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Das deutsche Qperngastspiel in Madrid.

Madrid. 22. Dov. (WTB.) Das deutsche Operngastspiel wurde mit dem »Parfi - Da ( vor gutbesetztem Hause In Anwesenheit des Hofe» eröffnet

Aus dem Reiche.

Der Mörder Er .bergers?

Dresden, 22. Dov. (Wolfs.) In der vergangenen Dacht stellte sich ein Mann frei- wlllig der Polizei, welcher behauptet, mit dem Mörder ErzbergerS, Tillessen, identisch zu sein. Der Mann hatte kei­nerlei Papiere bei sich. Leine Angaben müssen mit großer Vorsicht ausgenommen und ge­prüft werden. Li lehnt die Beantwortung ge­wisser, für seine Identifizierung außerordent­lich wichtiger Fragen ab. Leine GesichtSzüge weisen eine gewisse Ähnlichkeit mit der Pho- wgraphie TillessenS auf. Auch stimmt die Tat­sache mit der Personalbeschreibung überein, daß sich quer über den Dasenrücken eine Darbe zieht.

6freit der Karlo ffelgroßhändler in Pommern.

Berlin, 23. Dod. DerLokalanz." meldet aus Stettin: Die Drohung der Kartoffel- großhandelSverbünde. bei Fortdauer der Beschlagnahme und der Einleitung von Strafverfahren gegen den legitimen Kar- toffelarvbhandel die Verladung von Kartoffeln einzustellen, ist heute zur Durchführung gekom­men. Seit gestern sind fast in ganz Pommern keine Kartoffeln mehr verladen worden.

42prozentig« Gehaltserhöhung der Essener Großhandelsangestellten.

Berlin, 23. Dov. Dach dem .Lokalanz." führten die Verhandlungen zwischen dem Stüdte- derbanü und den Organisationen der technischen und kaufmännischen Vrohhandelsanaestellten zu einem Uebereinkommen, wonach die Gehälter um 4 2 Prozent erhöht werden. DaS Hausstands eld und die Kinderzulagen werden um je 200 Mk. monatlich erhöht.

Der Maiu-Donaukanal.

München, 22. Dov. (WTB.) Wie im Staatshaushaltsausschuh des Landtags mit­geteilt wurde, erfolgt am nächsten Montag die Gründung der Aktiengesellschaft Main-Donau-Stromverband. Das Deich soll daran mit 45 Prozent, Bayern mit 35 Prozent des Aktienkapitals beteiligt sein. Ausgegeben werden voraussichtlich 600 Mil­lionen in Stamm-, und 600 Millionen in Vor­zugsaktien, sowie 300 Millionen Mark in Ob­ligationen. ES ist mit einer recht lebhaften Be­teiligung der interessierten Körperschaften zu rechnen.

mg Hoffnung auf eine wirkliche Wiederherstel­lung öucojxiß. Der .Star" schreibt, die For­derung FranlceichS, daß die Tonnage seiner Schlachtschifflotte Der japanischen gleich sein sollte, wird, wenn Frankreich daraus bestehen sollte, vielleicht die Abrüstung zur See verhindern. da jedes He6ercinfommen zwischen den drei Haupt- seemächten davon abhängig sei. daß Frankreich und Italien sich verpflichten, ihre Nottenstreil- kräste herabzusetzen. Frankreichs Fvrdsung. eine der japanischen ebenbürtige Kvtte zu haben, sei nicht gerechtfertigt

französische flottensorderunq.

Deuhvrk,22. Dov. (WB ) Funk^pruch Wie die »Dew (gort TimrS" aus Washington meldet stellte B r i a n d daS Ersuchen an den Bewasi» nungSausschuh, Frankreich zu gestatten, den Tonnengehalt seiner Fwtte auf dieselbe Höhe zu setzen, wie den der Oafriner. Eine solche svcmzösische Flottenstärke überrasche einiger­maßen. ES Heide, daß Besprechungen zwischen Hughes, Balfour und Kato deswegen begonnen hätten.

Die Forderung Japans.

Lkeuhork, 22. Dov. (WTB.) Funkspruch »Deuhork World" wird aus Washington gemeldet, Japan habe zu verstehen gegeben, daß es n i e - malS darin einwilligen werde, sich mit den von England und Amerika ihm zuaestandenen 60 Prozent der Haupttypen von Schiffen zu be­gnügen. Es habe mitgetellt, es müsse 70 Pro­zent haben. SS denke, daß ihm sogar 75 Prozent zu kommen.

