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Donnerstag, <5. September (921

Sietzener Anzeiger (General-Anzeiger für (Vberheffen)

Zweites Bla«

(Schluß folgt.)

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(Nachdruck verboten.)

56. Fortsetzung.

tag der der

Hessen-Nassau.

Raubüberfalle.

des Gaues im Schau- Breuer,

ju umerm crcmren am -juttxni unfrei

Volksgemeinschaft und unseres teuren Vater­landes^ Endloser Beifall lohnte die ausgezeichnete

in einer großen Blutlache mit mehreren Stich­wunden, vollkommen ausgeraubt, bewußtlos vor. Er kam ins Krankenhaus, doch dürfte er kaum mit dem Leben davon kommen. An der­selben Stelle wurde vor einigen Tagen ein Tourist gewürgt und vollkommen beraubt. Auch in der Äähe der Sachsenhäuser Warte wurde ein Arbeiter mit seinem Rade von drei Kerlen überfallen; er erlitt im Handgemenge so schwere Verletzungen, daß er gestorben ist. Anscheinend handelt es sich um dieselbe Bande, die im Frankfurter Stadt- wald ihr Anwesen treibt.

Die Nothersteins.

Roman von Erich Sbenstein.

Copyright 1919 by Greiner A Eomp., Berlin W 30.

das Milieu kennen gelernt, in dem sie aufgewach-- sen war.

Was für klare, einfache und gute Menschen waren diese Andermatts im Pfarrhaus und Frau Wenk in Monrepvs! Menschen, denen man in der ersten Viertelstunde bis auf den Grund der Seele sah, und die nicht müde werden konnten, von ihrem Liebling zu sprechen.

Wenn Rüdiger bisher noch nicht gewußt hätte, welchen Schatz an Liebe, Reinheit und Poesie Dv in sich barg, er hätte es jetzt begrei­fen müssen aus tausend kleinen Zügen, die ihm erzählt wurden.

Aber er wußte es nur zu gut. Immerhin türmte er nicht müde werden, von ihr sprechen zu hören, er saß stundenlang neben Frau Wem aus der Hausbank, oder drüben im Pfarrhof zwi­schen den alten Geschwistern und lieb sich er­zählen . .

Er kam sich dabei vor wie losgelöst aus dem Leben. Die ungewohnte Ruhe nach Monaten der Arbeit und Sorge, der stille Frieden ringsum taten seinen erregten Verven wohl und lieh ihn alles andere beinahe vergessen. Sogar den Zweck feines Hierseins.

Rur ab und zu sprach er mit Federlein, der ein sehr praktischer Mensch zu sein schien und feit dem Tode seines Herrn die feierliche Gran­dezza an den Ragel gehängt hatte wie die fchä- bige Livree über die Reparaturen, die am Schlößchen vorgenonnnen werden sollten.

Federlein machte gleich einen Kostenüber­schlag, der erheblich billiger auSfiel, als Rüdiger gedacht hatte. Er erbot sich auch, alles in die Hand zu nehmen. Man brauche keine Handwerker von auswärts kommen lassen, meinte er. 3m Dorf seien tüchtige Leute genug, die alles gut und

Rednerin und dje Begeisterung fand ihren Aus­druck in dem Lied: .Deutschland, Deutschland über alles".

So schloh die 8. Generalver [ammlung des Deutschen katholischen Frauenbundes, der eine Tagung der Ougendabteilungen, die außerordent­lich stark besucht war, voranging.

Aus Stadt und Land.

Diehen, den 15. Sept. 1921.

"Wiederum schärfere Iugkontrolle besetzten Gebiet. Der Reichskommissar

wohlfeil auSführen würden. Erlaucht, der Herr Graf könne sich ganz auf ihn verlassen. Auch ein Gärtner sei vorhanden, der einen Teil des Parkes um das Schlößchen herum wieder kultivieren Fönne And bis zum Spätherbst würde alles fertig fein

Wenn Rüdiger nicht im Pfarrhof oder im Schlößchen weilte, streifte er traumverloren im verwilderten Park herum und suchte sich Dos Leben dort zu vergegenwärtigen Jeder Baum, feder Strauch, jede Blume sprach von ihr. Rur zwei Dinge vermied er ängstlich: an der Mauer dresche zu verweilen, oder sich von Frau Wenk über Waldemars Besuche berichten zu lassen, wo zu sie mehrmals einen Anlauf nahm.

