,Ttal.
Darmstadt, 24. Mär^ Wie der
Dotteven fiierlofen bleiben, sich über bie Rege» lung der Arbeusbedmgungen selbst einigen.
m. Dr. Siv'.er.
Beglaubigt : gez Rietx-irhausen.
Mrnisterial-Kanzlci Sekretär
Arr» Oessen.
Reyierunqsbttdung In Mfen?
Ulrich);
2. Justiz und Finanz (ein Vertreter deS Zen- trumS, iStemallS von Brentmw);
3. W rtfdwftömüiftertum (ArbcilS und Wirt- fdtafttemt, Ernährung, Bauwesen, Forsten usw, Raab);
4 Bilbunasnvscn (Dr. Strecker).
Danach würden die Herren Tr Fulda (Soz.) Innere-5, .ttenrid) (Dem.) Rin an um, Reummrn Ernährung, liebel (Ztr) Schuldenverwcü- tung, auSscbeiden.
5 <5int, der bereit- im Vorfahre yw’rr.al mit bestem Erfolge sich hier hören lieh. eiae Cfatrmur.f unter Mitwirkungvon. Frau Dr. tute Ä i cf b c f c l» Klare au- Frankfurt a. M. und tem C r d> e n e t- Verein sieben unter Leitung irir - T.n- amten £emt Musiklehrer W Gernhardt. F, Schmk gehört nach den zahlreick'en Kritiken auz vielen deuticken Städten zu den besten Der-.e^rn fe.neS Faches und besitzt mit einem ga'iegmei Können die unbedingte Herrschaft über bic inobetie Orgel. Frau Dr. stickhesel wirkte 114 ge chätzt- Kvn>ertsänaerin in Berlin. Sie verfügt über eu< umsangreiich.', wohlklingende Altstimme und uhtt einen überaus sympathischen Borlrag. Be ontorn« Reiz besitzt das Kvn-ertprogramm durch du- iKu* Wirkung des Gießener Lrchester-Berruis, der zwei KonrpoittWnen — die eine von Mozam, die artbne von W. Schenk — für Orgel und Orchester ja» Vortrag bringen werd. Näheres siehe 'SiiKijt — Ter Stenographen - Verein „Lwije» Stören" e B. Gießen, beginnt am Donnerstag den: 31 Müüz 1921, in seinem Vcicinswkal „Sch.vkavab", Bahnhofstrahe 7, einen Anfänger- Unterricht für Damen und Verven.
KrtiS Alsfeld.
Np Ruppertenrod, 23. Mürz, Hier blieb über Nacht eine Schafherde von 400 Stück, die auf dem Dege nach Fulda sich befand. Als sie am Morgen den Weg antrat, begegnete ihr vor dem Ort das Dost, auto. Die Herde wich nach der Ohm zu aus Das Postauto hielt und die Herde zog vorbei x)iun kurbelte der Wagenführer an. Da scheute sie Herde und sprang in die Ohm hinein. Ls bestand die Gefahr, daß etwa 00 Stück ertrinken lvürden. Durch das Eingreifen der Leute der benachbarten Mühle und anderer Straßenpassairten ivurden die Schafe bis auf eins gerettet, bad ab geschlachtet und bei, Helfern in der Not geschenkt lvurde. öüt guter Osterbratcn
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•* Kurze Nachrichten auS §e|)ei und den Nachbarstaaten. Am 5)ten<tig fand in Friedberg die Hauptversammlung btt Vorschuß- wtb fhebttDcrern.'-, G m t
dem Geschäfts'ericht letrug der Umsatz m vergmrgenen Jahre 373 Millionen gegen 222 iRfl* Italien im Jahre vorher; der Rerngiimnn 130 22b Marl, die Reserven des Vereins behefen iüh au* 550 000 Mark. Tie 3<rt)l der Mitglieder betragt Mark bewilligt. Trotz der aus mehr rlS das Doppelte gestiegenen GeschästSunkosten für (Behälter usw. toar der Verein intolgc der beb lotenden Steigerung deS Umsatz^' au^ in bioem Jahr m der Lage, 7 Pwzem Tivitend: iut Auszahlung zu bringen und attfpredmx- Rückt:^en als Reserven anzulegcn. Die anSscheibenden Mi> gheber des AufsidüSrateS wurden sviesergewählt
Landwirtschaft.
