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Dienstag, 22. November 1921

c

UL Jahrgang

Erstes Blatt

er

ver-

au«

tootben.

'Brianb erklärte, er wende sich an das große arnerikanische Doll. daS so für bu Derechngkeu eingenommen fei und sage ihm: Setze voraus, day du eine Ration an deiner Seite hast, die un Laufe

rechtzuer hallen

Die Deutschen Werke.

Berlin, 22. Rod. Nach einer Meldung desD.T." aus Paris verhandelten gestern nachmittag Ministerialrat Schäfer vom Reichsschatzamt und Dr. Funke von den Deutschen Werken, die als Sachverstän- d i g e in der Frage der Deutschen Werke nach Paris entsandt worden find, mit den militärischen Sachverständigen der interalli­ierten Kommission von BerfailleS. Eine Neihe technischer Fragen wurde von den deutschen Vertretern ausführlich beantwortet. Die Der- sailler Kommission wird über die Unterredung an die Dotschafterkvnferenz berichten, die da­nach ihre Entscheidung treffen wird. Die deut­schen Sachverständigen treten heute die Rück­reise nach Berlin an.

LautDeutscher Dllg. Zig.- ist gestern eine Delegation der Genfer Arbeiter- schuykonferenz in München eingetrof­fen. um die dorttgen Deutschen Werke zu be­sichtigen. Die Spandauer Betriebe wurden gestern von einer Anzahl ausländischer Pressevertreter besichttgt.

Berlin, 21. Nov. (Wolff.) Am 9 Uhr vormittags erschien General N ollet in Be­gleitung seines Stabes in den Deu tfchen Werken, um sich persönlich zu orientieren. Die Borstände beider Werke im Verein mit dem Vertreter des ZentralbettiebSratS gaben Rollet und seinem Gefolge Gelegenheit, sich davon zu überzeugen, dah die von den Deut­schen Werken erhobenen Beschwerden in allen Teilen voll berechtigt sind. Nollet erklärte zum Schluß, daß er irgendeine Ent­scheidung nicht treffen könne, und dah hierzu allein der Botschafterrat ermächttgt fd

im preußischen Landtag.

Berlin, 21 Nov. (WTB.) Aus der Tages- orbnung tn der Abendsitzung des Landtags stehen dir kommunistischen Anträge auf Umgestaltung be­straf Vollzuges und au! Entlassung der politischen Gefangenen aus Lichtenburg, auch Die kommuntsti- Ute große Anfrage über die Zustände m den Ötwxfanftaltcn. Auch ein fozia l demokra- tische r Antrag zu demselben Gegenstand ist

Eine Rede Briands aufderWashingtonerKonferenz.

Das erwartete rhetorische Meisterstück Briand« auf der Washingtoner Konferenz Hegt nun vor. SS ist jedoch kein Meisterstück, sondern nur ein oberflächliches Geplänkel mit Vorgängen und Erscheinungen, die keineswegs die Grundlage des Friedensproblems bilden. Die Amerikaner und die Engländer müssen vielmehr fragen: Das will denn der Wahn­sinn Frankreichs aus dem deutschen Volke überhaupt machen? Steht auch Herr Briand noch auf dem Standpunkt: ES sind 30 Millio­nen Deutsche zu viel auf der Welt! Wann würde man denn in Paris sich zufrieden ge­ben? SS gibt ja zwar wohl noch viele Deutsche, die auch diesmal wieder nach der Rede des französischen Ministers diel wütender Herrn Ludendorff als ihren Gegner anfallen denn die Pariser Säbelschwinger. Hoffent­lich aber wird man in Washina- t o n endlich genug haben von jener morali­schen Zermürbung Deutschlands, die der große .Demokrat" Wilson bei einem großen Dell unsere- Volles so erfolgreich ins Werk leitete. Wir wollen abwarten, welche Wirkung oder Gegenauherung die Rede Briands in Was­hington zur Folge haben wird.

