Unterhaltung ♦ Erhebung ♦ Belehrung>
nwtligen Begriffen.
m diesen Spalten hcrumzulaufen
un
und halten Sand zwischen ihre Zähne.
Aber bied alles 1'
ist dann auch für Italien maßgebend geworben. Während bas antike £xm5 ausichli-ßlich Innen» bau ist. ohne Fassade unb ohne Fenster, mir durch das offene Atrium und Peristyl beleuchtet, meist ein geschäftig unb weitauSgebreitet, stellt sich das mittelalterliche Dolznhaus als ein mit einem Dach unb Fenstern veriebeneS. im Grundriß zu- iammengedrängtes, melgeschossig sich in die Höhe türmendes Gebäude dar. Das bürgerliche Wohn- taus, wie es im spateren Mittelalter ausgebildet ist, ist durch die Bereinigung zwei ganz verschiedener Tvven allmählich entstanden. Die eine Hausform in den Städten kam vom Bauern- haus her, das ja auf die urältesten Formen der Siedlung »urücksübri, die andere von den Kleinburgen, die die städtischen Adligen auch hinter die Mauern der Stadt verpflanzten. Leider sind die ersten Generationen von Bürgerhäusern, soweit sie sich an das Bauernhaus an schlossen, uns in keinem Denkmal überliefert, und zweisellvs war dies die Mehrzahl der frühen Stadthäuser, da ja auS den Baiwrn sich der größte Teil der Stadtbevöl^ernng rekrutier de. Dagegen Haden sich aus früher Zeit einige patrizische Behausungen erhalten. So liegt im Oertchen Winkel im
Der Papalagi wohnt tote die Seenruschel in einem festen Gehäuse. Sterne sind rings um iHv, neben ihm und über ihm. Seine Sbirtte gleicht einer aufrechten Truhe aus Stein. Einer Truhe, die viele Fächer hat und durchlöchert ist.
Die meisten £>litten sind von mehr Menschen bewohnt, als in einem einzigen Samoadorfe leben, man muß daher genau den Namen der Aiga (Familie) wissen, zu der man auf Besuch will. Tenn jede Aiga hat einen besonderen Teil der Steintruhe für sich. Und eine Aiga wriß oft von der anderen nichts, gar nichts, als ob nrcht nur eine steinerne Wand, sondern viele Meere zwischen ihnen lägen. Sie wissen oft ihre Namen kaum, und wenn sie einander an dem Einschlupf- loch begegnen, geben sie srch nur unwillig einen Gruß ober brummeln sich an wie feindliche In- kt en. Wie erbost darüber, daß sie nahe beieinander leben müssen.
Wohnt die Aiga nun oben, ganz unter dem Dack? der Hütte, so muß man viele Aeste hinauf- steigen, im Zickzack ober rund im Kreise, bis man zu der Stelle kommt, wo der Namen der Aiga an die Wand geschrieben ist. Nun sieht man vor sich die zierliche Nachbildung einer weiblichen Brustwarze, aus die man drückt, bis ein Schrei ertönt, der die Aiga herbeiruft. Sie siebt durch ein Leines, rundes, gegittertes Loch in der Wand, ob es k?in Feind ist. Tann öffnet sie nicht. (5rrtarnt sie aber den Freund, so bindet sie sogleich einen großen Hvlzflügel, der tüchtig angekettet ist, ab und zieht ihn zu sich herein, daß der Gast durch den Spalt eintreten form in die wirkliche Hütte.
Diese ist nun wieder von vielen steilen 6t ein» wänden durchckroclien, und man schlüpft weiter durch Flügel und Flügel von Truhe zu Truhe, die kleiner und kleiner werden.
Ein Samoaner würde m solcher Truhe bald ersticken, denn nirgends geht ein frischer Luftzug hindurch wie in jeder Samoahütte. Dann auch suchen die Gerüche des Kvchhauses nach einem Ausgang. Zumeist ist aber die Lust, welche von draußen heveinkommt. nicht viel besser; und man kann schwer begreifen, daß ein Mensch hier nicht sterben muß, daß er nickt vor Sehnsucht zum Bogel wird, ihm f.ine Flügel wachsen, damit er sich aufschnnnge und dahin fliege, tov Luft und Sonne ist. Aber der Papa la gi liebt seine Steintruhen und merlt ihre Schädlichkeit nicht mehr.
