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Nr. 241 Zweites Blatt Gießener Anzeiger (Genttal-Anzeiger für Gberbefsen) Dienstag, 18. (Moder (921

Pachtschutz in Hessen.

h. Einrichtung der P ach t ei n i g u n g S - ämter.

Bei jedem Amtsaericht ift für dessen Bezirk ein Oinigung«amt errichtet Bei dem Amtsgericht ®trf)en sind mit Rücklicht aus dessen Umfang zwei örtlich getrennte Beririe gebildet worden. 5>ic Qkmter bestehen aus einem Richter als Vorsitzen- den und je einem Verpächter und Pächter als Beisitzer, deren Zahl sich bei grvhen Gütern ver­doppelt. und zwar werden bei letzteren Fällen Beisitzer möglichst von grvhen Gütern herang> zogen. 71a tf> cm cm neuerdings an die Äreiiämier ergangenen Ausschreiben sind diese angewiesen, alsbald die Ernennung der Beisitzer herbcizu- fuhren. Die PachternigungSämter unterstehen bei Aufsicht d« LandesernährungSamt» Beisitzer können nur solche Personen, auch Frauen, werden, die mindestens 25 Zähre alt sind und - für ge­wöhnlich berBeis zwei Jahre im Amtsgerichts- bezirk wohnen Grundlose TBeigerunq zur Ueber- nabme des Amtes kann bestraft werden- die Bei­scher erhalten Tagegelder und Reisekosten.

ni. Derfähren vor den Pacht- einigungSämtern.

Die Pachtetnigungsämter haben in erster Li­nie auf eine gütliche Erledigung hinzuwirken und entscheiden nach billigem ®rmef|en. Für alle Fälle, in denen sie zuständig sind, ist der Pro- Gehweg vor den Gerichten ausgeschlossen. Gegen ihre Sntfcheidung ist Beschwerde an eine bei dem ßanbgcri'M der Provinz zu bildende Beschwerde­stelle zulässig, deren Entscheidung nicht mehr an­fechtbar ist Der Antrag, darüber zu eiltscheiden, bab eine Kündigung unwirksam ist, must binnen »Wei Wochen nach Eingang der Kündigung ge­stellt werden, und zwar schriftlich oder zu Proto­koll deS bei dem Ä rnsgericht beamteten Schrift­führer» Der Antrag, einen ohne Kündigung ab- gelaufenen Vertrag zu verlängern, ist spätestens drei Monate vor TCMauf der Vertragszeit zu stellen Das PachtzeinigungSamt entscheidet in der Regel nach mündlicher Berhandlung, und müssen die Pakteien. toemt fte nicht davon im Sinzelfall befreit werde«, bei Meidung von Strafe perfoalid) erscheinen, auch wenn sie durch einen Bevollmäch­tigten vertreten sind. Außerhalb der Sitzung kann der Vorsitzende einstweilige Anordnungen treffen, Dortermine ab halten. Vergleiche herbeiführen, die auch In diesem Falle anders wie beim THtetetni- gtmg*a mt vollstreckbare ilrfunben bilden, auf Grund deren die gerichtliche Zwangsvollstreckung iugelafkn ist. SS liegt nun im Interesse der Be­teiligten. Tlnträge auf Entscheidung durch das Pachteinigungsamt alSbald bei dem Amtsgericht einzureichen Zuständig ist dasjenige Amtsgericht lPachteinigungsamt). in dessen Bezirk der den Gegenstand des Antrages bildende Grundbesitz ganz oder zum gröhlen Teile liegt. Der Antrag soll unter Darlegung der Sachlage und Angabe der Beweismittel kurz begründet werden. Beweis- urfunben, insbesondere Verträge usw, sind bei­zufügen.

Für das Tkrfabten werden Kosten erhoben: darüber, wer solche zu tragen hat, entscheidet daS PachteinigimgSamt nach billigem Ermessen.

