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Eichener Anzeiger (General-Anzeiger für Gberhesfen)

Hl (67 Zweiter Blatt

Mittwoch, 20. Juli 1921

Die auswärtige Politik Italiens

in

und fest.

18. 3uli.

19. Juli.

Saturn:

gen

1266,201268,80 1266,20 1268,80

986,

9*4,-

984,

986,

281

302.

238,76

250,

334,

6,30

117,88 1049,-

97,80

18.7.

Schweizer Frankel

100 L.

früh

Ein neuer

trohhui

173,50

152,50

126,75

347,15

276,95

76,92

596,90

387,

399,

568,

100 3rl-

100 Mk.

127,05

347,85

277,55

77,08

598,10

7,04

16,84

410,50 339, 313,- 288,-

401,-

577,- 310, 278,-

838,-

409,- 339,75

10,08

99,40

23,72

10,12

99,60

23,78

88,80

117,80

88,80

100 100 100

1 100 100 100 100 100

18.7.

7,90

4,10

8,65

10,43

98,90

22,07

Kurs 19.7. 77,50

. Rt. . Kr. . Kr. . Ri. . Sh.

127,15

343,35

277,55

77,48

598,10

126,85 342,65

276,25 77,32

596,90

* Neues künstlerisches Notgeld hat soeben die Stadt Nordhausen am Harz herausgegeben, und (zwar 2 Serien zu je 75, 50 und 25 Pf.

10,47 99,10 22,13

Hinterland zu sichern, für dessen Erzeugnisse Fiume der natürliche und wirtschaftliche vorteil­hafte Sammelpunkt sei.

Christiania. . . Kopenhagen . . Stockholm . . . Helsingsors. . . Italien London Neunork . . .

Paris .

Schweiz. . . . Spanien . . . Wien (altes). Dcutsch-Oesterr. Prag Budapest. . . Bulgarien . . Konstantinopel

2Im|terbam. Rotterd. 242^,55 2427,45 2435,05 2439,75

Brüsscl.Antwerpen . 582,90 584,10 582,10 583,60

F ran kfvrt a. M., 20. 3uli Berliner Devisenmarkt.

Geld Brief Geld Brief

1010,45 1012,55 989,- 1001,- 1181,301183,70 1171,301173,70

1605,85 1609,15 1608,35 1011,65

Heilder Hof, erreicht, hier wurden die sehr gut stehenden Weizen- und Haferschläge besichtigt. Un­ter alten Kastanien wurde bann bei gemeinsamem Mittagessen mit den Heidelberger Landwirten gar manches ernste und heitere Wor. gewechselt. Nach kurzer Besichtigung des auch unter Verwaltung von Herrn Kreutz stehenden ©freierer Hofes mit schönen Obstbaumanlagen ging es durch herrliche Waldungen, deren Baumbestände ein ganz anderes Bild zeigten als in Oberhessen, denn neben Buchen und Eichen stehen hier sehr viele Lebensbäume, Kastanien, Kakteen usw. Nach kurzer Nast auf der Molkenkur ging es bergab zumHeidelbergerSchloß. In Kirchheim wurde mit der dortigen Ortsgruppe des Bauernbundes die Einigkeit und Zusammen­gehörigkeit der hessischen u. badischen Bauernschaft gefeiert. Musikstücke wechselten mit Gesang und Neben der Herren Abg. Fenchel, Stadtrat Landwirt K a l k s ch m i d t, Heidelberg, Stadtrat Dr. Sch inid t, Inspektor Kreutz, Neuhl. Pet­terweil, S e i b o l d, Vilbel, N o m fr f, Lang-Göns, ein Landwirt aus Handschuchsheim, Kipp, Ock- ladt usw. Dienstag morgen wurden die Tabak- selder, Tabakschneiderei und verschiedene bäuer­liche Betriebe in Kirchheim besichtigt: mittags ging es mit Leiterwagen nach dem Druchhäuser Hof, auch hier ist alles mitten in der Ernte. Dann wurde zum Schluß noch der einzigartige Schloßpark von Schwetzingen mit seinen prächtigen Kunstwerken be­sichtigt. Der letzte Tag fand die Teilnehmer schon früh auf den Beinen, um die Stadt Heidelberg zu besichtigen. Zum Schluß ging es noch in die Ma­schinenfabrik Dadenia, Weinheim, welche sehr interessante Einblicke in die Industrie bot.

