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Ein Konflikt in drei Zeitaltern

Von B Noeltina (C- Heldt).

5. Fortsetzung

(Nachdruck verboten.,

1 *} Heber bas Stifte Glück und UdxL

dem Dr. Maicefius u d ich tann nii denn sagen: 'S* iit eine Qvaibc wider 'einer tiefen Wissenschaft nachMrauchen. i!)ni oftmals von Nutzen sein wegen

dL anders. Verhoiieti, . Ich kann meiner gc*

denn drei Jahr« venoetfet lratte und bald Hub er von feiner Arbeit an zu sprechen, ttr rotll ater Ciceros Ue finibua bonorum et m&iorum*) mit Anmerkungen versrien, neu beeauägeLen, und Dttmemci, bab er Mdg» wohl vor zwanzig Jahren nicht fertig bringe, sau- er feine S)ilte finde. Ich konnte chm über manches, was er wissen nullte, berichten und wir wurden schier lebhaft Über dem Gespräch, so, daß deS br Malccsius Augen einen glänzenden Söttn echielten und er endlich mir btt vand entgegenitvecktt und sagte: ..Wollet man Gchülte »erben bei dem grossen Werf. Io ich unter­nommen Meine reisen Jahre und Cure Jugend müssen gtmciniam euixiÄ vollbringen, welches der Welt uim wahren Ruhen gereichet '

Eme innen- Stimme verwarnte mich, ein* zuschlagen, aber toicbcrum machte ein Gedanke man Blui wallen Ach, ite sehen Su öfteren Malen, alltäglich wohl, welche l-ittcrt Wlmne l Ich ver- ivwtbertc mich fast, bah btt Dr. Malcefius, der dach aus den Prozcstaften Margareten» von un­serem Verlöbnis wuchte. mir solchen Vorschlag machte. aber ich hatte schcm ehedem au» meinen Fahnen gelehrte Mmuier kennen gelernt, die ihre ceelc bem Teufel verkauft hätten, wie br. Faustas, falls sie davon einen Vorteil für ihre Arbeit verhaften konnten. Und ich schlug rin in die Keine, magere rianb. Tann biit ?:c id\ sott tu- kommen, al» wenn ich etwas Böses Langen hätte. Margareten habe ich nicht ge eben.

Tai 20 Sept

3d) arbeitete alltäglich ettickx Stunden mit

(Stimm wider den, der es nun sein eigen naimr- (5r begtüfttc mich mit Freundlichkeit und trug nach menten Studien in Mailand, allwo tdt länge x

Es wurde mein em Herrn der Lärm der gwften Stadt zu viel, da er ein Buch schreibet und weil die Muhme sorigezogen war, sobald ich mün­dig geworden, ging ich ym mit ihm an ben Ort, wo meine (Stiern schlafen."

Sie stand aui und bot mir noch einmal bie HandLeb wohl, Ulrich: Mein Derr erwartet, batz der neue Professor auch bei ihm dorsprech« Er will hüt dir übet sein Buch reden.'

Sie sprach gar sanft und ruhig, ganz anders denn sonst, da ihr die Jugendfreu^e von ben Lippen sprudelte. Tie fdtoarte ©ammeftau6e aus dem braunen Haar, da- früher m zwei fdwwnen Flechien niebergebangen war, verirandelte sich gleichermaßen iritiamlich! Ich ließ sie geben. Ich war tote betäubt. '

v. 6. Sept.

Ich habe muh allhier im GasthausZum Einhorn" tinlogteret, ich eine bafltnbe Unter- fintft n^unben. Nachdem ich gestern morgen bem Herrn Rektor meine Aufwartung gemacht, ging ich des nachmittags zaudernden Schritte zum Ur. Malccsius. Sie Magd welche die Tür ö miete, ivics mich in jein Zimmer Ta ich eintrat, ,2tz er en einem Grvswa:crüu.rl vor rineiu Sdjrcit- pult und matz mich mit seinen grauen, vugblickcn- VM Augen. Mir war wunderbar w Mute. Tenn cineittut mutzte ich bem Menschen banfaar ictn, der mein Liebstes vor Km grausigen Flammen­tode errettet! Und bann wieder zuckte mich der

Ams Stadt und Land.

G t e ßen, den 14. März 1921.

S» lenzt ...

