise des Volkes mit Hilfe einer K riegsentschädigungssteuer zur Vernunft zurückzuführen oder wenigstens damit den Versuch zu machen, stürzt man aus Gründen der Steuern zur Bestreitung der Kriegsentschädi­gung das Volk in eine wilde Lohnbewegung! An­statt einmal im ordentlichen Haushaltsplan gründ­lich nachzuprüfen, wieviel unnütze Behörden u n b <3 t c 11 c n weiter die Finanzen belasten, sucht man krampfhaft nach neuen Steuern, um dabei immer mehr unnütze Ausgaben in Kauf zu neh­men So führt die heutige Finanzpolitik des Reichs veiler in den Su/nps, aus dem auch dieGold- unb Sachwerte" nicht mehr retten werden.

Ohne Zweifel must den Gehalt- und Lohn­empfängern in ihren Bezügen eine Anpassung an die höheren Preise gewährt wer­den. keinesfalls aber eine Anpassung an die neuen Steuern Wie Arbeiter und Angestellte letzten En­des zur Selbsthilfe greifen, wenn sie alle gütlichen Mittel erschöpft haben, um ihre Wünsche durch- zud rucken. so müssen sie nach den heutigen Erfah­rungen nun endlich einmal ernstlich daran geben, darauf zu bringen, dast alle Kreise des Volkes die furchtbare Lage ihres Vaterlandes erkennen

Flal^

!5.00

. - ' 15.6" W

' 17.50 H

ist $!*',-ijtl , 'stzsl

und Du».

Helium.

Slr eröffnen

Uhr, in btr

r Taoikn u. fytttn. Unterrichtsgrld 40 M Anmeldungen bietjn erden liiglich betHrm tdel Balken, (Dotibt- rane 481, ober ju'& nn des Untenidiis ent« !gengenommen.

Die Diktatstunden be* nnen bereits am B. stt)' nber, abends 7 Ubr fr Der Borktaad.

dachte er sich denn? Dast Do ihm nur so in die Arme fliegen würde? ilnb überhaupt .

Es wäre eine sehr gute Partie für Doro­thea," sagte Magelvne nun. .Da sie, wie es scheint, ja doch keine Lust hat. ins Kloster zu gehen. -**

.Meinst du. fie würde den ersten besten nehmen, der fie haben will!" fiel Rüdiger scharf ein. ,5>u traust ihr einen sehr merkwürdigen Charakter zu!"

»Mein Gott, doch keinen schlechten! Waldemar ist ein bildhübscher Mensch und gewist nicht der .Erste-Beste". Die Ruhlands finb enorm reich, und Dorothea wäre glänzend versorgt!"

.Wenn fie eine fo berechnende Ratur wäre, wie du vorauszufetzen scheinst! Aber das ist fie gewist nicht!"

Magelvne wechselte die Farbe.

.Aber, lieber Rüdiger es war ja nur von einer Möglichkeit die Rede! Warum ärgerst du dich To darüber?"

»Och ärgere mich mir über die Sucht, stets Schicksal finden zu wollen mit dem Lebensglück anderer. 5hefe Sucht scheint euch alle Dorothea gegenüber zu beseelen. Erst wolltet ihr sie ins Kloster stecken

»Och doch nicht! Du selbst warst der An­sicht

,3a. Aber sie ist nicht dafür geschaffen. So wenig wie für eine bloste Versorgungsheirat!"

.Aber'warum sollte sie Waldemar denn nicht auch lieben? Es sah mir vorhin so ganz aus. als sei sie auf dem besten Wege dazu. Würdest du denn da deine Einwilligung verweigern?"

Die schöne Magelvne sah ihren Schwager

Siegener Anzeiger (General-Anzeiger für Oderhessen)

Mittwoch, 24. August 1921

sahrung zeigt, dast viele Firmen diese Ve-, ftimmung nicht kennen, oder ihre Bekanntgabe nicht genügend beachten Z. D. reichen oft Fir­men Anträge auf Verlängerungen von Be­willigungen ein. die schon bereits 23 Wochen abgelaufen sind, die Bewllligungen konnten daher nicht mehr verlängert werden, eS waren neue Anträge zu stellen, für welche von neuem Gebühren zu zahlen finb, was die Firmen, wenn es sich um Ein- bzw. Ausfuhranträge mit hohen Beträgen handelt und > pro Mille zu entrichten sind, einige tausend Mark kostet.

e Heue Ausfuhrerklärungen. Die den Paketen nach dem Auslands beizu- fügendenAusfuhrerklärungen können vorläufig noch auf den bisherigen Vordrucken zu grünen Zollinhaltserklärungen ausgefertigt werden, deren Kopf in die Worte abzuändern ift: Ausfuhrerklärung (für die Zwecke der deut­schen Zollverwaltung)". Da inzwischen die Ausfuhrkontrolle zu einer ständigen Einrich­tung geworden ist, mit deren Beibehaltung noch auf längere Zeit gerechnet werden must, sind für den Postverkehr besondere Vordrucke au Ausfuhrerklärungen auf grünem Papier hergestellt worden; Muster können von der Reichsdruckerei bezogen werden. Die neuen Vordrucke sollen an die Stelle der bisherigen grünen Zollinhaltserklärungen treten, die all- mählich aufzubrauchen sein werden.

