Nr. 136
Der »«ebener Anzeiger mH der Dienstagsbeilag« ,$porbUmfd)aii- er- scheint täglich, aufjer Sonn, vnb Feiertaos. Monatliche Sezuoepreise: Mark 5.- einschließlich Trägerlohn, durch die Pos« bezogen Marb 5.75 einschließlich Destellgeld. Fernlprech-Anfch lüste: sürdieSchriftleitunq 112; für Drudttrei, Verlag und töeichäslsstelle 51. Anlchrift für Drahtnach» richten Bnieiaertzietzen.
poftfchelNonto: Sraeffnrt a. M. 1168*.
Erster Blatt
M. Jahrgang
Dienstag, U. Juni 192T
GieMerAnzeiger
General-Anzeiger für Oberhessen
Drtid und Verlag: vriihl'sche Univ.-Vuch- und 5teindruckerei K Lange. 5chriftleilung, Geschäftsstelle und vruckerel: 5chulstratze 7.
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Die $inanjlage Polens.
ÄuS Posen wird und geschrieben:
Während die Säubern ugsaktion in Ober- fchlesien fortschreitet, tanmelt die Republik Polen dem endgültigen Staatsbankrott ent- gegen. In Warschau gibt man jetzt zlvanzig polnische Mark für eine Reichsmark und 13(Ki polnische Mark für einen Dollar. Der polnische Rationalismus setze alles auf die eine Karte des Avrsanty-AufstandeS. Die Karte schlägt gegen ihn, und dies drückt sich natürlich auch im Kurs des Geldes aus. Es geht dem Ende zu, und keine Hoffnung aus Erholung der Staatsfinanzen ist mehr vorhanden. Die neu- gebildete Regierung Witos wird demnächst feine kleineren Kassenscheine mehr drucken lassen, iveil die Druckkosten höher sind al? der Nennwert. Und Finanzminister Dr. Sterz- Vowski wird bald einem anderen Unglücks- raben Platz machen, der aber auch nicht wird Helsen können. Stcezkowski ist zweifellos ein hervorragender Finanz-» und Wirtschafts- kenner. Aber die traurigen Verhältnisse sind stärker als er. Nach seiner Ueberzeugung ist das polnische Valutaelend eine „Rankheit des polnischen Wirtschaftsorganismus" nnd kann nicht durch die üblick>en Berulisgungs- mittel geheilt werden. Mit diesem Latz hat sich SteczkowSki auf ein wesentlich lwheres Niveau gestellt, als dasjenige ist, auf den, in der Regel die lärmende polnische Presse steht. Diese Hot sich nachgerade gewöhnt, für alles und j<ches Schlechte innerhalb Polens die Feinde ober gar den Feind draußen, will sagen Deutschland verantwortlich zu machen. Reißt dem Feinde draußen, so schreit sie, die Gifriähne aus, nehmt ihm die fetten saftigen Bissen (Oberschlesien) weg, und in Polen wird das goldene Zeitalter beginnen. Das ist eben für die Menge und die Presse. Die leitenden Männer wissen ganz genau, daß Neu polen an seinem Elend ganz allein selber schuldig ist und daß es keine Rettung durch Gewalt, Raub und Eroberung gibt. Defizit und Inflation sind bei weitem nicht die Einzigen Passivposten der polnischen Staatsbilanz. Schon das von Frankreich und anderen befreundeten Ländern an Polen seit Jahr und Tag gelieferte Kriegsmaterial bedeutet eine schwebende Schutt» Polens, deren ftöhe sich von einem Uneingeweihten auch nicht annähernd feststellen läßt, und die doch schließlich einmal beglichen werden muß. Aber wie und wovon? Des Landes natürliches Erbe ist reich. Aber die von Menschenhand geschlagenen Wunden treten überall in Erscheinung, in Gestalt stiNieaender Fabriken, armseliger Dörfer. Ueberall Not und Elend. Eine Staatswirtschaft, bei der man von einer Wirtschaft überhaupt kaum raxi) reden tann; eine volkswirtschaftliche Krise, auS der auch in weiterer Ferne kein Ausgang winkt. Das reiche Agrarland sehnt