Der Oftcrmonb steht erst mit dünner Sichel <xm azurnen Himmel frvstklarer Nächte, itnb bis er so rundlich geworden ist, wie ein Oster tuchen, währt es noch seine zivei Wochen . Aber «ob Ostern In diesem Jahre noch so früh fälltvom Lis befreit" hat sich die Natur längst und wer sich nicht ge­rade atS Stubenhocker gefällt, konnte gestern ohne Ueberzieber den ersten Ausflug wagen. Wald und Acld sind noch schmucklos. Dafür mühte sich dasschwächere Geschlecht, ohne einen nachträglichen Fttihjahrsschnupfen zu befürchten, mit den bunten Farben der Blu­sen und FrühlingSkleider den noch fehlenden Schmuck der Natur zu ersetzen. LS lenzt in den Menschen früher als an Baum, Garten und Feld urtd die jungen Menschenknospen gewinnen nach der WinterblLsse bereits den duftigen, Mitten Farbenschmelz des Früh­ling- zurück. Oder sind auch die Augen im belebenden Licht der wohlmeinenden Sonne lenzlich eingestellt? -Sehen sie den Früh­ling in Natur und Menschen hinein? Müßige Fragen. Und ivenn's so wäre. Kommt es nicht allein darauf an, daß man einen bc- SlÜckenden Strom treuer Daseinsfreudc warm urch die 'Adern treiben fühlt? Daß der Ein­zelne freier aufatmen kann trotz der Schick- salSlast, die auf dem ganzen Dolke liegt? Sonne und Frühling, deutscher Frühling! Ihn kann uns niemand nehmen! Auch nicht das Glücksgefühl, daS und bei seinem Nahen durchströmt. Tie Türen auf, die Herzen auf, geschwinde! Es lenzt. . .

Wettervoraussage

für DienStag:

Zeitweise Trübung, sonst meist heiter, milde, Nachttemperatur um null Grad, süd­westliche Winde.

Randwirbel der westlichen Depression verursachen vorübergehende Bedeckung und schwache, örtliche Niederschläge.

Veranstaltungen.

Montag: Neue Aula, 8 Ubr, Autorenabend der Literarischen Gesellschaft: Börrics Freiherr von Münchhausen. Cais Leib. 7'/, Uhr, Konzert und Dorstellung der Medick-Meidinger. Lickst spielhaus,Ter galante König". Lichtspiele SelterSweg,Der Skelettreiter von Colorado" undDie wie Hexe".

Zwei Ove rngastspiele deS Lan- deStheaters sinden diesen Donnerstag und Freitag statt. Ursprünglich war die Aufführung txm JSbi'i fan tutte" und Tiefland" beabsich­tigt Wegen Erkrankung im Personal mutzte statt Eosi fan tutte"Rigvlctto" anaesetzt werden, und zwar für Freitag, währendTiefland" jetzt am Donnerstag Mr Aufführung gelangt. (Näheres im Awzeigenteu.)

♦♦ Dauerscher Gesangverein. Das -estrige Konzert in der Aula zeigte wieder den tra­ditionellen starken Besuch. Die Männerchöre ent­hielten neben neu einstudierten alten Bekannten der Mönnrrchor-Literatur auch einige weniger oft gehörte bzw neue Chöre. Hier verdient vor allem des einheimischen Komponisten L. Gellers CHor- lickDem Vaterland"' Erwähnung. Da eine «än- gerin. Frl. Klara Weber°Augsburg ge­wonnen ivar, hatte man das dankbareGlocken- rÜrmerS Töchterlein" für Männerchor undSopran^ solo von Reintaler mit in die Vortraassolge auf» genommen. Dieser Chor mutzte wiederholt iverben. Aber auch die übrigen Clwrliedec lösten ver­dientermatzen starken Beifall aus. Frl. Weber fang noch mit Herrn Julius Hahn am Flügel eine gutgcwählte Reihe Lieder von Schubert, BrahmS, Gound, Frank, Psitzner und Wolf. Hier mutzte WvlssElfenlied" wiederholt werden. Der Sängerin gelangen jedoch sämtliche Liedergaben recht gut und die Zuhörer schenkten ihrem leichten, in Höhe und Tiefe gleich gut anfprecktenden Sopran gern und dankbar Gehör. Ihre schönste und ab­gerundetste Leistung war DfitznerS ,L>mmer leiser wird mdin Schlummer", das auch in der Beglei­tung besonderes Lob Der bient. Zwischen den Gc- fangioortrügen spielte Herr Hahn fitavierwerfe von Beethoven, Liszt und Sckubert-Tausig. Wie immer, gab er auch da wieder Gelegenheit, seine schöne Technik und gute Aufsafsung bennutbern zu können Der Bauersche Gesangverein und fern Leiter, Herr Organist Otto Görlach tonnen den Abend als schönen ttkxfllertfdiai Ersolo buchen.

