WrtH Wetzl«
X Wetzlar. 21 Lug TLm Samstag fand ta Hotel Kaltwasser eine stark besuchte Versammlung Wetzlarer Mieter statt, in her nach einem einleitenden Dortrage, den der frühere Dorsitzende des Diebener MietervereinS. Dr. Riemann. h?rlt und in dem er die Zwecke und Ziele der heutigen Mieterbewegung behandelte ein Mreterschutzverein geqrün- b e t wurde, dem sofort 230 Mitglieder beitraten.
Hessen-Nassau.
Wr-ffnung der Reichau-stellrmg für Kolonial- waren.
mc. Frankfurt a. M. 21. 2lug Sestern vormittag sand in der Rotunde der Fest halle die Eröffnung der äuberst reichhaltig de- schickten Ausstellung für Kolonialwaren statt, mc gleichzeitig mit der Tagung des Reichs Verbandes verbunden ist. 3m Auftrage der Stadt und der Handelskammer begrüßte Konsul Kvhenberg die geladenen Festgüste und schilderte die Ausstellung alS ein erfreuliches Zeichen des deutsche" Wiederaufbaues und der zunehmenden Derstän» bkrung -wischen Dord und Süd. Präsident R i c I- Berlin betonte die Dereitwilligkeit deS Derbandes der Kolonial Warenhändler, am Den aus bau Deutschlands mitzuwirken und dankte im besonderen dem ReichSernährungSmtnister Herme» für die 'Befreiung des LebenSmittelhandelS von den Fesseln der Kriegswirtschaft. Direktor Otto Qm ft Sutter vom Meßamt hiev die Dertreter der Presse willkommen und dankte ihnen für ihre Arbeit im Interesse der Ausstellung. Am Dach- mittag schloß sich dann für die Pressevertreter eine Fahrt nach Bad Homburg an. Unter Leitung des Daurates Zakobi wurde die Gaalburg etugehend ibefichtigt. 3m Saalburgrestaurant hieß der Dertretet der Stadt Homburg, Dr. Lipp, die Pressevertreter herzlich willkommen, während beim einfachen Abendmahl im KurhauS Direktor Sutter Homburg als die Perle der Taunusstädto -schilderte. Für die Preste dankte Dr. A Pb r e eß t für die freundliche Aufnahme in den Mauern Homburgs und schloß mit einem Hoch aus die Stadt, deren Kureinrichtungen übrigen» eingehend mrfAr sachverständiger Leitung besichtigt wurden
Wirtschaftlicher Landesverrat
fpd. Frankfurt a M., 21. Äug Der Ehern iker Martin Reuter aus Frankfurt a. M., Leiter des Lalvarsanbetrieb» der Werke vormals Meister. LuciuS und 'Brüning in Höchst a M.. ist unter Mitnahme mehrerer Fabrl- kationSverfahren Anfang Mai nach Deuhortabgereist und in die Dienste einer amerikanischen chemischen Fabrik, die die amerikanische Filiale von Bayer nach Eintritt Amerikas in den Krieg übernommen hatte, getreten. Dach der .Zeitschrift für angew. Lhemie" war Reuter von den Farbwerken am 1. Zanuar 1920 aus seinen Wunsch hin unter Zuwendung einer hohen Entschädigung für seine angebliche dienst- zerrüttete Gesundheit penfirmiert worden. Für die Einhaltung feiner bis zum ersten Zanuai 1923 lausenden Karenz erhielt er sein Gehalt weiter. Daneben bezog er noch eine Pension und eine Rente von der BerusSgenossenschasl Aus meinem bei Dr. Reuter beschlagnahmten Dnes geht hervor, daß er bereit» im Zähre 1918 einen Anslellungsvertrag mit einem holländischen Konsortium abgeschlossen habe und daß er sich zu diesem Zwecke hatte pensionieren taffen. Da die Holländer den Dertrag nicht einhielten, versuchte er, auch von diesen eine Abfindungssumme zu erhalten. obwohl er schon den Dertrag mit Amerika in der Tasche hatte. Bei der Haussuchung wurde reichliches Material gefunden, das Dr. Reuter, wie aus einem Bries " hervorgeht, aus Besorgnis vor 'der Zollkontrolle zurückNeß. Immerhin shat er die wichtigsten Schriftstücke mitgenommen. Der Schaden, der durch das Dor gehen Reuters der deutschen Industrie und Holzwirtschaft entstanden ist, ist sehr groß. Dr. Reuter war vor seinem Antritt bei den Höchster Farbwerken Assistent bei dem kürzlich verstorbenen Professor Knorr in Jena, dem Entdecker des Antiphrin». und hat nicht nur in der Sal- varsanherstellung, sondern auch dem ganzen Gebiet der Anllinfarbstoffe und Ehemie überhaupt reiche theoretische Kenntnisse und praktische Erfahrungen gesammelt. Ä
][ Fronhausen, 21. Aug Am Donnerstagabend ertrank bei der fog. Dehbrücke bei Argenstein beim Baden das sechsjährige Söhnchen des Müllers (Steiß von dort.