Pari«, 21. Dov (WB.) Der Sonder­berichterstatter der Agentur Hava« meldet au« Washington:

Briand sprach sodann von der Sicher­heitspolizei. die aus 150 000 Mann be­stehe. fast ausschließlich zusammen ge'etzt au» Berufsoffizieren. Man habe ihre Auslösung langt Aber sofort sei die Schuh polize

Dieser Schuft! Runter mit dem Henk mit den Gefangenen! Vizepräsident Dr erteilt verschiedene Ordnungsrufe.

Sin zweiter Regierungsverrreter erklärt er fei zu den im Hungerstreik befindlichen politt- tchen Gefangenen gefahren, um fle zur Ausgabe ihres Vorgehens im Interesse ihrer Angehörigen zu überreden. Die Gefangenen waren in weit­läufigen Räumen untergebracht. lRufe bei den Kommunisten: Der humane Olnfta£:*ar»t ist ab- gesetzt worben.» Olein! Aus feine Veranlassung ist der Kreisarzt (Ruse bei den Kommun ist rn. Gin Deutschnationaler!) hlnzugezoaen worden. (Rufe bei den Kommunisten: Das ist eine Lüge- Ter Staatsanwalt hat es gemacht!) Olach den Berichten der Olerzte Haden die Leute keine Be-iTage

langt Ader sofort lei oie ©qjuijpoiijci mit denselben K ad res gebildet worden. Deutschland babe also insgesamt 250003 Mann zur Ver­fügung. Es sei täalich möalich. den Krieg wieder zu beginnen. Older noch mehr! Diese sieben Millionen, die ins Zivilleben zuruckgekehrt seien, seien in Organisationen gruppiert oder Okretne der ehemaligen Kriegsteilnehmer, die sich bet jeder Gelegenheit zu Festen und Jahrestagen ver­sammelten. D.e Fvanzo'en wüßten das a les Als die vberschlefische Angelcgenhett einen be- brohlichen Charakter angenommen habe, hätte sich in wenigen Tagen ein 3 reiw i l l igen - k o r p s von 40 000 Mann gebildet mit Gewehren, Maschinengewehren, Kanonen und Panzerzugetr Das sei eine nachgewiesene Tatsache.

Zeichen zum Beifall gegeben.)

Briand fuhr fort Aber man sage, so liegt die Gefahr nicht, denn Deutfchland habe kein Ma­terial mehr. Gewiß, die Kontrvlllommifsion habe viele» getan. Man habe aber wahrend des Krieges gesehen, in welcher Geschwindigkeit ungeheure 5)een: gebildet worden feien, ausgerüstet nut Ma­terial. Deutschland habe eine große Indu­strie, und feine Industrie habe während des Krieges voll gearbeitet und sich seitdem noch ent­wickelt. In Deutschland sei noch altes vorhanden, um Kanonen. Maschinengewehre und Gewehre zu fabrizieren. Während einer gespannten tLloma'i- fchen Lage, die man nach Wu tsch um einige Wo­chen ocrUngctn.ink, konnten alle diese Fahrten sich wieder instand setzen und Kriegsmaterial Her­stellen. Man könne auch Kriegsmaterial im AuS-

In der heutigen Vollsitzung der Kon­ferenz berichtete Staatssekretär Hughes übet? die Arbeiten der Konferenz und über die Fort­schritte der Äonferen». die seit der letzten Sit ung in der Frage der Entwaffnung zur See und in der Frage deS fernen Osten» erzielt worden seien. Hughe» ging alvdann zu der Frage der Ent­waffnung zu Lande über und erklärte, für die Bereinigten Staaten werde die Frage nicht gestellt werden, berat sie hätten, nachdem sie bei Abschluß des Krieges 4 200 000 Mäner unter den Waffen gehalten hätten, zur Zeit nur 160 000 Mann reguläre Streitkräfte. Die Vereinigten Staaten legten fit aber Rechenschaft ab von bei, Schwierigkeiten und den Ansichten anderer Län­der und seien bereit, sich vor jeder Rücksicht auf die nationale Sicherheit zu beugen.

