angenommen, ebenso ein Antrag Schweitzer sLechnsscher Angestellter der Industrie) Über den Ausbau der Außerchandelsstatistik und ein Antrag Gärtner (Bergarbeiter', der die Arbeitszeit im Steinkohlenbergbau allgemein gesetzlich regelt.
Liach Annahme einer Reche weiterer Aus- schußb^chlüsse über eine Reform derErwerbslosen- unterftühung und Abänderung des Gesetzes über die Wochenhilfe im Einklang mit den entsprechenden Beschlüssen des Reichstages vertagte sich das Haus aus unbestimmte Zeit.
Das tüchtigste Volk der Welt.
Kopenhagen, 14. Sept. (2D. B.) Jur Finanzlage Deutschlands schreibt die J-inanz-Tidende an leitender Stelle u. <t.: Was wird geschehen wenn Deutschland zusammenbricht? Diese Artige ist für dir ganze Welt von Wichtigkeit. Dir Deutschen waren bisher das tüchtigste Volk der Welt. Wenn sic niedergeschlagen werden ändern sich die Lebensbedingungen für alle anderen Völker. Ls ist nicht dasselbe, wenn Rußland oder Hapan vernichtet werden, denn sie haben weder als Produzent noch als Konsument die gleiche Bedeutung wie Deutschland, und ihr Einsatz inM^r Weltkultur ist geringer. Deutschlands JusammriMuch ist ganz besonders für Europas Lebensfähigkeit cntfdjcibent; ebenso wie Deutschlands Aufschwung non 1871 bis 1914 die es umgebenden Länder zur Arbeitskraft und zum Wohlstand emporhob, wird sein Fall möglicherweise sic wieder zurückwerfen und sie an Arbeit und Energie schwächen.
Die Bülkerbundsversammlung.
Wahl der Richter x
des Schiedsgerichtshofes. I
Genf, 14. Sept. Wolff.) Di<5 Bvl - Frrbun bhcrfammlung trat heute um 10-20 Llhr zu ihrer elften Sitzung in dieser Tagung zusammen. Auf der Tagung stand die i Wahl der Richter des internationalen SchiedSgcrichtShofes. Hm die Feier- ■ lichkeiten des Tages hervorzuheben, wurde beschlossen, daß wahrend des Wahlaktes die Debatte unterbrochen wird.
Nachmittags erfolgte die Wahl der . zwei noch fehlenden Richter. Die von : der Versammlung definitiv gewählten Richter sind folgende: Albumira-Spanien, Anzilotte- Jtalien, Barboza-Brasilien, Debustamentv- Kuba, Finlay-England, Lvder-Riederlande, Moor «= Vereinigte Staaten, Oda - Japan, Weih-Frankreich, Huber-Schweiz, und Ry- Holn-Dänemark, welche sämtlich bis auf Huber und Rhholn auch in der Wahl des Völkerbundsrates bestätigt wurden. Rach einem weiteren Wahlgang erhielten auch die beiden letzteren Kandidaten die Zustimmung des Völker- bundsrates, so dah, nachdem die 11 Richter für den internationalen Gerichtshof von der Völ- kerbundsverfammlung und vom Völkerbunds- rat bestätigt waren, zur Wahl der Ersatzrichter geschritten werden konnte.
Das Wort erhielt darauf der englische Delegierte Sir ReneSlRvod, der erklärte, dah Die Versammlung und der DölkerbundSrat heute nicht auSeinandergehen könnten, ohne des Todestages Dantes zu gedenken, der der erste war, der den Gedanken der internationalen Solidarität zum Ausdruck brachte.
Schluß der Sitzung 8 älhr. Nächste Sitzung morgen vvrm. 10 Ahr.
