Nr. 18 Drittes Blatt
(Siebener Anzeiger fSenttal-Anzeiger für Gberhessen)Samstag, 22. Januar 1921
Landwirtschaft.
Die Heilung ver SchafrüuLe durch GaS.
Bon Tierarzt Dr. Kretzichmar Plieskowiy i. 6.
Die Schafräude ist eine nicht nur in Hessen, sondern m ganz Deutschtand zur Zeit berartig ver
biUneig erhalten. ’&ie sich diele spärer gehalten »t®, fn voreru noch oa'-ni gestellt. Öre weil iith die dahm geherchrn Lü..sche nab ■frodbrnrngei er- fmien taffen. tarnt bei unierm ftnanpelleu 7ZJien n«* Dotausgttogi werden Mag Ur duhuift bn:i* Ocn//®a* H* will, wir in Hesien haben j Bi. schon m dem Pädagogischen M’Uriua ei. e ‘Anfailt für b e 6<uhiu3bil>ui’.g der Abiturienten, bte nur rnveüer! into au.'gebaut zu werden braucht, um bie fluü» bißJung des Lehrerstand.s solang? aui dec je&igen Dove zu erixrftai, bis bessere Berten btc Erfüllung wettgarender Wunsche erm ca i en.
*— Eine große Zuchtviehversteige- run<r von sogenanntem' schwarz-buntem fftrnMef) der Westhreußisden Holltnber-icert*udrefeHfri^rf • ten findet in Marienburg Westpveuften Freitag den 4. Februar b4. IS., vorm i t taaS 10 Uhr, statt. ES fonrmai zum Ausgelwi 30 Nullen sowie 110 tragende und txxf trogen weib- fid* Ti’tt Demeickmis über Abstammungen mit Mllrtlri mwMachweisen sind kostenlos durch die Geschiöftsstelle, zur Zeit noch Danzig, (Herber* gasse 12. zu haben öct Benutzung der V-Züge ab Berlin Frvdrichstroste 9,01 Uhr vorm. imb 8,49 libr nadjm genügt ein Personenausweks mit Lichtbild — ohne polnischeS Visum. Eine Zolllbntvolle der Reisenden findet nicht statt.
Nachd-?m die Rrick^s-liulk« ferrnz und der dteid^fJni^au^fcf^b die riiuXrtc Erri.hnmg vcm beund'en Ethridjulen unb deutschen Ausbausdul-en empfohlen haben, werden m verschrobenen Län- vern Verbuche Cemil DOTberritct '21 u > wic ui £>eilei wollen zu Ostern mit einem Verluch b<* ginnen. Tie Zeil ist besonbers günstig banlr Voc- Mlssichttich werden wir fdxm i n neuen Schuliahr einen starten UebctfluB Ln Leh.krättei b kommen, brr einige Jahve andauern wird Deshalb bc* ajfict<jgt’n mr, dieses Jahr k ine oh.r nur wenige Schüler m die Unierfixriien der Se nmare autzunehmen. Tagegm wollen w.r, wenn sich genug Schüler melden, an zwei Semluareu, in A I - zey und Bensheim, einen Verbuch mit her Ausbauscvule machen. Sofern er Erfolg bat, lömi- ten zu Ostern 1922 an den beiden anderen Semr- naren solche Schulen cingeridrtet werden.
So würden beim im Lause b:t nächsten |cd>8 Jahre ^die Seminare abgebaut werden und an ihrer Stelle in densetben Räumen nach uns nach Ausbauschulen entstehen. In ihnen w?rden begabt? Bollsschüler aus dem ga. z n Laich gefamnielt. Auch den gan» Unbemittelten darf die Schule nicht verschlössen bleiben, wenn sie nach Eharaktec und Fähigkeiten die Gervähr bieten, daß sie daS Biel erreichen. Es sollen daher auch die mit X*n Seminaren verbundenen Inter a .einrich u igen erhaltai bleiben und nach TZöglidjieit — freilich tn modeniem Geiste — noch weiter ausgebaut itK-rben. Für die Unterhaltung unb.-mtttelter Sdülcr muH in wen gehendem Maste durch Stchcntxen gciorgt werden.