Zwischen diesen Truhen verbringt der Papalagi sein Leben. Er ist bald in dieser, bald in jener Truhe, je nach Tageszeit und Stunde. Hier roadyfen seine Kinder auf, hier hock über der Erde, oft höh?r wie eine ausgewachsene Palme — zwischen Steinen. Bon Zeit zu Zett verläßt der Papalagi ferne Privattruhen, wie er sie nennt, um in eine andere Truhe zu steigen, die seinen Geschäften gilt, bei denen er ungestört sein will und keine Frauen und Kinder gebrauchen kann. Während dieser Zeit sind die Frauen und Mädchen im Kochhause unb kochen ober machen Fußlyänte blendend (Schuhputzen) oder waschen Lenderttücher.
, Die er .unerhörte Erfolg" war freilich zahlenmäßig. an ErntaaStri umvben von beute gemessen, nickt so übermäßig groß, aber er trug den Wert ter nnwraänfflirff.leit in sich. In der Teichmann schor Chr.mil des Berliner Koniglichm TtreataS ifab bic Austübrungs- und EinnalmmfiFern des enter haibeH Iahrd intens zusammm gestellt, und ANN Scküuft leien einige dieser interessanten Zan- lvt mitgeteilt Im Iabre 1821 erlebte der Frei- 'cklltz nack der Erstaufführung nod) 17 Wieder- ivlungen: die Eviualnne dieser 18 Vorstellungen betrug 13 556 -ata : im folgenden Ja brr' wurde *** gegeben imb eine Eimutt me
w'' 23 462 Tafcr err 1t 1823 konnten di- Bcn- i«er 17inal den F ei ckütz büren und b zalrlten tut die en ^nuß 10 222 Taler 1824 ward, er L3mal aufgefübri, 182. > 10m U: im nacküen chch- ;ckmt fmfett die Aussülwung^ttri-n unter Id ! < -b imb erst daS Jahr 1840 brachic dir 20d 3ar-
Vie Littstehong de; deutschen Hause;.
Die Entstehung des bürgerlichen Wohnhauses, das ja der Stadt ihren eigentlichen Charakter verliehen hat, ist in Dunkel gehüllt. Ter tiefe Gegen- satz zwischen dem norbtfmcn und dem antiken Haus offenbart sich früh, unb dieser neue Typus
bis Arm Abend. Ja, es gibt viele, die eine 6c^ ioiwere Lust daran haben. Befonters in eitrigen Spalten ist ein Gewirrt, und die Menschen fliegen bann wie ein dicker Schlick. Dies sind die Straßen, wo riesenhafte Glaskästen eingebaut srnd, in denen alle bie Dinge ausgebrettet liegen, die dn Papalagi zum Leben braucht
In diesen Spalten droht von allen Seiten viele Gefahr, denn die Dtenschen laufen nicht mir durcheinander, sie fahren und reiten auch k-miz unb quer oder lassen sich in großen gläsernen Truhen, die auf metallenen Bändern gletten, davontragen. Ter Lärm ist groß. Deine Ohren sind betäubt, denn die Pferde schlagen mit ihren Hufen auf die Steine des Bodens, die Menschen schlagen mit ihren harten Fußhäuten darauf. Kinder schreien, Männer schreien, vor Freude ober vor Entsetzen, alle schreien. Du finnft dich auch nicht anders verständigen als durch Schreien. Es ist ein allgemeines Sausen, Rasseln. Stampfen, Dröhnen, als ob du an der Steilbrandung von Savan ständest, an einem Tage da höchster Sturm tost. Unb doch ist dieses ~?fen noch lieblicher unb nimmt dir nicht so teilte Sinne wie das Tosen zwischm den Sternspallen.
Die Stadt ist also dies, wovon ich sprach Es gibt aber viele Städte, kleine und große. Tie größten sind solche, wo die höchsten Häuptlinge eined Landes wohnen. Alle Städte liegen verstreut wie unsere Inseln im Meere. Sre liegen oft nur einen Bateweg, oft aber eine Tagereise wett auseinander. Alle Stcininseln sind mtt einander verbunden durch gekennzeichnete Pfade. Du finnft aber auch mit einem Landschiff fahren, das dünn und lang ist wie ein Wurm, bas ständig Rauch ausspeit und auf langen Eisenfäden sehr schnell gleitet, schneller wie ein Ztoölssitzer m voller Fahrt Willst bu aber deinen Freund auf einer anderen Injel nur ein Dctto'a (Lam. Gruß Wörtlich übersetzt: Ick Hebe dich) prüfen, so brauchst (bu nicht zu ihm zu gehen oder .zu gleiten — du bläst deine Worte in metallene Ficken, die wie lange Lianen von einer Stemttrsel zur anderen gehen. Schneller als ein Bogel fliegen kann, kommen sie an den Ort, den du beftimmt hast.
