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für die provinzialdirettion Gberheffen und für bas Kreisamt Stehen.

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Nr. 122 83. Slngust 1921

Inhalts Uebersicht: Landespolizeiliche Prüfung des (Entwurfs der Anlage eines Anschlußgleises für die Firma I. Wellhöfer, Holzhandlung in Gießen, aus Bahnhof Abendstern. - Die Anmeldung privatiechtlicher Forderungen des Deutschen Reiches und der deutschen Länder, sowie privatrechtlicher Forderungen gegen alliierte Staaten und der Ansprüche aus Artikel 306 Abs. 4 des Friedensvertrags beim Reichsausgleichs, amte. - Versteigerungen. - Dienstnachrichten.

Bekanntmachung.

Detr.: Landespolizeiliche Prüfung des Entwurfs der Anlage eines Anschlußgleises für die Firma 3. Wellhöfer, Holz- Handlung in Gießen auf Bahnhof Abendstern

Der Plan nebst Erläuterungsbericht zur Anlage eines An­schlußgleises für die Firma 3. Wellhöfer, Holzhandlung in Gießen aus Bahnhof Abendstern liegt auf der Bürgermeisterei Heuchelheim vom 23. bis einschl. 30. August 1921 zur Einsicht offen.

Zur landespolizeilichen Prüfung der Anlage ist Termin auf Mittwoch, den 31. August 1921, nachmittags 2 AIhr, auf dem Bahn- Hof Abendstern festgesetzt.

Einwendungen gegen die Anlage, die sich auf Ansprüche wegen Verlegung oder Aenderung öffentlicher Wege, An- oder Zufahrten-aus Grundstücke, Einfriedigungen, Wasser- und Bor­di flutverhältnisse usw. sowie aus die Herstellung von Schutzvorrich­tungen zur Sicherung gegen die- aus dem Bahnbetrieb entstehen­den Gefahren und Rachteile beziehen, sind bei Meidung des Aus­schlusses spätestens im Termin vorzubringen.

Gießen, den 20. August 1921.

Kreisamt Gießen.

Dr. U f i n g e r.

Bekanntmachung.

Betr.: Die Anmeldung privatrechtlicher Forderungen des Deut­schen Reichs und der deutschen Länder, sowie privatrecht­licher Forderungen gegen alliierte Staaten und der An­sprüche aus Artikel 306 Abs. 4 des Friedensvertrags beim Reichsausgleichamte.

Wir machen auf die in Rr. 190 der Darmstädter Zeitung vom 16. August 1921 veröffentlichte Bekanntmachung des Herrn Reichs­minister für Wiederaufbau vom 28.3uli 1921 aufmerksam.

Interessenten können die Bekanntmachung bei uns einfehen. Gießen, den 20. August 1921.

Kreisamt Gießen. 3. D.: Dr. Heß.

Bekanntmachung.

Detr.: Dersteigerung in Fulda und Gießen.

An Die Bürgermeistereien der Landgemeinden des Kreises.

Die Reichstreuhand-A.-G., Frankfurt a. M. ist mit Auflösung ihrer Lager beschäftigt und infolgedessen genötigt, ihre noch vor­handenen Bestände an Hceresgütcrn zu verkaufen.

Es ist hier nochmals den kleinen Abnehmern und Land- leuten Gelegenheit geboten, ihren Bedarf an Gegenständen billig einzudecken. Die Restbestände der Lager von verschiedenenartigsten Heeresgütern, toic:

Decken, Sielengeschirre, Flaschcnzüge, Zugtaue, Feldwagen, Gefchirrteile, Drahtseile, Hanfschläuche. Kochgeschirre, Blech­büchsen u. dergl.

kommen in Fulda, Artilleriedepot, Roonstrahe, am 24. und 30. d. Mts., in Gießen, Zeughauskaserne am 17., 18., 25 und 31. d. Mts. zur Bersteigerung.

An den nicht genannten Tagen findet ein Verkauf an obigen Lagern zu den Versteigerungsbedingungen bis Ende d. Mts. statt, damit auch jedem Gelegenheit geboten ist, falls er an den Ver­steigerungstagen irgendwie verhindert ist, seinen Bedarf ein­zudecken.

Versteigerungsbedingungen werden an den besonders genann- Tagen vor Beginn der Versteigerung bekanntgegeben.

Wir empfehlen geeignete Bekanntgabe.

Gießen den 20. August 1921.

____________Kreisamt Gießen. 3. V.: Dr. Heh.____________

Dicnstnachrichteu des Hrcisamtcs.