(Sine Armee farbiger Truppen in frankreich k

P a r iS, 22. Dov. (WTB.) DerPeuple" verlangt von der Regierung Auskunft über die ihm von vertrauenswürdiger Quelle zugegan­gene Dachrickt, derzufolge das Kriegsmini­sterium zur <|ett im geheimen die Aufstellung einer großen Armee farbiger Trup­pen vordereIte, die fast vollständig in Frank­reich untergebracht werden soll.

Paris, 23. Dov. (HavaS.) Zu der Dachricht, daß insgeheim Vorbereitungen ge­troffen würden, um in Frankreick eine farbige Armee aufzustellen, bemerkt die HavaS- agentur, in dieser Angelegenheit gebe eS kein Geheimnis. Der Gesetzentwurfüber den Ersatz der Armee besagt tat­sächlich, daß die Einschränkung der Dienst­zeit nur möglich sei, wenn einerseits die Ver­minderung der Bestände ausgeglichen werde durch die Einstellung einer genügenden Zahl von Männern, die über die gesetzliche Zeit hinaus dienen und andererseits durch die Ein­stellung von schwarzen Truppen. Es habe sich schon jetzt als notwendig heraus- aestellt, nfit der Organisation dieser Einge­borenentruppen zu beginnen, indem die in Frankreich befindlichen Bestände vermehrt würden.

Vom britischen Kabinett.

London, 23. Dov. (WTB.- Dach Blätter- meldungen hielt das britische Kabinett gestern nachmittag eine wichtige Sitzung ab. und zwar über auswärtige Angelegen he 11 en Die Erör­terung betraf hauptsächlich die letzte fran­zösische Dote zum Angora-Bertrage. Man erwartet, der ,.S <r b.irö Evening" zufolge, das) das britische Kabinett eine wichtige Mtt- teilvng in dieser Frage an Frankreich ergehen lassen wird. Außer dieser Frage soll, demselben Blatt zufolge. daS Kabinett in feiner gestrigen Sitzung sich mit dem Fehlschlage der ägyptischen ve Handlungen unb mit der Washingtoner Kon­ferenz besaßt haben.

Der Papkt über den Friedensvertrag.

R o m. 22. Dov. (Wo'ff.) Dach einer Ste- fanimeldung hielt der Papst im heutigen Konsistorium eine Ansprache, worin er sagte: Er bedauere, feststellen zu müssen, daß der Friedensvertrag nicht von dem Geiste des Friedens erfüllt sei, und daß fast alleNationen, be­sonders die europäischen, sich noch immer in so schweren Kämpfen zerfleischten, daß man täg­lich mehr empfinde, wie notwendig die Hilfe GvtteS sei. Schließlich kam der Papst auf die Einschränkung der Rüstungen zu sprechen. Er hege den innigen Wunsch, daß die Arbeiten der Washingtoner Konferenz erfolg­reich sein möchten.

Die Kriegs'ntschadignnq an Serbien.

D raz, 22. Dov. (WB.) Die .Tagespost" mel- . bet auS Belgrad: Der S aatSau_>schuß nahm daS Angebot derdeutschenDegierung, aus Rechnung der Kriegsentschädigung an Serbien Eisenbahnmaterial zu liefern, zur Kenntnis. D u sLland verpflichtet sich, auf Re parationSkvnto 100 Schnellzugslokomotiven, 200 Perionenzugslo ko Motiven, 100 DüterzugS- und 50 schmalspurige Lokomotiven sowie 4000 Güterwagen und 2000 Personenwagen zu liefern, und zwar, ein Drittel bis März 1922 und den Rest in den Monaten Mai und Juni.

Aus Stadt und Land.

Gießen, den 23. Dov. 1921.

Eine Weihuachtsbitte aus Avignon.

