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Nr. 2Vt

Der Dletzener »«zeiaer erscheint täglich, außer Sonn- unb Feiertags. Monatliche oerAgspreise: Mk 5.50 einfchl. Träger- lohn, burch bie Poft Mk. 6.50 einschl. Bestell, gelb, auch bei Richterfchei. nen einzelner Nummern infolge höherer Gewalt. Ferniprech-Anschlüsse: für bie 5<f)rif Heilung 112; für Druckerei, Verlag unb Dechaflsstelle 51. Anschrift für Drahtnach­richten: Anzeiger Gietzen.

poslschecktonto: $ranffnrt a. M. U686.

Erster Blatt * UV Jahrgang Dienstag, 18. (Dttobcr 1921

M ~ y ff o Annahme von Aszti^en

SiehenerAnzeiger

General-Anzeiger für Gberheffen

uns

in

Blatt

Länder im

deutschen Mutterlande lottern und Staatsautorität des Reiches und der besetzten Gebiete erschüttern könnte.

Das .Re-

kundgebung Oberschlesiens und bedeute einen G c- waltakt. Oberschlesien werde zerstückelt ohne Rücksicht aus die Gerechtigkeit und Vernunft und den Willen seiner Ginwohner. sowie zum Schaden Europas, das einer besseren Ausnutzung des ober- chlesischen Reichtums bedürfe, um die durch den Krieg verursachten Schäden wieder gut zu machen, der durch diejenigen hervorgerufen sei. welche heute weiter rüsteten und neue Katastrophen vor­bereiteten.

Die irische Konferenz.

London. 17. Oft (WB) Die in,chr Konferenz hielt heute nachmittag von 3 bis 5i.: Uhr eine Sitzung ad. Ein Datum für die nächste Sitzung wurde nicht bestimmt, da Lloyd George noch nicht bestimmt sagen konnte, wann seine parlamentarischen Pflichten es ihm gestatten werden, wieder an den Besprechungen teil^u- nehmen.

Der amerikanische Botschafter in Berlin.

Pari«, 17. Oki. (Wolff.) Rach einer Mel­dung derChicago Tribüne" aus Washington hat Harding beschlossen, den ehemaligen Di­rektor der Reuyorker Federal Reserve Bank, William Boyce Thompson, sobald der deutsch-amerikanische Frieden-roertrag ratifiziert ist, zum Botschafter der Vereinigten Staaten

Berlin, 18. Oft. (Priv.-Tel.) -Wie der .Vorwärts" mitteilt, ist die gestrige S^ung des interfraktionellen Reichstag aue sch s s e geboiS- los verlaufen. Die Frage der Demission des Ka­binetts wurde nicht gelöst und m der Sleuerfrage

Berlin zu ernennen.

Internationaler Kongreß der arbeitenden grauen in (<Zenf.

Genf, 18. Okt. (WTB ) Der zw ite Inter»

Nach Oberschlefien das Rheinland?

2luS dem besetzten Gebiet wird geschrieben:

Äus dem Reiche.

Die interfraktionellen Beratungen.

nationale Kongretz der arbeitenden Frauen wurde am Montag vormittag in Genf eröffnet. Der Vorsitzende Robin, Ver Staaten, verwies in seinen Eröffnu ngswvrten auf die am 11. Rovember in Washington zusammentretende Abrüftungskon- ferenz Die Frauen aller Lander mützlen diesen Tag zum Ausgangspunkt einer geschlossenen Pro­testaktion gegen das Verbrechen der Vermehrung der Rüstungen nehmen. Ourlageen-Holland ent­bot den Grutz des niederländischen Gewerkschaft-- bundes.

