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lk. 270 Zweiter Blatt

HIehener Anzeiger (General-Anzeiger für Vberhessen) Donnerstag, (7. November 1921

für

(Nachdruck verboten.)

40. Fortsetzung.

drn

war das erste Mal, datz die alte (Putte Äopf r-erlortn hatte

ming«amL '____

- Zuschüsse an- Mitteln der produktiven Erwerrs- lotenhiriorg« a) an die Baugenvllenschasi 18^4 b) an die Mmts'riitäl Sieben örüöbung des 3abre«bdtrag« tür den Serbanb der Olenriji* lütewerle am Mittelrhein Ueberfa! ung von

Der Schutz im Vlut

Roman von Horst Dodemrr.

der Front gestanden bat, wird die Ansprache halten, ein Biäserchor wird mit»

Äanaloeicht«. Beschaffung einer Rechen-. Hofe eine Feier tum Gedächtnisse der 'S** ine für da« Stadtdauam: und b-i* Halkncn Psarrasstlrent Paul Se d e r. het

nungourn! Sau»rogramm <ür da» 3ibr 1^-- vier Zahre an l

Han« ärgerte sich jetzt, dah er sich w txrnt Um- trunx hatte Hinreisen lasten. Da« war nun ntcht mehr fru Ändern. (Za, waS sing er jetzt an? edie­ren ritt er, bi« er wieder in leidlicher Verfassung war und steckte sich dann hinter .Trotzvatera alte» Haus". damit der nicht derausdekam, datz er seine Pflichten arg vernachlässigt hatte. Mochte der Daul hingehen, wohin er wollte, wenn er nur nicht in Trab ober Galopp fiel Hcrrgoi, war ihm schlecht! Ein dis-chen mehr hatte er sich doch zu getraut. Und nun bekam er auch noch heftige« Ziehen im Kopse und einen ganz elen­den Geschmack im Munde! . . . 3m wiegenden 3d)ritt ging die Stute, ihr war « recht, datz Tie nicht die einten bekam. Und da ihr Reiter die Füge! lok in der Hand hielt, sah sie nicht ein, warum lie auf der harten Lands!ratze gehen sollte Links bog sie auf einen Futzweg ab. Hans Märhahn fast glrichtültin im Sattel, machte oft d e Rügen -u u D t ifrTie Lippen cufcinanbcr. Hundesch.echt war ihm. Da w^r er ja in einem Walde! 3hm wurde kühl und zu dunkeln sing e« auch an. Die Rügen rieb er sich, hielt die ©tute an. Run erst mal Ordnung in den schwer. Mmben Kops gebracht! Jäh sank die Hand von 'den Augen, alle Schlaffheit war wie fortgewischt, txnte in der Ferne nicht ein Hirsch geschrien?

Sr lauschte mit angehaltenem Atem und vor- gcstrecktem Kinn Sine Minute - zwei! An nichts anderes dachte er mehr. Rtchttg. da schr-.e ein Hirsch. Irgendwo. Weit weg! Hörbar schlug ihm das Herz an die Rippen. Spöttisch lacht: fr auf Diese traurigen Pennäler, die letzt in

Aber in Anbetracht der weitgehenden Arbeits­losigkeit und deS allgemeinen Rückgang« der Löhne bleibt es trotz allem unwahrscheinlich, dast der Streik wirklich stattfinden wird (die Streik- Parole ist inzwischen tatsächlich zurückgenommen worden). Der Fall muh einstweilen mehr als besondere- Symptom für die Schwierigkeiten bc- trachtet werden, die die Vereinigten Staaten auf dem Wege zur Umstellung ihrer Wirtschaft durch- zumachen haben. Die Schwierigkeiten entstehen allgemein daraus, bah die Preise, besonders die Kleinhandelspreise, die auf die Kosten für den Lebensunterhalt deS Arbeiters ihren Einslutz üben, eine deutliche Tendenz bezeigen, die Ad- wartSbewegung der Löhne nicht mitzumachen. Ab­gesehen davon, bah diese Tatsache unter der Arbeiterschaft nur afyu gut bekannt ist, ist biefe noch besonders darüber aufgebracht, bah bie Ar­beitgeber (vielleicht mehr als billig) sich bie Rot­lage ber Arbeiter angesichts ber groben Arbeits­losigkeit zunutze machen und bie Löhne dadurch herabdrücken, datz sie die Abmachungen zwischen Arbeitgebern und Arbeitnehmern umstoben, die den letzteren ein gewisses Mab von Macht bei den Verhandlungen ober eine Kontrolle über bie Arbeitsbedingungen verschafft hatten.

