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Der fckfcewer Snzeiger mit der Dienstagsbeilage „Sport-Umschau" er- scheint täglich, anher Sonn- und Feiertags. Monatliche Vezvorpreife:. Mark 5.- einschließlich Trägerlohn, durch die Post bezogen Mark 5.75 einschließlich Bestellgeld. Ferniprech-Anschlüsse: für die Schrift leitung 112; für Druckerei, Verlag und Geschäftsstelle 51. Anschrift für Drahtnachrichten- amelaer Siegte.
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Montag, 22. August 1921
Aenohme wow Aezetaeo für die Tagesnummer bi» * zum Nachmittag vorher ohne jede Verbindlichkeit. Stell für 1 mm höhe für nzeigeno 34mmBreite örtlich 40 Pf. auswärts 50 Pf.; für Reklame. Anzeigen von 70 mm Breite 180Pf Bei Platz- Vorschrift20" ^Aufschlag, siaupstchriftletter: Aug. Goetz. Verantwortlich für Politik: Aug. Doch; für den übrigen Teil: Dr. Betnhold Ienz; für den Anzeiqenterl: yan» Beck, sämtlich in Dietzen.
Erstes Blatt 171. Jahrgang
GiehenerAn;eiger
General-Anzeiger für Oberhessen
vruck imö Verlag: Vrühl'sche Univ.-Vuch- nnö Steinörnderti R. Lange. Sdfriftidtintg, SefchSstrtzelle vnö vrackerel: Zchulstraße 7.
22 000 Eholerafälle
riechen |c etwa t liegt.
nach bolschewistischer biS zum 2. August vorgekommen.
Der deutsch-amerikanische Friede.
PariS. 21. Aug. (Wolfs.) Aach einer Meldung deS .Äeuhork Herald" auS Washington soll das Staatsdepartement dem amerikanischen Geschäftsträger in Berlin außerordentliche Bollmachten bezüglich deS Friedensvertrags übermittelt haben, die ausreichen, um die Angelegenheit endgültig in Ordnung zu bringen. Der Herrn Dresel übermittelte Vertrag behält den Bereinigten Staaten alle ihre Rechte als siegreiche Macht vor, ohne sie in rein europäischen Angelegenheiten, tote z. B. Grenzregulierunaen zu engagieren. — Bach dem »Beuyork Herald" ist die nottoendtge Zweidrittelmehrheit für die Ratifizierung im ©wat gesichert.
kasuS erhalten und leisten den । ernsten Wider st and auf der Linie, । 40 Kilometer östlich von SakHari
Ein Dreibund zwischen England, Japan und Amerika?
London, 21. Aug. (Wolff., Bach einer Meldung hiesiger Blätter auS Washington prüft die amerikanische Regierung mit der größten Aufmerksamkeit die Anregung des britischen Ministerpräsidenten bezüglich eines Dreibundes zwischen England. Hapan und den Bereinigten Staaten.
Rathenau und Loucheur.
B e r l i n 20. Aug. (WTB ) Minister R a - thenau und Loucheur die bei ihrer ersten Begegnung eine weitere Zusammenkunft verabredeten, haben vereinbart, sich in Wiesbaden am 26. August zu treffen.
Die Räumung Fünfkirchens.
Belgrad, 20. Aug. (WTB.) Die Räumung Fünfkirchens hat heute begonnen. Die Bevölkerung wartet in großen Massen auf die Hlebersiedelung nach Zugoslawten. Kleber 1000 Personen sind bereits abgereist. Die jugoslawischen Behörden werden das Gebiet von Fünfkirchen am 22. August übergeben.
Ein neuer „Peter der Große."
Graz, 20. Aug. iWTB.) Die .Tag^post" meldet aus Belgrad: Sn der heutigen Feiersttzung der Bationalverlammlung widmete der Präsident
Finnland und Rußland.