Die alsbaldige Einreichung der Anträge hat auch den Vorteil, dast der Vorsitzende bereits so­fort in der Lage ist, mit den Beteiligten zu ver­handeln und eine baldige gütliche Erledigung, wenn möglich herbeizuführen. Auch können bann die au« dem gleichen Ort kommenden Anträge wohl an einem Tage erledigt werden, wodurch erhebliche Kostenersparnis für die Beteiligten ein­tritt, auch können die zum Spruch des eigentlichen Amtes gelangenden Sachen vom Vorsitzenden ge­hörig vorbereitet und, wenn nötig, durch vor­herige Beweiserhebungen in einem Termin spruch­reif werden, was für die Beteiligten eine er­hebliche Ersparnis an Zeit und Kosten zur Folge hat. 7v.

Aus Stadt und Land.

Diesten, den 18. Ott 1921.

Mitbenutzung von Krrusprechauschlüssen.

Rach der neuen Fernsprechordnung find Ver­einigungen von Personen, Firmen ufw. zulässig, die lich lediglich in der Absicht zusammentun, Fernsprecheinrichtungen gemeinsam zu benutzen Die Telegraphenverwaltung er­kennt solche Tkreinigungen widerruflich unter fol­genden Voraussetzungen an. wobei sie bie einzel­nen Beteiligten auch in das amtliche Fernsprech­buch aufnimmt: Die Personen usw, in deren Räumen sich leine Sprcch'tellen befinden, müssen entweder mit dem Teilnehmer gemeinsame Wohn- oder GeschäftSrätime innehaben, oder die beider­seitigen Wohn- ober Geschäftsräume müssen so zu­

einander liegen, dast durch das Herbeiruf en der Mitbenuher keine unverhältnismästig langen TBartneüen entstehen Fanniienangehörige des -Teilnehmers werden in das amtliche Fernsprech- buch nur eingetragen, wenn fic einen selbständigen Beruf ausüben oder ein selbständiges Geschäft haben. Die Eintragung erhält vor der Rufnummer den Zusatz .herbeizurufen durch . (Fami­lienname des Anschluss nhaberss Tun llch die In­haber eines oder mehrerer Hauptanschlüsse zu­sammen, um eine Rebenstellenanlage gemeinsam zu betreiben, so müssen sich ihre Wohn- oder Geschäftsräume in demselben Gebäude befinden. Die Inhaber solche'. Hauptanschlüsse haben sich schriftlich zu verpflichten, für alle auf kommenden Gebühren als Gesamtschuldner zu haften. Für die Hauptanschlüsse lolcher Nebenstellenanlagen stellt die Tettgraphenverwaltung tunlichst Fo-ge- nummern zur Verfügung. Für Rebenstellen wird der Zuschlag von 40 Mk nur erhoben, wenn sie sich in Wohn- oder Geschäftsräumen anderer Per­sonen als der Itzhaber der gemeinsam betriebenen Rebenstellenaniage befinden Hm Mitzverständ- nisse fernzuhalten, dürfen solche Anschlüsse die Anrufe des Amtes nur mit der Rufnummer be­antworten

Amtliche Personalnachrichten. Ernannt wurden am 10. Ott der Amtsrichter bei dem Amtsgericht Langen Alfred Kempf zum Amtsrichter bei dem Amtsgericht Groh-Gerau und der Amtsrichter bei dem Amtsgericht U l - richstein Otto Hellwig zum Amtsrichter bei dem Amtsgericht Langen. Ernannt wurde am 11. Oktober der Rechner der Landeswailenkasse Rechnungsrat Philipp Schneider zu Darm­stadt zum Mlnisterialamtmann bei dem Ministe­rium des Innern. Ernannt wurde am 12. Ok­tober der Hilfsarbeiter bei dem Ministerium der Justiz Iustizrat Dr. Friedrich Josef v o n S l s s in Darmstadt zum Vortragenden Tlat bei diesem Ministerium unter Verleihung der Amtsbezeich­nung .Oberjustizrat".

* Der Wochenmarktverkehr. Aach der Wochenmarktvrdnung ist während der Marktzeiten (von 8 ÜE>r vormittags bis 2 Uhr nachmittags) jeder Verkehr von Fuhr­werken, soweit sie nicht Gegenstände des Wochenmarktes an- oder abfahren, und von Reitern auf dem Kanzleiberg, Vrandplatz und der Marktlaubenstraste verboten. Unter dieses Verbot fallen nicht notwendige Fuh­ren der Anlieger. Vielfach wird d^ses 03er* bot, ebenso wie eine andere Vorschrift der Wochenmarktordnung, wonach das Mitbrin­gen und äLmherlaufen von Hunden wäh­rend der Marktzeit verboten ist. nickst beachtet.

