ltt. 294 Zweiter Blati
Gießener Anzeiger (Genetal-Anzeiger für Gbethefsen) Donnerstag, 15. vezcmber |924
Deutscher Reichstag.
Berlin, 14 1421
Mffmmg 2 Ubc.
$>a4 3e<et über bte Postgebühren gebt an bei Postausschiuh
Va« (Seta» über bie '3enberur>g des Aohlen- ne*erfldc:>«. das bie AoWenabgabe auf 40 vro» erchöd' be^cidbnei Tbg. A o e n c n <Ä3 all Wam- los Gr ■rote’iier* gegen bte Qtoebeutang der 3rbettrddxih burxb tnbtrehe Steuern
Vrältbent Lobe ruh ben MnetMirOrb. rmna. torti er ba» Grietz den Glpsel der C^tn- 'riialril nenn* Xkurrer örtk-rer Debatte mfrb das Men dem 35 Auslchutz übertmelen
3« folgt das Men über bte Qfcnbening des v-ibaffieucrgdetK*.
Abg Geher (X.) Protesten gegen bie Vortage
J1m4> Abg. Mehr h vl d iUSP ) verlangt nelltge QMrittgung der betreffenden Zollvorschriften
3hg Allcher- Baben .Deutstchnatl > fordert den Schuf d-s heimischen Tabakbaues
5>ic Torlage gebt an den 35. Ausschub
Ta« Gesetz über bie wettere Verlängerung der Terlängemnfl#frifi des Seevetsicherungsgefetzes wird in allen drei Lesungen angenommen.
Das Metz üi'cr die Verlängerung des Aapt- takfluchtg«^. i e2 bis 31. Dezember 1922 wird an den Ausschutz verwiesen.
Der Entwurf über den Verkehr mit ausländischen Zahlungsmitteln geht an den Aus schütz
Zum iSnttourf über bte Wahlen nach der AeichsverstcherurrgSvrdnung betont der Reichs« atbeitgmlnlflcr. man brauche Zeit, um bie Länder noch xu hören 3m Januar werde bann <in enbgültiger Entwurf nu einem Wahlgesetz *nmmrn. Der Entwurf wirb in allen drei Ce- hingen angenommen
Das Gesetz, betreffend Aenberung der Ein- tonpneirflciKT und bk Heraufsetzung bei untersten Steuer stufe auf 40 000 Mark geht an den Ausschutz.
Das Defetz über bte Terslcherungspflicht ufto. m der Arantcnoer, idbcruiKL das bte obere Grenze cbenfalU auf 40 000 Mark ansetzt, wird In allen drei Lesungen angenommen.
Der Entwurf über eine fünfte Ergänzung des VefoldungSgelenes (Orisllallenverzeichnisj geht an ben A-elchutz für Teamtcnangelcgcnbeltcn
S» folgt die ODcttcrberatunq der Interpella- ♦trm Strefetnann über die Vorkommnisse in der
Vc rn bi IDfchntl.' erkennt die deutschen Work des Ministers zur Kennzeichnung der ftanzösischen Bestrebungen gern an. vermag aber die Worte des Rrichskanzler» vom Gerech tigkeiissinn und VeriöhnangSElen Frankreichs nicht zu glauben. Auch Minister Aöfter begnüge «ich mit der Erkenntnis und der Verurteilung bet fnanzofischen Bestrebungen, habe aber nicht gesagt, tote die Tcgkrung sich dagegen zu wehren gedenke. Wolle er etwa die Politifdes ftUlen Leiden- und schüchterner Abwehr fort fetten, ober endlich einmal etre energische Abwehr der französischen Pro- haganba ins Werk fetzen. Was in diesem spe- t:eilen Fall geschehen sei. mühten wir übrigen» .?uch noch nicht Untere bisberige Politik diene rur dazu, die Tnftrcngungen der Franzosen und Belgier zu schüren. Der Ausfall der Sozialisten wegen der Fürs« en bilder gehöre doch tatsächlich nicht in erber Wolle die Sozialdemokratie etwa die m der Pfal.z bestehende nationale SinigkeU flöten? 'Redner gibt dann eine ausführliche Schll- berung. wie die Franzosen sich in alle Internen