Zwischen allen Steininseln ist das eigentliche Land, ist das, was man Europa nennt. Hier ist das Land teilweise schön und fruchtbar wie bei uns. Es hat Bäume, Flüsse unb Wälder, und hier gibt es auch Reine richtige Dörfer. Sind die Hütten darin auch au3 Stein, so sind sie doch vielfach mtt fruchttragenden Bäumen umgeben, der Regen kinn sie von allen Setten waschen unb der Wind sie wieder trocknen.
In diesen Dörfern leben andere Menschen mit anderen Sinnen als in ter 'Stadt. Man nennt sie die Landmenschen, ©te haben gröbere Öänbe und schmutzigste Lendentücher als die Spaltenmenschen, obgleich sie viel mehr zu essen haben als diese. Ihr Leben ist viel gesunder und ichöner als das der Spaltenmenschen. Aber sie selber glauben es nicht und beneiden jene, die sie Nichtstuer nennen, wett "Tie nicht auch;n die Erde fassen und Früchte hinein- und herauslegen. Sie leben in Feindschaft mtt ihnen, denn sie müssen ihnen Nahrung jrtten von ihrem Lande, müssen ine Früchte abpflücken, die der Spillen mansch rßt, müssen das Vieh hüten und aufzuhm, bis es fett ist und auch hiervon ihm die Hälfte abgeben. Jedenfalls haben sie viel Mühe davon, für alle die Spaltenmenschen daS Essen aufzutreiben, unb fefcn eS nicht recht ein, warum diese schönere L.nitentütfer tragen als sie selber und schönere w?iße Hände haben und nicht in der Sonne viel sckoitzen unb im Regen viel frieren müssen wie Ite.
Ten Spaltenmenschen kümmert d es ater sehr wenig. Er ist überzettgt, daß er höhere Rechte hat als der Laickmensch unb seine Werk' mehr Wert haben als Früchte in die Erde legen ober herausheben. Dieser Streit zwischen beiden Parteien ist nun auch nicht so, baß es zwischen ihnen zum Kriege !bmmt. Im allgemeinen findet der Papalagi ob er zwiscten Spalten lebt oder aus dem Lande, alles gut, wie es ist. Der Land- mensck bewundert bas Reich des SpallenMenschen, wenn er hineirfjmmt, unb der Spaldenmensch singt und gurgell hohe Töne, wenn er durch die Dörfer des Landmenscheu zieht. Der Svalten- mensck jäfet den Land Menschen Schweine künstlich fett machen, dieser den Spaltenmenschen seine Steinlruhen bauen unb lieben.
Wir aber, die wir freie Kinder der Sowie unb des Lichtes sind, wollen dem großen Geiste treu bleiben und ihm nicht bas Herz mit Steinen beschweren. Nur verirrte kranke Menschen, die Gottes Hand nicht mehr halten, -können »wischen Stemspalten ohne Sonne, Licht unb Wind glück lick leben. Gönnen wir dem Papalagi sein zweifelhaftes Glück, aber zertrümmern wir ihm jeden Versuch, auch an unfern sonnigen Gestaden, Steintruhen aufturichtien und die Mcnsävnfreute zu töten mit Stein, Spalten Schmutz, Lärm, Rauch unb Sand, tote cs fein Svm und Ziel ist.
Zum IubÄLum am 18. Jwn.
Tie beten Berliner Opern-Institut.- feiern in würdigen Feswvrsbckllungen das hunckerfiährige Jubiläum des „Freischütz", und auch sonst wird man diese Woche nicht vorübergehen lassen, ohne tes denkwürdigen Tages sich zu erinnern, an dem dem deutschen Volk seine erste nationale Oper geschenkt wurde. Am 18. Ium 1821 wurde in dem weben eröffneten SchauspielHause, dem klassrzisft scheu Meisterwerke Schinkels, der Sieg der vornan- fischen Musik erfochten, indem die Oper des deutschen Waldes und des deutschen Volksliedes einen beispiellosen Erfolg errang. Die Bedeutung des ..FveisckKtz" für bte Geschichte ter deutschen Seele hat Richard Wagner unübertrefflich schön gekcnn- -ieichnet.
