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Nr. 292

V« Stetzraek X«jcteft crtyemt td<lid) astzer Sch,», and 3<iftla' s.

Fnr^iireifr M« 6.50 ctw1*!. Träger» lob*, bare, bu Vo't TU. 7JO riaH,L Seiltl» gelb, «*ck bei Vichlerfchei- ar« <tiqeliur Tut' mern tafolgc biberer CrealL ^tr nfpred).8n|.,Iai|e: 1ürbU5d)nltküunqli2; für Vni*er<i, r erlag uab ee|*4jU|ltLe 51. «afchrifl für Tr J,tno$- richten. Bajtigtr Gietze».

Pot1<fdfo«t?: tteihart a. bi. 1t*M»

Erster Blatt

Ub Jahrgang

Dienstag, (3. vezenwer 1921

GietzeimAiMiger

General-Anzeiger für Gberhessen

Dntf wnö Verlag: vrützl'fche Uaiv. vach. unö Steinörndcrti R. Lange. Schrift!ettnng, chefchäftrftelle und vruderei: Schulftratze 7.

Seaabee von li$eiee* ftr die Iagr>nummet bi* »um Tad)*.itaq vorher ohne jede Verbind Nchdeil. 8mi tlr I mm t^äbt lar ijei-jeno 34 mn> Brette örtlich 55 Vf, au*n>4rt« 65 Vf.; für Tehlame. Anzeigen von 70 mm Breite 250 VI Sei Via*- oorfd)nfi20 .luf chlag. Aaupt|d)tifilciter: Äug. Goetz Perantworlltch tot VoluiK Slug. Goetz; für den übrigen Teil: flarl Walther; fttr bei Snjeigentetl: van* Bech, sämtlich in (Biegen

Eine Konferenz der Wirtschaftsminister des Reiches.

Darm Na dl. 12. 5>n (TDXQ5.) Henke fand Wer im Sitzungssaal« der Volkskammer eine Xi#- w rache WirtfchaftSminister bc#

Leiches und der Länder statt. SiaatSpräsibent Ulrich begrübt? die 'Berfammcltcn namenS der befjtfd-»en K.gimmg. Aach einleitenden TDorien oe# TDir;! -iftÄmintfier' Schmidt legten bk Ministerialräte Dr T r e n d e l e n b u r a^ Flach und Freiherr h Buttlar in längeren Referaten die gegeniDärtige Wirifchaftelaae. die von der Leichs reg iv-runq getroffenen Mir nzhttkn und die bett eben den Absichten dar 3m einzelnen wurde ouSgesübn bah angesichts der groben Schwie­rigkeiten die sich bei Durchführung des bisherigen Systems ber Clnluhrfontrolle ergeben haben, ernft- inogen werden müll?, w

Aufrechterhaltung der deutschen ZablungSfäbig- !cit eine cruxiterte Einfuhrbeschränkung Haupt krcbäch im TNege d?r .ollt'olitif durchaesübrt Werden könne. Bis zum Abschluß der mit grober Beschleunigung vnegenommenen Aevilion des Zolllariffchema# müsse die Möglichkeit zur Er­höhung von Zollsätzen m einem erleich­terten Verfahren geschaffen werden Die Ent­wertung der deutschen Valuta habe energische Maßnahmen zur Verhinderung des sogenannten AuSveickcufS Deutschlands notwendig gemacht, insbesondere seien Maßnahmen zu einer ver­schärf len Durchführung der Aussuhrkon- trolle und gegen eine den Verhältnissen der Bestimmt! ngSlänber entsprechende Ermäßigung der Ausfuhrpreise ergriffen worden. Eine Beteiligung des Reiches an den Mehrerlösen des AuSsuhr- geschüstes über die bisher getroffenen Maßnad- men hinaus durch eine allgemeine 2 uS - fuhrabgabe fei beabsichtigt.

