der
K.
Vorwiegend wolkig und meist trocken
Ja, dort sah man allerdings besser! Die in glühender Lohe stand der Himmel im Westen hinter den Bäumen deS Parkes und seitwärts
Beruf sar veiler den ungelernten sehr bald im Verdienst zurückläßt. 2luch sollten sich die Evern nicht darauf verlassen, daß der 3unge eine Stelle bei der Post, der Bahn oder als Wilitävanwärter
schuhgesehes wegen beruhigt sein. Wettervoraussage für Mittwoch:
auch zu Bett gehen. Hoffentlich "sieht sich morgen alles tröstlicher an."
»Laß mich hmite wieder bei dir schlafen," bat Do. „Mir ist so bang, wenn ich an alles denke, was heute geschah ... ich mache mir ein Lager auf dem Sofa zurecht und will dich gewiß nicht stören."
Hertha war damit einverstanden. Auch ihr war beklommen zumute, und sie Begrüßte es wie eine Erlösung, nicht allein bleiben zu müssen.
26. Kapitel.
Do konnte lange nicht einschlafen. Erst nach Mitternacht verfiel sie in einen unruhigen Schlummer, aus dem sie jäh durch ein dumpfes Geräusch aufgeschreckt wurde
Horchend setzte sie sich auf. Ha — im Dorf drüben klang eine Glocke. Dumps und schwer klang ihr Ton in Absätzen durch die stille Rächt.
Auch Hertha war erwacht.
„Feuer!" sagte sie nach ein paar Sekunden bongen Horchens, „ilnb zwar muß es Groß- feuer sein. Schau doch einmal zum Fenster hinaus, Do, ob man etwas sieht."
Do öffnete hastig ein Fenster.
„3m Dorf ist es nicht," sagte sie, „aber dort rechts gegen die Buchau zu ist der Himmel start gerötet. 3d) will hinaus auf den Korridor. Bon den rückwärtigen Fenstern aus kann man e6 vielleicht besser sehen."
Sie warf hastig ihre Kleider über, zog Schuhe und Strümpfe an und eilte hinaus.
Vorwiegend wolkig und meist trocken, tagS warm, nachts Temperaturen um Stall Grad, wechselnde ^Dinde.
Dilhelminenruhe! dachte Do erschrocken und setzte in Gedanken hinzu. Die gut, daß Waldemar und seine Mutter fort sind. Der Schreck hätte die arme Frau sicher von neuem krank gemacht.
Hinter ihr im Korridor wurde es nun !e< bendig. Diener und Mägde, die ihre Schläfst alten in den Manfardenräumen hatten, tarnen eilig die Treppen herab. Türen wurden geöffnet, erschreckte Stufe laut. Vom Dorf her vernahm man Hornsignale und das Staffeln des ersten Löschlrains. Auch die Grafenegger Feuerwehr im Wirtschaftshof 'schien sich mobil zu machen Man hörte des allen Meiers Stimme lauf herüber, dazwischen das Diehern von Pferden und Schelten der Knechte. Das Anschlägen der Glocke vom Kirchturm wiederholte sich in Immer kürzeren Absätzen.
Plötzlich öffnete sich die Tür von Magelones Schlafzimmer, und diese erschien In weißem, spitzen« besetztem Stegfige.
„Do brennt es benn?*4 fragte sie erschreckt einen Diener, der eben vorübereilen wollte.
„3n der neuen Fabrik! Der Betriebsleiter Hai eben um Hilfe hereingeschickt," lautete die Antwort. Dann eilte der Diener weiter.
Die schöne Magclone stand einen SLugenblld wie erstarrt und wurde so weiß, wie der Batist, der sie umhüllte.
Do, die die Antwort auch gehört hatte, schrie laut auf. Rtagelone, erst durch den Schrei auf Do aufmerksam gemacht, sah sie verstört an.
„Weißt du. was das bedeute!?" flüsterte ste mit seltsam abwesendem Blick rauh. .Den . . Stuin der StothersteinS!"