Tie von uns geplante Ausbauschule soll seclS Jahrgänge umassen. Tamit die Schüler nicht ruviel Zeit verlieren können sie schon mit dem dreizehnten Lebens ayr, also nach dem 7 Volls- fchiLabr ausgenommen werben. Sclbstverstä -blich sind solche, die die gc-iy Volksschule durchlaufen haben, ebenfalls willkommen.
ES frxigt sich noch, wie die Kosten für dme neue Art der höheren Schulen rruszabrinigen ftnb, und ob auf sie das Gesetz über die Kosten der höl)eren Schulen vom 21. März 1914 angewenoet werden soll. Wir sind der Meinung, batz davon abzuschen ist. Tiefe Schulen kommen nicht den Kindern einer Stadt und ihrer näheren Umgebung zugut, sondern sie beziehen ihre SMter au4 dem ganzen Land. Sie sollen dem Ausstieg der Begabten dienen. Wir sind dchcr bet Ansicht, dast sie. wie seither die Semi rare, durch den Staat allein erhalten werden müs en. Tic Kosten werden die für die Seminare nicht übersteigen, sondern später noch geringer werden I-i dix Schüler im allgemeinen aus unbemittelten itretfen stammen werden, halten wir es auch für richtig, dost vorerst, wie bei den Seminaristen, auf die Erhebung eines Schulgeldes verzichtet wird. Erft wenn die Ausbauschulen ausgebaut iind imo sich über das Schülermaterial besser urteilen lästi, wäre eine Entsdreidung über das Schulgeld zu treffen. Von den Söhnen bemittelter Eltern könnte ein solches dann erhoben werden. Jeden falls empfiehlt es sich solange di? letzten Semrnarllanen nod) mit den Aufbauschulklassen in d^mielben Gebäude vereinigt sind, an dem jetzigen Zustand hin- fidftlich der Aufbringung der Kosten nichts zu ändern. ES lästt sich dies auch schon deswegen ver- antroorten, weil in den ersten Jahren naturgemäss der größte Teil der Mfbauschüler doch den Lehrer- beruf ergreifen wird.
Wir beantragen daher, der Landtag wolle ferne Zustimmung dazu geben, dast die Seminare abatbaut und von Ostern 1921 an unter den vorstehenden Bedingungen zw i Auchmischu en errichtet werden. Ta es nötig ist, alsbald mit den Vorbereitungen zu beginnen, insbesondere die Eltern aufiuflären und zur Anmeldung aufzufordern, er- fud>en wir ergeben ft möglichst bald eine Ent- sct'llebung deS Finanz- unb bei EctzulauSichuiies herbei führen zu wollen.
Tarmstadt, den 10. Januar 1921. Hessische- Landesamt für das Bildungswesen.
Dr. Strecker.
ElttS dem -lmtsverkündiattnasblatt.
