Einzelbild herunterladen

Nr. U6

Der »irdener ünjelaet mit der Dienstagsbeilag« eSport-Um|d)au" er» scheint täglich, ander Sonn» und Feieriaas. Monatliche Sezvaepre se: Mark 5.- einschliehlich Irägerlohn, durch die Post bezogen Mark 5.75 einschliehlich Bestellgeld. F«r n,pl ech-Lnschlaffe: für die Schriftleüuna 112; für Druckerei, Verlag und (öeichäfisstelle 51. Anschrift für Drahtnach. richten: Bnieiaer Liehen.

poftfche-ftonto:

Srentfvrt a. M. 1(68*.

Erstes Blatt

Kl. Jahrgang

Samstag, 21. Mal 1921

GietzenerAnzeiger

General-Anzeiger für Oberhesfen

? Goetz; eil; Dr.

für den übrigen

Enid und Verlag: vrlihl'sche Univ.-Vuch- und Steindruckerei H Lange. Schriftlettunq, Geschäftsstelle und Druckerei: Schulstrahe 7.

Reinhold Ienz; für den Anzeigenteil: Han» Deck, sämtlich in Giehen.

Haupischriftleiter Auq.

Goetz Verantwortlich für Politik: Au

Annahme von Anzeigen für die Tageonummer bi» zum Rachm ttaq vorher ohne jede Verbindlichkeit. Preis fiir I mm höbe für Anzeigen v 34 mm Breite örthd) 40 *Pf, auswart» 50 Pf., für Reklame, Anzeigen von 70 mm ®r. tte 180*P| Bet Platz. Vorschrift20 .Auf chlag.

wochenrückb'ick.

Die deutsche Entscheidung des 10. Mai sieht aus unsicheren, nur schwerfällig sich bewe­genden Füßen. Wenn man das Kabinett Dr. Winb auf ein Individuum personifizie­ren wollte, so ist's ein abgebrannter Wanderer, dem man Hut, Stab und Reisetasche genom­men hat. Aber da er von Grundsätzen ge­sprochen hat und mit einer gewissen Verzweif­lung um sich greift und ausschreitet, so hat man Anlaß, ängstlich und wachsam zu sein.

Man weiß eigentlich gar nicht, wie diese Volksregierung" weiter kommen will. Es feh­len der Außenminister und der Finanzverwal­ter: der leere Posten des Wiederaufbaumini- slerS bedeutet weniger. Herr Dr. Wirth wird von seinen Anhängern als ein Demokrat vom reinsten Wasser geschätzt, und sein bisheriges Verhalten im Kabinett Fehrenbach soll oft nicht in Uebereinstimmung mit den Herren der Deutschen Volkspartei und sogar nicht einmal mit den Kollegen von der demokratischen Par­tei gestanden haben. Daß er ein Schrittmacher Erzbergerscher Politik sei, hat dieGermw- nia" bestritten: aber woher weiß dieses Blatt so genau, daß der Abgeordnete von Butten- hausen in der gegenwärtigen Regierungspoli- tik ß ar nicht auf dem Laufenden fei? Da scheint es denn doch ein bißchen zu viel dementiert zu haben.

Zweifellos ist Dr. Wirth kein Widersacher Erzbergers, sondern das Gegenteil! Und da­rum graut uns ein wenig davor, daß er jetzt schon 2 Wochen an den unbesetzten Tischen des Finanz- und des Außenministeriums herumhantiert. Er hat kundgetan, daß er mit redlichem Willen und allem Eifer die deut­schen Verpflichtungen einlösen, daß er also zah­len, entwaffnen und Kriegsverbrecher bestra­fen wolle. Ein trauriges Programm, eine Willensenergie, die einer besseren Sache wür­dig wäre? Die Partei der Unabhängigen hat sich mit ofsiziellcm Trommelwirbel die Parole zu eigen gemacht: aus den anderen Regie­rungsparteien sind ebenfalls vereinzelte Zu- ftimmungsrn.se ertönt; im ganzen Hangen sie etwas kleinlaut, weniger aus Gesinnungs­mangel als aus Besorgnis vor Parteischaden. Wir wissen es alle, daß Kanzler und Kabinett in diesen Zeitläuften nicht gerade Lorbeeren .des Gewinns und der Reichsmehrung pflücken können, aber die Erregung der LÄendigen droht^vach zu werden über die Männer, die man Särge und Grabmäler bestellen sieht für erstorbenen Besitz. Viele wollen stall der Trauermarsche jenen andern, tröstlicheren und trotzigeren Klang:Das deutsche Recht er­kämpfen wir uns wieder." Sie wollen zwar auch zahlen, Abmachungen erfüllen, aber doch obenan stellen den Sang von deutscher Frei­heit, deutscher Treue, deutschen Liedern . . .