Air eie Alsfeld.

Windhausen. 22. Aug. Ein m e r t - würdiger Vorfall, der hier noch nicht be­obachtet wurde, hat sich vorgestern hier ereignet. Da kern Grummet wegen der entsetzlichen Dürre gemäht werden kann, werden jetzt schon die Zie­gen und Rinder auf die Weide getrieben. Vor­gestern nun gerieten hier im Wiesengrunde, wo die Schwalm entspringt (zwischen unserem Dorfe und Meiches), plötzlich ein Rind und eine Ziege in Streit. Das Rind warf die Ziege zu Boden und bearbeitete sie mit den Hörnern und Füsten^ Ehe der Besitzer Hilfe bringen konnte, hatte bas Rind der Ziege den Todesstvst gegeben. Das schwer verletzte Tier schleppte sich noch ein paar Schritte weiter und sank barm nieder. Um das Fleisch zu retten, blieb nichts anderes übrig, als dem verletzten Tier den Hals abzuschneiden. Offen­bar hat Futterneid den Streit verursacht.

Kreis Schotten.

r~l Wetterfeld, 23. Aug. Gestern ver­unglückte in der hiesigen Dorfmühle der zweitälteste Sohn des Besitzers, ZakobSchudt. Der junge Mann kam dem Kammrade zu nahe, der Zapfen des Rades faßte seine Jacke und rist ihn mit sich Der junge Mann war schon in Gefahr, zerrissen zu werden, da blieb durch das Loslösen einer Platte das gesamte Räderwerk stehen. Der Mahlbursche hatte den übrigen Leu­ten, die in Arbeit standen, zugerufen, sie möchten das Wasserrad abstellen: hierzu aber wäre es zu spat gewesen. Rur jener glückliche Zufall brachte Rettung. Z. Schudt wurde noch lebend aus dem Räderwerk hervorgezogen. Mit einem Bruch des Oberschenkels und einigen kleineren Verletzungen kam er davon, er wurde in das Krankenhaus zu Laubach gebracht. - Das Eh­rendenkmal für unsere Gefallenen auf dem Bürgerkopf ist jetzt nahezu vollendet und wird demnächst eingeweiht werden. Sehr schön stellt sich der- Sarkophag der Südseite, gekrönt vom mächtigen Eisenhelm, umgeben von den sechs Schilden, dem Beschauer dar. wenn er von un­serer Bahnstation kommt. Die gärtnerische An­lage, die von der Firma Siesmaier-Frankfurt hergestellt tourbe, bildet eine besondere Zierde: von schöner Wirkung sind die Lindenbäume des Hintergrundes.

Heyen-Nas,au.

fd. B a d - H 0 m b u r g v. d. H., 23. Aug. Aus einer Villa am Schweden weg wurden in der ver­gangenen Recht Schmucksachen im Werte von rund 130 000 Mark gestohlen Die Diebe warm durch ein offenstehendes Fenster in den Raum eingedrungen unb hatten sich mühelos die hier umherliegenden Sachen angeeignet.

Handel.

Frankfurt a. M., 23 Aug Börsen- stimmungsbild Rach der gestrigen Auf­wärtsbewegung trat im heutigen Börsenverkehr eine gewisse Ernüchterung ein, so dast der Markt bei Eröffnung ein ruhiges Aussehen zeigte Die kursmästige Tendenz war nicht ganz einheitlich. Besonders liest sich beobachten, dast Montan- Papiere, die bisher den Mittelpunkt der Börsen- beweaung gebildet hatten, eher zur Schwäche neig­ten. Auch die stark bevorzugten Werte des Anilin­

konzerns erfuhren teilweise Kurseinbuhen. Da-

uch

Datum:

686,70

Berlin

1-Ähr- 1-Ll-r-Schlich- Ans.

Kurs

j3

8.

76,50

236,

225,

182,50

182.