!Kiien milchen, in die Besetzung der .’kximki:'teilen und in bte Ted).»pflege. Dazu ' rmen die Angriffe auf unsere Mädchen. Die Pro- •cfle u-.derer Regierung unter Ausschtutz der Oef- scntlichkeU haben feinen Zweck Sie mutz die Sprache finden, welche in der Welt »ibcrballt. Aber unki Auftreten, als hätten wir unfl zu c.ttlchuldigen, begünstige gerabevu diese franzo- tische Lügenpropaganda. Wir dürfen unS nicht länger defensiv verhalten, sondern müllen offenliv vorgehen, denn auch die Wahrheit steht ins zur Sette. (Bravo rechts i
Tbg Aorel l «Dem ) bedauert, datz die Ausführungen BemdtS die Einheitsfront nicht traniger gefährdet haben wie die gestrigen Ausführungen Hoffmanns. Deshalb träten auch die Angriffe auf bie Regierung nicht angebracht Wir ständen tm Westen eigenllich noch im Kriege. Da dürfe man sein Herz nicht offen auf den Tisch legen. Seine Partei habe sich sehr über den Minister gefreut, Der für die deutsche Sache eingetreten sei. Vielleicht werde Frankreich endlich diese Stimme der Wahrheit hären Die Bitte, einmal bie Wahrheit zu sagen, wie es in den Herzen der rheinischen Bevölkerung aussehe, komme aus tiefsten Bitterkeiten heraus Der Redner gibt eine ausführliche SÄlberung der bortigen Zustände, namentlich in Zhstrin. Bingen und Mainz, wv Unterkünfte für die Besatzung nicht zu schassen sind Aber diese Wohnungsnot ist in der englischen und amerifa-
mschen Besatzungszone fast noch «chlimmer Die Snxngofen dehnen ihre militärischen 'Mahnahmen immer noch weiter aus unb nehmen uni Land und Wohnungen Die Kosten gehen in die Milliarden 3ebenfclU mutz tm Reichstag ein Gesetz rin- gebracht werden, das in allen Allen ein Recht au« Sühne gibt, wo Frankreich sich weigert Redner protestiert gegen die marokkanischen Truppen, deren Verhalten nur geeignet «et an Stelle bei Versöhnungswillens feindliche Gefühle zu wecken «Beifall >
Abg Merkel (ihfi.i An dem annerioni- fttschen Geist Frankreichs tragen die Reden die Hauptschuld, die hier tm Reichstag gehalten werden Die Grvtzindustrie hat längst ihren S i eben mit Frankreich gemacht
Abg Fries (Aomm.> protestiert aegyn die eienden Verdächtigungen der Aommunisten durch die Sozialdemokraten, datz innige Verbindung zwilchen Franko len und Aommunisten bestehe Die Franzoien hätten sich an alle möglichen Areife gc- BXT'tbi, um dort Boden zu gewinnen So leien oicl- IndX einzelne Leute gewonnen worden, die sich Aommunifien nennen, nicht aber die Aommunistischc Partei als solche Die zahlreichen Tuitocifurgen der Aommunisten aus dem besetzten Gebiet seien der beste Beweis für das Gegenteil. Schuld an allem trüge der Chauvinismus in Deutschland, in Deutschland ebenso wie in Frankreich Wir lehnen alle nationalistischen Bestrrimngen ab. ob sie aus Deutschland ober aus Frankreich kommen Deshalb sind wir gegen die Loslösungsbestrebungen.
Damit schliefst die Besprechung der 3nter- pefiation
Das Haus vertagt sich auf morgen nachmittag 2 Uhr
Interpellationen. Orts klassen Verzeichnis und flehte Vorlagen sowie Auslchutzberichte
Schlutz gegen 7 Uhr.
Die mittelrheinische Industrie zu dem Wiesbadener Abkommen.
Mainz, 12. Dez 1921.
