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5. Fortsetzung.

(Nachdruck verboten.)

die gar Eduard

Vermischtes.

Große Waldbrande.

Man hatte ihr ein Zimmer neben dem ihrer Kusine Anneliese angewiesen und gesagt, dass um acht Uhr gespeist werde. Das war alles. Es fiel der schönen Anneliese, die nebenan, leise eine Opernmclodie trällernd, hin und her ging, nicht ein, nach der Kusine zu sehen und ihr etwa durch ein freundliches Wort den Mebergang zum neuen Leben zu erleichtern.

Do fühlte sich ganz mutloS und zerschlagen. Sie setzte sich an eins der großen Fenster, dessen Spiegelscheiben offen stunden, und starrte htnab in den Park, des en Dlumenpai terre im Glanz der untergehenden Sonne lag. Aber die Farben­pracht entzückte sie nicht, so sehr sie Blumen liebte. Es war alles so künstlich und exotisch, was da Gärtnerhände geschaffen hatten.

Sie dachte an die verwilderten Wiesen im Part von MonrepoS mit ihrem bunten Blumen­flor, und heiße Tranen stürzten aus ihren Augen.

Sie weinte wild und stürmisch, wie ihre Sehn­sucht war. Plötzlich hielt sie erschrocken inne. Linten an der Terrassentreppe war knatternd ein Automobil vorgefahren, und gleich danach ent­stand eine gewisse Unruhe im Hause, wie sie die unerwartete Ankunft eines Menschen hervorzu­rufen pflegt.

Ausrufe der LIeberraschun»g wurden laut, Diener eilten herbei. Türen wurden hastig gc-

Wettervoraussage

für Donnerstag-

Vorwiegend heiter und trocken, tags warm, nvrdl.che Winde. Gewitterneigung

Die Wetterlage hat sich wenig geändert.

Hochdruckwetter hält weiter an.

durch fremde Diebe wieder überhand. 3n der Gemarkung Gronau wurden zwei fremde Diebe, die bereits mehrere Zentner Kartoffel» in ihren Rucksäcken verstaut hatten, von einem Landwirt überrascht. Die Diebe zogen Re- dolver und erreichten dadurch, das) der Land­wirt ihnen den Raub nicht abnehmen konnte.

Hcsien-Nasian.

Tine Spielhölle aufgehoben.

öffnet, und brausten aus dem Korridor horte Do flüchtig eilende Schritte nach der Treppe zu.

Sie beugte sich aus dem Fenster und sah hinaus. Ein einzelner Herr stand neben dem großen Tourenauto sprach mit dem Chauffeur und überwachte nebenbei die Abladung seines Gepäcks, das auS vielen kleinen Stücken bestand und höchst kunstgerecht da und dort aus dem Gefährt untergebracht war.

Die letzten Strahlen der Abendsonne fielen gerade aus sein Gesicht, das braungebrannt von der Sonne war, merkwürdig energisch aus­gearbeiteten Zügen, einer hohen Stirn und kohl­schwarzem Haar darüber. Ebenso kohlschwarze Brauen und Wimpern beschatteten zw i I ellg aue Augen, die wie Lichter darunter funkelten. Das Gesicht glich dem der schönen Anneliese sehr, nur ins Männliche übersetzt Z?drm Menschenkenner mußte dieser Kovf bedeutend und interessant er­scheinen. Auf Do wirkte er beäng tig nb. S e sah nur die strengen Linien und daS kühle, hoch­mütige Leuchten dieser hellen Augen, deren Blick etwas Gebieterisches hatte.

Und sie fuhr nun zusammen, als sie Anneliese sagen hörte:Welche Ueborraschunz, R d g't. baß du schon heute kommst. Wir erwarteten dich nicht vor übermorgen."

Das war also Rüdiger ihr Vormund?! Do starrte beklommen hinab. Sie hörte nicht mehr, was gefvrocken wurde, merkte kaum, datz nun Gras Rainer und seine Frau zur Begrüßung kamen, daß das Auto wegfuhr, das Gepäck ins Haus geschafft wurde, die Dienerschaft sich zer­streute und Rüdiger mit feinen Geschwistern ins Porta! trat.

