Einzelbild herunterladen

!tt. M Drittes Blatt Gießener Anzeiger (General-Anzeiger für Gberhessen)Samstag, (6. Juli 1921

Hessische Volkskammer.

St. Darmstadt, 15. Hüll

2Un Regterungstisch Staatspräsident U l r i d). 3ttfH»mintfter v. Brentano, Finanzminister Henrich, die Präsidenten der Landesämter und Itegleru n gstomrr. i'sare.

Präsident Adelung eröffnet die Sitzung um 9.50 Uhr. Zur Beratung kommt die Re- aierungsVorlage bctr. die Revision des ilr* künden st «mpelgeseyeS ncbst Rachtrag hierzu Das ®cfeh an sich wird wesentlich nicht aeündert, es handelt sich lediglich um eine zeit- gemäße Erhöhung der Sähe. Der Vorlage wird Tj/id) dem mündlichen Bericht deS Adg. Her­bert -ugestimnü, anschließend auch in zweiter Lesung

Es folgt die Regierungsvorlage bctr. die Aenderu ng deS Richtergesehes (über da- richterliche Dienstalter). Auch diese Vorlage wird in erster und zweiter Lesung dedattelos genehmigt, desgleichen eine Vorlage bete. Kaut einer Hosreite in Rockenberg zur De- schastung von QBobnunflcn für Staatsbeamte. Heber die Vorlage betr. die Veaarkanalt- fation und den Ausbau der Reckar- Wasserkräfte berichtete Abg. Dr. Düchner. SS handelt sich um die Beteiligung Hessens an der Aeckar-A.-G. mit einem Aktienkapital von zu­nächst 2,5, später 5 Millionen Mart au« Mitteln deS Staatskredits, ferner um Hebernahmc der ges amtverbindlichen Bürgschaft für öic von der Gesellschaft auSzugebcnden Ob'igationen.

2ldg. Engelmann (Soz) begrüßt das Pro­jekt, ersucht jedoch die hessische Regierung, sich mehr für da« für Hessen viel wichtigere Prviekt deS Rhein-Donau-Kanals einzusetzen.

Abg. Dr. Kohler (D. Vp.): Welches der beiden Projekte das wichtigere ist, läßt sich so leicht nicht entscheiden. Aus jeden Fall ist die Vroßzügigkeit und die Bedeutung dirser Projekte Zmg« Heuer. Es handelt sich um nichts weniger als um die Verbindung der Vordsee mit dem Schwar­ten Meer Der Regierungsvorlage ist natürlich zuzustimmen, aber auch das Proiekt des Rhein- Donau-KanalS wird selbstverständ'ich die Unter- stützung finden, wenn auch WormS hier weniger direkt interessiert ist. Aus keinen Falt darf die hessische Regierung bei Bildung der Gesellschaft zum Dau des Ahein-Donau-Kanals abseits stehen.

Abg. Schreiber (Dem.) stimmt der Vor­lage ebenfalls zu. hat aber auch das Empfinden, als wenn die Regierung dem Rhein-Main-Donau- Kanal nicht dasselbe Interesse entgegenbringt wie der Reckarkanalisierung. Der Main ist besonders für Oberhessen von besonderer Bedeutung. Mainz ist bisher vom Staat sehr stiefmütterlich behandelt Worden.

Abg. Hartmann (Soz.) beklagt sich über das langsame Fortschreiten der MainkanalisatiJN in Bayern.

Finanzminister Henriche Die beiden Pro­jekte stehen miteinander nicht in Konkurrenz. Der Wirtschaftlichen Wichtigkeit für Hessen nach ist der Wain-Donau-Kanal zweifellos das wichtigere, deshalb haben wir unS auch bisher an der Be­ratung immer beteiligt. Daß der Reckarkanalbau zuerst in Angriff genommen wird, liegt an der rührigen Propaganda, die besonders in Württem­berg betrieben wird.

Die Vorlage wird hierauf genehmigt.

Es folgt Beratung einer Regierungsvorlage, betreffend Bewilligung von Mitteln zum Bau von weiteren 100 Beamtenwohnungen. Es handelt .sich um 10,4 Millionen Mark nicht gedeckte Dau- toften. Die Vorlage wird angenommen.