mit bangem Herzklopfen jeden Waggon Ge- treid? aus Rumänien unb Danzig herbei. DaS Land, das einer der bedeutendsten Zucker- vroduzenten Europas ist, sitzt fast ohne Zucker für den inneren Verbrauch da. Im Besitze der auSgiebigen posenschen und pvmerellschen Kartoffelfelder, vermag Polen nur zum geringsten Teil den Kartoffelbunger seiner Be- vvll'erung zu stillen. So sieht heutzutage die Volkswirtschaft Polens aus. Auf der Suche nach Rettung wird der Plan lebhaft erörtert, die Ausnutzung der polnischen Eisenbahnen einem amerikanischen Konsor:ium gegen Her- aade einer entsprechenden Anleihe und Pacht- surnme <16xutreten SteczkowSki steht diesem Plan wohlwollend gegenüber Er itnbct grundsätzlichen Widerspruch nur bet der sozialistischen Partei Anscheinend sind die Bedtn- mntgen der amerikanischen Bankiers doch nicht w, daß die Verhandlungen bald abgeschlossen werden Da man aber diesen Weg an sehr maßgeblichen Stellen für den besten, vielleicht den einzigen hält, um einem weiteren Stuken des Geldwertes Einhalt zu gebieten, wird neuerdings unter Beteiligung des Finanzministeriums ein holländisches Projekt t>er- bänbelt, wonach die Benzinraffinerien und Petroleumfelder in Drohobncz au, zwanzig ^abre verpachtet werden sollen. Tas hollan- dische Konsortium bot dafür 200 Millionen Franks Pacht an Es würde sich um Betriebe handeln die staatlicher Besitz srno. ?fber das sind nur Hoffnungen unb Entwürfe <ste halten den Niedergang nicht aut. ^ankretch, das die Polen in den Sumps des ^chuweu- machens trieb, kann ihnen nicht helfen und erwartet die eigene Rettung von der beuijiten Reparation Da die Spekulation am J-ber« schlesien zu mißglücken scheint, tu bas Schicksal der neupolnischen Staatsfinanzen oe- fiegelt__
Die Lage in Dberschlesien.
Die Gesechlslage.
Oppeln, 13. Juni (WB.) Bmtltdt Im Nordabsch in grifi der Gegner verfcftcOciitlid.' mit starken Kräften an, ohne «ich an das fcüe.iS M Selbstschutzes im volle,, Urn.angc lrivlgtr Abkommen über die beider eilige Lime zu hallen. Tas von General ö c n n i f c r uige ag e Eüigr< t cn englischer Truppen bi ro'nijdcn Cf cn ima,marin ?i erfolgte t vtz mehrmaliger Se adxriditnimg durch den Selbst,(dutz nicktt. Tu Hiolen beietztm nach dem Kampf mit der Apo Wysfoka. Nachdem ac stern zwi chen Wackvw unb Waä-owitz rtt An- flrifr mit starken Kräften ge’dxixrt wir räumten l>eute Abteilungen des Selbst arntzes Wackvnntz und gingen vereinbarungsgemäß aus Wack»w zurück, während die In'urgenten sich entgegen dem Abkommen in Wackiowitz festsetzt-m. Geüern )'dxt:?rte ein heftiger polni cher Angrift au, LoSkna Vas im Ge^fenstoß vom Selb'tschutz behauptet imirce. ')Zad,x beftigcn polnischen Borstös;cn zur chen Zemb.'iriv mid Pmskäu, ivelche abgewie'en itrurben, bksetzreil die Insurgenten wieder tie von ihnen verein- bai-mies-e näß geräumt-n Crt dxiftai S emrowitz, F-rei-Pipa, Frn Statub urb h.'rim Sckfützengräriii aus. Zembowitz imirbe durch die lmLerholke?, Kämpfe sehr vschädigt. Nord, ich Groß^treh'ttz tut» erneut stärkere Insurgenten kräfte icstgestel t, die sich in keiner Weise an die gctroffrupi 9H>- kommen halten. Nebm je einem Zug Englänber und Franro'en befinden sich i t Birawa zwei Kompagnien Polen. Nacktem geitem nacht und beut? tm ganz-m Ab'ckm'tt Ralioor lebhaft geschossen wurde, gingen die Insurgenten heut? gegen Abend auf das Ultimatum des Generals ©ratfer gegenüber Ratibor zurück.