Der Mittelrheinische Fabrikat! - t e n-V erein hielt in Gemeinschaft mit der Süddeutschen Gruppe des Vereins deutscher Glien- und Stahl-Industrieller am 12. Dezember 1921 in Mainz unter dem Vorsitz des Debeimrats Dr.-Ing. h. c H a e u he r - Höchst (Mains eine zahlreich besuchte Mitgliederversammlung ab. in tixldbcr der Geschäftsführer Syndikus Mees- mann zunächst kurz über den neuen Entwurf eines Gesetze- über die Arbeitslosenversicherung berichtete. Den seinerzeit vvtgcbrach- ten grundsätzlichen Vcbcnfcn Rechnung tragend, weise dieser gegenüber dem früheren Entwurf we'entliche Verzierungen auf. Es sei nur eine vorläufige Arbeite lösenveriichel ang vvrge'ehen, bei welcher an bte Stelle fester Beiträge daS Umlageverfahren trete. Auch vermeide der Entwurf bie Bildung neuer Verwaltungskörper. da mit der Durchführung der Versicherung bereits he- ftebenbe Ciganifationen (Arankenkalsen, Arbeitsnachweise. Gemrindekaslen, betraut werden sollten. Sodann empfahl der Redner die Bestrebungen des Reichsvorbandes der Deutschen Industrie auf Schaffung des seinerzeit in München beschlossenen Industriefonds nach Aräften jutxfa Spenden zu unterstützen. Zum Schlutz teilte /t mit, datz der Verband Pfälzischer Industrieller dem Verein das Anerbieten gemacht bat. die von ihm in Bad GmS unterhaltene Geschäftsstelle zur Bearbeitung der Gin - unb Ausfuhranträge als gern*infame Stelle beider Verbände sortzu- führen. Dies Anerbieten wurde allseitig mit Zustimmung auf genommen
Hierauf hielt Bau rat Dr.-Ing Tiepert- Tharlvttcnburg. Prälidialmitglied des ReichSver- bandes der Deullchen Industrie unb Vorsitzender des Aus«chu«ses für Sachleistungen beim ÄeichS- verband einen mit lebhaftem Beifall aufgenommenen Vortrag über die .Stellung der Industrie zum Abkommen Rathenau- Loucheur und seine Durchführung". Rach Darlegung der Grundzüge des Abkomme 'S kennzeichnete er diele- jufammenfaffenb alS eine Vereinbarung, bte für die deutsche Industrie keine Tuftragecrkilung für bestimmte Lieferungen enthalte und sich überhaupt nicht etwa als ein gute- Geschäft für Dnillchlanh. sondern alS eine schwece wirtschaftliche Belastung darstelle. Es enthalte für Frankreich keinerlei Verpflichtung, sondern lediglich ein option-recht zu Gunsten von Frank- ieich auf Sachleistungen tm Werte bi- zu 7 Milliarden Doldmark innerhalb 4’? fahren Sodann ging er über auf den Entwurf des General- adkommen- zur Durchführung der Sachleistungen zwischen dem Recchskommissar für Wiederaufbau und bem Deutschen Lieferverband. Von den einzelnen Bestimmungen hob er insbesondere bie- ienigen über bie Preisfestsetzung hervor. Diese feien dahin verbesserungSbedüritig. datz die Lieferungen der Unternehmer an den S?tdcrt>erbanb zu den Inlandsprri'en und die Dull ch.if len der
nach Frankreich becnrttr-i Lieferungen nach den fvanzö'ischen Inlandsprrilen criolgtei
An den Vortrag schlotz llch eine rege Aussprache. an welcher fcch insbesondere bic Herren Geheimrat Dr J\;tr.SergeT. Otto Dvckerhoff, Gustav Schmidt. Armmerzicnrat Aarl Dvckerhoss, Regier unzspräsidenl a. D von Meister. Provin- zialbrrektor .Fey. Cicgmunb Friedberg bei Vor- sitzende unb bei Chr bifu» beteiligten Es wurde bei der Aussprache Aritlf daran geübt, daß bte Gewerkschaften zuerst Gelegenheit gehabt hätten, eingehend zu bei" D,es baden er 26»! r atm en Stellung ui nehmen toäbrcnb die Industriellen, die bte Träger des Abkommens sein sollen, eist im letzten Augendliek gehört wurden Ferner wurde über die fprochen. sowie über die in Verbindung damit stehenden Indexziffern. mit denen die Voikriegs- sätzc multiplizieri werden sollen, und die von einer gemilchten Aomrnissivn festgefetzt werden Auf eine Anfrage, inwieweit für die Lieferungen nach