„DaS deutsche Manchen, die schauerliche Ärge waren es, bte hrer ten Dichter unb Komiyamsten iirtmittelbar tem deutschen Volksleben nahe brachten," sagt er „Das seelenvvlle einfache Lted des Deutschen Tag »ugrunbe, so daß das Gan^e einer gnoten, rührönten Ballade glich, die, mit dem etelstrn Sckmmck ter frischesten Rentanttk ausgestattet, das phantxrfovolle GemLtsleben ter deutschen Nation auf das Ehavakteristischste besingt Einzig aus dem Bolke, welcktts die Sage tes „Freisckiützen" erfand, formte rin geistvoller Tondichter bar auf verfallen, auf einer ihr entnommenen bramattfdjcn Grundlage rin großes musika- fifrfjti Werk aushufüh'en und in ter Tat, entern er die hrinrifche Bollssage vriherrlichte, sicherte sich der fiilnftfer einen beispiellosen Erfolgs Die verschietenslen Richtlmgen des pottfisckion Lebens trafen hier in einem gemeinsamen Mittelpunkt wftrnimen; von einem Ende -um antem tourte ter Freischütz gehört, gesungen und getanzt."
Die (Sruntetemtntt, aus denen diese Musik ent- 'prungen und die so recht aus der Strmmung unb Kunst jener Zeit geboren tourten, hat Weber fo'brt als .^ägerleben unb das Walten dSmvmschn Mäckste" bezeichnet. Er fand für diese Elemente oie bezrickmendsten Dow- unb Klangfarben. „Die Klangfarbe, die Instrumentation für das Wald unb Jägerleben war leicht tzu finden: Die Hörner lieferten sie." hat er selbst Lobe gegenüber erklärt „Die Schwrerigfeit lag narr in dem Erfinden neuer Melodien für die Hörner, die einfach imb volkstümlich fein mußten. Zu diesem Zweck sah ich Mich unter ten Bvll'smelobien um, unb tem eifrigen Studium bettelten habe ick es M verdanken, wenn mir dieser Tctt meiner Aufgabe gelungen ist .. Die nnrfrtigfhe Stelle für mtich waren aber d'e Worte taS Mar Mick umgarnen f nstre Mücküe, denn sie bautet mir an, welcher Haüptchaväkter ter Oper yu geben sei. An diese „finstern 9R ächte" mußte ich Vie Höver fo ost als möglich durch Klang unb Melodie erinnern. Ich habe lange imb viel «formen imb bedacht, »telcher der rechte Haupt- klang für die? Unheimliche sein möchte. Natür-- lich mußte es eine dimkle, düstere Klangfarbe sein. <ttfo die tiefsten Regionen der Violinen, Diolen und Dass«, barm nänvm klick die tiefsten Töne ter Klarinette, die Mir gantz besonders geeignet »u sein schien MM Malen tes UnheimlickTN, bann vie flagenten Töne tes Fagotts, die tiefften Töne ter Hörner, dumpfe Wirbel ter Pauken
Sa entstand diest «u Herzen sprechente Musik ter Sage imb deS Waldes, unb während die Romantiker selbst, tote Spahr, E. T. A Hvfsmann Unb "Tieck, sich ablehnend verhielten, jubelte das Publikum von Anfang an die er nationalen Tat M. die ter in SvonttniS Mtken an her Berliner Over verkörperten Herrschast der italienischen Muli! ein jähes Ende bereitete. Hatte ter Italiener eben noch in ferner Oper „Olympia" einen Elefanten auf die Bühne gebracht, um dadurch Aussehen %u erregen, so lneß es nun vom Freischützen, er jage nach ebnerem Wild, als nach Elefanten, unb in einer ErilSrung, dic Weber am Tage nach ter Erstaufführung erließ, mußte er sich selbst dagegen verwahren, gegen ten allmächtigen Generalmusikdirektor aus gespielt *n werten. Die Deutschen aber Hatten nun die Oper gefunden, die sich ganz zu eigen machen tonnten, unb die Melodien waren im Handumdrehen populär. Ergötzlich hat Heine tn seinen „Briefen aus Berlin" von ter Mllttrrschaft tes ,Lsungfernkrmrzes" geplaudert: ..Deirn Sie vaM Hallisckttn nach dem Oranienburger Dore und vvm Brandenburger nach dm Kömgstore, ia selbst wenn Sie vom Unterbau nach tem Küpewicker Tore gehen, hören Sic jetzt immer imb eitrig dieselbe Melodie, das Lied aller Lieder — „den