(Fortsetzung fofot)
Angehörigem in Srkrcuttungssällen. Sic durch die reichsgesehliche ArbeiterversiHerung dem Handwerker gescha.fene Möglichk.tt, sich zu versichern, genüge nicht, auch sei die dort vorg iehene Slus- dehnung der Versicterungspflicht auf Ha.dwctier abzulehnen und dahin zu toiricn, Latz ein Ausbau der bereits btffcßenben Kcanien assen für Handwerker und Gewerbetreibende statt i dr. Der Redner erläuterte soda.m den Zweck derartiger Kassen, die keine Private Erwerbs/ gesell- |ajd.|ten, sondern Ber, icherungv.rei..e auf ©egav leitigfeit seien. Weiter schilderte er die Entwicklung der Kranken- und EterbLkasse für selbständige Handwerker und Gewerbetreibende tn Frankfurt a. SU, erläuterte die Beiträge, Leistungen und sonstigen ‘Bedingungen dieser Kasse und forderte zum Schluß zum Beitritt und Inanspruchnahme dieser sozialen Einrichtung auf.
Da der Referent abce.sen mujtc, fand eine Aussprache über dieses Thema nicht statt, doch sollen die örtlichen Organisationen (dnnungen, Fachvereinigungen ufto.) die F.age unter sich besprechen und das (SrgebrtU der Besprechungen dem hiesigen Handwerkerbund übermitteln.
Das oberhesfische Museum an die Landwirte.
Das Oberhessische Museum in Gießen bittet uns um Aufnahme folgenden Aufrufs an die Landwirte:
Landwirte, wenn Ihr jetzt Eure Felder bestellt. wenn 3hr Entwässerungsgräben öffnen oder sonst Erdarbeiten vornehmen laßt, gebt einmal acht auf Dinge, die Euch bisher vielleicht gar nicht aufgefallen sind: Wer hat noch nicht gehört von Schätzen mancherlei Art, die da oder dort ein Glücklicher einmal gefunden hat? Das sind Aus- nahmen — nicht weniger beachtenswert aber sind oft Sachen, die an sich gar keinen Geldeswert haben, ganz gewöhnliche Scherben, unglasiert, schlecht gebrannt, oder geschliffene Steine, man nennt sie im Bolksmund nicht selten „Donnerkeile" — darauf achtet einmal! Was es damit auf sich hat? Solche Sachen stammen oft aus uralter Zeit, wo man noch nicht schreiben konnte, sind manchmal viele tausend Zahre alt. Wenn nun die Gelehrten die Zustände erforschen wollen, die in solch grauester Vergangenheit herrschten, bann müssen sie die unscheinbaren Bodenfunde kennen, die 3hr bisher, kaum einmal beachtet habt. Viele von Euch kommen ja nach Gießen auf den Markt! Da saht 3hr sicher schon das Alte Schloß am Drandplah, es enthalt ein S7t u f e u m, in dem alle Altertümer gesammelt werden, die man in der Erde Oberhessens findet. Wenn -^hr einmal g'aubt ettras SernrtigeS gesunden zu haben i an me.det es in d m SHureum; od r we in xJx das nicht m gt auch nicht schr iben wol.t, bann sagt es wenigstens Eurem Lehrer: der ist sicher so gut, die Mitteilung weiterzugeben. An- ko st en sollen Euch gar keine daraus entstehen; und außerdem könnt Ihr dann des Denkmal-
„Es geht ihm scheinbar wieder ganz gut,“ berichtete sie Do. „Sltag'Ione ißt bei ihm brüten und will erst for g-hen, wenn er sich zu Bett de- puuer uen raumen i gibt. Dir wollen also nun allem offen und bann | davon nach Süden zu.
