Amtrveriündiguiigrblatt
für die provinzialdireition Gberhesien und für dar Kreisamt Liehen.
Erscheint nach Seöarf: Montag, Dienstag, Donnerstag und Jrettag Nur durch die Voft |u beziehen gegen Mb. 2.50 vierteljLhrllch.
Nr. 167 «4. Novl-mbcr 1921
Z»haltS-Uebersicht: Landtagscoahl 1921, hier Mitteilung des Wahlergebnisses - Eintommensteneranleile der Gemeinden für 1921 Wochen Hilfe. Famtkenwochenhilfe und Wochenfbrforge. - Viehseuche.
letr: Landtagswahl 1921. vier TRiltellung des IBablergeb- nifses
«n die Bürgermeistereien 0er Landgemeinden de-r Sreises.
Dir machen Sie nochmals besonders auf den § 52 der Landes- wahlorbnung aufmerflam und machen den Dahlvorftehern xur Pflicht, die aröhle Sorgfalt auf die rasche Uebermittelung des Wahlergebnisse« au verwenden Die Zentralstelle für die Lanbes- flatifiif wird in der Nacht vom 27 auf 28 November für den Nachrichtendienst Nachtdienst einrichten Es find ihr daher die Ergebnisse auch während der Nachtzeit mitzuteilen lFemfprech- nummer 2657 h Die vorläufige Uebermittelung der Dahlergeb- ntffe hat fo bald wie möglich -u geschehen. Die vollständige Sevtig- flellung der Dahlniederfchriften ist nicht abzuwarten die Nach- richt ist vielmehr sofort zu veranlaffen, wenn festgestellt ist. wieviel gültige Stimme., auf die einzelnen Dahlvorfchlage ent- fallen find Um die rechl»eitige Abfenbung der Telegramme über das Dahlergebnis ficherzustellen. haben bie Wahlvorsteher (Bürgermeisters fich schon vor dem Dahliaq mit den zuständigen Postämtern in Derbtndung zu sehen, damit die ^«legr^hoi- anflalten auf die jederzeitige Annahme und ungefäumte Detter, fendung dieser Telegramme vorbereitet und cingcri^tct lind Dir eiwarten. bah das vorläufige,?rge^ts^testcns bts zum 28 November ds Zs. mittag« 1 Uhr der Zentralstelle für die Landesstatistik mitgeteUt ist.
Die Dahlakten müffen fpätestens am zweiten Tage nach der Dahl uns vorliegen ba am « Tage nach der Dahl die von uns anzuferltgende Zusammenstellung durch den Krciswahlausfchuh geprüft wird
Diesten, den 21. November 1921
ÄrcUamt Diesten 3. D. C© c l d e r.
Detr Einkommensteueranteile der Denteinden für 192J
«n drn Lberhstrgrrmeister zu Kietzen und die Bürger meiftereien der Landgemeinden des Kreises.
Laut Terfügung des Ministeriums des Innern vom 5 d Mts >u Nr M d. I 30 363 ist die Hauptstaatskalle angewiesen worden, den nachstehenden Gemeinden alsbald die beigefehten Betrage ab- schläglich auf die diesen für 1921 zukommenden Ginkommenstener- anteile zu überweifen.
Den Nechnern ist entfprochende Sinnahmeanwetfung zu erteilen.
Diesten, den 18. November 1921
Kreisamt Diesten 3. D: H e m m e r d e.