Diese beiden Tendenzen drücken ber gegen­wärtigen Lage ber Wirtschaft in den Vereinigten Staaten ein bezeichnendes und nicht eben erfreu­liches Siegel auf.

Aus Stabt unb Canb.

(Sieben, den 17. Rov. 1921

» Eine Stadtverordneten-Ver- sammlung ist auf Dienstag den 22. Rovember. nachmittags 3'/, Uhr pünktlich, in das Stadthaus, Bergstrabe -Stadtoerordneten-Sihungssaal). an­beraumt mit folgender Tagesordnung: Anpassung der Gehalte und Löhne an bie neuen Reichs- sätze. Rückzahlung ber den auherplamnähiqen Beamten bis zur Einstufung in die neue Besol- dungsordnung zuviel gezahlten Beträge. (Sr- last 'kner Dergnugungsiieuerordnung 'Be­willigung eines Jahresbeitrags an bie Hessische Arbeitsgemeinschaft für bildende Kunst in Darm- (labt Desgleichen eine» Beitrags für bie hauptamtliche Geschäftsführung des Fulda Lalm- den Kähnen ihren Rauch ausschliefen, nachdem sie von ihren Angehörigen sich die Leviten hatten lesen lassen! Darum kam er! Warum sollt« er sich hier das Konzert nicht anhören, daS schönste, da« ein Weidmann in deutschen Landen kennt? Sin Gewehr hatte er nicht bei sich, und spazieren reiten durfte man doch, solange man sich auf den Wegen hielt! Der Baron würde ihm fa hoffentlich nicht gerade in die Quere laufen, bad würde ihm doch recht peinlich fein. Ach waS. die Züschener Wälder waren grob. 3m Schritt ritt er weiter, dem Kampfruf des y>trübe« entgegen. Roch meldete sich kein anderer. Irgend­ein junger Kerl war es. ein .Schneider".mit dem die Liebesgefühle durchgingen . . . Am Him- mei segelten im raschen Laufe Wolkenfehen hin. die Baumwipfel bogen sich, recht frisch wurde es Das rechte Detter für die Brunst, unb auch ba« rechte Wetter für einen, der zu tief rn« ®la« gesehen hatte 2ha, schon gmg-s M! »in »weiter Hirsch antwortete auf daS Kampsgrichrct bes ersten. 3n spätestens einer halben Stunde würbe bas schönste Konzert eingesetzt haben. Der Baron hatte sich wahrhaftig einer Srovarttgen Hirschdestand herangezogen. Der wnnte sich das bei feinem groben Geldbeutel auch leisten: Da eilten Han« Warhahns Gedanken in die ferne Zukunft Wenn er erst einmal Herr von Sro^- vaters schönem Gute war. einen leeren Gelb­schrank würbe er sicher nicht ^vu erben, bann pachtete er sich eine großartige Hrrichfagd. war doch das schönste, was er sich au Ürbcn verstellen konnte ! Unb dann lachte er iet'e vor sich hin Da begann ein dritter H.rich zu or­geln Sin leichter Schenkeldruck, die Stute ging weiter, immer tiefer in den ^ld .hmcin - and blieb auf einmal wie angewurzelt .chen, Diie» bie Rüstern auf. Was hatte das dumme T-.er

♦en Staaten besteht ein Bedarf an Bauten in Höhe von 20 Milliarden Dollars, unb hier könnte ein guter Teil ber unbeschäftigten l'/j2 Millio­nen Bauarlxttter Beschäftigung finben. An zweiter Stelle einigte man sich dahin, bah eine Herab­setzung ber Frachten wohl daS stärkste Sinzel- moment werden kann. baS zu einer gesteigerten industriellen unb Geschäftstätigkeit beitragen farm. Die Sisenbahnen haben 300 000 Mann ent­lassen. und diese machen zusammen mit den Ar­beitern ber mit dem Eisenbahnwesen verknüpften DeschäftigilngSzweige und 3nbuflrten. wie z. B. der Stahlindustrie, die durch die geringere Rach- frage seitens der Sisenbahnen in Mitleidenschaft gezogen sind, ein neueS starkes Kontingent unter den Arbeitslosen auS. Zudem halten die Fracht­sätze angesichts einer sonst allgemeinen Tendenz ber Abwärtsbewegung die Preisskala über Ge­bühr hoch.