Ein Zuchchof im Vogelsberg.
Eine Regierungsvorlage fordert für d e Herstellung des Selgenhofs im oberen Vogelsberg, in welchem zur Erhaltung und Verbesserung der Vogelsberger Rutvvichraise ein befonberer Zucht Hof eingerichtet i verbat soll, lpobei man auch die Sclxrs-. Sduveine-
der aufnehmen.
** Vornotizen. Aus dem Stadtthca- terburcau: Am Karfreitag bleiben Kasse und Bureau des Stadttheaters geschlossen. Dagegen wird am Sonntag die Kasse von 11—121,'? Uhr geöffnet, selbstverständlich auch am Samstag zu den üblichen Kassenstunden. Am Ostersonntagabend wird „Käthchen von Heilbronn" wieder - lwlt. Am Ostermontagnachmiltag wird die hübsche Operette „Wenn Liebe erwacht"^ die bei d.-r Erstausführung eine» so starke» Erfolg ge- funben hat, zum ersten Male wiederholt. Abends gebt RößietS beliebtes Lustspiel „Die fünf Frankfurter'^ in Szene. Für den Dtenstag abend ist eine Auffühnrng — außer Abonnement (Gutscheine haben Gültigkeit) — ^Der D o r s - caruso" angesctzt. — In der Stadtkirche veranstaltet der Berliner Konzertorganist Fritz
Wie uns der Lahnarbeitgeberverbanb hierzu mitteilt, sind die Betriebe wegen der langen Dauer des Streiks und der inzwischen eingetretenen Verschlechterung der Wirtschaftslage nicht mehr fähig, die gesamte Belegsck-aft wieder ernrustellen. Aus lech- niscksen Gründen könne daher zunächst in der Mehrzahl der Betriebe nur mit einer allmählichen Diedereinsteltüna gerechnet wer- den. Dieses liebergangsstaoium werde fid) jedoch voraussichtlich nur auf ganz kurze Zeit erstrecken, so daß die dolle, wenn auch gegen früher eingeschränkte Wiederaufnahme der Tätigkeit bakd beoorstehe.
Obwohl durch die Entscheidung des Reichsarbcitsministers einer tveiteren Fort- seyung des Streiks der Boden entzogen ist, fordert die Streikleitung, wie aus einer Anzeige in unserem heutigen Blatte ersichtlich tst, die Streikenden und Ausgesperrten aus, der Aufforderung des Arbeitgeberverbandes zur Wiederaufnahme der Arbeit solange nicht A-otge zu leisten, bis ein Bescheid der Organisation vorliege. Eine entscheidende Versammlung der Streikenden soll am Samstag vormittag in Lollar stattfinden.
21 u» Stadt und Land.
Gieren, den 24. März 1921. Beranstairungcn.
Donnerstag: Cafs Leib, 7»/, Uhr, Konzert und Vorstellung der Medick-Mei- dinger. — Lichtspieltheater, nric gestern.
Freitag. Sportplatz Trieb, 3l/i Uhr, internationales Fußballwettspiel.
fetter voraus arc für Karfreitag:
Vorwiegend heiter, tiodtn, ivarm, Nad>1lem- peiahtren um null Ohab, wechselnde Winde.
Die Wetterla-w hat sich nur unwcsent.ich verändert, so baU wir vorläufig noch mit Fortdauer der btflcbenbcn Witterung zu rechten haben.
*
*♦ Amtliche Personalnachrichten. lieber tragen wurde am 19. März bon Sck>ulamtsanwärter Karl Lehr aus Münzenberg eine Lehrcrstelle an der Volksschule zu Riwdingshausen, Kreis Gießen.
vir Littscheidung öts Heidisarbttts- Minister; im Wetzlarer Streik.
Die wir bereits kurz mit teilen konnten, hat das Reichsarbeitsministerinm die von den Arbeitnehmern beantragte Verbind lich- keitserkläruna des am 23 Februar 1921 gefällten Schiedsspruches abgelehnt. Wir sind heute in der L^ge, nachstehend die Begründung der Ablehitung wiederzugeben: Abschrrft zu VI. G. 2361.