** Da» Amtsverkündigungsblatt Nr. 10 vom 21. Januar enthält: Spruchkommissw- nen für Auslandsschulden. — Abstimmungen in Oberschlesien. — Desinfektoren. — Viehseuchen. — Beihilfe an ehemalige AriegStellnehmer. — Berfaus von Kasernenbet mellen usw — Beschlag- nalTme von Wohnräumen — Dien stnack richten. — Feldbereinigung Steinheme. — Gefunden; verloren ।
Abstim mungen in Oberschlesien. Die 23ü rgenncifiereim der Landgemeinden sind an- geroiefen, bei der UrlaubSerteilung ihrer Beamten zur Abstimmung das weitgehendste Entgegenkommen zu zeigen. Der Urlaub ist unter Weiter- geroäbrunq der Bezüge zu erteilen. Die hierdurch
lieber die Umwandlung der Seminare in deullche Aufbauschulc»
ist dem Hessischen Landtag eine Regierungsvorlage, Unterzeichner vorn Landesamt für das Bildungswesen. zugegangen, der wir foIgcnM entnehmen:
Alle Bestrebungen jur Reform der Lehrerbildung in dm letzten Jahrzehnten gingen daraus hinaus, eine völlige Iren tung der allgemeinen Bildung von der eigenthdjen Berufsausbildung bet- bei-usühven. Die Frage der grundlegenden allgemeinen Bildimg für den Lehret ist nun durch die deutsche Reichsversassuna entschieden worden. In Artikel 143 hecht eS: „Die flebterbilbung ist nach den Grundsätzen zu regeln, bic für die höhere Bildung allgemein gelten "
Ungefähr ein Vierrel unserer jungen Lehret ft seither schon nicht im Seminar auSgeb.ldet mor» den, sondern bar beveitS der Forderung der ReichS- öerfafiung hinsichtlich der Vorbildung genügt. Die'e An der Lel)tecausb>lbuna. die seither die Ausrahme mar, soll nun die Regel werden. Am ein fadesten wäre da» zu erreichen, wenn man btc Seminare abbaute und fernerhin nur Abiturienten der jetzigen Mieren Sdjulen »um Lehr erbe eure zuliebe Tas hätte freilich große Nachteile Ernmal bekämen wir so niccht genug Lehrer. Tann aber sichlössen wir dadurch vom Lehrert'lvnd alle jene begabten tütbt g-.m Jungen vom Lande aus, die die volkssdmle durcchlausen und aus den verschiedensten Gründen eine höhere Schrie nicht dc- fnd’en können. Tas wäre schr zu beba-jern; denn gerade aus den Volksschulen d.'s Landes hat der Lehrerstwid seither seinen beten Nal>wuchs erbauten. Wie ist eS nun möglich, beiden Forderungen »u entsprechen, einerseits als Vorbildung für die Lehrer die Reifeprüfung zu verlangen und andererseits den tüdxigm Volks,chülern die Lehrerlausbahn offen zu falten?
Tas kann nur geschehen durch eine Aufbau- schule, d h durch eine Sdjule, die auf die Volksschule aufbaut und ihre Schüler in verkürztem Gang, etwa in d 'Jahren zur Reifeprüfung fülyrt. Erne solche ©dürfe muß selbstver,ländlich hohe Anforderungen an ihre Sd)üler stellen. Sie kann daher nur wirklich begabte fl'fnöer mit starkem Arbeitswillen aufnehmen. Tie Ausbaiisdmle ist also eine verkürzte höhere Schule, die ihre Schüler rur Reifeprüfung führt und wie die anderen höheren Schulen auf d e verschiedenen Zweige der Hochschulbildung vorbereitet Tie völlig veränderten ^ritoerhilt.iisie drängen letzt gebieterisch zur Schaffung einer foaenannten deutschen Obetschu le, die b*m Ueüergewicht bei fvemdsvtad-lichen BildnngSgu es gemmüber bemüht den im eigenen VollStum wurzelnden Slultur- und BildungSwerten gu ihrem RedN verhilft Tiefe Schule soll auBerbAn mehr a!5 die anderen khre Schüler stets mit dem Leben Fühlung nehmen lassen, ste zum Nennen und Verftel)ei aller Jtrei'c de- Volles achllten, in ihnen Gemrinsdastsgeiüh! wecken und sie zu Gegenwart-mensdxn er rieben Tie Schule nimmt eine lebende Fremd prache tn ihren Lehrplan auf, nicht nur aus praktischen, sondern aus biDungswifsensd-aftlichen Gründen, al- Gegenbeispiri zur deutschen Sprache und Kultur. Tie Zeit, die durch Verzicht aus eine weitere Fremdsp-ad^ gewonnen wi.d. soll Raum geben für Teutsd-tuude, Werkunterricht Kunftpflege, Voll w r sl a 15. h e, €taa ertunl€ mti> p i*
losophische Propädeutik. Eine solche Schule kann aud) eine soziale Ausgabe erfüllen. Sie wird t>> zu beitragen, die Slluft in tnifercm Volkskörper »u Überbrüden, die seither die Gebildeten grundsätzlich vom Volle schied.
