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bte Mm 25 Septe-nber bis 1 Dttober ttotifrnbet, f einen sehr erfolgreichen 3eriauf Die Qkbeutunß Frankfurts für den Tabakhandel wächst beslän- k,ig Die Dachfroge nach Ausstellungsfläche auf ben 3nternatwnalen Messen kann vom Frank- furter Meßamt trotz angestrengter Bemühungen nicht befriedigt werden Zur kommenden Herbst­messe find die für den Tabakrnartt aus- Ichliehlrch reservierten Hallen durch 2Dtbau_ toc- sentüch vergröbert worden und die Einkäufer werden hier wieder ein ästhetisch und werbe- »echnisch gleich gelungenes Bild sich entrollen sehen. Sie Tabakausfteller legen bekanntlich gro­tzen Mert auf eine künstlerische Ausstattung ihrer Stände, und die Zahl der Künstler, die slch mit niesen Arbeiten befassen, wächst von Messe zu Messe.

V. Marburg. 11. Sept 3n dieser Woche iindet yzr bet De rt rete rtag der eva n g. Jungs rauenvereine Deutschlands statt mit Mitgliederverfammlung und einer Ar beitslagung für bte Leiter und ßcüerinnen der Zugendvereine Es find die Dereme sehr zahl­reich aus allen Gauen Deutschlands, besonders auch aus den besetzten oder abgetretenen Ge­bieten vertretet, ja sogar aus Amerika. Holland, Dänemark und Schweden sind Abgeordnete an- wesend. Der heuttgc Sonntag war zu einem Zu gendsonnt ag gestaltet und nahm dank einer ausgezeichneten Organisation, prachtvollen 'Detters und einer Massenteilnahme der weib­lichen Zugcnd, wie sie Marburg noch nie Ze­ichen. einen großartigen Verlauf Vach zwei liturgisch reich ausgestatteten Gottesdiensten in her rluiversitätSkirchc. in denen Pastor Thiele- Bcrtin, der Leiter des Sesamtverbandes predigte, nedanrmeUcn sich die Zugendvereine zu einer machtvollen Kundgebung auf dem Marktplatz, wo Lieder mit Ansprachen wechselten, der große Platz reichte nicht au.6, die Menschenmassen aufzuneh­men. 3m gemeinsamen Festzuge zogen um 1/<2 Uhr mehr als 2000 Mädchen, begleitet von vielen Posaunenchören durch die mit Fahnen reich ge­schmückte Stadt nach dem Festplah Weidenhausen, wo die Versammlung von Oberbürgermeister Trohe (Marburg) begrüßt wurde. Hier spielte sich nun ein fröhliches Treiben ab. unterbrochen von Chören, gemeinsamen Gesängen. Ansprachen, Leigen und Spielen. Die zweimalige Ausführung des Festspiels .Sin Sang von der Helligen Elisa­beth" von Sva Maria Kranz, schloß den Jugend- sonntag stimmungsvoll ab. Morgen beginnen bte Konferenzen und Vorträge des Verbandes.

Hochschulnachrichten,

Madrid, 12. Sept. Das Amtsblatt per- äff entlief)! ein Dekret, wodurch den Uni» Derfttäten die Autonomie verliehen wird. Die Universitäten sind berechttgt, sich selbst zu verwalten. Die Statuten müssen zu­vor der Genehmigung des Unterrichtsmini­sters unterbreitet werden.

Kunst und Wissenschaft.

Parts. 12. Sept. (Wolff.) Dach einer Mel­dung des .Petll Paristen" aus London verläßt bie Expedition Shakletv ns am Sams­tag London, um eine Sudpolreise anzutreten. 5ur die Srpedttton sind 23 Zahre tn Aussicht genommen.