Helsingfors, 20. Aug. (WTB.) Der finnische Generalstab bestätigt die Blättermeldung von der Konzentrierung bolschewistischer Truppen am karelischen Ssth - m u s. Sn Regierungskreisen herrscht die Ansicht vor. dast die Maßnahme defensiven Charakter habe, da die Bolschewisten einen finnischen Angriff befürchten und durch die hiesige Baltenkvn- ferenz sowie durch den englischen und amerikanischen Flottenbesuch nervös geworden find. Es verlautet, daß 10000 Mann sibirischer Truppen sowie Geschütze und vier Panzerzüge nach Ost- karelien transportiert worden seien
Die willkürliche Verteilung der Eisenbahnen im Freiftaate Danzig.
Danzig. 20. Aug. (WTB.) Der geschäftsführende Ausschuß der Partei für Fortschritt und Wirtschaft nahm gestern in einer sehr stark besuchten Dersammlung ebenfalls eine Entschließung uegen die vom Oberkvmmjssar getroffene Entscheidung über dieBerteilung derEisen- bahnen im Freistaat an, rn der es zum Schluh "heißt: Sn feierlicher Werse sind durch den Friedensvertrag die freie Stadt Danzig und ihre Snteresten unter den Schuy des BölkerbundeS ge- stellt! Gestützt auf diesen und die durch den Böl- kerbund gegebenen Garantien, gestützt auf die Grundsätze der Gerechtigkeit, erheben wir deshalb namens der aufs schwerste getroffenen Devolke- rungsfteise des Freistaates, die wir vertreten, entschiedensten Protest gegen die in Aussicht genommene Regelung der Eisenbahnftage und der damit zu hefürchtenden Behandlung der deutsch- sprechenden Beamten. Arbeiter und Angestellten.
Verbot einer Vlamenkuudgebung.
Paris, 22. Aug. (WTD.) Aach einer Meldung des „Petit Parisien" aus Prüfte! sollte am 28. August dort eine Vlarnen- kundgebung stattfinden. Der Düraer- rneicher hat, da Unruhen befürchtet werden, diese Kundgebung soeben verboten.
Die Aufnahme der neuen Steuerpläne.
Die Veröffentlichung der bisherigen Ent- , Dürfe unserer Reichsregierung bedeutet immer noch nicht den Abschluß ihres Programms. Es sind immer noch Ergänzungen nötig, und die maßgebenden Stellen äußern sich in unbestimmten Wendungen über den weiteren Ausbau der Besitzsteuern. Sn der Presse hat sich denn auch an der im allgemeinen ungünstigen Aufnahme der amtlichen Steuerpläne nicht viel geändert. Die Linke wettert über die hohen Verbrauchssteuern, fordert mit einem unbegreiflichen Wollustgefühl — nicht das deutsche Staatswesen, sondern die fremden Staaten sollen ja in den Genuß der Anstrengungen des deutschen Steuerzahlers kommen — auch die Erfassung der Gold- und Sachwerte; die Rechte rückt vom Kabinett Wirth ob, weil sie von tiefem Mißtrauen gegen seine unzulängliche Wirtschaftspolitik erfüllt ist. Die „Köln. Ztq." schreibt zwar:
„Hede Kritik, die sich In den kommenden Tagen unter dem Borwand der Unerfüllbarkeit ves Ultimatum« ins rein Begative zurückzieht, ist nicht nur unfruchtbar, sondern vermehrt auch die Gärung im deutschen Boll, ist daher schädlich. Bur wer Belfere Steuervor sch läge zu machen hat und 'bei der Abwälzung unserer Beruflich t ringen behilflich sein will, hat das Recht, die Steuerpläne der Regierung anzugreifen."