Das Lob der deutschen i Kolonisationsmethode. , Genf, 14. Sept. (Wolff.) Die „Gazette m? Lausanne" wirft dem indischen Delegierten Srinah sa Sastri lebhaft vor, dah er sich in seiner Rede am Montag über die deutsche Kvlonisativnsmethvde geäußert habe. Man müsse hierin ein Ergebnis oer deutschen Propagandain Asien scheu. Das Blatt wünscht, dah der Völkerbund die Irrtümer und die Sophismen des indischen Delegierten widerlegt. Es sei fast ein Skandal, wenn die deutschen Kvlonisationsmethoden
Brockhaus Konversations- Lexikon.
Von Borries.
Freiherr von Münchhausen.
Der altangefebene Verlag Brockhaus in Leip- ?.ug hat ein Preisausschreiben zur Verdeutschung des Wortungeheuers ..Konversationslexikon" erlassen. Aus Tausenden von Vorschlägen haben die Preisrichter eine Wahl getroffen, die bei einem Werke von so hohem Werte und so allgemeiner Verbreitung einer öffentlichen Beurteilung und Verurtellung unterliegen muß.
Die drei preisgekrönten Verdeutschungen lauten: Brockhaus, Handbuch des Wissens. Der grobe «Heine neue) Brock- b a u s. Brock Haus A—Z. Das gemeinsame Kennzeiö^n der drei Preisverdeutschungen ist, datz die Richter sich nicht zu einer Verdeutschung des Wortes ..Konversationslexikon" bekannt haben. Sie sind somit der einzigen wahrhaft wertvolle n Aufgabe ausgewichen, einer Aufgabe, die wirklich kulturwichtig genug war, um allen anderen Rücksichten voran^ugeben. Es hätte ein Wort gefunden und gewählt werden müssen das die vier in Betracht kommenden Werke dieser Art in Deutschland sämllich annehmen konnten. Ich hatte dazu, schon außerhalb des Preisausschreibens, vor Jahren (und völlig unentgeltlich natürlich), das Wort „Allbuch" vorgeschlagen, und wir hätten dann bei Annahme dieses Wortes ein Brockhaus-Allduch, ein Meher-Allbuch, ein Kürschner-. Pierer- usw. Allbuch gehabt. Da blob so ganz wenige Männer und Firmen zu überzeugen waren, hätte sich dieses oder irgend ein anderes ebenso gutes und kurzes Wort in allerkürzester Zeil durchgesetzt, das abenteuerliche Ungetüm ..Konversationslexikon" wäre in wenigen Jahren erledigt gewesen.
Dies Preisausschreiben schien eine herrliche Gelegenheit zu bieten, ähnlich wie jenes höchst bedeutsame des Deutschen Radfahrer-Bundes vor 30 fahren, das uns von Delvziped und B tz x i c l e erlöste und uns das Wort Fahrrad. Rad. schenkte.
Die Gelegenheit ist verpatzt, jämmerlich verpatzt? Weder ist eine Vereinigung oder eine Vereinheitlichung zustande gekommen, noch ist das üble
von der Tribüne des Völkerbundes herab als vorbildlich hingestellt werden.
Die Kriegsverftümmelten,
Genf, 14. Sept. (Wolff.) Hier ist eine De- legiertenversammlung der großen Kriegs- verstümmelten-Verbänbe zufammen- getreten. aus der Frankreich. Großbritannien. Deutschland, Oesterreich und Polen vertreten sind. Die Mitgliederzahl der durch die Delegierten vertretenen Verbände übersteigt 4 Millionen.
Die englische Politik.
London, 14. Septbr. (Wolff.) „Daily Telegraph" meldet aus Konstantinopel: 3m Zusammenhänge mit der Entdeckung der gegen die Alliierten gerichteten Verschwörung habe die gesamte britische Flotte im östlichen Mittelmeer Befehl erhalten, durch den Bosporus zu fahren, um den Verschwörern die Macht Großbritanniens vor Augen zu fuhren.