Schweres BootSunglück auf der Ostsee.

Berlin, 19. Juli. Wie die Blätter aus Swinemünde melden, kenterte gestern, am vorletzten Tage der Pommernwoche, bei der Segelwettfahrt zwischen Heringsdorf und Swinemünde bei hohem Seegang ein S e g e l - boot. Drei Her Insassen sind ertrunken, der vierte konnte von <inem Fischerboot gerettet werden.

Nom. 19. Juli. ^Wolff.» *Dle Kammer hat gestern ihre Arbeiten wieder aufgenommen. Sic von Bon omi verlesene Regierung serk To­rung besagt, die allgemeine politische Orientie-| rung habe sich nicht geändert, aber die Negierung wolle ihren Standvunkt in der Außenpolitik rlat- legen. Diese Politik sei der Anstoß zur Minister-1 krise gewesen. Den Verpflichtungen, die Italien in vollkmnmener Freiheit übernommen habe und durch die es gebunden sei, wolle Italien nicht nur mit vollkommener Loyalität treu bleiben, sondern eS sei auch der Meinung, bah man im Nahmen ber Bündnisse und Freundschaften an dem Wieder­aufbau eines besseren Europas arbeiten könne. | FürimmervonbenBebrohungendes zertrümmerten Neiches befreit, könne Italien an biefem Werk Mitarbeiten gemäß feiner ruhmvollen Ueberlieferung. So komme es. bah Italien, gleich nachbem bie Bereinigten Staaten den ersten Schritt zur Abrüstungskonfe- i enz getan hätten, biefem Plan sofort und mit ganzem Herzen anhänge, während es bereits be­gonnen habe, sein stehendes Heer zu verringern, und nachdem ein gleichartiger Vorschlag vom Völ­kerbundsrat gebilligt wurde. Bonomi sprach bann über bie abria tische Frage unb meinte, bah das Problem in feinem hauptsächlichsten Teile durch den Vertrag von Rapallo gelöst fei, dessen Klauseln beobachtet würden: denn über jedem nationalen Streben stehe bie Ehre Italiens. Dieser Vertrag werde mit ber gröhten Freimütig­keit durchgeführt werben, ohne bie Interessen und Gefühle Italien- auher Acht zu lassen. Es sei klar, bah die Durchführung dieses Vertrages die gröhten Schwierigkeiten für bie Grenzfest- sehung des cvrpus fefraratum von Fiume be» fettige. Sie Regierung sei ber Meinung, bah biese Frage vor allen Dingen vom wirtschaftlichen Stanbfrunkt auS geprüft werben müsse, um bie wirtschaftliche Zukunft Fiumes zu sichern. Unter Meten Umständen werbe es leicht sein, einen gang­baren Weg für die Unterhandlungen zu finden, so­ bald erst der Staat Fiume endgültig gebildet fein

werde Jugoslawien und Fiume würden bann ihrerseits die Grenzfrage wieder aufnehmen kön­nen, mit der auch die Frage ber Dilbung eines Konsortiums ber brei Staaten verknüpft sei. Auf diese Weise würde es möglich sein, Fiume das

Unter den Händen wird der sdimutzigste and ver- gilbteste Strohhut blütenweiß und wie neu bei der Behandlung mit dem verbesserten Strobin mit seiner verblüffenden Bleichkraft. Verlangen Sie in Droge­rien und Apotheken ausdrücklich die neue Packung mit Aufdruck Mk. 1,50.

Füssen, welche mit 515 rationiert, 15 Prozent höher notierten; auch Pinselfabrik Nürnberg bei großer Nachfrage mit 478 rationiert, plus 8' , Prozent. Mainkraft notierten 162, Eisen­werke Heyer 530, Zuckerfabrik Offstein 465, 5 Proz. befestigt. Th. Goldschmidt, 714, stell­ten sich |11 Proz. hoher. Norddeutscher Lloyd, 1521,.., abgeschwächt. Bank für Brauinvustrie stellten sich hoher, 203.50. Die Abendbörse schloß ruhig, Kassaindustriepapiere belebtet

Kurs

18.7.