findet, sondern bedenken, baß diese Stellen auf längere Zeit ben Kriegsbeschädigten und Kriegsteilnehmern vorbehatten bleiben; wie auch fein Verlaß darauf ist, baß die Mädchen durch eine Heirat bcrlcrgt werden und sich deshalb siir sie eine Berufslehre erübrige. — Die schulentlasfenen Knaben und Mädchen einen Beruf erlernen zu lasten, tarnt ben Eltern nicht dringend genug ans Herz gelegt werden, da es sich um Zittunft unb Lebensglück ihrer Kinder handelt. — Das Le- kensalter vmt 14-18 Zah en ist e tscheidrnd jürUe spätere wirtschaftliche Leistungsfähigkeit, für die Widerstandskraft und Charakterbildung. Deshalb ist eine geregelte Lehrzeit am besten geeignet, alle guten Vorbedingungen für das fernere Leben zu schaffen und zu entwickeln. Die Berufswahl ist bet wichtigste unb entscheidenste Entschluß im ganzen Geben des Menschen: denn sehr oft bedeutet verfehlter Beruf verfehltes unb verpfuschtes Leben. Vicht Augen^icksneigungen. nicht irgendwelche bekannten und verwandtschaftlichen Beziehungen, sondern wirkliche Steigung und Veranlagung, sowie körperliche unb geistige Eignung müssen bei der Wahl des Berufes allein maßgebenb fein. Bei der Wahl darf kein Stetuf ergriffen werden, der dem 2.bst rbei cntg g ng:hi und k i i Ten f. to.b r für Knaben unb Mädchen, darf bei ber Berufswahl als zu gering geachtet werden.
durch Sparmaßnahmen ist nur in geringem Umfange möglich. Es muß daher eine Steigerung der Einnahmen und eine Tariferhöhung im Güter, und Personenverkehr erstrebt werden, die durch- schnittlich30Prozent betragen soll. Der Reichsverkehrsminister ist im Reichskabinett ermächtigt worden, wegen einer solchen Tariferhöhung mit den in Betracht kommenden Stellen in Verhandlungen zu treten. Er hat bereits die ständige Tarifkommission mit der Erstattung eines Gutachtens bis Mitte dieses Monats beauftragt. Zu diesem Gutachten soll Ende September der bis zur Schaffung eines Reichseisenbahnrates vorläufig gebildete Sachverständigenausschuß Stellung nehmen. Bei der Kürze der Zeit werden die Tarifmaßnahmen im Wege eines rohen Zuschlages durchgeführt werden müssen. Die neuen Tarife sollen womöglich im Güterverkehr ab l. Nove m b e r und im Personenverkehr ab 1. D e - herüber Geltung erhalten.
Aus dem Reiche.
X- Hanau, 18. Sept. Die sozialdemokratische Stadtderordneten- fraktion hat an den Magistrat die Anfrage gestellt: Ost der Magistrat bereit, dafür zu sorgen, daß aus dem Stadtgebiet von Hanau nach dem nun dreijährigen Bestehen der republikanischen Staatsform endlich alle noch vorhandenen amllichen Bezeichnungen, „Königlich" usw., verschwinden, sowie aus Amtszimmern und öffentlichen Räumen der Stadt (städtische Gebäude und Schulen alle Bilder und Büsten der letzten Hohen- zollernkaiser und der deutschnationalen Generäle entfernt werden?
Aus Hessen.
Der Kampf gegen Bilder und Düften.
D a r m st a d t, 19. Sept. Heute wurden ■<016 den Beratungszimmern des Hessischen ^Landtags in Verfolg der Verfügung des Gesamtministeriums vom Samstag die Bilder !und Düsten der ehemaligen Landesherren, soweit sie nicht schon in der Re- jpolutionsnacht durch Bewerfen mit Tintenfässern usw. verunreinigt worden waren, be° leitigt.
Sl Friedberg, 19. Sept. In ber Lila ugustinerschule fand heute eine Trauereier zum ehrenden Andenken an die im Welt»
Aus Stabt und Land.
© i e B e n, ben 20. Sept. 1921.