Tie Bedingungen dco obcrschlesischen Selbstschntzeo.
Bem in, 13. Juni «Wolff.) Die interalliierte Kommission hotte vor einiget Tagen einen Aktionsplan ausgearbeitet, der eine beiderseitige Räumung des Auf standsgebieteS durch die polnischen Aus- ftänbifdxm unb durch den deuts chen Selbstschutz vorsah. Danach sollte das Gebiet im Verhältnis 4 zu 1 geräumt werden, das heißt, die Insurgenten sollten ein viermal so großes Gebiet räumen als der deutsche Selbstschutz. Dieser Plan^ war jedoch durch eine Erklärung des deutschen Selbstschntzc-C, das Gebiet nicht räumen zu könncn, gescheikett.Man stellte hierauf einen jroeiten Plan auf, wonach der Selbstschutz in den bisherigen Stellungen bleiben sollte, bis der Aktionsplan durchgesührt ist. Dieser Plan wurde dem General £) ö f er zur Kenntnis gebracht. der sich mit dem Zwölfer-Ausschuß ui Verbindung setzte, um über die Aimahme ober Mehnung di. scs Planes zu beraten. Der Zwölfer ausschuß stellie daraus folgende Bedingungen:
1. Tatsächliche Entwaffnung und Entfernung derlandfremden Trupp en und Banden:
2. wirksame lückenlose Sperrung der Grenze:
3. die Errichtung einer starken Polizei- truvve, in ivdtbe nur Leute ausgenommen werden dürfen, die sich in keiner Weise mittelbar ober unmittelbar an dem früheren Ausstand beteiligt haben*
4. keine Amnestie;
5. rinreichender Schutz für die deutsche Bevölkerung:
6. au reichender Schu tzfürdie industriellen Anlagen:
7. I n st a „ z e n zu schaffen, welche dte aus der Durchführung sich ergeben ben Maßregeln zu 0verwachen hoben.
Diese Verlxindlungen sanden gestern statt und werden auch heule noch fortgesetzt.
©in Ultimatum an die Ausständigen.
Ratibor, 13. Juni. (Woln? Gestern um 6 Uhr nachmittags wurde den Insurgenten ein neues Ultimatum gestellt, ^alls noch einmal Ratibor von ihnen beichof’nt werden sollte, fei c5 mit Artillerie, durch Maschinengewehrfeu« oder Insanterieseuer, werde die italienische^ Artillerie ihr-' Stelllmgen unwid-rrmlich mit Feuer belegen Nack einer hier vorlicgenb'n Meldung wurde feftjgeftdlt, daß als Verstärkung für die Polen 7n der 'legend von Groß-^treb rtz Truppen aus Posen tm Anmarsch feien Bisher wurden vier Äomvaguien festgestellt
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Berlin, 13. Ium. D*r rokalanzeiger" meldet aus Oppeln: Der Obeibesehlshaber der in- te'.a'L irrten Truppen, ©ratter, oer uckt, den englischen Vormarsch eenen die Dolen dadurch zu ve.'Hindern, dag er die Engländer in feinere Trupps Decy'ttcU und sic io artonsun- iäfcig mari Nach ei er wetteren ?Neld ura bc^ Banes st Ht daS X)auvtauartierKor, a n- t n s in üünbrier Fühlung mit 93 a r' ch a u Der G-e^eralstab Ko.santns besteht, rri- das Blatt 'erste lt ans 20 französischen Offizieren in Zivil. _
Paris, 13. Imii. Wolff.) Der ^onocr- berichterftatrer der „EHicagt? Tribüne" im Hauptquartier der Aufständischen berichtet, höhere unb niedere Offiziere Eorfantys Hätten vorgestern vor dem Oder kommandierenden die ^Ueberzeugung ausgesprochen, daß jeder Versuch, ihre Leute zu entwaffnen, bei der schlechten Stimmung, die unter ihnen herrsche, zum Unheil ausschla- g e n mußte. Ein Regimettt hohe eine Abord- nung mit der Erklärung gesandt, daß die Leute nack Lause gehen und auf dem Weg alles zerstören würden, wenn die politischen Leiter mi: ausländischen Kapitalisten intri
gierten. Kommunistische Agitatoren sollen die Lwldaten bearbeiten, um sie den Treulosen abwendig und für die proletarische Revolution mürbe zu machen.