Klein« Mitteilungen. Tas LebenS- mitteUmt vevanstaltet wieder eine Sonderaus­

gabe von Durikkowerven, Leber- uno Luvvuru, flernietfe, weißen Bohnen, gelben Erb ci und ton* benfterter, gezuckerter Bolunilch. Näheres siehe An­zeigen teü.

**Vornotizen. LiterattscheGeiell- schaft. Wir madzn nodymOi» besonders jutmer> iam auf den heute abend in d.t neuen Aula statt- finbenden Borttagsat-end des berühmten und viei- aelefenen Dichters BörrieS Freiherr von Münchhausen Ter Dichter ro.tb aus feinen Balladen und Lickern vorlesen. Krieger- vere in Gießen Morgen, Dienstag den 15. d. Mts., abends 8/i Uhr, hält der Krtegerverein im Postteller" feine 3<riyr<»ixua>nrenammIung ab, in welcher u a. Hassio-Lotteti. gewinne zur Ber- teilung kommen Ter Dolksdund beut- scherKriegsgräbecfür sorge, Drt^aruppe G egen veranstalt t am Mittwoch aoend 8 Uhr, im Turnsaal der Höheren Mädckienschulc. Eingang Dammstraste, einen Lichtbilderrortraa. Dr. H. Schneider spricht überDi^en und Ziele des BollSbundes deut cher .Uriegögtabe für org.". An schließend daran findet eme Mitgllederversamm- lung statt.

KreiS Friedberg.

Friedberg, 10. März. Zn der heutigen Staotverordnetenfitzung stellt Abg. Leuchtaens den Antrag, die Benammlung^moge ihre Mißbilligung darüber ausfpreckien, daß Stadt­verordnete ihrer Beschlußfassung wegen von Not­standsarbeitern belästigt werden: der Antrag wird cinftimmig angenommen bei Stimm­enthaltung der Unabhängigen. Sladtv. Mörschel berichtet über die Lohn Verhältnisse der Notstands- arbeitcr und teilt mit, batz der Reicksarbcitsminister das Brämiensystem und die Akkordarbeit angcorb*- nct habe. Eine Kanalanlage von der Mainzer Tor-Anlage bis zum Mainzer Tor Weg wird als Brovisorinm genehmigt. Tie Kosten, etwa 3000 Mark müssen die Anlieger tragen. Sechs Ober- schlesiem, die zur Abstimmung reisten, ist je eine Unterstützung von 100 Mk. zugewiesen worden, auherdem soll eine Hausfammlung zu ihren Gun­sten stattsinden. Eine Anfrage, warum bas Holz in Vilbel billiger wie in Friedberg verlaust werden könne, wird dahin beantwortet, oatz in Vilbel keine Dermaltungskosten entständen, weil die Leitung deö Holzverkauis ehrenamtlich erfolge. Tie Anschaf­fung eines Transformators zur Stromver­sorgung des Bahnhofes wird beschlossen; ote Bahn soll die Ueberteucrungskosten iibtTiie'bnien. Ter Vertrag soll zum 31. Ium 1922 gekündigt und ein neuer kurzfristiger Vertrag geschlossen wer­den. Tie Stadtverordnetenversammlung Bad- Nauheim hat den Vertrag, nach dem Bad-Nauheim die Unterhaltung der Usawehre, Frieidberg die Be- bicramg übernimmt, auf 20 Jahre angenommen.- Tie Versammlung beschließt, die Prozetzkoslen eines städtischen Feldschützcn, ocr bei Ausübung seines Berufes einen Knaben verletzt hat, auf die Stadt- kasse zu übernehmen.