Erst als unten wieder totenstill war. fant

nicht in die Räume passey, in denen VII. seine Gelder verlor.

Landwirtschaft.

Bellersheim, 11. Juli. DieSrnre hat hier ihren Anfang genommen. Korn und Gerste wurden gemäht.

Die Rothersteins.

Roman von Erich Eben st ein. Copyright 1919 by Greiner & Comp., Berlin W 30.

Aus Stadt und Land.

Gießen, den 13. Juli 1921. Annahme von Anzeigen bis zum Abend vor dem Aufnahmetage. Geschaftrstunden von 8VU u. 2V26 Uhr.

lochtet Magclone die anderen kennst du ja bereits."

Der Fürst sprach kurz und trocken. Do hatte das Gefühl, als erfülle er damit nur eine tm Grunde lästige Pflicht. Beklommen trat sie zurück. Lind da sollte sie nun lebenr Inmitten einer Familie, der sie nur eine Störung bedeutete.

Da streckte sich ihr plötzlich eine wunderschöne Frauen Hand entgegen, und eine weiche Stimme tagte herzlich: .Willkommen bei uns liebe Do­rothea! "3d? hoffe, wir werden gute Freundschaft miteinander halten."

ES war das erste warme Wort, das Do hier hörte, und sie blickte dankbar in das blendend schöne Antlitz Magelones, daS von röMch-bwn- dem Haar umrahmt war und zwei große blaue Kinderaugen befaß, die wie erstaunt in die Welt blick len.

Auch Hertha die neben der jungen Witwe stand und mit ihren hohen Schultern und der gedrungenen Gestalt wie ein armer häßlicher Zwerg gegen sie auSfah, begrüßte Do mit ein paar troaenen Worten.

Rur die schöne Anneliese nahm gar keine Rotiz von ihr. Sie hatte die klare, elfenveinweiste Bläsfe. und das seidige, glänzend bunfie Haar der Italienerin, wie sie überhaupt ganz der zweiteti Frau deS Fürsten glich, Die sine römische Prinzestin gewesen war.

Bei DvS Eintritt hatte fie einen raschen Blla mit ihrem Bruder Rüdiger gewechselt. Run trat sie zu ihm und flüsterte spöttisch:Hab ich nicht recht gehabt? Ist sie nicht eine Heine Wilde und eine Vogelscheuche dazu?"

l Fortsetzung folgt)

Drohende Wafsernot in Gießen.

Infolge der außerordentlich geringen Nieder­schlagsmengen in den letzten Jahren, aber nament­lich im letzten Halbjahr, ist der G r u n d w a s s e r° stand in verschiedenen Gegenden Deutschlands bedenklich gesunken und überall besteht Rot an Wasser. Die Riederschlagsmenge in der StadtGießen betrug in den letzten 20 Jahren durchschnittlich 580 Millimeter. Im regenarmen Jahr 1911 betrug sie nur 453 Millimeter, 1919 nur 478 Millimeter und 1920 nur 453 Millimeter.

Gerichtssaar.

Zwei Todesurteile.

fpd. Arnsberg, 12. Juli. Die berüch- tigten Sin- und Ausbrecher Wilhelm und Johann Door aus Siegen, die lange Zelt hindurch den Schrecken des Sauerlanbes bil­deten, wurden vom hiesigen Schwurgericht wegen Raubmordes zum Tode verurteilt

Kunst und Wissenschaft.

Die größte Freilichtbühne der Welt in Freiburg i. Dr.

Freiburg mit seinem herrlichen Münster, seinen vielen Ratur- und Kunstdenkmälern wird in kurzem um eine Sehenswürdigkeit reicher sein. Hart am Oftranbc der Stadt Freiburg soll eine mächtige Freilichtbühne erstehen, die alle bis­herigen an Größe und Pracht der Ausstattung weit hinter sich läßt Das gewaltige Unter­nehmen geht von den Gebrüdern F a ß n a ch t aus, in deren Familie das PassionSspiel schon feit vielen Zahrzehnten mit großem Erfolg gepflegt worden ist. Zunächst soll, und zwar bereits im Sommer d. 3., das alte Ober­ammergauer Pafsionsfpiel mit dem Urtext zur Aufführung kommen, jedoch mit dem bedeutsamen Unterschied, daß alles in viel groß* zügigerem Rahmen und mit möglichster Ratur* treue wiedergegeben werden soll.