77,50

Gictzcncr Strafkammer.

Gießen, 15. Juli 1921.

Unter Ausschluß der Öffentlichkeit wurde ge­ben Arbeiter H. K. aus G. verhandelt. Er

Hochschulnachrichten.

Errichtung einer Derwaltungsakademie Jena.

Jena, 14. Juli. Die Beratungen über die Errichtung,einer Berwaltungsakaoemie in Jena sind nunmehr abgeschlossen. Es werden, mit dem 5. November d. I. beginnend, an der Llniversität Jena Hochschulkurse für Beamte eingerichtet. Es ist eine Dauer von sechs Semestern.vorgesehen.

Vermischtes-

Hinrichtung eines Raubmörders.

Mainz, 19. Juli. (WTB.) Heute

Aus Hessen.

rm. S a r m ft a b t, 19. Juli. In ber Ver­sammlung bes Beamtenbunbes am Samstag unb Sonntag würbe u. a. auch bie Bilbung eines LanbeSkartells Hessen für vorläufig ein Jahr in der Weise beschlossen, bah alle Orts- kartelle ber bisher lose nebeneinanber bestehenben Reichs-, Staats- unb Gemeindebeamten sich zu Kreiskartellen und diese wieder sich zum Landes­kartell zusammenschließen. Den Gesamtvorstand bilden die Obmänner des Kreiskartelle, wozu noch die Städte Mainz, Darmstadt, Offenbach, Worms und Giehcn, sowie vier weitere Obmänner aus den Reihen der Staats-, Reichs- und Gerneinde- beamten zusammen neun Mann stellen. Das Kar­tell verlangt u. a. die Erhöhung der Grundge­hälter und die gleichrnähige Erhöhung der Kin­derzuschläge auf 200 Prozent. Herabsetzung ber Ortsklassen von fünf auf drei, einheitliche Fest­setzung der Teuerungszuschläge für alle Klassen auf 70 Prozent und endlich Erhöhung der Ge­halte der ^ätare auf 95 Prozent bes Grunb- gehaltes. Der Landesverbanbstag ber hessischen Polizeibeamten wirb nicht in Darrnstabt, sonbern in G i e h e n stattftnben.

192.- 8.- 0.80

7.70

46.95 21.80 26.95 46.-

1.80 609

3.75 8.35

7,06

16,75

1,28

Kirche und Schule.

rr. Schlitz, 18. Juli. Am vergangenen Sonntag würben in ben Nachbarbörfern Rim­bach unb Dietzhausen zwei neue Bronze» glocken in feierlichen Gottesbiensten geweiht unb in Gebrauch genommen. Für Rimbach war bie Glocke von ber Firma Rinker in Sinn geliefert worben, für älehhausen von ber Glockengießerei Gebr. Ulrich in Apolda. Es wird wohl nicht mehr lange dauern, bann werben sämtliche Kir­chen im Schlltzerlanb toieber, wie in ber Vor­kriegszeit, im Besitz voller Glockengeläute sein. Bitter ist nur bie Tatsache, baß für die während des Krieges abgelicferten Dorskirchenglocken nur einige hundert Mark gezahlt wurden, während heute für eine neue Glocke das mehr als Zwölf­fache zu zahlen ist. Auherdem wurde meistens ber Erlös für bie abgelieferten Glocken noch in Kriegsanleihe angelegt, so bah bei deren heutigem Stand noch obendrein erhebliche Verluste zu ver­zeichnen sind.

1.7.14.

-r. 125,40

l. 59,20

Landwirtschaft.

Prämiierung unkrautfreier Felder in Obers heffen.