Darauf ergriff

der französische Ministerpräsident Briand da« Wort Rachdem er feinen Kollegen gedankt hatte, daß sie dem Vertreter Frankreichs gestat­teten, die Lage seines Landes vor ihren Obigen und vor ben Augen der ganzen Welt in ihrer wirklichen Gestalt zu zeigen, erklärte er. Frank­reich fei mehr al» jede« andere Land geneigt, der Welt den enbgiltiflen Frieden zu sichern. Gr wäre erfreut, wenn er sagen könnte: Wir frühen unsere Sicherheit in un« selbst! Wir legen die Walsen nieder und wir sind glücklich, da­durch. bah wir diese Tat unternehmen, zur Wiederherstellung b*« endgültigen 5tleben« bei­tragen zu können! älnglürtticheiweise haben wir dazu nicht daS Recht. Ich werde die augenblick-

solchcn Gefahr verschließen? 3n dem Wunsche, dein Leben zu retten, wirst bu dich schwäch n ? (Jn diesem 'Olugenblick hatte General Pershing das

Gefangenen enthält.

Olbg. Menzel- Halle (Ä.) begründet hie große Anfrage Diele Leute seien vollkommen un­schuldig ins Gcsängni« gekommen. Sie hätten Nach­weisen können, daß sie an den Straftaten nicht be­teiligt waren Older ihre Zeugen feien nicht gehörst worben. Die Gefangenen seien drangsaliert und gefoltert worden. Rur um bitfen Folterungen zu entgehen, hätten viele Leute das Protokoll unter- schrieben. Auch Ma? Hölz sei ein Ehrenmann. (Stürmische Heiterkeit.) Der Redner schildert den erbarmungswürdigen Zustand der Hungernden, die in einer Hölle lebten. (Hört! Hört! und stürmischer, wachsender Lärm auf der äußersten Linken.) Der I Redner führt bann noch weitere Beispiele für die Drangsalierung der Strafgefangenen an.

Ministerialdirektor Klein (von stürmischen Zurufen empfangen) erklärt (von Zurufen häufig unterbrach m. in Deren Verlauf der Abg Schulz- Reukölln (Komm.) zweimal zur Ordnung gerufen wird >: Die in Licht en bürg verwahrten politischen Strafgefangenen sind von den Sondergerichten verurteilt worden Diese unterstehen der Reichs­justiz die allein über ihre Begnadigung oder über Ltrasaus'etzung au befinden bat. 93 her Hunger- streikenden befinden sich in Lichtenburg und von ihnen haben alle, bis auf 25. den Hungerstreik aufgegeben. (Rufe bei den Kommunisten: Das glauben wir nicht.) Schwere GesundheitSschäbi- gungen find nicht festgestellt worden. (Don den Kommunisten werden diele Ausführungen durch Rufe Lüge! unterbrochen, die vom Vizepräsi­denten Dr v. KrieS durch Orbnung«rufe gerügt werden.) Die meisten der Leute haben auch nicht vollkommen gehungert (Hört. Hört!) Der Straf- I Vollzug ist Sache des Reiches, und das Reich wird jetzt diese« Gebiet durch ein Gesetz neu I regeln. Seine Vorbereitung wird jetzt durch eine Kommission bearbeitet, an der Vertreter aller Parteien beteiligt find. Wenn wir der übrigen Bevölkerung nicht mehr Brot geben können, bann I tonnen wir den Gefangenen auch nicht mehr Brot geben (Lärm unb Rufe bei den Kommunisten: Der Kerl hat eine erlerne Stirn.)

Als der OUbncr schließt, brechen die Kommu­nisten in lärmende Rufe aus Dieser Henker!