So wird da« Problem der Eisenbah­nen vielleicht auch der wichtigste Ausgangspunkt für eine Lösung der Arbeitslosigkeit, unb eS ist zugleich wohl das verwickeltste, hauptsächlich weil in ihm einige ber stärksten Kräfte von Kapital, Arbeiterschaft und Regierung sich gegeneinander totlaufen Auf ber einen Seite stehen bie Vertrete, der privaten Ellenbahngesellschaften. Geschäfts­leute des alten Typs, die jedem Macht« iwachs ber Gewerkschaften sich sofort widersetzen unb bie behaupten. Sah keine wesentliche Frachtvermin- berunq möglich ist, biS nicht bie Arbeitslöhne aus das Friedensmatz zurückgeführt sind, vor allem auch darum nicht, weil die ihren Eigentümern

SrwerbSlosensürsorge Kriegerwitwen. Die Dorschrist der Ver­ordnung vom 7. Dezember 1918, bah für die Empfänger von Familienunterstützung Erwerb«- loscnfürsorge ausgeschlossen ist, bat in solchen Fällen Härten herbeigeführt, in denen Krieger­witwen die 5<nnilienuntcrflühung bl« zur Fest-

jetzt zurückgegebenen Ellenbahnen in den Händen > ber Regierung sehr Herabgewi tt'chaftet worben seien unb deshalb jede Steigerung der Ein­nahmen zunächst zur Verbesserung ber Ausrüstung unb des Wagenparks verwendet werden mühte Wenn die Finanzlage der Eisenbahnen kll ber Rückkehr zur Privatwirtfcha't sich ständig ge­belfert bat, fo ist des wrientttch mit zorückzusuh- ten auf bas HinauSzögern von Ausgaben für die längst notwendigen Reparaturen, und selbst so erreichen die ®eiell1dxitten nicht entfernt den Der- zinfungssatz. den ihnen die Gesetze garantierten auf Grund derer bie Rückgabe an btt Eigentümer erfolgt ist. Dem Borhrden ber (Ji'enbibn rkH- faaften aber, bie Löhne neuerdings zu drucken, stellt sich ber graste Verband von 2 Millionen Eisenbahnern entgegen diese hatten während des Krieges ihre Organisationen stark ausgebaui und grobe Vohncrbötu.ixgen und über das ganze Land gültige Arbett bedingungen durchzesetzt. die ihnen einen wesenllichen Einfluh unb eine gewistc Kontrolle über alle Zweige des Transport - gewerbes gestatteten. Di« Gewerkschaften behaup­ten. bah die Eisenbahnen, wenn sie tüchtig und ehrlich geleitet würden, gut arbeiten und ange­messene Reinerträge abwerfen könnten, ohne bah eine Lohnherabfetzung fiattüüfinben brauche, und bah die Interessen ber Eisenbahnen selbst und des Publikums es fordern, bah die Arbeiter einen bestimmenden Sinflutz auf die Eisenbahnen mit auSüben . ,

Die Regierung al« dritte Partei ist bei btefen Auseinandersetzungen vertreten durch zwei amt­liche Körperschaften, die .Interstate (Sommerte Tommission' und da« .Railroad Labor Board", vonn denen die erste einzelne bestimmte Befug­nisse hat. die Löhne bei Eisenbahner zu regeln, unb bie zweite über noch bcgrcnjterc Möglich- leiten verfügt. Streitigkeiten in bezug auf Löhne unb Arbeitsbedingungen der Eisenbahner zu schlichten. Mehr beroorgetreten ist bie letztere, die durch ihre Entscheidungen einen Teil ber über ba« ganze Land gültigen Arbeitsbedingungen auf­gehoben und eine Herabsetzung ber Löhne um 12'/, Prozent ab l. Hutt 1921 bestimmt hat Als- halb nach dieser Lohn-Sntscheidung setzte eine Streikbewegung ein unb sie würbe akut. alS die Gesellschaften verlautbaren liehen, bah sie beim Labor Board um eine weitere Lohnherab- seyung von 10 Prozent einkommen würden, woraufhin die Gewerkschaften mit einem Streik der Eisenbahner über daS ganze Land hin drohten.