Sm großen und ganzen sind aber die Aeußerungen aus den Rechtsparteien ablehnend, weil, wie die „Ratl. Korr." schreibt, jeder große Zug, jeder einheitliche Gedanke, jedes wirkliche Steuerprograrnrn fehlt. Der Abgeordnete Dr. Becker-Hessen liefert zu dieser Kritik in der „Tägl. Rudschau" eine ausführliche Begründung. Er fragt:
„Sst eS nicht etwas Ungeheuerliches, dah die Regierung ein Bündel von Steuervorlagen in die Oeffentllchkeit wirft, ohne auch nur einmal in der bescheidensten Form eine Bedarf sberech- n u n g aufzustellen und sie diesem Bündel Bvr- lagen beizugeben? Wäre das nicht um so notwendiger gewesen angesichts der Tatsache, dah die Schätzungen so weit auseinandergehen, und dah über den zukünftigen Bedarf sogar in den letzten Reichstagsverhandlungen zwischen Regie- i-ung und Volksvertretung zahlenmäßig bk, grvh- len Meinungsverschiedenheiten bestanden?"
Sodann aber, so fährt Dr. Becker fort, „ist es ja doch außerdem völlig ausgeschlossen, ein abschließendes Urteil über die von der Regierung veröfsfentlichten Besihsteuerent- ipürfe abzugeben, solange man nicht weiß, ob hinter diesen Vorlagen nicht eine weitere Erfassung des Besitzes „auf anderem Wege als der Besteuerung" steht. Die Ansicht, daß überhaupt keine Ursache bestehe, bei der Einlösung der eingegangenen Verpflichtung be» bilflich zu sein, wird, soweit wir sehen, nur von der konservativen „Kreuzzeitung" vertreten. Dieses Blatt meint: „Unsere Aufgabe ist es vielmehr, alle Kräfte und allen Einfluß anzuspannen, um nach Möglichkeit das deutsche Volk und seine Wirtschaft vor seinen Hauptfeinden, vor der Entente und vor der Sozialdemokratie, zu schützen."
Gegenüber diesem Standpunkt muß aber doch wohl daran festgehalten werden, dah für Deutschland nicht nur eine Aotwendigkeit. sondern auch eine Verpflichtung besteht, so schnell wie möglich dem Reich und Staat neue Mittel zu ihren Lebensaufgaben zu schaffen, die in den Grenzen des Erttäglichen leider nun einmal für Wiederherstellungszahlungen, oder, besser gesagt, für Kriegsentschädigungen, gebraucht werden. Die Zeit und die wachsende Aufklärung in der Welt werden bann, so hoffen wir, das uns aufge- zwunaene Zahlungsprogramm abändern, damit es überhaupt durchführbar wird. Als ein neues, sehr wertvolles Zeugnis über die Undurchführbarkeit der gegnerischen sogenannten Reparations- forderunqen kann die Veröffentlichung deS be- ka»nten englischen Politikers und Volkswirt- schaftlerS Keynes gelten, die in einem Aufsatz der ..Deutschen ANg. Ztg." vvrliegt. Keynes weist mit zwingender Klarheit nach, dah ein Zusammenbruch in dem Erfüllungs- Programm des Kabinetts Wirth eintreten müsse. Aach vorhergehenden, genauen volkswirtschaftlichen Untersuchungen schreibt er
sterben.
Paris, 20. Aug. (Wolff.) Bach einer Meldung der Korrespondenz „Russische Union" sind ' ....... Feststellung vom 20. Zuli
wörtlich: , . x
„2In einem bestimmten Zeitpunkt iedoch. oer zwischen Februar und August 1922 liegen wird, muh Deutschland der unvermeidlich eintretenden Zahlungsunfähigkeit erliegen. Bur bis dann reicht die Schonzeit, die gewahrt ist. vss gibt nur einen lichten Punkt in biefem dunklen Bild: Das ist das deutsche, augenblicklich nocv beschlagnahmte Eigentum in den B c r e in i g t e n Staate n, das mit zwei Millionen Goldmark zu bewerten ist. Wem: diese Summe für die H^ara- tion verwendet werden könnte, so liehe sich'der Zusammenbruch noch Binau sich rede rr Dasselbe würde sich durch eine ausländische Anleihe erreichen leiten. Wer alle diele M'ttel wurden sich auf die Dauer als nutzlos ^we.si^
Aut der Grundlage eines Einkommens von 5000 entart, auf den Kopf ber Bevölkerung be°
Bayern und die Getreidewirtschaft.