Aohlenmengen au’ die festaefetzten Aoblcnlidcrun- gen erfolgen werde, wurde vom Referenten er- widert, datz eine Anrechnung nicht stattfinde, datz aber seines Willens in anderer Weise eine Ei- leichtet ung gegenüber dem bisherigen Zustand vorgesehen sei. Sodann wurde «auf die bestehenden Wünsche hinllchtlich der Anwendung der deutschen sozialen Gesetze aus die nach Frankreich entsandten Arbeitet hingewiesen Jeher die Frage, ob Facch- verdände ober Landeslristungsverbände den Vortug verdienten, bestanden verschiedene Ansichten, doch war man darin einig, datz die beteiligten Industriellen hierüber in erster Linie zu entscheiden hätten und datz. soweit ein sachlicher Ausbau besteht ober gewünlcht wirb, vieler den Vorzug Serbien: Ferner würbe die Frage der Zuziehung von Hanbel-verbänden erörtert und von dem Vortragenden mitgeteilt, datz zwischen den Spitzcn- verbänden der Industrie und des Handels eine Verständigung hierüber eingeleitet sei Aus die Stage, inwieweit außerhalb der Lieserungs- oevbünbc auf dem Weg (Über private Geselllchai ten Lieferungen zum Wiederaufbau möglich seien, erwiderte der Vortragende, datz seither wohl derartige private Vermittlungen möglich gewesen seien, datz aber nach Inkrafttreten des Abkommens Autzenleiter nur auf bem Weg über die offiziellen Organisationen Lieferungen übernehmen könnten. Bezüglich der Preisstellung wurde betont, datz evensv wie unangemessen hohe Preise, fo auch verlustbringende Preisunterbietungen im Interelle der Gesunderhaltung der Wirtschaft vermieden werden mühten.
Am Schlüsse der sehr regen Aussprache wurden die Ansichten der mittelrheinischen Industrie in folgender vom Vorstand porgclegten und einstimmig angenommenen Erklärung zufammengef atzt:
. Der Mittelrheinische Fabrikanten - Verein kann gegenüber dem Wiesbadener Abkommen Rathenau-Loucheur seine schweren Bedenken nicht unterdrücken, das) dieses Abkommen zu einer starken Beeinträchtigung des deutschen Wirtschaftslebens und im Hinblick auf die vorgesehenen Vorleistungen auch zu einer weiteren Verschlechterung der finanziellen Lage Deutschlands führen wird Rachdem daS Abkommen abgeschlossen ist. stellt sich der Verein hinsichtlich der Durchsüb'vng der Sachleistungen grundsätzlich aus.den Boden des Befchlufses des Reichsverbandes der Deutschen Industrie in der Münchener Tagung vom 28. 29. September ds Is
Zu den vorliegenden Entwürfen des General- abkommens zwilchen dem Reichskommissar und dem Deutschen Lieferverband sowie einer Satzung für den Deutschen Lieferverband hebt der Verein folgende Punkte hervor:
1. Dem Liefer verband ist eine möglichst selbständige Stellung nach den Grundsätzen der Selbstverwaltung einzuräumen, insbesondere auch bezüglich der Bestellung der leitenden Personen der Geschäftsführung (Vorstand) unter Vorbehalt der Bestätigung des Ministers.
2 Der Bildung von Leistungsverbän- den in Form der Landesauftrags- st eilen einerseits und der Fachverbände andererseits wird zugestimmt, jedoch ist Vorsorge zu treffen, datz die Organisation sich auf freiwilliger Dntschlichung unb Selbstverwaltung der beteiligten Firmen aufbaut, und datz die Landesai'ftragSstellen nur insoweit in Tätigkeit treten. alS n-cht leistungSsähige Fachverbände von den beteiligten Firmen gebildet werden
3. Die Bestimmungen des GeneralabkommenS über die Preise zur Vermeidung unangemessener Gewinne und über die Aachkalkulation find unannehmbar. ES mutz gefordert werden, datz die Vereinbarung der Preise unter endgültiger Festsetzung durch die Anforderung-- bebörde gemätz der Verordnung über die Sachlieferungen vom 22. Iuli 1921 nach faufmänni- ’dym Grundsätzen erfolgt unb batz eine nachträgliche Verkürzung der Preise sowie auch ein Aon- trvllrccht der Gewerkschaften au-geschlollen wird.