Gerichtssaak.

mc Frankfurt a. W., 12. Sept Der Vuchhalter Ernst Herfurth hatte für seine Finna Gelder einzu kassier en und brachte eS auf 25 000 Mark. Anstatt nun die Gelder abzuliefern, machte er einen sogenannten .Stehschoppen", bet sich solange ausdehnte, baß von dem Geld in einigen Lagen nichts mehr übrig war. Äun er- lchien Herfurth vvrm Gericht und wurde zu zwei Zähren Gefängnis berurteüt

fb. Koblenz, 12. Sept. Der Pferdehändler G o t f r i e b aus Hilden hatte an zahlreichen ©tei­len Geflügeldieb stähle ausgeführt Der Spitzbube wurde dafür zu 2l/j Zähren Zucht­haus verurteilt.

Vermischtes.

Lach Süd west afrika «ud Lumimien.

fpd. H e r b o r f, 12. Sept. 3m August wan­derten von hier etwa 20 Bergleute nach dem rumänischen Siebenbürgen aus, um dort in Koh­lenbergwerken tätig zu fein. Aach Briefen der Ausgewanderten gefällt es chnen dort gut. fv daß sich weitere Familien zur Auswanderung nach dort entfchloffen haben. Gletchzellig wan­dern von hier aus dieser Tage mehrere Derg- Icutt nach Südwestafrila aus. Diese Leute wa­ren bereits bis zum Kriege in den afrikanischen Kupferminen tätig und haben sich nunmehr aber­mals auf drei Zahre bei freier Hin- und Rück- tobrt verpflichtet

Attö hem AvUsverkrurhtguttgsblaU. |

Das ArntsverkündigungSblatt Ar. 130 vom 12. Sept, enthüll. Vergnügungs­steuer Bewilligung der Kriegstellnehmerbei- hllfe. Heimschaffung der russischen Kriegs- gefangenen. Einsendung der Kreisabdeckerei­verzeichnisse Steuerabzug vvm Arbeitslohn. Anschluhgl .iS der Firma Scheidhauer u. Giefsing Walzarbeiten. Feldbercmigung zu Watzen­born-Stein berg und Lumda. Dienst Nachrichten.

Wegen Vornahme von Walzarbeiten wird die Krmsstraßc .Gieße nS t c i n b e r g von der Kreisstraße .GießenHausen bis zur Bahn für jedenBeriet)r bis auf weiteres gesperrt. Der Verkehr totrb von Steinberg über Watzen­born, Hallestelle Schiffenberg nach Gießen ge­leitet. Die Sperre der KreisstraheWatzenborn Schiffenberg" wird aufgehoben.

Dienstnachrichten. Heinrich Zim­mer V. zu Vonnenrvth wurde als Hllfsfelb- fchüh für die Gemeinde Aonnenroth ernannt und verpflichtet

Handel.

Berlin, 12. Sept. (Wolfs.) Börfen- timmunaSblld.) Die von den Zeitungen ver­öffentlichten Warnungen gegen die Gefahr einer übertriebenen Börsenspekulation haben bei dem Privatpublikum offenbar ihre Wir­kung nicht verfehlt. Heute überwog bei Be­ginn das Angebot entschieden, waö die 9ärtt>= bewegung unregelmäßig gestaltete und zum Toll bettächtliche Kurseinbußen zur Folge hatte. Besonders litten tn letzter Zeit vornehm­lich in die Höhe getriebene Werte. Es verlo­ren Thale etwa 100 Proz., Gelsenkirchen mehr als 50 Proz^ Akkumulatoren 48 Proz., Anglo-Continental 38 Proz., A. E. G. 27 Pro­zent, Bergmann 35 Prvz., AugSburg-Rürn- berger Maschinen 50 Proz. Dach Erledigung des ersten Verkaufsandranges trat aber bei ruhigerem Geschäft unter Schwankungen eine Befestigung ein, was in Zusammenhang mit dem Anziehen der Devisenkurse gebracht wurde. Durchweg feste Haltung bekundeten oberschlesische Werte, von denen Oberschlesi­scher Eisenbahnbedarf im Verlaufe um 70, Oberschlesische Eisenindustrie um 36 und Katwwitzer um 30 Proz. stiegen. Laurahütte schwächten sich dagegen ab. SchiffahrlSaktten waren gleichfalls gedrückt. Bankaktien zogen aus Meinungskäufen bettächttichen Augen in Erwartung hoher IahreSergebnisse wegen des ausgedehnten Börsengeschäfts. Die Erhöhun­gen betrugen bet der Berliner Handelsgesell­schaft 36, der Commerzbank 28. der Darm­städter Bank 48, der Deutschen Bank 40 Pro­zent. Valutawerte wurden wegen der Steige­rung der Devisenkurse meist beträchtlich höher bezahlt, mexikanische Anleihen um 100 Pro­zent und darüber. Eanadaaktien gewannen 60 Prozent. 3n Kolvnialwerten war die Kurs­bewegung aber nicht gleichmäßig. Bemerkens­wert war der Rückgang der Schantungbcchn- aktien um 53 Prozent. Am Anlagemarkt war die Kursbewegung im allgemeinen gering­fügig. Oesterreichische und ungarische Anleihen schwächer. Devisen stiegen hauptsächlich wegen Materialknapphett.