Er brach "bann jedesmal rasch ab und ent­fernte sich And doch hätte die Wirtschafterin ihm so gern erzählt, daß jemand existierte, der Do über die Maßen lieb hatte und sie zur Frau wollte. Sie meinte, Rüdiger als Vormund müßtt das eigentlich von Rechts wegen erfahren

Auf dem Meierhof war Rüdiger noch nicht gewesen. Dieser lag eine Stunde entfernt, und Federlein hatte gemeint, es sei nicht viel anzu­sangen damit. Das Haus fei ganz baufällig, der Grund fast wertlos, da der ganze Bichelberg aus Schiefergrund bestehe. Der jetzige Pächter habe auch verlauten lassen, daß er den Kon­trakt nicht erneuern wolle. Am besten wäre es. das ganze Grundstück dort zu verkaufen und damit die Reparaturen am Schlößchen zu decken

Rüdiger fand diesen Vorschlag vernünftig, wollte aber die Sache vorher selbst in Augen­schein nehmen, um annähernd den Kaufschilling bestimmen zu können.

So machte er sich denn am nierten Tage feines Aufenthaltes auf den Weg dahin.

(Fortsetzung folgt)

der Ernzelfahrer-Vereinigung Gießen 9a B. D. R. am 18. Septemb.c sind fenster der Fahrvadhandlung Anton Ltndenplatz, ausgestellt.

Kreis Schotte«.

mc. Frankfurt a. M., 14. Sopt. Dicns- abend gegen 10 Ahr wurde in der Rähe Waldcrholungsstättc ein junger Mann, mit einem Mädchen spazieren ging, von drei Kerlen überfallen. Als das Mädchen von Offenbach mit Hilfe kam, fand man den Mann

Briefkasten der Redaktion.

M. L. M. 1. Don den Zinsen der Sparein­lagen werden 10 Prozent für Steuer in Abzug gebracht. 2. Vorgesehen ist eine Mindestvergü- tung von 120 Mk. pro Wochenstunde, wozu ab 1. Oktober 1920 eine bOprozentige Zulage kommt. Die meisten Gemeinden gehen über diese Sähe Alles weitere können Sie durch die Kreisschul­inspektion (Kreisamt) erfahren. 3. 3m vvrlie genden Falle konnnt ein eimnaliges Witwengeld sowie eventuell Waisenaussteuer in Frage. An­trag ist beim Dersicherungsamt oder bei der Bürgermeisterei zu stellen.

l. G-e der n, 13. Sept. Der Fußpfad von hier nach Schotten, der seither nut wenigen bekannt war, und durch den die zahlreichen Bo­gen der Straße GedernSchotten bedeutend ab­gekürzt werden, ist durch einen grünen Strich bezeichnet worden. Er hat nun dieselbe Mar­kierung wie der Weg von Schotten nach Ulrich- stein. Ende dieses Monats wird Kammer­sänger Bischoff vom Landestheater in Darm­stadt hier wieder ein Konzert veranstalten.

Starkenburg und Rheinhessen.

fpd. Bingerbrück, 14. Sept. Mit Be­ginn des Septembers ist die ganze linkssei­tige Rhein strecke von Bingen bis Boppard mit elektrischer Leitung ver­sehen worden. Durch die Leitung ist eine Zu­sammenschaltung der Kreuznach BLinger Werke mit denen von Coblenz vorgesehen, wenn in einigen Wochen die Restfdecke von Boppard bis Eoblenz durchgeführt ist. Eine weitere Verbindung ist mit dem rechtsrheini­schen Leitungsnetz der Mainkraftwerke her­gestellt. Weiter soll der Kreis Simmern an das Reh angeschlossen werden, doch ist diese Angelegenheit noch nicht spruchreif, da sich erst noch der Kreistag in Kreuznach damit zu be­fassen hat.

für die besetzten rheinischen Gebiete teilt mit: In den Zügen des besetzten Gebietes üben die Minierten jetzt wieder eine schärfere Kontrolle aus. Die Reisen­den tun daher gut, sich daran zu erinnern, daß alle Personen über 14 Jahre im Besitz eines Personal­ausweises mit Lichtbild sein müssen, der jederzeit den Kontrollorganen oorgezeigt werden kann.