Ungeachtet der Schwierig leiten, die sich aus der wirtschaftlichen und finanziellen Cagc, ins­besondere Europa# ergeben, müsse Deutschland möglichst bald in möglichst weitem Umfange für feinen Handelsverkehr mit dem Auslande wieder feste rechtlich-' (Grundlagen, und zwar ans dem Wege der Gleittrberechtigung, durch den Abschluß von Handelsabkommen zu erreichen suchen. Um die schädlichen Aückwirkun en. welche die Geld­entwertung auf die Binnenwirtschaft auSübt, zu mildern, müsse neben den Bestrebungen zur Be­schränkung der weiteren Markentwertung auf eine Steigerung der Produktion und eine Verminderung deS übermäßigen Verbrauches bingetoirll werden. Auswüchse in der Preisgestaltung, wie sie sich insbesondere bei den ieh'en Kursstürzen gezeigt haben, würden unter Berücksichtigung der berechtigten Bedürfnisse deS regulären Handels durch strenge Handbabung der bereits bestehenden Bestimmungen bekämpft. 54 besteht die Absicht, gesetzlich vorzuschreiben, daß die erfolgten Bestrafungen durch allgemeine Ver­öffentlichungen bekanntgegeben werden. Mr die Beobachtung der Preisbildung feien die Preis- prüfung# st eilen durch Kommissionen zu er­gänzen, deren Mitglieder insbesondere auch auS der minder kaufkräftigen Verbraucherschaft zu ent­nehmen sind. Da mit einem plötzlichen Umschwung der gegenwärtigen Hochkonjunktur jedoch gerechnet werden müsse, fei den öffentlichen Stellen empfoh­len worden, vorübergehend jeden Auftrag zurück­zuhalten und auch die AotstandSarbeiten soweit wie möglich einzufchränken; jedoch seien schon fehl Vorbereitungen zu treffen, um für den Zeitpunkt diese# Umschwunges solche Aotstands- arbeiten in vermehrtem Umfange wieder auszu­nehmen und den Bedarf an Industriewaren in vermehrtem Umfange in Auftrag zu geben. Die Behinderung der Arheitsrnöaüchkeil auf vielen Ge­bieten fei durch unsere bedrängte Kohlenlage verursacht Aamentfich das Wohnungsbaupro­gramm de# kommenden Sabre# könne nur durch eine wesentlich gesteigerte Produktion an Bau­stoffen gesichert werden wa# nur durch hermtbrte Kohlen Produktion möglich sei Alle diese Schwierig­keiten könnten nur beseitigt werden, wenn im Stein- foßlenbergbtiu wieder Ueberschichten gefah­ren würden 3m 3nterefTe der deutschen Vvlks- totrtfrfK.ft fei diese Anforderung an den Bergbau sowohl an Arbeitgeber wie Arbeitnehmer zu stel­len. Die im übrigen hauptsächlich durch eine un­gesunde Spekulation hervorgerufenen Schwierig­keiten der Sifen Versorgung würden durch geeignete Maßnahmen der zur Adelung der Marktverhaltnifse gesetzlich berufenen Organisation geregelt werden

Die allgemeine Aussprache, die tfich -an den Bericht de# Reichswirischrftsministeriums schloß, führte zu einer erfreulichen Uebercinftim- mung über die schwebenden wirtschaftlichen Fragen. ES wurde allgemein zum Ausdruck gebracht, daß vor Löiung derAeparationsfrageder Bo­den für eine gedeihliche Wirtschaftspolitik nicht vorhanden sei.

Kabinettsberatungcn über die Reparationsfrage.

Berlin, 13. Dez. Gestern wurde unter dem Vorsitz he# Reichskanzlers in der Reichskanzlei dieRcparativnSfrage be- fprochcn. An der Besprechung nahmen die Minister und die Vertreter der beteiligten Ressorts teil. Dr. Rathenau berichtete über die von ihm in London geführten Verhand- lungen. Die Besprechung war frreng vertrau­lich. Sie soll beute abend fortgesetzt werden. Dem ^Berl. Sägeblatt zufolge liege fern Grund vor. die Londoner Verhandlungen Ra- tben<ni# als ergebnislos zu dezeichaen.