Kopenhagen. 17. Okt. (WB.) E x t ra b la de t" schreibt in einem mit _ vanche" überschriebenen Leitartikel zur oberschle­sisch«! Frage, die Entscheidung, die der Völker­bund getroffen habe, bedeutet den Höhepunkt einer Reihe weltpolitischer Torheiten, die auf dem sumpfigen Grunde des Versailler Friedens sich aufbauen. Mit einer sehr langen Reihe von Entscheidungen gegenüber Deutschland wird 'be­zweckt. datz Eurvpaniemals Frieden er­hält. Man kann dies ausschm.icken wie man will, alle Lügen können die Wahrhett nicht ver­schleiern, datz man jetzt neue Kriege und Auf stände vorbereitet. DieS geschieht von einer Institution, die errichtet wurde, um in

lings Dorten in der Beleidigungsklage Dortens gegen dieFrankfurter Zeitung", ist nur ein klei­ner Beweis dafür, datz von jener Seite alles unterstützt wird, was die Verbindungen mit dem was die

Madrid, 17. Oft. (WTB) Das ----

21. D. C." bringt einen scharfen Leitartikel über Oberschlesien unter der Überschrift:Sine teuf­lische Lösung" und sagt, die Entscheidung des Dölkerbundsrats widersprech? der klaren Willen-»

sozialdemokrattsche Mehrheit mehr.

DerLokalanzeiger" weist auf daS starke An­wachsen der Deutschnationalen Volkspar'.ei hin und

Die Wahlen in Berlin.

Berlin, 17. Oft. (WTB.) Rach den vor­läufigen Berechnungen des städtischen Wahl- bureauS wurden bei den Stadtverord­netenwahlen am Sonntag insgesamt 1 672 513 Stimmen abgegeben, von denen auf die bürgerlichen Parteien 845 773, und auf die drei sozialisti­schen Parteien 826 7 40 Stimmen entfallen. Diese Zahlen wurden errechnet, nachdem noch gestern abend die Einzelergeb­nisse von Stunde zu Stunde durch Berich­tigungen und Ergänzungen geändert worden waren. 3m einzelnen entfallen auf: SPD. 343685, aufASPD. 323085, KPD. 1 59 970 Stimmen, auf Deutschnatio- nale DolkSpartei 288 988, Deutsche BolkSpartei 251 7 2 8, Deutsche De­mokratische Partei 1 22 91 7, Zen­trum 61 433, WirtschastSpartei 84 370, Deutsche soziale Partei 1 1 83 0, Deutschnationale Wähler­partei 5 978, Ordnungsblock 9 07 6, Freie Bereinigung 9 463 Stim­men.

Die ©thnmeruu- und -abnahme der Parteien betrug nach vorläufiger Berechnung: Deutsch- national plus 60 349, Mehrheitssozialisten plus 19 018. Wirtschaftspartei plus 12 719, Demokraten plus 8)17, Unabhängige und Kommunisten minus 87 340, Deutsche DolkSpartei minus 17 441, Zen­trum minus 375.

Danach werden die bürgerlichen Parteien mit einer geringen Mehrheit, vielleicht in­folge der Listenverbindungen auch nur in glei­cher Stärke mit den sozialistischen Parteien in das Stadtparlament einziehen. Jetzt schon die genaue Stärke anzugeben, wäre verfrüht, da erst noch die Sitzungen des KreiSwahlauS- schusses am 20.. 22. und 25. Oktober abgewar­tet werden müssen.

DerVorwärts" gesteht in seiner Abend­ausgabe ein. datz die politische Arbeiterbewegung Iin Grvh-D:rlin durch die Ctadtverordnetenwahlen eine schwere Riederlage erlitten habe. Das Blatt schreibt: Das Bürgertum erreichte, woran

der Welt Frieden zu schaffen. Die polnische Revublir wird niemals zulassen, datz in Europa Frieden herrscht; ihr 2Iame ist Eroberung und Krieg, Unterdrückung und Hatz. Keiner von den Gedanken, der die Grundlage für das große Friedenswerk nach dem Kriege bilden sollte, hat Aussicht, in Polen verstanden zu werden. Bon hieraus gehen nur die Gedanken, die die För­derung der Macht und Grütze Polens bezwecken, ohne Rücksicht auf die übrige Well und Wahl "der Mittel. Es steht fest, datz dies Frankreichs Werkzeug ist, um Deutschland im Herzen zu treffen und zu unterdrücken. Dies ist mörderisch für Deutschland, aber nicht mörderischer als für Frankreich selbst und das gan&e europäische Fest­land.

Ein spanisches Blatt über den neuenGewaltakt".