367,

264,

375,

3M

405,

1483,50 1486,50

1127,85 1130,15

Amsterdam. Rotterd. 2747,25 2752,75 vrüssel.Antwerpen . 6"6,80 678,20

127,35

362,10

322,40

87,91

673,30

Kurs 23.8.

77,50

Kurs

22. 8.*)

77,50

Geld Brief

22. August.

9,73

102,35

22,37

1182,801185,20

1478,601481,50

1918,051921,95

9,77

102,65

22,43

528, 755, 496, 416,

129,15

371,40

325,85

Geld Brief 23. August 2727,25 2632,75 660,30 661,70 1166,40 1168,70 14:8,-01461,50 1889,60 1893,-.0

127,65

362,90

323,16

88,09

74,70

629,50 505, -

524,84 742,-

467,- 388,50

1250, - 500,- 411,- 370,- 335,-

509,75 263,- 690,- 362,-

69,26

518, 530

760, 480, 396, 1235,

499 410'

375, 340, 515,

Phönix-Bergb.-Akt.. 1305, Bad. Anilin- u. Soda -,

128,85 367,60 325,15 89,16

685.30

Kurs 22.8. 77,50 78,80

67,30 184,- 340,- 275,-

243,50 200,25

176,50 179,50

Börsenkurse

Frankfurt

1496,051499,-

1113,851146,15

9,93 937

102,80 103,10

22,87 22,93

ffbriftiania . . Kopenhagen . Stockholm . . stelsingfors. . , Italien .... London....

NeuyorK . . .

Paris .

Schweiz. . . .

Spanien . . . Wien (altes). Dcutsch-Oesterr. Prag Budapest. . . Bulgarien . . Konstantinopel

Höchster Farbwerke. Tlektr. A. E. G . . Schuckert-Werke. . . Felten-Guilleaume . Daimler Bub.- Eisenw.- Akt. , Adlerwerke */o 5e|J.StaatsanI. . Elektron Griesheim.

gegen waren Slektrowerie und verschiedene Spc- zialpapiere zu wesentlich höheren Kurfen gesucht. Groste Umsätze fanden in führenden Bankaktien statt. 3m Verlaufe trat zeitweilig eine Belebung ein. die zum grvstten Teil mit der erneuten star ten Geschäftsbewegung am Einheitsmarkt im Zu­sammenhang steht. Adler Kleyer sehr fest und 20 Prozent höher. Hirsch-Kupfer wurden 10 Pro -ent gesteigert. i?bcrfd)kfif<bc Werte fest. A Mannesmann und Deutsch-Luremburger an­ziehend. aber Phönis-Bergbau auf Gewinnreali­sierungen etwa 70 Prozent niedriger Kali Weste- regeln verloren 10 Prozent. Felten und Guil­leaume lebhafter umgeseyt. Siemens und Halste minus 12 Prozent. Zuliuv Sichel schwächer. Der

Schlich gestaltete sich ruhig bei vorwiegend fester Tendenz Privatdiskont 3^4 Prozent.

Frankfurt <1 M.. 24 August.

Berliner Devisenmarkt.

Datums

/, Dtsch Kriegsank. 4e/0 Dtsch. Reichsanl. 3/, Dtsch. Neichsanl. 4°/0 Preutz Konsols Darmstüdter Bank . deutsche Bank . . . Disconto-Gesellschaft Dresdner Bank. . . Nationalbank f. D. . Mitteld. Trcditdank. k.-Amerik Pakets. . Norddeutscher Lloyd. Boch.Guhstahlwerk . D.-Luxemb. Bergw.. Delsenkirch. Bergw. . Harpener Bergbau . Oberschles. Giseub.-B. Oberschles. Eiseniud. .

*) Die Abendbörse fällt bis 26. Aug. au«. Marknotierungen.

Für 100 deutsche Mark wurden gezahlt: Datum: 1.7.14. 22.8. 19.8.

Zürich Fr. 125,40 6,65 6,75

Amsterdam WL 59,29 3,63

Kopenhagen Kr 88,80 6,85 6,95

Prag Är. 117,80 -,-

Stockholm Kr 88,83 5,40 5,35

Wien Kr 117,88 1280,-

London Sh. 97,80 6,- 6,35

Paris Fr. 125,40 14,60 14,75

Neuyork I 23,80 1,12 1,14

Züricher Devisemnarkl.

22. 8. 23. 8,

Wechsel auf Schweizer Franken

Holland 100 Fl. 183.25 183.25

Deutschland 100 MK. = 6.65 6.90

Wien 100 Är. = 0.675 0.675

Prag 100 Är. = 6.85 7.-

Parir 100 Fr. = 45.- 45 60

London 1 Ä = 21.66 21.70

Italien 100 2. 24.70 24L5

Brüssel 100 Fr. - 44.60 44.80

Budapest 100 Är 1.475 1.50

NeuyorK ... 100 $ = 592.« 591.-

Agrnm 100 Äx. = 3.25 8.25

Bukarest 100 2. -= 7. 7,10

I Märkte.