Zur Berufswahl
richtet das Städtische Arbeitsamt (Arbeitsnachweis) folgenden Aufruf an die Eltern der Ostern zur Entlassung kommenden Knaben und Mädchen:
Durch die in diesem Frühjahr bevorstehende Schulentlassung tritt an die Eltern, die an die Zukunft ihrer Kinder denk.n. die Frage heran: „Was soll der Zunge ober bas Mädchen werden?" Diese Frage ist ungeheuer wichtig unb hat in der langen Kriegszeit eine noch größere Bedeutung erlangt. — Die getoaLlge Abkehr von der Berufslehre unb der große Zustrom in ungelernte Berufe läßt die Zukunft vieler junger Leute in trübem Lichte erscheinen. Für die große Anzahl ungelernter unb einleitig ausgebildeter Ausläufer unb Hilfsarbeiter wirb aller Voraussicht nach keine genügende Verwendung vorhanden sein, und sie werden nur schwer ein Unternommen finden. Arbeitslosigkeit im jugendlichen Alter kann aber für das ganze fernere Leben gefährlich toer» i>cn. Der Ungelernte leidet auch in jeder Wirtschaftskrise am häufigsten und längsten an Arbeitslosigkeit Der gegenwärtige Mehrverdienst der jugendlichen Hilfsarbeiter darf bet ber Berufswahl nicht ausschlaggebend sein, umsoweniger, als der g lernte
Die Rothersteins.
Roman von Erich S b e n st e i n. Copyright 1919 by ©reiner & Comp., Berkin W 30. 58. Fortsetzung. (Nachdruck verboten.)
Dos starr vor sich hinblickende Singen hatten sich langsam mit Tränen gefüllt. Slun legte fie den Kops aus die Strme unb weinte still, aber bitterlich in sich hinein.
Hertha, die das Herz immer noch voll Groll gegen Do hatte, betrachtete sie eine Zeitlang schweigend. Sie hatte in der letzten Zeit jedes intimere Gespräch gemieden unb auch heute nur gesprochen, weil die innere Erregung, tn ber fie sich befand, nach Mitteilung drängte unb nie» manb sonst da war, mit dem sie hätte reden können. Run sagte sie schroff:
»Warum weinst du eigentlich? Dich "betrifft ja unser Mißgeschick nicht! '
Gtn weher Blick Dos traf sie.
w£)arf ich denn nicht einmal mehr weinen tüt euch?" murmelte fie schmerzlich und "schlang bann, einem plötzlichen 3rnpuls folgend, die Arme um Hertha „Warum bist du so hart mit mir, 2^0 ?u mir "icht Freundschaft ge
lebt . Das ist daraus geworden? Ist es nicht genug, daß in diesem Haufe sich alle anderen von mir wenden? Mußt auch du seit Monaten — ?" , ^"st nicht ehrlich gegen mich!" unterbrach sie Hertha schroff. „SBarum hast du selbst mir verschwiegen, daß du mit baß bu WaldcMar Ruhland schon kanntest, ehe bu nach Grafenegg tarnst?"
Do starrte die Kusine bestürzt an Dann vana cS sich zögernd von ihren Lippen:
»Das ist es, was dich verstimmt?"
,3a. Du warst falsch gegen uns alle."
„Stein, Hertha! Richt falsch. 3ch kannte ja Waldemar eigenllich nicht. Hatte keine Slhnung, wer er sei. -Unb wenn Ich schwieg, war es nur, weil ich mich so grenzenlos schämte vor ihm vor euch! Er hatte mich geküßt, während ich schlief — bas war unsere ganze Bekanntschaft. Lind mochte gar nicht daran denken, ich haßte ihn so sehr . unb ich hätte es nicht über
bic Lippen gebracht damals — nicht einmal dir gegenüber. Stur darum schwieg ich.'
„Und heute? Hassest du ihn noch?"
„Rein," antwortete Do einfach. „Er ist ein guter Mensch, und wir sind Freunde geworden."
Herthas Blick ruhte lange auf Do. Dann 'chlang sie den Amt um ihren Racken und sagte leise:
. »vergib mir, kleine Do. 3ch wußte dies alles nicht. SIber nun wollen wir wieder sein, wie da- ber Ruine — ehe er dazwischen tarn, fa < -Jd) habe ja auch gelitten unter ber Entfremdung . . viel, viel mehr, als du denkst."