Die deutsche Obersckmle krm als neun stufige Anstalt, polllommen parallel mit den anderen höheren Schulen einoeridrtet werden. Aus den oben angeführten Gründen brauchen wir diese Sckn.'e aber ^rnächst al- Aufbauschule. Ta- entitrndit auch ihrem eigenen Wesen. Sie soll grodlintg die m der Bollsschule gepsleate BildrmgSrichtung fortfübrm. In dieser Hrni'id?t ist sie ein unentbehrliches Glied in der b?utjdm Einheitsschule. Sie schließt sich an die Volksschule an und führt ihre Schüler bis zur Pforte der Universität.
Diese Aufbauschule mutz aeschoffen werden, zpu» loSgelöst von der Frage der Lehrerbildung. Ihre Abiturienten sollen auch jeden anderen Beruf ergreifen förnien. Frrilch mutz vorausgesetzt lverden, dast die beutfd* Aufbauschule dieselben Berechtigungen erhält wie die übrigen höheren Schulen, so dast ihre Abiturienten mit den etwa notnn'ndia nx'ib.T.b.m Erganzungsp^ üsungen tedes Hochschulstudium wählen können. Bei der Ucbet- füllung der meisten gelehrten Bernte und bei den letigen Teuerungsverhälti;iiicn ge'en eben fdon viele Abiturienten direkt in bürgerliche Berus? über. Für sie wird die .Aufbauschille eme besonders geeignete Grundlage fein.
Tie Abiturienten «ler höheren Schulen, die den Lehrerbernf ergreifen, werden nach der Reifeprüfung gemeinsam ihre eigentliche Berufsau-.
breitere jfranfirit, daß es für tririe Schafbesitzer von grös,tem Jnteresst sein dürste, eine naijnt lidte, cmcchau) w.rkiame Bebanoiunqsan kennen zu lernen, weich' atle bisherigen Behandlungsarten weit Übertrifft.
Es ist die Behandlung mit Schweseldiorvdgas, mddK fid» bei der Tilgu iss der Bieraeräude glänzend bcivahit bat. Den bisherigen Behandlunas- arten hasteten exbebliche Rachteile an. Tie Lchmierkur erzielt nemaii, bau eine Derbe Döll.g rein wird, sondern ber Schäfer mntz dauernd sdnniercn, verhuldert aber damit bestenfalls das ;n starke *äu:treten der Räude. Die Badekur ist nur bei warmem SBctter, also im Sommer, anwendbar; lie_ ist lebr un ich.'r in ber Wirkung und hat Ber luite, auch Verlammen im Gefolge.
Tie Gasbehandlung hingegen weist die erwähnten Nachteile nnh! aus. Ste ist jederzeit sicher in der Wirkung, auch im strengsten Winter obn< lebe Nachteile anwendbar. Sie ist unschädlich, selbst Lämmer von nur entern la«, sowie hochtragende l’iutiertiere m.Tbvn ohne schäum b gast. Bei der Begasung wird außer den Räuderntlden auch alles anoere Ungezieser abgetöt.t. Sie ist leicht und idynril durch uhrbar, ohne daß ein; Unter- bredni ig deS W.ideganaeS erfolgt. Mit einer Tovvelzelle für zwei schase toimen an einem Tage ungefähr 18 Stück begast werben. Da aber zur Errielnna von Wirksamkeit bie schnelle Durch- suhrung der Begasung erforderlich ist. so ist bic Be Nutzung einer großen Zahl von Zellen nötig. Ich selbst verfüge <ur Zeit über 26 Dovvelzellcn. welch? leid»! transvortabel und heilbar find. Ta5 Gas kann infolge einer b-sonderen Vorrichtung au- diesen Zellen vor der Öffnung abgesaugt werden, io daß es den Schafen und dem Bedienungspersonal beim Offnen nicht unangenehm werden kann.