Die Reichsvereinigung ehemaliger Kriegsgefangener Ortsgruppe Gießen erhielt dieser Tage auS Avignon folgen­den Brief:

»Liebe Kameraden! Heute gelangten wir in den Besitz Eures lieben Schreibens vom 9. Do- vember und beeilen wir uns, Such bestens zu danken. Mit Freude erinnern wir uns Eurer vor­jährigen Spende und danken wir Euch für Eure edle Anteilnahme, die Ihr uns bisher entgegen­gebracht habt, und die Ihr uns auch am kom­menden Weihnachtsfeste durch hllfsbereite Unter» flüjurtg zu beweisen bereit seid. Euerer Dille nach­kommend teilen wir Euch mit, daß wir am Feste noch 53 Mann sind. Es würde uns große Freude bereiten, könntet Ihr unS Strümpfe und Taschentücher zukvmmen lassen. Schon jetzt ist es hier sehr kalt, und viele Leute haben starken Schnupfen, aber keine Taschentücher. Bei­des waren gute Mittel gegen ein weiteres Um­sichgreifen tem Erkältungen. Debenbei möchten wir noch erwähnen, daß uns Rauchwaren, gleich welcher Art. stets sehr willkommen sind. Wir batten alle gehofft. Weihnachten, das Fest Der Freude, im Kreise unserer Lieben feiern zu können, neigen aber jetzt zu der Annahme, daß, falls wirklich eine Begnadigung bis zum Feste erfolgen sollte, sich diese nur auf ein ganz kleines Häuflein vdn uns erstrecken wird, so daß wohl die Mehrzahl unserer Kameraden noch länger hier ausharren muß. Wir werden jedoch den Mut nicht sinken lassen: denn wir wissen, daß in der geliebten Heimat treue Herzen, vor allem die der ehemaligen Leidensgefährten für uns schlagen und mit unS fühlen. Euch [lebe Kameraden nochmals für Eure Zellen bestens dankend sind wir mit treudeutschen Grüßen und kameradschaftlichem Händedruck Euer Hllssaus- schuh der deutschen Kriegsgefangenen deS Depot Special des P. G. d'Avignon."

Die Ortsgruppe Gießen der Vereinigung ehemaliger Kriegsgefangener Oberhessens be­absichtigt auch in Viesern Jahre eine Samm­

lung zu veranstalten und bittet deshalb alle herAichst, zur WechnachtSzett der gefangenen Kameraden zu gedenken. Gaben werden von den Kameraden GraveliuS, Moltkeftraße, Re­ferendar Groß, Bleichstraße 37, unb Fritz Dunkel, SelterSweg 60, entgegengenommen.

Amtliche Prrfonalnachrich- ten. In den Ruhestand versetzt wurde am 16. Dovember der Lehrer an der Volksschule zu Darmstadt Wolf Sondheimer auf sein Dachsuchen unter Anerkennung seiner dem Staat geleisteten Dienste vom 16. Dovember 1921 ab.

** DaS Hilfswerk unserer deutschen Stammes verwandten und Freunde in Ame­rika zugunsten der notleidenden Bevölkerung Deutschlands hat durch das Zentralkomitee für Linderung der Dot in Deutschland und Deutschösterretch (Eentral Relief Eomittee) schon viel Elend gelindert und ungezählte Her­zen zu Dank verpflichtet. Neuerdings sind in Gießen durch Vermittlung deS Deutschen Roten Kreuzes als amerikanische LiebeSspen- den zwei Kisten Trockengemüse an das Wirt­schaftsamt der Etüden tenvertretung verteilt worden.

** Die Erhöhung der Postta- rife, über die wir kürzlich an dieser Stelle berichteten, ist, worauf wir zur Vermeidung von Irrtümern Hinweisen möchten, vorläufig nur geplant und wird voraussichtlich erst am 1. Januar des kommenden Jahres ein­treten.

**DerDerbandevangeIisch-kirch- l ich er Frauenvereine in Hessen hielt seine erste, sehr gut besuchte Frauenkonferenz in diesem Winter im Demeindesaal der IvbanneS- gemeinde in Darmstadt ab. Pfarrer Schneider- Offenbach referierte über: »Was können die evan­gelischen Frauen und Frauenvereine für ihre Kirche tun?" In feinen Ausführungen ging er davon aus. daß von jeher die Frauen an dem Aufbau der Kirche stark beteiligt waren. Auch heute fällt der Frau diese Aufgabe unvermindert zu. Sie kann ihr in erster Linie durch ihre Auf­gabe in Haus und Familie gerecht werden. Aber auch, indem sich die Frau in Gesinnungsgemein- schaften, Frauenvereinen, organisiert, kann sie großen Einfluß zur Stärkung der Kirche ge­winnen. An diese Ausführungen schloß sich eine rege Aussprache an, in der auf Mittel und Wege aufmerksam gemacht wurde, die dazu dienen, an die einzelnen Glieder der Kirche zu gelangen.

Wettervoraussage

für Donnerstag:

Dunstig und wollig, meist trocken, kühl, süd­liche Winde.