Die Wiesbadener Besprechungen.
Paris, 13 Jwn .Wvlfi > l!eon Varibti sagt in der „Libe.tl", aie En^gung yvti.len Rathenau md Loucheur sei mit qrdfuci Aufrichtigkeit zu wünschen. Wem, Tcutidilanb Frankreich neun fc Zahlungen t, Waren a.ib:ctc, io kmmten Säzuldner und Gläubiger nur ge,mn- n<3i. Ba.lbv lobt tnc Entwürfe für br 25 000 Holzhäuser Jede Konstruckion fei darum an gelegt, inöüijucllai Charakter zu tragen. Es müsse also am die Gcstchidissten cvigcnnrft m.r- den, damit ne dr? NützlichL.t uns zugleich ri? Annichnilichkest des Planes <tn äben, der sie ,n mSglicktst kurzer Zelt baueniö in bat Be itz e.n?s Tack)e? über dem Kopse und einer angjndyincn Wohmmg bringe.
Nach einer Meldmm der ..Bass. Ztg." aat- Wiesbaden lat Wie'«eraufbrui,'mister Rotten av nach der letzten rbrnserenz mit dem nranzöftsch-n Mimster Louchenr gestern uahniittag W esban verlassen, um nach Berlin zairückzuli-h cn Mi nister Louchcnr ertlärtc in einem Telephongespräch, das-, die Dorsehläge RatlienMls erneu genauen Plan über den getarnten Wiederaufbau der zerstörien Gebiete enthelten, unter voller B-rück i lrigung der fran iöiifeben O^egenvorsch-läge und bau die V o r- s ch l ä g c R a t h e n a u s für die franzöXsche Re• giernng annehmbar feten. Louchenr i’t gestern abend von Wiesbaden nach Paris abgevei t.
spd. Frank, urt a .M., 13. Jmn Walter Rathenau und der frantöische Wiederaufbau mnnster Loucheur trafen heute abmd 6.0*2 Ubr tmt dem Kölner Eilziuge von Wiesbaden hier ein und hieltm sich lnehreve Stunden zu ^Besprechungen in der Stadt auf.
Ablieferung eine» Zeppelin».
Versailles, 13. iJitni. (Havas.) Das Zeppelin-Lnftschift „Nordstern" ist mn 8 Uhr 27 Minuten abends über Versailles geflogen imb kam um 8 Uhr 32 Minuten in <5t Cyr an.
Die Spa-Kol,len Überflüssig.
Berlin, 13 Junr. Nack aner Blättev- me'dung auS Antnierpen lind die birrd) das Sva- Abkoinmen an Belgien von Deutschland 'zn liefernden Zkohlen iridX mein: abzu- 'eben, weil der Bedarf in Belgien mehr als genug durch belgische ftüblc gedeckt wird unb durch die Lagerung der Kohlen bisher .ttofom in Höhe von 3 Millionen ffranUi entstanden
Vertagung der britische« Reichskonferenz.
London, 13. 3uni. lWolff.l „Daily Erpreß'" meldet, daß die britifchc Reühs- konferenz, die am nächsten Donnerstag beginnen sollte, wegen der Ungewißheit des Zeitpunttes des Eintreffens der kanadischen Delegation und der Erkrankung Lloyd Georges bis Montag vertagt worden ist. General Smuts ist am Samstag in London eingettoffen.
