teuren Zweifel geben. — Das „Wiener Journal" sagt: Der Sieg in Oberschlesien sollte auch von den Ententemächten, einschließlich Frankreichs, begrüßt werden. Denn dieser Sieg sichert der Entente weit mehr als alle Strasaktionen eine Reparation durch Deutschland, wenigstens soweit als diese nicht die unverhüllte Absicht haben, Deutschlands Wirtschaftsleben unter alten Umständen zu vernichten. Aber auch "Voten fkit keinen (Vrunb, mit dem Resultat der Abstimmung dauernd zu grollen, denn es wäre gar nicht imstande, einen so fetten Bissen wie Ober- schlesien zu verdauen. Alle historische Erfahrung läßt es ausgeschlossen erscheinen, daß Polen selbst bei den besten Absichten in die Lage kommen würde, den unter deutscher Herrschaft erlangten Wohlstand auch nur zu erhalten. Diese den Polen gewiß reicht unbekannten Motive des deutschen Sieges sollten sie selbst belehren, daß der Abfall Oberschlisiens an Polen weniger ein Glück denm ein Unglück wäre.
Acußerungei der «ngarischen Presse.
Budapest. 22 März Tie ungarische fresse begrüßt lebhaft das Ergebnis der ober* schlesischen Abstimmung Ter ..Bester Lloyd yrfyrcT.bt: Tas oberschlesische Beispiel beweist, daß das St-aatSgriühl ein stärkerer Tfaftor ist als die Stammeszugehörigkeit. Jetzt werde bie Entente das M Ungarns Unglück im Triononvertrag begangene Unrecht emsehen müssen.
TaS „NeuePefterJournal" sagt: Seit Neben Jahrhunderten ist Oberschlesien deutsches Gebiet mck mit d.n^ übrigen Deutschland aufs engste trrfidiöft. Die tri-frfic Arbeit machte Oberschlesien nicht nur wirtschaftlich sondern auch kulturell zu einem Teile Deutschlands. Durch das Ergebnis der Abstimmung kommt die Entente in die Lage, ben in London abgerissenen Faden wieder anAuknüpsen.
Die Neqelunq bes Warenverkehr; zwischen dem besetzten und unbesetzten
Gebiet.
Satellit, 22. MSr,. MTB.) Der 'BoltSwirtschaftsausschuß des Reichstags nahm heute einstimmig die Verordnung betr. Regelung des Warenverkehrs zwischen dem unbesetzten und besetzten Gebiet, die bereits heute mittag die Zustinv- mung des Reichsrates gefunden hat, an. Rach 8 1 dec Verordnung wird der Reichskommissar für die Aus- und Einfuhrbewilligung ermächtigt, für den Warenverkehr von und nach den Gebieten, in denen er die Anwendung der deutschen Ein- und Ausfuhrbestimmungen in- fvlge Besetzung für beeinträchtigt hält, Vorschriften zu erlassen. Zur Begründung der Verordnung führte der Regierungsvertreter hx. a. auS: Die Besatzungsbehöwen beabsichtigen, leine Zollgrenze rechts des Rheins ru errichten und die deutschen Ein- und Aus- fuhrbestunmungen für das besetzte Gebiet außer Kraft taten zu lassen. Der Beauftragte des ReichskommissarS für die besetzten Gebiete sei von den BesatzimgSbehörden bereits dahin unterrichtet worden, daß er der interalliierten Rheinlandkommission lunterstehe. Es werde daher die Hauptfrage des Reichskommissars sein zu verhindern, daß notwendige Jn°^ lanvSwaren (über das besetzte Gebiet ab- sirömen nnb daß unerwünschte A uö- laildswaren durch das besetzte Gebiet eindringen. Eine Erweiterung der bestehenden Vorschriften der Außenhandelskontrolle werde sich Nicht vermeiden lassen, insbesondere werde eine deutsche Rheinkontrolle stattfinden lmüssen.
Au» dem neu besetzten Gebiet.
Berlin, 22. März. (Wolffs Gestern Wurde der Bahnhof Osterfeld bei Ober- Hausen, welcher für die Verbindung zwischen Oberhausen und Essen wichtig ist, durch franAösischeTruppenbe setzt.