Die Begasung erfolgt derartig, daß je zwei Schafe in eine Zelle gestellt werden: bie Abdichtung des Kopfes, welch-r durch einen Aus'chnitt der Vorderwand heraussiebt, erfolgt durch besondere G'-ummimanf(betten derartig, daß bte Ohren mitbegast werden. Die Zelle wird a'.Sdann verschlossen, mit ber erforderlichm GaSmenge bc» frfyidt und durch trockene Lteißluft erwärmt. Dem GaSgemisck) bleiben die Tiere ca. eine Stunde crnSgesetzt. Der Kvps wird nach der Begasung mit einer erprobten, sicher wirkenden DesinfektionS- Wung beharidelt. Di? zwrite Begasung folgt ber ersten mit einem Zwischenraum von ungefähr 8 Tagen Die Schaf? müssen meinen Erfahrungen nach arichoren werd-n, wenn die Wirkung sicher sein soll. Das Scheren bat selbst bei kältester Jahreszeit k?ine Nachteile im Gefolge, wie sch bei der Begasung der zahlreichen Serben fcst- stellen konnte, w'lche ich in dtesem Winter in Oberhessen ausgeführt habe.
Wichtig ist natürlich eine gründliche DeS- infcktion der Ställe, w-lche außer Reinigen und kalken in Leerst "hmfa'sen ber Ställe auf sechs Wockxm besHht. Wech'el ber Weibesläche, ber würden, Futtergeräte usw. setze ich aI3 selbstverständlich voraus Die Innehaltung der veterinär- polizeilichen Vorschriften ist bei der Tilgung der Schairäude einer der widrigsten Punkte.
Der Landwirtschastskammerausschuß Gießen erteilt hierzu nähere Auskunft.
erwachsender: ve^älttn^näftiy geringen Kosten ber Gebaltswriierzohlunf sollen von ben Goineuibin getragen werden Sollte bses ro ber Erwarten nicht ber Fall fein, jo tann Ersatz ba der „Grenz«pende ' beantragt werben.
Maul- und Klauenseuche In Buri- bardsselden und Tret? a d Vba ist bte Scudr erloidKn. In Allrodes a. d. Lda ist tv 'Scuur eltenfall« erloschen. — In bei Gen.einb Clkt- rairtie Kriet- Marburg: in txe Mcul unb Miauen- fructr Qiiygebrodjen. — In den üten.einlk.t Eal- bent, Leioenbosen, OSoükltrn, eapwi, Cbmiri mar »KreiS Marburg», Ebringshiu e.i, *2Jciboif, Veun und Cbrntbon (Kreis Wetzlar), Sanblof^, Iirlanrmen, Landendauken und BcrmuthShaui Kreis Lauterbachl. Sdotien <Kieis 5dx.nrc’i) »st die Maul- imb xfaunveud» ctlo < m Tie an- Otorbrieten Sderrmasmahmen wurde i auf cvben.
Dienftnachrichten des Krei-amts Karl Stein von Bo r s do r s wurte als Jagt^- cwfseber in dem Jagdbezirk Stri-Hcimer Sikilb erblich verpflichtet
Lotterie DaS Ministeriu:n des Innern bat dem OeSvorftanb zu BietzeSl^im d e Erlaubnis erteilt, anläßlich deS am 1 Mäcz ds IS Mfc.bft fiattfinbenben Fasel- unb Z.ich'viedm'.rktes eine Berlofnng von Zuchtvieh imb lanbwirtsch ftsichoi Geräten iu veranstalten. Ziehunüsterni«: 1. März 1921.
Dermildite».