khung ihrer Derioigungegebührnisse weiter er­halten. Das Rentenverfahren kann nicht immer mit ber gewünschten Beschleunigung durchgeführt werden: die LlnterstühungSfätze sind niedriger al« bic Rentensätze. Eine derartige Familienunter­stützung ist nur eine ber Einfachheit halber ge­wählte Form eines Vorschusses. der auf bie end­gültig fesizuscstenden Rentenbezüge verrechnet wird. Der ReichsarbeitSminister Ixtt daher be­stimmt. bah solch- vorläufige Unterstützung nicht als 5amincnuntcrflühung im Sinne des § 7 ber Verordnung vom 7. Dc-ember 1918 anzusehen ist. Sofern daher im übrigen die Doraussehungen für die Gewährung von Erwerbelosenunterstützung vorliegen, kann sie an solche Kriegshinterbliebenen gewährt werden.

** Viehzählung. Am 1. Dezember 1921 findet wieder eine vierteljährliche Vieh­zählung statt. Sie erstreckt sich auf Pferde, Maultiere und Maulesel. Esel, Rindvieh, Schafe, Schweine, Ziegen. Federvieh, zahme Kaninchen und Bienenvölker. Die Zahlung dieser Viehgattungen findet auch bei Richt- landwirten statt, also in jeder Haushaltung, in der auch nur eine dieser genannten Dieh- gattungen vorkommt. Die Zählung ist in volks­wirtschaftlicher Beziehung von grober Dich­tigkeit. Es muh daher erwartet werden, dah die Angaben den Zählern freiwillig gemacht werden. Auf unrichtigen und unvollständigen Angaben steht Strafe.

* Die (Sültigkeit der Fahrkar- t c n. Die zum 1. Dezember in Aussicht genom­menen Erhöhungen der Fahrpreise im Eisen­bahnverkehr erfordern besondere Bestim­mungen über die Gülttgkeit der Fahrkarten. Für den Fernverkehr wird die viertägige Gel- tungSdauer für die Zeit vom 28. bis 30. ds. MtS. dahin eingeschränkt, daß die Reise am ersten Tage der Geltungsdauer angetreten werden muh Mit Fahrkarten für den 28. und 29. können jedoch die Reisen noch bis zum 30. angetreten werden. Für Dezember werden Fahrkarten im Rovember nicht ausgegeben. Die Fahrscheine der Mittopa. die im allgcmei- inen eine Geltungsdauer von 60 Tagen haben, gelten, wenn sie im Oktober oder Rovember gelöst worden sind, nur bis zum 3. Dezember, wobei die Reise spätestens am 30. Rovember angerieten sein muh

♦♦ Die hiesigeevangelische Kir­che »gemeinde veranstaltet am Totensonn­tag, nachmittags 3 Uhr, auf dem Reuen Fried- Denn ' Hans brückte sie vorwäri«. Plötzlich machte sie einen Sprung zur Seite, fast wäre ihr Reiter aus bem Sattel gekommen Durch Hafrinutzbüsche fad er ein mit Rutz beschmierte« Gesicht, rief im gebämpften Zone:

.Mach, bah bu hier we komm st unb verdirb un« die 3agb nicht! Der Baron ist heute nach­mittag nach Berlin gefahren, unb beim Förster wirb Kind laufe gefeiert!"

Hans schlug ba« Herz zum Zerspringen, so war er erschrocken. Einer ber beiden -Arbeiter war es. mit denen er vorige« Fahr Wilddieben ge- wrien war Sine innere Stimme warnte ihn, er drängte sie zurück.

,311 -- ist der andere auch im Revier?" .Versieht sich, Hänschen, du alte Tranfufe! Lätzt dich um das schönste Vergnügen bringen, das es auf der Welt überhaupt gibti Unb dir tut ber Baron nichts! Der Teufel auch. wenn ich in Deiner Haut steckte!"