Berlin, den 21. März 1921. Beschluß.
In der Lohnskreitigkeit deS Tisch- Metallarbeiter- verbmtdes, Bezirk Frankfurt a M.
gegen
den Lahn-Arbeitgeber-Verband in Wetzlar wird die VerbtMickkeüserflärung des durch einen besoitderen Schilichtuugsausichutz am 23. Februar b. Js in Wetzlar gefällten ScknedsspruchS abge- lehnt Die Entscheidu»g erfolgt mir Grund ixt §§ 2b, 25 der B. O. vom 12. Februar 1920.
Begründung:
Tie Parteien fachen seil Nvvbr. v Js. im Lohnfareit Ter S-üücktungsaussä'u », Wetzlar l>at am 17. Tez.r 1920 einen Schieos spruck gefällt, den beide Paclri-u adgelohut habe». Weitere Eun- gungsversucl'e stnb erfolglos geblteben. Tw Ai- beitnehmer traben daraut die Arbeit »tcdergelegt; die Arbeitgeber die Arbeiter ausgesperrt. Im wertere» Verlaufe habe» die Arh.ituehmcr ihre ursprüngliche Fordermrg aut Erhöhung des Stundon- lohnes um 1,50 Mark für jcöe» Arbeitnehmer ermäßigt und eine nach dem X'e'.eneatter gestaüclte Loh»,zutage von 1 Mark, 60 uitb 40 Pj. für btc Stunde gefordert. Ter am 23. Februar von ernent besonderen Schlichtuna^ausschuß gefällte Schiedsspruch ist von be» Arbeitgeber» abgelehttt, von be» ArbeiMchment angemmtme» wtb feine B>.- bindlichkeitserklärung beantragt wvrdeit. Tw Arbeitgeber tviderspreckLit der Berbmblichstit - erllärung, tveit im vorlwge>tben Falle überhaupt fein Raum für ein neues StKichtuttgSrerfahren gegeben sei und weü bk wirtschaftliche Lage d r Arbeitgeber eine LohnerhShung nicht gestatte. Demgegenüber hallen die Arbeitnelnner bas neue Vr'r- falwen für gesetzlich zulässig, die fragliävu Unternehmer für lerstungsfä'lng und bie bewilltgte Lohnerhöhung angesichts der Entlohnung gleichartiger Arbeiter für billig.
Angesichts der Tatsackv, bah über die Lohnstreitigkeit bereits im Dezember 1920 ein Schiedsspruch gefällt ist, toirrde eilt neues Einigungs- verfahren nur baiut zulässi» fein, tvemt in deut Streikvevhälntis oder in den für die Beurteilung der Strettiakeit maßgebenden Verhältnissen eine erhebliche Aenderung eingetreten wäre. Daß b.r Ausbruch eittes Streiks, die Verschärfung desselben unb die Ausswrrung der Arbeiter cbcufo wie die mit dem Streik verbunde.te Heinere uno grösere Beeinträckstigung der Allgemeinheit grundsätzlich nicht als eine solche Aenderung angesehen w'rden kann, steht nach der stättdig vertretenen Auffassung des Reichssatcheitsministeriums fest. Ebenso wtrd die Aufftellung einer neuen ermäßigten F-ordermtg eine neränberte Sacl>lage grundsätzlich nur dann frbaffen, roenn bnniit bie Gntud- lage des ganzen Streites derart geändert ist, daß die Einleitung eiiles neuen Einiguirgsverfahrens nadi venrünst gem Ermesse» nicht ohne Aussicht erscheint.
Müssen aber diese Grundsätze anerkannt wer-
** Tie TeuerungSzahlen tu 19 hessischen Gemeinden betrugen, laut Tatmfl. Zta, im Monat Februar 1921 (3w nuar> für Mainz 874 0)15). Darmstadt 817 (8b7>, Offenbach 914 (.905), Wonns 9öl 887), Gieße» 954 r930), Neu-Jscirburg 835 (849), Friedberg 923 l917), Lompertiniut 898 <9021, Bad-Nau- beim 953 (914), Viernheim 857 '893); Durchschnitt der 10 größten Gemeinden 897 (898); Bensheim 900 '8901. Bingen 813 (875), Alzey 837 (894), Rüsselsltzün 897 841), Gvotz-Gerau 854 (819), Alsfeld 771 <762), Lauterbach 742 (778', Opvenkxim 963 (968) ünd Scku'tlar 845 (777); der Durchschnitt der 19 Gemeinden be trägt 875 (874).