Aldach 400 NN Allendorf an der Lahn 4300 Mk.. Allrndorf an der Lumda 1100 Mk. Allertshausen 840 Mk.. Alten-Buseck 3500 Mk. Annerod 1700 Mk Bellersheim 2200 Mk., Belte cs- Hain 1500 Mk Bersrod 320 Mk.. Bettenhaufen 1100 Mk., Beuern 630 Mk Birklar 2600 Mk.. Burkhardsfelden 2200 Mk., Climbach 520 Mk.' Täublingen 4000 Mk. Dorf-Güll 2200 Mk., Cberstadt 1800 Mk.. Gaibe.tteich 3500 Mk.. Geilshausen 1000 Mk.. Diesten 656 000 Mk Göbelnrod 1500 Mk.. Grosten-Buseck 3100 Mk. Drosten-Linden 25 000 Mk.. Grünberg 12 700 Mk. Grüningen 2900 Mk Harbach 700 Mk.. Hattenrod 420 Mk.. Haufen 2200 Mk.. Heuchelheim 34 100 Mk.. Holzheim 3600 Mk.. Hungen 16 300 Mk.. Inheiden 1200 Mk. Kefielbach 1800 Mk.. Klein-Lindcn 16 100 Mk.. Langd 1500 Mk. Lang-Göns 6100 Mk.. Langsdorf 1800 Mk.. Lauter 1200 Mk.. Leihgestern 7600 Mk.. Lich 12 900 Mk.. Linden- ftrutb 1600 Mk. Lollar 32 800 Mk.. Londorf 4400 Mk., Lumda 1200 Mk. Mainzlar 8800 Mk. Münster 1300 Mk., Mufchcnheim 2500 Mk . Nieder-Bessingen 700 Mk.. Nonnenroth 340 Mk.. Obbornhofen 2700 Mk.. Ober-Bef fingen 920 Mk.. Ober-Hörgern 2100 Mk Odenbaufen 750 Mk.. Oppenrod 600 Mk.. Queckborn 2300 Mk . Nal>«rtsbausen 690 Mk. Rcinhardshain 860 Mk.. Reiskirchen 1700 Mk.. Rodheim 1200 Mk.. Rödgen 2800 Mk.. Röthges 450 Mk.. Rüddingshaufen 1400 Mk., Ruttershausen 1200 Mk.. Saasen 2700 Mk.. Stangenrod 1200 Mk.. Staufenberg 450 Mk.. Steinbach 3100 Mk. Steinhcim 1900 Mk. Stockhaufen 2600 Mk.. Trais-Horloff 3600 Mk.. Treis an dem Lumda 2600 Mk.. Trohe 680 Mk, Utphe 1900 Mk.. Billingen 770 Mk.. Datzenborn 11500 Mk.. Weickartshain 2800 Mk.. DeiterShain 1500 Mk.. Dteleck 16 100 Mk. Dinnerod 280 Mk
Bekanntmachung.
B e t r Ausführung des Desehes über Dochenhilfe. Familien- wochenhilfe und Dochenfürforge.
Aach dem Defetz über Dochenhilfe und Dochenfürforge vom 29 Juli 1921 'Reichsgefehblutt 1921. Seite 11891 ist mit Wirkung vom 6 August 1921 ab bestimmt worden
A. Wochenhilfe (§ 195a RDO)
Weibliche Bersicherte. die im letzten Jahre vor der Niederkunft mindestens sechs Monate hindurch auf Grund der Reichs- Versicherung oder bei einer knappschastlichen Krankenkasse gegen Krankheit versichert gewesen sind, erhalten als Wochenhilfe
1 . ärztliche Behandlung, falls solche bei der Entbindung oder bei Schwangerfchastsbeschweiden erforderlich wird
Tiefe Vorschrift tritt jedoch erst in Kraft, sobald der Reichsarbeitsminister den Zeitpunkt bestimmt bat Bis dahin erhalten die zum Bezüge der Wochenhilfe oder Dochenfürforge berechtigten Personen austerdem eine Beihilfe bis zum Betrage von fünfzig Mark für Hebammendienste und ärztliche Behandlung, fall« solche bei Schwanger- schaftsbefchwerden erforderlich werden
2 einen einmaligen Beittag zu den Kosten der Entbindung in Höhe von einhundert Ularf;
3 ein Wochengeld in Höhe des Krankengeldes, jedoch mindestens vierundeinehalbe Mark täglich, für zehn Wochen, von denen mindestens sechs in die Zeit nach der Niederkunft fallen müffen. Das Wochengeld für die ersten vier Wochen ist fpätestens mit dem Tage der Entbindung fällig.
4 solange sie ihre Neugeborenen stillen, ein Stillgeld in Höhe des halben Krankengeldes, jedoch mindesten« cln- undeinehalbe Mark täglich, bis zum Ablauf der zwölften Woche nach der Niederkunft.