*®ie FreiwilligcGail'sche Feuer­wehr feierte am Samstag in der Turnhalle des Turnvereins von 1846 unter Mitwirkung dieses Verein« und des Gesangvereins Liedertafel ihr 6 6. Stiftungsfest. Zu dieser Feier waren u. a. erschienen Herr Geh. Rat Dr. W. Gail, Herr Dr. G. Gall, Herr Bürgermeister krenzien als Vertreter der Stadt, Vertreter des Stadworstan- des, der städtische Branddirektor, der Kreis­feuerwehrinspektor, der Vorstand der Gietzener Freiw. Feuertvehr u der Freiw. Feuerwehr k cin- Linden. Der 1. Hauptmann der Wehr, Direktor Wenzel, hielt eine Ansprache. Die Darbietungen, die aus Gefangsvorträgen des Gesangvereins Liedertafel, Solovvrträgen des Herrn Dahmer, Barrenturnen und Pyramiden einer Musterriege des Turnvereins von 1846, humoristischen Dor- trägen de« Herrn Franz Weinhardt unter Klavier­begleitung de« Herrn W. Arnold und einem von Mitgliedern der Wehr flott gespielten Theater­stückchen bestanden, tourben mit großem Beifall auf genommen .,

Landkreis Gietzen.

± 6te in be im b. Hungen, 17. Oft. Hnfcrc Gemeinde stellt gegenwärtig einen festen Jul)* weg zur Station Trais-Horloff her.

Kreis Schotten.

b. Schotten, 17. Oft. Gestern fand unter Leitung des Kreisamts im Beisein der Bürger­meister und Feuerwehrkommandanten aus Dem ganzen kreis der diesjährige Kreisfeuer­wehrtag hier statt. Die freiwillige und Pflicht­feuerwehr der Stadt führte einen ausgezeichne­ten Brandangriff vor. Die vorzügliche Wirkung des Minimaxapparate« wurde gezeigt, ein grober Holzstotz, mit Teer und Benzin getränkt, wurde angezündet und die starke Flamme mittel« des Apparates in 12 Minuten völlig gelöscht. An die Vorführungen schloh sich in der Turnhalle eine geschäftliche Sitzung. Der Kreisfeuerwehr- infpektor erstattete Bericht über die Feuerwehr- tätigfeit im Kreis. Kreisamtmann Dr Rind- s u b referierte über die Rotwendigkeit eine« er-

Der Schutz im Vlut.

Roman von Horst Bodemer.

15. Fortsetzung. (Rachdruck verboten.)

»Ine« Rachmittags, es dämmerte schon, tarn Der Baron Züschen. Lachend betrat er das Zimmer

Der reine Lieberfall, nicht wahr? Gestern angenommen und heute schon hier! Liebe Stau Marie, wenn man das nicht Anhänglichkeit nennt . . .

Llnb dann bleiben dem weltgewandten Manne die Worte im Munde stecken W»e elend die junge Frau aussah und wie müde! Er machte sich den richtigen Reim. Da la men die Herren, er legte sich, erzählte von Baden-Baden, Paris, tem Ab­stecher nach Brüssel und empfahl sich bald.

.Rein, nein, Dante lehr, aber heute ist'« mir ganz unmöglich, zu bleiben. Ich war zu lange weg. bei mir in Züschen gebt noch alle» ein bitzchen drunter und drüber!"

Maria Ber war stch klar, warum er« |o eilig gehabt hatte. Sie besah llch im Spiegel und ärgerte sich, dast sie es getan. Bleich war ihr Gefichl, schwär'e Striche lagen unter müden Augen und doch fühlte fie einen Hunger nach dem Qebcn da draußen. Henner würde schwerlich jemals mit ihr ausstiegen nach Baden- Baden, nach Paris, nach Brüssel. Lind wenn es geschehen sollte, ein reines Vergnügen würde es nicht werden, well er Io gar nicht weltgewandt war von höheren Interessen konnte bei ihm schon gar keine Rede fein.