Uche'Lage Frankreich« erläutern. Um Frieden zu schließen, muh man zu zweien sein. Man muh h i c Rachbarn betrachten. OB ge­nügt nickt, daß man das Kriegsmaterial ver­mindert. denn eS gibt eine andere Rücklicht, die man nicht vernachlässigen darf und die für den Frieden vital ist OS ist notwendig, bah im Laube eine Atmosphäre be« Fr lebenS herrscht. Die Entwaffnung muh nicht materiell, son­dern auch moralisch erfolgen, unb ich hoffe be­weisen >u können, daß in d?m Europa, wie c« augenblicklich ist. noch ernste DeunruhigungS- elemcnte vorhanden sind. Es bestehen noch 03er- hältnifle. die Frankreich verpflichten, sie im Inter­esse seine-. Sicherheit in Betracht zu ziehen. Diele Amerikaner sind zu uns gekommen in den ernstesten Stunden des Kriege« Sie haben ihr Blut zua'cich mit dem unfrigen verzollen Sie haben Frankreich seinen Schmerz unb seine Wunden gegeben. Sie haben Europa kennen gelernt und haben sicher dazu bclgctragcn. das große amerikanische Volk aufzuklären. 3d> danke Ihnen für alle« bas. wat sie getan bob:n um di' giftigen Gase zu vor scheuchen, durch die man versuchte, die Gestalt Frankreichs zu entstellen und zu maslieren. Hier In diesem ungeheueren Lande, wo es keine ver­wickelten Grenzen gibt, wie in Europa, wo man keine Grenzen zu verteidigen hat. kann man sich nur schwer eine Vorstellung von Europa nach dem Kriege und nach dem Siege machen Er gebe zu. erklärte Briand. daß ein amerikanischer Staats­bürger sagte: Der Krieg ist gewonnen, der Friede ist unterzeichnet. Deutschland ist mit einem stark verminderten Heer besiegt, sein Kriegsmaterial ist vernichtet! Warum behält Frankreich ein? be­trächtlichen Armee, die Im ileberfluh mit Mate­rial versehen ist. was verhindert, daß der Friede in Europa einziedt? Viele verlockten, so fuhr Briand fort, von Hintergedanken Frank- reich« zu sprechen. es wolle eine Art mili­tärischer Hegemonie aufrecht erhalten und sich an die Stelle des alten imperiali^schen Deutsch­lands setzen. Das sei der grausamste Vorwurf, den man den Franzosen machen könnte. Frankreich befinde sich nach diesem schrecklichen Kriege in der Rotwendigkeit, sich einen Anschein au geben, der seinen Gegnern gestatte, ihm so perfide Olbsichten zu unterschieben. Es wäre trau­rig und entmutigend, wenn man nicht Vertrauen iu denen hätte die Frankreich kennen und wüßten, daß alles nicht wahr sei. Wenn es ein Land gebe, das mit allen feinen Kräften und mit

Zukunft werde der Krieg das letzte und ent­scheidendste Mittel in der Politik sein. Südlich gebe es auch kriegerische Eigenschaften, von denen das dsrtche Doll bei den blutigen Zwischenfällen Gebrauch gemacht hätte. Das sei das deutsche Doll, das nach einem blutigen Kriege Millionen Menschen unter die Erde gebracht hätte, so unter­richte man vor den Toren Frankreichs Wie wolle man also, daß Frank­reich sich desinteressiere?

Briand sprach dann von der materiellen Seite der Dinge. Er gab zu, daß e« für ein Boll nicht genüge, schlechte Olbsichten zu haben, um sie zu realisieren. 3m modernen Kriege müsse man ungeheure Gsfektendestände mit ihren Starre« ha­ben, ebenso beträchtliches Kriegsmaterial. Man dürfe den Wert des deutschen Soldaten _ nicht unterschätzen. Die sranzösischen Soldaten wüßten, mit welchem Heldenmut diese Soldaten fähig feien, zu kämpfen. Diele Millionen, die aus dem Kriege hervorgegangen feien, feien vorhanden. Sie feien zwar nicht in Regimenter

inzwischen ein gegangen.