Neben dem Wochengelde für die Zeit nach der Entbindung wird Krankengeld nicht gewährt! die Wochen nach der Niederkunft müffen zufammenhängen.
Wechselt die Wöchnerin während der Leistung der Wochenhilfe die Kassenzugehöriakeit, fo bleibt die erstverpflichtete Kaffe für die weitere Durchführung der Leistung zuständig.
Stirbt eine Wöchnerin bei der Entbindung oder lvährend der Zeit der Unterstühungsberechtigung, so werden die noch verbleibenden Beträge an Wochen- und Stillgeld bis zum satzungsmähigen Ende der De/ugszeit an denjenigen gezahlt, der für den Unterhalt des Kindes sorgt.
B. Familien wochenhilfe (§ 205 a RDO ).
Wochenhilfe erhalten auch die Ehefrauen, sowie solche Töchter. Stief- oder Pflegetöchter der Derficherten, welche mit dielen in häuslicher Gemeinschaft leben, wenn
1. fie ihren gewöhnlichen Aufenthalt im Inland baben,
2. ihnen ein Anspruch auf Wochenhilfe (§ 195 a) nicht zusteht, und
3. die Derficherten im letzten Jahre vor der Niederkunft mindestens sechs Monate hindurch auf Grund der Reichsversicherung oder bei einer knappschastlichen Krankenkasse gegen Krankheit versichert gewesen find.
Als Wochenhilfe werden die oben unter A. Wochenhilfe bezeichneten Leistungen gewährt: dabei beträgt das Wochengeld drei Mark und das Stillgeld einundeinehaloe Mark täglich.
Die Familienwochenhilfe ist auch zu gewähren, wenn die Niederkunft innerhalb neun Monaten nach dem Tode des Derficherten erfolgt.
Wechseln die Versicherten während der Leistung oer Wachen- Hilfe die Kassenzugehörigkeit, so bleibt die erstverpflichtete Kasse für die weitere Durchführung der Leistung zuständig.
Antrag auf Wochenhilfe oder Familienwochenhilfe ist unter Vorlage des Geburtsscheins des Neugeborenen und einer Still- beschcinigung bei der zuständigen Krankenkasse oder bei der örtlichen Zahlstelle der Krankenkasse, der die Versicherten angeboren, zu stellen.
C. Wochenfürsorge.
Eine minderbemittelte Deutsche, die ihren gewöhnlichen Ausenthalt im Inland hat und für die nach den vorstehenden Vorschriften kein Anspruch auf Wochenhilfe besteht, e-hält auS Mitteln des Reichs eine Dochenfürforge
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1,3 Millionen Tonnen SuperpdoSvhat.
1,3 . . ThomaSmehl,»
2.0 „ . Kalisalze
0.178 . . Ehilesalpet'r.
0.300 . . fch'weself Ammoniak
In diesen Düngemitteln find schähungsweife enthalten.
420 Millionen kg Pbvsphorsäure,
400 . . Kali.
134 . . Stickstoff.