Die Verhaftung des Bürgermeisters und Polizeiinspektvrs in Walsum ist erfolgt, weil im Besitze des Bürgermeisters sich ein chinesisch^ Dolch bcffunden traben soll. Die beiden Herren wurden nach 2*/,tägiger Haft wieder entlassen.
Da» Wiederaufbauproblem.
Paris, 22. März. (Wolff.) Die vom UEgemeinen Ardeiterverband (C. G. T.) ein- bemfene Konferenz hat gestern nachmittag
ihre Arbeiten fortgesetzt. Zu Begum der Sitzung wurde ein schriftlicher Bericht der C. G. T. verteilt, in dem gesagt wird, welche Lösung manid er Frage des Wiederaufbaues geben wolle, ob Reparationen von Deutschland ober internationale Finanzhilfe. So sei es unerläßlich, einen Wiederaufbauorganismus zu schaffen, dem man alle technischen Hilfsmittri zur Verfügung stellen müsse, um einen bis jetzt noch nicht bestehenden Gesamtplan auszuführen. Jou- haux erklärte im Verlaufe der Debatte, die augenblickliche Lage könne nicht andauern, sowohl national wie international. Man müsse das Wiederaufbaupvoblem wieder in Angriff nehmen, obzwar es schwierig fei. Es handele sich hierbei nicht um ein politisches Problem, sondern um ein Problem auf Leben und Tod. Seit dem Waffenstillstand sei außer von Privatpersonen nicht viel für den Wiederaufbau geschehen. Die geschaffenen Organismen hatten fick» durch ihre Zusammensetzung und ihre Verbindung m, i den politischen Interessen als nid)t fähig erwiesen, eine praktische Lösung herbei- rusühren. Deshalb habe sich der Allgemeine Arbeiter-Verband entschieden, eine Enquete zu veranstalten und hierzu die Hilfe der Geschädigten selbst angerufen. Es hänge nun- niehr von den heute versammelten Personen ab, vb das verwüstete Gebiet wieder zu neuem Leben erweckt werden könne.
Der Mgevrdnete Le bas erklärte,-die Wiederaufbaufrage hänge von der Mitarbeit anderer Völker, hauptsächlich aber von der Mithilfe Deutschlands, ab. Schließlich wurde eine Organisationskommission eingesetzt, deren Aufgabe darin besteht, praktische Vorschläge zu machen zu dem Vorschlag Marcell Laurent. Die Kommission besteht aus Vertretern der einzelnen Departements und setzt sich aus 17 Personen zusammen. Am Abend wurde dann einstimmig eine Resolution angenommen.
ÜU9 »em Belebt.
Die Wühlerei der Kommunisten.
Berlin, 23. März. (Wolfs.) Den Blät- tern zufolge hielten die Berliner Kommunisten gestern vier Versammlungen ab, in denen die Lage in Mitteldeutschland besprochen wurde. Es wurde erklärt, im Augenblick sei eine Aktion noch verfrüht. Gegebenenfalls müsse man den mittetdeut- sck)en Arbeitern Solidarität beweisen. Sowohl der „Vorwärts" wie die „Freiheit" verurteilen aufs schärfste die kommunistische Hetze. Rach .einer Meldung der „Roten Fahne" ist es in Eis leb en und Hettstedt gestern zu Zusammenstößen zwischen Schutzpolizei und Aus ständigen gekommen. Im sächsischen Provinziallandtag erklärte Oberpräsident hörsing, den unhaltbaren Zuständen in der Provinz Sachsen müsse ein Ende gemacht werden. Das sei der feste Entschluß der Regierung. Es solle dadurch keine Partei getroffen werden, sondern nur die Elemente, die sich außerhalb des Gesetzes gestellt haben.
Berlin, 22. März. (Wolff.) In der Angelegenheit des Anschlages auf die Siegessäule erfahren wir weiter, daß die gestern abend feftgenommenen elf Per- sonen nach den bei ihnen gefundenen Mitgliedskarten und nach ihren eigenen Angaben zum Teil der kommunistischen Arbeiterpartei angehören. Die vorgefundenen Pistolen und Revolver waren sämtlich geladen. Außerdem wurden mehrere schwarze Masken gefunden.