Lebentzmittelnot in Petersburg.
London, 13. Juni (Wolff) Dem „Daily Telegraph" zufolge ist die Lebens- mi ttellageinPetersburg von neuem ve r z w e i f e l t. Wenn nicht in wenigen Tagen Lebensmittelsendungen einttafen, dann erhielten sogar die Truppen leine Rationen mehr. Tas wurde angesichts der lln ruhe in der Arbeiterbevölkerung eine ernste Bedrohung des bolschewistischen Regimes bedeuten.
Vertreter auswärtiger Mächte in Estland Finnland und Lettland bestätigen die Gerüchte über ernste Komplikationen in Rußalnd. Andererseits Hal eine der Regierungen der Randstaaten angeblich Milte-langen über einen bevorstehenden A n - griff der Bolsck>ewisten erhalten und heute ein dringendes Ersuchen um Lieferung von Waffen an England gerichtet
Per (Seneralftreif in Bayern.
Berlin, 13 Juni 'WTD i Aus München wird amtlich mitgeteilt. Tie auswärtige Presse, namentlich die Berliner links radikalen Zeitungen, sind voll von falschen Nachrichten mit tendenziösen Darstellungen über die Lage in Bayern Demgegenüber >'e, den Tatsachen gemäß festgestelli. daß über die Person des Mörders Gareis, trotz der eifrigsten Bemühungen der Polizei, noch gar nichts festgestellt i|t Es gibt keinerlei Beweise dafür, daß der Mörder in der Person eines Fanattkers der Rechten zu suchen sei. Die politische Ausmünzung des Verbrechens sei deshalb gleichermaßen unwürdig und gewissenlos
München, 13. Juni. STB/ 3n emei amtlichen Verlautbarung heißt es w.ftter: xie Jne» gierung traf alle Maßnahmen zur Aufrechterrab' nmg der Ruhe und Strerheii DTMvwrratvn-^ Deranrm ungen und D momtiarimS üae zur p)lt- tiicheii AuSrnünzung des Mordes ftnö verboten. Zm übrige' ist der Generalstreik auch von ber Streikleitung für beute abend bereits abgesagt.
München, 13. Juni (Wolsi 1 Die Ruhe und tne Ordnung wurden beute früh nirgends gestört In den gtvfcm Betrieben gebt der Streik tvr Arbesterschaft nritcr, in den fieme- ren und mittleren Bei rieben ba(legen wird iwittr gearbeitet Die otrafrnbabn verkehrt auch beute Ihr Dienst mürbe mü Einschränkungen zui gc- u'öbnlichen Stunde ausgenornnrrn Der Estenbaon- betrieb ist normal unb die Züge verkehren regelmäßig. lieber die Täterschaft bei brr Ermordung Okret» herrscht noch völliges Dunkel lieber bw an gekündigte Gene r a l st re, ka u S de n ii n 0 liegen liier Nachrichten aus Kempten, Lindau, Passau und LandSHut vor, die besagen, daß der Streik teilweise burdxiefübrt nnirb-, unh daß die Zeitungen nicht erschienet sind Ruhestörungen kamen nirgend! vor Allent- lalben rief die organisiert? Arbeitersäraft Versammlungen für heule naännittag ein, um Stelluos zur Lage zu nehmen.
München, 13. Juni. sWTB Unter überaus starker Beteiligung tvr Münchener VI t bei ter* schäft fand nachmittags 5 Ubr die Beisetzung des . rmordeten Abgeordneten (Worein auf dem Ostsrieb- loi stall Sie verlies ohne besondere Zwischenfälle Tic Isa rb rücken waren von ber Lankas Polizei mit Panzerautos und Drahtverhauen gesperrt, so daß sich die Züge verteilen mußten. Zu beionoeren Zwischenfällen ist cA auch hier nicht ncfomiTtni Tic stvmmunistrn arbeiteten auch während der I rauerfeier mit Flugblättern So verteilten sie auf Den Straßen vor dem Friedhof Flugblätter, in denen bs- Arbeiter aufgefurbert merben, den Streik und den Stampf mii allen Mitteln bis zur Beseiti* gung der Blut- und Schandregierung Lari fort- zu setzen.