Jungstrn'kranH". Die man in den Gvethe- schen Elegien ten armen Briten von tem „Marlborough a’en va-t-en guerre" durch alle Länder verfolgt steht, so werte auch ich von morgens früh bis spät in bie Nackü verfolgt durch das Lied." Und der gristvolle Spötter ydnTbert bann einen foldxm burrf: ten 3mtnfemTran» zur Hölle gemarfrten Tag. an dem ihn schvn früh die Sckuil- higenb weckt, ten ..IungferUkraerz" zwitschernd und aM späten Abend ihn noch die Klänge dieses Liedes auS dem Sckilaf scheuckten. Auch Paris war bald erobert, wo ter Freischütz zuerst in tem räickcr- romantisckttn Gewände eines ..Robin tes 9foi5" auftrat imb dann in einer meisterhaften Ausführung ter Großen Oper die mififfrTfLänbigt Weir entzückte. Unb dieser erste Erfolg ist tem unfterb» lickten Werk trat gebli ten durch daS erste Iahr- hunbert unb fofrb es auch im zlveiten fein.
dazwischen ist.
Der Dünkel Der allein seliamachenden westlichen Zivilisation ist in den letzten Jahren erheblich ins Wanken geraten. Wollen wir uns auch nicht denen verschreiben, bie kritiklos „ex Oriente lux“, aus dem Osten kommt die Erleuchtung, schreien, wie dies in übereifriger Regie bet dem Besuch Tagores in Darmstadt geschah, so verschließen wir uns doch nicht der Kritik derjenigen Schäden, an denen unsere westliche Ziollisation krankt. Der nachfolgende Abschnitt aus den Reden des Südseehäuptlings Tuiavii aus Tiavea, die Erich Scheurmann unter dem Titel „D e r P a p a l a g i" im Felsenverlag, Bucheu- bach herausaibt, zeigt bie hochgepriesenen Errungenschaften des Papalagi, vas ist der Weiße, unter dem Gesichtswinkel eines schlichten, unverfälschten Naturkindes, das das Bedrohliche an ihnen erkennt und seine Stammesgerwssen davor warnen möchte. Wie der Südseehäuptling in der nachfolgenden Recke von den Städten spricht, so finbet er noch viele kluge Worte über „Das runde Metall unb schwere Papier", über „Die vielen unnützen Dinge, ote den Papalagi arm machen", über seine sinnlose Hast unb die Selbsttäuschungen, denen er sich hingibt.
Auf diese Weise leben in Europa fo viele Mensckttn rote Palmen in Samoa wachsen, ja nock viel mehr. Einige haben wohl oici Schn- such nach Wald unb Sonne unb viel Licht; aber dies wirb allgemein als eine KTau-.-ett anne- sehen, die man m sich nicbeitimten muß. Ist jemand mtt diesem Steinleben mcht zufrieden, so sagt man wohl : er ist ein unnatürlicher Mensch; waS soviri heißen soll: er weiß nickzt, was Gott für den Menschen bestimmt hat.
Diese Steintruhen jriben nun jewetts hr großer Zahl dickst beieinander, fein Baum, krin Strauch trennt sie, sie stehen wie Menschen Schulter an Sckmlter, und in jeder wohnen soviele Papalagi wie in einem ganzen Samoadorfe. Ein Steinwurf weit, auf ter anderen Sette ist eine (üeidyc Reihe Steintruhen, auch wieder Schulter an Schulter unb auch in diesen wohnen Menscten. So ist zwischen teiben Reihen nur ein schmaler Spalt, wellten ter Papalam die „Straße^' nennt. Diese Spalte ist ost so lang wie ein Fluß und mit barten Steinen bete (ft. Man muß lange laufen, bis man eine freiere Stelle findet; doch hier münden wieder Läuserspalten. Auch diese sind wieder lang tote große Süßwasserflüist, und ihre Seitenöffnungen _nnb wieder et:infpalten von gleidjer Länge So fonn man wohl tagelang zwst sck»en diesen Spalten umherirven, bis man roieter einen Wald ober ein großes Stück Himmelsblau findet. Bii'drfrn den Spalten sieht man ran selten eine reckste Himmelssarde, denn, wett in jeder Hütte zumindest eine oft sehr viele Feuerstätten sind, tst die Luft fast stettg voll viel Rauch und Asche, wie bei einem Ausbruch des großen Kraters faflimg. Nach ^lblaus von' ^Iateen^tte^ herab.