Die Wetterlage hat sich nicht verändert.

e

Bornotizen.

Tageskalender für Mittwoch Stadttheater, SV, Uhr: »Der Barbier voi Bag­dad". Astoria-Lichtsviele, heute »LadyDodiva.

Kreis Büdingen.

)( Orten berg, 21. Dod. Gestern nach­mittag Janb in erbebender Feier die Enthüllung der in unserer Kirche aufgestellten Gedenk- tafelsürdieGefallenen QrtenbergS statt. Sämtliche Vereine nahmen mit ihren Faynen an der Feier teil, die hiesige und auswärtige Ge­meinden wa en so zahlreich vertreten, daß unsere große Kirche kaum die Besucher fassen konnte. Die Frier wurde mit Gemeindegesang, Schrift­worten und einem Ehor des KtrHeogesangvereinS cingrieitet Dach einer Ansprache des Ortsgeist- lichcn folgte der eigentliche Enthüllungsakt, die Fahnenträger traten neben den Altar, während die Fahnen sich senkten, fiel unter passenden Ilebergabeworten die Hülle Dach dem wunder­voll sich anfüqenbenMorgenrot" des Gesang­vereins Frohsinn, einem Gedicht, trorg.tragen von Dg. Hllß und einem Schülerchor, erhob sich die ganze Gemeinde, die Glocken fingen an zu läuten, die Fahnen legten sich trauernd auf den Boden und die Damen der Gefallenen, wie sie auf der Tafel flehen, wurden feierlich verlesen, wie ein Ablchiedög" crilang I'etre von der Empore des Ceangve-eins herab »Ich hott' einen Kameraden".

Schluß der Feier bildeten noch zwei weitere Gedichte Dorgetragen von Maria Gu lke und Fritz M e u e r, und ein Schülerchor. Die für die Kriegsstiftung der hessischen Lmd-S7rche, für die Tafel und die ki.chlichen CBemne in den beiden Totensonntagsfeiern erhobenen Kollekten er­gaben 690 Mk. Dach der Feier besichtigte die Gemeinde das von dem Kunstmaler Delle in Diederramstadt unter Beratung durch den Denk­malpfleger geschaffene Kunstwerk, und es herrschte bei allen nur eine Stimme der Anerkennung über die gelungene Ausführung. Die Tafel ergebt sich auf einem Sockel in 5 Meter Höhe und 1.80 Meter Breite und enthält die Damen von 28 Gefallenen und 2 Vermißten. Die Tafel ist umrahmt von einem prachtvoll aus Hol- geschnitzten breiten Lvrbeerrahmen und wird gekrönt von einem eben­

falls ins Hol- geschämten Sturmhelm mit Lov» beerzweig. Zi emern Krruz und Sicheukranz. Di» Kosten, etwa 7003 Mk.. wurden durch eine frei­willige Sammlung ausgebracht.

Kreis Friedberg.

bzl. Friedberg. 22. Dov. Bekämp­fung der Wanderlager. Die Handels­kammer Friedberg hat beschlossen, die Qfngdegen- beit der Wanderlager in der nächsten Sitzung Der hessischen Handelskammern vorzubringen, um gemeinsam gegen diese Art des Handels, der rur die seßhaften Händler in hohem Maße schä­digend wirkt, vvrzugehen.

ohz. Dorn-Affenheim, 21. Dov. 3n der Wohnung erstickt. Der Landwirt Johann Ochs wurde in seiner Frankfurter Wohnung erstickt aufaefunden. Er hatte abends fiir seine Jagdhunde Futter gekocht und war darüber eingeschlasen. Durch die dem Topf entsteigenden Dünste fand der Mann den Erstickungstod.

Starkenburg und Rheinhessen.

W. Herrn» heim, 22 'Dov. Zu einer Me l ser st echerei. mb.« eine Streitsache aus- artete, kam es unter sich hier auf ballenden Zi­geunern. Bei der wüslen Rauserei wurde einer der braunen Gesellen durch Messerstiche w schwer verletzt, daß eine lleberfübrung ins städtische Krankenhaus in Worms notwendig war. An dem Auskommen des Schwerverletzten wird gezweifelt. Die Polizei ist am Tatort emge troff en und hat bereitsSerbaftaugen Dorgenmnmcn.