Lloyd George hat uns ja ein wenig sei­nen kleinen Finger gereicht, auf Zukunftsmög­lichkeiten gewiesen, die uns den aufs GrÄ starrenden Blick aufwärts richten könnten. Was aus dem Vertrag von Versailles wird, bevor er erfüllt wird das können wir gar nicht wissen. Vielleicht wird er, wie Llovd Georae besorgt, von den Franzosen zuerst zerrissen. Mehr als er sagen kann, fürchtet der englische Staatsmann das Spielen und Tän­deln mit dem Vertrag. Er hat mittlerweile den Franzosen noch drastischere Warnungen erteilt. Die Entente sei i n Gefahr, z u zerfallen, es gebe andere Wege, einen Wechsel der Bündnisse, um Friedenspolitik zu treiben, falls man sich jetzt nicht einige. Lloyd George hat das Recht Polens auf Oberschlesien mit energischen Worten bestritten und die Ab­sicht tu abgetan, eine Entscheidung auf der Grundlage der Volksabstimmung herbeizufüh­ren. Indem er derbe Schläge auf den volni- schen Sack des gewaltsamen Ausstandes führte, traf er den Franzosen, der darin sitzt.

Frankreich will aus den jahrelanaen Be- schirnpfungen und Branomarkungen Deutsch­lands oie Konsequenzen ziehen und das ent­waffnete, wehrlose Reich in Trümmer legen. Bon Polen her wollte Herr Briand es am Kragen fassen, von Westen, dem Ruhrgebiet, her es an der Gurgel anpacken. Aber nun will uns Albion so etwas wie Gnade erweisen. titofcO George will den Krieg in Europa nicht wr^wigen; es will seine Kriegsbeute in Ruhe verzehren. Der einstmalige deutsche Neben- vupler ist ausgeschaltet, zuruckgesch'.eudert, ausgenuHt; das genügt der Londoner Politik.

1 Um uns in den Fesseln des Versailler Ver­trages zu halten, dazu glaubt sie das Pathos der Biederkeit und Gerechtigkeit anschlagen zu sollen. Wir haben uns über Llovd Georges 'Polenreden natürlich gefreut: aber in die Freude über ihre Wirkung mischt sich sehr viel Widerwillen über den nackten und rohen Ge- schäftsbeis^ der dabei am Hebel saß.

Mtt sehr kühlem, aber'gefpimntem Inter­esse warten wir ab. welches Gebräu der Ver­ständigung die Verhandlungen zwischen Paris und London heroorbringen werden. Es gibt

vermutlich über die Zukunft Oberschlesiens ein Kompromiß, an dem wir keine Freude habest.men. Auch darauf, daß der Vertreter des Präsidenten Harding an der Entscheidung des Obersten Rates teilzunehmen gedenkt, wollen wir nur geringe Hoffnuns^n bauen. Aber wir wollen feschaiten an der unbeding­ten Forderung: daß Oberschlesien deutsch bleiben muß, ungeteilt und ganz! Und wenn uns die Waffen wehrhaften Widerstandes ent­wunden worden find, so wollen wir doch alle brauchbaren Waffen der Politik suchen und anwenden, um zu unserem Rechte zu ge­langen! Sogar ein Lloyd George verlangt nicht, daß wir uns fortan immer feige ver­kriechen. Er hat uns für berechtigt erklärt, gegen den polnischen Angriff uns mit Waffen zur Wehr zu feßen. Sein weiterer Widerstand gepen das nationalistische Uebermatz Frank- rerch-s hat geradezu zur Voraussetzung, daß wir selber nicht in Untätig Seit und Schlapp­heit versinken. Das Maß nationaler Stand­haftigkeit kann uns Lloyd George nicht vor­schreiben; wir müssen es selber finden und über die geringen Erwartungen des Aus­landes es erheben.

