Einzelbild herunterladen

Brrand in den nächsten Wochen einen par­lamentarischen Spezialisten in WrrtschastS- unb Finanz fragen mit einer Stu­dienreise durch Deutschland betrauen. Für diese unter den mrgenbliLlichen Hmftdnben sehr wichtige Mission sei der Abgeordnete de Lastehrie in Aussicht genommen.

Erne Ausländsanleihe der deutschen Industrie und Landwirtschaft.

Seit etwa 14 Lager ist, so schreibt dieÄoln. Ztg.", ein Plan in Arbeit, der in seinem Ent­wurf und in seinen Ausmaßen das Gewaltigste darftellt, was bis jetzt zur Rettung des Dater- landcs ersonnen worden ist. Die gesamte deutsche Wirtschaft ist eben dabei, den fagenhaften Eur» trus-Sprung in den Abgrund unsrer Aot zu tun, um ihn zu schließen und so uns über den klaff en- dev Spalt hinübei^uhelfea. Die Arbeit ist zwar noch nicht abgeschlosfeTr, und es wäre gut gewesen, wenn sie in der Stille vollends hätte ausreifen können. Leider ist aber durch eine bedauerliche Ausplauderei der Plan von der Vvssifchen Zei­tung der OefsenlllHteit vvrgelegt worden, und zwar anscheinend von einer Stelle, welche die Indiskretion als unverständlich ers Heinen lassen must, besonders nachdem noch gestern von amtlicher Stelle erklärt worden war, es könne im Augen­blick nur zu strengster Verschwiegenheit verpflich­tet werden.

Es handelt sich bei dem Plan um die Auf­nahme einer großen Ausländsanleihe, der als Sicherheit die gesamte deut­sche Wirtschaft dient, Gesamtbesitz der (Industrie, der Landwirtschaft, der Danken, der Gewerkschaften ufw. Von einer Staats- oder Reichsanleihe kann also keine Rede sein, sondern gewissermaßen von einer Industrieanleihe in Gemeinschaft mit den andern Pro­duktiv ständen durch Vermittlung der Dan­ken. Heber die Art und Weise dieser Anleihe wird Aäheres erst später bekannt werden, indes kann so viel gesagt werden, dah sie die mildeste und un­gefährlichste Form darstcllt, die denkbar ist, und die es gestattet, das gegebene Pfand eines Tages wieder einzulosen und heimzuholen. Die nötigen ©efefcerrttDÜrfe sind schon ziemlich weit gediehen. Sobald sie erst einmal bor Regen werden, wird sich zeigen, dah all die Phrasendrescher, die bisher von Der Opferscheu der Hauptträger der Dolkswirt- fchaft so laut geschwefelt haben, zum Schweigen verhalten sind. Die nächsten Verhandlungen wer­den mit Vertretern der Laudwirtfchaft abgehalten werden.

Die DöMerbundsversannnlung.

Genf, 16. Sept. (Wolff.) Die Völker­bunds Versammlung trat heute vormittag 10 Hhr 45 zu ihrer 14. Sitzung zusammen. Als erster Redner gab O r e u s k h (Tschechoslowakei) in englischer Sprache der Versammlung zur Kennt­nis. dah die Tschechoslowakei eine Denkschrift über die Verwaltung der ruthenischeu Gebiete an den Völkerbund gerichtet habe, und legte in lan­gen Ausführungen dar. dah die tfchechoslowaüsche Verwaltung streng darauf besorgt sei, dah alle den Minderheiten gewährten Garantien beach­tet würden, dah sie sogar darüber noch hinausgehe.

Der polnische Delegierte Askenash er­klärte. dah Polen dem Hilfswerk für Ruhland jede Unterstützung bieten werde, da Polen mit allen Staaten in Frieden leben wolle. Damit ist die allgemeine Diskussion über den Bericht des Ge- ngralsekretariatS beendet und die Versammlung nimmt darauf die bereits mttgeteilte Entschliehung, die von Lord Robert Eecil eingebracht worden ist, über möglichst häufige Öffentlichkeit der Volker- bundsversamrnlung, einstimmig an.

