Einzelbild herunterladen

Donnerstag, 14» IuU 1921

Gießener Anzeiger (General-Anzeiger für Gberheffen)

;e*

er

immer gefesselter zu, Vie Rüdiger von feinem Auf-, Familienkreis einbezvgen werden nmMe^ Wieder

UIHIICL au, IVIC -tvuuiycL von 1 einem -UUJ" >

enthalt in England erzählte, wo er sich studien-

(Rachdruck verboten.)

6. Fortsetzung.

die Höhe des Schiffenbergs erwählte, frommen Augustinern ein Kloster darauf zu gründen. Unb wenig später taucht drunten im Tal zu den Gießen an der Lahnfurt eine Feste empor, die Keimzelle unserer Stadt. Auch drüben vom Veh- berg schallt geschäftiger Lärm; ein starkes Dor- werk lassen die Gleiberger dort errichten.

Reue Geschlechter ziehen herauf; fo die Me­renberger und die Grafen von Rassau-Weilburg, neue Herren mit neuen Plänen. 1646 aber durch- | braust der Sturm deS 30jährigen Krieges auch das Gleiberger Gebiet; acht schwedische Geschütze peien Verderben gegen die alte Vurg; die Schwe­den Königsmarks und Wrangels belagerten sie. Durch Hunger bezwungen, mutz sich die Besatzung ergeben. Die Vurg geht in Flammen auf. Was übrig bleibt, verfallt mehr und mehr, und das einsame Gemäuer wird zum bequemen Stein­bruch für die Dorfbewohner.

Wem In stillem Sinnen die Glanzzeiten der Vurg dort oben einmal vor Augen traten, wem sie erschien in ihrer alten Pracht als stolze De- hausung der Geschlechter, die in ihrer Weise mit fester Hand und sicher als bedeutende Men- schen ihrer Zeit Geschichte machten, der wurde vielleicht gar bitter aus seinen Träumen aufge­weckt, wenn mit dumpfem Gepolter wieder ein Stein in die Tiefe stürzte vom alterszermürbten

Die Nothersteins.

Roman von Erich Ebenste in.

Copyright 1919 by Greiner & Comp., Berlin 5V 30.

Die sozialen Gegensätze werden überhaupt nie aus der Welt geschafft werden, auch von der Sozial­demokratie nicht; sie können gemildert werden, aber auch dazu bedarf es anderer Mittel als dieses Mittelchen der Einheitsschule.

Immerhin würde ich auch nach diesem Mittel­chen des sozialen Ausgleichs greifen, schon um meinen guten Willen zu zeigen und vielleicht mit dem Gedankenbatt's nichts, so schad'ts nichts", wenn dadurch andere wichtige Interessen nicht wesentlich gefährdet würden. Ich glaube aber unwiderleglich gezeigt zu haben, daß die Ein­heitsschule die Interessen aller derer, die eine über die Volksschule hinausgehende Schulbildung an- streben, aufs schwerste schädigt. Die Einführung der vierjährigen Grundschule stellt uns vor die Rotwendigkeit, entweder den Lehrgang der höhe­ren Schule um ein Jahr zu kürzen oder die Schul­zeit der Schüler um ein Jahr zu verlängern. Ich sollte meinen, diese schwere Schädigung eines Teiles des Dolksganzen, der doch auch zu dem deutschen Volke gehött, mühte jeden unvoreinge­nommenen, sachlich prüfenden Menschen zum Geg­ner der Einheitsschule machen.

Wenn sich nun die gesamte Volksschullehrer- schaft gegen die Logik dieser Tatsachen verschlieht, so liegt dies daran, dah für sie die Einheitsschul­frage eine Standesfrage ist. Das ist für mich und alle die, die die Verhältnisse kennen, absolut gewiß, und an dieser Gewißheit werden alle Entschließungen, Aufsätze und Broschüren, die die Volksschullehrerschaft noch veranlassen wird, nichts ändern. ,

(Anmerkung der Redaktion: Wir sind der Meinung, dah beide Auffassungen hin­reichend zu Worte gekommen sind und möchten die Aussprache schließen, weil bei einer Fortsetzung nur Wiederholungen herauskommen könnten. Um unliebsame Mißverständnisse _ auszuschliehen, möchten wir die Feststellung anfügen, dah nach unserer Meinung ein Volksschi sichrer, unbe­einflußt vonegoistischen" Standesinteressen, auch aus ganz sachlichen Gründen zur Empfehlung der Einheitsschule kommen kann.)

halber ein halbes Jahr aufgehalten hatte.