Den Antrag Ruß (Zentr.), betreffend Er­höhung der Gebühren für die Feldgeschworenen beantragt der Ausschuß abzulehnen, e« liege be­reits heute bei den Gemeinden, ob sie die Ge­bühren erhöhen wollen ober nicht, eine allgemeine Erhöhung sei nicht angebracht.

Abg. Schreiber (Dem.) spricht für An­nahme des Antrags. - Abg. Ruh (Zentr.) tritt für Annahme seines Antrages ein. .Abg. Hartmann (Soz.) ist für Annahme des Aus­schuhantrages. Abg. Dr. Köhler (D. Bp.) gibt zu bedenken, daß auch andere Funktionäre eine Erhöhung ihrer Bezüge nötig haben. Die Regierung möge rechtzeitig diese Erhöhung vor­nehmen.

Der Antrag Ruß wird angenommen.

Es kommt zur Beratung die Regierungs­dorlage, betreffend Abänderung des Versiche- rungsgefehes für gemeindliche Beamte. Es han­delt sich hier um die Hinaufsehung deS der Be­rechnung des Ruhegehaltes zugrunde liegen­den LAensteinkommens von 10 000 auf 20 000 M. Die Vorlage wird in erster und zweiter Lesung angenommen.

Es folgt Beratung des Antrags des Abg. Dornemann (Soz.), betreffend die Fischerei- berechtigungen. Der Antragsteller gibt eine ein­gehende Begründung seines Antrages.

Abg. Hofmann (Ztr.) weist darauf hin, daß nicht nur EtandeSherren Fischereigerechtsame in Hessen besitzen, sondern auch kleine Fischer. Auf jeden Fall müssen die Rechte dieser Fischer gewahrt werden. Der Antrag des Ausschusses, denAntraa der Regierung als Material zu über- Weifen, wird abgelehnt. Eine weitere Behandlung des Antrags Bornemann ist nicht möglich, da der Berichterstatter nicht anwesend ist. Die Ange­legenheit wird deshalb an den Ausschuß zurück- verwiesen.

Rach der Pause teilt der Präsident eine Ein­ladung deS Hessischen Deamtenkariells zum ersten Decmtentag der Reichs-, Staats- und Gemeinde­beamten mit.

Cs ist ein Antrag sämtlicher Parteien ein­gegangen. daß die Regierung ersucht werden solle, bei der Reichsregierung erneut wegen erheblicher Herabsetzung der Getreideumlage vorstellig zu werden.

Präsident Reumann teilt mit, daß die Regierung bereits einmal, leider erfolglos, darum vo^tellig geworden ist. Sie sei aber bereit, er­neut bei der Reichsregierung Vorstellungen zu erheben. #

Abg. Brauer (Hess Vpt.) stellt fest, daß derselbe Antrag vor einer Woche von feiner Frak­tion gestellt und vom Hause abgelehnt worden sei. Abg. Engelmann (Soz.) betont, daß die schlechten Crnteaussichten feine Fraktion veran­lassen, jetzt diesem Antrag zuzustimmen. Abg. Feldmann (Sem.) erklärt, daß die Ernte­ergebnisse in Rheinhessen weit hinter denen von Oberhessen zurückstehen, und man sollte bei der Umlage dies berücksichtigen. Abg. Kiel (USP.) meint, eine schlechte Ernte müßte Anlaß fein, die Erfafsung von Getreide zu verschärfen Er lehne den Antrag afi. Mg Dorsch (Hess. Bat)

macht Angaben über seine eigenen Versuche in Berlin, eine Herabsetzung für Hessen zu erreichen

Der Antrag wird gegen die Stimme des Abg. Kiel (U6P ) angenommen.

ES folgt Beratung der Regierungsvoriage. betreffend Bewilligung von Mitteln für die Regu­lierung des EeegrobenS und Entwässerung der Rheinniederung in den Gemartungen Rhein-4)ü.l- beim, IberSheim, Hamm, Sich und Gimbsheim. Die Gesamtkosten dieses Projekts sind auf Mark 3 700 000 veranschlagt, davon werden 176? 300 durch die produktive Erwerbslosenfürsorge gedeckt, die restlichen 2 Millionen sollen zu einem Drittel vom Staat, die anderen zwei Drittel von den Ge­meinden ausgebracht werden. Der Vorlage wird zugestimmt.