London, 14. Septbr. (Wolff.) Die „Times" beöichtet, daß sich das Äolonialamt unter der Leitung Churchills mit einem wichtigen Plan zur Neuorganisation Iber Verwaltung der Kronkolonien und der Protektorate befaßt, wodurch diesen Kolonien u. a. eine größere Autonomie verschafft werde. 3n der Hauptsache werde vorgeschlagen, die Zusammenfassung der verschiedenen Kolonien nach ihrer geographischen Lage unter Kommissaren, auf deren Schultern einige der bisherigen Verpflichtungen und Verantwortlichkeiten des Staatssekretärs, insbesondere bezüglich Vereinbarungen und Finanzfragen, übergehen würden.
Die irische Antwort an Lloyd George.
Dublin, 15. Sept. (WB) Amtlich. Der Dail Eireann hat heute einstimmig die A n 1 w o r t an Lloyd George und die Ernennung der 5. Delc gierten für eine eventuelle Konferenz gebilligt.
Die Unruhen in Liverpool.
Paris, 13. Septbr. (Wolff) Das „Journal" meldet aus London : 3n Liverpool wurden im Ver laufe der gestrigen Unruhen 156 Personen verhaftet, darunter der bolschewistische Pastor Reverend Laughland.
Ans Rußland.
Paris, 13. Sept. (Wolff.) Die Agentur Russe Union meldet aus Riga: Die Sowjets haben das Finanzkvmmissariat beauftrgt, ein neues Steuerprvjekt zugunsten der Hungernden auszuarbeiten.
Eine neue Republik.
Paris, 13. Sept. (Wolff.) Rach einer Blättermeldung aus Reuyvrk ist das Abkommen, durch das Guatemala, Honduras und San Salvador eine föderative Republik bilden, in San Salvador unterzeichnet worden.
Griechischer Rückzug ?
P Q r i s. 14. Sept. (Wolfs.) Das amtliche Kommunique der Regierung von Angora vom 12. Sep- tember besagt: Die Offensive der ®ric =• chen dauert schon seit drei Tagen an. Sie ist jedoch an verschiedenen Punkten der West^ front vollkomnren gebrochen. Die feindlichen Truppen zieh«r sich zurück. Rach einer Konstantinopeler Meldung bat der griechische Rückzug am 7. September begonnen.
Die Untersuchung der Unruhen in Mitteldeutschland.
Berlin, 14. Sept. (Wolff.) Der Untersuchungs-Ausschuß des Preußischen Landtags vernahm heute den Staatskvmmifsar für öffentliche Sicherheit, Dr. Weißmann. Der Zeuge war Gegner der Polizeiaktion, weil sie den kommunistischen Aufstand Hervorrufen mußte. Er teilte seine Besorgnisse dem Ministerialdiri-- genten Abegg mit. Die Rote Armee stand höch-- stens auf dem Papier. Es bestanden aber Kampfvrganisativnen. Diele wurden in den verschiedensten Gegenden Deutschlands mit gerichtlicher Hilfe vernichtet. 3n der Provinz Dachsen war die Sache aber noch nicht reif. Die Kampforganisativn war auch erst in der Entstehung begriffen. Am Grünen Donnerstag fand eine Besprechamg in der Reichskanzlei statt, bei der Minister Severing die Polizeiaktion begründete und die Bedenken zerstreute. Der Entwaffn
Wort aus der deutschen Sprache ausgemerzt. Zufolge der Unfähigkeit der Richter bleibt jenes schiefe und unglückliche Riesenwort nach wie vor am Leben.
Zawohl. die Männer, die diese drei Preise austeilten, sind unfähig gewesen! Sehen wir uns an, was sie gebracht haben.
„Brockhaus A—Z", - das ist doch kein Wort! Soll das „Aminuszet" oder ..Abiszet" oder „A bis Zet" oder wie sonst heißen? Bitte: An welcher Stelle des Wörterbuches soll diese Formel eingereiht werden? Brockhaus hat auch noch andere „Abiszcts" herauSgegebcn. ein Fami- lien-Lexikon, ein Bibel-Lexikon — heißen die nun nicht auch „Brockhaus' A Z".