I Die Versammlung nahm dann einen Vorschlag cur, der Präsident möge an die Regierungsobhäup- tfr aller Staaten der Well Telegramme von her erfolgten Errichtung eines internationalen Gerichtshofes absenden lassen. Hierauf wurde die Versammlung vertagt, um den Immis­sionen Zeit zu geben, ihre Berichte festzustellen und der Versammlung zu unterbreiten.

Sitzung des Völkcrbundrates.

Genf, 16 Sept. (WTD.) Der Völker- b u n d r a t beschäftigte sich in seiner heutigen Sitzung unter dem Vorsitz von Willington Koo ausschliehllch mit der freien Stadt Danzig. Wie wir erfahren, schweben über die Eisenbahn­frage VerglLichsverhandlungen. Die Beratung des Entwurfes eines Gesetzes über Erwerb und Verlust der Danziger Staatsangehörigkeit wurde aus formellen Gründen aus die nächste Sitzung des RateS vertagt. Auf der Zunitagung hat der Rat beschlossen, dah der Oberkvmmissar ein Gutachten erstatten soll über die Errichtung eines Anlage­hafens (Port d'Attache) für die polnische Kriegs­marine, ohne dah dadurch eine polnische Marine­basis geschaffen würde. Der Oberkvmmissar hat unter Beifügung einer Erklärung der polnischen (Regierung beantragt, ein Gutachten der stän­digen Militärkommission darüber einzuholen, wel­ch«: Unterschied zwischen einer Marinebasis und einem Anlagehafen besteht. Präsident Sahm be­antragte unter Widerspruch des polnischen Ver­treters, dah auch die Regierung von Danzig auf- gefvrdert würde, zu dieser Frage Stellung zu nehmen unter Berufung darauf, dah auf De- fchluh des Völkerbundes in die Danziger Ver­fassung die Deftimmung ausgenommen worden sei, dah in Danzig keine Militär- ober Marinebasis geschaffen werden dürfe. Der Rat beschloh ent­sprechend dem Danziger Anträge, dah auch die Danziger Regierung binnen einer Frist von 14 Tagen hierzu Stellung nehmen möge und bann die Militärtommission ihr Gutachten dem Rate erstatten solle.

Englandfreundliche Aeutzerungeu des türkischen Kronprinzen.

2 d n b d n, 16. Sept. (Wolff.) DieMor- ning Post" deröffenllicht eine Unterredung ihres Konstantinopeler Berichterstatters mit dem türkischen Kronprinzen, den der Berichterstatter als äußerst england- freundlich bezeichnet. Der Kronprinz er- IIarte, das gesamte türkische Ministerium sei vollkommen davon überzeugt, daß Großbri- tonnten mit einer einzigen Handbewegung dem verbrecherischen griechischen Fanatismus in Kleinasien Einhall gebieten könne. Der Kron­prinz gab seiner Heberzeugung Ausdruck, dah England wieder zur Polillk Disrealis zurück­kehren werde, die sich auf die großen gegen­

seitigen Interessen der britischen und moham­medanischen Well gründete. Der Kronprinz sagte, es müsse den alliierten Mächten mög­lich sein, aus chrer gegenwärtigen Haltung striktester Deutralität gegenüber den Griechen und Türken herauSzutreten und die Dermitte- lung zwischen den Griechen und Türken anzu­bahnen. Falls Griechenland von neuem die Beschlüsse des Obersten Rates verwerfen sollte, wie tm März dieses Jahres, so müsse eS möglich sein, die britische Erklärung der Be­endigung der Feindseligkeiten auch auf die Türkei auszudehnen, nachdem diese sich bereit erklärt habe, die Friedensbedingungen anzu­nehmen, die auf Gerechtigkell begründet seien. Die Türkei warte nur auf die Gelegenheit, den Frieden, die Reparationen und die Re­formen zu beginnen. Dieser Friede werde der gesamten mohammedanischen Well Beruhi­gung bringen.

Masfenbinrichtungen in Kiew.