ES folgt Beratung der Vorlage auf Bewillig gung einer Million Mark für ein Lederforschungs­institut an der Technischen Hochschule Darmstadt Hierbei macht Abg. Bornemann (Soz.) Mit­teilungen über die Gegnerschast in Hessen gegen die Errichtung eines Institutes in Darmstadt Es sei ausfallend, daß zur gleichen Zeit, wo die Entschei­dung für Dresden gefallen ist, der Generaldirektor der Lederwerke von Heyl In Worms zum Ehren­doktor der Untoerfität Dresden ernannt worden ist. Abg. Dr. Osann (D. Vp.) erflärt, daß die Gegnerschaft gegen die Errichtung eines der­artigen Institutes in Darmstadt schon alt sei. Zurückzuweifen sei der Angriff des Abg. Borne- mann gegen den Generaldirektor der Wormser Lederwerke, weil man die Zusammenhänge nicht kennt.

Die R^ierungSvorlage wird angenommen.

Sine Vorstellung der Stadl AlSseld wegen der Eigentumsverhältnisse des WaldeS Homberg, wird der Regierung überwiesen mit dem Ersuchen, dir Frage in gebührlicher Weise mit der Stadt AlSseld zu beraten.

Die Anfrage des Abg. Feldmann wegen der hessischen Ausführungs-Verordnung über die Bilanzierung der Kriegsanleihen ist von der Re­gierung ausführlich beantwortet worden. Die Ant­wort liegt gedruckt vor

Bon einer Mitteilung des Staatsministeriums, betreffend eines Strafverfahrens gegen den Abg. Lang wird Kenntnis genommen und die Erlaub­nis zur Strafverfolgung versagt.

Einige Anträge werden als durch die Reichs­gesetzgebung erledigt erflärt.

Die Vorstellung des Zentralverbandes der Invaliden- und Witwen Deutschlands, Gau Offen- bad), die Rotlage der Arbeits-Invaliden betreffend und zwar: 1. Schaffung einer hessischen Zen­trale: 2. Bewilligung von 10 Millionen, 3. Be­reitstellung von 200 000 Mk. zur Arbeitsbeschaf­fung für Erwerbsbcschränkte ist von der Regierung eingehend geprüft und die Stellungnahme zu den einzelnen Punkten mitgetellt worden. Der Aus­schuß beantragt, die Vorstellungen abzulehnen, und die Regierung zu ersuchen, beim Reich auf Schaf­fung der instruktiv geforderten Einrichtung hin- zuarbeilen.

Dem AuSschußantrag wird zugestimmt, die 200 000 Wk. dagegen werden bewilligt.

Zur Kenntnis genommen werden gemäß Ar­tikel 32 der Geschäftsordnung die Regierungs­vorlagen, betreffend die Beschälseuche der Pferde, betreffend Rotstandsarbeiten, hier: Entwässerung des Rieds, betreffend Reparatur der Akkumula­toren-Batterie in der Landes-Heil- und Pflege­anstalt Alzey, betreffend Beschaffung von Arbeits­gelegenheit au« Mitteln der produktiven Erwerbs­losenfürsorge, betreffend Ankauf deS Hauses Bahn­hofstraße 8 in Heppenheim, betreffend Entwässe­rung deS WiesengeländeS der Gemarkung Klein- Hausen.

Die Anfrage deS Abg. 6 a m e S u. G e n., betreffend Lieferungen für daS Zimmerhandwerk und der Antrag de« Abg. H o f m a n n. betreffend Versorgung fccS Handwerks mit Schmiedekohlen, werden nach den Ausschußanträgen erledigt. Der Regierungsvorlage, betressend Verordnung über die Versteigerungen von Heu- und Grummetgras der Ernte 1921 wird zugestimmt.