Das Ministerium des 3i\nern hat dem Komitee zur Errich­tung eines Freiluftmuseums in Königsberg i. Pr. die Erlaubnis erteilt, 8000 Lose der am 15. und 16. Dezember d. 3s. zu ver­anstaltenden Berlosung von Silbergeräten und Erzeugnissen des Kunstgewerbes innerhalb des Volksstaates Hessen zu vertreiben. Rach dem von der zuständigen Behörde genehmigten Verlosungs­plan dürfen 225 000 Lose zu je 3,33 Mk. (ausschließliche Reichs­stempelabgabe) ausgegeben werden. Zum Vertrieb in Hessen dür­fen nur mit dem hessischen Zulassungsstempel versehene Lose gelangen. ,

Nittwoch, 24. August 1921

Annahme von Anzeige» für die Tageennmmer Die zum Nachmittag vorher oynejrde Verbindlichkeit. Preis für l mm Höhe für Anzeigen v 34 mm »reite örtlich 40 Pf, auswärts 50 Pf.: für Reklame. Anzeigen von 70 mm Breite 180Ps Bei Platz-

5chvlftraße 7.

Vorschrift20Ausjchlag. Haupischriftleiter: Aug. Doch. Verantwortlich für Politik: Aug. Goetz,' für den übrigen Teil: Dr. Remhold Ienz; für den Anzeigenteil: Hans Beck, sämtlich in Gießen.

oerDen. wurde hinzugefügt, daß die ing Der ^Vereinigten Staaten nicht der An- i. daß solche Verhandlungen öffentlich tr wfter Weise geführt werden können. Ferner angelünbigt, daß eine endgültige Berlaut- vvr Wochenende erwartet werden könne.

Die Abrüstungskonferenz.

inbon 23. Aug. (Wolff.) Der amenka« Srbeiterführer G o m p e r s erklärte in einer che, Präsident H a r d i n g habe ihm mit- daß er dem Wunsche der Arbeiter-

:, auf der Abrüstungskonferenz m zu sein, gewogen sei.

Rationalkonvent der Sinnfeiner, rblin, 23. Aug. (WTD.) Der heutigen des Rativnalkonvents derSinn- r mißt man größere Bedeutung bei. Es rrscheinlich, daß das irische Gcheimparla- er 26 Grafschaften in seiner Antwort an George die Angaben berücksichtigen wird, t in dieser Sitzung gegeben wurden. Man s vertrauenswürdiger Quelle erfahren ha­lb der Rationalkonvent sich für die An- der Bedingungen Lloyd Georges au8- r werde Der Konvent besteht in der Tat ner grö' eren Zahl Leute, die gemäßigter s das Geheimparlament, dessen Mitglle- ter schwierigen Verhältnissen gewählt tour- d größtenteils Gefangenschaft zu erdulden

Druck der Lrühl'schen Universitäts-Buch, und Steindruckerei R Lauge, Gießen

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richtet:

Der Reichskanzler wies in einer Be­sprechung zu Beginn der Verhandlungen mit großem Rachdruck auf die außerordentlich schwie­rige finanzielle Lage des Reiches hin Er streifte auch die oberschlesische Frage und sprach die Hoffnung auS, daß die Entscheidung des Völker­bundes es Deutschland ermöglichen werde, feinen Verpflichtungen nach Kräften nachzukommen. Dann ging er a^f die Forderungen der einzelnen Organisationen ein und hob hervor, daß die Be­friedigung der Ansprüche, die von den Eisenbah­nern und einem Teil des Allgemeinen Deutschen Gewerkschaftsbundes gestellt würden, eine Mehr- belastungvvnjährlichl4Milliarden, l>ic Erfüllung der Gehaltswünsche des Deutschen Deamtenbundes eine Mehrbelastung von 1 6 b i s 18 Milliarden bewsicken würde. Weder für die eine noch die andere Forderung sei in dieser Höhe Deckung vorhanden.