Line neue Wendung im Wetzlarer Streif.
Wie uns vom Labnarbeitgeberverband mit# geteilt wird, ist bei ihm soeben folgendes Telegramm eingelausen:
„Berlin, 40, 22. März, 9 Uhr nachmittags.
Verbindlichkeitserklärung des Schiedsspruchs -m Wetzlarer Lohnstreitigkeit abgelehnt; begründeter Bescheid unterwegs.
Reichsarbeitsminister
6 C 2361."
Wir verweisen gleichzeitig auf eine Anzeige des Lahnarbeitgeberverbanoes in unserem heutigen Blatte.
Are» Statt und Land.
Gießen, den 23. Mär» 1921.
Nordische Gäste.
Trotz des milden Sinter 3 zeigten sich in diesem Jahre sehr viele nordische Winter- Vögel. Die auch sonst auftretenden Bergfinken erschienen in großen Schwärmen. Die Ztverg» taucber, die vereinzelt bei uns in Deutschland brüten, wurden durch nordische Zuzügler verstärkt. In den letzten Wochen wurden in vielen Teilen Hessens große Flüge von Seidenschwänzen beobachtet. Dieser etwa drossel- aroße, in Nordeuropa brütende Vogel, dessen Kopf durch eine Federhaube geschmückt «ift, ernährt sich von Beeren. Mit Vorliebe frißt er die Beeren der im Vogelsberg noch häufigen Mistel. So wurden zwischen Münster und Laubach mehrmals große Flüge dieses nordischen Wintergastes festgestellt; die Zutraulichen Vögel ließen sich aus ziemlicher Nähe beobachten und erregten die Aufmerksamkeit der Naturfreunde.
Billiges Fleisch.
Die Fleischer-Innung Gießen hat mit Rücksicht auf das Anhalten der hohen Viehpreise, um dem kaufenden Publikum den billigen Ankauf von Fleisch zu ermöglichen, prima Rinder-Gefrierflei'ch und prima Schweinegefrierfleisch gekauft, das noch vor den Feiertagen zum Verkauf kommen soll. Es soll sich um prima Ware handeln, die in Bezug auf die Qualität usw. dem frischen Fleisch nicht nachsteht.
fpd. Frankfurt a. M., 22. März. Zum ersten Male seit fünf Jahren veröffentlicht die Fleischereinung wieder Höchstpreise für Schweinefleisch. Es sollen kosten das Pfund Schweinefleisch mit 20 Proz. Knochen- beilage 17 Mk., Schnitzel, Frikandeau 25 Mark, Fleischwurst 18 Mk., schmale Blutwurst 16 Mk., hausmack)er Leberwurst, breite Blutwurst, Preßkopf, Gelbwurst 20 Mk., Leberwurst, 2. Sorte, 12 Mk.
Wettervoraussage
für Donnerstag:
Vorwiegend beiter und trocken, nachts kalt, tags warm, wechselnde Winde.
Tas über Norddeutschland gezogene Teiltief hat untere Wetterlage nicht beermlußt. Der an der Westküste herrschende tieie Druck wird uns voraussichtlich in den nächsten Tagen ernenWiUe- rungsumschlag bringen.
Vcranstaltttnaett.
M i ttwoch: Stadtkheater, < Uhr, „Rosmers- Holm". — Cafo Vei(h 7' Uhr, Konzert und Vorstellung der Mcdick-Äeibmger. — Lick-tsn'e theater, wie gestern.
*
** Ein Jugendtraum betitelt sich unser neuer Roman, mit dessen Abdruck wir in der nächsten Kummer beginnen. Der Roman zeigt, daß nicht nur eine Verkettung nWbrigcr Umstände die .Verbindung eines süreinander bestimmten Paares verhindern kann, sondern eine allzu sck-crrse gegenseitige Prüfung edler Charaktere. Dem Adel ilrrer Gesinnung bleibt besonders die Heldin des Romans treu, womit sie svch die Sympathie aller Leserinnen erwerben wird.