Kopenhagen, 16. Sept. (WTD.) Politiken meldet aus Riga: 3n Kiew wurden auf Befehl der außerordentlichen Kommission 830 Per­sonen erschossen. Sie waren beschuldigt, eine Verschwörung zum Sturze der Sotojetregierung ge­bildet zu haben. Die nationale Bewegung in der Ukraine nimmt beständig zu. Auch die Sow- jetpreste berichtet von einer starken Gärung und schreibt, das Ziel der Bewegung sei die Arbeiter­regierung zu stürzen.

Aus dem Reiche.

Die Grundsteuer.

Berlin, 16. Sept. (WTD.) Der Gesetz­entwurf über die Grundsteuer geht heute nachmittag oder abend dem Staatsrat zu.

Städtische Presseämter.

Halle, 15. Sept. (WTD.) Gestern und heute fand in Halle eine Tagung von Ver­tretern städtischer Dacyrichtenäm- t e r aus 15 deutschen Städten statt. AIS Die­derschlag der Besprechungen ergab sich die einstimmige Meinung, die Einrichtung städtischer Presseämter zu fordern. Zwecks Austausch des Materials und ihrer Erfahrungen werden die bestehenden Presfe- uiu) Dachrichtenämter künftig als Arbeits­gemeinschaft mlleinander in Verbindung blei­ben, was durch den geschäftsführenden Aus­schuß geschieht. Man beschloß, den Deutschen Städtetag zu ersuchen: 1. 3n seine SpezialauL- schüsse Vertteter der städtischen Dachrichten- ämter aufzunehmen; 2. die Mitteilungen des Deutschen Städtetags zur Aussprache über die Aufgaben und Erfahrungen der Dachrichten- bzw. Presseämter zur Verfügung zu stellen.

Die Liu ruhen m Siegen.

fpd. S i e g e n, 16. Sept. Die letzten Tage sind im allgemeinen ruhig verlaufen. 3n Sie­gen sind bis jetzt 128 Personen wegen Be­teiligung am Aufruhr zur Anzeige ge­bracht worden. Dem Amtsgericht wurden 44 Personen, darunter zwei Rädelsführer Dell und Hoffmann zugeführt. Die bis jetzt vorgenommenen Haussuchungen in Sie­gen und Weidenau sind größtenteils von Er­folg gewesen, davon in Siegen bisher in 65 Fällen. Außerdem wurden 11 Durchsuchungen auswärts mir Erfolg vorgenomrnen. Bei einer in der Wohnung des Arbeiters Karl Koob hier vorgenommenen Durchsuchung wurden folgende Sachen vorgefunden: 1 Pistole 08, ein Sauerstoffapparat, ein Verbandkasten, zwei Verbandkasten für Gasschutzhauben, vier Patronentaschen. ein Kasten mit Gipsbinden, eine Sanllatsfeldflasche, eine Rolle Zünd- schnur, eine Schachtel mit 52 Stück Spreng­kapseln, ein Gewehr, Modell 71, mit 26 Pa­tronen, 30 Patronen S. CSL, 11 Revolberpa- trvnen. 3u Weidenau begannen die Durch­suchungen am 11. September in allen in Frage kommenden Häusern und Straßen. Sie wur­den durchgeführt von der örtlichen Polizeiver- waltung und der Schutzpolizei. Wegen Teil­nahme oder Verdachts der Teilnahme am Aufruhr oder den Plünderungen wurden in Weidenau bis jetzt insgesamt 54 Personen vorgeführt. Die Durchsuchungen, die bereits gute Erfolge gezeitigt haben, werden fort­gesetzt.

Aus Hessen.