Adalbert Züschen fuhr sehr nachdenllich heim Lachte auf einmal kurz auf. So erging« einem, wenn man verbauerte. Da« kannte er ja aus

Oslafrika Er brannte gleich lichterloh für jebe« langhaarige Geschöpf, das etwas anderes war als der Durchschnitt, mit dem er sonst zusammen­zukommen Gelegenheit hatte. Hub Gelegenheit machte Diebe! Was nun .die liebe Frau Marie betraf, so säst Da« Gefühl anscheinend etwas fester als sonst, denn sie tat ihm leib. Bisher war das noch nie Der Fall gewesen. Lind die Herren Wärhahn« waren für ihn doch immer nur eine recht zweifelhafte Zugabe gewesen I . . Auf- gemöbelt hatte ihn die zweimonatliche Reiset UnD ein paar ganz reizende Wesen hatte er kennen gelernt, die ihm sicher keinen Korb gaben, wenn er in aller Form um Die eine oder anDere an­hielt. Wurde es in Züschen zu langweilig, nun so fuhr man in die Welt, allein oder zu zweien je wie die Stimmung war. An Kleingeld fehlte es ja nicht. Lind einen Stammhalter wollte er doch auch haben I Das aber .die liebe Frau Marie" betraf, so war e« das beste man machte bei Zeiten Schlust, denn ihm ahnte, dast da die nächste Kind- taufc noch lange nicht Die setzte sein würde. Unb wenn man bei den Wärhahn« gewaltsam einbrach, falls .die liebe Frau Marie" ihre Schön­heit wiedereilangen sollte, so konnte es Ent­täuschungen geben. Sr war bei ihr nicht recht von der Sterte gekommen mit seiner Süstholzraspelet und die Wär bahn« hatten verdammt feste Bauern­fäuste . . Ganz im Hintergrund seiner Gefühle glomm leit einiger Zeit der Wunsch aut, zu bet­raten Ss war sicher für ihn das beste. And wie Adalbert Züschen nun einmal war. cm P'an wurde schnell bei ihm zur Tat. AIS er sich nach Oflafrüa gemeldet hatte, weg von dem schönen Hauncver, war die Angelegenheit. Darrt einer Beziehung. Die er zum Militärkabinett betast, sehr schnell geregelt worden. Später, als er aut Knet Station Trübsal blies, hatte er es mitunter

höhten Feuerschunes und über private Bau­tätigkeit. Die Bürgermeister des Kreises hiel­ten vorher unter ihrem Vorsitzenden Bürger­meister Ritter-Laubach hier ihre Jahresver­sammlung ab. Sine Filiale der Firma Schade u. Füllgrade, Frankfurt a. M, hat sich seit kur­zem hier niedergelassen.

Starkenburg und -tbeinhcsscn.

fd. Darmstad t, 16. Oft. Während Der Fahrt von Darmstadt nach Heidelberg wurde einer hiesigen Frau im Zuge die ganze Bar­schaft von einem unbekannten Täter geraubt Der Lokomotivführer Rieger aus Hei­delberg plünderte im Bafel - Frankfurter Rachtfchnellzuge einem Reifenden, wählend sich dieser einen Augenblick aus Dem Abteil entfernt bäte Den Koffer aus. Der ungetreue Beamte wurde m Heidelberg verhaftet. (Sin bei ihm vor­gefundener Schlüssel des Reifenden war zum Ver­räter geworden.

Mrcie LSetzlar.

' Krofdorf, 17. Olt Die Spende Krof­dorfs für die vom Unglück in Oppau Betrof­fenen. veranlasst durch eine Wohltätigkeitsveran­staltung der hiesigen beiden Tum- und Gesang­vereine sowie des RadsahrerverelnS, brachte einen Reinerlös von 2132 Mark.

Hessen-Nassau.

Gröbster Unfug.

fpd. Frankfurt a. M., 16. Oft. In Nachahmung derHciltätigkeit" de« Hom­burgerWunderdoktorS", dessen Ta­geseinnahmen sich übrigens, wie wir aus gutunterrichteter Quelle hören, auf rund 15 000 Mark belaufen, kündet der bekannte Karl Wahmann öffentlich an, dah er am nächsten Samstag in Frankfurt am Schiller'- denkmal die erste Maffenheilung von Kranken vorzunchmen beabsichtigt.

rm. Hanau, 17. Oft Aus der Bahnstrecke Eberbach Hanau wurde durch Den Zug 451 bei Klein-Auheim ein Fuhrwerk überfah­ren und der Fuhrmann getötet

Aus de« Amtsvcrkiiudiguugsblatt.