Nach Beschluß ber Ackerbaukommission des Landwirtschaftskammer-Ausschusses für die Pro- vins Oberwellen wurden in vielem Jahre zum erstenmal Prämiierungen unkraut- freier Felder vorgenommen. Zum Preis­bewerb vorgelehen waren die Gemeinden Reichels­heim, Sorn-Aslenheim und Heuchelheim i. W. Auf bas Ausschreiben in derHess. Landw. Zeit­schrift hatten sich aus Heuchelheim brei Landwirte, unb aus Reichelsheim em Landwirt gemeldet, während aus Sorn-Aslenheim keine Anmeldung etnltef. Am Tage der Prämiierung, am 9. Juni, meldeten noch je zwei Landwirte aus Reichels­heim und Heuchelheim nach. Die Prämiierungs­kommission, die aus ben Herren Landtagsabgeord­neter Fenchel, Ober-Hörgern, Vorsitzender der Ackerbaukommission, Oelonomierat Alles, Rieder- Fl orsiadt. Mitglied der Ackerbaukommission, Ge- ncrallefretär Wagner und Ackerbautechniker Büx- ler, Giehen, bestand, lieh auch diele noch zum Preiswettbewerb zu. Außerordentlich schwierig war die Arbeit, die die Preisrichter zu leisten hatten, handelte es sich doch um den ersten Preis­bewerb dieser Art. Völlig unkrautfreie Selber kann man nicht in einem Jahr Herstellen, dazu gehört jahrelange Arbeit. Immerhin kann man lagen, daß alles von ben Preisbewerbern getan war. um wenigstens in diesem Jahre das Un­kraut nicht hochkommen zu laflen. Damit ist schon viel erreicht, man kann erwarten, daß bie Land­wirte, die sich an dem Preis bewerb beteiligten, auf Grund der diesjährigen günstigen Erfahrun­gen auch im nächsten Jahre in gleicher Weise des llnttautes Herr zu werden suchen unb so dem Endziel, daß die Unlräuter völlig von ihren Aeckem verschwinden, entgegenarbeiten. Andere werden es ihnen nachmachen.

192.75

8.02

0.80

7.95

47.25

21.95

27*45

46.40

1.90

606.-

3.90

8J55

Saturn: Zürich . . . Amsterdam Kopenhagen Prag .... Stockholm. Wien. . . . London . . Paris . . . Neuyork. .

Saturn:

5 e/0 Disch. Kriegsanl. 4°/ Disch. Reichsanl. 3e/0 Disch. Neichsanl.

4 °/0 Preuß. Konsols Darmstädter Bank . Deutsche Bank . . . Disconto» Gesellschaft Dresdner Dann. . . Nationalbank f. D. . Mitleid. Creditbank. H.-Amerik. Pakets. . Norddeutscher Lloyd. Bock.Gußstahlwerk . D.-Luxemb. Bergw.. Gelsenkirch. Bergw. . Harpener Bergbau . Oberschles. Eisenb.-B. Oberschles. Eisenind. . Phönix-Bergb.-Akt.. Bad. Anilin- u. Soda Höchster Farbwerke. Tlektr. A. E. G Schuckert-Werke. . . Felten-Guilleaume, . Daimler Bud.- (Eifenro. Akt. . Adlerwerke 4°/« Hefs.Staatsanl. , Elektron Griesheim.

19.7.

7,87

4,08

8,65

Rt.

Rt.

Fr.

L.

Wechsel auf tzolland . .

Deutschland Wien . ......

Prag........

Paris........

London ......

Italien.......

Brüssel.......

Budapest

Neuyork. ......

Agram ...

Bukarest

r

Rx.

Kurs Kurs

18.7. 19.7.

77,50

79,50

76,50 -,-

70,20 -. -

170,50

300,-

279,50

214,-

183,-

166,-

174,- -,-

156,50 -,-

525,50

386,50

399,84 -,-

575,-

307,-

275,-

836,- -,-

415,- -,-

339,-

312,50 -,-

290,- -,-

529,50

240,-

5S9,-

276,75 -,-

39,75

330,25

Börsenkurse.

Frankfurt Berlin

Abend- Abend- Schluß- Schluß«

Marknotierungen.

Für 100 deutsche Mark wurden gezahlt:

Handel.