Die das .BerÜWer Xagebl. erfährt, ist die Antwort der Bank von England auf die Anfrage der deutschen Regierung, ob die Bank gewillt fei, Deutschland einen Kredit cin^uräumen, nunmehr eingetrvffen. Ucber die An der Antwort verlautet nichts.

Hoover über die RrparattonSfrage.

Reuyork, 12. Dez (WTB. durch Funk- spruch i 3n einer R-de über die Lage de# Welt­handels erklärte Hoover, c# fei lehr zu wün­schen. daß eS bei den fchtvebenden Unterhandlun­gen über die Reparationsfrage gelinge, eine feste Grundlage au finden, auf der man eine dauernde wirtschaftliche und politische Stabilität für Deutschland und die Gewißheit regelmäßiger Zahlungen für die Verbündeten ausbauen könne.

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(Ein Aufruf der politischen Parteien des Rheinlandes gegen die Loslösungsbestrebungen.

Köln, 13 Dez. (WTB.) Die Zeitu rgSkorre- fpondenz .Da# Rheinland" meldet: Die unter- Acidmcten pvlrtifchen Parteien des Rheinlande# bcfdHoffcn in der gen »einsamen Tagung in 5C ö nigswinter am 12. Dezember folgenden Aufruf.

3m Augendlict schwerster polittscher und wiri- schafNicher Rot unseres deutschen Vaters an de# scheuen sich fonderbündlerilche X rei i e nicht, den Versuch zu machen, durch offenen Hoch­verrat das Rtzeinsand vom Reich? zu trennen. Diese Menschen, die, wie sie selbst wissen, nur eine Handvoll Anhänger hinter sich haben, glau­ben sich auf eine fremde Macht stützen zu tonnen. Sie werden sich täuschen Unsere ryeinischen LandSleute. erprobt in ihrer Liebe zum Vater- lande und gestähltt gegen Druck und Zwang, treten geschlossen dielen nicht-würdigen Bestrebungen entgegen D«e Ereignisse der (enten Tage zeigen mit brutaler Deutlichkeit, daß die f r a n z ö I r - ,"chen RheinlandSpvlitiker ihr Ziel, die LoSlösung der Rhemiande, mehr al- je mit aller StücksichtSlofigkeit verfolgen. Wir brauchm nur die 2hifmerf1amtcU der gesamten gerecht denken­den Welt zu lenlen auf den unerhörten S.ngrisf in die Rechtspflege und die Unadbäitgigkrit der Gerichte, der durch die aus Devanlaflung dieser Kreise ciittnrngenen Hastc-rklassung eine# Sonder­bündlers stattgefunden hat. Solange daS Rhein­land zu Preußen und zum Reich gehört, hat ein solcher Eingriff in daS heiligste Gebiet der bürger­lichen Freiheit und deren stärksten Schutz nicht stattgefunden. Wir verlangen dieselbe unbedingte Achtung der Unabbänglgleü und Freiheit der Gerichte, die allen Kulturvölker für eine unan­tastbare Grundlage de# Itaatlichen Lebens gilt. GS ist ein frivoler Täuschungsverf r ch, zu behaupten, daß dieser Sonderbündler wegen seiner politischen Tätigkeit txrbaflet worden fei. Er wurde fest genommen in einem seit Monaten gegen ihn sclrwebenden Strafverfahren weg»v Ricktachtung einer Anordnung des jiflänbigen Gericht# und seine# unentschuldigten Ausdlti- beirS al# AngeNagter. Die planmäßig gegen Preußen betriebene Hetze hat nur den Zweck, die LoSlöfung des Rheinlandes vom Reiche vor­zubereiten Auf eine Reugliederung des Reiches auf Gruird de# Artikels 18 der Reich#Verfassung kommt e# den Sonderbündlern in Wirklichkeit nicht an Vielmehr wirbt man offen für eine angeblich neutrale Rheinland-Re­publik. die tatsächlich unter französischer Kon­trolle stehen und noch dadurch zum wirtschaft­lichen Untergang verurteilt werden würde Auch wirtschaftlich ist daS Rheinland auf Gedeih und Verderb mit dem großen deutschen Vaterlande unlöslich verbunden. Es ist ein Irrwahn. zu glauben, daß eine selbständige rheinische Repu­blik oder ein annektierte# Rheinland weniger an Reparationskosten und Steuern zu tragen haben würde al# das übrige Deutschland, ober daß die Last der Besetzung geringer sein würde Die Ein­führung der Frankenwährung würde, wie das Beispiel de# Saarlande# zeigt, den Zu­sammenbruch unserer rheinischen Wirtschaft be­siegeln. Feierlichst erklären wir den Abwehr­kampf gegen Hochverrat und Dummheit, erneuern wir unfern Beschluß vom 9 Zuni 1921, baß für btc Dauer der Besetzung de# rheinischen Gebiete# eine Abstimmung auf Grund des Artikels 18 der Reich^rcrinssung nicht erfolgen kann Wir halten auf ewige Zeiten am Deutschen Reich fest und wollen von einer LoSreißunq des rheini­schen Gebietes nicht# wissen. Das ist die innerfte Heben tu gung und der entschlossene Wille de# Rheinlande#.