** Kleine Mitteilungen. Tie Erhebestelle für 5^^1041 iäabflaben am Selters- tor wirb vom l. April 1921 an aufgehoben Die Bcrbraucl>sabgal>en sind von da an bei der Sdadt- kasfa an ben üblichen K'assestundei, zu entrichten. — Tie ^lizeiverordnung über die (i t n t u l) r und Du rchfuhr von frischem Fleilch hat eme Abänderung erfahren, die aus d m Anzeigenteil uiTfeitd Tjeutigcn Blattes ersichtlich tst
** D ie Jugendgrupve der Deutschen Volks Partei hielt am Montag ihre diesiährige Hauptversammlung ab. Die Vorstands- wähl ergab Feine löcfentlidK Aenderung Ter Jalnesbcitrag wurde auf 5 Mark erhöht. Im Sommer soll jeden crflen Sonntag im Monat ein Ausstua ober Spaziergang gemacht werden. Im dlpril sollen die neugebildeten Jnteresseugemem- febaftrn ihre regelmäyigen Zusammenkünfte mie
den, so bedarf es im Einzelfall einer sorgfältigen Prüfung, ob trotz Vorliegen eines Schiedsspruches die Einleitung eines itcucn Schiedsver fahrens an- S‘ tfiig ober gar geboten ist. Daß im vorliegendui)
[le angesichts der eingetretenen Verhällnrise im leresse des allgemeinen Wirtschaftslebens eine baldige Beendigung des Streiks dringend erwünselit war, muß zugegeben loerbcn. Trotzdem Fann die Zuläisigkeit eiws neuen Schiedsveriahrcn> b<’i gewissenhafter Prüfung Zweitelhast crfcbcincn Diese Frage Fann aber im gcgciuoärtitjcn Verfahren unentschieden bleiben, weil auch aus materü.stleu Gründru von der beantragten VerbindlichFeits^ erkläruna Qbgcfefieu Iverben muß. Die dem Lahn- Arbeitgcberverlrand an geschlossenen mewllindu- ftriellcn Untemebmiingcn betinben sich gegenwärtig in einer schweren Wi'tschaftSkriiis. Angesichts her Itttiadx, baß gegeuü'-er rnbeiten Beucken d.e MetallauSbeute des von deii Lahn-Arbeitgeltern p verarbeitenden Erzes verhältnismäßig gering ist und bei der örtlichen Lage der Unternehmungen zu den fioblenb.'dcn bie >iohlentransvortfofaeti erheblich höher sind, sind die Finne» gegenüber der Konkurrenz nicht nnbebeutntb bcnaditciligt unb daher in beionberent Maße aus AuSlanbstrans- porte angeiüieicn. Sie fachen habet btuF der Londoner Sanktion mind.-stens vor einer Un iiterheit, die größte Vorsicht geboten erfdKinc» läßt unb cs daher unmöglich mad>t. sie — nicht zuletzt auch zum Nachteil der Arbeitnehmer — zuLohnerhöhun- gen z,l zwingen, deren Erträglichkeit nicht nachzu- »vcisen ist.
Unter diesen Umständen ist rin staatliches Eingrciien nicht geboten; vielmehr muß es ben
und Geflügelzucht cntfbrcdxub fördern unb auch praktische Scrfudyc über Sorten anbau unb Züchtung von Saatgut anstellen imU, den Betrag von 325000 Mk., die im Voranschlag 1921 eingestellt werden soll.