„Der große Brockhaus" ist vollends keine Verdeutschung, sondern nichts als eine Bequem l i chk e i t s f o r m. So spricht man etwa vom großen und kleinen Duden und meint damit die bekannten Rechtschreibungsbücher. Aber „der kleine "Duden" ist kein Ersatz für den Titel „Rechtschreibung der deutschen Sprache".
„Brockhaus, Handbuch des Wissens" endlich ist ebenfalls keine Verdeutschung von Konservationslexikon, sondern eine il m - schreibung. Warum Handbuch? Ist es so sehr handlich mit seinen 17 Bänden? Kann man die änderthalb-Meter-Dücher-Reihe überall zur Hand haben? Lind warum dann nicht „Rachschlagewerk des allgemeinen Wissens" oder sonst irgendwie anders? Dies ist eine blasse hilflose Zusammenstellung von Worten, die vielleicht ungefähr besagt, was ein Konversationslexikon i st, — ein Schlagwort, eine Verdeutschung, eine wesentliche VerMrzung ist es nicht.
Peinlich war in allen drei preisgekrönten Wortstellungen, daß der Verlag feinen eigenen Ramen offenbar für die Hauptsache dabei gehalten hat. Run will ich der Finna Brockhaus den Stolz darauf, daß sie das erste „Konversationslexikon" geschaffen hat, gewiß nicht übel nehmen. Aber hier hätte sie schon einmal von dem berechtigten Selbstbewutztsein abgehen und sagen können. „Durch unsere Schuld ist jenes greuliche Wort in die deutsche Sprache gekommen, so wollen wir beute im Verein mit den anderen Firmen und an ihrer Spitze ausziehen, es zu vertilgen und ein deutsches Wort dafür zu finden."
nungstommissar Peters schloß sich ihm an. Der Zeuge widersprach ihnen jedoch. Peters erklärte, die paar Waffen hole er mit einem Kriminalkommissar heraus. Der Aufstand brach barm tatsächlich ' aus. Der mitteldeutsche Aufstand war keine Repressalie gegen die Polizeiaktion, sondern ein richtiger kommunistischer Putsch Der Zeuge ist bereit, unter Eid zu behaupten, daß Bela Khun zur Zeit des Ausstandes in Mitteldeutschland gewesen ist. (Hört, hört!) Er fei der berühmte u r t c ft a n e r". Rußland habe den Aufstand unterstützt.
Der Staatskvmmissar für die öffentliche Sichet beit, Dr. Weißmann, bekundet weiter, daß nicht die leiseste Gefahr eines Rechrsputsches in Mitteldeutschland bestand Die Geschichte der Magdeburger Spitzelzentrale sei eine lächerliche Hebertrcibung. Solche Rachrichtenstellen habe er feit dem Kapp-Putsch 78 aufgehoben. Vorbereitungen für einen Rechtsputsch seien solche Stetten nicht. Diese Gefahr liege ganz wo anders, sie sei ja in letzter Zeit akut geworden und sie werde durch die Entdeckung der Mörder Erzber- g e r s noch viel mehr zmn Vorschein kommen. Die Gefnhrquelle. die er schon lange vermutete und die er der Reichsregierung mitgeteilt habe, habe sich als richtig erwiesen. Solange Gegner der Verfassung bestehen, feien der Staatskommissar und seine Meldestelle nötig. Aber er habe gar keine Machtbefugnis. (Hört. bört!)J$)ie Polizeiaktion sei von den kommunistischen Führern benutzt worden, um einen gewaltsamen Aufstand zu inszenieren und um die anderen Provinzen mitznreitzen. Der Zeuge glaubt nur an das Vorhandensein totaler Kampforganisationen.
Aus dem Reiche.
Zimtländischer Studentenbesuch in Kiel.