Damit ist die Tagesordnung erschöpft. Zu einer persönlichen Bemerkung erhalt daS Wort der Abg. 11 r ft a b t (Dem ): Wir haben einen Antrag auf Vereinfachung eingereicht und das Verlangen gestellt, daß dieser Antrag gleichzeitig mit dem Staatsvoranschlag verhandelt werde. Da« ist nicht geschehen. Der Ausschuß hat sich noch nicht einmal mit dem Antrag befaßt. Eine beraribe Behand­ln ig unseres Antrages ist unbegreiflich uno wf. verlangen, daß der Ausschuß endlich an die Be­ratung des Antrages geht. Präsident Adelung erflärt, daß der Antrag an den Finanzausschuß gegeben wurde. Dieser habe sich aber nicht für zuständig gehalten und ihn an den 2. Ausschuß weitergegeben. Für die Behandlung der Anträge im Ausschuß sind die Vorsitzenden der Ausschüsse verantwortlich, et wünsche aber, daß alle Anträge beschleunigt behandelt werden, damit bei der letz­ten Tagung, die jedenfalls anfangs Oktober ftatt- finden wird, möglichst wenig Rückstände übrig bleiben. Rach einer persönlichen Bemerkung des Abg. Kiel wegen Amnestierung der Keller u. Gen. vertagt der Präsident daS Haus mit Dankesworien an die Abgeordneten für das treue Aushallen bis zum September oder Oktober, und teilt mit. daß die nächsten Wahlen wahrscheinlich in der zweiten Hälfte des RovemberS stattfinden werden. Schluß 12,40 Uhr.

Kirche und Schule.

Dantefeieru iu der Lchulc.

Das Landesamt für das Dildungswelen, Dr. Strecker, erläßt an die Direktionen der neun- stufigen höheren Lehranstalten und der Seminare folgende Aufforderung: Ss entspricht der hohen Bedeutung Dante« für das geistige Leben über­haupt, daß auch die hessischen höheren Schulen und Seminare die 600jährige Wiederkehr seines Todestages nicht unbeachtet vorübcrgehen lassen. Wir regen an, die letzten Vormittagsstunden an einem Tage im September dazu zu benutzen, um den Schülern der oberen Klassen ein Bild »des Anwaltes für Freiheit und Recht in der christlichen Welt" zu zeichnen und die ethische Bedeutung der Göttlichen Komödie für unsere Zeit klarrulegen.

Landwirtschaft.

Schafbockauktionen in Oberhessen.

Zur Versteigerung der Iährlingsböcke in Lich hatten sich zahlreiche Liebhaber eingefunben. Die Böcke, besonders der 1. Klasse, erzielten Preise, wie sie in Oberhellen bisher noch nicht veraus­gabt worden finb Die beiden ersten Böcke, die der Landwirtschastskammer-Ausschuß für seine Stammschälerei Dodenhausen ff erwarb, kosteten

4040 Mk bMr 3630 Mk Don 32 Böcken sanden 24 ihre Liebhaber Der Durchsckmitiserlö« betrug

Kommenden Mittwoch den 20. Juli vormittag« 1 1 116 r kommen die in den Stammschäsereien im Tage! «berg gezüchteten Lammböcke in Götzen zur Versteigerung Die Lammböcke wurden bereit« au-gesuchl und 31 Stück yir Auktion zugelallen. Gleich-eilig ^wer­den 6 altere Böcke, darunter hervorragende Tiere, verlauft Bei der Gute de« zum Verkauf kom­menden Material« ist zu erwarten, daß fick auch diese Versteigerung eine« regen Zuiprucy« er­freuen wird Götzen ist bequem von Schotten au« zu erreichen, nach welcher Station sämtliche Früb- Aüge guten Anschluß haben

Handel.