Di? interalliierte Militärkom- mission hat trotz Lloyd Georges schöner Worte die deutsche Regierung aufaefordert, alle Freiwilligen-An Werbungen für eine etwaige Gegemvehr in Oberscksscfien sofort einzustellen Das Kabinett Wirth hat die Anweisung befolgt, ohne mit wirksamem Einspruch zu antworten. Auch die neueste Entwaffn una s note des Generals Rol­let mit ihren Zumutungen knappster, un- moglick)er Fristen scheint unser neues Kabinett geduckten Hauptes über sich ergehen lassen zu wollen. Glaubt man durch geistvolles Schwei- Sn sich von der bisherigen Praris oer Pro­ste und Widerlegungen vorteilhaft abheben

sollen? Das wäre sch'imrn, denn die deutsck)e Gewisfensschüttelung darf nicht auf- horen, selbst auf die Gefahr hin, daß Pazi­fisten in ruhevoller und gelangweilter Sonn- tagsstimmung das fürkitschigen SKttionalis- mus" erklären sollten . . .

Die Erfüllung öes (Enfmaffnungsultimahims.

Berlin, 20. Mai s Wolff.) Am 20. Mai inittags 12 Uhr, ift die ernt Frist ab gelaufen die von per inteoaH (irrten Mililchünun'NvmnMissroct in der Rote turnt 12. Mai «ir Ausführung des von TeutsckLntd ange-wynmKitei Entwafs- nungsultimatumsgee^t wurde. Imrrrhalb bie'er Frist hatte die deutsche Regierung die von der ftWmt Fron festgesetzten HöchHuweisuntzen an Kriegsmaterial für das teer und an AusrüNllngs- nratmal für die Secbefefrigungen anyuenemien. Sie hatte sich der von der ft-omm ffion ausgestellten Liste der zur Herstellung ix>ii Heeeszeräl zuge- laifenet Jabriflen Ku unterwerfen waten ferner die Befehle über die Ablieferung der von der Kommission nicht »-gef anbenat Gesch. tze und Waffen ioroc des Gerätes der Sanhfriamg n, fer­ner über de Abgabe dn überschüssigen B-stände an Aus cüslungsnvatrrial für die ^üstenbe'estigun- gen zu crla*'feit und der Kormnissvm twt^ulcüvu Es waren endlich Maßnahmen w treffen, i m die Freiheit ter von der Kamm sion audvuübeitiben Koutrrile siderzass^ellen und "bi* »u diesem Zro ck getroffenen Anweisungen zur Kenntnis der Mvm- mission zu bringen. Die ge fo r berten Er­klärungen wurden iömtlick vor Ablauf der Frist vom Ausw'rrtigen Sfcnt namens ter Rcicks eg erang rorlebaltlos gegeben. Dr B fehl zur ^Ablieferung der nicht -ugestandenen Gechütze, Waffen imb anbexn Be'vLrte der Landfeistungen ist v m Rci'ftöweE.m msa:r be.eits am 13. Mm und rie an e en durcy die Rott verlangten B fehle sind um 19. Mai criaret irveten. Die «ms der Annahme der betreffenden Hvdmgungen sich er­gebe'den fio'gerungen sind sofort gerben und dir notigen 2msführungsanweüungen ette.lt raorbat

Tietechnischen Schwierigkeiten" bei den Ausfuhrfragen.

Berlin, 20. Mai (W.D.l Die Maßnahmen, die sich ans der Annahme des Ultimatums als not. wendig ergeben, werden zur Zeit von der Reichs- regierung vorbereitet. Bei den großen lech ui sch en Schwierigkeiten, die namentlich hinsichtllch der die A sfuhr betreffenden Fragen zu überwinden sind, ist es verständlich, daß endgültige Entschlie- Hungen noch nicht gefaßt werden konnten. Mit einer gewissen Unsicherheit wird deshalb der Anken handel vorerst leider rechnen müssen, als sicher kann jedoch gesagt werden, daß diejenigen Betröge, die m Zukunft von den einzelnen (Entente fUaten von dem Ausftthrgegenwettder deu.schenAussuhrerhodenwerden den Exporteuren durch das Reich in Papiermark er­stattet werden. D etech ische Durchführung der Auszah- hing setzt aber noch einige vorbereitende Derhandlun ier do aus, nach deren Abschluh mit der Auszahlung begonnen wird Der Beginn der Auszahlung w rt- feiner Zeit öffentlich bekannt gemacht. Auch im übri­gen bestehtür die an der Ausfuhr betet igten Wirt- schaftskreise kein Aniah, bei ihren geschäftlichen Ma - nahmen Zurückhaltung zu üben, denn sowe t es in Ausführung des Ult matums etwa erforderlich fein sollte, auch deutscherseits einen Teil der Aus- fuhrwette zu ersaffen, werden diese Betröge