4 Demgemätz wird auch bte Errichtung eines Ausglet chsf onds abgdehnt. dagegen der Bildung einer Rücklagekaffe unter der Vor- s’ctzung zu gestimmt, ba'i in birie Aallc lebig- Nch bie ^lu erichtede zwischen den Preisen, zu brn-n her CtefenxTbanb Au’träge ütvntommen hat unb den etwaigen geringeren Preisen, welche bic Lieferer erhalten iotvic etwaige Gebühren und Bilar zübeSchälle Hiebe und datz diese Rücklage zur Deckung von Verlusten des Liefen- ivrbanbet. sowie unverschuldeter Verluste der Vic’eranten und soweit sich darüber Henaus rin Lleberichutz ergibt, zu Zwecken des Gemeinwohls verwand: wird
5 Für den Eintritt des Lieke verbandes als Selbstschuldner gegenüber den aus dem Wiesbadener Abkommci entstehenden Verpsll^ tungen müllen von der Reichsreglcrung aui- reichendc Sicherungen gefordert werden.
6 Die Organisation des Vtcfcroerba»* des ist möglichst zu vereinfachen Für den Beirat tfi bic vorgesehene Drittelung der Sitz» zwilchen Ländern. Unternehmern und Arbeitern zu verwerfen, da sie die Unternehmer als verantwortliche Träger bei Ausführung des Tb- kommen» von vornherein in die Minberhrit versetzt Es ist zu fordern, bah die Unteraehettt ausichlaagebend im Betrat vertreten find
7 Bei der Ausführung des Alstrmmens llnd die Interellen des besetzten Gebietes mit Tüd- ficht auf die Lasten, die dasselbe zu tragen hat, lösender- zu berücllichttgen."
Aus Stabt unb Lanb.
Gi etzen, den 15 Dez 1921.
' Amtliche Personalnachrichten. Am 10. Dezember wurde der ehemalige Direktor der Handwerker- und Aunstgetverbefchule zu Btombera. Professor Arno Aörnig. zum Direktor der Aunftqctoetbe- unb H<mdtveikerschule zu Älaiuz mit Wirkung vom 1. Zull 1W21 an ernannt Ernannt wurden die Zoll'.-eiriebsalllstrnten Gustav R e tz l i n g zu Offenbach und Iakvh Burkhardt zu Frvdberg zu Zollafllstenten.
*• Provinzialanstchutz. Am Sams - tag. 17. Dezember, vormittags 9 Uhr. findet im Sitzungssaal des Reglet ungmiebäudes au Gletzen, Landgraf-Pdiltpp-Piatz 3. . ne öffenUläN? Sitzung des Provinzialausscdusfes mit folgender TageSordnuna statt f AlavK der O.A'V Llch gegen den C.T.V TraiS-Münze,ib'-rg aut Erstattung bei Unterstutzungskosten der Paltiine Auhk. Qi. Uhr. - 2 Ge'uch des Heinrich 'Rusch kl. yi Gictzen um Erteilung Nr Erlardins zur Srwri» terung kdne« Wirtschaftsbrtriebes in dem HaasO Aanzlciberg Rr. 5 10 Uhr
•• Das Ende der Zuckerknappheil kündigt daS Reichswlrtfckxifi-ministeiium an Sie L>erbe es nicht mehr geben und der laufende Bedarf an Hau-haltung-zucker in vollem Umfange befriedigt werden können Gegen Bewucherung würden sich die Verbraucher am besten dadurch schützen, bah sie Tot- unb Angstkäufe ver- metben Dic geforderten Ueberprelfc zu bezahlen liege um so iveniger Veranlagung vor, als bic Gewitzheit besteht, datz im Lause bei nächsten Zeit ausreichende Mengen Zucker zu nomalcn Preisen auf den Markt gebracht werdc Den Fabriken ist für die Monate Oktober bli* . .zember etwa ein Drittel der vorausstchtlich."' ^rzeuwing des ganzen Zahres zum Verlauf unb >.ir Lieferung biS Ende Dezember freigegeben De- stäriste Verbrauch findet im Sommer statt D ‘reiqcgebene Menge erscheint deshalb als ausr. chend. um so mehr. alS sie dem normalen Verbrauch der letzten FriebenSiahre entspricht.