Hochschulnachrichten.
rm. Darmstadt. 20. Aug. Die Technische Hochschule. Abteilung für Chemie, hat einP re i »- aus schreiben über 500 Mk. erlassen. CS sollen Untersuchungen angestellt werden über die Zusammensetzung und Wirksamkeit der aus Kalk und rotem Arfenik bereiteten Enthaarungsslüf- sigkeiten. Angaben sind bi» 1. Mat 1922 an Prof Stiaßnh-Darmstadt bzw an da» Rektorat der Hochschule einzurichten.
Hk. Marburg, 21. Aug. Wie wir hören, ist der a. o. Professor der systematischen Theologie an der Universität Marburg. Dr. thevl. Martin Rade zum ordentlichen Professor ernannt worden Der bekannte Kirchenpclitiker. Begründer und Herausgeber der ,Ehriftlichen Welt" ist 1857 zu Rennersdorf bei Herrnhut geboren 3n Marburg las er Ethik, Apologetik, Dogmengeschichte. Geschichte der Theologie, Einleitung in die Religionsgeschichte. 1904 erfolgte seine Ernennung -um a. o Professor 3m Jahre 1892 ernannte ihn die Gießener theologische Fakultät zum Ehrendoktor.
fpd. Dieder-Ingelheim. 21. Aug. Der Inhaber der Chemischen Fabrik C. H. Boehringer, Kommerzienrat Alb. Boehringer, wurde anläßlich feines 60. Geburtstages von der Technischen Hochschule zu Freiburg t. B. zum Ehrendoktor ernannt. Das Unternehmen hat sich bedeutende Berdienste um die Industrie der Milch- und Weinsteins säure und der Alkaloide erworben
Kirche und Schule.
Kirchweihe.
fpd. Düdelsheim, 21. Aug. Hier wurde in Gegenwart vieler Festgäste durch Prälat D. Flöring-Darmstadt die neu erbaute evangelische Kirche eingeweihi.
(Berid)tsfaaL
Freigesprochen!
mc. Frankfurt a. M., 21. Aug. Der Daturapostel Karl Waßmann. der jetzt ein
Kruzifrr an feiner Kutte
seine Helligkeit zu dokumentieren, stand «gestern vor dem «Schöffengericht wegen Verbreitung unzüchtiger Sdmften. Gr hatte in seiner „Liebe" einen Roman veröffentlicht, der für die Aufhebung de» § 175 werben sollt«!. Da dem Angeklagten direkte Unsittltchkeit nicht ngchgetricfcn werden konnte, wurde auf Freisprechung erkannt. Manuskript, Druckplatten usw. sollen aber ein gezogen werden.
Landwirtschaft.
rm. Darmstadt, 21. 2d»g @egen bat Umlageverfahren für Getreide Protestierten heute in der Turnhalle hier etwa 2000 Bauern au» der Provinz Ctarienburg unter Dorsitz des Abg Dr. Dehlinger. S» wurde folgende Entschlie ßung angenommen lieber 2000 beute in Darmstadt versammelte Landwirte von Starkenburg erheben einstimmig Einspruch gegen die Hessen auferlegte Getreideumlage Wir toetfen die Zumutung, daß Hessen doppelt soviel Getreide abliesern soll, al» Württemberg und Baben zusammen, entrüstet zurück. Don vielen Betrieben wird durch die Umlage mehr Getreide verlangt, al» unter der Zwangswirtschaft. Die lang andauernde Trocken- hell hat den Ausfall der Ernte HestenS stark beeinträchtigt Infolge der Futterknappheil find die viehhaltenden Bauernbetriebe gezwungen da» Futtergetreide für da» Durchhalten der Dieh- bestände zu beanspruchen. Wir fordern daher von der Rdchsr«!ierung Herabsetzung der Umlage Wir sind bereit, die Hälfte des angefor» betten Getreides abzuliesern, wir lehnen jede tod- terc Anforderung entschieden ab.“ — ES fielen scharfe Worte gegen die Regierung deS Reiche», wie des Landes, insbesondere gegen die Emäh- rungsminister. sowie gegen da» Zentrum, welche» für die Bewilligung der hohen Umlage eingetreten fei. Zum Schluß macht der Generalsekretär Dr. Müller noch aufllärende Mitteilungen über die Besteuerung de» Grundbesitzes und die Pacht- schutzordnung. Mit der Aufforderung zur Einig- kell wurde die Versammlung geschlosten.
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