.Warum. wa rum soll mir ber Baron denn nichts tun?"

(Bin leises Lachen antwortete au« dem Busche. .Steilste dich "Dumm oder weihte nichts?" .Ra, datz deine Mutter 'ne Liebschaft mit bem "'Saran gehabt hat, gerade, bevor bu auf die Wett kamst! '

Der Wund stand Han« Wärhahn gro* offen, lein Herzschlag setzte aus. aus flimmernben Augen 'ah er in das mit Rutz bridymerte Gesicht Seine Hände krampften sich in die Pferdemzhne. einen Halt muhte er haben, sonst schlug er aus Dem Sattel Unb auf einmal fingen seine Gedanken in rasender DeschwindigLrit zu arbeiten an. Allo deshalb hatte ihn damal« ber Baron ge- schont? Unb es war ihm doch schon immer aus­gefallen. bah er Ieinem Vater gar nicht ähnlich jtch, auch nicht bem heihgeliedten Groybater. War

Urbeitslofigheit unb Arbeiter bewegung in den Vereinigten

Staaten.

®tr tnm Har ding nach Washington einberufen c tnb am 13. Oktober wieder vertagte Konferenz Aber die Arbeitslosigkeit batte zur Beratung eine« akuten unb dringenden Arbeiter» und allgemein Dirtschattlichcn Problem« eine Reihe von Ver­tretern bei Industrie, der Finanz, der Arbeiter­schaft und sonstiger Stände zusammengetührt. D-S Resultat ihrer Beratungen darf man wohl al« Ausdruck nehmen der öffentlichen Meinung über die wirtschaftlichen Fragen, die die Vereinigten Staaten augenblicklich bewegen 3n den einzelnen Teilnehmern waren durchaus entgegengesetzte Standpunkte vertreten, aber e« kam nicht zum Bruche wie früher bei ähnlschen Gelegenheiten. Die« dürfte wesentlich dadurch mitveranlaht wor­den sein, bah Hoover vorher hatte wissen lallen, bah er mir solche Vorschläge entgeqennehmen würde, di« einstimmig geiaht werden wurden Be­greiflicherweise sielen deshalb die endgültigen Vor­schläge zur Abstellung der Arbeitsloknno'. reich­lich allgemein unb unbestimmt au«, wie wohl auch anfeit« erwartet worden war Sie empfehlen: Er­leichterung ber durch die Rüstungen bedingten Lasten, Reugestaltung der Stcueraeknaebung. ver- 'chärfie Kontrolle ber Einwanderung. Unter- ftühung ber Bautätigkeit. Herabsetzung der Eisen- bahnfrachten. Inangriffnahme öffentlicher Bauten und dergleichen mehr

Ein Sonderkomitee da« über RotstandSmast- nahmen feiten« der Industrie Beschlüsse sallen sollt«, kam noch weniger leicht üb'r genau za präzisierend« Vorschläge überein Die in diesem Komitee vertretenen Arbeitgeber verlangten Herabsetzung der Löhne, prompte Regelung der ftnamtiellen Ansprüche der Eisenbahnen an die Regierung. Abschaffung der zur Schlichtung ber Streitigkeiten zwischen Eisenbahnern und Ellen- bahng-sellschaften eingerichteten Schiedsämter und Aufhebung de« gesetzlich feftgelegten Acht- Stunden-Arbeitstag« auf den Eisenbahnen. Die Arbettervertreter ihrerseits verwarien diese Vor­schläge und forderten eine Herabsetzung der Prelle durch die Unternehmer, eine bessere Betriob«- sührung in den Fabriken unb im Eisenbahn­verkehr und Beibehaltung der Löhne soweit, bah sie den Standard of life garantieren, den sich die Arbetterschall während de« Kriege« erkämpft hatte.