** Amtliche Personalnachrrchten Auf Anordnung der mexikanischen Regierung bat bet mexikanische BizcUonsul in Pdamz, Bernhard Sauerwern, aufgehöit, seine llonsulariickien Funktionen auszuüben — Ernannt wurde am 18. März der Kreisschulrat bei der Kreisschulkcm Mission Darms.adt Jo eph Lulcy zum Studien rat an der Ludwigs Oberrealschule zu Darmstadt mit Wirkung vom 1. April 1921 an. Ernannt wurde tmt 18. März der Studieurat an oer Real^ schule zu Gernsheim Friedlich Uhl zum Studienrat an der Realschule zu Bad-Nauhctm mit Wirkung vom 1. April 1921 ab.
** Die Todesfälle in Hessen im Jahre 1920 Nach den vorläufigen Ermittlungen ereigne en sich im Jahre 1920 insgesamt 17 973 Todesfälle. Aui'bie ci zelnen AlterSIlasien entfallen: Unter 1 Jahr alt 2916, 1 bis 4 Jahre alt 742, 5 biS 14 Jahre alt 667, 15 bis 29 Jahre alt 1851, 30 biS 59 Jahre alt 4318. 69 bis 69 Jahre alt 2719, und 70 Jahre alt und darüber 4730 Todesfälle. AlS Tob.^ursackni tarnen zur Feststellu g: Angebote/e Leb. ssck.wä.le und Bi> dungsfehler 1006 Fälle, AlterSsMväck-e 2235,5litt> bettficher 58, andere Folgen der Geburt 54, Sckur- lach 44, Maseni und Mrin 81. Diyht!'rie und Srupp 158, Keuchhusten 191. Tno'.uJ 23, übertragbare Tierk-aukheilen 0, Rote 67, andere Wund- mlektionskraiikhi en 18'), Tu.eckulvte ter Lu>- gen 1723, Tu trtnlose anderer Organe 394, akute allgemeine Mi ürtu^erlu o e 76, Lungen ent-1n- dung 1474, Jnsluei:-a 1007, anbere übertragbare
venerckche ustv.) Kvankbrten 155, frarfei - Atimmg^organe 792, Kvankb iten t. <> r..r , organe her, uftv.) 2020, 5^-hirnschta' 3 AranÜKitcn de- Nerre u strms 7:0. c - u k Taimiatarrh, Brechdur^ f 11 555 a t< - Ht-H, He ren der Skrbauungi-orgaite 533, Blü y<im> cnt-,unbung 49, fitanlbeiten bet Harn- und fe, ichlechtsaigmie 406, Kre.s 1277, cn.e e .eu oungen 19, Selbstmord 250. M> td u b Tv? loro.e lö li.be > - pet.e le,re g >9, Ve uni ober andere oenxLtiainc Einwirkung 449, a.*<" benannte Dode^iriachen 505 und Dodosunache angegeben 347 Fälle.
** Zahlungen auf oaS Reich- notopfer Tonnen nach einem Erlaß cer Reichsfinanzministers in be anderen Fälien zur Vermeidung außergewöhnlicher <}aritn nunmehr auch bewirkt werden durch Hingabe von Kriegsanleihen, die nicht burdi Selbitz zeichnung erworben wurden, wenn der irr- werbspreis »licht mehr als 1 v. h hinter bem Zeichnungskurse zurückbleibt. Außerdem mci der Erwerb vor dem 9. November 1918 «• folgt sein und cs müssen ferner diese Sfo- lechestücke seit dem Enverb ununterbrochen im Besitz der Abgabepflichtigen sich befuitden haben. Anträge, mit eingehender Begründung versehen, müssen spätestens bis zum AblaLf eines MonatS nach Zustellung des vorläufigen Steuerbescheids bei dem zuständiaen Finanzamt eingereicht werden. Wurde ötr Steuerbesck>eid ioor dem 15. März iugestellt so muß per Antrag bis zum 15. April ge- stellt fein.