München, 19. Aug. (WTD.) Amtlich Bachdem m der letzten ZÄt die öffentliche Meinung durch die mahlosen Aufkäufe von Getreide auch durch nichtbaherische Händler stark beunruhigt worden ist, hat die bayerische Staatsregierung in Verhandlungen mit der Reichsregierung Maßnahmen beantragt, welche der Gefahr einer Schädigung und Erschwerung der Brvtversorgung vorbeugen sollten, ohne bk Versorgung anderer Reichsteile zu stören. Sn» zwischen hat die Regierung die Einfuhr von Mrs- landSgetreide freigegeben und damit auch dk SorbCTung des bayerischen Städtebundes erfüÜt Ferner hat der Reichsemährungsminister zwar dem Antrag Bayerns, die Getreideausfuhr aus Bayern einer Kontrolle zu unterwerfen, in dieser Form nicht entsprochen, aber doch zugestimmt, dah die De rkehrsVerwaltung den Getreideversand auf den Bahnen ersaht und der Landeszentralbehörde regelmähig darüber Mitteilungen zukom- men läht. Damit ist dk Möglichkeit zum Eingreifen gegeben, falls künftig eine übermähige Ausfuhr von Getreide aus Bayern festgeskllt werden sollte. Gleichzeitig wurde von Bayern bei der Reichsregierung dk Konzessionie- rung des Getreidehandels Beantragt um preis treibende Element r davon fernzuhalten. Dieser Antrag hat dk Zustimmung der Reichsregierung nicht gefunden, wird aber weiter verfolgt werden. Bei den letzten Berhandlungen machte der Reichsernährungsminister auch cmS- drücklich die Zusage, dah Bayern künftig die chm zustehenden, für seine Versorgung notwendigen Zuschuhmengen an Getreide stets rechtzeitig ^halten werde Auch der Präsident der Reichsge» treidestelle hat die gleiche ^Zusicherung gegeben. Es wurde wiederholt aus diesem Anlah darauf
dem verstorbenen König Peter einen Bachruf und gab die Thronbesteigung König AleranderS bekannt. Sodann wurde einstimmig beschlossen, dem verstorbenen König oftiziell den Titel P e t c r b e r Gröhe, Befreier der Serben, Kroaten und Slowenen, zu verleihen.
Die interparlamentarische Konferenz.
Stockholm, 20. Aug. (WB.) Die intcr- parlamentarische Union beschloh gestern eine Resolution über die grunbsähliche ilnter- 1 Übung des internationalen Arbeiterbureaus sowie eine Resolution über den erforderlichen universellen Charatter des Völkerbundes. Eickhof- Deutschland sprach das Dankesschluhwvrl an Schweden. Bei dem grvhen Abschicdsbankett erinnerte Präsident Adelsward daran, dah das Fernbleiben der Belgier zwar den Grundsätzen der Union widerspreche, aber verständlich sei. Er gedachte der englischen und ftanzösischen Tokn und der ergreifenden Zeiern für die unbekannten Soldaten. Der Engländer Lord W e a r d a l e erklärte, dahman auchdieaufderanderen Seite Gefallenen nicht horgef f en dürfe.
Teuerung und Lohnfragen.