* Spar,wana für jugendliche im Saargebiet. Die Regierungskomnus- sion oes SaargebiekeS hat lk. „Voss 3tfl." am geordnet, daß den Jugendlichen in Zukunft -er Lohn nicht mehr ausgczahlt iper- den soll, sondern nur den Eltern, oder ihren gesetzlichen BcNretern. — Zur Bekämpfung des Alkoholmißbrauches ist cm Verbot in Vorbereitung, nach welchem Jugendlichen unter 18 Jahren Alkohol in irgendeiner Form nicht mehr verabreicht werden darf.
Gingesandt.
(Für Form und Inhalt aller unter dieser Rubnk stehend n Artikel jibcrrimmt die Redaktion ’x.m Publikum gegenüber firinerld Beran wommg )
Sehr schlimme Straften Verhältnisse herrsitzen m der Ederstraße (Steinfirafy abwärts Bereits vor dem flYiegr wartete man hier schon kuf die so notwendige Jmstandsetzung Wohl wurde vor kurzer Zeit etwas Sticä auf die beiden ?niß- ftetge geftoeut, dieses beroirth aber elier eine Verschlechterung. Es mag wohl dies seinen Grund dann haben, daß bie beiden Fußsteige jeden Fundamentes entbehren. Bei dem ietzsten anhalteuden Regenwetter ist der Äuftanb bald unhaltbar, kaum vermag man noch den unzähligen Wasferpsiltzen auszuweichen, von dem Dreck, ber sich bilNt. gar» nicht ui reden. Es wäre wünschenswert, daß endlich einmal Abhllfe geschaffen roürt*
Mehrere Einwohner der Ederstraße.
Spielplan der Frankfurter Theater.
Opernhaus. Sonntag, 23 Januar, njd> mittag- 3*A Uhr: Prinzeß Tamrndt-ändchm AbenbS 7 Uhr: Mignon. Montag. 24.: Fidelio. Dien Nag, 25.: Die Bo-HS rne. Mittwoch, ?6 . nady mittags 3V, Uhr: Prinzeß TaufendH Snbchen. Abends 7 Uhr: Die Rose von Sbambul, Donnerstag, 27.: Salome. Freitag. 28 : Tosca Samstag, 29.: Margarethe. Sonntag, 30., nachm ttngs '.Ufo Uhr: Prinzeß Tauscndhä. ddten. Ah.i d^ 7>/, Uhr; Salome. Montag. 31.: T-te Rose von Stambul. Dienstag, 1. Feoruar: Zar und Zimmermann. Mittwoch, 2.: ATda. — Schauspielhaus. Sonntag, 23. Januar, rwchmittugs 3'/, Uhr: Im weißen Röss. Abends 7 Uhr: Ter 5Tdntg der dunklen Kammer. Montag, 24.: Robert und Bertram. Tiendtag, 25.: Glüt^peter. Mit'woch^ 26.: Maß für Maß. Donnerstag, 27.: Neunzehn- hundert-neunzelm? Freitag. 28.: Roden und Bertram. Samstag, 29 : Judith. Smrntag, 80., nachmittags 3'/, Uhr: Pygmalion. Abends 7 Uhr: Roben u. Bertram. Montag, 31.: Maria <5 tu art. Tienstag, 1. Februar: Der König der bunb» len Kammer. Mittwoch, 2.,nad>niittag4 2*/> Uhr: Wilhelm Tell. Abends 1l/i Uhr: Orpheus und Eurydllc.
•B n i- WUT
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Kopfschmerz!
Die Kalkner aufLinüenhöhe
Roman von Reinholdvrtmann.
fPachdruck verboten.) Fortsetzung 89.
Ein höhnisches Aufwachen Brand:s klang in lerne Rode
„Ausgezeichnet! Die Rechtspftegk in Tiefen- bnntn itebi aui der vohc der Zell. Zeugen Haden nichts mehr zu bedeuten, auch wenn es gleich ihrer breit sind."