•* Die Benefi--Vorstellung otr u ter le u t ci, unc sich las Zirku-Drama uni! i, das im LicktPrelbause, Bahutvsstlaße, a rollt, v. einer der iixui.ienbi'icu Filme, bn? »eü langer 3eu über die LeiiUoand gingen. Ter Film lohnt sick» m, an eme Novelle von Hermann Bang au, der w fern anderer die seltsame Welt der Arti ten n schildern wußte uno gerab? in ber Er-ch ung v» den vier Teufeln ein Meisterwerk ber Erz uilwi-tz fuitft geliefert hat. Ter Film muß, wie inner, aus einige psychologische Fnnheiteu v«. zi 'Nen, höht aber bie Spannung ber Geschegnisst. iv sich in ber Kuvvci eines ZirkuZ in den £** svrüngen der vier Teusel abrollen. Der Ei bis in bie Welt des ZirkuS ist m bezeichnenden fchnitlei' gegeben und durch entzückende <üut> züge belel't. Die Darftellmig i », abgesehen t»n den an^iordentlicben Ak.o >a e -leisrnn^en b-r urt Teufel, vor, g!ick>, besonders bie ?lu' ajfmtg tw Margarete Siegel at- Aimöe, Ernst Wnur 14 Fritz imb Vera Hella als Grä in. Ter Ail» wird ben l-öchstcn Aniprückien gerecht.
•• Kleine Mitteilungen. Der auf Grund bet von bet ärztlickren Prü ungssrelle ar> geg.b ncn Butterbczug» scheine noh Melken über den 27. Vkürz 1921 hin au) zu c hi.ten hat, Tarnt Sicfe crus Zimmct 7 des LedenSmüte!amt4 ab bo le it gegen Bor war deS Butterbe-uasscheme- — LiebeSgabensenbung. Ein in Miiwauk« Wis, U.S.A., wohnenndcr Gicßner, Herr «tail M ootz, hat bem Wehtiahrtsamt in bochberiigtt Weise 250 Flasck^n 2eberlnut und ein Faß pulren- fierte Milch unentgeltlich überwiesen zur Venm». bung für die not leidenden Kinder in bet ktaki Gießen. Tic Verteilung hat ftattgefunben. lern Spender wurde der Tank ber StadtverifaltUn-Lu-- gesprocken. — Evangelischer Ar-ei'ter- ve rein. Bei her ersten Aufführung bet eibbaucr" ergab sich ein Ueberschuh von 700 T?! welcher der „Kinder er hilf«" in Gießen überwkn tnitbe. Ter Ueberschuh ter -weiten A,i>führun« mit 600 Mk. nxutbc ter ..Glockenspende' zugesühtt. — In der Zeit vom 29 März bis 2h Aon! b. Js. iverben die sämtlickien stäbr Strotzen- ran a le gespült. Während breer Zeit find rv Rückstauveischlüste au bie Grund iückSe rtwästeiAr- gen verschlossen -u halben. — Tre Schafmer in ba D» 3ügc n fino aigewieren worden, u engst rl aus die Freihaltung ber Gänge -u ackert, i^en» nun ein Reisender sein Gevack in den Gang Mit und sich nicht weitet darum kümmert, erfdrtnt stillschweigend bet Schaffner und befdrbert da» Ök* päck in ben O^eväckwagen. Ter Reisende hat b nn natürlich Sckiereteien intb Mühe, bi) er glückli» lerne Sachen wieder hat. — Denen de) u "t* beuten tocrbraudid von Fahrkartenpavve wirt |ir Zeit rn Berlin ein Versuch zwecks VerwindennV der Au-gabcn gemacht, indem man Bahnftei«- macken a u 8 A lumintum in Größe eurH Zweimarkstücks au8gibt. Dte Marken weden »M Schalter -um Preiie von 50 P, beiF mit iow fmb bei Verlaßen des Bahnsteigs an der LßkM veni Schaffner adzwieben.
** Dornotizen. Der frühere CbrrfrieTf'*'« des Gießener Stadttheater), Hermann Bakot, gibt am 29. März im Ginborn einen feiner bekannten Dortraa habende Mitwirkende sind buswai Dans <5i>'o!t und Rosa Eisolt°habler a n verr 3uliu8 Hahn-Gießen wird am Flügel begkeueu. RühTteS siehe Anzeige.
Zruilleton.
Uraufführung von Fritz von UnruhS: „Louis Fewmand Prinz von Preußen."
Tarrn ftabt 23. MärH 1921.