Terrft man sich diele Mengen gleichmähtg auf die 32 Millionen Hektar umfaffenbe lanb- wirttchaftliche .Kulturfläche Deullchla.rd« verteilt, so entfallen auf das Hektar rund 13 kg PboS- bbodäurc, 12,5 kg Kali und 4L kg Stickstoff Bei Preisen (in Doldmark) von 0.3 Mark für 1 kg Pdosphodäure. 0.2 Mark für 1 kg Kali mtb 1,50 Mark für 1 kg Stickstoff ergibt sich somit ein Auwxinb von 12.70 Mark für HanbelS- bänger fe 1 Hektar im Durchschnitt der ganzen landwirtschaftlich genunten Fläche. Da aber in intensw betriebenen Wirtschaften der Aulwand für diese Düngemittel 40—60 Mark K Hektar- beträgt, fo darf gefolgert werden, bah bisher kaum ein Viertel der deutschen Kulturfläche aus- reicherrd mit HanbelSbänger bedacht worben ist
Bezüglich des zweiten Punkte« lehrt die Betriebsstatistik von 1382. 1845 und 1907. dah Damvf- und Motvrpllüqe fast ausschließlich in Drostbetrieben Verwendung finden, und au herbem liegt c« auf der Hand, bah die Kräfte eines Kubgespannes nicht ausreichen, um den Boden so tief au bearbeiten, wie es für intensive Kultur nötig ist. Wollte man z B. die Höchstqaben an Handelsdünger, wie sie im -.ntensiven Grobbetrieb üblich sind, auf kleinbäuerlich.- Aecker streuen, die entsprechend der Zugkraft eines Kuhgefvanns wenig mehr als hrndtief bearbeitet sind, (o würde Lagerfrucht die Folge sein
Für Punkt 3 und 4 fehlen statistische Erhebungen aber es tst jedem Landwirt bekannt, bab hochgezüchtete« Saatgut schon feines hohen Preises wegen nur langsam in bäuerlichen Wirtschaften Eingang findet, und dasselbe ist bezüglich der Hackkultur der Fall. Der Zuckerrübenbau liegt fast auSschlictzlich in den Händen der Grvtz-
xuiurrromepnrree zernort ri «zur oen minder- wenig bewiNschafteten Grvbbetrieb soll mit diesen Ausführungen selbstverständlich keine Lanze gebrochen werden. Die Masse unserer gutgeleiteten Grohbetriebe aber hat die Führung auf dem Gebiete der landwiNschastlichen Technik und wird sie naturnottoenblg immer haben, trotz aller gegenteiligen Beteuerungen mancher theoretischen Volkswinlchaftler. — Meberlaffen wir es den Russen, Polen. Tschechen, Ungarn und Rumänen. ihre Landwirtschaft in ihrer Entwicklung zu hemmen! Nutzen wir die Zeit, indem wir auf dem Best h nden organisch wciterbauen um untere Ernährung sicher zu stellen. — DaS schliefst nicht aus. bab wir Neuland gewinnen, durch Urbarmachung von Oedland und Roden von Waldland. Auch in dünnbevölkerten Landstrichen mögen neue Dörfer erbaut werden, aber das muh geschehen ohne Schmälerung und vor allem ohne ständige Beunruhigung der intensiven Guts betriebe. Nur durch ruhige, stetige und auf da« äußerste angespannte Arbeit — also in Notlagen wie der augenblicklichen auch durch rücksichtsloses Durchsetzen de« als unbestritten anerkannten Fortschritte« — können und werden wir den Zusammenbruch de« Reiche« verhüten, nicht aber dadurch. dab wir in leidenschaftlicher Voreingenommenheit den Stand der Gutsbesitzer und GutSpächter beseitigen. Da« Allgemeinwohl mub den wirtschaft«, ober parteipolitischen Liebhabereien übergeordnet bleiben.
Der Reichskanzler über das Finanzproblem.
Berlin, 22 Nov. (Dvlff / 3m Steuer- auSfchutz de« Reichstages beridtte’e beute der Reichskanzler über die Reparanvns- frage und führte au«:
Die RevarationSkommission kam auSfchltetz- lich nach Berlin, um die Sicher Herten für dte Geldzahlungen vom Januar unb Februar feit» zustellen. Alle bieicnigen, dazu zählen auch wrr die meinten, dab das grobe Problem der Re-1 paration. welches bas Deltwirt'chaftsproblem ist. erörtert werden mühte, lind enttäuscht. Auch über j
e r 11 n. zz. zioo. t-Mvrfi) x>m orcucran»- schrrb kam Dr Hertz auf die Londoner Reife von StinneS zu sprechen, die er ein sehr gefährliche« Beginnen nannte, denn StinneS sei der Vater der die Kreditaktion erschwerenden Bedingungen, und er habe die Kreditaktion dadurch vereitelt. Dr. Spahn glaubt nicht, bah untere Schwierigkeiten so grob wären, dab wir schon jetzt unsere LeistungSunsähigkeit erklären mühten. Der Reichskanzler warnte davor, die Katastrophe von heute auf morgen anzukündigen In allen Privatgesprächen mit Mitgliedern der Reparationskommission sei die Ansicht von der Prosperität der deutschen Wirtschaft und der deutschen Industrie zutage getreten. Sin Mitglied der ReparationSlommission erklärte, es müsse für die deuttche Industrie ein Leichtes sein, durch ihre Guthaben im AuSlande den fraglichen Betrag von 500 bis 600 Millionen Mark sofort zu entrichten Der Kanzler wieS demgegenüber auf die Schwierigkeiten hin. diese Guthaben festzustelllen. Er habe angeregt, bah bie Industrie durch eine freiwillige Tat ihren Kredit zur Verfügung stellt. Nur ein solches deutlich sichtbare« Opfer könne nach feiner Auffassung auch zur Beruhigung der innerpolitischen Lage beitragen. Die Reise ©tin- ne« nach London fei die Reife einer Privatperson, auf die die Reichs regierung natürlich keinen 6in- flub habe.