**2Bas kostet eine Reisenach Amerika? Richt jeder Vaterlandsmüde wird sich die Fahrt über den Ozean leisten können. Die regelmäßigen Passagier- und Frachtdampfer der American-Linie setzten den Preis für eine Fahrt Hamburg - Rew-Pork 1. Klasse auf 220 Dollars, 3. Klasse auf 120 Dollars fest. Rach dem Markkurs wären das rund 22000 bzw. 12000 Mk.

" Die Ehrenpreise für das Rennen

8. Generalversammlung des Deutschen Katholischen Frauen­bundes zu Würzburg.

Eine Gießener Teilnehmerin an der Tagung schreibt uns:

Vom 8.12. September tagte in der schönen Frankenstadt Würzburg die 8. Generalveriannn- lang des Deutschen katholischen Frauenbund«- 900 Teilnehmerinnen au« allen Gauen Deutsch' landS, aus dem besetzten Gebiet, Oberichlesien, Oft- preußen. Danzig, waren herbeigeeilt, um den ..®etu der katholischen Frauenbewegung", der als Ve- samtthema der Verhandlungen galt, auf fcch wcrken zu lasten. Auch das Ausland hatte Delegierte ent­sandt. Fürstin Star Hemberg aus Wien betonte tote sich di« Frauen Oesterreichs eins fühlen mit ihren deutschen Bundesschwestern. Ties ergreifend waren die Schilderungen der Herzogin von Beaufort über die Röte in Deutschböhmen. Eine Vertreterin aus Ungarn und der Schweiz versicherte die Teilnahme der dortigen Frauen, und besondere Grüße schickten die Frauen au« Nordamerika.

Die Dundesvorsitzende. Reichstagsabgeordnete Fri Hedwig DranSfeld, begrüßte zunächst die kirchlichen und weltlichen Oter tretet, den Erzbischof von Bamberg, die Abgesandten des Staates, der Universttät und der Stadt, ferner die Frauen des evangelischen Frauenbundes und der evangelischen Frauenhilfe

Der Erzbischof von Bamberg dankte dem la- cholstchen Frauenbund für seine Mitarbeit, die nicht allein in DieSseitSkultur bestehe, sondern den christlichen Geist zu vertiefen suche. Ehristlicher Ge­meinschaftsgeist. edle Einfachheit und Sittsamkeit ist das höchste Ziel der christlichen Frau. Sie wird die Rechte, die ihr gegeben sind, auszuwerten wis­sen und Einfluß zu getoiimen suchen im öffentlichen Leben.

Regierungspräsident v. Henle schilderte bie edle Arbeit nationaler Frauenvereine. Ober­bürgermeister Löffler hoffte, daß sich die Frauen in Würzburg heimisch fühlen, wenn auch Mc Straßenbahn still liege und die Straßen hol­perig seien. Prof. Henner bleuchtete in geist­vollen Worten Me Beziehungen des Frauenbundes zur Aniversttät. Abg. Pros. Stang verglich in humorvollen Worten die Teilnehmerinnen mit den Schwalben, die Glück bringen.

Frl Ministerialrat Weber (Berlin) erstat­tete m äußerst fabenreichen und spannenden Dar­stellungen das erste Referat über das Thema :Ge­meinschaf tsgedan len und Gememschaftsdienst '. Un­tere soziale Frauenarbeit wurzelt nicht nur im Dieseitsgedanken, sondern im bewußten Gottes- gebauten, im Dienste der Liebe und Versöhnung unserer Vollsgenostenschast. Wir haben nicht nur eine eigene Mission, sondern eine Dolksmission im Dienste unseres geliebten Vaterlandes.