Vom Landesernährungsamt. Die Verschmelzung der beiden Zweige des Landes- ernahrungSarntes, das bekanntlich durch die beiden Präsidenten Hebel und Reumann geleitet wurde, ist nunmehr, wie uns aus Darmstadt be­richtet wirb, tm Interesse ber Vereinfachung tm Staatshaushalt erfolgt, und Präsident Reumann hat die Reste seiner Funktionen In die Hände sei­nes Kollegen Hebel gelegt, der nunmehr sowohl die Produktion bzw. Erfassung, wie auch die Ver­teilung leitet. Da Präsident Reumann bas ihm durch das Gesamtministerium übertragene Amt als Verwalter des Gtaatsfchuldenamtes infolge ber feine Arbeitskraft in Anspruch nehmenden Stel­lung als prvv. Präsident ber Landesversicherungs­anstalt nicht mehr neu aufnehmen möchte, wirb Präsident Hebel auch diese Verwaltung weiter leiten.

tm. Darmstadt, 15. Sept. Die Abg. Kaul und Widmann haben an die K a m - mer einen Antrag eingereicht, durch wel­chen die Regierung ersucht werden soll: 1. An­zuordnen, dah die früheren Hoheits­zeichen aus Dienstsiegeln, Formularen, Amtsschildern, und von den Amtsgebäuden in­nerhalb bestimmter kurzer Frist restlos ent­fernt, baß 2. sämlliche DilderundBüsten von Mitgliedern ehemals regie- rendetHäuset aus allen Amtsraumen der Staats- und Gemeindebehörden sofort besei­tigt werden, 3. daß das Anbringen und Auf- ftellen von im Privatbesty befindlichen Büsten usw. verboten, und 4. die Dichtbeachtung die­ser Anordnungen unter empfindliche (Strafe gestellt wird.

=*

Aus Stabt und Land.

Gießen, den 17. Sept. 1921.

Holzlesetag iu Gieße».

Hohtag heute, alle Leute Ziehen aus vor Tagesfchem Hob sv sieht man groß irab klein sen für den Winter ein.

abends, wenn schon Lampen brennen.

Gibt's ein Fahren, Laufen, Rennen, Denn zu Wagen, öfter aber auch getragen, Zieht zur Stadt ein ganzer Wall», Hm zu braten und zu kochen.

Schweine, Gänse, Fleisch und Knochen.

Mittwochs, wenn die Stadt noch in nächt­liches Dunkel gehüllt ist, oft schon vor drei Hhr, fahren die ersten Holzsucher zum Walde hin­aus, um mit ihren Wägelchen rechtzeitig auf den ergiebigsten Plätzen zur Stelle zu sein, denn wer erst nach Sonnenaufgang hinaus- kommt, muß sich mit der Dachlese begnügen. Die Forstbehörde ist aber noch früher auf den Beinen. Bei Laternenschein werden die Holz­lesescheine auf ihre Richtigkeit hin geprüft und wer ohne gültigen Ausweis betroffen wttd, muß den Wald unverrichteter Sache wieder verlassen. Wer an anderen Tagen als Mitt­wochs beim Holzsammeln betroffen wird, zahlt 60 Mk. (Strafe. Am Mittwoch sah man nur ver­gnügte Gesichter im Walde: die armen Holz- weibercben strahlten und die Männer sahen unternehmend aus. Der gewaltige Sturm­wind zu Beginn der Woche hatte nicht nur die Obsternte sehr vereinfacht und den Dachdeckern und Glasern zur Beschäftigung verhalfen, son­dern auch tm Walde derart gehaust, daß die Wege voller herabgewehter dürrer Aeste lagen. Da lohnte sich das Holzsammeln. Die ganz Schlauen, waren schon am Tage vorher in den Wald gegangen und hatten sich hier und da die schönsten Eichenäste bei Seite ge­schafft, um sie Mittwochs zu holen. Es war aber auch die höchste Zeit, denn der Wald sah aus wie gefegt, kaum daß noch ein dürres Aestchen zu finden war. Dieser vom Sturm verursachte Holzsegen ist den armen Leuten auch zu gönnen. Manche, die bessere Tage ge­sehen, gehen von der Dot gettieben mitins Holz". Oft sieht man Kinder besserer Leute, wo der Schüler mit der bunten Mütze, das kleine Schwesterchen an der einen, ein Säck­chen voll Tannapfel in der anderen Hand die Schneisen entlang ziehen. Die Eichkätzchen schlagen knurrend einen Purzelbaum um den andern, um die Aufmerksamkeit der Kinder auf sich zu lenken, aber vergebens, denn diese schauen nur nach Tannäpfeln aus, um der Mutter daheim eine Freude zu bereiten. R.