Berlin. 20. Aug. (Priv.-Tel.) Die dem Afabund angeschlofsenen Organisationen. der Bund der technischen Angestellten und Beamten, der Zenttalverband der Angestellten. der Deutsche Werkmeisterverband und der Allgemeine Berbatid der deutschen Bankangestellten haben den Regierungen des Reiches und Preußens u. a. folgende Forderungen unterbreitet: Für alle Angestellten die Gewährung eines gleichen laufenden Teuerungszuschlages von 5000 Mark jährlich, die gleichmähige Festsetzung eines allgemeinen Teuerungszuschlages auf 70 v. H. und eines Teuerungszuschlages zu den Krnderzuschlägen auf 200 v. H. in allen OrtSllassen, das Snkrafttreten der neuen Gehaltssätze mit dem 1. Zuli 1921, die sofortige Aufnahme der Verhandlungen zwecks Umwandlung des Teuerungszuschlages von 5000 Mark in Grundgehalt. Sn einer Entschliehung drückt der Bundesausschuh ber Allgemeinen Deutschen Gewerkschaften seine Bereitwilligkeit zu weiteren Verhanblungen mit bem Deutschen De» amtenbunbe über daS Zusammengehen mit bem Beamtenbunbe in ber Frage ber Erhöhung ber Dearntengehälter aus Sollte in angemessener Frist eine Vereinbarung nicht zustandekommen, so werde der Vorstand deS Allgemeinen Deutschen Gewerkschaftsbuiides mit den beteiligten Verbänden und dem Afabunde in Verhandlungen treten, um eine Grundlage für die gewerkschaftliche Beamtenbewegung zu schaffen.
rechnet, betragen die Reparationslasten den Dier-I t e n Teil des deutschen BationaleinkommenS. Wenn sich Deutschland auch die grohte Sparsamkeit auferlegte und fv weit ginge, selbst die Kriegsanleihen nicht mehr einzulöfen und 'bk Zahlung ber Kriegsrenten einzustellen, so könnten die Kosten für die eigene Verwaltung Deutschlands kaum mehr als auf 1000 Papiermark für den Kopf herabgedrückt werden. Sie würden bann insgesamt 60 Milliarden betragen, eine Summe, die an die jetzigen Ausgaben noch lange nicht heranreicht. Auf diese Weise würden 45 Prozent des deutschen Einkommens für die Steuern zu Reparations- und eigenen Verwaltungskosten verausgabt werden. Wäre es nun, fo schlieht Keynes, dem Polizei- und Skuer- beamten irgend einer Regierung, die die Geschichte kennt, möglich gewesen, die Hälfte seines Einkommens aus einem Volle herauszupressen, das sich in einer solchen Lage befindet, wie das deutsche?"
Bezeichnend ist, wie der „TernpS" sich mit der Kritik des Engländers auseinander fetzt. Er meint, es hänge alles von den Preisen ab, den die Waren künftig auf dem Weltmarkt wert fein würden, und er verweist KehneS auf die deutsche Regierung und ihre vor einigen Tagen veröfffentlichte Denkschrift, worin ja allerhand Vorschläge gemacht Dürren, die Deutschland ein Ueberstehen der chwierigen Jahre errnöglichen würden. Unsre Regierung ist eben von einem Optimismus erfüllt, der auch in vernünftigen Auslands- kreisen, wie man sieht, für unbegreiflich gehalten wird.
England gegen griechische Eroberungen.
Paris, 22. Aug. (WTD.) Aach einem Telegramm des „Matin" aus London hat der englische Gesandte In Achen, Lord Granville, neuerdings eine längere Unterredung mit dem KriegSminister TheotokiS gehabt. Granville soll dabei der griechischen -Reaierung mitgeteilt haben, die Alliierten würden es nicht dulden, daß eine griechische Armee sich Konstantinopels zu bemächtigen versuche.
London, 22. Aug. (WTB.) Rach einer Meldung des „Daily Telegraph" aus Smyrna haben die Griechen von Sakharia aus vor- rückende türkische Kavallerie vernichtet und dabei 170 Offiziere und über 4000 Mann gefangen genommen
Paris, 22. Aug. (WTD.) Rach einer „Matin"-Meldung aus London haben die K e m a l i st e n nach Rachrichten aus Konstantinopel Verstärkungen aus dem Kau-
Die oberschlefische Frage.
Beunruhigung int Streife Rosenberg.