Q. Bad-Nauheim, 11. März. Auf Veranlassung des Vortrag- und MusikvcreinL las Hofrat Max Behrend-Darmstadt gestern im Theatcrsaal des Kurhauses unter großer Anteilnahme des Publikums das Mysterium Ostern" von E. K. Ludhard (Großherzog von Hessen). Die Dichtung, die ganz in die Zeit paßt, hinterließ einen tiefen Eindruck.

Hessen-Nassau.

Billigere Preise in Frankfurt.

mc. Frankfurt a. M 14. März. Ein englisches Pfund Eorned b-eef, das noch vor einem $5tonat mit annähernd 10 Mk. befahlt wurde, kostet heute in den meisten Laden 6 Mk., andere verkaufen eS sogar schon für 5,50 Mk. Die Indexziffern für Frankfurt zeigen übrigens für den abgelaufenen Monat Februar eine Senkung von 14 Punkten. Also cc iirirb Ernst mit bem Preisabbau. In Gießen ist allerdings noch loenig davon zu merken. Fast alle Artikel sind teurer als in den Nachbarshudten.

Teures Hol.;.

4- Bad-Nau heim, 11. März Bei der heutigen Versteigerung des städtischen Rcisig- lwUes wurden äußerst hohe Preise bezahlt. 100 Weilen tarnen auf 180400 Mark. Don sehr hoben Holzpreisen wird auch aus dem Taunus berichtet e» wurden in Weiperfelden vier Meter Buchenknüppel nicht unter 760 Mark, in Oberkleen 4 Meter Buchenknüppcl nicht unter 800 Mack versteigert

la. Lauterback, 11. März. Tie vom Brennholzausschuß bei der Oberförsterei Lau- tertxitb für das Wirtschaftsjahr 1921 fest­gesetzten Brennbolzh Sch st Preise sind von der LindeSholzstelle genehmigt morden und werden bei den biesjayrigen Holzüber- toeifunnen in Anwendung kommen Die

Preise sind annähernd dieselben, wie tm Vor­jahre, vermehrt um den inzwischen gestiege­nen Holzhauerlohn; sie betragen rar den Raummeter Buche: Scheit 60 Mk., Stamm­

el SO Mk., Astrnüppel 40 Mk, Stamm- rei-knüppel 28 Mk., AsrveiSknüppek 23 Mk., Stammreis 8Mk., Astreis 6Mk , Stöcke 30 Mark. Kiefer: Scheit 35 Mk, Knüppel 28 Mk., ReiSknüppel 13 Mk., Reisig 4 Mk, Stöcke 22 Mk.. - Fichte: Scheit 25 Mk., Knüppel 22 Mk., Reisknüovel 13 Mk., Reisig 4 Mk , Stöcke 20 Mk. Gegenüber den im freien Handel gezahlten Brennhotzpreisen müssen dies« Preise als mäßig bezeichnet werden.

Kurze Nachrichten aus Hessen undden Nachbarstaaten. In Ailendors a. d. L. fand gestern abend unter dem Vorsitz dos Lehrers Hartuiw eine Venarnrnlung statt, in der Herr Dendel-'Gießen üL*r denFriedens­vertrag und leine wirifckvfckicheli Folgen" sprach Dec Pvstschasmer Johannes Tletrich in Lich feierte gestern sein 25jäbrigtf $icitinu5uäum. Am vergangenen Sonntag veranstaltete die Schule in Utphe unter Leitung des Lehrer- B ö ch e r einen wvhlgelungencn Ellernabcnb. Nobeti Arn- fKbrintg dreier Theater fruchten wurden noch Ge­dichte und Lieder vorgetragen. Der in Bad- Nauheim augefaate Be uch von 200 Aerzteu ist abgesagt woroen, da bie Studienreise infolge der politischen Lage setzt nicht stattsuiden Eann. Tic von bemAusschuß für Volksbildung" in Friedberg auch in diesem Winter veranstalteten Bolksoorlesungen sind beendigt worden. Am Mitt­woch versmnmclten sich die Teilnehmer mit den Dozenten und zahlreichen geladenen Gästen zu einer einlachen, aber sehr eindrucksvollen Smlußteier im Saalbau. Beigeordneter Mhn, der Vorsitzende des Ausschusses, hielt die BegrützungSansprachc, Pro­fessor .stellcr die Festrede: einige von den Semina- rillen Dorgetragenen Ehörc, Musikvotträge, Tekla- matümen, sowie ein flott gespieltes Lustspiel gaben ein interessantes und abwechslungsreiche- Pro­gramm. Fvau Pfarrer Muhl, bie geschäfts­führende Vorsitzende des Kreisoerrins Schotten vom Alice-Frauenoerein, wurde in Anerkennung ihrer verdienstvollen Tätigkeit aus allen Gebirtrn der striegsfürsorge durch Verleihmtg der Roten Kreuz-Medaille 3. Klasse ausgezeichnet. Bei der Hohen mark Oberursel wurde ein zweisitziges Motorrad von einem Automobil an gefahren und um gerissen. Ter Radführer wurde schwer verletzt. In den geschützten Lagen des Mittclrheintalcs zwischen Bingen und Koblenz stehen bie Apri­kosen in voller Blüte.