Franksurt a. M.» 12. Sept. Börsen- stirnmungsbild. 21n der heutigen Börse machte sich bei Beginn des Verkehrs wieder ein lebhaftes Geschäft bemerkbar, wiewohl "bie Ten­denz nicht einheitlich war. Dian konnte im all­gemeinen beobachten, daß größeres Angebot an den Markt kam. Die Mahnrufe bei Danken scheinen beachtet zu werben. Immerhin waren Wieberum Spekulation und Privatpubllkum mit Kauf- unb Deriaufsaufttögen am Markte. Die Kursbewegung in bei ersten Dörsenftunde unter­schied sich gegen die letzten Verkehrstage darin, daß die stark gestiegenen Aktien ihren Kursstand nicht in allen Fällen erhalten konnten. Unter den Aktien, in denen laufend Dotierungen vor­genommen wurden, war die Haltung nach oben und nach unten start fchwanlend. Heimische Bank­aktien lagen fest. Berliner Handelsgesellschaft waren bgj, erster Dvtiz 30 Prozent gesteigert, ©ehr gesucht waren Deutsche Dank. Felten und Guilleaume setzten ihre Aufwärtsbewegung fort. Lahm eher waren angeboten unb verloren 9 Pro­zent. Bergmann zogen 10 Prozent an. Zu re- Sercn Umsätzen tarn es in Mannesmann, plus 3 Prozent. Ferner lagen fest, Gelsenkirchener, Rheinstahl und Westeregeln. Angeboten waren Phönix. Hapag schwächten sich ab. Am Einheit-- marf4 nahm das Geschäft keinen größeren Umfang an. 3m freien Verkehr war die Grundftimmung schwankend. Die Bbrfe schloß fest. Privatdiskont

3*/, Prozent.

3 Mnfcf utt a. M.. 13. September.

Sttßütt Dev rf eLmartt.

Geld Brief Geld Dries

Datum: 9. Sept. 12. Sept.

21m|TerMm- Stottert. 3031,95 3038,05 3346,653353,35 Brüssel.Antwerpen . 719,25 730,75 761,70 763,30 Cbriftiania 1258,70 1261,30 1368,60 1371,40 Kopenhagen 1688,30 1691,70 1 838,15 1 841,85 Stockholm .... .3062^0 2067,10 2257,70 2262,30 helsingsorr 128,85 129,15 130,- 130,30 Italien 418,55 419,45 499,- 459,45

London 357,10 357,90 394,10 394,90

NeuoorK 95,90 96,10 10:^5 105,65

Par» 726.75 728L5 772,29 773,80

Schweiz 1643,351646,65 1835,641839,35

Spanien 1248,751251,25 1408,551411,45 Wien (alter). . . . .,

Deulsch-Oestar. . . . 20,08 10,12 10^3 10,57

Prag......... 117,85 118,15 127,10 127,40

Budapest 22,07 22,33 23,87 23,43

Bulgarien .....,e,

Konstantinopel. ...,

Die Marttprelle siegen um so viel über dtt 5tallt>reifen. alS sie die nicht unerheblichen Ge­wichtsverluste. Spesen und Händlergewinn in ftch schließen.

Frankfurter Produktenmarkt.