Die Entscheidung des BölkerbundSrates in der oberschlesischen Frage wird in der deutschen tote in der neutralen Auslandspreise als ein Sieg der französischen Politik ausgewertet. ES toirb verschiedentlich darauf verwiesen, datz die Ansprüche der Polen auf Oberschlesien niemals in dieser bestimmten und zähen Form hätten er­hoben werden können, wenn es nicht den starken französischen Qkrbünbeten auf seiner Seite ge­habt hätte, der ihm alS energischer Anwalt bei­stand. Gewiß, die Anwaltskosten sind nicht ge­ring, denn in einem Geheimvertrag hat Polen Frankreich Weitteichende Zugeständnisse machen müssen, die mit der Lösung der oberschlesischen Frage in Zusammenhang stehen.

Leider liegen Anzeichen genug vor, die dar­auf hinbeuten, datz Frankreich mit diesem Erfolg sich noch nicht zufrieden geben wird. 3m be­setzten Rheingebiet beobachtet man feit Monaten mit Besorgnis, in welcher Weise die französischen MUitärbehörden ihre Machtbefugnisse vergröbern, wie sie die deutsche Rechtsprechung ausschalten und allmählich aber sicher vorgehen, um eine gewaltsame Lostrennung des Rheinlandes vom übrigen Deutschland durchzuführen. 3n beson­derem Matze zeigen sich diese Besttebungen im Saargebiet. Trotz Friedensbestrebungen und trotz Völkerbund hat die französische Politik es ver­standen, wenn auch zum gewaltigen Schaden des Landes und unter dem Protest der Devöllerung, das Gebiet vollkommen vom deutschen Mutter- lande abzutrennen. Die gewaltsame Einführung der Frankenwährung im Saargebiet, die erst kürz­lich die Entsendung einer Abordnung an ben Völkerbund nach Gens veranlatzte. kann in ae- toilfci Beziehung nur als Schlußstein in dieser Politik betrachtet werden. Die Reise LoucheurS unb die Anweisungen, die er dabei dem Präsi­denten der Regierungskommissivn gab, können diese Ausfassung nur bestärken.

Aehnliche Vorgänge sind auch im übrigen besetzten Gebiet zu beobachten. Der mißlungene Versuch des Generals de Metz, die Pfalz vom deutschen Mutterlande abzuttennen, wird leider nicht der letzte gewesen fein. Auch das Eingreifen der Rheinlandkommission zugunsten ihres Lieb-

Ein Druckerstreik in Berlin.

Berlin, 17. Okt. (Wolff ) Die Berliner Zeitungsverleger - Organisationen verbreiten eine gemeinschaftliche Erklärung, in der es zu den in der Arbeiterschaft des Buchdruck- und Zeitungsaewerbes sich geltend machenden Be­strebungen. die T a r i f g e m e i n s ch a s t -wischen Arbeitgebern und Arbeitnehmern zuunt"rgra- b e n, durch die bereits zeitweilig das Erscheinen einzelner Zeitungen verhindert wurde, heitzt:

Der Tarifausschutz der deutschen Buchdrucker hat am 25. September durch gemeinschaftlichen einstimmigen Beschlutz der Arbeitgeber und Ar­beitnehmer die Tarillöhne bis zum 31. Dezember neu geregelt. Ein durch die Form der 'Beröffent- lichung der vom Tarifausschutz entstandener Zwei­fel. wie der Beschlutz rechnerisch auSzulegen sei, wurde durch die paritätisch zusaminenaesehten Tarifinstanzen durch gleichlautende einstimmige Entscheidungen gellärt. Die Arbeiterschaft des Verlages Rudolf Mokse setzte sich über die ordnvngsmähig gefatzten Beschlüsse und daS tarif­liche Recht hinweg, indem sie über die ursprüng­lich? Forderung hinauSgehende Forderungen stellte, deren Erfüllung in ultimativer Form inner­halb drei Stunden verlangt wurde; gleichzeitig erflärte die Arbeiterschaft, datz sie Verhandlungen über diese Forderungen unter Mitwi'ckung irgend­welcher tariflicher Instanzen unbedingt ablehne. Der an den Tarifvertrag gebundene Verlag konnte hierauf nur antworten, datz er kollektive Bewilli­gungen nur in äleberetnstimnmng mit seiner Or­ganisation alS der mitverantwortlichen Trägerin der Tarifgemeinschaft vornehmen könne. Die Ar­beiterschaft hat diese Erllärung des Verlages kurz vor Erscheinen des Sonnabend-Abendblattes mit der sofortige Einstellung der Arbeit be­antwortet. Gegenüber diesem Vorgehen der Ar­beiterschaft, das in seiner bewustten Ausschaltung der Tarifgemeinschaft ein gedeihliches Zusammen­arbeiten im Gewerbe zur Unmöglichkeit macht, gibt es für die Berliner ZeitungSverlage, um daS gefährdete Tarifrecht vor dem Untergang zu be­wahren. keinen arideren Weg, alS fich mit der betroffenen Firma solidarisch erklären. Wenn die Berliner Zeitungsverlegerschaft so handelt, so geschieht dies nicht nur dem Gebott *er Rotwehr folgend, sondern im Einblick auf die Alttecht er Hal­tung unterer deutschen Gesamtwirtschaft, die mit dem Tarifwesen steht und fällt. Wir sind sicher, datz die Öffentlichkeit in dem unS aufgezwungenen Kampfe, den wir so lange alS irgend möglich ver­mieden haben, auf unserer Seite stehen wird. Wer Tarife bricht, bricht sein Wort. Di? Verleg er­schuf» ist sich darüber eitrig, datz der Wiederausbau Deutschlands nur möglich ist. wenn jeder deutsche werktätige Mann, an welcher Stelle er auch wirken mag. fest zu seinem Wort und zu den ge­schlossenen Derttägen steht."

Berlin, 18. Oft (WTB.) Da dieBerliner Verleger-Organisation sich mit dem Verlag Ru­dolf Mosse, in dem das Druckerri-Personal streckt solidarisch erklärt hat, lind heute morgen nur bie drei sozialistischen Blätter sowie dieKreuzzeitung" unb die »Deutsche Zeitung" erschienen.

Das vom Deutschen Noten Kren; gesammelteSchuldbnch des Hasses".

Berlin. 15. Okt. (Wolfs.) Das Zentral­komitee der deutschen Vereine vom Roten Kreuz teUt mit:

Auf der zehnten Internationalen Röte-Kreuz-" Konferenz zu Genf im Frühjähr 1921 wurde, dem Antrag der Vertreter Kanadas und Australiens folgend, beschlossen, durch ein unparteiisches Schiedsgericht die während des letzten Krie­ges vvrgekommenen Verletzungen derGen- f e r Konvention zu prüfen sowie darüber urteilen zu lassen. Die Spezialkvmmisfion von Vertretern des Internationalen Komitees vom Roten Kreuz der Schweiz. Spaniens. Hollands, Schwedens. Rorwegens und Dänemarks wurde mit ber älebemahme des Schiedsrichteramtes be­auftragt und als Endtermin für die Einreichung von Beschwerden der 15. Oktober festgesetzt. Das Deutsche Rote Kreuz war bemüht, das autzerordentlich umfangreiche Anklagematerial ein­gehend zu prüfen, sowie daraus herausgreifend in ein Dokument von Anklagen zu vereinigen, bie bei objektiver Würdigung die schwersten Verstötze enthalten unb burch eidliche Aussagen einwand­frei bestättgt sind. Dieses Dokument wurde am 14. Oktober beim Internationalen Komitee vom Roten Kreuz in Gens durch den Generalsekretär des Deutschen Roten Kreuzes übergeben. Das Ein­leitungsschreiben zu dem Dokument drückte den Gedanken aus, datz deutscherseits immer wieder die Forderung nach einem unparteiischen Ge­richtshöfe erhoben worden sei. Sein Richterspruch wurde zu einem früheren Zeitpunkt gefällt der Menschheit eine Fülle von Rot und Trübsal erspart haben. Die Annäherung der feindlichen Völker bedingt die llare Abrechnung mit ber Vergangenheit. Dies zwingt uns. heute noch ein­mal. das Schuldbuch des Hasses aufzu­schlagen unb dadurch seinen endgültigen Abschlutz herbeizuführen. Möge die verantwortungsvolle Arbeit ber Genfer Kommission einen Band ber Weltgeschichte abschlietzen, der bie trübsten Er­innerungen ber Völker unseres Jahrhunderts als

zöstscher Politik bie Lösung ber rheinischen Frage I zu denken zu Bebels unb Singers Zeit beinahe eine in französischem Sinne sein toirb. Die ersten An- Lächerlichkeit war: Berlin; dasrote Berlin" hat -eichen dafür bieten die jüngsten Vorgänge im | keine sozialdemokrattsche Mehrheit mehr. _ . Saargebiet.

nennt es ein Zeichn der Zell, daS den Regieren­den allerorten in den deulschen Landen zu denken geben sollte.