Der interfraktionelle Ausschuß erflaticte zu­nächst durch seinen Dorsitzenden, den Abgeord- neten Oppen hos (Z.) Bericht über seine Un­tersuchung in der Lichtenburger An­gelegenheit unb stellt fest, daß bie Gefan­genen keinerlei Beschwerden wegen der Behänd- lung erheben. Dur gegen broi Wärter werden Beschwerden wegen a^rtoettiger 5-fic erhoben. Don einer Fahri nach Lich:enbura hat her Aus­schuß angesichts dieser Sachlage Olbftanb genom­men. (Zuruf: Banditen!) Der Vertreter be« ZustizmmisterS hat dargelegt, daß in her Sache völlige ileberetnf! Immung mit den Reichsbehör­den bestehe unb eine eventuelle Aushebung der Strafe Sache be« Reiches sei.

Ein Antrag her Unabhängigen ist inzwischen I eingegangen, der ähnliche Forderungen über da« Niederschlagen des Strafverfahren« der politischen

der Anträge beschlossen.

Um 12" . Uhr nacht« dauert die Sitzung noch an

'Berlin. 22 Rov 3m Bezirk Halle-Merse- bürg wurde gestern in 18 graben Dersainmlungen die Freilassung der politischen Desangenen von Lichtcnburg verlangt. 3n einem Telegramm an daS preußische Justizministerium wird erneut mit dem Generalstreik gedroht. Die Belegschaf­ten der industriellenBetriebe haben den General­streik beschlossen, sall« die Gefangenen bl« freut# nicht freigelassen werden.

(*tnc Verwahrung derBayrischen Ltaat-zeitunq".

München, 21. Rov. (WTB) Zur Srklä- rung des ReichSjusti^ministers Rabbruch über die Desangenenanstalt Riederschönfeld be­merkt die »Bayerische Staatszeitung": ES wird dringende Ausgabe der bayerischen Gtaatsregle- tung (ein. tn Berlin unmißverständlich aus- zudrücken, dah die bayerische Regierung bfi allem Bestreben, mit der Reichsreaierung im heften Ein­vernehmen zu bleiben, an iorer Zustizhoheit nicht rütteln Oft '*' ' nW*inlffe si-'d rach her Helfe deS Ministerpräsidenten u n so auf- fälliger, als jetzt aucy ver -ui^diag einen Ausschuß eingesetzt hat. der die unhaltbaren Zu­stände tn den Strafanstalten untersuchen soll. S« wird auch hier Aufgabe der Landesregierungen fein, darüber zu wachen, dah die Tätigkeit diese« Ausschusses nicht In die Verwallung-Hohett der Länder eingreift.

Die innere Lage.

Berlin, 22 Rov. Der St e i cfr «ta n * I e r hat gestern nachmittag mtl den Führern des Zen­trum« und der Sozialdemokraten eine Au«sprache über die durch die Xeueruna«- ?ulage geschaffene innere Lage gehabt. 3m Anschluß daran fand eine Kabinett« tyung statt, die sich voraussichtlich mit der Finanzlage, und der inneren Lage be« Reiche« beschäftigte. Der Reichskanzler wirb vvrauSsichttich tn de- heutigen Sitzung des Steuerausschusses be« Reichstags über den Stand der ReparationSsrage nach den Be­sprechungen mit der Reparattonskoirnnission eine Erklärung abgeben.