t Lich, 23. Marz^ Die hiesige Fand» wirtschaftliche W i n t e r s ch n 1 c be* schloß heute ihre dicSnnnterlichc T.itigFett durch eine öffentliche Prüfung, der außer Mj. Ockoiwrnierat Müller (Darmstadt, Rs- rierungsrat Dr. Heß (Gieße»', bem Lehrer- Foltegium und Aufsichtörat and) ^Ingehörige der Schüler und Freunde Der Anstalt bei- wohnten Die Prüfung, die in versdnebenen landwirtsd)aftlick)en Fachern stattfand, gab ein erfreuliches Bild von der geleisteten teißigen Arbeit. OcFonvmicrat Muller, der td) über den hohen Wert der lanbnnrfri chaftlichen Sdnlleit verbreitete, sprach ben DanF der Regierung dafür aus. Die Schul«
in beiden Klassen von ctmaa üb: Sdmlern bciudit Der Schul teil-er, Dr. Nav» gab den aus bet Ober klasse scheidendes 11 Sdftllerit beherzigenswerte Worte mit auf den Weg. -------
^ericbt*faal
Der Raubmord bei Soden Salmünster Donau, 23. Mär».
In einer |übcr IVt Woche währenden Verhandlung ibatte sich das Schwurgerickl mit be™ i ruberen Lehrer, jetzigen Händler, Philipp Josef Wolf aus Soden-Salmünster zu besauen, der angeklagt war, am 24. Februar 1920 be»
Am." bestimmt hört, steht eine Neubildung der hessischen Regterung bevor. Die Ministerien sollen sich wie folgt gliedern:
L Staaisrnmisterium und Inneres .(Präsident
Ans dein AeLche.
Eln EcholungHnrlaub des Ministers Dr. SlmonS.
Berlin, 23. März. (Priv.-Telcgr.) Wie t>ic Blatter erfahren, begibt sich Reichs- Minister Dr. S i m o n S zu einer Erholungskur auf kurze Zeit nach einem Kurort Des Südens.
Lloyd Seorge über das verhilltni; zu Ruhland.
Paris, 23. März. (Wolff.) Den Blättern zufolge sagte Lloyd George gestern im Unterhaus in Erwiderung auf mehrere Anfragen, das englisch-russische Handelsabkommen sei ein reiner Handelsvertrag. Darin werde die russische Sowjetregierung als de facto-Regierung anerkannt, was sie auch unbestreitbar sei. Die Sowfetregierung übe über so ausgedehnte Gebiete eine Herrschaft aus, wie es irgendeine Regierung unter gleichen Umständen tun könne. Der Vertrag sei fein Friedensvertrag. Lloyd George sprad) fein Bedauern aus, daß die Sowjetregierung seiner Zeit bie Einladung der britischen Regierung, alle auf Polen, die Ukraine und die baltischen Staaten bezüglichen Fragen mit den West- mächten zu beraten, abgelehnt habe, indem er bemerkt, es sei von großem Vorteil gewesen, daß Frankreick) damals dieser Einladung zu gestimmt habe. Wegen dieser Weige- rung — sagte er — haben wir uns auf ein «ines Handelsabkommen beschränken müssen. Alle gegen die russische Regierung gerichteten Ansprüche, sei es wegen Anleihen und vorgeschvssener Gelder oder erfolgter Warenlieferungen, sei es lvegen der Forderungen unserer Staatsangehörigen roegeit ihnen zu- gefügter Schaden, bleiben Vorbehalten. Diese Frage ist sehr wichtig für Frankreich, weil französisd-e Staatsangehörige Rußland beträdftlichere und weit größere ^Summen vvrgestreckt haben als andere. Wir haben der französischen Regierung bie V ersicheru n g gegeben, baß, wenn es sich um eine allgemeine Erörterung zum Abschluß eines Friebens »wischen Rußland und Westeuropa handle, ihre Forderungen von der britisd-en Regierung unterstützt werden würben. Lloyd George sagte weiter: Die Voraussetzungen, baß bas Ende bes Bol- schewismus bevorstanbe, hätten sid> als falsch erwiesen. Indessen sei im Augenblick in Rußlanb eine Aenderung zu bemerken Man beginne dort einzusehen, daßdas kommunistische Systemun- durchführbar sei. Gewisse, kürzlid) gehaltene Reden Lenins hätten auch von Chur- ‘rfn0 gehalten werden können (Heiterkeit.) Lenin habe geglaubt, den Staat nack) ben Theorien von Marx regieren zu 'können. Er lyibe sich aber der Teuerung unb ber Hungersnot wie ber Verwahrlosung gegenüber »gesehen. Morn könne keine Lokomotive mit den Doktrinen von Marx reparieren. Lloyd George sagte, er hübe niemals daran gezweifelt, daß Lenin unb bie anderen russischen Führer fähigeMänner seien. Einen Beweis dafür biete bie Tatsache, daß er heute diese Doktrinen aufgebe. An dem Tage, wo sich bie Sowietregieruna darüber klar werde, daß ihr Land sich nach den anderen Ländern richten müsse, um zu bestehen, an diesem Tage werde sie ifarc unvernünftigen Plane nicht viehr fortsetzen. Lloyd George schloß, indem er den Arbeitermitatiedern des Parlaments empfahl, den russischen Beispiel zu folgen. (Heiterkeit.)