Zentrum. SPD.. D. B. P. D. TL V P.. D D. P.

Die USP. erklärt zu diesem Aufrufe: 3n der Uebcneugung. daß die Losreißung der Rhein­lande Vorn übrigen Reiche in politischer und wirtschaftlicher Beziehung den Interessen de# deutschen Trolelariat# nicht entspricht, bekämp'en wir nach wie vor auf# äußerste alle dahingehen­den Bestrebungen. Dir lehnen e# jedoch ab. die Kundgebung der übrigen rheinischen Parteien zu unterzeichnen, weil wir der Ansicht Ftnb, daß die bestimmenden Motive in dem Kampfe gegen die Loslösungsversuche anderer Ratur sind al# die übrigen. ULP _

Köln. 12. Dez (WTB) Nachdem der Reichskvmmistar für die besetzten Gebiete gegen die von der interalliierten Rheinland-nnnl'io n angeordnete Haftentlassung de# Hochverräter# Smeets Einspruch erhoben hat, hat die deutsche Regierung ihre Vertreter in Paris, L o n - don und Brüssel angewiesen, gleich­falls Einspruch zu erheben

Der Reichsral und die Erhöhung der Postgebühren.

Berlin, 12 Dez (D5B » Der Reichs- r a t beschästi ste sich heute mit der neuen Vv i läge über die kurz gemdbete Erhöhung ber Post-, Telegra mm- u n b Fernsprech­gebühren, wonach bk Postgebühren durch­schnittlich aus da# vnwanzigfache, die Fernsprech­gebühren auf das Zünfzeonfache ber Friebens- gebübren erhöht werden sollen Au# den neuen Gebührensätzen ist dervvrzulieben: Im Ortsver­kehr soll eine Postkarte 75 Pf, einZuxmziggramm- brtef 1 25 Alk. kosten, im Zemverkedr eine Post­karte 1,25 Mk.. ein Zwanziggraimnbrief 2 Mk. Briefe von 20250 Gramm im Ortsve. kehr sollen 2 Btk. kosten, im Fernverkehr von 20- 10J Gramm 3 Mk.. von 100250 Gramm 4 Akk. Die Druck- sachenkarte soll 40 Ps. kosten. Drucksachen von 50 Gramm 50 Pf. von 500 Gramm Li# zu einem Kilogramm lind die Sätze von 14 Mk gestaffelt. Päckchen follm 5 Mk kosten, Pakete bi# 5 Kilo in ber Rahzone 6 Mk.. in der Fernzone 9 Mk. Don 5 Kilo bi# zur Höchstgrenze von 20 Kilo steigen die Sähe in der Rah- und Fernzone bis zu 30 bzw. 40 Mk. an. Postanweisungen kosten bi# 100 Mk. 2 Mk.. das Porto fliigi bis zu einem Hebeitoeifungebetrage von 2000 711t.