Maßnahmen gegen Wucher.
Berlin. 23. Nov. lPriv^el.) Wie da« ,Derl Tagebl." mitieili, wurde gestern sowohl im Reichswirtschaftsmini st erium tote auch in der Reichskanzlei die durch bie Teuerung und die Plünderungen von Geschäfts lüden in Berkin entstandene Lage besprochen An den Beratungen nahmen der Reichskanzler, der Reichsminister des Innern Dr Köster, der Reichswirtschaftsminste Sch-i •! u Ö ber Reichsmst zmr i er Radd.-uch LU Don b n preußischen Staatsministern waren erschienen: Ministerp-äsident Braun und der Minister drs Innern Severing. Das Reichs lab: nett wird, dem Blatte zufolge, vermutlich jetzt auf Grund der gestrigen Informatwnen bie zu ergreifenden Ma tz na hmeu gegen den Wucher erwa»
ttwoch, 25. November 1921
Sdfulfrrate 7.
.'irtiidone ooe ünzetae» für dir lagetnumm« bi» jgm Nachm:ta-i l erher ot Hijtbe ttfrbinMi<t)iütL Dreis für I mm hstze für Olnjti-jfno ZSmmBrrstr »erlich SS Dt. »uswärtt 65 Pf. für •Reklame. SlMCiqen von 70 mm De. ue 250P|. vei Dlatz« •orlAn’t 20 . ?ius chlog. Hauplschrrftlritee Äug. U octz brruniwoNlich für ‘polinh ?lug. Goetz' für den übrigen Teil: Aarl öaltber; für den Lnzrigenrerl. nant Se*, fümrlich in Drehen.
Nach Informationen des Blattes soll ein »au der bestehenden PreiSprÜ- ,skommiffionen beadlich:»gt kin. Vic durch Institutionen abgeioh werden, tr den Konsumenten eine stärkere Mitwir^üng erl wird <ns diSher Auch sollen btek 3n» onen im Zufammcnhangg mit den Pollzer- ien gröbere Srekutivmoallchker- verliehen erhalten, damit sie bei Fällen vor rischen Preistrelbereren sofort elnschretten n.
Putschgelüste von links.
Berlin. 23. Dov. (Privattel.) Die inBeritn senden Arbeiterdelegationen, die em Reichsjustizminister Raddruch wegen ^rellassung der politischen Gefangenen vor- l geworden sind, haben sich nach der .Roten e" a l S proviforische Körperschaft t 11 u i c r t, um bie gefamte deutsche eiterf chaf t zum Kampfe gegen herrschende politische So st em
i u r u f e n. Die Konferenz beschloß, mit den .demokratischen Parteien und dem Allgemei- Deutschen Dewerklchaftsbund in Verbindung cten. Ferner sollen die Berliner Bettkebs- zu einer Konferenz »ufammenberufen wer- in der von der Delegation beantragt werden einen allgemeinen deutfchen Be- bsrätekongrest oder einen Äongreh von cböDertretu'igen au« dem ganzen Reiche und icher Arbeiterparteien und Geweckchaften in fier Frist nach Berlin einzuberusen.
Die Plünderungen.