Die zweite öffenlliche Versammlung trug den Charakter einerDante-Feier". Es sprach Fräulein Dr Gerta Krabbel (Köln) überDantes Frauenideal' Der zwette Tag brachte bedeutende Vorträge von Frau Klara Siebert (Karlsruhe) über: .Alle gamilteiribeale in neuer Wertung" unb als zweites Referat. .Iugendprvbleme in der Familie" von Fräulein Berta Stehle (Stutt- Sart). Frau Siebert richtete den Blick von der n Kriege zerstörten zu der erneuerten Familie. BluiSgemeinschaft ist unauflösliche Lebensgemein­schaft. Lebensgeseh ist Gottesgesetz. Wir können niemals zustimmen der Aufhebung der §§ 218 bis 220. Fräulein Stehle behandelte in meisterhafter Weise die Iugendprvbleme in der Familie.

3n der vierten öffentlichen Versammlung sprach Professor Dr. Simon übetSinn und Auswirkung des katholischen Friedensideals.

Der Sonntagmorgen brachte ben ausgezeich­neten Vortrag von Frau Maria Heßberger (Berlin) über:Wesen und Ausgestaltung der Hausfraucnarbeit". Großer Beifall lohnte ihre zeitgemäßen Worte. Sin zweiter Vortrag von Frl. Marie Zettlet (München) behandelte:Die De- deutting der Landfrau in unserer Bewegung". Diele Bäuerinnen in ihrer schönen bunten Tracht waren dazu erschienen. Am andern Tage sprach auch Baronin Kerkerink (Westfalen) über: Die Vertretung der Landfrauen". Fräulein Hop- mann (Köln) hielt einen Vortrag über:Aeußere unb innere Probleme der weiblichen Berufsarbeit".

Die letzte öffenlliche Versammlung am Sonn- tagnachmittag erreichte ihren Höhepunkt in den Ausführungen von Fräulein Hedwig Drans­feld, der Bundesvotsitzenden des katholischen Frauenbundes.Wir sind in dielen Tagen hinauf- gestiegen zu den Höhen des Lebens, und wenn wir jetzt wieder hinabsteigen in bie Riederungen der Täler, einige zum Kampf in die Arena des öffent­lichen Lebens, so soll der Geist der Liebe und Opferbereitschaft mit uns gehen und all unsere Taten durchdringen, damit wir helfen in der Liebe

Wie immer in ähnlichen Fällen, ging Do ganz auf in ihrem Drang, Liebe zu geben und andere zu erfreuen. 3hr eigener Kummer, die Bestürzung über Rüdigers Anbeliebtheit, iogar die Erin­nerung an Magelvnes Vorwürfe waren für den Moment völlig ausgelöscht in ihr.

Anbewußt war nur die Lehre in ihr lebendig, die Pfarrer Andermatt ihr so oft als einzige Richflchnur fürs Leden eingeprägt hatte:Küm­mere dich nicht darum, was andere tun: urteile weder, noch richte über fie; aber wo man deiner bedarf, gib dich mit ganzer Seele hin, ohne an dich selbst zu denken! Frauen haben nur eine einzige Aufgabe im Leben Liebe zu geben und versöhnend zu wirken!"

Durch den in diesem Viertel der Armut seltenen Gesang an gezogen, tarnen von tiefer lie­genden Hütten allmählich ein paar neugierige Nachbarinnen beraufgefliegen.

Dies erinnerte Do, daß sie doch endlich auch wieder nach Grafenegg zurück müffe. Sw empfahl also ihre Schützlinge einstweilen der Rachbarschaft, gab einer der Frauen ein wenig Geld, damit diese "ben Kindern dafür ein Abendbrot besorge und versprach, am nächsten Morgen wiederzu- iomntert.

Ein reiner, ruhiger Glanz lag in ihren Augen, als sie beim Fürsten ein trat, der sie schon sehn- süchtig erwartete.