„Tiz drei Beugen, von denen Sie sprechen, sind heute mittag dem in Betracht kommenden Derrn gegenüber gestellt Wochen, auch sce haben übereinstimmend angegeben, sich geirrt zu haben. Sie hatten den tofieebrmnien Ueberrod des Dr Gennenng für daS emzigc KleLmngsftück von bteier Farbe in Tiefenbrunn artalten. Und sie verloren sofort ihre Sicherheit, aLl sie den andern Derrn in einem ähnlichen faden."
„Wunderschön! Jetzt fehlt nur noch datz Herrn Tr. Germering ein Fackelzug gebvad* wird, und daß man ihm das Ehrenbürger recht von Iietcn* bnnrn verleiht. Tann wäre m der Verrücktheit wenigstens Methode. Aber ich frage noch einmal, was mich das alles eigen tHd) an geht. Um mir buir mteressanten Neuigkeiten mtuitii.en, hätten Sie mich wahrhasrig nicht durch Ihren Schergen verhaften zu lafien braudjen."
„Ich habe Eie nicht verhaftm lassen, Den Brandl! Aber ich hatte es allerdmgS eilig. Sie zu sprechen. Tenn eS gibt in dreier Sache nur noch einen einzigen unaufgeklärten Punkt Un^ da kann die Austlärung nur von Ihnen kommen. Bleiben Sie dabei, daß aus Ihrem Giftschrmk em erhebliches Cucuituni Eoniin auf rät.elhafte XBei e i verschwunden ist, und daß eS nach Ihrer Heber-1
ker aus.
Die Stimme deS Amtsrichters war plötzlich messerscdan geworden. Ihr schneidender Klang rüttelte den Äpothes
an dem Schranke zu schaffen mzd)te ?"
„Selbstverständlich bleibe ich dabei Wie oft soll ich es eigentlid) noch wiederholen
„So lassen Sie mich Ihnen sagen, Derr Brandt, dotz Sie für mich auigehört haben, ein unverdächtiger Zeuge zu sein."
„Tas ist — das ist eine Beleidigung. Ich mutz mir daS verbitten."
„Sie können sich ja über mich beschweren, wenn Eie Grund dazu »u Haden alauben. Ein Zeuge, der von Daß und Eifcriucht gegm ben Ange- schuldigten erfüllt ist, kann eben nicht mehr für unoerbädtig gelten."
^Eifersucht? Woher nehmen Sie das Recht, von Eifersucht zu sprechen?"
„Daren Sie nicht selbst in Frau Falkner verliebt? Sie haben es dem Sanitätsrat Varentbin ia unumwunden zu gestanden. Sie Haden ihm g- sagt, daß Sie Tr. Germering DtrherfkTi wolltcu, well Sie ihn für einen bevorzugten Nebenbuhler hielten."
Tas Gesicht des Apothekers entstellte sich zu einer Grimaise ber Wut.
,^Mi er Ihnen das erzählt — der Schwätzer — der Deuchlkr — der Schuft?"
„Mäßigen Sie sich! Ich mutz Ihnen derartige Ausdrücke auf das Eirichicbmste unter'agen Tr. Barenchm hat nur seine Pf.icht g:tan. Er bit mir übrinr:B auch angecheu.et bau er sich über bad Verschwinben bei l£oni(n au» Ihrer Apotheke i>iz>vischen schon ganz eigene GLanken ge- nrachs
nachsehen, ob etwas davon fehlte. Unb er war sehr enttäuscht, als ich feftftellte, batz noch olles vorhanden war."
Ter Amtsrichter hatte den Kopf in die Hand gestützt, vielleicht, well er sürchtete, lein Mienenspiel nicht mehr tn der Gewalt zu haben und dem andern die Erregung zu verraten, bie sich leinet bemächtigt hatte.
„Es war also noch alles vorhandeic?" fragte er scheinbar ruhia. „Unb mit erklärt eS sich, datz bei Dem Besuch des Krimtnal-KvmmllfarS |o tnn davon fehlte T*
Denn Derr Dr. varenthm sich seine Gedaw» km darüber nacht hat hat er sic Ihnen dena nicht mt ? CS wäre doch ein Leichtes für
chn ge cn."