„Am Gründonnerstag gelegte E er sind schon in ber Henne gen eiht, »och ehe sic gelegt sind."
Soldiergcfialt envadwn uralte beibnifdx Anschauungen innerer germanischen Ahnen, durchsetzt mit ehrwürdigem d)riill(dK*n Kult, am Gründonnerstag in Kirche. HauS und Garten mit jedem neuen Leiiz zu neuem Leben.
Seutneton.
GründonnerstagSwmtder.
Die Bezeichnung tzlründonnerstag leitet sich turon brr, daß in der Osterzeit bk Natur neu zu nrün<*n fr'ginnt Sie kam etwa um das Jahr 1200 auf. Vorher nannte ihn die Kirche zuerst dccS cocnac domini (Fest deS Abendmahls), dann dies absolutioniS (Tag der LoSivrechung) oder, waS bai'iclbc bedeutet: dieS öirtimm (Taft der Grünen': am Gründonnerstag enchicnen die Büßer — mit fnoi'vcnbcn Weidenruten umgürtet — vor ben Srirdicnhlren. um mieber in die Gkmciitoc der Gläubigen aidgenommen zu tverben; daher heißt er auch Anllafttag.
Die Glocken, die tvährenb der Fastenwochen fchwrioen muhten, nanbem am Gründonnerstag nach Rom. um am AuierstehungSmor^n desto Heller zu erklingen. An ihrer Statt riefen früher — eS ist nodt nicht lange ber — Klavvern und jRaHdicn am Gründonnerstage lur ,,9himttel- oder Pnmvermesse": rin heilloser Lärn, der sich an vielen Orten bis in bie Kirche» fort lebte, bim diese primitiven Musi'instrument: be anben sich in den Händen der 3hutv ;t ’<ad> gdiUidk-r Deutung wurde dadurck. der '?i ber Natur beim Tobe Christi UcninnbUblidu . ; Dabrhrit I-anbei: eS sich aber b'i alledem u.u weit älteren heidnischen Brauch. Nach der GründonncrStagSrnei'e zog bie Fugend unter eben'olchem Gelärm mieter burd^ Dorf. Dabei geleitete sie ben Hirte», b.» Glöckner unb den Totengräber, die sich. Daus b.n Haus, ihr Deputat abhotleu.