Verkehrsminister G r ö n e r erörterte dann die Verhältnisse bei den Reichseisenbahnen. 3m all­gemeinen habe die letzte Tariferhöhung nicht die schlimmen Folgeerscheinungen gezeitigt, die man vielfach befürchtet habe. Der Personenverkehr sei befriedigend, dagegen sei im Güterverkehr ein Rückgang der Einnahmen zu verzeich­nen. Dieser letzte Umstand sei darauf zurückzu­führen, daß wegen der Kündigung des Lleber- schichtenabkommens im Ruhrrevier täglich 3000 Eisenbahnwagen weniger verladen würden als früher, und daß wegen der Wirren in Ober­schlesien seit Monaten ein Ausfall von 6000 bis 7000 Waggons täglich fest zustellen sei. Die Eisen­bahn müsse weiterhin mit erheblichen Mehraus­gaben rechnen. Die Materialpreissteigerung, die etwa 10 Prozent betrage, erfordere Mehrauswände von rund einer MiÜiarde. hierzu kämen noch andere Betriebsausgaben etwa in gleicher Höhe, so daß das Defizit für das 3ahr 192 1 sich nicht in so engen Grenzen bewegen werde, wie man im Etat angenommen habe. 3nsolge oer neuen Beamtenforderungen und der Erhöhung der Ar- beiterlöhne könne er auch wahrscheinlich seine >

reren Erhöhung Der Kmoerzulagen um Prozent machten, so daß also in Ortsklasse A 200 Prozent, in B und C 175 Prozent und in D und E 153 Pro­zent Zuschlag bezahlt werden Für D i ä t a r e wurde zugesagt, daß sie jetzt in den beiden ersten Jahren 90 Prozent des planmäßigen Beamten­einkommens, im 3. und 4. Jahre 95 Prozent und vom 4.Jahre an daS zuständige Deamtengehalt erhalten sollen. Den Arbeitern wurde eine Aufbesserung deS ständigen Lohns um 85 Pf. zu- gesichert. Die Auszahlungen Der neuen Gehälter und Löhne sollen am 1. September bereits erfolgen, da die Regierung dem Reichsrat unverzüglich eine entsprechende Vorlage überreichen wird. Man will sich ferner die Zustimmung der einzelnen Parteien sichern

Die Zusicherungen der Regierung wurden, so schließt eine Berliner Meldung der5rff 3tg., von Den Organisativnsvertretem nicht ohne weite­res angenommen, da die Gewerkschaften von Der Forderung einer Mindestgarantie nicht abgehen. Rach zwölfstündiger Verhandlung wurde die Kon- ferenA vertagt. Die ursprünglichen Zugeständnisse Der Regierung würden für das Reich und Die Län­der eine Mehrausgabe von 5 Milliarden erfordert haben: diese Zahlen würden sich durch Die nach­träglichen Bewilligungen auf acht Milliarden er- höl^n.

Kiel 23. Aug. (Wolff.) Die Verhandlungen zwischen Dem Ortsausschuß des Allgemeinen Deut­schen Gewerkschaftsbundes und Dem DunD Der Ar­beitgeber über Die Gewährung von Teue­rungszulagen für Die in Kleinbetrieben be­schäftigten Arbeitnehmer sind gestern a6enD g e - f (^eitert Sämtliche Derufsgruppen haben Da­rauf noch gestern abend in Versammlungen Stel­lung zu der Lage genommen. Es wurde beschlossen, 'am heutigen Dienstag in Den Streik einzutreten. Da Die Angebote Der Arbeitgeber für unannehm­bar bezeichnet würben. Der Streik ist Darauf heute morgen ausgebrochen.

Essen, 23. Aug. (WTD.) Vier Berg- arbeiterverbände, nämlich der Verband

Weißenfels' Taucha Dobrilrgk Sagan Arnsdorf ßiegnih Mochlern Brockau Karlsmarkt Oppeln. Täglich werden vier Züge gefahren Die Bevölkerung der von Den Trans­porten berührten Gebiete wird zur Vermeidung von unliebsamen Zwischenfällen Darauf hingewie­sen, daß es im allgemeinen 3ntereffc liegt, diesen Transporten keinerlei Schwierigkeiten zu bereiten.

Kundgebungen aus Oberschlesien.

Lublin i tz. 24. Aug. (WTD.) Durch Ver­mittlung des englischen Obersten Diel wurde an Lloyd George und den Völkerbund fol­gendes Telegramm abgefanät: Sämtliche Frauen von Stadt Lublinitz bitten, dafür eintreten zu wollen, daß Der Kreis Lublinitz bei Deutschland verbleibt. Ein ähnliches 'Tele­gramm ging an den englischen Vertreter in Oppeln.

Die Anmaßung französischen Militärs.

Berlin, 23. 2üig. Wie Die Blätter von zuständiger Stelle hören, bat Die Deutsche Re - gierun g wegen Des Vorfalles am Bahn­hof FrieDrichstrahe, wo französische Sol­daten sich Den Anordnungen Der Schutzpolizei widersetzten. Den französischen Geschäftsttäger in Berlin. Die französischen Heeresangehörigen in Deutschland anzuhalten, in Deutschland die gel­tenden Polizeivorschriften zu beach­ten und die von Den Deutschen Behörden getrof­fenen Anordnungen zu berücksichtigen.