Hunft itnö Wissenschaft.

Frankfurter Theater.

ÖanS Franck:Opfernacht". iUraitffülyrung.)

Im Frankfurter Schausp.elhame bedeutete bie Uraufführung von Hans FranckS .Opfernacht" einen starken und unbestrittenen Theatererfolg Ge­genüber dem snobistischen Gerne fo manckicr 'Werke, bte uns in leister Zeit mit 'viel Reklame bermirtdt wurden, nimmt an diesem daS ernste Streben des Verfassers nach einer Läuterung in Inhalt und Form für fick ein. Im Gedanklich-Problematischen wurzeln bie Ideen und Motive der Dick-ung; daS ist bei Hans Franck, bestenGodiva" bereits eine starke Beeinflussung durch Sxbbcl bekundete, nicht weiter vem-underlich; es bedeutet Vorzüge wie Gefahren für sein Werk. In nElaul-tetränkter, durch Bilderschmuck und VerglrickL belebten Vers- sprache spielt sich das Trama ab, daS endlich wieder einmal äußere und iimeri Handlimg reifen läßt. Um die sitttichc Klärung eines Liebespaares, um den Bund zweier Menschen, die füreinander be­stimmt siick, aber bis zu ihrer vollen Verrrnigung Hemmungen dec niederen Sinnlicbteit und der Leidensckaften übtttoinbeit müssen, geht der Vor- murf, und der Tichter hat fein rein ervttsck^s Thema, das er in die ferne Welt indischer Brach- mancii verlegt, teil Freimut und ckhne spröde 3dxru, ater dock» zart und taktvoll batgcftdlt. Tnrch das Milieu ist ihm btc Berechttguna des Symlols und des Mävchcnhasten gegeben. Tie psychologiickx Ergrubelung dec Gestalten aber, eine von Hebbel angenommene innere Zergliederung, erstickte bis zu einem gewissen Grade deren Leben-unmittelbar- leit intb fiel) dec Tichttmg Züge des Konstrinerten und bloß Gedachten.

Tie Aufführung, hon R. Weichert mit großem ffeinfinn imzentert, weckte für das eigenartige Werk Jnteresie und Achtung. Gerka Müller lMadadasena^bot wieder eine ihrer großen dar- strilerischen Leistungen, neben ihr traten Karl Ebert als edler, dem Weg der Erkenntnis »u- stredender Drahmanc, Robert Taube, ein wilder, von der ^Begier des Menschlich-AU-umenschlichen gepackter Krieger, und Fritz Odem ar als Dieb Don erfrischender Naivität hervor Der Dichter wurde mit den Künstlern und dem Svicklriter

rotetxrboU btworgenries, ohne daß sein ( 1 wie fonft öfter allein einer hat (Sliaue zu danken gewesen wäre.

KnuiHamiun:DerRenegaffUtauffübninfl)