Heber die zukünftige KoalitiouSbil- d u n g im Berliner Stadtparlament sagt die »Dossische Zeituna", da eine Linksmehrbeit nach der Wahl nicht mehr in Frage kommt, dürfte eine Mehrheit ber Mitte daS Gegebene sein, die ähnlich ber geplanten Koalition in Reich und Staat die Mehrheitssozialisten, die Demokra­ten, das Zentrum und die Deutsche Volkspartei, vielleicht cruch die Wirtschaftliche Vereinigung um­fassen toirb. Eine starke Umformung bes Magi­strats ist jedoch auf ein Jahrzehnt hinaus dadurch unmöglich, datz die besoldeten Mitglieder auf zwölf Jahre gewählt und nur acht Plätze unbesoldeter 6tabträte und die entsprechenden Posten in den Bezirken auf Grund der Wahlen neu zu besetzen sind.

Die Botschasterkonsereuz.

Pari«. 17. Oft (WTB.) Die Sitzung der Dotschafterkonferenz, die heute nachmit­tag über die Anwendung der Empfehlung deS Völ- keümnbsrates in der oberschlesischen Frage ftatlfinbcn sollte, ist vertagt worden. Sie toirb jebenfalls am Mittwoch ftattfinben. Man hat die Rotwendigkeit erkannt, eine juristische Prü­fung ber Frage vorzunehmen und man erwartet in Paris die Ankunft des englischen Juristen Ma- king. Lord Hardinge, der englische Botschafter in Paris, der den letzten Sitzungen der Botschafter­konferenz nicht beiwohnte, toirb erst morgen nach Paris zurückkehren.

Eine dänische Stimme.

gegen bie Schwankungen ber Mart befassen. 3m Zusammenhänge damit werde Lloyd George auch die geplante Lösung der vberschlesischen Frage

Besondere Beunruhigung erregt die Frage der künftigen Regelung des Ein- und Ausfuhr­wesens im besetzten Gebiete. Obwohl die wiri- schastlichenSanktionen" aufgehoben sein sollen, arbeitet das Emser Ein- unb Ausfuhramt nach den Anweisungen der Rheinlandkommission im wesentlichen wie bisher weiter und es ist noch immer nicht geklärt, mit welchen Befugnissen die als Ersatz für das rheinische Zollregime vorge­sehen? Zollkontrolle ausgestattet sein wird Die Verschiebung ber für ben 10. Oktober vorge­sehenen Besprechung in dieser Angelegenheit wird damit in Zusammenhang gebracht, datz angeb­lich von französischer Seite erneut Bestrebungen im Gange sind, um ben englischen Wiberstand gegen bie französischen Forberungen zu brechen. Bekanntlich wünscht Frankreich, datz der Zoll- konttollausschuh mitbestimmend bei der Ertei­lung von Ein- unb Ausfuhrgenehmigungen mit­ten soll Dadurch würde es dieser Kontrvllaus- schutz in ber Hand haben, bie Einfuhr von Aus­landswaren in das besetzte Gebiet auch weiter­hin in der Weise zu fördern, wie es zum groben Schaden ber brutschen Finanz- unb Volkswirt­schaft unter dem Regime der wirtschafllichen Sankttonen" erfolgt ist

Von größter Bedeutung zur Beilegung der in ben besetztet, Gebieten vorhandenen Hnruhe ist die Frage der Aushebung ber militäri­schenSanktione n". Obwohl seinerzeit die wirtschaftlichen und militärischenSanktionen" als einheitliche Strafmahnahme gegen Deutschland widerrechtlich verhängt wurden und obwohl nach den Erllärungen der englischen wie der franzö­sischen Staatsmänner die Voraussetzungen für die Verhängung berSanktionen" längst fortgefallen sind, wurden bie wirtschaftlichenSanktionen" nur ungenügenb beseitigt, während an die Aushebung der mllitärischen überhaupt noch nicht gedacht wird. Viellach toirb diese Tatsache mit der französischen Politik in Verbindung gebracht, die darauf ge­richtet ist, die Zentralstellen der deutschen Volls- toirtschaft im Osten und Westen des Reiches in bie Hand zu bekommen. Rachdem ihm dieses in Oberschlesien nahezu restlos gelungen ist, gehen die Besttebungen der französischen Imperialisten darauf hin, auch das westliche Industriegebiet Deutschlands der deutschen Volkswirtschaft zu entziehen.