wzt. Wor mS, 21.Dov. Der Polizei­hund. Kürzlich wurden einem LandwiN In Herrnsheim zur Nachtzeit aus einem ver­schlossenen Stall vier Gänse gestohlen, die so­fort abaeschlachtet und deren Köpfe am Tat­ort zurückgelassen wurden. Der Bestohlene veranlaßte am folgenden Morgen, daß der Polizeihund eines hiesigen Polizeiwachtmei­sters auf die Spur gesetzt wurde. Der Hund verfolgte die Spur etwa 2000 Meter wett, der Dahn entlang nach einem Feldweg, wo zwei Wohnwagen einer HerrnSheimer Ka- russellbesiyerSfamllie stehen. Hier machte der Polizeihund Halt und verbellte die Stelle. Daraufhin wurde eine Durchsuchung der 'Wa­gen vorgenommen, bei der -war nicht die Gänse, dagegen aber mehrere ZenMer Weiß­kraut sich vorfanden, bezüglich dessen Erwerbs die Frau nach langem Leugnen zugab, daß eS gestohlen fei. Den Gänfeotebstahl leugnet fie noch weiter, ihr 14jähriger Sohn hingegen gab an, seine Mutter habe diesen Diebstahl ausgeführt. Die Frau wurde durch die Gen­darmerie vorläufig festgenommen.

hlz. Worms, 22. Dov. Si edlungs-. bauten. Die gemetnnütziae Daugcnosfen- fchaft WormS hat In der Dahe des Rheines ein größeres Gelände erworben, wo etwa 25 bis 30 Eigenheime mit größerem Garten-- aelande erstellt werden sollen. Die Häuser sol­len in der Zeit von Juli bis Llugust nächsten Jahres beziehbar werden.

ofz. Offenbach, 21. Dod. Gestern abend verübten im Großen Biergrunb junge Leute allerhand 11 n f u a , indem sie Passan­ten belästigten und deraleichen mehr. Als ein hinzugekommener Polizeibeamter in Zivil einen der Hauptbeteiltgten zurechtwies und ihn zur Feststellung der Personalien mit zur Polizeiwache nehmen wollte wurde ihm D 1 - der st and entgegengesetzt. Schließlich schlug der Bctteffenoe dem Beamten einen schweren Krug auf den Kopf, so daß der Beamte eine Kopfverletzung davontrua und bewußtlos liegen blieb. Dachdem er sich wieder etwas erholt hatte, ließ er sich auf der SanitätSwache verbinden. Seine Verletzungen sind zum Glück nicht ernsthafter Datur. Der Täter wurde nachträglich durch andere Be­amten festgenommen.

Kreis Wetzlar.

Wißmar, 22. Dov. Am vergangen« Samstag hielt vor zablreicher Hörerschaft die Liga zum Schutze 6er deutschen Kul­tur einen Vortrag über »Die falsb« Rechnung". Der Redner Herr Heins Wendel führte au», wie bw Sntcntdänber nicht nur Deutschland» Weltwirtschaft vernichteten und es dem wirt­schaftlichen Ruin enlgegenführen. sondern wie sie sich durch das Versailler 5)tf;at und bas Londoner Wkommen selbst die schwersten wirtscchtftttchen Schläge bereiten Er zeigte an Beispielen, wie Englands und Amerikas Hof'nungen nich, in Er­füllung gehen, wie ihre aufaerteilten Rechnui^en sich als falsch erweisen, wie sie nicht reicher, sondern ärmer werden lind Deutschland g-'hi ^dem endgültigen Ruin entgegen. Die Kaufkraft unterer 'Itlavt ist geschwunden Um das Leben zu fristen, verkauft es seine Fabriken, seine Industrie. ES lebt vorn Ausverkauf Darum: 1. Weg mit bem Londoner Abkommen. 2 Weg mit dem Ber» fallier Diktat Reicher Beifall lohnte die treffen­den und fachlichen Ausfübrungen.

Giehener Stadltheater.

Gießen, 23. Dovember.

Der Detter auS DmaSda."