Die deutsch-amerikanischen Verhandlungen.

Washington, 24 Aug. iWTD.» Reuter. Die -erste amtliche Destättgung Der Berliner Mel­dungen, wonach Ber Hand [ungen über einen Deutsch-amerikanischen Vertrag schwe­ben, kam gestern aus Dem Staatsdepartement Es wurde zugegeben, daß Die Verhandlungen aut Ersuchen Der Vereinigten Staaten geheim ge*

Unruhen in Belfast,

aris, 24. 2hig. (WTD.) Rach einer »"-Meldüng aus London ist eS gestern in i ft zu Unruhen gekommen, wo eine nergruppe mit Lohnlisten mehrere Stun- ig kämpfte und wobei auf beiden Seiten en wurde Am nächsten Morgen wurde Straße eine Bombe gefunden

nenkundgebnng in Antwerpen.

iris, 24. Aua. (WTD.) Rach einer g des »Petit Parisien" aus Drüstel ist ge in Antwerpen Infolge des Au f - nS der Flamen sehr gespannt. Ein >er sich neuerlich zu dem Denkmal eines >en Dichters begab, stieß Rufe aus: .,E S : die Deutschen! SS lebe von n g I Die Stadtverordneten von Antwer- ftten den Veranstaltern Der in Brüssel nen flämischen Versammlung mitgetettt, e Veranstaltung in Antwerpen stattfinden inD daß Die Veranstalter offiziell im Rat- mpfangen würden. Man glaubt, daß Der iteur Der Provinz Antwerpen seinerseits iranftaltung verbieten wirb. Da er ernste m befürchtet.

Kongreß der geistigen Arbeiter, ar iS, 23. Aug. (WTD.) Wie die r aus Brüssel melden, hat der hier c Kongreß Der geistigen Ar­t' eine Resolution angenommen, fn Der . heißt: l.Mer Kongreß erwägt Den Ent- für eine internationale Bereinigung er Arbeiter. 2. Er gibt Der internatio- ArbeitSvereinigung das Mandat, in Den ebenen Ländern eine Propaganda zu ehmen, damit in jedem Falle eine Zen- lanisation geistiger Arbeiter, die der ittonalen Bereinigung angehört, zu­stande kommt, und gibt 3. einer der inter­nationalen Bereinigungen das Mandat, sofort mit den Organisationen des Bölkerbun- deS und des 3nternationalen Ar­beitsbureaus bezüglich der genannten Frage in Verbindung zu treten.

Aus Sowjet-Rußland.

Stockholm. 23. Aug. Die Sowjetregienmg schreitet, so meldet die .Frkft. Ztg." auf dem Wege des kapitalistischen Systems fort. Rachdem durch ein Dekret vorn 6. Juli der Besitz un­beschränkter Mengen Geldmittel und bis zu einem gewissen ®raDc auch die Freiheit deS Bankgeschäfts zugelasien. ferner durch die Dekrete vorn 10. und 12. 3uli über Die Errichtung von ^nbuftrieunter- nehrnungen auch Die inDustrielle Tätigkeit in grö­ßerem Umfange freigegeben worDen war. ist jetzt ein neues Dekret in Vorbereitung, welches den privatenHausbesitzgestatten toirD. Ein Dekret vom 5. August hat auch Die Zahlung für alle Dienstleistungen unD Warenlieferungen Der Sowjetregierung eingeführt: auf den Eisenbahnen muh also jetzt wieder Fahrgeld entrichtet wer­den. Rach Helsingforser Meldungen ist Der private HanDel in Petersburg unD Moskau im vollen Gang Täglich werben neue Ladengeschäfte eröff­net, zahlreiche Kaffees sind bereits wieder im Be­trieb: auch Der Verkauf von Wein ist freigegeben worben. Ferner erwartet man bie baldige Wie­dereröffnung Der Bankhäuser. Die Rückbildung zum kapitalistischen Betrieb vollzieht sich unter A.'frechter ha ltung ter äußeren Ordnung. Die Sowjetregierung läßt zur Zeit in Schweden größere Mengen Roggen auf kaufen. Die bisherigen Käufe umfassen etwa 10 000 Tonnen.

Eine Konferenz zur ftrafle der russischen Flüchtlinge.

Genf. 23 Aug. (WTD.) Die Konferenz zur Prüfung Der Frage Der russischen Flücht­linge hielt am Montag ihre erste Verhandlung