die Zählkarte dis 10? Mk. 75 Pf und steigen bi# 6 Mk. bei Zahlkartm, über Beträge von mehr al# 5000 Mk. Die Aus.ablnnq#gebubr be­trägt ein Fünftel vorn Tausend de# Beirages. Tie Telcgramm-2£oi tgebübr foll 1 Mk betragen, Lic Mindestgebühr für ein Telegramm 10 Mk Die Fer.,fpr«hgebühren sollen 7uichweg um 100 Proz. cchöht werden. Zeitungspakete in der Rahzone bis 5 Kilo sollen 5 Mk. kosten. Die Zeitungs- gebübr für eine Rümmer bis zu 20 Gramm foll ö*/i Pf betragen und erhöbt sich bis 16 Ps. bei Gewichien von 6090 Gramm, und steigt für jede weiteren 30 Gramm um 3 Pf. Die Min­dest fahr eSgebühr soll 3 Mk. betragen, die Dcr- packungsgebühr für je 100 Rummern bl# 20 Grgmm 1,50 Mk., steigt für Gewichte bi# 90 Gramm bi# 2,30 Mk., für jede weiteren 300 Gramm 20 Pf. meßt. Die Gebühr für Sammel- übctDriiungeii bei 1 Kg. Jahre: gewicht soll vier­teljährlich 40 Pf betragen, für jedes weitere halbe Kilogramm 20 Ps mehr.

An Mehrerträgen werden erwartet: Bei ben Postgebühren 1728,8 Millionen Mars, bei den Postsä^ckgebühren 57 Millionen, bei ben Tcle» gramrngebübrea 200 Millionen und bei den Fern­sprechgebühren 350 Millionen Maik

Dom Berichterstatter des Ausschusses wurde darauf hingewiefen, daß eine wei.er- Heran«, fehung der PostzeitungSgebühren erst ab 1. April 1922 in Kraft treten soll, und daß der Reichspostminister sich überhaupt Vorbehalten habe, über die erhöhten Sähe noch Welter mit der Presse zu verhandeln. In der Aussprache lehnte der Vertreter Sachsens die Vorlage ah, da die sächsische Regierung der llederzcugung sei. daß der Abbau des DefezitS nicht lediglich durch fortgesetzte Gebübrenerböhungen erfolgen dürfe. Der Vertreter Bayerns fltmmte namens seiner Regierung der Vorlage angesichts ber Zwangs­lage der Reirbsregierung zu. knüpfte jedoch daran den ausdrücklichen Vorbehalt, daß die Reichs­postverwaltung unverzüglich daran gebe, durch Aenderung deS DienstbetrtebeS ör- spamisse zu erzielen. Die Vertreter Preußens und Anhalt- schlossen sich dieser Erllärung an.

DerReich-rat nahm schließlich die Vorlage unveränbert mit Stimmen­mehrheit an. .

Einstimmig angenommen wurde eine von dem Bevollmächtigten der Provinz Westfalen, Buch» druckereibesitzer ßenfmg, eingebrachte Resolution, wonach die Rrichsvosiverwalmng wegen der Be­messung ber Zeitung-gebühren mit bem Verein Deutscher Zeitung-Verleger in Beratungen eintreten soll, sowie eine Resolution, die im wesentlichen die Grspamisgebanken einer vorn Reichsratsplenum am 9 Dezember angenommenen Entschließung wiederholt.

Der Prozetz Iagow.