2luch die preußische Regierung hat sich tote das .B. T." auS parlamentarischen Krei­sen' hört, mit den Vorgängen der letzten Tage auS Anlaß der gegenwärtigen Teuerung beschäf­tigt. 3nnerhalb de« preußi'chen Äabinett« sieht man keine unmittelbare Gefahr tn diesen Vor­gängen und feinen Grund zu Vesorgntffen. Man erwäge Maßnahmen, die nötig.-nfallS getroffen werden sollen, um die öffentliche Orbnung auf-

cingeteiU. aber e« fei möglich, sie morgen zu mo­bilisieren. Oll« Sichre« bezeichnete Brianb bte deutschen Polizeikräf te und die Reichswehr. Die Reichswehr besteht au5 100 000 Mann, aber auS solchen Männern, die saß alle al« älnteraffiziere unb Offiziere in der alten Armee standen unb stellt also bte mög­lichen Kabres für baS Heer von morgen bar. Diese Ärmer, beschäftige sie sich, tote ber Ver­trag fie verpflichtet, einzig unb allein mit bem1 Wirken ber Polizei? 3n ben geheimen 3n- struktivnen beS Krieg«ministeriums wirb bie 'Aus- bilbunfl für das Heer vorausgesetzt. Older noch mehr: Seit bem Kriege unterhalte Deutschland Einwohnerwehren in einer folgen Zahl unb mit einer solchen Bewaffnung, bah es eines Ultimatums von London bedurfte, um fie auf­zulösen Der bayrische Ministerpräsident habe jüngst sagen können, daß er eine Armee von 300 000 Mann zur Verfügung habe, mit aus­reichendem Kriegsmaterial versehen. Dewitz feien diese aufgelöst An der Spitze der Regierung be- finbe sich ein Mann, den er für aufrichtig unb loyal halte. Da» fei Dr Wirth. Seine Anstrengun- gen seien verdienstlich, um bie unterzeichneten Verpflichtungen zu erfüllen. Older eS handle sich um eine schwache (Regierung. Frankreich werde alle« tun. um ihre Ausgabe zu erleichtern. x

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erscheint «»glich, außer Sonn, unb 5*itrtaqs. KtnatHA«Beira#pt<if«:

i 5J0 einlchl Träger.

|et>n, durch die 'post 1R|l 6.50 rind)L Beste«, geto, auch bti Kichterichei.

einzelne ttummer» «folge höherer Gewalt. 3«rn prech-Lnichlüß«. ftrbttSd)nhlettunq 112; für Druckerei, Verlag und chaft» stelle 51. »nlchrift für Drahtnach. richten: Lnzeiger ckiehed.

pegschettewo:

Sieeffirt a. M. 11686.

totnerben über ben Strafvollzug vorgedracht (Lärm bei ken Kommuni'ien. > Die Olerzre dc- richteten. daN eine Otuffrebung des Hungerstreik« nur erreichbar sei. wenn bte Hungerer getrennt würden (Lärm bei bei Äommumticn > Der IVr- irvtcr deS Reichsiustizministers hol einen Straf­erlaß abgeUfrut «Pfuirufe bei ben Kommunisten.) 2tuch nicht die leifest« Anbcutung einer Mlhhanb- lung ist bet ber Trennung ber Gefangenen vor- gekommen

Ein dritter Regierungsvertreter qebt auf btt einzelnen Punkte der kommunistischen OL.frage ein und bestätigt im wesentlichen die 'Angaben seiner beiden Kollegen.

Auf Antrag de« Olbg. Dr. Mevcr. Ostpi (Komm ) wird Die Besprechung der Anfrage und

äaaa^uir »oa Rezeigeg für die Taqernummer bi» <um Kachm nag vorher ebne jede Verbindlichkeit. Preis 1*r t mm höbe für , '2tr.zt.^en o 34 mm Breite or-l.ch 55 Tt. auewdrt» 65 Pf.; für Kedlam«, Anzeigen oon 70 mm Brene 23ODf. Bei 1?!atz- »orfd)nft20 Huf d)lag. f>aup|d)ritiUtia 'Muft. Uoetz 1 erantwortlich für VoUhh: ?luq. Doetz; für den übrigen Teil: Karl Walther; für b#n gtnjeigenie,!: Hano keck, sämtlich in ®lefrtiu

Ein ZeitnnqSverbot.