Berlin, 18. Juli. Börsen st im­mun gsb ilb. Die Devisenkurse erfuhren eine wesentliche Erhöhung infolge Der kleinen Ab­schwächung des Markkurses in Amerika. Gleichwohl war ber Kaufandrang anscheinend weniger stark, als man nach einer zweitägigen Unterbrechung des Börsenverkehrs erwartet hatte. Angeblich veranlassen frolittsche Ber» hältnisse eine Zurückhaltung in ber Speku­lation. Das Geschäft konzentrierte sich auf ge­wisse Werte bes Montanmarktes unb einige bevorzugte Spezialpapiere, so sttegen Bochumer, Mannesmann, Phönix, Rheinstahl unb ferner Augsburg-Nürnberger Maschinen, Deutsche Waffen um 1020 Punkte. Dem­gegenüber standen aber auch Abschwächungen von teilweise 10 Prozent, wie bei Kattowitzer Bergbau und Lothringer Hütte. Bon Schiff- fahrtSaktien besserten sich Hamburg-Südame­rikanische Dampfschiffahrt und Hansa bemer­kenswert. Am Anlagemarkt behauptete sich der Kursstand. Morgen nur Devisen- und Bant» notenmarkt.

Frankfurta. M., 19. Juli. Börsen­stimmungsbild. Die Abendbörse kenn­zeichnete sich als Überwiegend fest. Das Ge­biet der amtlich nicht notierten Werte war wesentlich ruhiger. Chemische Rhenania setz­ten einige Prozent niedriger, mit 560, ein. R. Wolff nannte man 393, ManSfelder Kuxe 4850, Gebrüder Fahr 414, Rastatter Waggon 387. Gummifabrik Pollack stellten sich bei re­gen Käufen auf 485491. Der Montanmarkt verkehrte ruhig, etwas fester. Phönix 838, Gelsenkirchen 401, Westeregeln 545. Chemische Werte behaupteten ihren Kursstand. Elektro­papiere lebhafter, namentlich Schuckert, 302 bis 303, umgesetzt, Licht und Kraft waren ebenfalls gebessert, 232, 233. Starke Nach­frage herrschte.für Daimler Motoren, die sich bis 250 zu steigern vermochten. Zu lebhaf­tem Geschäft kam es wieder in Hanfwerke

5V? Ahr wurde auf dem Großen Sand bei Gonsenheim der Raubmörder Moha­med Ben Ahmed von der 1. Maschinen­gewehrkompagnie des 63. marokkanischen Schützenregiments, der am 27. Mai vom Kriegsgericht beim Hauptquartier der Rhein­armee wegen ^Raubmordes an dem Kaufmann Burgmann in Höchst,a. M. zum Tode verur­teilt worden war, erschossen. Die Exe­kution dauerte nur einige Sekunden. Der Delin­quent zeigte Polle Kaltblüttgkeit und rauchte, bis ihn .Die Kugeln niederstreckten. Dem Straf­vollzug wohnten ^Abordnungen sämtlicher in und um Mainz garnisonierender Regimenter bei, sowie Das vollständige 63. marokkanische Schützenregiment, ebenso Bertreter der Presse, der Oberstaatsanwalt von Wiesbaden, Ber­treter der Stadt Höchst a. M., und ein Schwa­ger des Ermordetem

Kunst und Wissenschaft.