Es war ein recht lustiger Abend gestern im 6tabttb?ater. Uebrloens, das war voraus- juf'ben; zwei so alte, erfahrene Theaterleute wie Hermann Haller unb RideamuS willen f<bon, wie fie ihr Publikum zu nehmen haben. Au» den beutzutaqe für die Operette unumgäng­lich nokw'ndigen Ingredienzien ist ihr Libretto adammengebraut. Sin bißchen Liebe und ein bissclTreu. ein starker Schuß Sentimentalität, ein Foxtrott, ein Tango, ein ..Lied an den Blond" wie oft ist der aedulbige Trabant unserer Mutter Erde nun wohl schon besungen worben? ein paar Walzerlieder probatum ost. daS Text­buch ist fertig, der Drinz kann in das verwun­schene Sckloß ein-iehen. wenn er diesmal mich August Kuhbrot heißt und derDetter auS DingSda" (solll heißen Batavia) ist, zum Schluß kriegen sich zwei Paare und man amüsiert sich und klatscht. Schließlich geben ja auch die Textdichter dafür, wie man so etwa» binnebmen muß, die richtige Parole: ^Kindchen, du muht nicht fo schrecklich viel! denken!" Die Musik von Eduard Künneke hat einige landläusige

Schlager, aber auch manches Feine, beispiels­weise die wirllich nette MelodieGute Dacht, llebes Mädel, gute Dacht!" Der Komponist hat schon vorher, so mit feinemDorf ohne Glocke" Proben von Befähigung zur 6ing- spielmuflk gegeben, eS wäre zu wünschen, daß er diesen Weg wieder betreten möchte. Die Darsteller waren voll bei der Sache. So stellte sich halb der für daS Gelingen eines solchen Abend» unbedingt notwendige Kontakt zwischen der Bübne und dem Zuschauerraum ein, und e» gab wohl­verdienten Beifall. Ilse W i f f e n d o r f f war eine tn Gesang und Spiel ansprechende Iulia. Ihren Romeo fand sie in Kurt Richter, der ihr trefflich fekundierte unb namentlich stimm­lich gefiel. DaS anbere Paar wurde von Käte Otte, einem allerliebsten, schelmischen Backfisch, und Fredv Döring mit bestem Gelingen ver­körpert. Richard H e l l b o r n gab eine recht gut gezeichnete Type, Rudvls Doll und Luise .Rammet sorgten für die nötige Komik. Lohend erwähnt werbm muh auch die körtliche Eharge, die Paul M e h n e r t al» Diener bot. DaS Or­chester tat unter Karl Änübel sein Beste»: Rudolf Goll machte sich al» Spielleiter ver­dient: daS Gewitter war recht geschickt tn Szene gesetztr.

Hessisches Landeslheater.

st. Darmstadt, 21. Dvo.

Eine sehr bedeutsame Erstaufführung, die als Ereignis von künsllerifcher Gröhe in den Annalen unserer LanbeSbühne feftzustellen sein wird, brachte am Sonn­tag spät -war, aber dafür in wundervoller Reife die Bekanntschaft mit Richard Strauß' einaktiger Tragödie G l e k t r a". Die Kritik hat über dieses Werk so vielfeittg und verschiedenartig gesprvcken, daß eS müßig erscheinen dürfte, die Urteile um ein weiteres zu vermehren. Festgestellt sei, daß daS auSverkaufte Hau» völlig im Dann des gewaltigen Werkes lag. dessen ungeheure Wirkung raxf) lange nachhallte. Im übrigen interessiert heute nur Me Aufführung. Dazu darf konstatiert werden, daß Me Tragödie hier unter der zielsicheren, von größten GefichtS-" punkten geführten Spielleitung 3okf SchlembachS.ter allein mit ter Regie tie­fes Werkes sich einen dauernden Damen ge­macht hak, schlechchln vollendet war ün Verein

mit Th C. Pilar-, der dem Werke einen In der Eckllchth^it und Grvh-üclqkelt der Fvr- men und Farben hervorra -enden Damen gab, den besten weiblichen Kräften der LandeSoper, Anna ZakobS, Johanna Hesse, Fanny (Siebe, und dem unter der Geltung des Generalnru sildlrektorS Balling siebenden Orchester, das das gigantische Tonwerk in einer bei allem fast überbegrisslick arvhen instru­mentalen Aufwand wuntervoll rhythmischen Gebundenheit und faszinierenden Größe mu- flkdramatischen Ausdruckes wiedergao. eine Aufführung darstellt, die eine Sonderstellung etnnhmnt tn allem, was bisher von der Lan- deSbühne herab zu uns sprach. DaS Publikum überschüttete die Darsteller mit Beifall und Blumen und rief unaufhörlich die Damen Echlembach und Balling. Der Aufführuna voran ging die Tondichtung JloD und Verklärung" von Strauß, die ebenfalls eine ungeheuer eindrucksvolle Wiedergabe fanb.