Der wilde Sturm in ihrem 3ruiern, den

Magelvnes Mitteilungen entfacht hatte, war über­wunden.Wir gehen nicht, sondern das Leben nimmt uns an die Hand und führt uns," dachte sie.So toill auch ich nach Monrepvs zirück- kehren, vorher aber hier noch soviel Gutes tin, als möglich ist. Vielleicht hilft es, die Gegensätze ein wenig auszugleichen." Sie schämte sich auch nicht mehr, daß Magelone ihre Siebe erraten hatte, denn sie fühlle ja, wie rein und selbstlos diese war. Auch Magelone würde das später, wenn sie ruhiger geworden, einsehen müssen .

Run, wo warst du beim so lange?" fragte der Fürst.

Do erzählte es Aber sie verschwieg alles, was sie über Rüdiger erfahren hatte, ebenso dessen Veschluß, fie nach Monrepvs zu schicken. Er hätte sonst glauben können, sie wollte sich bei dem alten Herrn betragen ober gegen Rü­digers Entscheidung intrigieren. Denn daß Onkel Abald sie nicht gern würde ziehen lassen, wußte sie.

Der alte Herr lächelte ein wenig über ihre Leidenschaft, überall Samariterin zu spielen", gab zwanzig Kronen als Beisteuer für die Rangen und hatte eine halbe Stunde später die ganze Geschichte vergessen.

25. Kapitel.

Rüdiger durchlebte indessen traumhaft stille Tage in Monrepvs. Er war bestürzt unb ent­zückt zugleich gewesen, als er nach der Ankunft flüchtige Umschau in Haus und Park hielt.

Bestürzt, well er viel mehr Schaden vorfand, als er nach Dos Schilderung vermutet hatte, ent­zückt von dem romantischen Zauber, der über dem alten verwahrlosten Besitz lag. Er begrift nun, toarum Do so sehr daran hing ja, er begriff ihr ganzes Wesen überhaupt erst jetzt, wo er

mc. Frankfurt a. M.. 14. Sept. 3m Hotel Imperial ist dieser Tage ein Kauf­mann mit seiner Privatsekretärin und einem Sekretär abgestiegen. Während der Abwesen­heit der Männer überfiel nun der Direktor M. die Dame in brutaler Weise, wobei sie Verletzungen erlitt. Auf Vorhaltungen der Herren bat er um Verzeihung und zahlte 5000 Mark zur Herstellung ihrer Gesundheit. Gleich­zeitig wandle er sich aber auch an die Frank­furter Polizei, da die Herren Erpressungen an ihm verübt hätten, worauf man den Kauf­mann und seinen Sekretär verhaftete. Die bei­den Inhaftierten sind früher Flieger-Offiziere gewesen.

fpd. Frankfurt a. M., 14. Sept. Wäh­rend der Abwesenheit der Bewohner brachen Sonntag nachmittag Diebe in eine Parterrewoh­nung der Parkst raße ein und durchwühlten sämt­liche Schränke und verschlossenen Behälter. Sie stahlen neben 1500 Mark "barem Geld ein ver­siege ltes Testament und Schmuckfachen hn Werte von 4500 Mark.

[j Gladenbach, 13. Sept. Seit Sonntag hat der sehr rührige Handwerker- und Gewerbe­verein eine Lokal-Gewerbe-Ausstel­lung eröffnet, die beweist, daß auch das Klein­stadt- und ländliche Handwerk leistungsfähig ist. Am Eröffnungstag, an dem sich auch besonders viele Handwerker aus umliegenden Städten, auch aus Gießen, eingefunden hatten, sand eine vom Kreisverband für das Handwerk einberufene gut besuchte Versammlung statt, bei der Syndi­kus Äunbiggraber-Wiesbaden und Reichs­tagsabgeordneter Havemann- Hildesheim über Handwerkerfragen sprachen. Die Ausstellung dauert bis zum 18. September.