Wie schön und interessant konnte er sprechen« Man sah ordentlich alles vor sich. Magelone muhte das wohl auch empfinden, denn ihre blauen Kinderaugen hingen wie gebannt an leinen Lippen, und außer Do hörte ihm wohl niemand |o auf­merksam zu. wie seine verwitwete Schwägerin

4. Kapitel.

Riemand hielt Do zurück, als sie bald nach Tisch Beklommen bat, sich zurückziehen zu dürfen da sie müde sei.

Im Gegenteil. Kaum hatte sich die Tür hinter ihr geschlossen, als Annesiefe sich aufat­mend zurücklehnte, die weißen Hände hinter dem wohlfrisierten Kopf verschränkte und erleichtert jagte:

»Da, gottlob, der erste Abend wäre über­standen! Ich möchte mir noch wißen, was weiter mit dem kleinen Scheusal geschieht? Denn hoffent­lich hat Papa mit feinen Worten vonverwandt­schaftlicher Fürsorge" nicht gemeint, daß wir dauernd das Glück ihrer Gegenwart aus Grafenegs« genießen sollen?"

Der Fürst rückte unbehaglich aus seinem Stuhl, Sollte es denn schon wieder Streit geben? Anne­liese hatte wirklich ein merkwürdiges Talent, immer Propaganda für irgend einen häuslichen Krieg zu machen! Als Karola nach Grafenegg kam, fühlte sie sich in ihrer Stellung dadurch beeinträchtigt, und es dauerte lange, ehe Anne­liese sich mit der Gegenwart der Schwägerin, die. nun eine leitende Rolle als Hausfrau über­nahm, ausgesöhnt hatte. Später, als Magelone Witwe wurde und notgedrungen enger in den

Hr. 162 Zweites Blatt

Rüdiger antwortete nicht. Sein Blick hing an der blonden Magelone, die ihn ausschließlich zu interessieren schien. Wie sollte er daneben Augen haben für dieses Rauhbeinchen im schlecht­sitzenden Wolllleid?!

Er begrüßte Do denn auch nur mit ein paar flüchttgen Worten und war sehr erstaunt, als sie später einen Moment erhaschte, um ihn in über­stürzter, hastiger Leidenschaftlichkeit ihre Ditte vor- Anträgen, sie nach Monrepos zurücklehren zu lassen und dieses doch um Gottes willen nicht zu ver­kaufst.

Halb ungeduldig denn Magelone sah^ich gerade nach ihm um, ob er noch nicht leinen Platz neben ihr bei Tisch einnehme, halb mit­leidig, denn das Rauhbeinchen schien ja ganz außer sich antwortete er:Darüber kann ich doch heute noch keine Entscheidung fällen! Du mußt dich schon gedulden, bis ich mich an Ort und Stelle über alle Verhältnisse genügend 'informiect habe. Vorläufig kenne ich Monrepos noch gar nicht einmal!"

Damit ließ er Do, die tief enttäuscht war, einfach stehen.

Dann ging man zu Tisch. Auch jetzt beküm­merte sich niemand besonders um Do. die sich ganz verlassen fühtte am unteren Ende der Tafel und es kaum erwarten tonnte, sich wieder zurückziehen Hu dürfen, älnd doch hörte sie dann wider Witten

aber auch schlimmerer Tage, als sie uns belie­ben sind.