Frankfurter Pferdernartt

sd. 5 r a n f u r t a. 'm . 23. Aug Der August* Pferdemarkt war von etwa 1400 ßuiu»*. Arbeits­und Wagenpfeiden beschickt während'das De* !chäft in den mittleren Klaffen sich rege gestaltete, fehlte es bei bem^befferen Material an Käufern. Für geringere Tiere waren die Preise abge- schwächt. Olach Ansicht von Nachteilen ist erst bann mit einem allgemeinen Sinken der Preise zu rechnen, wenn die Abgadepsticht von Pferden an die Entente aufgehört Hai Für ein 'Itaar Luruspfeide wurden immerhin och bis 70 000 Mark, für gute Arbeitspferde bis 10000 Mar! bezahlt.

vüchertijch.

- Ferdinand Runkel, Gr und die Drei. Detektivroman. 12,00. geb 17.00 Ml '3ofef Singer, Verlag, Leipzig 1

(3n einem Teil der Auflage wiederholt.) Die neue Besprechung zwischen Rathenlw und ßoudfair.

Paris, 23 Aug. (WTB.> Wic der .Petit Parisien" mitteilt, kehrt Minister L 0 u ch e u r. der sich nach seinen Besprechungen mit dem belgischen Finanzminister nach Holland begehen hat. morgen abend 'üäch Paris zurück und reift bald darauf nach London, wo er den Donnerstaa verbringen wird. Am Freitag wird bann Loucheur zu den Besprechungen mit Rathenau nach Wiesbaden reisen

EisenbahnerstreiK in Posen und Pomerellen.

Danzig. 23 Aug. .WTB.» Der pol- nifche Eisenbahner ft reik in Posen und Pomerellen setzte heute früh ein. Der Zug von KarthauS, der morgens 6.26 Uhr sahrplanrnätzig fährt, wurde noch abgelassen. Es wurden aber nur solche Reisende befördert, die den Rachweis erbringen konnten, datz sie Danziger sind Der Bahnhos'Karihaus wurde militärisch beseht.

Vom neuen Serbenkönig.

Paris, 23. Aug. (WTB.) Wie die Blätter melden, hat König Alexander von ©erbten eine Proklamation erlassen, in der er u. a. dem Ministerrat den Auftrag gibt, so lange er daran verhindert sei, mit der Ausübung der Bntg- lichen Macht gemäß Artikel 59 der Verfassung und nach seinen persönlichen Instruktionen bis zu seiner Rückkehr nach Serbien zu vertreten.

Vom griechisch-türkischen Krieg.

Paris, 23. Aug. (WTB.> Das türkische 3n- formationsbureau übermittelt den Blättern ein Telegramm, dah nach den letzten aus Kleinasien eingegangenen Nachrichten die griechische Offensive von den Türken zum Stillstand gebracht worden sein soll. Die Griechen hätten eine Schlappe erlitten. Einzelheiten fehlen noch

Statistische- an- dem besetzten Gebiet.

fd. Sranffurta. M. 22 Aug. DaS preu- hische statistische Landesamt hat bemerkenswerte Mitteilungen über Gröhe und Bevölke­rung des besetzten Rheinlandes herausgegebeo und zwar getrennt nach den drei Zonen der fünf-, zehn- und fünfzehnjährigen Besatzung. Wir ent­nehmen daraus folgendes.' Vor dem Kriege war die Rheinprovinz 26 997 Quadratkilometer groß. Rach der Abtretung von Gupen-Malmedtz um» fafrte sie noch 26 000 Quadratkilometer. Hiervon find besetzte die Regierungsbezirke Aachen (3106 Quadratkilometer) und Trier (5700 Quadratkilo­meter, auher dem Saargebiet), ganz von den Regierungsbezirken Düsseldorf 3395. Köln 2697, Koolenz 4638, insgesamt 19 573 Quadratkilometer. Hierzu kommt noch das Saargebiet mit 1484 Quadratkilometer, so dah 21 057 Quadratkilo­meter oder fast 81 Prozent der gesamten Rhein- Provinz beseht finb. Der preustifchc Staat ist ferner noch mit 2342 Quadratkilometeru des Re­gierungsbezirks Wiesbaden am besetzten Gebiet beteiligt. Hiernach ergibt sich, dast vom preusti- schen Gebiet rrn ganzen 21 915 Quadratkilometer mit 4 402 750 Einwohnern »um besetzten Gebiet gehören. Vom Freistaat Hessen sind 1812 Qua­dratkilometer mit 466 150 Einwohnern von der Besetzung getroffen. Von Bayern die Rhein­pfalz mit 5599 Quadratkilometern und 833 750 Ein­wohnern Der Landesteil Birkenfeld des Olden- burgischen Staates umfaßt 503 Quadratkilometer und 50 500 Einwohner, sonach ergibt sich als Umfang des ganzen besetzten Gebietes im Weste» einschliehlich des Saargebietes eine Fläche rmn 31 313 Quadratkilometern, das sind 6,6 Proz. deS gesamten gegenwärtigen ilmfanges des Deutschen Reiches: in diesem Gebiet wohnen beinahe zehn Prozent der Devöllerung des Deutschen Reiches. Die auf Grund der Sanktionen besetzten Gegenden sind hierbei nicht berücksichtigt.