— KarfrettagSzaubei. Ter Karfreitag ber Tag, an dem der Heiland im Grabe ruht, wird in ernster Trauer und Andacht verbracht. Aber der Volksglaube» verlangt, daß an diesem Tage die Menschen h.fondcrS auf der Hut seren, denn gerade oi btefen düsteren Stunden sollen die Mächte des Zaubers und Wrmters besonders wirksam sein Wenn auch eigentlich alle Arbeit verboten ist. so sudü man dock die ^beuhmg dieses «wheimniS- reid>*n TaaoS »ach Kräften auSjitnupen. Vklerorts wird am Karfreitag mit dem eäen unb Pflanzen begonnen, weil tonnt besonderer Degen aus der Saat ruht Auch den Obstbäumen wendet man große Aufmerksamkeit zu: man schüttelt sie und schlägt sie. um sic dadurch zu reichem Tragen an- au regen, unb m mand>?» i'kgtnbnt klopfen alte Leute am Karfreitag an btv Obstbäume, um au- bem dangt zu erfahren, wreviel Obst eS in dem Jahre geben wud. Um Ungeziefer zu vertreiben, soll fehl Taz geeigneter kein, als der Karfreitag UeberHaupt wird viel gekehrt und gefegt, unb im Schwarzwald gilt b*i Glaube, wenn man in ter Narfreftagnach: um 12 Uhr mit einem ganz neuen Lesen b$ Stube fege und ihn bann auf rinen
Bor allem aber kommen am GrünbonnerSkag allerlei 5rüblingSgerid)te auf den Tisch. In elfter Linie darf eine Suppe au) lieben-, neinv oder zwölfeÜei Kräutern nickt fehlen; ihr Genuß ge währlrifaet Okiunbbctt für- gan|c Jahr. Datei lü namentlich au di die „Tvnnerweisel" nicht zu verbissen; sie erinnert mit ihrem Namen an den Wertergvtt. weil sie „breivnt".
Ferner wird am GründomwrStaa Honn auf« aetisckt, dessen ;eyt die Bienen nicht mehr zu.ihr r Nahrung bcbüricn. „Er schützt gegen Huntebiß unb giftige- Gewürm. ' Deshalb gibt das Landvolk sogar dem ^cb ctivaj davon tn» Futter unb in Böhmen tut man auch ritte Peinig feit in bie Brunnen, um ihr Wastec ommerSüber schmackhaft zu erhalten
Kein Wunder, daß man diei'en Okriditcn allerlei Heilfri tc zu ckrieb Man martete lauge darauf! Mit dem Gründonnerstag gingen en lick wie ter die langen Fastenwocken in Ente Nmi endlich durfte man wieder alles jieniefkn tva- von Tieren abstammt: Honig, Milch. Butter. Kä'e Eier: nun endlich konnte man mteter die Suppe fügen, nun endlich wieder teufen Unb man tat das nach Herzenslust.
Am wicktignen in dreier Hinsicht — so reckt ein Snmbol des Donnergottes, iveil fein Dotter dessen brandrot.' Leib arte hat — ist ba? Ei. Deii<7.t Genuß während ter Fastenzeit war früher ganz befonterfi streng verboten Am GrünbonnerS- Itag burite man endlich wieder Eier efien und richtige 0) rünbo:i »ne tagtet er galten als betonter.' gesund, in SüdLeutschlond wenigstens sagt man:
ft'truirocfl lege, so bleibe baÄ Hau- imnyt^trvt. Hebt man den KehridL in dieser Weihestze^e auf. dann ist immer viel Geld im Sinne. Dock nicht nur Schmutz und Unrat werden mit dem Befen autejefcbrt, sondern auch Hexoi und l^eister müssen dann auS dem Haufe weichen »* Vornahme von Krankenbeilungcn am Kc-lllkNai soll von größter Wirksamkeit fein, unb brtbel» verschob der Bauer früher wichtige Dinge, me Aderlässen ufw.. auf btefen Toi Der am xer- frertag Speck ißt, stirbt vor Urnern 30.
Bet dem Besuch der Kirchhöfe am Nackmüws diese- Tage- werden Gelirbde abgelegt, die ui** dmgt gehalten werden müssen. Noch beute lebt t* Baoent der Glaube, daß man kein rhtem**- lerne bösen Hänve und Füße befbmmcn Fann »n» man sch am Karfreitag die Nage» an und Füßen schneidet. Wer sich deS Waisertr-.nwn enthält, leibet den ganzen Sommer über, au« m der heißen Ernte zeit, keinen Durst. Am Tc- tage deS Herrn darf man fern Tirrfan ifr,*’ nicht einmal eine Fliege Achtet man nickt * so wird man im Sommer sehr von rh geplagt Dem am Karfreitag geleiten wwrj f ne ganz b-tontere ftraft »u^ichr.chen, u.
-*mchtcit Schalen solcher E«n werten <• (reibet gesteckt, um da- Wachstum anzuregen Der Karfreitag bte«auck to - Gelegenbeft, um eine Wünschelrute ober ;aubcrbaftc Werkzeuge zu gewinnen.