Da« Amtsverfündigungsblatt Rr. 146 vom 17. Oktober enthält: Ausführung Der Reichsverordnung über Mastnahmen zur Si­cherung der Fleifchversorgung in der Uebergang«- zeit nach Aushebung Der Zwangswirtschaft. Pflegegeldsähe in den Landes-Heil- und Pflege­anstalten. - Gesetz über Die anderweite Festsetzung Der Leistungen unD Der Beiträge in Der Inva- lidenversichcrung. Strassensperre. Vieh- marft in Grünberg. - Dienstnachrichten. Feld­bereinigung Heuchelheim. Wochmmarttverkehr.

D i e Pflegegeldfähe in den Lan­des-Heil- und Pflegeanstalten sowie in der Hellstätte für Nervenkranke in Diesten find mit Wirkung vom 1. November wie folgt festgesetzt worden: I. In der ersten Klasse: 1. für Hessen 40-50 Mk. lägt, 2. für Nicht Hessen 55 bis 75 Mk. lägt. ll. In der zweiten Klasse: 1. für Hessen 20-25 Mk. tägL, 2. für Nichthessen 30 bis 40 Mk. tägl. HI. In der dritten Klasse: 1. für selbstzahlende Hegen 1014 Mk. tägl., 2. für hessische Fürsorgeverbände und die Landesver­sicherungsanstalt Hessen 15 Ml. tägl., 3. für n-chthessische Fürsorgeverbände, für die Kranken­kassen und fonftige Landesversicherungsanstalten 17 Mk. tägl., 4. für Militärrentenempfänger 9 Mk. täglich. In besonderen Fällen kann in allen Klassen ein höheres Pflegegeld in Ansatz kommen. Für Inttadenpsleglinae wird der Pflegegeldsatz auf 8 Mk. täglich festgesetzt Wenn Armenver­bände Anspruch auf Ei^ah ihrer Aufwendungen an Selbstzahler ober sonstige Fürsorgeverbände haben, wird das Pflegegeld nach den für Selbst­zahler oder für sonstige Fürsorgeverbände gel­tenden Sätzen bestimmt. Für Kranke, die auf Kosten hessischer Armen- und sonstiger Fürsorge- Verbände verpflegt werden, und denen Kleidung und Leibwäsche von der Anstalt geliefert wird, sind die Selbstkosten von den zahlungspflichtigen Kaffen der Anstaltskafse zu ersehen. In Der Heilstätte für Nervenkranke in Diesten werden die Kranken nur in I. und kl. Klasse verpflegt.

Straßensperre. Wegen Ausführung von Stana[arbeiten wird die ©trabe LichNieder- Bcssingen auf 14 Tage für jeglichen Fährver­kehr gesperrt. Umleitung über Langsdorf-

Viehmarkt in Gründerg. Morgen, Mittwoch, findet zu Grünberg ein Klauen- viehmarkt statt Zugelassen ist Klauenvieh, das aus dem Kreis Giehen stammt oder die vor- gefchriebene Quarantäne überstanden hat Ein Ur- sprungszeugni« der betreffenden Bürgermeisterei oder das Zeugnis eines beamteten Tierarztes bereut, aber das war schon lange her. UnD wer bereute, muhte erst sündigen. UnD ein bitz- chen sündigen war sehr schön! . . Zwei Tage später sah er wieder auf Der Bahn nach Ber­lin, und acht Tage Opäter zeigte er seine Ver­lobung mit Der Tochter eines Deutschen Diplo­maten an, Der vorübergehend im Auswärtigen Amte beschäftigt war, es hieb, er solle einen Gesar.dtfchastSposten In Südamerika erhalten.

Därhahns freuten sich, als He die Anzeige erhielten. Der Oetonomierat pries im Stillen Inne Weisheit, die ihn gut Freund mit Adalbert Züschen hatte werden lassen. Die Freundschaft hob mm doppelt hoch Die gesellschaftliche Stel­lung der Wärhahas Sine« Tages wurde Da« junge Paar zu offiziellem Besuche angefahren kommen. Hoffentlich verstanD sich Maria gut mit Der Baronin. UnD wenn Die Freundschaft jähr­lich auch lausend Taler mehr kostete, man hatte es ja Dazu i Die Wärhahnsche Verwandtschaft lud man aber zu solchen Festen nicht ein, Die Drängte sich auch, Golk fei Daat, gar nicht dazu. Die war ganz zufrieden in ihrem engen Krei'e und kam bei ihrer Anspruchslosigkeit und Dem guten Land zu leidlichem ''Reichtum.