[] Marburg, 13. Sept. Gestern früh ha­ben in der Städtischen Fest halle die beratenden Sitzungen des evangelischen Verbandes für die weibliche Jugend Deutsch lands begonnen.Anser Qlnteil am Aufbau" lautete das erste Referat und hieran schlossen s«h kürzere Referate der Vorstände einzelner Ver­eine über die Jugendpflege bzw. Iugendvereb« und ihr Verhältnis zur Gemeinde usw. Abends fand eine Konferenz von Vertretern von Haus- angestelltenveretnen statt. Heute früh wurden nur geschäftliche Angelegenheiten erledigt. Das Fest- spielDie heilige Elisabeth" gelangte heute abend zum vierten Male unter ganz enormem Andrang zur Darstellung.

Kreis Wetzlar.

wa. Wetzlar, 14. Sept. Infolge einer Kabel» ftörung sind rund 120 Anschlüsse im Bahnhofs- vieriel, In Richtung Garbenheim und Riedergir- mes außer Betrieb. Die Arbeiten zur Beseitigung des Fehlers werden mit Beschleunigung durch- geführt! immerhin ist damit zu rechnen, daß einige Tage vergehen werden, bis die Anschlüsse wieder betriebsfähig sind.

Sitzungsbericht der Handelskammer Gietzen.

3n der Vollversammlung der Handelskammer Gießen vom 8. September wurden zunächst die neuen Steuervorlagen der Reichs­regierung

einer Beratung unterzogen, deren Ergebnis sich in folgenden Worten kurz zusammenfassen läßt: Rach Art. 164 der Reichsverfassung vom ll.Aug. 1919 ist der selbständige Mittelstand in Land­wirtschaft, Gewerbe unb Handel in Gesetzgebung und Verwaltung zu fördern und gegen lieber- lastung und Aussaugung zu sHitzen. Diese Grundsorderung der Reichsverfassung erfüllt nun das vorgelegte Steuerprogramm in keiner Weise! es wird vielmehr die Produktions­kraft des ertoerbdtätigen Volles in einer Weise beeinträchtigen, die zu einer immer größeren Schwächung und allmählichen Dersiechung seiner Steuerkrast führen muß. Vornehmste Aufgabe bei verfassungsmäßigen Vertretung des deut­schen Volkes wird es daher sein müssen, die Steuerpläne auf das hn Interesse der Wieder­gesundung der deutschen Volkswirtschaft notwen­dige Maß zurückzuführen, wobei der Gesichts- punkt in den Vordergrund zu stellen ist, daß bei der direkten Besteuerung als Maßstab für die Bewertung des Grundvermögens und seiner Bestandteile der Ertragswert, nicht der gemeine Wert, und für die Bewertung des VetriebSver- mögens der Anschaffungs- ober Herstellungspreis abzüglich Abnutzung dienen muh.

Das Sinken des Geldwertes hat eine Ver­anlagung der Gewerbetreibenden zur hessischen Gewerbesteuer

auf neuer Grundlage notwendig gemacht. Dieser Zweck soll durch eine entsprechende Abänderung des Artikels 11 des Gemeindeumlagegesehes er­reicht werden: die von der Regierung ausgear­beitete Vorlage kann aber die Zustimmung der hessischen Handelskammern nicht finden, weil in ihr der Grundfehler des gegenwärtigen Ge­setzes. nämlich die Festsetzung einer Rormalrente von 6 Proz. und die Kapitalisierung des über diesen Rormalertrag hinausgehenden Mehr- erttags mit Dem 1lOfachen wieberholt wird. Die hessischen Handelskammern haben infolge­dessen ihren bereits im Jahre 1913 gemachten Vorschlag der Regierung von neuem zur An­nahme unterbreitet. Dieser Vorschlag sieht eine andere Art der Ermittelung des Steuerwertes vor, und zwar soll dieser Steuerwert aus 3/4 bes Anlage- und DetriebÄapitals und des Er­tragswertes gebildet werden; der Eriragswert soll unter Berücksichtigung der heutigen Geld- Verhältnisse durch Multiplikation des Ertrags mit 15 bei einem Einkommen von mehr als 100 000 Mk., absteigend biS 5 als Multiplikativ ns» faftor bei einem Einkommen unter 40 000 Mk., berechnet werden