Frankfurt a. M., 12. Sept. Die 9c* Visenbewegung beeinflußt die hiesige Gerieidc- börse in erheblichem Maße. Zu etwas lebhaf­teren Umsätzen kam es in Weizen, wo bessere Preise bezahlt wurden, während sich für Rog­gen nur geringeres Zntcresse zeigte. Gerste 1)01 etwas regeres Geschäft zu verzeichnen. MaiS stellte sich höher. Hafer unverändert. Futtermittel lebhaft und fest. Kleie und Bier- treher sind gesucht. Zu regen Umsäyen kam eS in Hülsenfrüchten, besonders in guten Erb­en. Linsen und Dohnen stark beachtet. Lu­zerne und Rotklee zur Saat findet Aufnahme. ReiS fest. Heu und Stroh nur wenig verän­dert.

Börsenkurse.

Datum'.

VL Disch AriegsanL 4*/. Disch. Neichsaill. 8e/e Dtfch. Beichsanl. 4 e/ Preutz. Aonfol, Darmstädter Bank . Deutsche Bank . . . Disconto-Gesellschast Dresdner Bank. . . 51ationalbank f. D. . Mitleid. (trebitbank. H.-Amerik Pakets. . Norddeutscher Lloyd. Boch.Guhstahlwerk . D.-Luxemb. Dergw.. Gelseickirch.Bergw. . Harpener Bergbau . vberschtes. Elsenb.-B. Oberschlef. lkisenind. . Phönii-Dergb -Akt.. Bad. Anilin, u. Soda Höchster Farbwerke, fclektr. 2L G. ® Schuckert-Werke. . . Fellen-Guileaum». . Daimler Bub.. Eisen«.. Akt. . Adlerwerke */ 6efi.5tQatsanl , Elektron Griesheim.

FrankfurtBerlin

1-Ufcr- l-Uhr- Schluß- Anf -

Kurs Kurs Kurs KurS

9.9l 12.9. 9.9. 12.9.

77,50 77,50 77,50

- - 76,50

77,25

,, 65,

257,- - - 399.- 330,50

323,-

250,

259 - 248,- 255,-

- - - 245,75

724,-

, - 595,

680 - 719,- 660,-

- - - - 783,-

525 - 551,50 590,-

- -,- 470,-

- - 770,- 795,-

565,- 560,-

503,-

488, 460,- 450,-

420,50

655,- -,- 725,-

414,- 368,-

800,- 795,- 780,-

442,- 440,- 449,25

-, 65,50

Marknotienmgen. *

Für 100 deutsche Mark wurden gezahlt: Saturn: 1.7.1t. 10.9. 12.9.

Zürich 125,43 5,80 5,55

Amsterdam Fl. 59,23 3,15 3,-

stopeuhagen Ar. 88,83 5,85 5,50

Prag Ar. 117,80 Stockholm Ar. 88,8) 4,70 4,50

Wien Ar. 117,85 London Sh. 97,8J 549 4,88

Paris Fr 125,43 ,- 13,-

Nenyork $ 23,83 -, - 0,92

Züricher Devisenmarkt.

12. S. 12. 9.

Wechsel auf

Holland Deutschland ..... Wien p ::::::::: London ........ Italien ....... Brüssel Budapest ...... Neuyork Agram ....... Bukarest

Schweizer Franken 100 - 185.- 183.50

100 Böl = 5.75 5.25

100 Ar. =» 0.575 0.525

100 Ar. = 7.05 7.05

100 Fr. » 44.20 41.50

1 £ = 26.74 21.59

100 ß. - 25.10 24.60

100 ^r. - -*2.75 40.85

100 Ar - 1.30 1.20

100 | - 582 - 579.-

100 Ar. = 2.85 3.70

100 L. = 5.50 5.20

Märkte.