Dor allem ehrwürdig in ihrer geschichtlichen Bedeutung und noch al- Ruine stolz grüßt Burg Gleiberg von ihrem hochragenden Basalt» kegcl weithin in die Lande. Richt nur Bruder Studio singt:Zu des Gleibergs satter Grüne lrxtte unS der Maientag"; gar viele sind s. otc dort oben der Landschaft Pracht auf sich wirken ließen:

Vom Gleibergturm im Abendglüh n

seh sanft die Labn ich stießen

und eng umschmiegt vom jungen Grün

das alte liebe Gießen.

ES sprießt und duftet rings umher

von blütenschweren Zweigen, es flüstert in dem Blütenmeer wie zartes lindes Geigen."

Hnb an einem solchen Abend regt sich s wohl auch geheimnisvoll hn düsteren ©cmauer. und dem beschaulichen Träumer zeigen sich w den efeuumsponnenen Trümmern in langem Zuge und bunten Bildern die ^Hänner unb Frauen, die vom Gleiberg aus in die Geschichte nicht nur unserer engeren Heimat eingegriffen

Gemäuer.

Zwar, seit 1837, versucht der Gletbergverett nach Kräften, die Burg als bedeutendstes Denk- mal unserer heimischen Geschichte auch für kom­mende Generationen vor dem Untergang zu retten. Bis heute ist er seiner Aufgabe treu geblieben; nun aber muß er sich mehr als je an toeitere Kreise wenden mit der Ditte um Hilfe am Werk. Schwer ist es freilich, Mittel flüssig zu machen in armer Zeit; aber gerade die Trübsal unserer Tage läßt den Wett unserer heimischen Denk­mäler fühlen; und wer ihren Zauber auf sich Witten lieh und ihrer Sprache sich mcht ver­schloß, der weiß, daß nicht bloß zehrendes Kapital in ihnen steckt, der kennt ihre tausendfach werbende Kraft. Der Gleiberg hat Freunde ohne Zahl. Ob aber diese Freunde auch alle daran denken, ihren Söhnen und Enkeln die Freude an ihm zu sichern? Deshalb ergeht die herzliche Ditte an alle den ©letbergdetein °ls M.'g '-d-r >N feiner Aufgabe zu unterstützen (Eintrittsgeld zu Mark, Jahresbeitrag 5 Mark); Anmeldung^ nimmt Herr Provinzialdirektor Geheirnerat Dr. ilfinger, Ost-Anlage 33, entgegen.

Aus Stabt und Land.

Dießen, den 14. Juli 1921.

Vom Gleiberg.

Heute, wo man gern einmal wenigstens in Gedanken aus der trüben Gegenwart sich beraus- versetzt, sprechen ganz besonders beredt die Denk­mäler der Vergangenheit zu Verstand, Herz und Gemüt. Und gerade unser Gießen ist in seiner Umgebung besonders reich an Zeugen Mieter,

tenntniffes.

* Beihilfen an ehemalige KriegSg efangene. Zahlreiche ehe­malig^ Kriegsgefangene haben Anträge auf Löhnung oder auf Entschädigung für In der Gefangenschaft abgenommene Sachen bei den Kriegsgefangenenstellen .eingereicht, die abqclchnt werden mußten, weil sie nicht recyt- icitiq eingereicht waren. Da hierdurch häufig empfindliche Harten entstanden sind, hat das Reichsftnanzministerium gewisse Mittel bereit gestellt um bedürf­tigen Antragstellern Beihilfen zu gewähren. Die Anträge auf eme,solche > Beihilfe sind bei den Hil fSaus sch u ss en für ehemalige Kriegsgefangene zu stellen Dabei sind der Entlassungsschein und vor allem der Ablehnungsbescheid der ehe­maligen Militärbehörde mitzubnngen. Auch die Reichsvereinigung ehemaliger Kriegsgefan­gener hat Anträge zur Verfügung. Die Fest- setzung der Höhe Der Beihilfen erfolgt durch die Reichszentralstelle für Kriegs- und Zivil- gefangene, Berlin, unter anteiliger Verteilung der vorhandenen Mittel. Mit einer Auszah­lung kann daher erst Ende des Jahres gerechnet werden. Vom Landeshilfsausschuß für ehemalige Kriegsgefangene wird dabei ausdrücklich darauf aufmerksam gemacht, daß diese von der Reichszentrale für Kriegs- und Zivilgefangene aufgestellten Bestimmungen nicht etwa gestatten, dah nunmehr alle Heim­kehrer ihre für die Zeit der Gefangenschaft in Betracht kommende Löhnung erhalten. Eine Beihilfe kann vielmehr lediglich dann gr währt werden, wenn LöhnungSzahlung ob' Entschädigung wegen verspäteten An­trages abgelebnt worden sind.

gur Einheitsschulsrage.