Darmstadt, 17. Juli. Eine Ausstel - lungalterWandmalereien aus dem hes­sischen Denkmalsarchiv wurde heute vormittag in ben Räumen bes stäbtischen Ausstellungsgebäubes auf ber Mathilbenhöhe in Anwesenheit zahlreicher Gäste, barunter bes Iusttzministers v. Bren­tano, des Präfibenten Dr. Strecker vom Lan- besbilbungsamt, zahlreicher Künstler, Professoren ber Hochschule, Lanbtagsabg. u. Stabtverorbneten durch Bürgermeister Mueller eröffnet. Er gab ein Bild über bie Entstehung ber Ausstellung unb wies insbesonbere auf bie Schwierigkeiten hin, bie durch bie hohen Frachtsätze unb bie Luxussteuer ben Kunstausstellungen entgegenstehen. Er gab sei­nem Bedauern Ausdruck, daß der Hessische Landtag die angeforderte Summe für die Llnterstützung ber Kunst abgelehnt habe. Präsibent Dr. Strecker ent- schuldigt bie Ablehnung mit ber späten Einbrin­gung ber Vorlage, boch werbe bie Angelegenheit nochmals geprüft unb ber Betrag voraussichtlich boch nachbewllligt: es geschehe alles zur Entwicke­lung ber Kunst in Hessen, wie insbesonbere auch bes Denkmalschutzes. Pros. Walde, ber Leiter bes hessischen Denkmalschutzes gibt Erläuterungen über bie Bedeutung ber Ausstellung unb bankt beson­ders den beiden Künstlern, H. Belte (früher in Frankfurt, jetzt in Nd.-Ramstadt) und O. Kienzle in Traisa, die in bewundernswerter Technik unter Beachtung der stilistischen Eigenheiten alle aus­gestellten Arbeiten hergestellt haben. Rur zwei Malereien stammen von R. und O. Linnemann aus Frankfurt. Die Ausstellung bringt Nachbildungen alter Wandmalereien aus hessischen Kirchen usw., die auf Veranlassung der Denkmalspflege angefer­tigt sind. Es sind Arbeiten aus allen drei Pro­vinzen, u. a. Alsfeld, Bornheim bei Alzey, Bü­dingen, Fraurombach, Hirschhorn, Hohenstadt unb Wimpfen, Hungen, Ilbenstadt, St. Johann, Jugenheim lRheinh.), Laubach, Mainz, Ostheim, Schornsheim, Steinbach i. O. und Worms darun­ter, die den Kenner entzücken und auch den Laien feffeln unb zum Aachbenken veranlassen.

f. Aus bem Vogelsberg. 19. Juli. Seit Ende der vorigen Woche liegt die schwüle Gewitterflimmung in der Luft Doch erst am Sonntag brach sich ber Regen Bahn. Wenn er auch noch verhältnismäßig wenig fiel, so hofft man boch, daß in dieser Woche weitere Nieder­schläge folgen. Schon ist auf vielen Wiesen der Grummetansah verbrannt, doch Eonnte ein ergie­biger Regen noch die ganze Futteremte retten.

* Friedberg, 18. Juli. Ser Verein ehern. Land w.-S chüler Friedberg machte vom 11. bis 13. Juli einen dreitägigen Studienausflug. Treffpunkt war Frankfurt, von da Fahrt mit S-Zug bis Heidelberg. Vom Bahnhof nach kur­zer Rast wurde abmarschiert unter der sachkun­digen Führung des Ehrenmitgliedes des Vereins, Inspettor Kreutz (früher in Gießen), der jetzt die Güter der Stadt Heidelberg verwaltet. Ball) War das erste Reiseziel, das städtische Gut Vier-

.......Fr. 125,40

.......1 23,81

Züricher Devisenmarkt

19.7.

hatte sich bisher ehrenhaft geführt unb bekam von einem Arbeitgeber bas denkbar beste Zeugnis aus­gestellt. Er mußte sich jedoch vor Gericht verant­worten, weil er sich als Vormund mehrmals an einem Mündel sittlich vergangen hatte. Der Angeklagte war geständig. Unter Be­rücksichtigung der groben Pflichtverletzung in fei­nem Amt als Vormund einerseits und des bis­herigen Wohlverhaltens andererseits erkannte das Gericht unter Zubilligung mildernder Umstände auf eine Gefängnisstrafe von 1 Jahr unb 3 Mo­naten.