Frankfurter Schlachtviehmarkt

Frankfurt a. Kl., 12. Sept. Amtlicher Dericht. Trotz bedeutenden Auftriebs ließen die Preise für Großvieh nur wenig nach. Bei den übrigen Viehgattungen hielten sich die Preise. Der Handel deS ganzen Marktes war schleppend Dei Schweinen verblieb Ueberftanb. Aufgetrieben waren 2491 Stück Großvieh: davon 452 Ochsen, 221 Bullen. 1818 Färsen unb Kühe: ferner 474 Kälber, 150 Hammel unb 1251 Schweine. An Preisen würben angelegt per Zenter Lebend­gewicht: für Ochsen 500825 Mari, für Dullen 500(00 Mari, für Färsen unb Kühe 250800 Mart, für beste Kühe bis 725 Mart, ferner für Kälber 600900 Mark, für Hammel 300500 Mari, für Schweine unter 80 Kilogramm Lebend- gewicht 10501350 Mart, 80 bis 100 Kilogramm 14501550 Marl. 100 bis 150 Kilogramm 1450 bis 1600 Mari, Sauen unb Eber 11001350 Mart.

(Zn einem Tell bet Auflage wiederholt) Nordische Woche.

Lübeck, 11. Sept. (WD.) Diele auslän­dische Gäste haben bereits die Stadt ocrlaffat. Dach dem Finnländernbend im Schabdelhause fan­den sich die finnischen Studenten zu einer Ad- schiedsfeiet im Schifferhaufe zufannnen. Der Ge netal von Morgen widmete den Scheidenden herzliche Worte. Zwei Herren auS Helsingfors dankten m einem Trinkspruch auf Lübeck und daS Deich Arn gestrigen Morgen wurde ein den deutschen Wafferbrüdern gewidmeter Kranz auf dem Ehrenfriedhos nieder gelegt. Unter den Klän­gen des D«ttfchlandliedes führte der Dampfer .Tvrneo" am Mittag die Studenten in die Hei­mat zurück. Der Vortrag Dr. Graf Hermann Keyserlings -Darmftadt über ,Seins- und KönncnSkulttir" am Vormittag bildete euren würdigen Abschluß der schöngeistigen Veranstal­tung der Dordifchen Woche. Die öffentlichen Ge­bäude waren zum Abschied geflaggt. Am Aach- mittag fanden sportliche Wettkämpfe statt. Den Ausklang der großzügigen Lübecker Veranstaltung bildete die ,Meister-finger"-Aufführung mit an- schließendem GescllschaftSadend tn den Räumen des Lübecker Stadttheaters.

Kieler Herbstwoche für Kunst unb Wissen­schaft.

Kiel, 11. Sept. (Wolfs.) Diezweite Äie* lerHerbstwochesürKunstundWisfen- fchas t würbe heute durch den Oberbürgermeister der Stabt Kiel, Dr. Lucken, seierlich eröffnet. Eine stattliche Anzahl auswärtiger Gäste, darunter insbesondere viele Hochschullehrer und Studenten der skandtnavischeuUniDerfi.äten, waren erschie­nen Aus Derlin war der preußische Minister für Difsenschaft, Kunst und Vollsblldung, Dr Decker, anwesend. Das Reichskabinett war vertreten durch den Staatssekretär Wirll. Geh. Rat Dr. L e w a l d. Das reichhaltige, künsllerische Programm der Fest- tDod)e, die in dem Stadttheater durch Hebbels Dibelungen" ein geleitet wurde, wird durch Dor- tiäge hervorragender Vertteter der Wlssenschaft. sportliche Veranstaltungen und recht sehenswerten Ausstellungen ergänzt. 3n die zweite Halste ber Herbstwoche fällt auch die Eröffnung der n v r- dischen Messe in Kiel, die bereits eine überaus große Zahl von Ausstellern aufweist und wozu gleichfalls vornehmlich zahlreiche Desucher aus den nvrdifchen Ländern angemeldet sind.

Der internationale Kongreß für Völkerrecht gegen England für Irland.