Berlin, 15. Juli. B ö r s e n st i m m u n g «- bild Die ziemlich heftigen Kursschwankungen, denen die Börse in dieser Woche auSgefetzt war, »oben neben dem Auf und Rieder am Devise« markt und der Unsicherheit darüber, wie sich die Verhältnisse am Devisen- und Effektenmarkt wegen der bereits abgeschlossenen bzw. noch schwebenden Verhandlungen über große AuSlandskreditc ge­tanen werden, bereits zu einer Einschränkung der Geschäftstätigkeit an der Börse geführt. Dies war im Großverlehr heute schon deutlicher fühl­bar. Die Grundstimmung war immerhin unsicher, wenn auch noch Kursbesserungen im Durchschnitt von 58 Prozent über mögen und bei lebhafteren Umsätzen Gewinne bis 30 resp 20 Prozent bei Rheinstahl und vachsenwerken erzielt wurden. Da­neben waren auch für eine geringe Anzahl Pa­piere Kursabschläge biS 5 Prozent, für ßaurahütte bl« 10 Prozent, und für Adlerwerke, unter Berück­sichtigung des DezugsrechteS bi« 20 Prozent fest­stellbar. Später traten wesentliche Veränderungen nicht ein. Auch in den zu Einheit«kurfen gehan­delten Industrieturien hat der Kaufandrang des Publikums weiter nachgelassen Die Devisenpreise waren still und wenig verändert. Die Kurögestal- tung in den für den zu Einheitskursen gehandelten Indrstriewerten war überwiegend nach oben ge­richtet. Sonst schloß die Börse ruhig, aber fest.

(Frankfurt a. M.. 15. Juli. Dorfes stimmungsbild. Mit heutiger Abendbörse schließt die Geschäftswoche. Der Verkehr gestaltete sich ruhig beifetter Haltung. Vereinzelt bemerkt man noch Deckungskäufe, übte aber nur wenig Ein­fluß aus. 3m freien Verkehr waren Mainzer Gas beachtet, deren Kur« sich wieder befestigen konnte. Eine erhebliche Sieiaerung erfuhren Ehernifche Rhenania. welche mit 515, 520. 525 gehandelt wur­den. Sehr fest lager, ferner Gebrüder Fahr, wo sich die Interestenkäufe fortsehten und zu 405 bis 408. umgesetzt wurden In Montanwerken Hie­ben Eschweiler Bergwerk stark gefragt, sonst blieb die Kursbewegung bescheiden. Aus dem Gebiete der chemischen und Elektrizitätsaktien zeigte sich behauptete Tendenz. Adlerwerke Kleyer notierten 265 ejrtl. Bezugsrecht. Unter den Lokalpapieren waren Pokorny-Wittekind 449. gehandelt, un­ter großer Rachfrage standen Oberursel. Schrift­gießerei Stempel, Zement Karlstadt und Siemen«- Detriebe. Dcheideanstalt 683>/,. Rheinstahl 565. büßten 7, Deutsch-Luxemburg mit 280i/2 7V- Prvz. ein, Harpener 573. zogen 5 Proz. an. Elektro Lahmeyer 245. 2 Proz gebessert. Der Schluß ge­staltete sich ruhig und vorwiegend fest.

Frankfurt a. M., 16. Juli.

Berliner Devisenmarkt.

Geld Brief Geld Brief Datum: 14. Juli. 15. Juli.

Hm|ierbam- ttotterb. 2377,60 2382,40 2375,10 2379,90 Vrüssel.Antiverpen . 575,40 576,60 569,90 571,10 Christiania 1011,45 1013,55 1005,90 1< 08,10 Kopenhagen 1193,801196,20 1182,801185,20 Stockholm ..... 125,101589,10 1578,401580,60 Helsingsorr 128,85 125,40 124,35 124,65

Italien........ 347,15 347,85 342,65 343,35

London 271,95 272,55 270,95 271,55

-Jleunotft 74,79 74,95 74,54 74,70

Paris 5*6,40 587,60 584,40 585,60

Schweiz 1237,75 1240,25 1 236,25 1268,75

Spanien ...... 974,- 976, 964, 966, -

Wien (alles).

Deutsch-Oeslerr. . . . 10,98 11,02 10,28 10,32

Prag 99,20 99,40 98,20 98,40

Budapest 26,27 26,33 25,07 25,13

Bulgarien .....

Konstantinopel. ...

Börsenkurse.

Frankfurt Berlin Abend» Abend- Schluß- Schluß- Kur« Kurs Kurs Kur«

Datum: 14.7. 15.7. 14.7. 15.7.