Freisckrütz imgcfähr 04 000 Taler ringebrarbt unb -mDKr.£T
die 300. Borstrilung sand im 'iabre 1858 'nlw SSflz dnNcangro vri ü m pfe und die Menschen Das war also ter imaeteim' Erfolg" hl’ örte m rhre Augen imb >>aaro bekommen
—"— ”—' unb Äroilrfien I Rheingau ein romanisttes Gebäute, das man «ttS
h^rt «c Menschen mcht, bas älteste deutsche Haus bezeichnet hat. erumzulaufon vom Morgen I Ter verhältnismäßig gut erhaltene Bau, der im
hundett Zahre Zreifchütz. I von den steinernen Truhen, den Stein- ' spül.en, den steinernen 3n|eln und was
Grundriß rin Reckteck btitet, stammt wahrscheinlich aus ter ersten Hälfte bri 11. Jahrhunderts. Em breite Rundbogenpfortr führt in bas niedrige, «chivackteleucktete Erdgesckx>ß; im Obergeschoß lag ein Laal, an den sich rin paar kleine Wohn gemacher schlossen. Dir Treppe muß außen an gefügt gewesen fern. Offenbar wohnte hier eit anxtmlrdx-r Marrn, etwa rin erzbrschöflicher Be amtier. Ein zweiter' romanisches Haus, das m dir Beit Friedrich Barbarossas gesetzt wecken kann, lvegt in Ros heim im Elsaß. Neben solchen un- befestigten Stadthäuforn gab es auch burgartige Atelshäufer mtt „Strrittürmew". Diese Wehr- haftigkrit war aber im 13. unb 14. Iahrhunterr wohl nur noch em Standesabzrichen, so wie be Ritter fein Schwert trug, unb mtt tem Erstarken des Bürgergeistks wurde btt Neuerricktung solcher kleiner Sticktburgen nicht mehr gestattet.
Das vornehme Stadthaus legte so lerne Bura ähnlrchkett immer mehr ab, unb das ackerbärgerliche Element überwog. Aus diesem Stadium der Ent Wicklung des deutschen Hauses stammen die sogen.
rn Tömmern oder Kemenaten, die frei ttn Hintergrund des Hofos lagen unb ten einzigen herzbaren Wohnraum enthielten In Braunschweig tat man twck auf mehr als 80 Grundstticken Stolpen iolcher Kemenaten gefunden. In ber nach,ten Entivicklungsstnfe ist an bie Stelle bei Ackrbürgers ter Handwerker unb Krämer gerückt. Aztefe brauchten weniger Raum; deshalb mußten die Grundstücke zertettt inerten, und zwar wollte toter Besitzer einen Anteil an ber Straße haben, fo daß sich nun die geschlossenen (Straften, kte Reihenhäuser, herausbttteten. Nun entsteht also das Haus an ter Straße. In Niedeckeutschland erhalt sich ter schmale und fiese Hof als ein Rest tes landwirtschaftlichen Betriebes, unb ckaral- teristisch ist hier bie weite, bis zum Dach Ms- iteigenbe Diele, ein Erbstück tes BauernhauseL Bon ihr abgefonbert steigen bann meistens zwei schosst in die Höhe, unten, wenn es rin fiäur manns haus ist, die Schrribstube, im Zwischen tefdroft die Schlaf und Wohnzimmer, im hohen Giebelraum die Speicher. Im oberdeutschen Haus entspricht der Diele eine niedrig gehaltene Erb geschoßhalle; dafür erhalten die Wohnzimmer mehr Raum. Sehr unvollkommen sind noch die inneren Verbindungen; vielfach vermitteln offene Galerien ten Verkehr von Docker- unb Hinterhau- durch alle Stockwerke, imb ter Hof besitzt eine Bedeutung im Leben ber Hausbewohner, wie wir sie heute nicht mehr kennen. Als besondere Zin ber Fassade erscheint der Erker, ursprünglich ein Vermächtnis ter Burg, von deren neuartig ange klebten Schützen- unb Beobachterständen er ta stammt; bis wetten hat er sich auch aus den vor gefragten Altarnischen ter Hauskapellen entwickelt. Tas Erdgeschoß roirb nicht selten in einen Bogen gang aufgelöst, die sogen. Lauben, die mtt den m ittelalter licken Gewohnheiten des Marktverkehr- unb Handels auf offener Straße zusammen hängen
Deutsche RosenstSdte.