scheinbar voll na wen Erstaunens an. aber eS glitzerte dabei unruhig in ihren Augen

Rüdiger fuhr sich über die Stirn.

..Wenn sie ihn liebt antwortete er, sich 3ur Auhe zwrngsrd, ,gewist nicht! "Tiber 10 wert finb wir ja noch lange nicht fie kennt ihn doch kaum. . .**

Sin Stück weiter rückwärts schritt Waldemar eifrig plaudernd neben Do. Aber wie sehr er sich auch Mühe gab, ihr Znteresse für dies oder jenes zu beleben, so kurz und zerstreut waren ihre Antworten.

Ohr Blick ruhte meist auf dem voranschrer- lenden Paar, und ihre Gedanken beschäftigten sich ausschließlich damit.

Wie gut sie zueinander paßten! Und wie sehr sich Rüdiger nun wohl freute, allein mit Ma- gelone plaudern zu können Zn der letzten Zeil hatte seine angestrengte Xatigfeit ihm so wenig Zeit dazu gelassen. Do erinnerte sich nicht, die beiden feit Rüdigers Reife fo angelegentlich zu­sammen plaudern gesehen zu haben Aber nun war ja auch das Traueriahr zu Errde, nun wür­den sie bald Dos Herz krampfte sich plötzlich in jähem Schmerz zusammen, und ihr Gesichtchen wurde ganz bläh ja. nun würden fie sich wohl bald verloben und heiraten, ilnb dann muhte sie fort von Grafenegg. Richt um die Well würde sie tan.i bleiben, fo lieb es ihr ge­worden und so schwer sie scheiden wurde von ihrem neuen Wirkungskreis, von Onkel ildald und Hertha. . .

Liebe Komtesse, nun frage ich Sie zum dritten Wale. Werden Sie mir einmal die Freude machen, mein neues Bild anzuseh-n? Sie allein können

beurteilen, ob es gut ist und seinen Weg hinaus in die Welt antreten soll?"

Do blickte verstört in die bittenden Augen des jungen Malers.

3d> verstehe gar nichts von Bildern," mut« melle fie scheu.

»Trotzdem hoffe ich, dast Sie dieses Bild verstehen Werdern Werden Sie kommen?"

,Vielleicht einmal wenn Hertha Lust hat"

Dos Augen suchten schon wieder daS voran­gehende Paar. Unruhig horchte sie auf Magelones leises Lachen, das süst wie das Gezwitscher junges Vögel klang. Liebte sie Rüdiger doch? 2lch, es wäre ja schrecklich gewesen, wenn Hertha recht hätte und sie ihn nur nehmen wollte aus Be­rechnung? Do muhte immer daran denken, Io oft sie fie ansah, und daS war es. was in ihr einen heimlichen Hast gegen die schöne Magelvne entzündet hatte. Es wäre so schrecklich gewesen, einen Mann wie Rüdiaer zu täuschen, ihn viel­leicht unglücklich zll machen

Waldemar merkte ihre Zerstreutheit sehr wohl Aber er schob sie auf mädchenhafte Befangenheit, und Do erschien ihm nur noch süster und lieb­reizender dadurch.

Am liebsten wäre er gar nicht mehr voü ihrer Selle gewichen Aber es ging nicht gut an fie bis ins Schloh zu begleiten aus Rücksicht aus das gespannte Verhältnis des Fürsten zu Ieinem Dgl er.

Ulan war überein gekommen, bis zum Aus­gang des Prozesses den beiderselligen Verkehr mit neutrale^ Gebiet zu verlegen, um die Empstnd- lichteit der alten Herren zu schonen.

1 Fortsetzung folgt)