in Papiermark zurückerstattet. Ob und inwie­weit die Reichsregierung bei der Aufstellung des Programms für dte innere Finanzierung der dem Reich aus dem Ultimatum er­wachsenden Lasten Ausfuhrabgaben in Vorschlag bringen muh, wird zur Zeit eingehend geprüft. Es werden aber ähnlich, wie das seinerzeit bei der fo- genannten sozialen Ausfuhrabgabe geschehen ist, für eine den geschäftlichen Bedürfnissen entsprechende Uebergangszeit solche Ausfuhrgeschäfte von einer etwaigen neuen Ausfuhrabgabe frei elaffen werden, die vor Inkrafttreten der Abgabe in handelsüblicher Weise mit handeisüblichenFristen abgeschloffen wurden. Eine neue Erklärung des Reichskanzlers.

Berlin, 20. Mai. Reichskanzler Dr. Wirth erklärte im Verlauf einer llnterro* düng mit dem Chefredakteur des BlattesDer Deutsche" über die Entwaffnungs­frage in Bauern, daß die Reichsregie- rung weder ein Ultimatum noch eine besondere Note nach Bayern richtete. Er stehe aber mit den maßgebenden Männern in Bayern in ste­ter Fühlung imb habe die Ueberzeugung ge­wonnen, daß die Lösung des Entwafsnungs- vroblemS gelinge, und daß die innere Bewe­gung in Bayern sich so vollzieht, wie es nö­tig sei, um das Reich aus der schwierigen Situation zu retten.

Auch die übrigen Forderungen der En­tente werden wir, wie Dr. Wirth betonte, nad) Möglichkeit erfüllen. Dos Kabinett sei im Augeiiblick mit der AuSard.itung oer Vor­schläge zur Erfüllung der finanziellen und wirtschaftlichen Bevingungen deS Ultimatums befdjäftigt. ReichskanzlerDr. Wirth werde dem Reichstag bei seinem dem- nachsliaen Zusammentritt die entsprechenden Vorschläge sofort unterbreiten, deren An­nahme in rascher Äufeinanderiolge im Parla­ment versucht werden solle. Damit wir größere Mittel für die Reparationssumme flüssig machen köirnen. Bei der Vorlage Dieser Gesetz­entwürfe werde es sich entscheiden, ob der Reichstag und die Parteien willens seien, die von dem Kabi­nett begonnene Politik fortzu­setzen. Dr. Wirth erwartet anaesichts der großen Not des deutschen Volkes Die sachliche Mitarbeit aller Parteien. Sollten die Vor­schläge aber eine Ablehnung erfahren, so nehme er an, daß von den Parteien ergän­zende ooer abäirbembe Vorschläge gemacht werden. Die sich als eine Verbesserung der Regierungsvorschläße kennzeichnen und auf Grund Deren das Ziel, das wir ja alle schließ­lich wollen, erreicht werde.

Tie Uebcrgabc von Eifenbalinmaterial.

Berlin 20. Mai Don dem wäsrend des Krieges von Deutschland in den alliierten Ländern erbeuteten Lisenbahnmaterial hatte die Reparationskom Mission als erste Abschlagszahlung die Uebergäbe von 5000 Wagen bis 15. Mai gefordert. Bis 14 Mai wurden einschließlich der an Beigien abge­lieferten 3 »19 Staatsbabnwagen und 61 Privatwagen an Frankreich 1492 Staatsbahnwagen und 113 Pr vat- wagen, zusammen also 5085 Fahrzeuge zurückgegeben.

Die tage in Gberschlesien.