•• Für bte Drucksachcnkarken ztz 10 Ps. sind besonder- enge Vorschriften gegeben, die in zunehmendem Maste üb. rschrtt- ten werden. Die Postanskalten sind jetzt vom TeichSpostministerium -nqewfefen. diese Karten besonder- sorgfältig auf ihre Zulässig- kett zu prüfen. Die Absender werden also gut tun, auf diese Vorschriften zu achten. Die Aorten dürfen nicht gröber als 10,7:15,7 cm sein und keinerlei unzulässige Zusätze enthalten. Freigelassene Stellen Im Druck dürfen nicht handschriftlich, mit Schreibmaschine oder mit Gummistempel au-gefüllt werden. Der gedruckte Dorllaut darf weder geändert noch teilweife gestrichen, noch auch nur unterstrichen werden. Tarne. Stand und Wohnort nebst Wohnung des Absender« dürfen nur auf der Vorderseite, nicht aber auf der Rückseite handschriftlich ergänzt werden. Südlich dürfen die Aorten nicht mehr al« 8 Gramm schwer sein.
— Beginn der Deihnach t sf erfen 192 1 Mit Rücllicht auf die hohen Heizung-kosten sollen die WeihnachtSserien nicht am Mittwoch den 21 Dezember, vormittags 10 Uhr. sondern schon am
Spuren im Schnee.
.Roman von Sven Glvestad. Grmächttgte Ueberietzung.
18 Fortsetzung. (Nachdruck verboten.)
Der Zufall wollte es. datz am Bahnhof der Kapitän unb der Apotheker zu lammen trafen; beide hatten dort zu tun. Der Aap-.tän begrühtc den 5-tunb ungewöhnlich freundlich, denn er war beflillen, sein wenig höstiche» Benehmen vorn txriloffenen Abend wieder gut zu machen. doch wurde darüber vorläufig nicht Wetter geredet Der Apotheke' war augenscheinlich guter Laune, unb der Aapilän erinnerte sich nicht, (einen Freund so gelallen gesehen zu haben, seitdem sich die Geschichte mit dem Doktor ereignet hatte
Der Apotheker erzählte, was gestern, nachdem brr Aap.tän bic Apotheke fo plötzlich verlast«, hatte, vorgriallen war. unb als der Aa» Vitän vernahm, bah stch der geheimnisvolle nächtliche Lärm vor der Apotheke wieder hatte hören lasten, fragte er
.Bist du denn, da du nichts grieben hast, auch' kicher, tah es ein Menlch und nicht ein Tter ist. das dich bei Rächt beunruhigt V
B3a,“ antwortete der Apotheker mit einem Lächekn, als habe er jent eine feste Ansicht darüber. wo« cs in Wirillchkeit war .Zeyt weist ich stcher. bah es ein Mensch ist.“
.Warum denn? *3« könnte doch ebensogut ein grober Hund fein, her bei Rache an der Hauswand hinstreicht. Es ist ja jetzt lehr falt.
und die Tiere suchen gern Me Röhe von Orten auf, wo Wärme und Licht t5 “
Sin Hund kann aber nicht ein Loch in eine 'lür bohren,“ tagte der Apotheker geheim- nisvvll.
Da- konnte der Aapitän nicht verstehen, und der Apotheker forberte ihn auf. mit ihm zu kommen, bann wolle er Ihm zeigen, was er meine
Uiucrtoeg« tagte der Tpotbrfer
e34> habe ein Zetcaramm befommen: Die Leiche ist roch immer nicht griunben
.Dann schwimmt er also noch brausten zwischen den Eisschollen umher.“ bemerkte Per Aa- pitän.
.34) glaube überhaupt nicht, datz er gesunden wird.“ tagte der Apotheker
.Meinst du? Ach wo«, mit der Zeit wird man'ihn 'chon finden. Plötzlich wird er irgendwo an Land getrieben werden, ober er wird in einem Fischerboot gebracht mit stieren Augen und blau- fahlem Gef ccht “
Der Apotheker schauderte.