..Dollm Sie banitt etwa sagen, batz et cn dem Verschwuren bei Giftes beteiligt geme* len sei?"
./Er hat mir nicht geraten, eS zu beseitigen — o netn, fo dumm ist der Santtätsvat Bormthm, nicht. Er wird mit gutem Gewissen beschwören, daß er mir nicht dazu geraten har. Er hat nur gefagl, daß mll der Auffindung bvS unoerminder- ten Vorrats der wichtigste Ver.-achtsgrund gegen Germermg hinfällig werden und wo rfdxtniüb doS ganze Gebäude b'S Jnbizienb^wri t3 zulammen stürzen würbe. Er hat nur gesagte „Es bleibt natürlich unter uns, B andt! Ich habe Ihnen nicht- mitpetetit — und ich wciß n-cht- von Ihrem Eonim. Wieviel oder wie wenig davon bei ber polllellichm Nachiuchuna poegeftmden wird — ich weiß nichts — gar nicht- £>«ben Sie mich verstanden?" — Und ich bafx ihn »er tanbm, ben lächetnden Biedermann Was an meinem Eonfto- ootrat fehlte ich hatte es w?ggeschüttet. Stab Sie rum zufrieden, Derr LuusrillEer Eöerty^
(ForrfeLuus plgLJ
körperliche Schmerzen leidet, und babei krampften sich seine langen knotigen Finger lnrinander, als ob er xroifderi ihnen etwas zerdrücken wolle. Plötzlich schnellte er auf unb trat an den Tisch, hinter dem Eberky faß.
„Ter Schuft — sage ich. Unb noch einmal: bet Schuft? Werl er fürchtet, batz die Sache nicht nach leinen Wünschen geht, versucht er, den unlchuldigcn Ehrenmaim zu soielm. Um sich weißjuwaschen. will er mich prri-geben. Ah, bet elende Feigling!^
„Sie zwinaen mich, gegen Sie voriugehen, wenn Sie so sortsghren. Von Verdächtigunaen, w,e Sie sie da ahSsprechm, wird ber SanttätSrat Barenchlu nicht berührt."
„Er steht zu hoch — nicht wahr? Er ist ein Ritter ohne Furcht unb Tadel. Tatz ich nicht lache, Derr MmtSrichtcr Eberly — datz ich nicht lochet Dillen Sie denn nicht, datz bte ganze Dehe gegen Germermg von keinem anderen ausgegangen ist al# von ihm ? Denn ich den Mann taue, er haßte ihn ledeni'allS noch viel mehr. Nur das leine Gründe viel erbärmlicher sind als meine. Von Anjana an bat er mir alles zugetragen, was er erfuhr. Unter Vertetzuna des Berussg-He'.mnisses, ten Amtsrichter ! Nur damit ich wüßte, was ich zu tun und S agen habe. Oder war er nicht rrnxi verpflichtet,
rüber zu schweigen, datz 6n her chemischen Unter* l'uduiig Eon.in tn der Leiche gefunden awrben war? So fange darüber zu fd>t»r^en, bi- es ge- r.cht-seittg be'a ’.nt ymorben war? Und er Ur| unm ttclbar ned: Emp'an^ der Mittrilung spornstreichs ui mir, um es mir unter dem Sieget des tiefsten Geheimnisses zu cnäbCen. Er wollte wissen, ob ich Eonim in meiner Apotheke hätte Und als ich bejahrte, aaö er sich gar leine Mühe, letr.e I Freude zu ververgen. In fernen Beisein nui&te ich'
zeugung nur an dem Abend entwendet worden rem I Konrad Brandt wiegte auf seinem Stuhl ben kann, an dem sich Dr. Germering nach Jhrei > Oberkörper hm und her wie einer, der furchtbare Beobachtung und nach seinem eigenen Zugeständnis “