Der Steinbrucker K. E. aus W. ftanb im Frühjahr 1920 vor ber Arbeitslosigkeit. Auf eine Zeitungsanzeige, wonach man ohne Vorkenntnisse leicht Gelb oerbienen könne, meldete er sich. Eine Berliner Firma übersandte ihm daraufhin Arznei­mittel, Drogen und sanitäre Artikel insbes. für Frauenleiden. Diese Sachen vertrieb der An- gellagte durch eigene Zeitungsanzeigen weiter. Die Postkarten mit Aktstudien fehlten dabei nicht. Das Schöffengericht hatte den Angeklagten verurteilt, weil er entgegen einer Verordnung aus dem Jahr 1901, Arzneimittel fellgeboten hatte, die nur in Apotheken vertrieben werden dürfen. Preistreibe­rei hatte es nicht für nachgewiesen erachtet. Die Strafkammer prüfte den Fall auch unter dem Ge­sichtspunkt einer Kriegsverordnung über ben Han­del mit Arzneien vom 22. 3.17, wonach zu einem derartigen Handel eine besondere Erlaubnis not­wendig ist, die der Angellagte nicht besaß. Wegen Verstoßes gegen diese Kriegsverordnung konnte der Angeklagte auf Grund der Dchleichhandelsver- orbnung aber nur bann bestraft werben, wenn er vorsätzlich der Verordnung entgegen gehandelt hat. Der Angellagte bestritt dies. Das Gericht hielt einen Nachweis für Vorsatz nicht fun einwandfrei erbracht. Er sprach deshalb den Angellagten frei, da Preistreiberei gleichfalls nicht nachgewiesen war und die Uebertretung der Verordnung von 1901 verjährt war. Dem Angellagten wurde jedoch Illar gemacht, daß er bei einem neuen Verstoß vor­sätzlich den Bestimmungen entgegenhandele und dann auf Grund der Schleichhandelsverordnung mit Gefängnis und außerdem mit Geldstrafe bestraft werden müsse.

Sie Frau A. E. aus S. war vom Schöffen­gericht Vilbel zu 100 Mk. Geldstrafe verurteilt worden, weil sie ein Huhn ihres Nachbars, das in den Hof geflogen war, behalten unb auf Nach­frage verheimlicht haben soll. Trotz größten Tat- verdachts hielt bie Strafkammer auf bie eingelegte Berufung hin ben Nachweis ber Schuld nicht als ganz schlüssig erbracht. Sie rechnete immerhin mit der Möglichkeit, daß der Eigentümer des Huhnes, ber dieses im Hof der Angellagten gesehen haben will, sich geirrt haben kann. Sie Angellagte wurde deshalb freigesprochen.

Weniger Glück mit seiner Berufung hatte der 78jährige H. Sch. aus L.» den das Schöffengericht L. wegen Anstiftung zum Sieb stahl mit acht Monaten Gefängnis bestraft hatte. Er hatte einen vielfach Vorbesttaften Hausbewohner veran­laßt, Kartoffel und Holz in größeren Mengen zu stehlen, z. T. mittels Einsteigens. Sie Hauptver­handlung erbrachte den einwandfreien Beweis für die Schuld des Angellagten. Mit Rücksicht au das hohe Alter setzte die Sttafkammer die Strafe auf vier Monate herunter.

Müller'sche Badeanstalt.

Wasserwärme ber Lahn am 20. Juli: 20 Grab OL

(In einem Teil ber Auflage wiederholt.)

Korfanty in Paris.

Paris, 19. Juli. Wie die .Petit Parisien- mitteilt, ist Korfanty gestern in Paris an gekommen. Er beabsichtigt, einige Tage In Pari« zu bleiben. Sem Vertreter einer Nachrichtenagen­tur sagte er, Oberschlesien sei beruhigt. Sie Polen hätten übrigens die Lieberzeugung, daß er die Frage direkt lösen werde, indem er sich an bie Ergebnisse der Volksabstimmung halte. Seme Ueberseugung sei, daß, wie die Lösung sich auch gestalte, die Deutschen ruhig bleiben würden. Sie würden auch nichts gegen den Beschluß des Ober­sten Nates zu unternehmen wagen. Würde man nicht direkt die oberschlesische T^rage lösen, bann sei es für jedermann gefährlich.

Ein weiterer Waffenfund in Frankfurt.

Frankfurt a. BL; 19. Juli. (WTB.) Sie hiesige Schutzpolizei hat in einem Safe an der Hundswiese über 500 Gewehre be| chlag- nahmt. Ser Wirt und sein Sohn sind verhaftet worden. Weitere Verhaftungen stehen bevor.