Berlin, 13. Juni. (Privattel.) 2llö Nachfolger des erntorbeten Abgeordneten Gare i c- kommt im bayerischen Landtag auf ber UnabHängigeu-Liste Ernst Tollet in Frage der sick> wr Zeit in Niederfck)öaifeld in Festungsl>ast befindet und bereits zwei Jahre von einer fünfjährigen Festungshaft oer- büßt hat
Berlin, 13. Juni (Wolff ) Die drei sozialistischen Parteic?» veranstalteten heule nadymktaa tlmibflebmigeii „gegen die Reaktion in Bayern^, gegen dirErmordungde- Abgeordneten Ga reis in München. Am Schloßplatz versammelten sich die Unabhängigen und flbmmuniftrn, rnSgesamt 10000 Mmm, mit roten Fahnen 3h sychS Lokalen ber MehrheftSsoziolisten waren die 2^rsammlungen nur sckpvach besucht, waS teil» auf das schlechte Wetter »urück^uführen fein dürfte. Alle Kundgebungen sind störungslos ort laufen.
Au» dem «eiche
Berlin, 13. Juni, lPrivattel.) Bei den gestrigen A-reiStagSwahlen für den ManS- selber See kreis haben dte Kommunisten, die bisher mit absoluter Mehrheit herrscht-n, von ihren 13 Mandaten sechs verloren. Dü* SPD gewann drei, die USPD, zwei und der Bürgerblock ein Mandat.
Au» Hessen.
Trr Hessische Landtag.
rnt Darm stadt. 14. Juni. Die Taget» orbnungto'bie91 Sitzimg brf hessischen l'anb- taoe? am Mittwoch oen 22 Ium ist ko-ben erschienen. Sir enthaft außer dem Staatsv^rmrschlag ver'chiebrne fH'aienmgeitxrtloqen unb Anträge, ba« rixnter bm Antrag Eiriiett bett HeberKirimtfl ron Privatbe'itz in Gemrinderiaenti m. den An- trag Bornemann bett Aukribinra brr Vorrechte r<r Stabes Herrschaft en, dir Vachtschutzordrumg, die Entwässerung des Riedes vsw.
Die Fillan;not ber hessischen tNemeinden
rm. Darmstadt, 12. Juni Die Finanz n o t der Gemeinden wird in einer Einaabe des Vorsitzenden des vor kuezem ins Leben getretenen „Hesfifchen Gern e i n d e t a g S" Bürgermeister Alerander- Gonsenheim an das Ministerium deS Innern erörtert. Sie weist auf die Schwierigkeiten hin. die sich durch die ungesund« Finanzwirtschaft namentlich in den größeren und Zndustriegemeinden ergeben. Da. wo den Gemeinden entfprechende Einnahmen auS Waldungen usw. fehlen, ist es bei der ständigen Erhöhung der Löhne und Gehälter für die Gemrindeangestellten trotz weitgehendster Einschränkung schon lange nicht mehr möglich, zwischen Einnahmen und Ausgaben den erforderlichen Ausgleich zu schaffen. Tie Hoffnung der Gemeinden, durch Ausschöpfung der Steuerguellen an dem AuS- gleichsstock teilnehmen zu können, hat sich als trügerisch erwiesen. Tie Novelle zum Reichseinlommensteuergesetz brinat eine neue Enttäuschung. Die Tarife für Wasser,^ Gas und Elektrizität t? er tragen keine Erhöhung mehr. Es muß verlanat werden, daß tue Gemeinden bei der Suche nach neuen Steuer- auellen Anteil haben. Sie machen daher vorläufig folgende Vorschläge: 1. Den Gemeinden muß das Recht der Besteuerung «des Grundbesitzes und des Gewerbebetriebs unverändert belai'sbn bleiben: 2 denjenigen | Gemeinden, die für 1920 die Besteuerung des