Maria schrieb sehr höstich, aber doch kühl an Adalbert Züschen. Die Männer hatten nich'.s gemerkt, wohl aber sie. Er war gekommen, stet« mit einer ganz bestimmten Absicht. Ader sie hatte ihn allezeit fest in der Hand gehalten. Das hatte ihr viel Spatz gemacht. Der Aerger, dast sie bei Den Wärhahn« .verbauerte", war immer erst gekommen, wenn er wieder über alle Berge war . . . Der Verkehr mit Züschen würde nun ein schlafen oder Doch sehr eingeschränkt wer­den, und Da« tat ihr doch leid. Den Kopf toari fie in den Nacken. Ach was, immer daran ge» . dacht, wir es hätte lammen raten, wenn ihr

über Die abgelaufene Quarantäne must beim Auf­trieb Dorg<,cigt werden

DaS Ministerium De« Innern bat Dem Vor­stand des Dcflügclzuchtvereins ReichelshelW unD Umgebung, Ncidxl«beün L 0., die Erlaub­nis erteilt, eine Verlosung von Nutzgeflügel, Gebrauch»' und Hau»haltungsgegenständen zu veranstalten.

Landwirt Wilhelm Müller zu Obborn­hofen wurde al» Mitglied De« Wiesenvorstaw Des für Die GemeinDe Obbornhofen ernannt und verpflichtet.

Lchlichtungoauoschutz der Provinz Lberhesscu.

Sitzung vorn 14. Oktober 1921.

Die Firma E Kraufe in Büdingen, die Hobel­bänke und Holzwerk^euge berftellt. wurde für verpflichtet erklärt, 5 Arbeiter, denen fie wegen Mangels an Aufträge^ gekündigt batte, auf Ver­langen weiter zu befchäftigen zu Dem für Büdingen geltenden Tariflohn Sotneu Minderleistung Fä­higkeit einzelner Arbeiter vvrliegen sollte, wurde besondere Vereinbarung unter Hinzuziehung Des Deutschen Holzarbeiterverbande« aubmingeftcIU,

Der DetriebSobmann der Zigarrenfabrik Hau» bach u. Ev in Drünberg erhob Einspruch gegen feine Kündigung. Da ein etwaiges Reäst zur fristlosen Entlassung nicht au«geübt worden war, wurde der Firma anbeüngegeben, zunächst festzu­stellen, ob der Antragsteller, wie in Der Verhand­lung angegeben wurde. Schwerkriegsbeschädigter ist. da in diesem Falle die Genehmigung der Hess. Hauptsursorgestelle für Kriegsbeschädigte und Kriegshinterbliebene zur Kündigung ngchgesucht werden must: ferner gemäss § 98 Abf. 2 des Be- triebSrätegefetzes die Zustimmung der Mehrl>eit der wahlberechtigten Arbeitnehmer de« Betriebe« zur Kündigung einzuholen und, wenn sie versagt wird, ihre Ersetzung durch den Schlichtungsaus- schütz gemätz 8 97 zu beantragen.

In der Einspruchssache eine« Betriebsrats- Mitgliedes de« Gutes Hof-Güll bei Lich gegen Kündigung wurde, nachdem der Antragsteller in­zwischen fristlos entlassen worden ttxir, auf An­trag des Arbeitgebers das Verfahren gemätz § 86 Abs.2 des Betriebsrätegefetzes zur Herbeiführung einer gerichtlichen Entscheidung über Die Berech­tigung Der fristlosen Entlassung auSgesetzt.