Die Forderungen und Gegenforderungen der Arbeitgeber und Arbeitervertreter auf diese, Kon­ferenz haben natürlich wesentlich formale Bedeu­tung. sie wellen aber indirekt ziemlich deutlich auf die bestimmenden Faktoren im Problem der Arbeitslosigkeit hin Man kam allgemein zu der An'icht. dast durch eine Reduzierung der Preise für Baumaterialien und ber Frachten, durch eine bessere Finanzierung, die gerade im Bauwesen oft an crorMtant hoben Forderungen feiten« der Ftnanzinterefkn scheitert, unb endlich durch eine Qlnhaf'ung het Löhne die Bautätigkeit in hohem Mähe gefördert und so der Geschäft«- tätiafeit allgemein ein wesentlicher neuer An­trieb verliehen werden könnte. In den Dereinig-

Fahnen nftr. an den Rezchödund der Krieg«- b<k äblgtcn hier: örlah der Leihgebühr Er­wahrung einer Enllchldizung an den Techniker Schmand für Benutzung ferne« Fahrrades für dienstli k Zwecke Antrag her Stadrverord- neun .Niche! und Genc-llen. betr. BersahrenS- vorschrllten für da« Mieteinigungsamt Be­willigung eine« Kredits von 20000 Mk. für die Umzäunung der städ khen -Te ni«plätze Feuer­versicherung stadtitche Mvlilien. Ersan des durch Einbruch In das Schulgebäude der höheren Mädchenschule entstandenen Schaden« Be'chas- fung non Gegenständen für die Entlausungs­anstalt der Stadtmädchenschulc.

* Die Shrenzula gen zum E. K. 1 870 7 1. Das ReichsarbetlSministetium bat kürzlich bckamttgegebea. bah die Ebreazulagen für Eiserne Kreuze au« dem Kriege 70 71 durch die Zentralversorgungskasse gezahlt wer­den sollen, und zwar entweder durch lieber« Weisung in Monats» oder Zahresbeträgen oder durch direkte Abhebung durch den Emp­fangsberechtigten. Mit den Zulagen zu ande­ren Ehrenzeichen haben die DersorgungSbe- hörden nichts zu tun. Anträge, die andere Ehrenzulagen betteffen. sollen den Wehrkreis- intenbanturen überwiesen werden.

,$a« Mädchen ist mit der Handiafch« nach Wildungen gefahren. Frau Wärhahn sagte mir. bah sich bie Grete mit bem Regi.*rungSallrstor von Holtenau verlobt habe!"

.So!"

Weiter sagte er nicht«. Sah nur fest feine alte, brave Gustc an. In bei kannte er sich doch aus, die war mit ihrer Weisheit noch nicht zu End«.

.Unb Hänschen ist nirgend- zu ftnfr>n?

.Was sagst du da." schrie fie Ehrtftoph Wär­hahn an.

(Fortsetzung folgt)

wirken Um eine Zersplitterung zu bcnnclbeit empfiehlt es sich, bah die Vereine, die 'S** dächtntsseiern in'ranftalten wollen, sich an die­ser Feier beteiligen, um nach dem Gottesdienst Kränze an den Zdrlegergrädern ntederzulegen

G l n AniversitäisgotteS« dienst findet an kommenden Sonntag, vormittag« 11' . Uhr. statt.

Ärrio

Ruppertenrod. 15 Rov Unter starke« Beteiligung wurde hier ber Dberbriefträger Hein­rich Zinker nagel zu Grade getragen. Boran schritt ber Militärverein, dellen Mit- glled ber Verstorbene gewesen war. unb der ihm die Ehrensalve über ba« Grad gab Sech« Brief- boten ts?d Postamtes Blocke i.ugen den fran*- gesck müdten Sarg Der Militärverein und die Postbeamten leaten Kränz« am Grade nieder. 5ki Veistorbene bat 36 Jahre lang in musterhafter Weite sein Amt geführt, war stet« gefällig und dienstbeflissen

tz We11saasen, 15. Rov. Hier wurde am vorgestrigen Sonntagnachmittag das Denkmal für unsere Gefallenen. 10 an der Zahl, eingeweiht Der Posaunerchor von B rörod lei­tete die Feier stimmungsvoll em. Schulergesang und Schülervortrag folgten. Die Weih«rede bleit Pfarrer (X cu f <t>-Tlcber-Ohmen In markigen Worten Sine Ansprache des hiesigen Lehrer« Roth schlost sich an. Prachtvolle Kranzspenden wurden am Denstnal nicbergeiegt, ba« sich aus dem Friedhof erhebt unb ba« «rn junger Bild­hauer von Obcr-Obmen angefertigt hat.