Berlin, 20. Mm. sWolft- Die Lage m Den ernylneu Kri^e-i Oberfd)lei'ten5 ti unoe- ändert. ES liegen Na-chrich.en vor, roorm ge­tagt roicb, datz sich au3 der Star Po en enva 600 Studenten imb Schüler jrir Insurgemenarm^e begeben haben Tie Verluste an Xoten u ib Ver- nnrnbeten aus ih^n Rrit-en werben durch An­schlag am Schwa.Hvi Bre.t ster Unireciität be- fajm:gegel>en. In Posen sind zahlrri ie Werb - lmreaus roti er in Xattgürit sichch rccLeren V.- ridten wurden polnische Trnpretkon^ntvatronen in der Gegend tx> i frtaüni u b C^ro.e tm gesteltt, desgleichcu Panz:v- u;tb Mi it^rzüge.

Oppeln, 20 Mai. (DB.) Aus den Kreiser Beuthen, Groß-Strehlitz, Glerwitz un- Cosel werden er em schwere Ausichrel- tungen der Insurgenten gemeldet. In Frie denSnitte rourben zwer bart'dr Beamte von De-/ polnischen Sluiriflern so schwer mißlarbeit. Dar, sie le^tnszesährliinnere Verletzungen er i tm imb ins Shxmte.^nig geinxKfä xxf den müssen. Alle Versuche ter Deo> I*mr-g die »iftmbigen Ir.- sianzen der alliier Cji in zum Cirtorriter

gegen Derartige Rohheit xroegm, b.te'jen er» olglos Im Kreise Gr si-^ttehlltz wurden za'l- rri'"'z bart'<5» e i nle C innixtizr er cheprr ivriders schwer htt noch immer das beut de Tur Schönwald |u leiden Tie Auirütner verüben Plünderungen u b Mih'andlrmgen in der scham­losesten Weise. Ein grojer Teil der Bevöl enrg ist gerlücheer. Set bei Zurückge^ürbene-i herrsd-l oe^rorifel-t Stimmwtg.

Ein sozialdemotrat scher Hilferuf an das Bureau der Internationale.

Berlin. 20. Mai. fSSofF. Der Verstand der s o 9 i a l b em olratischenPart iTeutsH- lands fdndte an das Bureau b-.r 3 n t e i n a t i i> nal e folgende erschütternde fcil'erure deutscher Sotr^geTwnen:

Die Nachrichten über zahlreich- Morde. Plün- berungen. begangen durch die Banden K o r s a n - t y s, rourbrn uns ^ut? durch Par rig'im'fen, dtt unter Lebensgriahr aus dem von den Insurg'nten I besetzten Gebiet ge?Iütiüdl ind. überbracht. Offen l tritt die französische Duldung des von der'

polnischen Regierung durch Kvr'amtt, inj$<m irrte« UeberfallA ju Tage, der das -ür Deutschland gun- frige Plebi5»it des oberschstssschrn Vrikrs annnf- lievcn unb Den Cbcrihn Rat vor die PofTto-Kne Tatsache stellen soll Nur übermmfdr.td)? Ans'r.m- giingtn imb strengste Selbstzucht v rrro"htm biiMvr dioNvchvaftionen h n Mlzuhaltcn. Nur die Hosinung aut eine schnelle Cntidribimg gibt der b.-ntfdrtt Bevölkerung die frische Kvast zur Enragung b.t unsägliden Qualen. Wir cmxirttn von t> m intet- natioiutlen Burcau ebenso wie von allen ihm an- g sdll» s nen (Scftxm-m der Int^rnattoiiale ba» G-.n* letzen aller Kräfte, um für bad bcutfdje V^ll in Cbcrfd/Ieficn das Id'cht b-r Selbstbestim­mung g'aen den polnischen Imperialis- m u S zu ltdKm, t>e«jm Erpansiousdrang Lurovq in neue unabschbave B.ttvicklmiglm zu stürzen droht.

Tie Zufammeuknnft des Obersten TTnir»,

Paris, 20. Mai. tW. B.) Ter Untren» sigsant" glcruöt, daß die geplartbe Zusammen­kunft deS Obersten RateS v»l!eichl erst am 5. ober 6 Juni stattfinden Lntne.

LautPetit Parisien" hab? Brimd durch bett französischen Bot'dxrfter in ßonbon der mfllifdvn Regierung enw neue MtSführlich: Rote übermitteln lasen, in der Briand in eine Syuttg deS Cbet- ftnt Rates emwillige, die in Boulogne ftarthnbert solle. AIS Borb.'drngung müf.e er jedoch stellen, daß eS im voraus zu einer Berstänbiwrng über die oberschle fische Frage gefbinmai sein müsse.