Der Roch lv reis träger ft nut Ham'un cexbtäÜ feinen Ruf als Epiker mit der lidrtoolltn Lvf. mcckfamkett lür das Nebon Schliche, fckeindarElrick afllhge, und dem (^eidbtd. eine Stirn man- halten und auszuschlürsen. Im Drama>tr bcibc Eigenfcha'ven verhängnisvoll iverden. jtt drei langen Akten zeigt unsDer Renetzzp' .Abendröte-, wie der alternde Politiker trotz mti chen Hemmungen, mürbe gemacht von äußerer M innerer Verführung, seine Fugend in der JuzM dec Lebendigen preisgibt. und zu der Stegvciai übergeht, um an ihrem Tisch behaglich fat:ti Alters sich zu treuen. Vom ersten Augendliä an kann über den Ausgang der Soelenkämvfe s« Helden fern Zweifel beiteiw Manche feine 3ti> munq gehl im Vlbtaui des Dramas völlig Dtrlom manchri: Charakter ist dübsch angriritt oder a» gedeutet - a.er Mm Dramar üer fdxt bem be. sinnlichen Dichter geradezu alles. Er verzögen Handlung durch stete Wiederholungen, er versinkt in seinem Stoff, statt ihn zu zwingen, er malt, statt vorwärts zu treiben.

Tie Ausführung bei Neuen Theaters Regie: Tr. Rudolf Frankl litt an demselben Fehler die Tichtung: sie nahm das Temvo zu langlam, n schleppend. Alxc wie der Dichter, hatten auch Ht Schauspieler fast alle die Cha rattere gut geiebci gut erlebt beleben konmen sie sie unmöglich. Wolf T r u tz in der Rolle desRenegaten wußte die Schwankungen und Lewen ees Helden über* zeugend ivicderzuaebcn, faßte freilich in Ma-s- und Wesen tkm Mann von 50 Jahren etwas get zu veraltet und grrisenha't auf; bie Herren und Wrede. Weber uno Lewitt, die Tarnen Siena und Reiter stellten famos aezeicknete Bilder wi uns hin - aber noch fo viele und noch io "än- zende Bilder geben noch kein Leben!

Vock Landestheater Eine Urauf, führung txm Fritz v. Unruh: Lvuiä Fer« dinaud, Prinz von Preußen, mitb de» nächst hier stattfinden. DaS Werk ist sch» 1912 entstanden, durfte aber zu der faiftt» liehen Zeit nicht aufgefühtt roerben.

vermichtes.

Eine Höllenmaschine in der Siegessäule.

Berlin, 13 März ,DTB.) Heute mittet wurde etwa in halber Höhe tm Innern bet Siorns- söule ein Papvkartvn, enthaltend etwa 6 tg Dynamit und Pikrin vorgesunden. an bem sich eine etwa 10 Meter langt brennenbt Zün dschnur mit einer Sprengkapsel befand Nur dem cnticMoiicnm Eingreifen von zwei Be­amten der Ähutzo.lizei, die die brennende Zünd schnür im letzten Augenblick durchfckmitten. ist ri zu danken, daß auf der von zahlreichen Personen besuchten Siege-säule ntuncnlo c) Unglück vcröülrt wurde Nack den bisherigen ErmNteümgm kom­men zwei Nrämier und drei Frauen, anscheinend Ausländer, als Täler in Frage, tnr in bet an­gegebenen Zeit bie Sieges faule gemrinfam besucht batten. Eine dieser Personen trug einen ein* 10 Zentimeter hohen und 30 Seiuunrrer langen braunen Paovkarton, der venchnürt war pb di? Sprengstoffe enthielt Die ThnanilfnUiei (mb ton rotbrauner Farve und tragen die ZerawmS- Insignien .zwei gekreuzte Hämmer) mit dem Auf­druckAnhalkische Sptcngwerke". Mik den Töter, offenbar in Verbindung zu bringen find zwei Män­ner und drei Frauen, die in einer rotbraunen offenen Autodroschke saßen, welche längere Zeil nur dem tyabrbamm an der Reichitagssrite bet Siegessäule hielt und später durch Vie siege-allee davon fuhr.

Lungknpcft in Elsina.

London, 13. März (TB.) Au- Schang- Hai wird berichtet, daß in der ProvinzBet- fchilli und im Norden von Schantung eine Lungenpestepidemie au-gebrochen ist In einem einzigen Dars wurden etwa hundert Todesfälle feftgestellt. In mehreren Fällen sind ganze Familien au-gestorben.