Der Juni gehört der Wn igin ter Bl innen, ter duftenden Rose Es gibt eine Anzahl Stävtr in Deutschland und im deutschen CeiLerrcuf), bst durch ihre Rvsenzarckst weithin berühmt geworden sind. Zu ihnen gehört in erster Linie Trier das fritm Mittelpunkt ter teufichen Rvsen-ückuerei geworden und in dieser Kultur führend ist. Kaum etwas lieberes kann man sich tanken, als zur Rvsemzeit dir Rvsenkulturen bei dieser uralten Mönstadt fcu besuchen, die mtt ihrem Duft ganz« Stadtviertel erfüllen und Trier an dic Seite ter Blümenstabt Erfurt stellen. Dann das durch setm Stofenfefte berühmte Wiesbaden, wv die Rost im Juni Triumphe feiert tote sonst mol4 nur noch an ber Riviera. Wer einem dieser Feste beige* rnohut tat, tem wird es zrillebens eine ter liebsten (Srutnenntgen fein. Dic warme Bestnmung tes .Rhcingaus bringt die Rose yi wunderbarer Duftentfältimg. RüdeSheim, das alte, weinberühmte, ist — von ter WriNlefe abgesehen — nie fo schön tote jetzt *ur Zeit b.*r Rvsenblüte. Durch ihre Rvsenblüte berühmt sind die Tiroler Städte Meran unb Stoßen, wo bie Vegetation in bet loarmen Sonne wahre Blüttnwunter her« vockringt. Die Rose fommt in Teut[d<anb auch in weniger llttnatisck bfOor^ugten Äegenden M schönster Entfaltung. Berühmt sind das Rvsen" mevr tes Pttlnitzet ©rfifofigartenS an den fite ufern oberhalb Dresdens), die Refarien ttn Stockt" park von Sangerhau'en, ttn Ostsee bad Kolters in Neustadt a d. Haardt, im Kwpark von 9W> Salzbrunn: mtt beül mter Rv'enblüte könnttl Dormburg a. b. Saale, ber Domhos zu Naumburg a. d. Saale und Freiburg t. B e sgau auf- warten. Auch Bad Wstritz a. d. Saale ist durch 'eine großartige Rosenaärtnerei bekannt, tote tenx überhaupt bas mittlere Saalegebiet Di« mafisch außerordentlich begünstigt ist Es fctmnt in birier Beziehung gleich hinter tem Rhrinlanü. Bei Mttfitz t Sacken gibt es weitausgetehnn Rvienfelter: hier roirb nach bulgarischen Muster eine schwunghafte Rosenölerzeugung betrieben. Allb^annt ist ber 1000jährige Ro'enstvck am Hildeshräner Dom: er ist aber nicht der gröfttt Rv'enstock Deutschlands: bi -sen Ruhm beansprucht vielmehr ein 1881 als Wildstarrrm mit einer Teerose okulierter Stofen stock ttn Wehrlescken Gart« Vl Freiburg t Breisgau, ter bereits 1920 gravi 13 000 Blüten entfaltete und sich voraussichtlich noch weiter entwickeln wird. Möglich-rwrise erreicht er in dieser Beziehung ten zugrunde gegangenen berühmten Roscnbaum von Toulon, ter jedes Jahr 50—60 000 Blüten öffnete
lvalve;ftimmr.
Bon Peter Hille.
Wie berne grüngoldnen 2lugrn funkeln, Wald, du moosiger Träumer!
Wie deine Gedanken dunkeln, Einsiedel, schwer von Leben, saft seufzender Tages versäumerl Heber der Wipfel Hin- und Wiederschweben wie's Atem holt unb voller wogt und brwrtz und weiter zieht —
und stille wird — und saust. Lieber ber Wipfel Hin- und Wiederschweben, hock btoben steht em ernster Ton, dem lauschten tausend Jahre schon und werden tausend Iahte lauschen...
Unb immer dieses starke, donnerdunkle RausckAt.