Wettervo raus; age für Sonntag:

Wollig bis beiter, trocken warm, Winde aus sübllchen Lichtungen.

Heber der Diskaya hat sich ein ausgeprägtes Tiefdruckgebiet entwickelt. ES zieht langsam nord­ostwärts und drängt das heute über Schottland liegende Hoch vor sich her. Wir werden morgen noch keine wesentliche Aenderung des WetterS zu erwarten haben.

** Die Warenausgabetabelle des Lebensmittelamtes für die kommende Woche ist tm heutigen Anzeigenteil veröffentlicht', ebenfo bie Wochenbrianntmachung beS Brenn­stoff ajn t e s.

" Silberne Hochzeit feierten am Don­nerstag August Spitz und Frau, Hammstratze 18.

** Durch bie neue Fernfprechorb- nung wird die Berechtigung der Teilnehmer, Debenanschlüfse auf dem Grundstück ihrer Hauptstelle auch durch private -Unternehmer her» stellen zu [affen, dahin erweitert, daß künftig der Privalunternehmung auch die ^erfleUung von Debensteilen auf anderen Grundstücken freigegeben wirb.

** M i t dem Ausmachen ber Spät­kartoffeln wirb in ber Wetterau allent­halben schon begonnen. Gin fester Preis hat sich noch nicht gebildet, so daß die Verbraucher mit Einkäufen bis jetzt noch zurückhaltend ftnb. Einige größere Höfe haben städkischenVerbraucher- organtfationen zur vorläufigen Bedarfsdeckung bereits Massenbelieferung zum Preise von 55 bis 60 Mark pro Zentner angeboten. Leider beginnen ober auch schon die Händler mit den üvllchen Preistreibereien. Hoffentlich schreiten die Behör­den in diesem Jahre rechtzeitig gegen den Händ- (erunfug ein, ehe es zu spät ist, b. h. ehe ein großer Teil bei Ernte verschoben ist.

Kartofselpreise. Für den Zenter Kartoffeln wurden in bieten Tagen folgende Preise notiert: Dannen 6575 QEL, Berlin 4060 Mk.. Drchum 6065 Ml., Bremen 5053 Ml., Bres­lau 4850 Mk., Ehemniy 5560 All., Cöln 53 bis 90 M. Crefelb 6070 'TEL Dortmund 5675 Mari, Dresden 55-60 All.. Suflelborf 60-80 Mari, Elberfeld 60 Mk., Esten 6080 All., Frank- furt a. M., 7580 All. Königsberg 45 All, Hamburg 5065 Mk,. Hannover 4050 All, Leipzig 5560 All, Magdeburg 53 All, München (55 All^'Dürnberg *6070 All, Stettin 45 All

Die Gießener Freiw. Feuerwehr hall morgen ihre diesjährige Schlußübungab. Hm 11 Uhr beginnt bie Aufstellung und Einzel- Geräteübung auf bem Oswaldsgarten. Darauf folgt ein Dranbangriff an einem größeren Ge­bäude, wobei auch die Freiw. SanitätS- t oT o n n c teilnimmt. Rachmittags 3 Hhr findet eine Familienfeier im Phllosophenwald statt Kinderspiele und allerlei Darbietungen wer­ben zur Unterhaltung beitragen.

Doruotizen.

Tageskalen der für Sonntag. Hotel Großherzog. 9 Hhr Militäranwärterver- fammlung. Turnhall: Ostraldsgarten, 41 ' Hhr Zttheikonzert bes Gernharbtschen Zither- unb Mandolinen chors.

Tageskalenber für Montaa: Hotel Einhorn, 10 Hhr vormittags. KreiShano- toerEerticrfammlung.

Eine Kreishanbwerkerver- fammlung findet am nächsten Montag. 10 Hhr vormittags, tm Saale des Hotels Einhorn statt, in ber die Handwerkskammer allen Handwerkern, ganz gleich, ob sie einer Organisation angehoren ober nicht, bie Möglichkeit einer Aussprache über Derufsfragen geben will- Hanbw.-Katnmer-Syn- I dikus Schüttler wirb über die Deuvrganisation 1 bcs Handwerks unb Architekt Repp- Frankfurt

a M. über Kranken- und Sterbriaste für selb­ständige Handwerker und Gewerbetreibende spre­chen. Daß das ^-scheinen jedes Handwerkers an- sereS Kreises zu einer so wichtigen Versammlung notwendig ist, braucht wohl nicht besonders bet- vor gehoben zu werben.