Leipzig. 12. Dez. (Wolfs.) (5. Tag.) Der erste Zeuge. Der vernommen wird, ist der säch­sische Lberfinattzrat Bang, der nicht vereidigt wird, well ein Verfahren gegen ihn fchwebte. da# auf Grund der Amnestie aber eingestellt wurde, und well der Zeuge der Teilnahme ver­dächtig ist. Generalleutnant v. Hülsen sagt aus: Am Abend de# 12. März erfuhr ich, daß Lüttwiy entlasten war. Ich fuhr zu Lüitwitz noch Berlin. Dreier erzählte mir von seinem Vor­haben. Ich luchte ihn davon ab^u bringen. Am Morgen de# 14. März war ich Zeuge der soge­nannten ÄabtnettÄfttjung, in der ich die drei An» geklagten sah 'Sangenbeim sprach viel über toirt- schaitliche Dinge. Die Versammlung machte einen ziemlich tertDorrenen Eindruck Aus die Frage bei Beisitzers bemerkt der Zeuge, von den Dor- bevertungen de# Unternehmen# habe er früher nichts q4»rt, aber nicht geglaubt daß Kapp sich so wenig vorbereitet hätte Ich hatte den Ein­druck. daß rach dem Verschwinden der alten Re­gierung die neue auf Grund der republikanischen Dcriarhir-g gebildet werden sollte

Rerchstustizmirnster a. D Schiffer: Mor­gens ging ich in die ReichSkan.lei zu Kapp, bei dem sich von Hagvw. Falkenhau'en und andere befanden. Kapp fragte mich, ob ich die Konse­quenzen aus den ^retoniHen ziehen wolle Ich erklärte, er habe fern Recht zu seinem Vorgehen: aber mir stünden THadjtoüttd zum W>berstand nicht zur Verfügung. Von Iagow mischte ftch än iiab sagte nttt einer nichtachtenben Hanb-

dewegung: Wk kann man nach den Aovemder- tagen in diesem Haule noch von Recht sprechen? Ich traf in meinem Ministerium zwei Offiziere, die mich verhaften wollten Ich wurde veranlaßt, das Hauo nicht zu verlast«, Mein C h« "ort zu geben, lehnte ich ab. Der Zeuge st'rrchi Ninn von den Verhandlungen der P^rrtersuhrer über die in Au^fcht genommene Arnneslie

Schiffer wehrt sich gegen die Unterstellung, abwesenden Regierung gegeben bube liege offenbar eine Verwechslung mit den Belprechung«, der Parieisührer vor E# wird ein von Kapp an Schiller gerichteter, aber nicht in tue Hände des Adreslaien gelangter Dries verlesen, worin er seinen Rücktritt erklärt und sich über die Lauterkeit seines Vorgehens usw. äußert, sowie ^Diirurf dos

gegen den Hunger des Bolschewismus wollte er sich wenden.

Staatssekretär a. D Freiherr v Falken- haulen. vorläusia unocreidigt, sagt auS Am 12. Marz wurde i h telephonisch nach Berlin zu v. Iagow gebeten und nahm an einer ArbeitS- vc fammlung der Deutschnationalen Volkopartei teil, worin mir von den Plänen Kapps nüt- qcteilt wurde. Al- ich v. Iagow dort nicht traf, suchte ich ihn in dem Kasino auf und erhielt von ihm den Bescheid, ich solle am nächsten Morgen um 6 Uhr am Brandenburger Tor fein. Kapp rechne auf mich Ich unterzeichnete nur eine Verfügung, die Kapp schon unterzeichnet halte, ebenfalls. Zu dem engeren Kreise, der immer dabei wat. wenn etwas Wichtige# verhandelt tuiffbe, gehörten die drei Angellagten und neben anderen auch ich Kapp wollte meine# Erach­ten# die Herrfä>^ft der Parteien erleben durch eine Regierung, die nach fachlichen Deli.ht#punkten arbeitete. An eine Aenderung der Derfastung dachte ich dabei nicht.