Herr Direktor Dr. Schnell schreibt uns:

Die Ausführungen des Herrn LehrerS West­phal In Ar. 158 des Gieß. Anz. vorn Samstag den 9. Zuli zwingen mich, nochmals zur Frage der Einheitsschule hier das Wort zu nehmen.

Zunächst etwas Persönliches: Schon Herr Rektor Fischer hat in feinen Erwiderungen auf meine beiden Aufsätze die Grenze der Sachlichkeit zum wenigsten im Ton nicht ganz eingehalten; Herr Westphal aber hat jene Grenze weit übettchritten, und ich hätte Veranlassung, mich gegen Verschie­denes zu verwahren. Ich überwinde mich und tue eS nicht, weil ich meinerseits nicht dazu beitragen möchte, die Auseinandersetzungen auf die Stufe be« persönlichen Gezänkes herabzudrücken. Ich streite für eine Sache und nicht gegen einzelne Per­sonen, und wer mich bekämpfen will, soll es mit Gründen und nicht mit persönlichen Anwürfen tun

Und nun zur Sache: In dem Artikel vom letzten Samstag heißt es, der Volksschullehrerschast liege das Wohl und Wehe des gesamten Volkes am Herzen, und sie erstrebe den Ausgleich der sozialen Unterschiede und die Hebung und Bildung der sogenannten unteren Klassen. Ich kann ver­sichern, daß mir dasselbe am Herzen liegt und dah ich das gleiche erstreben möchte. Sicherlich wäre da« deutsche Voll glücklicher und der deutsche Staat gesünder, wenn das hier als erstrebenswett be­zeichnete wirllich erreicht werden könnte. Ferner will nach demselben Artikel die Volksschullehrer­schaft nur deshalb für die Einheitsschule kämpfen, weil sie in dieser ein wesentliches Mittel erkenne nach Diesterweg soll es sogar das Haupt- mittel sein, mit dem jene großen sozialen Pro­bleme zu lösen seien. Demgegenüber behaupte ich nach wie vor, die Einheitsschule ist ein für diese Zwecke teils gänzlich un­zureichendes, teils unbrauchbares

Anstatt mich in Allgemeinheiten zu errv ~ will ich mich an Tatsachen halten und frage des­halb, glaubt jemand, glaubt ein Volksschullehrer, daß in der vierjährigen Grund- oder Einheitsschule mehr gelernt werde als vorher In den vier ersten DollSschuljahren, daß die vermittelte Bildung jetzt vettiester, die Erziehung vervollkommneter sei? Wenn dies bejaht und nachgewiesen werden könnte, würde ich auf der Stelle für die Einheitsschule ein- treten. Aber das wird nicht nachgewiesen werden, weil eS nicht so ist und nicht so sein kann. i