Kiel, 14. Sept. i WTB.i Die gestern hier cingetrcfrencn finnländischen Studenten und Studentinnen wurden heute in der Aula der Lh^istian-Albrechts-Ülniversität in feier lichster Weise begrüßt. Der gesamte Lehrkörper der llninerfität war anwesend. Der Rektor Pros. Dr. Kitzkalt eröffnete die Reibe der Begrüßungsansprachen, indem er zunächst auf die alten geistigen Beziehungen der Kieler Universität zu Finnland hinwies. Finnische Dichter und Komponisten hätten auch in deutschen Landen sich die Herzen erobert. Stadtschulrat Prof. Philipp begrüßte als Vertreter des Oberbürgermeisters die Gäste namens der Stadt. Der Vertreter der Gäste sprach bann namens aller finnischen Stu- dentenlvrporativnen und dankte für die Einladung, die als ein Zeichen der Zusammengehörigkeit aufgefaht worden sei. Die geistige Verbindung habe seit den Zeiten Luthers bestanden und auch heute noch erhalten zahlreiche finnische Studenten auf deutschen Hochschulen eine Vertiefung ihrer wissenschaftlichen Ausbildung Mil Freuden begrüße man es in Finnland, daß die Lebenskraft des deutschen Volkes ungebrochen seii und kraftvoll auch auf geistigem Gebiete vorangehe.
Streik in Hamburg.
Berlin, 14. Sept. Rach der „Roten Fahne" sind die Versichern ngS-Ange^ stellten, das Pflegepersonal der Krankenanstalten und die Angestellten der Kaffeehäuser, sowie die Arbeiter der Schiffsindustrie in Hamburg in den Streik getreten.
Die Entfernung der Fürstenbilder.
fpd. Kaiserslautern, 14. Sept. 3m Stad trat beantragte ein Vertreter der Anabhängigen unter Hinweis auf die Vorkommnisse in Speyer die Entfernung sämtlicher Fürstenbilder aus den Schulen, städtischen Gebäuden und Anstalten. Weitere Redner der Linien stimmten der Forderung zu, ein Demokrat verlangte unbedingte Klarheit in der jetzigen Zeit und darum restlose Entfernung der Mv- narchenbildnisse. Das Bürgermeisteramt sagte schließlich eine Prüfung der Forderung zu.
Aus Hessen.
Aus dem Finanzausschuß.
Darmstadt, 13. Sept. Der Finanz a u s s ch u ß des Landtags trat heute unter Vorsitz des Abg. Eißnert zusammen. Zunächst wurde die Regierungsvorlage, nach der für die hessischen Beamten die Erhöhung der T e u c r u n g ä a u
Statt, dessen haben wir mm gar nichts, gar keine Bereicherung des deutschen Sprachschatzes, gar keine Verdeutschung deS Konversationslexikons und gar keine Aussicht, dieses trotz allem lebendige Wort wieder los zu werden. Denn soviel Empfindung für das lebendige Leben der Sprache werden wohl auch jene Preisrichter haben, um einzufehen, daß kein Mensch in Deutschland sagen wird: „Schlag mal im „Handbuch des Wissens" nach!" — Ein Donner Student hat seinerzeit das Wort Lexikon umgekehrt in Rotixel, was sprachlich zu nach - kieken (nachsehens gedeutet werden konnte. Das ist ein Witz, ein Studentenulk gewiß! Aber wer Sinn für Humor hat und die fteiflcincnc_ Feierlichkeit der meisten Derdeutscher als lächerlich ohne Witz empfindet, der wird mir zugeben: Selbst dies Ulkwort hat vor dem ledernen „Handbuch des Wissens" einige unzweifelhafte Vorzüge: Kürze, Schlagwortkraft Urwüchsigkeit!
Und wer die deutsche Sprache und ihr Werden kennt, der weiß dah eine Menge heute allgemeiner und sachlich-ernsthafter Worte einst in ihrer Geburtsstunde nichts anderes waren (schon weil es zunächst unverständlich und mehr ulkig als witzig ist), aber das ist sicher, daß sein glücklicher Erfinder mehr vom Wesen der Sprache verstand als der preisrichtende Verdeutschungs- Ausschuh bei Brockhaus. So führe ich ihn an, nicht um seinen Wert, sondern um den Unwert dessen zu kennzeichnen, was hier dem ganzen deutschen Volle zugemutet werden soll!