Berlin, 22. Nov. (Privakkelcqr.) Heute dttag kam eS nach her „Deutschen All- .'loen Zeitung" zu Plünderungen in crin-Weibensee. Sine Großschläch- wurde vollständig auSaeraubl. Bierztg rderer wurden von der Polizei verhaftet. B e r l i n, 22. Nov. (WTB.) Infolge der sellichen EicherhettSmahnahmen kam es e nur vereinzelt zu Plünderun» . Die Demonstrationszüge der Erwerbs« i am Wörtherplatz, vor dem Rathaufe in Fölln und auf dem Wege nach Weltzensee den zerstreut. Zn einer Backerei in Wei« ee erzwangen die Demonstranten die AuS- rung der Backwaren; eine andere Bäckerei de ausgeplündert.
le Washingtoner Konferenz.
Washington, 23 Nov. (WB ) Der Aus- tz für den fernen Osten hat mit ber elerörterung betreffenb die territoriale unb ische Integrität Shinas begonnen, ©arriat hte den chinesischen Delegierten, ausführlich ulegen, welche Forderungen er stelle, unb X Garantien er al« Gegenleistung für das r biete, da« die interessier.en 'Machte bereit , besonder« in ber Frage der »fterruortalltiU ringen.
6in Untersuchungsausschuß wird daS ch i» ische Finanzproblem prüfen. Am Doch wird auf Antrag Briands ber AuSschust Bevollmächtigten der fünf Grotzmächte uÄr Äbrüftung zu Lande benoten, damit bie Frage Abreise be« französischen Ministerpräsiden- tn ber Hauptsache geregelt ist.
Wirkung ber Brinndschen Rede auf die (Engländer.
Neuhork. 22. Nov. (WTB » Funkspruch (8m Telegramm ber Neuyvrker Tribüne auS Washington berichtet, bie Onglänber bafelbft seien ber Ansicht. CBrlanb fei in feinen Aeutze- rungeK bezüglich DeutfchlanbS zu weit gegangen Er habe Frankreichs Bedrohuna feiten« Deutschland lehr übertrieben. Frankreich könne sein Heer wesentlich verringern ohne sich irgendeiner wirklichen Gefahr auSzusetzen. SS gefiel den britischen Delegierten aucy nicht, datz Briand keinen Hinweis machte auf die Unterstützung, welche die Engländer den Franzosen wahrend be« Krieges zuteil werden liehen unb bah er Englands Angebot, wie eS in dem Parlament geäußert worden ist. so hinstellte, als ob es dahin deute, dah die Bereinigten Staaten Frankreich gegen weitere Angriffe Deuts hlandS sicherstellen sollten. Dies erkläre, so meinten einige Engländer. Balfours Bemerkungen, befvnder» seinen Hinweis auf bie Zahl ber Briten, bie tm Kampfe für Frankreich fielen. Die englischen Delegierten lobten BriandS Rebegabe in ben höchsten Ausdrücken, waren aber in der Billigung seiner Ausführungen zurückhaltend. *
London. 23 Nov. (WTB) Die .Sve- ning Standard veröffentlicht unter der Ueberschrift .Briands Schlag gegen die Abrüstung" eine Meldung au« Washington, worin es beim man fei in dortigen Konferenzkreisen der Ansicht, bah nach Briand« Rede bie Frage der Abrüstung zu ßanbe eine Totgeburt fei. Man halte es für sicher, bah die augenblickliche Washingtoner Konferenz keine Verminderung in ber Heeresstärk? annehmen ©erbe. Das Blatt weist daraus hin. dah in der Rede Balfours unb Hughes Erwiderung der Anfrage Briands Frankreich feinerlei enbgültiae Versprechungen gegeben wurden obgleich beide Erklärungen auf ein neue« Zusammengehen mit Frankreich anspielten, wenn es wieder heraus- gefordert unb angegriffen werden sollte -Eve» nmg Standard" schreibt in vielem Lettarttkel: Die deutlchen Mittel- und 2fc-beiterfinden haben den Krieg satt. Wenn aber Briands Politik des Argwohns fortgesetzt und von Frankreich ei» grohes Heer aufrechterhalten werbe, bestehe ©e-