Es ist zweifellos, datz diese Absichten nicht von heute auf morgen zur Verwirklichung kommen wer­den. Die Vergangenheit hat jedoch bewiesen, datz Frankreich in der Verfolgung seiner Ziele vor keiner Schwierigkeit zurückschreckt unb datz es mit Zähigkeit daran arbeitet, langsam aber sicher das zu erreichen, was es zur Durchführung seiner im­perialistischen Ziele für notwendig erachtet. Wäh- renb das deutsche Voll nicht müde werden darf, immer wieder auf das Hnrecht hinzuweisen, bas ihm mit einer Zertrümmerung des Wirtschafts- Bin Oberschlesien geschehen ist, so darf es nicht vergessen, datz das nächste Ziel fran-

gültige Gestalt zu verleihen. Lloyd George wird in seiner morgigen Rede im Unterlaufe Zweifellos ber Lage in Europa besondere Auf­merksamkeit widmen, denn von ber wirtschaft­lichen Erholung Europas hänge bie Lösung des Arbeit-losenprvblems mehr als von trgenb etwas --------------- -----

anderem ab. Das Unterhaus wird sich wohl auch I konnte kein Fortschritt erzielt werden, da ve- mir der Frage des Zusammenbruches der Wäh- stimmte Rachrichten über die geplante Kreduhllie rungen unb mit ber Möglichkeit von Mahnahmen | ber Industrie nicht Vorlagen.

sein Geheimnis birgt.

französische Finanzpolitik.

Paris, 17. Oft (WTB.) Der Finanz- ausschuh ber Kammer empfing heute oor- mittag bie neuen Vorschläge ber Regierung bett, bie Herabsetzung ber Ausgaben ber einzelnen Kommissionen. Es hanbelt sich um Ersparnisse von insgesamt 60 Millionen Franks. Dafür verlangt aber bie Regierung bie Erhöhung gewisser Kre­bste, in erster Linie forbert bas Ministerium des Aeutzern neue 30 Millionen an für Sy­rien, für Luftschiffahrt 120 000 unb für das Budget des Krieges 4 419000 Franks. Im ganzen beträgt also bie von der Regierung vor­geschlagene Verminderung etwa 30 Millionen Franks. Im Verlaufe ber Versammlung bes Finanzausschusses erflärte Kriegsminister Bar - thou, in Marokko habe General Liauthey einer Herabsetzung des Mannschaftsbestandes um 3070 Mann zugestimmt. Dies ermögliche eine Ersparnis von etwa 8 Millionen Franks, andererseits könn­ten die Kredite für die Levante-Armee nicht weiter vermindert werden. Der Minister fügte hinzu, es seien bereits starke Abstriche an ben Ausgaben für bie Dienst zweige ber Zentralver­waltung vorgenommen worden. So sei nahezu der Hälfte der weiblichen Angestellten gekündigt und ber größte Teil der in Paris gemieteten Bureaus aufgegeben worden. Reue Herabsetzun­gen seien nicht durchführbar. Morgen wird die Kommission endgültig das Defizit abschä^en und bie DiskuMon über bie verschiedenen Anträge bett. Wiederherstellung des Gleichgewichts des Budgets beginnen.

Die parlamentarische Laae in (^ntfland.

London, 17. Oft. (WTB.) Der Parla­mentsberichterstatter berWestminster Gazette" teilt mit, bah heute abend eine Kabinetts- sihung ftattfinben Derbe. um bem Programm Der Regierung zur Bekämpfung der Arbeits- [ o f i g f e i t, das morgen dem Unterbaute bei fernem Wiederzufarnmentritt vorgelegt werde, end-