Denn: Der Fortgang im Unterricht wird durch die Schüler der Klasse bestimmt; wenn die Ge­samtheit, vielleicht mit Ausnahme einiger ganz Hoffnungsloser, eine Sache verstanden und aus­genommen hat, dann geht's an den nächsten Gegen­stand usw. Das Tempo des Unterrichts ist also ganz und gar abhängig von dem geistigen Gesamt­stand der Klasse. Dieser aber wird durch die Ein­reihung einiger Kinder aus den sog. besseren Stän­den worin bis jetzt doch die ganze Einheitsschul­reform besteht nicht merllich geändett, und des­halb muh der Unterricht in der Grundschule das Tempo der Volksschule beibehalten. Dieses Tempo ist aber wesentlich langsamer als das der höheren und der seitherigen Vorschule. Dies ist durch eine Reihe von Umständen bedingt: Die höhere Schule hat ein durchschnittlich besser veranlagtes Schuler- material, sie hat eine größere Möglichkeit der Aus­lese, die häusliche Umwelt der höheren Schüler ist der Schularbeit günstiger, und die höhere Schule kann in viel weiterem Umfange auf die mittel­bare und unmittelbare Mitarbeit des Hauses rech­nen als die Volksschule, die ja geradezu manchmal gegen den häuslichen Widerstand zu arbeiten hat. ©o wird denn also einerseits der Dildungsstand der Vollsschüler durch die Einheitsschule gegen den seitherigen Stand nicht im geringsten gehoben, und andererseits werden die Schüler, die in die höhere Schule gegangen wären, wenn der Staat sie nicht

* Die Krematorien in

Leider'

««.»"Äs1?. (im Vorjahre 73), Olfcnbajf) 226 Friedberg 24 (33) und in Mainz (321), zusammen 632 Personen, wovon 3-.Ö (342) männlich und 306 (256) werblich. - on Den 632 Personen waren 493 evangelisch. 6- katholisch, 29 israelitisch und 48 anderen De-

haben.

Zieht dort nicht Otto der Salier herauf, Konrads I. Bruder. Gaugraf an der Lahn? Er I hat ja wohl die Burg begründet als Bollwerk in der sagenumwobenen Babenberger Fehde; denn in die Frühe des 10. Jahrhunderts fuhrt das älteste Gemäuer der Ruine. Es folgt in oem I reisigen Zuge Friedrich, Graf von Lützelburg, I Schwager Heinrichs II., dessen Gemahlin Kuni­gunde auf dem Gleiberg das Licht der Welt I erblickte. Und wieder tauchen Gestalten auf, sämt­lich Gleiberger. doch in Familienhader entbrannt: I jene, die truhigen Ritter, die 1057 gegen Hein­rich IV. sich auflehnten; dieser aber ist Hermann, Heinrichs IV. Getreuer, der 1075 an der Unstrut den Sieg über die Sad)fen erringen half. Grollend wendet sich von itjnr derPfaffenkönig" Hermann | von Gleiberg und Salm, gegen Heinrich IV. zum König erwählt, aber kläglich geschlagen und ge­fallen. Schallt nicht Kriegsgeschrei? Die Scharen Heinrichs V. stürmen die Burg, den statten Mauern zum Trotz. Doch Hermann, Graf von Gleiberg, der Sachsenbezwinger, auch seine Rach- olger, lassen bald geschäftige Hände sich regen zum Reubau und Ausbau.

Was rüstet sich dott? Welch seltsamer Zug? Clementia ist es mit ihrem Gefolge, die 1129

in die G undschule gezwungen hätte, ruf dem Stand der Vollsschüler zurückgehalten. Da nun die Schüler, die in die höhere' Schule gehen oder gehen wollen, doch auch zum Volk gehören, so wird also der Gesamtbildungsstand des Volkes durch die Ein­heitsschule nicht gehoben, sondern herabgedrückt. Sv sieht's also mit der Hebung der Volksbildung durch die Einheitsschule, von der die Volksschul- lehrerschaft und andere so gerne mit Emphase sprechen, in Wirllichkeit aus.

Daran wird auch nichts durch den geforderten einheitlichen L^hrerstand was soviel Heidt wie: dc-rch cin n > k demi'ch geb (beten Vollsschul'ehrer- stand, geändert. Ich bin überzeugt, daß die Volks- fchullehrettchast mit ihrem Wissen und Können ihrer Aufgabe setther völlig gewachsen war, und ich habe bis jetzt auch noch keinen Volksschullehrer kennen gelernt, der selbst daran gezweifelt hätte. Die Volksschullehrerschaft würbe sicher auch mit flammender Entrüstung jeden von außen ge­äußerten Zweifel an ihrer vollen Befähigung »urückweisen. Gewiß würde es auch die Volks- schullehrettchaft sehr übel vermerken, wenn je­

mand behaupten würde, die Oberlehrer wären, m c.^^mlsch gebildet, bessere Lehrer für die

'chulen als sie selber. In der Tat ist dies ja auch mcht der Fall. Ja, auch ein Universitäts- Professor, wurde gewiß eine Dollsschulllasse in L n^cn weiter bringen als ein Volks- schullehr«. Von einer akademischen Bildung der Lehrer würden also die Vollsschüler nicht das Ge­ringste haben.