Starkenburg und Rhcinheffen.

dta. Darmstadt, 15. Rov. Eisen- babnunf all. Gestern vormittag fuhr in bet Rähe des L)stbahnhofeS ber nach Grost-Zim- mern 6.08 ab Ostbahnhof fahrende Personen- zug mit ber Lokomotive eines Guterzuge« zu­sammen. Beide Maschinen sowie ber Schuh­wagen bes Personenzuges entgleisten. Per- sonen kamen nicht zu Schaben, ber Verkehr wirb burch Mmftetgen aufrechterhalten.

hlz. Darmstadt, 15. Rov. Von bet Zagd. Ein bekannter Darmstäbter Zäaer hatte am Montag abend bas seltene Gluck, einen Luchs zu erlegen, nachdem er mit seinem Zaqbgenvssen bereit« am Sonntag früh die Fährte dieses schlimmen Wtldräuber« fest- gestellt hatte. Der Luch« hatte bereit« starke Verheerungen unter dem Rehstanbe ange­richtet, und ist e« sehr erfreulich, dast ba« Tier so rasch zur Strecke gebracht würbe. E« ist ein männliches Esemplar desRoten Luche«- unb hat bas stattliche Gewicht von 25 Kilo- gramm. Der hochgeschätzte Balg hat einen OBrrt von 12- bis 1500 Mk. Eine seltene Zagdbeute machten Darmstädter Jäger am letzten Sonntag in ber Nähe von Gadernheim. Dort erlegten sie ein schneewetsteS weibliche« Reh mit kohlschwarzerSchürze" unb to­ten Augen. Es handelt sich hierbei um eine Abart des heimischen Rehe«, dessen Vorkom­men schon öfter festgestellt wurde.

vfz. Offenbach. 15. Rov. Jugend­licher Scheckfälscher. 12700 Mark hat sich der bisher noch unbestrafte 16 Zähre (!) alte K. W. von hier burch Fälschung von Schecks angeeignet. Er war bei einem hiesigen Rechtsanwalt auf dem Bureau beschäftigt, wo ihm die Scheckformulare zugängig waren, bie er auSfüllte unb mit ber Unterschrift de« Rechtsanwalt« versah; eS bauerte ein halbe« Zahr, bis man die Fälschungen entbeckte. Da« Gelb hatte ber junge Mann in flotter Gesell­schaft durchgebracht.

hlz. R i e r st e t n. 15. Rov. Am SamStag hat da« Lesen der Trauben sein Ende erreicht. Die Hutzelt ber Weinberge währte Dom 25. August bi« 8. Rovember. Tätig waren in der Gemarkung 16 Schützen an zusammen 1124 Tagen, was einen Kostenaufwand von 333 720 Mk. verursachte.

Hkffcn-Nassau.

mc Franks ur t a TR . 15 Rov In der geftrivei .9n«iftcrling«r-2luffübrung' im Opernhau« fang ein Gast aus Karlsruhe bi« Parti« de« .Walther Stolying". Anfch7inend er denn nicht Irin leibhaftige« Enkelkind? »in Stöhnen prehte fid) au« seiner Kehle Er wantte im Sattel, kitzelst den jungen Fuchs mit den Sporen Der rnachte einen Sah. Han« Wärhahn stürzte zu Boden, der Arbeiter sprang aus dem Gebüsch, wie rin Teufel sah er au«, die Stute schrar zusammen und stürmt« in langen Sähen mit schlagenden Bifaein davon,

19.

Während der Sitzung de« Aussichtsrat« wurde der Criorwrnlerat von WUk-nngt-n au« an den Fernsprecher gerufen worden. Maria teilte ihm den Unfall, Gretes schwer« Verletzungen, mit. Christcpd Wärhahn- Gesicht ttni'-be starr. Er beruhigte seine Schwiegertochter. Derartige Ber- lerungen sähen sich immer anfang« viel schwer»r an. al« sie später feien. Da dürfe man den Kopf nicht verlieren.

.Latz dir da« nötige von zu Haus« durch das Dienstmädchen mit dem Zuge bringen, i«if. gleich an, und bleibe über Rächt in Wildungen Morgen früh such ich dich auf!"

Gleich nach der Sitzung fuhr er heim. S-