Genf, 12. Sept. (WTB.) Die dritte Kommission des internationalen Kon­gresses für Völkerrecht nahm einftim» mig folgende Entschließung an: Der Kon­greß ist der Ansicht, daß Das irische Volk eine Aattvn bildet, die vermöge ihrer ge­schichtlichen, geistigen und moralischen Kraft wohl in der Lage ist, unabhängig zu leben. Großbritannien hat daher kein moralisches. Recht, das irische Volk zu zwingen, auf eine Unabhängigkeit zu verzichten, einzig und allein aus Gründen der kommerziellen unb militäri­schen Opportunität. Nachdem die brittsche Re­gierung sich selber als Verfechterin des Selbst- bestimmungSrechtS der Völker verkündet und aus dieser Haltung für sich große DorteUe ge­zogen hat, würde sie eine selbstverständliche moralische Pflicht vernachlässigen, wenn sie sich weigern wollte, den Grundsatz vollständig zur Durchführung zu bringen, den sie verrieten hat, sobald eS sich um andere handelt.

Briefmarken-

Sammlungen forme beffere einzelne alte Starken suche aeg. Kasse zu hohen Breifen zu laufen. Scbr. Angebote, evtl, mit Stückzahl, Preis ufw. unt. !M7 an ven Gieß. Anz. Romme uncerbinbL zur Ansicht.

Die Rothersteins.

Roman von Erich Ebenstein.

Copyright 1919 by ©reiner 4 Somp., Berit» W 30.

53. Fortfetzunp. (Nachdruck verboten.)

Magelone» neugierig forschenden Blicke brach­ten Do wieder in drc Wirklichkett zurück.

.Du gehst wohl nun auf einmal gar nicht gern nach MonrepvS?" hatte die junge Witwe gefragt. .Soll ich Rüdiger bitten, daß er dich?"

Do richtete sich stolz auf.

.Doch Ich gehe gern. SS war ja immer mein Wunfch,- jagte sie kühl.

..Dun. dann ist es ja gut.

Magclone war wieder eitel Liebenswürdig- leit. Sie umarmte Do zärtlich unb zog sie an ihre Brust

..Liebe kleine Do. ba wir gerabc allein sind, möchte ich dich um eine kleine Gefälligkeit bitten. Willst bu fic mir erfüllen?

.Gewiß, wenn ich kann."

5>u kannst es ganz leicht. Siehst bu. ich brauche ganz notweniq heute noch etwas Geld. Dicht viel. Aur dreihundert Kronen. Unb ich Gäbe nichts. Unb ich mag doch niemanb anders darum bitten alS dich, da Rüdiger fort ist . . .

.Aber ich habe doch fetbft nichts, als das Taschengeld, das Rüdiger mir bewilligte," rief Do bestürzt Fünfzig Kronen monatlich

.Dun. du verbrauchst doch hier nichts und hast gewiß einen Sparp*ennig beilammen ?

.Leider nicht. Es sind so viel arme Leute hier Tagelöhnerinnen mit Kindern, die aut Graf en egg arbeiten, unb denen ich. Io weit meine

Mittel reichen, aushall. Dreißig Kronen |inb alles, was ich momentan besitze.

.Fatal." Magelvne runzelte die fchöne, Weiße Stirn. .Was brauchst du dich auch um das Tagelöhnerpack zu kümmern! Da, übrigens macht es nichts. Was mir nicht gut möglich ist, Rüdigers wegen, der es mir übel nähme, ist dir lehr leicht möglich. Du brauchst dich nur an Papa zu wen­den. Er ist dir so viel Dank schuldig, daß er es dir gewiß nicht abfchlagen wird . .

Do wurde bunlelrot.

.Das tue ich nicht! Er würde mich doch auch fragen, wozu ich fo viel Geld benötige.

Du kannst ja deine Armen dorfchützen.

Das wäre eine Lüge. Warum batest bu nicht Rüdiger darum vor feiner Abreise?

Weil ich cs da noch nicht wußte, daß ich das Geld so dringend brauchen würde."

Wozu brauchst du cs denn gerade jetzt?"

Die schone Magelonc antwortete nicht gleich.

Sie ärgerte sich über dieGeschichten", die Do machte. Aber schließlich sah fic ein, daß Do gegenüber Offenheit notwendig war.