Rach dem Reichsgeseh vom 26. Juni 1921 find die Länder verpflichtet, zur Förderung der Woh­nungsbeschaffung und'der Siedlung für die Jahre 1921 1941 eine Abgabe (Mietsteuer) von dem Nutzungsberechtigten solcher Gebäude, die vor dem 1. Juli 1918 fertig gestellt find, zu erheben. 3n Ausführung dieses Reichsgesehes sieht nun die hessische Gesetzesvorlage vor, daß mit der Auf­bringung der erforderlichen Mittel und mit der Erhebung der zur Verzinsung und Tllgung dieser Mittel erforderlichen Abgabe die Gemeinden be­traut werden sollen. Der Abgabe sollen die Drand» versicherungssummen ohne Berücksichtigung der Gefahrenzuschläge zugrunde gelegt werden. Die hessischen Handelskammern haben unter dem Druck der Verhältnisse ihr Einverständnis mit dieser Gesetzesvorlage erlläri.

Zu dem neuen Gesehen t wu r f über die Arbeitszeit gewerblicher Arbeiter werden die hessischen Handelskammern ihre zum ersten Entwurf geltend gemachten Bedenken, soweit sie keine Berücksichtigung gefunden haben, wiederholen.

Die hessischen Handelskammern haben in Übereinstimmung mit dem Wirtschaftsausschuß des besetzten Gebiets in einer ©rfläning ihrer Ueberzeugung dahin Ausdruck gegeben, daß eine Aufhebung der Sanktionen

bestehen der Sanktionen selbst, well sie dauernd die Wirtschastspolittk des Reiches von interalli­ierten Eingriffen abhängig macht und die An­erkennung enthalten würde, daß die Sanktionen rechtsmaßig auferlegt sind, während sie in Wirk­lichkeit dem Friedensvertrage widersprechen.

Das Stenographen-Prüfungsamt der hessischen Handelskammern ist inzwischen er­richtet worden: ebenso werden die für jede Pro­vinz bzw. für den einzelnen Handelskaminerbezirk gebildeten Prüfungsausschüsse denrnächst ihre Tätigkeit aufnehmen. Die Prüfungen sollen erst­malig im Oktober stattfinden. Die näheren Be­dingungen über die Abhaltung der Prüfung (Prüfungs-Ordnung) können schon jetzt von dem Sekretariat der Handelskammer bezogen werden.

Don den hessischen Handelskammern, den Vereinigten Handelskammern Frankfurt a. M.- Hanau und der Handelskammer Wiesbaden sind gemeinsame Vorschriften über die öffentliche Bestellung und Vereidigung von Bücherrevisoren aufgestellt worden. Hier­nach soll der Rachweis der theoretischen Kennt­nisse durxh ein Zeugnis über eine Fachprüfung auf einer deutschen Handels-Hochschule erbracht werden. Die beteiligten Handelskammern behalten sich vor. f''r eine üedergangszeit von 5 Iahren, zu verlangen, daß sich der Bewerber einer be­sonderen Prüfung unterzieht. Die praktische Be­fähigung wird in der Regel durch den Rachweis dargetan, daß der Bewerber bereits 3 Jahre im Berufe eines Bücherrevisors gearbeitet hat.

Der Reichsrat bat auf Antrag des Reichs­finanzministeriums die Luxus st euerpflicht auch für Linvleumtepp iche und Lino­leumbelag aller Art erklärt. Die Handels­kammer hat sich tn Unterstützung einer Eingabe der Vereinigung Deutscher Linoleumfabriken gegen diesen Beschluß ausgesprochen, weil Lino­leum ein nötiger Baustoff und kein Luxus­artikel ist.

unferm kranken Volke, am Ausbau unserer I unter Bedingungen, wie sie vom Obersten Rat be- :- schlossen worden sind, schlimmer sei. als das Fori-

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