Kattowih, 21. Aug. <WTB.) Der Deutsche Ausschuß für Oberschlesien teilt mit: Der Bevölkerung des Kreises Rosenberg, die bei ber Abstimmung mit über 80 Prvz. für Deutschland gestimmt hat, hat sich große Sorge bemächtigt, weil nach bem Zeitungsbericht über die Verhandlungen des Obersten Rats in Paris Lloyd George von der Möglichkeit gesprochen haben soll, den Kreis Rosenberg oder Teile des Kreises Polen zuzusprechen, als eine Art Austauschobjekt für Teile des Sndustriegebiets. das nach dem englischen Standvunkt ungeteilt bei Deutschland bleiben soll. Diese Sorge der Bevölkerung deS Kreises ist auch in Eingaben und Beschlüssen zum Ausdruck gekommen, die vor kurzem in den Zeitungen veröffentlicht worden sind. Eine Beruhigung der Bevölkerung und eine zuverlässige Lllifilärung über die Frage erschien deshalb dringend geboten. Der Deutsche Ausschuß für Oberschlesien ist in Erkenntnis dieser Botwendigkeit bei der interalliierten Kommission vor'steilig geworden und ermächtigt worden, mitzuteilen, daß niemals die Absicht bestanden hat und auch jetzt nicht besteht, den Kreis Rosenberg oder Teile des Kreises als Austauschobjett Polen zuzusprechen. Sine solche Behandlung des Kreises würde, wie die Zuständigen Vertreter der inkralliterten Kommis- ivn in Oppeln betonten, nicht dem Abstimmungsergebnis entsprechen.
Vom Bölkerbundsrat.
Paris, 21. Aug. (Wolfs.) Sn seinem Schreiben an Driand ertlärte Vicomte Sshri, seine Ueberzeugung bezüglich ber Annahme durch seine Kollegen sei durch die Tatsache gekräftigt, dah der Oberste Rat die Absicht habe, sein Möglichstes zu tun, damit in Oberschlesien ferne Unruhen entstehen, die die Beratungen des Rates behindern können. Sshri fügte hinzu, er habe aus den Besprechungen deS Obersten Rates erfahren, daß die Sache ohne Vorbehalte oder Einschränkungen der Prüfung des Völkerbundrates überwiesen worden sei. ber mithin also das Recht habe, die Frage so zu behandeln, wie ihm die Behänd- lung am wirkungsvollsten dünke. Sshri ertlärte, gewiß zu sein, daß während der Beratung sich jede an der Frage interessierte Regierung jeden AtteS enthalte, der geeignet sei, bk Sreibeit einzuschränken und der Unparteilich- kett bei der Prüfung der Frage zu schämen. Mit- hin hoste er dah der Böllerbundrat nicht nur bk Einladung deS Obersten RateS annehmen werde sondern dah er binnen kurzem eine ein- fthnmig gefaßte Lösung ber Frage empfehlen könne
Wiederausbau-Verhaudlungen mit Nustland.
Berlin, 20. Aug. Die in Berlin erschei nenbe Zeitung ,Golos Rossii" erfährt aus angeblich zuverlästiger Quelle, daß zwischen ber Gruppe deutscher, englische rund amerikanischer Kapitalisten einerseits und ber russischen S v w je tr e g ie r u n g an- bererseits Verhanblungen über die Erteilung von Konzessionen zum Wiederaufbau von Petersburg und Odessa gesühri werden Die Konzessionen erstrecken sich auf bk Erweiterung und Ausbesserung ber Häfen dieser Städte, auf die Wiederh<tostellung der Kanalisation, der elektrischen Straßenbahnen und vor allem auf die Snstandsehung ber Fabriken. Die Konzessionen sollen auf 40 Zähre abgeschlossen werden. Am 26. August findet In Berlin eine Zusammenkunft ber Kapitalisten mit ber Sowjetregierüng statt, bei der die Einzelheiten endgültig besprochen werden sollen.
Die schlimme Lage in Rußland.
Paris, 20. Aug (Wolff.) Bach einer Havasrneldung berichten in Konstantinopel ein- getroffene Flüchtlinge aus Odessa, wie die Korrespondenz der „Russischen Union" meldet, schreckliche Einzelheiten über die Lage in ber Stabt. Seit Wochen zerteilten bie Sowjet- behörben keine Lebensrnittel mehr. Häufig sehe man Leute auf den Straßen Odessas vor Hunger