Der Mafchtnistei^maat Schwan aus Senden gibt an, daß er und zwei andere Unterosfiziere am 13. März sich weigerten, den Mariä- ixr Shrhardt-Brigade mitzumaäxm. Dce i>tvl wurden sofort iljre# Dienste# enthoben, em strasgericht- lk:es Verfahren gegen sie nicht cingeleitet. Ein CffUkv suchte die drei umzustimmen, indem er er­klärte. Ite seien nicht richtig auf die Veriaffung icreiblqt worden. Unter den Mannschaften war der geplante Putsch ein offene# Geheimnis

D e nächsten beugen, 'Maschlnistei mant Wag­ner au# Wilh.lmshaven und Maschinistenmaat G i n h o r n bestätigten unter Eid t-k AuSläge Schwans

Weitei-verHandlung DknStag.

Frankreich und die Abrüstungsfrage.

Paris, 12. Dez. (Wolff.) ImPetit P a r i f i c n wird die Frage gestellt, nb da# Abkommen zu Bieren, das über den Stillen Ozean getroffen wurde, nicht un­ter derselben Form für Europa und die BewaffnungzuLande Anwendung fin­den könne. Man stelle diese Frage In Washington. Man schicke sich vielleicht an, sie Frankreich in London zu stellen. Man dürfe sich nach dieser Richtung keiner Illufion hin- fleben. Die Hälfte der Welt glaube in diesem Augenblick, daß eine ähnliche Kollektiv- e r k l ä r u n g wie die von Washington, hin­sichtlich Europa Frankreich genügen müsse, um zu entwaffnen. Es gebe sogar Gründe, an­zunehmen, daß man englischerfeitS darauf ver­zichtet habe, Die Zusicherung von Amerika zu erlangen, daß es sich dieser Art europäischen LlbkommenS anschließe. InSuropaseidie Lage ganz verschieden. Franftvich sei von Deutschland durch keinen schützenden Ozean getrennt. Bestimmte und zahlreiche Konfliftsursachen beständen durch die Tatsache selbst, daß Deutschland mit seiner Lage un­zufrieden sei. Frankreich werde sich niemals zu einer Beschränkung ber Bewaffnung her- beilassen, solange man ihm nicht eine regel­rechte Garantie biete. Degen eine solche Ga­rantie sei e# wahrscheinlich geneigt, ben besten Beweis beS friedlichen Willens zu geben, bu eS sich aber um begrenzte Berpflichtungen hanble, sei eS vergeblich, anzunehmen, daß Amerika sich hierzu verstehen werde. Im Interesse der amerikanischen Freundschaft müsse diese Angelegenheit rein europäisch blei­ben. Die Franzosen seien einig mit den Ver­tretern Frankreich#, wenn sie für ihr Land be­anspruchten, nur in einem Maße abzurüsten, tote sie eS für gut hielten. Bei dieser Gele­genheit Frankreich mit einer Art moralischer Isolierung zu drohen, werde übrigens nur sei­nen Entschluß bekräftigen können.

Paris, 12. Dez. (WTB.) Im Laufe einet Debatte tn ber f ran zösif chen Kammer über baS Budget der auSwäritgen Angelegen­heiten sagte Mmtstervrästdent B r i a n b Wenn man entwaffn en wolle, genüge eS nichts daß man allein fei Die »wei. bte fich gegenüber steh-m. müßten ben g'ei Geisteszustand haben. Andre L e f ö v r e habe in der Kammer Tat­sachen vorgebracht. die der Reichskanzler bestritten habe Diese Ableugnung hinde-e nicht, daß m Deutschland Verheimlichungen ftattgefun- den hätten Der Wewris werde durch die Ent­deckungen ber Kontrallkommistion geliefert Daß man versuche, btc Bedeutung dieser Entdeckung«, herabzusetzert, verstehe sich. Aber Frankreich fei verpflichtet, sie tn Rechnung zu stellen. Sy lange.