Eng aneinander geschmiegt und leise plaudernd blieben sie beisammen. ;3m Schloß herrschte Totenstille. Die Dlenerscha't schl ch verstört umher, Carola unb "die 3brca blieben unsichtbar
Die Gräfin packe, hieß eS, darum sp i ten die Herrschaften auch heute brühen In ihren Räumen
Einmal ging Hertha In den rechten Flügel, um sich nach dem Skfinbcn ihres Vaters zu erkundigen.
lieber das erste Referat entspann sich eine eingehende Aussprache, an ter sich außer dem Leiter ber Versammlung, bem Referenten und Handwerkershndi'us Dr. Krause, ®;e;en, bu Herren Bierau, Klein, Stelnhäujer, Kralling, Sann-Gie^en, Graß.iick Bad-Rauheim unb Schmid t-Lich beteiligten. Zum Schluß füllte der Vorsitzende fest, daß der gute Besuch ber Versammlung unb die rege Aussprache bewiesen, daß auch in Oberhessen das 3nteref|c für Handwerker- fragen in letzter Zeit gestiegen und eine gute Weiterentwicklung ber Organisation des Hubwerks zu erwarten sei.
Die feierliche lleherreichung der W e i st e r b r i e f e an etwa 333 Zungmeiste- rinnen und Zungmeister fand am Sonntagnachmit- tag im Hotel Einhorn statt. Das 1. Gießener Doppelguartett eröffnete die Feier mit dem Dortrag des Liedes „Das ist der Tag des H er r n". Direktor Dipl.°3ng. Brünings begrüßte die Skrfamrahtng mit kurzer Ansprache. Den Zungmeistern überbrachte Beigeordneter 3u- stizrat Dr. Rosenberg die Glückwünsche ber Stadt, Prof. Dr. K r a u s m ü l l e r die der Zentralstelle für Handwerk und Gewerbe, Darmstadt, Syndikus Schüttler die der Handwerkertammer Darmstadt, Dr. Krause die des Handwerker- bunds und des Ortsgewerbevereins Gießen. Darauf erfolgte die Wiedergabe ber Meisterbriefe durch die Prüfungskommission an bic oberhessischen Jung- meister unb zwar 11 Backer, 47 Metzger, 46 Schreiner, 22 Schuhmacher, 17 Damenschneiderinnen, 12 Maurer, 29 Schmiede, 10 Schlosser. 9 Friseure, 19 Schneider, 6 Spengler und 3nstallateure, fünf Glaser, 4 Küfer, 10 Zimmerer, 13 Weißbinder, 6 Wagner, 7 Mechaniker, 11 Sattler, 4 Dachdecker, 2 Tapezier unb Polsterer, 2 Buchdrucker, je ein Photograph, Konditor. Auto-Mechaniker. Kupferschmied. Gerber, Dreher, Uhrmacher u. Steinmetz.
Vis zur Polizeistunde blieben die Teilnehmer der Feier gemütlich vereint. Ansprachen der Herren Geh. Gewerberat F a l ck-Mainz u. Haggen- mülle r-Gießen, Gesangsvorträge des l.Gießener Doppel-Quartetts, Kouplets-Dorträge des Herrn Sattlermeistar D ö lz i n g-Gr.-Felda unb musikalische Vorträge hielten zusammen mit bem später einsetzenden Tanz die Stimmung in solcher Höhe, daß der Tag als ein wohlgelungenes Fest des oberhessischen Handwerks bezeichnet werden kann.
russwahl als zu gering geachtet werden.
Zeder gelernte Beruf bildet für den jungen Menschen ben Hintergrund, auf den er sich sein ferneres Leben aufbauen kann, und auf den er sich zu stützen stets in der Lage ist. Gut ausgebildete Facharbeiter werden nach wie vor mehr denn je für die Wlederaufrlchtuna unseres Wirtschaftslebens gebraucht werden und dementsprechend jederzett gute Entlohnung finden. Stach ein gut gewählter Beruf, der spätere Selbständigtait mit geringem Anfangskapital ermöglicht, ist sehr zu empfehlen. Das alle Sprichwort macht sich wieder geltend, in toekßem es heißt: „Das Handwerk hat noch goldenen Boden". Zeder selbständige Handwerker ist besser daran an Verdienst unb persönlicher Freiheit als der Lohnarbeiter: jeder gelernte Arbeiter hundertmal besser gestellt, als ein nichtgelernter. Jeder gelernte Arbeller ist selbständiger unb hat toelt hessere Arbeitszeit und Einkommen als ber ungelernte. Das Stadt. Arbeitsamt, Liebigstt. 16 (Alte Klinik), gewährt gerne Rat und Hilfe in allen Fragen der Berufswahl. Vermöge seiner genauen Kenntnis der wirtschafllichen Verhältnisse, sowie der Bedürfnisse und Eigenheiten ber einzelnen Berufe, dürfte sein Rat für die Besucher an Bedeutung gewinnen. Das Slrbeitsamt wlll aber nicht nur beraten, sondern ist auch bestrebt, seine Besucher tn gute Lehrstellen unterzubringen. Diese Tätigkeit erfolgt für alle Besucher vollständig kostenlos.