» Die „Wanderköchin". Die Wanderköchin ist eine Erscheinung, die sich in England immer mehr herausbildet und dort großen Erfolg hat. Don diesem eigentümlichen Beruf plaudert Elizabech Steurat in der „Daily RewS". ES gibt zwar auch bei uns wandernde Köchinnen, die allmonatlich den Schauplatz ihres Wirkens wechseln, aber sie tun dies unfreiwillig und auf dringendes Verlangen der Herrschaften, während die gute Köchin bei uns sehr seßhaft ist. Die englische Wanderköchin aber übt ihren Beruf in Reisen aus. Ohre Hauptaufgabe ist, Hausfrauen, die in
schlage öu den vom Reich bÄvilligten Satz« erfolgi und in Verbindung damit die Regierungsvorlage. durch welche auch die weiblichen außerplanmäßig angestellten Beamten. Lehrerinnen sowie die Lehrer darin einbezvgen werden, einstimmig angenommen. Ern hierbei von dem Abg. Delp gestellter Antrag, daß den Gemeinden, wie den Cin^eMaaten diese durch die Teuerungs-^ zulagen erhöhten Kosten vom Reich vergütet werden, wird von der Regierung dahin beantwortet, daß sie schon ohne Erfolg in die'em Sinne getoirtt habe. Der Antrag wird damit für erledigt er- Härt. Verschiedene Vorlagen betreffend Rech- nungsnachweisungen für 1916 und 19R finden antraggemaß Erledigung. Die Kosten für den durch die Beschlagnahme der Hausmeist ertoobnung im Zustizgebäude in Mainz notwendig gewordenen Umbau mit 95 000 Mk werden genehmigt Für Vergrößerung der Küchenanlage der m e b i * zinis chen KlinikinGiehen werden 89500 Mark, für die Verlegung und Ergänzung ber Fernsprechanlage ebenba 28 200 Mk. bereitgestellt. Die Uebergabe der beiden Kraftwagen der 2an° des-Milch- und Fettstelle an das Finanzministerium wird gut geheißen. ebenso wie
die 'Bewilligung von 200 000 Mark aus den Ueberschüslen derselben Stelle zur Unterbringung tuberkulöser Kinder Für bauliche Herstellungen in .Bad-Rauheim toerben 568 500 Ml. und für die Instandsetzung, der technischen Anlagen 200 000 Mk bewilligt, ebenso findet die Vorlage betr. Bewilligung von 720 000 Mk. aus Vermögensmitteln für die Erweiterung der Eisfabrik und Anschaffung eines Kraftwagens OKI- ligung. Die Vorlage betr. die Amtskvsten ber Oberlandmesser, durch welche die bisher in deren Privatbesitz befindlichen Instrumente, Meß apparate usw. in den Besitz des Staats übergeben sollen, wofür 310 700 Mk notwendig sind, wird nicht beanstandet, und endlich findet auch die weitere Vorlage betr. die Regelung der Zuschüffe zu den kaufmännffchen Fortbildungsschulen Annahme
Es findet dann noch in Anwesenheit des Staatspräsidenten und anberer RegierungSver- troter eine Aussprache über die Geschäftslage statt. Dabei wird dem Wunsche Ausdruck gegeben, dah da alle Vorlagen soweit vorbereitet sind, der Landtag am 4. Okto» berzusam ment roten wird und ohne Unter brechung alle noch rückständigen Gesetzesvorlagen usw. erledigen kann Der Finanzausschuß wird in der' nächsten Woche das ihm bis dahin überwiesene Material erledigen, darunter auch die durch das Reichssperrgesetz beanstandete De- amtenbesvldungsvvrlage, welche bis dahin durch das Finanzministerium neu umge- arbeitet vorgelegt werden dürste
Aus Stabt und Land.
Gießen, den 15. Sept. 1921.
Qberschlesier-Qpsertaq.