Das am Sonntag in ber Turnhalle ftattftn- benbe Zitherkonzert bes Ger uhardt- scheu Zither- unb M a n b v l i n e n ch o r » beginnt um 4I/2 Hhr. Geboten werben in erster Linie Original werke ber erfolgreichsten Kompo­nisten für Zithervrchester (zusammengesetzt au5 Zi- therchor. Streichquartett Mandolinen, Flöte unb Laute), sowie Bearbeitungen des Vereinsdirtge»- ten für diese Besetzung. Gesangliche Abwechslung bringen bie Lieder von Frl. Gustl P f a f s. zur Zitherbegleitung gelungen, sowie ein au5 Mit­gliedern und Freunden des Vereins gebildetes gemischtes Quartett

Der Wartburg-Vereiu veranstal­tet am morgigen Sonntag, abends 8 Hhr, uf Markusfaal einen Familienabend, der im Zeichen des Sports stehen soll. Außer guten musika- llfchen Darbietungen von älteren Mitgliedern wer­den von ber Turnabteilung Marmorgruppen ge­stellt. Daran anschließend findet die Ehrung der Sieger vom letzten hiesigen VereinstoettfdjiDun- men, vom Dundeswetl schwirnmen in Main^ so­wie vom Dunges turnen in statt Dähe»

reS siehe Inserat.

Ärcib Büdingen.

B AuS bem oberen "BibberteL 14. Sept, Der Ertrag ber nun beendeten Grum­meternte ist äußerst gering; jedenfalls aber so schlecht, wie seit Jahren noch nicht. Viele Land­wirte q;ad)ten gar kein Grummet, sondern be­nutzten die Wiesen als Weidefläche. In einem fo trockenen Jahre wie dem jetzigen -rigt es sich, daß ber Vogelsberger mit Recht stolz P auf ben Besitz seiner Hutweiden, die oft starken Widerspruch sanden, ihm jetzt aber wenigstens einigermaßen aus ber Futternot helfen. Trotz der Dürre, durch die vieles Obst vorzeitig vom Daum siel, scheint die Obsternte verhaltnlS- mähig günstig zu werden. Die Zwetfchen sind allerdings größtenteils wurmstichig. Die Früh­kartoffeln an Stellen, wo sich ber Wasser­reichtum bes Vvgelsberges bemerkbar macht, geben an Größe denen in anderen Jahren nichts nach

Kreis Friedberg.

Friedberg, 15. Sept. In ber heu­tigen Stadt verordneten sitzung wurde neu) dem Vorschläge des FinanzauLschus^es. dem Vorgehen des Reiches entsprechend, befchlossen. die Teuerungszulagen der (Beamten und Angestellten auf 89 Prozent unb die Ktnderzulagen auf 175 Prozent zu erhöhen: die Auszahlung findet erstmalig am 20. September, rückwirkend auf den 20. August, statt Für bie städtischen Arbeiter wirb vorläufig eine Srundenerhöhung von 55 Pfennig bi- zum end­gültigen Schiedsspruch in Berlin bewilligt. Der Semesterbrttag an der polytechnischen Lehr­anstalt wird auf 450 Mark festgesetzt. Der bem Mathilbenflift wird ein laufender Kredit von einer halben Million zu 4$/« Prozent ausgenom­men. Der Schadenersatz der .Hesiischen Zatzn- fabriF* auf 69 290 Mari wegen mangelnder Be­lieferung von Gas wirb als ungerechtfertigt ab­gelehnt. Der Frauenschule wird ein Vorschuß von 10 000 Mark für bas laufende Jahr betoilTigr Eine Anfrage des Finanzarnts wegen Gewäh­rung eines städtischen Zuschusses für den Bau von Wohnungen wirb gegen fünf Stimmen abge­lehnt. Die ortsüblichen Tagelöhne werden auf den 12sachen Betrag ber Vorkriegszeit erhöht. Der Antrag bes DauauSschufseS wird angenommen, nach dem bie Abwässer ber »Ober- hessischen Apselweinketterei" in den südlichen Ka­nal ober durch einen eigenen Sickerschacht abge­leitet werden müssen. Die Versammluna be­schließt, die Bestrebungen, Friedberg in bie Klasse C zu Ersetzen, bei allen maßgebenden Stellen durch entsprechende Gesuche zu unterstützen, ferner eine Abordnung zur persönlichen Fühlungnahme nach Darmstadt zu senden.