Vom Atlantischen Ozean zieht ein flaches Zollgebiet ostwärts. Es wird unsere Wetterlage nicht ; wesentlich beeinflussen. An der Westküste von 3r> ' land unb England steigt das Barometer. Wir toei> r den deshalb nur mit vorübergehender Trübung ■ rechnen dürfen.
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** Sahrraddiebstahl. Am Sonntag : nachmittag gegen 3 Uhr wurde aus dem Dor^ garten eines Hauses in der Ost-Anlage ein Fahrrad, Marke „Cupiteo", mit der Fa- briknummer 314005, im Werte von 1400 Mk gestohlen. Dor Ankauf wird gewarnt.
"Die Frei w. Gallsche Feuerwehr, deren nicht unbettächtliche Unterhaltungskosten von der Firma Gg. Phil. Gall getragen werden, hielt gestern abend ihre dies- jährige S ch l u ß ü b u u g ab, bei der sich wieder einmal zeigte, was diese alte Wehr, die nun 66 Jahre besteht, und die sich aus Bürgern aller Schichten der Stadt susammensenr, zu leisten imstande ist. Sowohl der Aufmarsch aus Oswaldsgarten, wie der sich daran an. schließende Vrandangriff zeugten von einer gut geschulten, disziplinierten Mannschaft. Die von dem Adjutanten der Wehr, Herrn Ober- fefretdt Munch, verfaßte Drandidee wurde von den Mannschaften der einzelnen Gerate sofort richttg erfaßt und auSgefuhrt. -
Landkreis Gießen.
he im, 19. Sept. 2lln Freitag v er» unglückte der Eisenbahner K. Franz von hi« mit feinem Fahrrad. 3n bem benachbarten Hörns» beim brach auf ebener Straße bic Gabel des Vorderrades, so baß Fr auf ben Kopf stürzte Von andern Elfenbahnem nach Haufe gebracht, lag er bis Samstag mittag bewußtlos Sich«, l'ch hat et eine Gehirnerschütterung erlitten
Hochelheim, 19 Sept. In ber ve»' gangenen Woche fanden hier und in ben Rach» barorten die Gemeinde-Ob st ver st et' gerungen statt. Es wurden durchweg fehr hthe Preise erzielt. Dabei traten die Früchte infolge der Trockenheit viel Hemer als in früheren Zähren. Gut entwickelt waren Schasnafen, eir gutes Wirtschaftsobst. dazu die Bäume reichllch behangen, daß überall die Aeste gestützt werden mußten. Außer Goldparmänen gibt es wenta cdles Obsl. Die Birnen- und Ztratschenernte U« sehr gering. Für Fallobst, für das die Stürm, der vorigen Woche in reichem Maße geforg haben, zahlen hiesige Händler 55—60 SHdti.pt Zentner. Die für diesen Herbst geplante Obst und Gemüse-Ausstellung wird wohl auf das nach,' Zahr verschoben werden müßen, weil es an eblr Obstsorten fehlt und die Gemuseernte auch nldh so gut ausfälll, wie man am Anfang deS Som rners gehofft hatte.
♦* S t e i n b a , 20. Sept Heute feiern die ikh,>. leute Ludwig Hofmann von hier das Fest her silbernen Hochzeit
Kreis Schotte«.