Man schreibt uns:
lieber Fritz von UnruhS btditcrifdie Mission sind die Akten nock) nicht qn'cküossen. Unmöglich, Uber einen Dichter ein abschließendes Urteil zu fül (m. ben da« Schicksal in eine Zeit der Gärung, der Umnvlzung binnngeftelll, die ibit und sein Schassen restlos eriüNt. Nur da8 kann sickwr gesagt Werden: Kaum einer der jungen Tetitsckicn ist so tk*f in feiner Zeit verwurzelt, so restlos von ihrer jGröße burdibrungnt und geht so Mist und von großem reinen Dollen beseelt in seiner dichterischen t’Jbf ion dem Problem dieser Zeit -u Leibe, wie 11 im^) Er ist Trcufx. entstammt altem pitußisck en OifizierSgcschlecht und bad topische Preußentum ist tp tief in ibm ocranfcrt. baß sein ganzes brama- tisckies Schassen (in Form und Stil auch ,,G> Lc!stecht" und „Platzt von diesem Preußentum bestimmend becdislußt wird.
.LouiSFerbinandPrinz von Preußen", das gestern am hessischen Sanbedtfr'titer in Darmstadt intter Gustav Wartung feine Ur- vmffübnmg erlebte, ist eigentlich nicht) als eine freudige, üderzeu ende Bekenntnis -r m Preuß. nrum des grc>ßen 5ricbn(b, dessen ,.ini (jkifte o>rh ver- hxmbtcr" Nachfolge r Louis Feidinand ist Das Drama war bekanntlich vor dem Kriege einem Ailsfübningsverbok ver allen, das woh' aus Kaiser Slm znrückzu übten war. Da um ist nicht reit lick). Di- Tendenz kann, soll) sie ri ,t miß. vorstarrden nxirb, b.i'5 Verbot nicht recku > tigen. ücber Friab.icki Dilh.'lm F\’. Hit die G s i :c g
xxfjLii und Unruh bicüd btricm Sckrlvächluiu
auf bem Preußen thron durch seine starke Religiosität „einen Mantel menschlicher Majestät" um feine Schultern. Louiü Ferdinand erscheint in dem Drama gegenüber dem historischen stark ib.alii'icrt.
Das Twma selbst ick eine dichte mische Arbeit von stäckster Gesta.tungskraft T.eic Gesialtunas- traft sckpfft allein durch be;t Tieck'g. ber die Eda- rnftetc zeichnet, burck die soruikghaf.e buirfxnbe S-emniolge eine Atmospbäre dynamischer Soan- mmg und deckt txn Mange, an icqiiixT Vantlung. In ungemein geschickter Stcigeruni baut sie. von Szene zu Szene wachsend, uni bie tragende Gestalt bj^S Ptwzen Fe diiianb den steile i Weg der iljn einen Augenblick auf eine ent ck» idonse We.ibuna PeiMr^nbe Stellung der Gefcknchte Prouseus, viel- Liviu der Welt, bringt Den Weg, wie Unruh selbst jagt, „in denen Begri. ermm und Le.den i in dem Prinzen die Preuf^nk.one reidien", bie irnt bargebnacti wird auf den Ba oTeiten ber Arme Der Piiir^ aber batte kvrhet krii es inneren Lebens höchsten Augenblick errci.bt E' batte Napoleon ge» sehen, der berufen war, die Welt nm iigefinlten. ?n ber Stürbe ber Cnti'dx'iremg tTieel ich i: m die TradUroii bet Pflicku und er gebt in den Tod. In dem '2£ugtnbli'f. ba die höchstgefnvuckc Atmosphäre -Mir Eniladmig biäi^t durck» ine be freiende Tat. burd) evte haud.ung, schließt oas T nrma. Oranien strebt hinter ber S«ie und Prinz Louis Ferdinand, der sich den Ftanzoien bet Saalfclv mr: ieiner Reiieti entgegen; inxfri, stirbt ben gehKbren Tod, ber in zwn Sätzen dem König g.m.lbet wird.