Der Opfcrtaq öc-. Oberfchlesier-Hilfrwerke., ist ui Deutschland abqehalkcn worden. Nur Hessen bislang zuruckstchen. Widrige llmftänbc hatten hier has Hilfswerk verzögert. Ls soll nunmehr am nächsten Sonntag den 18. September in allen hessischen Städten und Dörfern für die Oberschlesier gesammelt werden.
In Gießen, das bisher schon runb 35 000 Md. für unsere oberschlesifchen Brüder aufgebracht hot, wird an diesem Tage unter Mitwirkung des Roten .ßrcuzcs eine Haussammlung stattsinden, ebenso in Dörfern des Kreises Don einer Strafeenfammlung, wie sic anderwärts geplant ist, glaubt man hier ab« sehen zu können, im Vertrauen auf die hier stets bewiesene Gebebereitschaft für die bedrängten anb notleidenden deutschen Landsleute.
Neue städtische Steuerquelle«.
Die Stadtverwaltung hat bei der Stadtverords netenversammlung einen Antrag auf Erhebung von Gebühren für die Reinigung der Straßen und Fußsteige und für die Abfuhr des Hauskehrichts eingebracht. Wir werden morgen die Begründung des Antrags und den Wortlaut der betreffenden Orlssatzung bringen.
ZLcttcrvoraussagc
für Freitag:
Wolkig, meist trocken, nachts kühl, westliche Winde.
-Das Tief, das gestern noch über England lag, ist nordostwärts gezogen. Heber ber Dis- laya Ixrrscht heute hoher Druck. Unter fernem Einfluh haben wir morgen mit wolligem, trockenem Wetter, mit westlichen Winden und starker Abkühlung in der Rächt zu rechnen.
besseren Zeiten den Besuch einer Kochschule versäumt haben, nun die notwendigen Kenntnisse beizubringen, und diese Kochstunden fiir Hause sind sehr viel praktischer, als wenn man erst dazu in ein Institut gehen soll. Die Kochlehrerin bringt der Dame alles auf ihrem eigenen Herd bei, weiht sie in die Rücken und Tucken ihres Ofens ein und kann chr an Ort und Stelle viel wichtigere Aufschlüsse geben, als es auf einem fremden Boden möglich wäre. So ist die Wanderköchin bald hier eine Woche, und bald da. Jetzt bildet sie eine junge Haus- frau zur perfekten Köchin aus, dann wieder dient sie als eigentliche „Kochfrau", indem sie bei besonderen Gelegenheiten ein köstliches Menu anrichtet. 3n England müssen immer mehr Frauen ohne Köchinnen auSkommen, und da es auherordemlich teuer ist, seine Gäste in ein Hotel zu laden, so hilft man sich, indem man für Gesellschaften eine solche Wander- köchin anstellt. So verbindet diese „fahrende Küchenfee" den eigentlichen Kochberuf mit der Tätigkeit der Kochlehrerin, und immer mehr Frauen erlangen auf diese Weise eine einträgliche, wenn auch freilich ziemlich anstrengende Beschäftigung.
• Eine Autv-Expeditrvn durch die Sa Hara. Die Durchkreuzung der Sahara im Kraftwagen, die bisher vergeblich verfucht wurde, sott jetzt durch eine reichausgesiattete Erpedition versucht werden, die die Ünterftüfjung des französischen Kriegs- und Kolonialministeriums ge- nieftt. Die Reife wird von Tugurt^ in Algerien aus angetreten und sott dis nach ^.imbuttu führen Es werden 12 Kraftwagen verwendet, die mit Vorrichtungen versehen sind, um sich auf dem Sande fortzubewegen, ohne tief einzusinken. Oeber Wagen ist mit einer genügenden Menge Petroleum für die ganze Reise von übet 2500 Kilometern auägeftattet. ebenso mit einem Maschinengewehr Außer den Kraftwagenführvrn und Mechanikern nehmen an der Erpedition ein Geologe, ein Journalist und ein Filmvperateur teil. Man hofft, die Wüste innerhalb von 14 Tagen zu durchqueren.