5/ Disch AnegsartL 77,50 77,50 77,50 77,60

4'/. Disch. Reichsanl., 79,75 79,60

3'/, Dtfch. Reichsan!.76,50 76,75 76,40

4Preuß Konsols 70,50 70,30

Darmstädter Bank . 170,- 170,- 170,50

Deutsche Bank . . .300, 300,-

Disconlo-BeseSschast 279,50279,- 279.50

Dresdner Bank... 214, 214,

Rattonalbank f. D. . 183,- 183,-

Mitteld. Trebitbank. 166,50 166,50

h,. Am«rik Pakets. . 178,- 177,- 177,-

Rorbdeutscher Lloyd .152,75 153,84 153,

Loch.Gußstahlwerk .,- 526,50 520,-

D.-Luxemb. Bergw. 382, 380,50 381, 386,50 Delsenkirch.Bergw. . 400,50 402,- 403,50

harpener Bergbau . 573,50 565,- 574,-

Oberschles. Eisend..« 312,- 311,- 307,50 310,- Oberschles. Eisenrnd. . 281,- -,- 286,- 283,-

Phönix-Bergb .Akt.. 813,- -,- 808,- 810,-

Bad. Anilin, u. Soda 411,- 409,- 411,75 414,-

höchster Farbwerke. 339, 334,75 339, 339,75

Llekir. A.E.B 312,- »>9,5C 312,-

Schuckert-Werke. . . 281,50 281,- 279,75 279,84

Festen-Guilleanme . 580, 530, -

Daimler 223,50 223,- 219,75 230,-

Bud.- Lisenw.» Lki. .5 0,

Adlerwerke 306,- 268, 312,- 275,-

4*/« Hess.Staaisanl. , -, 70,50 69 60

Elektron Griesheim, 330, 334, 384,

Markaotierungen.

Für 100 deutsche Mari wurden gezahlt.

Datum: 1.7.1 L 14.7. 15.7.

Zurich .......... Fr. 125,43 8,05 8,07

Amsterdam Fl- 59,23 4,21 4,21

Kopenhagen ....... Kr. 8831 8,45 8,60

Prag Kr. 117,30,,

Stockholm ...... Kr. 83,8 ) 6,35 6,35

Wien Kr. 117,88

London Sh. 97,3) 6,35 7,20

Paris ...... Fr 125,40,,

Reuyork$ 23,83 1,32 1,83

Deutsche!

764 il)

Rauft deutsche Ware

Trinkt deutsche

Liköre!

Züricher Devisenmarkt.

15.7. 1 7.

Wechsel auf Schweizer Franken

Holland . . 100 31. = 193.1U 19 .25

Deutschland......100 MK. « 8.10

Wien 100 Kr. = 0.83 0.825

Prag 100 Ät. = 8.06 735

Paris ........ 100 Fr. - 47.40 47.45

London 1 /

Jtalien 100 ß. 27.65 28.-

-Srüiicl 100 Fr. - 45.30 46^0

Budapest 100 Ar - 2-10 2-lb

-tteuyork 100 S » 605. - 602.-

Agram. ....... 100 Kc. => J90 L85

Bukarest 100 ß. L65 8.16

Märkte.

Frankfurter Obfl* und Gemüfemaril

Frankfurt a. M 15. Juli Der heutia, Markt war mit Birnen sehr reich befahren. Prelle fest. ES blieben große Hebcrftänbe. Kleinere Zu­fuhren von Pflaumen, Preise steigend bei alatter Räumung Kirschen geringe Zufuhren, Pr«se fest bei geringer- Kauflust Johannisbeeren aeringe Zufuhren bei hohen Preisen Stachel- und Leidet beeren waren gut beschickt, die Preise für Stachel­beeren waren nachlasscud, bei Heidelbeeren lest Die Zufuhren von Pfirsichen waren ausreichend, von Aprikosen gering Der Gemüsemarit war besonder« mit Bvhnen und Einlegegurken reich­lich befuhren, die Preise waren nachlussend Blu­menkohl war rcicklich vorhanden, bei schöner Ware waren die Preise höher als am VvrmarV Weißkraut war reichlich vorhanden die Preise waren niedriger, dasselbe bei Gelben Rüben, Wirsing hatte geringere Zufuhren, die Preise für gute Waren waren fest, geringere Ware war niedriger im Preise. Die Zufuhr von allen an deren Gemüsen war nicht ausreichend bd guter Kauflust Im Großhandel wurde bezahtt für Dirnen 2,50-4,- Ms , Aepsel 33,50 Mk .Pflau men 3,50 Mk.. Pfersiche 45.50 Mk, Aprikosen 68 Mk., Reinellauden 45 Mk, Mirabellen 67,50 Mk . Kiijchen 2,80-3,60 Mk. Johanni«, beeren 33,40 Mk. Stachelbeeren 2 503,30 Mk.. Heidelbeeren 33,70 Mk., Tomaten 2 255 Mk.. Erbsen 1.50-2 Mk. Dohnen 2-2.83 Mk.. Weiß traut 0,90-1,20 Mk. Rotkraut 120-130 Mk. Wirsing 0,801.80 Mk. DIumenkohl, hollänbischer 46 Mk.. deutscher 1307 Mk, Gurken, holl 4,25- 4,50 Mk. Salat 1,80-4,50 M, Sensgurien 11,20 ba& Stück, Essiggurken 1735 Pf. da« Stück. Salat 0,601 Mk, Rettig 50-80 Ps. Rhabarber 4060 Ps. das Psund