4 Dab-Rauheim, 16. Sept. Bei ber gestrigen Versteigerung ihreS Obstes hat bie Stadt rund 50 000 All erzielt. Die Preise waren recht verschieden, überstiegen 300 Mari pro Baum aber nur selten. Den höchsten Erlös, der jemals für einen einzelnen Daum zu verzeichnen war, brachte ein Daum Schafsnasen ein, für den 1000 Mk be­zahlt wurden, Im allgemeinen war bad Publikum beim (Steigern vernünftig. Die vielen Käufer liehen Tafeläpfel am Daum nicht teurer als 6070 All kommen. Die vorjährigen Versteigemngspretse ftnb kaum überschritten. Auch von einigen Kreis­straßen. wo die Hänbler bei den Versteigerungen ausgeschlossen waren, wirb von angemefTenen Ver­steigerungspreisen berichtet, t- Die Obsternte ist tm allgemeinen doch noch bester ausgefallen, als man ursprünglich erwartet. Rach bem Regen tot August haben sich bie Früchte noch gut entwickelt: sie ftnb allerdings nicht so saftreich wie in nor­malen Jahren. Zu einem Hektoliter Apfelwein, für bas man gewöhnlich etwa drei Zentner Aepfri benötigt, werden diesen Herbst durchschnittlich übet vier Zentner gebraucht. Hedoch wirb bie Güte beS btesjährigen Apfelmostes als vorzüglich bezeichnet

Kreis Schotten.

k*l Schotten, 14. Sept. Unter ber Leitung des Hessischen Staatsarchivs (Direktor Dr. Stete- rich) hat fett zwei Jahren auch in unterem Kreise eine lebhafte Denkmalpflege in Hinsicht auf die Erhaltung der Geweindearchide au- gefetzt. Man sieht mehr und mehr ein, wie wert, voll alte Hrfunben, Flurbücher ufw. find Wie wir hören, sind die Bestände der Gemeinde-Archive von Alten Hain. Burkhards. Feldftückrn, Gedern, Großen-Eichen. Höckersdvrf. Kaulstoh, Kölzenßain. Lardeab. ch, Mittel-Seemen, Rieder-Seemen, Oder- Seemen, Ober-Seibertenrod, RedgeShain, Ru­dingshain, Schotten, Sellnrod mit Schmitten. Hlsti Hlrichstein. Hnter-Seibertenrvd. Wobn^rid bereits fertiggestellt. Die reichen Archiv-Bestände un­serer Stadt, die tm schönen, neu her gestellten Rat- taufe untergebracht sind, hat Lehvamtsastestor Hofferb^rth genau geordnet unb ter^eidjnel.

t. Saubach, 14. Sept. Ein junger Mann, der schon längere Zeit brim hiesigen Schü"en- verein Scheibenzeiger ist. wollte a?'S feinet sicheren Deckung <m Scheidenstand ein Schußkoch an ber Scheibe zukleben. Er Frist mit ber rechten Hanb in die freie Schußlinie und erhielt eine Kugel in das rechte Handgelenk

fj Ruppertsburg. 14. Sept. Am Hen» rietrenhvf hatte ein hiesiger Einwohner den Er­trag eines Avielbaumes für 820 Mari ersteigert Als er heute morgen die Aepfel abmachen wollte, i muhte er feststellen. daß ber Bsum bis auf den I letzten Apfel geplündrrt war.