Menn ich nun neben diese nüchternen Tat- großen Worte halte, daß durch die Einheitsschule mit dem einheitlichen Lehrer st and die allgemeine Volksbildung ver- heft und vervollkommnet und die Masse gehoben werde, da kann ich mir nicht helfen, d a muh lch diese Worte für Schlagworte er« Hären, und zwar für solche von der allerübel st en Sorte, da sie Hoffnun­gen erwecken, die nicht erfüllt wer­den, weil sie nicht erfüllt werden können.

Run noch zu der anderen Seite der Oinheits- schulfrage, zu dem Ausgleich der sozialen Gegen- sähe! Selbstverständlich wünsche auch ich diesen Ausgleich. Ich bin aber der Meinung, dah diese Gegensätze viel au tief in den wirtschaftlichen Ver­hältnissen und Der menschlichen 11atur begründet sind, als daß ihr Ausgleich durch das Zusammen­leben der Kinder aller Stände während einiger Schuljahre in nennenswerter Weise gefördert wer­den könnte. Gewöhnlich wird die Wirkung der Einheitsschule auf den sozialen Ausgleich so auf- gefaßt, daß durch das Zusammenleben die Kinder der höheren Stände Verständnis und Teilnahme für die Kinder aus den niederen Schichten ge­winnen und für ihr ferneres Geben behalten sollen. Aach meiner Lebenserfahrung werden die sozialen Gegensätze viel mehr durch die unteren als durch die oberen Klaffen aufrecht erhallen. Was kann ein in der Einheitsschule bei den Kindern angebahnter sozialer Ausgleich, wenn er möglich sein sollte, Helsen, wenn der Lehrling oder- junge Fabrikarbeiter, der eben die Schule ver­läßt, in die Hände der svzialisttschen Agitatoren und Gewerkschaften gerät, wo er tagtäglich gegen die anderen Klassen aufgehetzt wird. Diese Kreise wollen ja gar nicht den Ausgleich, den wir wollen, die streben nach einem ganz anderen Ausgleich.

Kreis Alsfeld.

Np. Mücke, 13. Juli. Der Streik der Holzarbetter auf dem Wittichschen Sägewerk, der wochenlang gebauert, ist beigelegt. Die Ar­beiter schaffen wieder für die bisherigen Lohne.

Starkenburg und Rheinhessen.

rm. Darmstadt, 12. Juli. Der Schutz­verein für entlassene Gefangene tagte heute im Saale des Oberlandesgerichts ! unter dem Vorsitz des Generalstaatsanwalts Dr. Preetorius, der den auSfürlichen Rechenschaftsbericht erstattete, aus dem die Zunahme der jugendlichen Abteilung, wie der Kriminalität überhaupt festzustellen ist. Hierzu kommen die Wirkungen der Revolu­tion, die in vielen Teilen des Volles die Meinung befestigte, mit dem Fallen des sog. ObriqkeitsstaateS habe jeder das Recht, zu tun was ihm beliebe. Neunzig Prozent aller Verbrechen und Vergehen sind Eigentums­delikte Diebstahl, Betrug usw. DaS An­wachsen der Kttminalität machte selbstverständ­lich die Vergrößerung und Vermehrung der Strafanstalten und andere Maßnahmen nötig, um die Leute alle unterzubttngen. Leider muhte hierbei bad fo bewahrte Einzelhaft- svstem burchbrvchen werden. Ganz besonders bedauerlich sind die durch die französische Be­satzung bei den Strafanstalten in Mainz ein. qetretenen Verhältnisse. Oft dort d«.