A Ridda, 18. Sept Die evgl. Kirchen- gemeinde bereitete ihrem neuen 1. Pfarrer Lau t reute gelegenllich seiner Einweisung in den Dienst einen herzlichen Empfang Die Gemeindeglieder toaren sehr zahlreich zum Gottesdienst erschienen, unb bas Gotteshaus war durch Efeu, Birken und Blumen geschmückt. Der Gemischte Ehor und ber Schülerchor verschönten die $der durch passende ßiebertorträgt Dekan Wiegel von Silnacn- heim führte den neuen Seelsorger in sein Stot ein. Zum Schlüsse richtete Psarrvitar S 5 d i e r, der nach Sleu-3fenburg versetzt ist, herzliche 20)- chiedsworte an bic Kirchengemeinde.
f. Laubach, 20. Sept Gestern nachmittag explodierte bei den Drescharbeiten der Zylinder der Dampflokomoblle Mit meß' reren dem ileberbrurf entsprechenden Schlägen Prang die Zh'.inderverschluf. scheide mitfanü den Eisenschrauben ab. Durch diese Zylindersprengung wurde bic Kolbentriebstange so heftig abgestoßen. baß auch sie abplahte und Den Betrieb fofort still- legte. Glücklicherweise befand sich niemand zur raglichen Zeit bei der Maschine. Die abgelösten Eisenstücke hatten eine ungeheure Wucht. Gin besonders großes Stück schnurrte sogar bis auf die Straße, ohne jemand zu treffen. Die Schuld an dem llnglurf hat zu Hoyer Dampfdruck
Kreis Friedberg.
KreLshandwerkerversammlung in (Sietzen.
Gießen, den 20. Sept 1921.
Gestern sand im Saale des Hotel Einhorn «ine von allen Handwerkerberufen des Kreises gutbesuchte Versammlung statt.
Stach einleitenden Worten des Vorsitzenden der Händwerkstammer. Geh. Gewerberat Falk, hielt Handwerkskammer-ShNdikus Schüttler- Darmstadt einen eingehenden Vortrag über die Reuorganisation des Handwerks.
Der Referent erläuterte ausführlich den vom Reichsverband des deutschen Handwerks aus- gearbeiteten Entwurf eines Reichsrahme n- gesetzes über die Derufsvertretung des Handwerks und Gewerbes. Der Entwurf übernehme die Grundgedanken ber Hand- toeilergcfeßgebung von 1897, wonach die Derufs- Bertietung des Handwerks eine doppelte Aufgabe zu erfüllen habe. Einmal müffe sie die Förderung der fachlichen 3ntereffen der ein- Leinen Handwerksberufe ermöglichen, was durch den fachlichen Zusammenschluß ber einzelnen S3e- triebe des gleichen Berufszweiges zur örtlichen Person. l-Gcm in cßift, durchge,ührt b s zum zentralen Fachverband für das ganze Reich erstrebt »erden oslle. Zum andern habe die Derufs- vertretung ben berufsständigen Zusammenhang Jtoifd)cii ben an sich unabhängig nebeneinander oestch 2r den Handtoerkszweigen herzustellon. Diose Peru S Indische Zlsammen as ung werde erreicht durch Zrsamm n ch'uß der einzelnen Handweris- berufe mnerbalb bestimmter Verwallungs- und Wrrtschaf.sgebiete in Handwerks- und ©etoerbe- tammern. Der Referent besprach weiter die in bem Entwurf vorgesehenen Bestimmungen über Die PreisblldungSfra ge, die Regeln bg des LehrlingStoesen, die For- verung des Fachunterrichts, die 2Iuf- gaben ber Handwerkskammem, Regelung von üteittgfeilen usw.
Das zweite Referat hielt Architett Repp- Fr a n t f u r t, ber über
Kranken- unb Öterbetaffc für , s« lbständige Handwerker sprach Gr verbreitete sich zunächst über die Rot- Wendigkeit der Fürsorge ber Handwerker und ihrer
kriege gefallenen Lehrer und Schüler der An stall tatt. Die Gedächtnisrede hielt Professor Gebhard; umrahmt wurde die Feier durch musikalische unb deklamatorische Vorträge von Schülern. Gleichzeitig wurde das von dem Zeichenlehrer der Anstalt Roth gemalte große Wandvild welches in einem der Gänge der Schule aufgehängt werden soll, übergeben.