Der Deutsche KonDltorcngehllsenverbanD, Sitz Magdeburg, rief den SchlichtungsauSschutz an zur Herbeiführung eines neuen Tarifvertrags mit Der Konditorenvereinigung Dietzen' mit erhöhten Lohnsätzen. Die Verhandlung mutzte aasgefetzt wer­den, da zunächst festgestellt werden mutz, ob Der antragstellende Verband eine tariffähige wirt­schaftliche Vereinigung im Sinn Der VerorDnung vom 23. 12. 1918 über Tarifverträge ist, und auch auf Arbeitgebcrfeite keine Vereinigung in Diesem Sinne besteht unD Die in Frage kommenden ein­zelnen Arbeitgeber daher nicht alle vertreten waren.

Kirche und Schule.

mc. Frankfurt a. M., 17. Oft In letzt« Zeit macht man an den Frankfurter höheren Schulen die auffällige Beobachtung, dah die oberen Klaffen von Tag zu Tag leerer wer­den. Die älteren Schüler treten au«, um sich einem Beruf zu widmen, ohne den Abfchlutz Der Schulbildung abzuwarten. Der Grund dieser Abwander-ung ist zweifach, einmal reizen die hohen Löhne, die auch unausgebildeten Kräften ai-.gcnbltcklich gezahlt werden, weiterhin ist e« aber auch im besonderen die Teuerung, die e« den Öttern unmöglich macht, ihre Söhne weiter studieren zu lassen da sie nicht mehr in der Lage sind, die Gelder für Bücher und Kleidung aufzubringen. Man trägt sich deshalb in Schul­kreisen allen Ernstes mit dem Gedanken, meh­rere Klassen verschiedener höherer Schu­len zu einer einzigen zu vereinigen, waS auch dem allgemeinen Sparprogramm durchaus ent­sprechen würde. An sich ist die Abwanderung aus den höheren Schulen zu bedauern, aber e« gibt tatsächlich kein Mittel, das hier ausreichend weiterhelsen könnte, da auch die Stiftungen und Stipendien nach heutigem Geldwert nennens­werte Mittel, die für eine umfassende Hilfe­leistung in Betracht kämen, nicht mehr besitzen.

Canbtoirtfcbaft.

fpd. Höchst a. M.. 17. Oft DaS hiesige Do­mänenrentamt hatte den Pächtern von Klein- giundstücken Die Pachtpreise um 200 Prvz. erhöht, wogegen Die Leute gerichtlich Ein­spruch erhoben. Da« Gericht entschied jetzt da­hin, dah eine lOOprvzentlge Erhöhung aU ange­messen zu betrachten fei

der Henner nicht über den Weg gelaufen toärtl Und bald würde sie zwei Kinder haben. Die lollten erzogen werden, wie sie es wünschte, ar Kämpfen mit Mann und Schwiegervater würd< es da nicht fehlen Ihre Gretel lief überhaupt gleich auf Den Grotzvater zu, wem, es ihn |ah, allmählich muhte Da« anders werden. Die Kinder sollten einmal, den grvhen Geldbeutel ihre« Vaters hinter sich, als weltgewandte Menschen Den Platz an Der Sonne sich nicht durch Dienerei und durch gute Ratschläge zu erkaufen brauchen . .

Am 18. Mai früh morgen« trat der Henner in das Schlafzimmer seines Vater«.

,Nun hab ich einen Jungens"

.Herr Gott noch mal!" sagte der Alte, reckte die Fäuste hoch und lachte.

UnD Da wir eine Grete im Haus haben, gehört ein Hans dazu! Maria ist ganz meiner Ansicht I"

Dann ist« ja gut! Hnb für Den Jungen schenk ich ihr. was ihr Herz begehrt, zu toll wirb die Forberung ja nicht fein!"

Das war sie nicht, einen Diamantstern. Sie trug ihn zur Taufe zum ersten Male im Haar. Hnb Diele Taufe wurde glänzend gefeiert. Leider hatte Adalbert Züschen abgesagt. In wenigen Wochen heiratete er, habe letzt unglaublich viel zu tun. Dah er sich die ganze Zeit nicht habe sehen lassen, sei bri Dem Zustand .Der Heben Frau Marie" wohl begreillich gewesen. Die Blu­men, die er schickte, bitte er als Zeichen Ieiner Freundschaft aufzunehmen.

Die Wärhahn« meinten, der Baron Züschen lei wahrhaftig ein sehr lieber Mensch. Maria sagte nichts, ein eigentümliches Lächeln lag um ihren Wund. Aber das sahen Die Männer nicht«

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