konische Strafen wegen verhältnismäßig ge­ringer Vergehen verhängt. Der Redner gibt bann interc^ante Miltellungen über die ge- ^chtl che Eltt'^cklung des Vereins, der 1842 entstanden ist, sowie über die eigentliche Tätix^ kett die darin besteht, die Bestraften nach Möglichkeit wieder der menschlichen Desell- St Auführcn 70 Proz. von ihnen sind JÄ/auf guien Weg aekmmen. Die mäh- ®nb des Krieges zurückgegangene Zahl der Pfleglinge^ ist inzwischen wied^ statt ge­wachsen und betrug im Zahre l92O 2vd -per fönen, für d!° über N0°2 Mk. <-u,g-wcnd-t , (in mird sie^dämmerten zu lassen, so Lange H? L unter unserem Schutz hier Weill und nnn un8 als Verwandte behandelt wird. Dor- ?äusia muß sie hier bleiben. Ich habe eS seiner» zeit Achim versprochen und pflege mein Wort ,3u hallen.A^ hatte ruhig, aber sehr bestimmt

Annelieses schöne dunkelgraue Augen, die einen Stich ins Olivgrüne hatten und die Farbe lebr leicht wechselten, wurden beinahe schwarz Ich dachte. Onkel Achim habe bestimmt, daß sie bi8 Kloster gehen soll," sagte sie ärgerlich, sagtest du nicht so. Karola?"

Die Grästn nickte.

Allerdings war dies sein Wunsch. Papa muß" sich ja auch noch daran erinnern! Onkei Achim wollte, daß uns so Monrepos wieder zu» fQlk,@ctoll3, sagte der Fürst, .aber Dorothea ist gegenwärtig erst achtzehn Jahre alt. Man wird diesen Plan im Auge behalten und ihn aus- führen, wenn die Zeit dafür gekommen ist."

Man tonnte sie immerhin einstto i en auch als Gall im Kloster »Zur heiligen Agnes' uni er­bringen, meinte die Gräfin ruht], »Tas Kioster verdankte seine Gründung doch den Rothersteins, und meine Freundin, die 2Lebtiffin, wurde gewiß gern bereit fein

Das ist Rüdigers Dache," unterbrach sie ti)t Schwiegervater kurz. .Er als Vormund hat zu entscheiden." ...

Rüdiger war etwas verwrrtt, als er mitten aus seinem Gespräch herausgettssen und nun als Schiedsrichter angerufen wurde.

lZottsekung foIgQ

[ W'-V-UX, 11»

6ott= sich bk Sache ch W

Annelieses Antipathie die ung

vornhdrttn?o^

tieft, sich um 2nnttteses Wvtte g f^bep merte. »Das Mädchen fteint ja.w

»u lein und wtrd uns mch f meifI

»Dich vielleicht nicht, [ebft Aber

zurückgezogen in deine Was sollen wir

uns, das ist eine andere ©a^ oder wir mit ihr anfangen, wen i V fid) ja schämen, eingeladen hnb < ®ani m. all liniere

sie zu pvasentterenl ^evriS Herkunft ist. Man Bekannten, daß sie Plenen w J Mutter

Mia njtdes 3- mUienchess Anneste,e, so ge-

abstand, die Che h£e»itua£on ^mit getenn-

2tamtn i!,rd TaCie

«reis für ..»»oto.abe iu dm.

"v^Ä'gen P^e Mutter an jeher Ltt- ken, die dsr preisgeben, um sich

fabfaule unLf Joro'.tiM doch nun einmal nie äi>,n?mm^d^u^t9e^^>cm nignuinö |0 taU-

Mal s,

Ersatzteile-Lager

ofderwagen eichselträger chleifapparate

M *

spiel in 3 Akten

7 81

leinschl. Sonntag

sprochene dreiteilige

Im aus Berlin W U

6 Akte.

Ferner:

?orffihrung 9 Uhr

7787c

Klikomniensteoel

SM* k'mer aatteiM

V11 T

ÄS

SH