In dem Sckilust allerdings ofienoan fich bann blitzariia die Tcnbciti des Drama.- Cs ist ein starker Protest ge:e.i bie P licht G.-^en b.c starre traditionelle Pflicht. * alletdmgs eine d«r stärksten, vrägnanteston Dugendoi be-J a'ten Preußentums ist. hervorragend & die Zeichnv? ba ein
zelnen Charaktere, auch der nebensächlichsten, und gleich groß bie ber Atmosphäre am Hofe deS vierten Friedrich Wilhelm, bie am heften Avisiert wirb durch die wieoerkchrenbe Frage des «taats- kanzlerS haugwitz. „wenn ich nur wüßte, wie der Wind oben weht." Unaufdringlich hinein- vetflochten die Lichtgestalt der Königin Luise in zurückhaltender reiner Gestaltung chreS Derhält- nisscs zu LouiS Ferdinand und tn wenigen, aber charakreristi chen Szenen bie der zweiten unb letzten weiblickwn Rollen des Dramas, baj „Weibchim" Pauline Wiefel, bet einzigen Gestalt, bie nur Memck, nur Natur ist, und die Unruh einen Weg geben läßt von Ferdinand zum Paien und zu c«n ftan öiischen Marf chollcn. Einzig Ung taub!, altes in diesem Drama, daß ein Louis FeroinaM diese Pauline geliebt haben konnte.
Für einen Regisseur wie Gustav Hartung bietet bas Trama willkommene unb lanfhart Au'- gaben, obwohl rin so freies Walten eigener Gcstal- tuNLSmöglichkeiten. wie bei S anheim ober Hamsun nicht gegeben ist. historische unb bekannte Stätten, wie das Berliner Schloß, Erfurter Ratbau- usw., legen Fes eln auf. wenn sich hartrmg auch in keiner Weise beengen ließ. Die Größe seiner fRecjv.lriftum liegt in ber Dcrsimüichung ber vom Dichter bewußt geschaffenen Atmosphäre, hierin zeigte sich Hartung wieder souverän. An der starken Suheren Wirkung bes Dramas hat Regie unb Ausführung erheblichen AmeiL
Bei der Uraufführung errang bas Werk widerspruchslos stärksten Er'olg. Die hervorragende Inszenierung unb Darstellung in Verbindung mit ber glänzenbm D krion übten stärkste Wirkung au5. Tie Tendenz beS Dramas bi ich bem PuLiküm scheinbar verborgen. Darsteller Rogifenr unb ber «rwrscnde Dichter wurden unzählige LLale geruidl
Der fnchrre Großhrrzog als Tramatifer.
Hamburg. 22. Mörz. „0 st r r n", ein Wr fterium von E. K. Lub!>,irb Großbc^ Lubwig von Hessens /rzieltc bei seiner Urauffü> ning am Deutschen Sck^a ispielbaus in fi-ambeti tiefste Wirkung Das Pub ikum begleitete b e Da» stellung mit wachsender Eririn'e i5.it Der E.coH- Herzog wohnte mit seiner Gemahlin bei Dulütz rung bei.
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Ausgrabungen in der hrrSfelder StiftSftnbe.
Tie Stabt her-felb, ote um die Mitte bes 8. JahrbunbertS gegründet würbe, besitzt at iorer ehrwürdigm StiltSkirckie ein küniitteisch bor> bedeutendes Denkmal, das wahrscheinlich nur Die Erweiterung er er alten ka olingi chn Vofilffh dar- ftefft. Tie kuliurgeickricküluben und tunft e litten Probleme, bie mit diesem Vai re knüpft sind, können nur durch eine so'temati'che Grcb'in- gelöft werden, unb deshalb soll diese- Unttmettnc letzt in Angriff genommen ireröen Die in der Zeitschrist ,L»es''enlanb" beridüet wirb, bat b* Mus nm-komw.i sion eine Entfck>li.'ßun i an-klommen. der zufolg- mit ben Ausgrabungen betet» in diesem Frühiahr begonnen werde» fo'.l- 6rgcbniiic werden nach ber An icht ber Sack»«' ständigen nicht mir für bie älteste Si^-ngs-e- ichickNc her-seld-. sondern auch für dir xvn’T* schichre von unermeßlichem De.tc sein Ve> der lostemati'chen Dodendurchforschung sol.en die öre fahrunqen veckvertet werden, by bei bei nor rntcer Zeit von^mommen« Grabungen m 5»lba gc* sammelt wurden.