Stuttgart, 21. Olov. (WTB.) Die Schwäbische Tageszeitung" ist wegen veräch'.llchmach^ng ber ReichSregierung auf acht

feinem ganzen Willen den Frieden wolle, fo fei deiner Geschichte mehr blu tgt ^nllitte g^bt das Frankreich! Veit bem Waffenstillstand habe er bat unb bie auf ihren Wstchten befrarri« Was auf die örf üllunflen gewartet. Ein wirst bu tun? Wtrft bu betne 2luflai dot einer ganzes Zahr hindurch habe Deu t f ch la n b über seine Olerpslichtungen diskutiert und sich geweigert, für ben Wiederaufbau zu zahlen unb zu entwaff­nen. Frankreich sei aber lall geblieben. ES habe nicht« unternehmen wollen, was die Lage er- fchweri hätte Es habe feinen Ha»i bn Herzen. SS werde alle« tun. damit zwi'chm Deutschland unb ihm bie Reihe der blutigen Konflikte beendet werde, bamtl die beiden Doller Seite an Seite leben könnten. Frankreich habe nicht das Recht, zu vergesse.i, wer es sei und es dürfe sich nicht dadurch auf geben, bat) eS gewiffe Hoffnungen er­wecke unb durch ferne Schritte ftlbst gewi'sc Leute zu neuxit blutige i K leoen ermutige. Er habe vorhin von der morallschen Sette gesprvchcn Sr wolle nicht ungerecht sein. LS gebe ein Deutschland, daS aus mutigen und vernünftigen Männern besiehe, bie im Frie­den demokratische Einrichtungen auf­

bauen wollten. Man werbe alleS tun, um diesem, |lww.... ----- ------ ... .

Deutschland zu helfen. Older es gebe noch ein lande kaufen. Ein cd)iff könne man nicht ohne anderes Deutschland, das durch den Krieg nicht« Kenntnis der Well auf der Werft Herstellen, aber gelernt habe, und ba« feine schlechten Oldslch.en Flinten. Mitrailleusen unb Kanonen verteilt über wie vor bem Kriege betbcbaltc: bie Ambi - ganz Deutschland, wer könne da« kontrattieren / ttonen de« Deutschlands der Hohen- Briand erinnerte schließlich an die napoleonische jollern! Wie könne man das überleben, wenn Zeit.

man diesen Evolutionen folge, die diesen Ber- ----- ---

suchen innewohnten? Keiner dürfe sich über den

Staatsstreich Kapps täuschen Wäre er Der ßichtetlburqer Sunqcr|trCtR gelungen, dann wäre das alte Deutschland wieder j ' - - -

erstanden General)eldrnarschakk Ludendorsf habe soeben ein Werk verössentlicht. Gr habe eine große Autorität und er sei der 3nsplrator der großen Partei der Prvsessoren, Philosophen und Schriftsteller. Was lese man tn diesem Buche? Es sei notwendig, so beißt eS, daß wir verstehen lernen, daß wir in kriegerischen Zeitläusen leben. Der Kamps sei Immer die Regel für ein isolierte« 3nbltHbium, sowie für den Staat Ludendorff gebraucht auch noch da« schreckliche Wort von Mvltke, der ewige Frieden sei ein Traum und nicht einmal ein schö- ncr. Der Krieg sei ein Teil der von Gott ge­schaffenen Weltordnung. Ohne den Krieg würde

, bic Wclt In den Sumpf des Malerialismus ae- raten. Etwa« wei'.er schreibt Ludendorff. In 6-

MetzenerAnzeiger

General-Anzeiger für Oberhessen

Vrvck uwb Verlag: vrßhl'sche Univ.-Vach and Steinfrrudtrei H. Lange. Schriftleitang, -efchüflrftelle und Druderei: Schalstrahe >