Auch dasPetit Journal" bestätigt, tn Bmr- logne werde Priarrd ausdrücklich Borbebalte madjen zu dem Standpunkte Lloyd Qkorgr8, daß bi? Gnrfdribuna über Olx-rschleiien mit Stimmen­mehrheit getroffen werden soll. Tie ftanzösiiche Reaieruna werde die Aus'afsimg vertreten, daß br.ye Entfchridung nur mit Stimmenmehr hrit ge- t rvsien roerben könne.

Rom, 20. Mai. (Stefant) Graf Sforza hat feint Abreise nach Boulogne aufgefdjoben.

Reuter zufolge erscheint eS als fast sicher, daß Boulogne der Zusammenkunftsort des Obersten RateS fein und die Zusammenkunft nickt vor Montag ftnttfinben iverde Alle Länder, Großbritamiten, Fratrkreich, Italien, Japan, auch Amerika seien für die Konferenz. DemEvening Standard" zufolge werden im Gegensatz au den Meldungen auS Paris Briand und ^Lloyd George wohl kaum vor der Tagung des Obersten Rates zusammen­kommen. Lloyd George bringt, wie die Blätter melden, daS Wochenende außerhalb Lon­dons zu.

Amerika.

London, 20 Mai (WB.) Wie die .DailyRew" erfährt, lieh Amerika durch zwei Beamte seiner Berliner Vertretung die oberschlesische Cope untersuchen. Sie empfehlen die Entscheidung, die in allen wesentlichen Punkten mit der von Eng­land gewünschten übereinstimme,

Vie Ergänzung der R?t(f)sfabtneft$.

Berlin, 20. Mat (Wo.'ft - Entgegen I'rvfie« Meldungen, bay 'die Ergäi-xmg te5 R k l'ch 4 - ka b i n e t t S noch länckN''' 3 it n Anspruch nehme, nnrb mitgeteilt, batz tt fe Ansickt non ter 8L> gierung nlcht geteilt rotrb.

München, 20. Mai. Reichskanzler Dr. Wirth hat, wie derBayerische Kurier auS Berlin erfährt, an den Direktor Der Ma­schinenfabrik Auysburg-Nürnherg Dr. Gug- aenheimer Die Anfrage gerichtet, ob et aas Ministerium für den Wiederaufbau über­nehmen wolle.

Nückgang in der Einwanderung nach den vereinigten Staaten.

Tic Zunahme ber frembgeborenen Bevölkerung in den reinigten Staaten betrug in ber Zeit von 1910 diS 1920 noch dem Bericht deS CeniuS- öuvkous. des Statiftischm Amks, mn 358 442 ober 2,6 Pro^rtt. Zw-.chm 1900 und 1910 be­trug die Zunahme o 174 610 ober 23.7 Prozent. Tas fast völlige Stuf hören der Emwanbcrung mährend des Kr-eges und die ziemlich starke Rück- Wanderung in ber gleichm Zett erklärt den Rück­gang im letzten Jahrzehnt. Obendrein ftnb auch die EinroanderungSge fetze wesentlich verschärft roocken.

Teutfchlanb stand mit mehr als 2 500 000 amerikrr-onberern im oorietzten Joh zehtt an erster Stelle unb führte auch noch cm letzten mit 1 c83 2.8. Irlanb fragt eum 9tüztgang txm 316571, gece über rinrm Rückgang von 2 Ä 208 für 19001910 Tie Ge amtzahl brr m Irland graore m Amerckcmer betrug im Jahre 1920 1035C80.

Rußland steht nach Irland an dritter Stelle Ti? Zahl der Ein gewanderten in br B^richts^eit »rigt einen Rückaang vo-i 203 <83 gerei errtf Zunahme von rund 1 000 000 m ben fahren IfOO1910. Es a bt in den SBcre nigten Staaten 1 308 999 in Rußland rejorene Härenen.

In England sind 812 411 Amerikaner g - boren; das Lebeu et einen Rückgang txrj 6 > 3Cö gegcrü >er d em Zuwads noi 37'003 fjt 1900 bis 1910. Eaqland cajig;ert damit ro.i e/btn an siebenter Stelle

Tie fran^'ische Zuwandf.mn rr«r mit 35 374 stärlec als im roTletzte i Inhr e nl mit 13 009. 2 :e 3af/_ ber in Frankreich Geborenen feträfll da­mit 152 051.