Müllcr'sche Badcauftalt.

Wasserwärme der Lahn am 16. Iuü: IS Grad R

(In einem Teil der Auslage wiederholt.)

Massenflucht auS Oberschlesien.

D e r l i n, 15. Juli. Wie dem .DorwärtS" vot> unterrichteter Seite mitgetellt wird, haben fett Er­öffnung de« Eisenbahnverkehr« bl« jetzt übet 40 000 Personen Oberschlesien ver­lassen, um in das Innere Deutschlands ou*- zuwandern.

Dorkonfereuzen der Abriistuug-konferens.

Paris, 15. Juli. (WTD.) Die .Shicag» Tribüne" meldet au« Ottawa im Zusammen­hang mit der Adrüstung«konserenz. daß eine er st« Konferenz abgebaden tuerben soll, an der die Bereinigten (Staaten, Ja van, England, Ka­nada, Amerika und Reu-Seeland, und eine zweite, an der alle Mächte teiluehmen solle« Abreise des englischen Generalftaatsanwalt« aus Leipzig.

Berlin, 15. Juli. Die Blätter melden aus Leipzig, daß der englische Generalstaatsanwalt Sir Ernrit Pollock seine Rückreise nach London bereits angetreten habe. Er habe den gestrigen Derhandlunpen In Leipzig nicht mehr bei- gewoynt. Bei feiner Ankunft in Leipzig hatte er geäußert, daß er dem Prozeß nur während der ersten Tage beiwohnen werde, da er in London die Erledigung wichtiger dienstlicher Aufgabe« nicht länger hinausschieben könne. Die übrigen Mitglieder der englischen Delegation sind in Leip­zig verblieben.

Lloyd George über die irisch« Frage.

London, 15. Juli. Auf einem Festessen hielt Lloyd George eine Rede, in der er erklärte, er habe sich mit feinen Kollegen über die ilnter- redung mit De Dalera besprochen und dann dem König darüber Dericht erstatten müssen. In der irischen Frage ist nunmehr ein großer Umschwung eingetreten Ich bin gewiß, daß De Dalera und auch ich da« Möglichste getan haben, die beste Lösung zu finden.

Dom ehemaligen deutsche» Kaiser.

PartS, 15. Juli Havas. Der Londoner De« richterstatter deS .Petit Paristen" meldet, daß der Gemeinderat von Doorn dem ehemaligen deut­schen K a i s e r aus einen Einspruch gegen die Ver­anlagung zur Gemeindesteuer g-antwortet habc, daß niemand den ehemaligen Kaiser etn- geladen habe, sich in Doorn niederzulassen, und daß es ihm vollkommen frei stehe, nach irgend­einem andern Orte uberzusiedeln, wenn er nicht zufrieden sei. Sr mäste jedoch zuvor die ver­anlagten 5000 Gulden bezahlen.

Witterungsumschlag in England.

London, 15. Juli. Rach einer mehr al« zweiwöchigen Hitzeperiode ist heute eine Abkühlung eingetreten In London und anderen Teilen Englands fanden Regenfälle statt.

anflaoin-

Müllen

(»n. *****

5» DnWtff.ee ter ZRaM- 1M Ä-chochSG» tefeetete M

6rW.** SSÄT- °"

ti »te »»«tbctre t. DregetUli