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Görlitz, 13. März. Gestern

vormittag entwichen au- der hiesiger Strafanstalt mährend einer Freistunde t» Hofe 34 Häftlinge, indem sie drei ter gelegentlich de- Passieren- des ®agel ourch den Torweg überwältigten. 22 bet uni* michcnen konnten im Laufe bed gestrigen qes wieder cingebracht werden, wöürend iwdi 12 fehlen, darunter ein wegen Morde- zu le­benslänglichem Zuchthaus Verurteilter, tie Rädelsführer befinden sich sämtlich wieder in Gewahrsam.

rcheni

Den 12. Cft1

niicujoi-1

Schmer» I

|u lindern. - - Und ba Ar Atem bas HamN des Manne- berührte, brannte etwa- m mir auf art mir war, als müsse ich sie von dem wegrribm, dessen anaetrautes Weib sie doch war! - Ich riZ denn fortgegangen, ohne em Dort zu reden. Aber hier immer bratnet es fort in Hatz und Schmers

Den 10. Ott

Wohin ick gebe, überall sehe ich da- haßte Bild aus meinem Dege: Ick bin dfe» Abcnbc ii ckt bei Mcklcefms (Xtoeien. Ick mochte e- nicht. Ick baffe Ihn!"

Vie hat es Margarete bock vernsockt, mit khr Wort zu brtdxm und sich dieAm Mann t* vermählen! Wie viele Jungstauen tarrtn )«h* lang aur "ben Verlobten! Hat sich wohl i< w* für mich in ihrem Hersen aertat? War bM« Io schwach, daß sie übt ni.-fit Short geben tonn» au4*utxruem in bet Nor, dU ick frimfcbrtt ijJ mein Weib m bie Armc Wäob? Ach nein, f* bat mich niemccks geliebt! Ich will ftc nicht

werde! fühlc. batz er es ern erkenne wohl, daß er mich lieb gewonnen hat'.

Ta noch wenige etudiosi ckllhier aus her rangen Uniocriität verwcilen. hecke ich viele Muße mit ihm zusammen zu fern O'l öergehon rott Zeit

und otmide bei unserem Werk, so batz Marga­reten- liebe Stimme wohl brtimal malmet, batz bie Abendsuppc erkalte. Sann rode ick bat Haus­herrn in das Wvhngemack und wir fpciien gt* meinjdxiftlid) unter manchem guten Geipeäck, Macgarcic fitze» -umei't stille, aber ihre Augen erben, sobald wir etwas spnechm, bas sie verstehet, roefim wir uns oft bcFknücn.

Ter Tokior schen-t roegtn Margareten und mit oänUid) außer Sorge zu sein.

In den ersten Ta-zen wanderte iem kluger Dlia eäidx Male von einem zum andern, aber da wie leide ruhig toartn^ wurde er es auch.

Eine große stille ist über mein Herz ge­kommen! Und oft, wenn nnr bm beisammen sind, tcrmttnc ick, Macw.e:e u:ib ich feien Gefckwlster, die leibe ihrem feer b aten und ihn verehren:

lehrten Freunde in 3tilien, worüber ich froh bin: Er hat mir vertrauet^ batz er sich lang nach einer solch iintgai ft'rart gesehnet habe, und batz er mnt hohen dürfe, feine Arbeit zu vollenden, aus dav icin Leben mdn vergeblich geoeien id! Solle er aber ja vorher sterben, so wcste er. datz sein Derk bann von einem fZBüttn^en tortgefübret mehret und

Heute tendete der Moleefluö seinen «i#1 Diener, ob ick krank fei. er warte meiner mit vieler Ungeduld. Ick wußte fo schnell ferne Au-sts^ zu tinben und versprach zu kommen: Unb Da t® ins Haus trat, fam mir Margarete mit verbüßt« Dangen entgegenVeShalb bist bu to lange fori» geblieben, Ulrich?" Trua sie mir Trauet m Stimme Und da ick famneg, Hub fie bir bunW* Atmen zu mit auf und siche, sic standen w Tränen Ta versprach ich ihr, so oft »u pn* men, als sie wolle. 0, mein ftletrvö. wem ver­lorenes Älcmob!

(Forffetzung folgt)

Ten b. Cft.

Als td) heute in des ToftvrS Zimmer tret, fand ick die Bokhänae an ben Fenstern zugezogen unb Margareten Über ben Malcri.us gebeugt, welcket die Äugst halb geschlossen dielt. Tie winkte mir, sackte aufzutreten und flüsterte, batz ihr Herr stvp-vrin crieide. Dann badete fie lerne Stirn rtrci weißen Händen in mohiriecken-