Die Sache ist die, siehst du: Zch habe eine alte Schuld, von der niemand hier etwas weiß, und die ich bisher nicht begleichen konnte. Denn du weiht doch, daß man Rüdiger bei der Spar­parole, die er ausgab. unb feinen vielen an- bereu Verpflichtungen bisher mit solchen Dingen nicht kommen durfte. Sv zahlte ich allo nurbu Zinsen, muhte aber diese nun auch zweimal schul­dig bleiben. Aun schreibt mir mehr Gläubiger beute wenn ich nicht binnen drei Tagen wenig­stens ' die Zinsen schick, würde er selbst nach Grafenegg kommen oder mich verklagen. Sartnit kann ich es aber doch keinesfalls anfommen lasien." .

»Dein, darauf kannst du es nrcht anfommen

lallen," murmelte Do mechanisch. Sie war ab­wechselnd rvt unb blaß geworben.

Magelvne hatte heimliche Schulden. Der Ge­danke entsetzte sie. Sie dachte an Rüdigers Lage. Wie rastlos arbeitete er. Wie versagte er sich alles, um die Situation der Seinen wieder sorg­los zu gestatten und die Frau, die er liebte, machte heimlich Schulden?! Do wußte ganz ge­nau, baß sich Magelvne im letzten Halbjahr auch nicht bie kleinste Kleinigkeit versagt hatte von ihren luxuriösen Launeu unb Gewohnheiten, wenn fte aus Grafen egg auch immer vomSparen" sprach.

0 sie war falsch unb schlecht! Sie würde Rüdiger zum Dank für seine Liebe noch unglück­lich machen. Unb man mußte schweigend zu- lebcn . es war doch gut, baß sie, Do, nach Wonrepos zurückkehrie. Dann brauchte sie bies traurige Spiel, das Magelone mit den besten, edelsten Menschen trieb, nicht länger mit an- sehen . .

Zorniger Groll erfüllte Dos Seele Am cm» pörenbflcn fand sie, daß Magelone ihr nun zu- mutetc. durch eine Lüge Geld vorn Fürsten zu erbetteln.

.Dun, Kleine, willst bu Papa um das Gelb bitten?" frag Magelone ungebuldig.

Hein! Du mußt selbst einsehen, daß dieS unmöglich ist."

.Warum? Du hast doch fo viel für ihn ge­tan . .

Eben darum! Es sähe aus, als wollte ich Bezahlung für das, was ich einzig aus Liede tat."

Sie wandte sich schrvll ab und trat ans Fenster, durch das sie stumm tu den Part hmab ah.

Magelone war vor Zorn erblaßt. Emen Augenblick stand sie regungslos ba, dann eilte

sie Do nach und trat dicht an sie heran. Ihr schönes Gesicht war ganz entstellt, bie blauen Kinberaugen funkelten wie Messerllingen.

Was bu immer gleich für große Worte rnachsi," sagte sie in hohnvvll zischendem Tone Aus Liebe! Za aber nicht für den Vater, sondern für den Sohu! Glaubst du, ich durch schaute dich nicht längst? Schon einmal habe ich es dir merien lassen, aber bu leugnetest natür­lich. Soll ich dir sagen, warum du meine Bitte äbschlägst? Einzig und allein darum, weil du hoffst, nun werde Rüdiger von meiner Schuld erfahren und sich von mir abwenden zu bu Aber sei beruhigt, ich bin klüger als bu und laste ihn dir nicht."

3d) habe ihn nie begehrt! unterbrach hc Do hoheitsvoll. .Alles, waS ich wünsche, ist, daß du ihn so glücklich machst, wie er es ver­dient!"

.Wie selbstlos!" spottete Magelone. außer sich durch Dos Ruhe. .Ader ich glaube dir nicht Wir werden erst Ruhe haben vor dir. bis bu wieder in deinem Monrepvs sitzt, bas du nie hättest verlassen fallen. Dort magst bu deinen Maler weiter küssen und dabei zur Einsicht kom­men, daß er eine viel passendere Partie für die Tochter einer Schauspielerin ist, als der Majorat»- Herr v Grafenegg, zu dem du so dreist die Augen erhobst."

Statt aller Antwort beutete Do stumm nach ber Tür. Es wäre ihr unmöglich gewesen, aut bieten Brutalen Angriff auch nur eine Silbe zu erwidern.

(Fortsetzung folgt)