.Weiht du. ich habe die Berichte über «einen Tod noch einmal genau gelesen tagte er.
.Wirklich? Da- finde ich sonderbar. Ich für mein Teil tue. waS ich kann, um ha5 möglichst zu vergessen. Es will mir aber leider m ^t$Sla3potbc!e' tat, al- ob er nicht mi’fe. was der andere meine, und fuhr unbeirrt fort:
, und mir kommt Doktor Flo bin- Benehmen immer sonderbarer vor."
,3a. über er ha' dafür auch hüben müssen. Tun taste sein Gedächtnis in Frieden."
.Du mihbcrftchft mich DoUftänöig.“ tagte QU-otbefer. .Die Bankge^chichte meine ich nicht, die lebe ich für abgetan an. Aber worüber ich immer wieder Nachdenken mutz, da- ist fein Vcr.cbmcn kurz vor feinem Tode Wes halb hat er feinen PelzmaLcl abgelegt ? Warum hat er feine Befuä -karte und feine Papiere in die Tasche des Mantel- gesteckt? Warum ist er vor aller Augen zu Werk gegangen? Grichah da-, damit m<ri genau wisse, wer er sei und wa- er im Sinne Haber 'Ich hätte gute Lust, nach 'Malmö xi reifen und genau nachz ifvrichen, wa- eigentlich geschehen ist. Tritt rin Selbstmörder so auf?"
Der Aapilän tab forschend auf den Frager herab" et war gröher al« der Apotheker
.Du meinst . . begann er.
.Ich meine, datz ein Geheimnis hinter der Sache steckt, zu dem wir noch keinen vchlüstel hoben," erklärte der Apotheker.
.Meinst du vielleicht der Doktor sei gar nicht tot?" fragte der Aapttän spottend
Der Apotheker schüttelte den Ad Pf und sagte nachdenklich und mit grobem Ernst
.Gr mutz doch tot Irin! Grober Gott, er mutz doch tot fein’"
In-wifchon waren lle vor der Apotheke an gekommen. und der Aapitän tagte
.Willst du mir jetzt das zeigen, was ich mir an!epen soll?"
Ae.n Mensch war in diriem Augenblick auf der ©trabe zu sehen, and die beiden Freinde brauchten nicht xu befürchten, beobachtet jj werden. Der Apotheker deutete auf da- Schlotz der Eingang-tür ,yir Apotheke.
.Da beb diese Spuren," sagte er. .Meinst du. Deister oder Spukgestalten konnten mit Einbruchs Werkzeugen Löcher in Haustüren bohren?"
Dicht über dem Schlotz waren deutlich die Spuren eine- Versuchs, die Tür anzubvhven. s.chtbar Der Aapttän betrachtete die Zeichen mit unverkennbarer Spannung.
.Urb das ist heute nacht gemacht worden fragte er.
.Za, ich habe selbst habet von tonen zu- gehör: “
.Bist du herum heute so guter Laune, weil hu dies entdeckt hast?"
.Vielleicht," anttor,riete der andere .Ich Weitz jetzt doch wenigstens, woran ich mich zu halten habe Es sind Menschen mit Fleisch and Bein, die bei mir einzadnngen suchen"
.Es ’tnb Einbrecher" stimmte der Aapttän bei .Ich meine, da solltest bei her Polizei Anzeige machen "
.Vorläufig nicht," entgegnete her Apotheker
.Es liegt^mtr daran, »n leben, tote die Sache wri«ergebt Tor getoöh-sicher Einbrechern fürchte ich mich nicht Ich habe immer einen geladenen Revolver in her Räche "
.Aber wenn es ran doch keine Gin breche c- wären?" fragte her Aapttän.
.Tun, dann Brrnte es velleicht rin Mr/llch lern, mtt dem ich rocht gern einmal ein Wörtchen reden möchte" erwiderte her Apotheker mit geheimnisvollen Lächeln
Tamil trennten sich die beiden Freunde, -inb der Aapttän ging nach Hau«e
(Fortsetzung foigQ