Für die folgenden Jahre sind je nach den Verhältnissen andere llassische, auf Individual!» täts» und Massenwirkungen berechnete Darstel­lungen geplant, die von Zeit zu Zeit durch eine Wiederholung des Passionsspieles unterbrochen werden sollen.

sie, von einer neuen Enttäuschung niedergedruckt, au) ihren Stuhl zurück.

Eine Stunde später erschien ein Diener, um sie in cken Speifesaal zu geleiten, wo die Herr­schaften sich zu Tisch begeben wollten.

Auch im Speifesaal dieselbe prunkvolle Aus­stattung, die Do vorläufig nur bedrückte. Kost­bare geschnitzte Möbel, schwere Samtportieren, Gemälde und alte Gobbins, die Zagdfzenen dar­stellten. Vor einem großen Kamin aus rotem Porphyr saß Fürst Ubald in seinem Rollstuhl, umgeben von den übrigen Familienmitgliedern. Auch Magelone und Hertha waren aus dem Fürstenhaus gekommen.

Fürst Ubald hatte einen langen weißen Bart, ebensolches Haar und buschige, geradlinige Brauen, was ihm ein patriarchalisches Aussehen gab. Unter den Brauen blitzten dieselben glashellen, scharfen, etwas herrischen Augen, wie sie Rüdiger hatte. Vater und Sohn ähnelten einander überhaupt sehr, nur daß um des Fürsten Mund ein grämlicher, verbitterter Zug lag.

Trotzdem fühlte sich Do unwillkürlich hin- gezogen zu dem alten Manne Vesten Auslehen ihr Mitleid und Respekt zugleich einflößte.

Sie beugte sich tief vor ihm und küßte de­mütig die welke, weiße Hand, die ihr gnädig ge­reicht wutde, während des Fürsten Blick for­schend auf ihr ruhte.

,Durchlaucht," stammelte sie betoegt, wurde aber sogleich unterbrochen.

(Sage nur Onkel Ubald. Du bist ja nun unsere Hausgenossin, und ich setze voraus, daß du dick in jeder Beziehung unterer verwandt­schaftlichen Fürsorge würdig erteilen wirst. Hier ist Rüdiger, dein Vormund. Dort meine Schwieger-

fpb. Koblenz, 12. 3uIL Ein zweitägiger Brand vernichtete einen großen Teil des Ko­blenzer Stadtwalde S Der prachtvoll be­waldete K ü h k v p f. der Stolz der Koblenzer, ' iziger rauchender Bergrücken. An den Rettungsarbeiten beteiligten sich neben der Feuerwehr. und ungezählten Bürgern die gesamten amerikanischen Streitkräfte In hervor­

ragender Weise. Bei Treisa vernichtete ein Brand eine größere Fläche des Gemeinde- Waldes. Dom Gemeinde Wald Bergen-Enkheim fielen etwa 20 Morgen Radelwald einem verheerenden Brande zum Opfer. Zum vierten Male in einer Woche brannte Im gräflichen Forst Heusenstamm. 3m Distrikt Weher bei Wiesbaden wurde durch einen Brand eine etwa 25 Morgen große Waldfläche vernichtet. Da diese Brände in allen Fällen Sonntag nach­mittags ausbrachen, und da gerade Sonntags die Wälder von AuSfluglem überfüllt sind, darf wohl mit groß?r Bestimmtheit behauptet werden, daß in allen Fallen die Ursache auf die Leicht­fertigkeit der Waldbesucher zurückzusühren ist.

Massenhltzschläge in Amerika.

* Berlin, 13. Juli Wie der ,.Lokal-An­zeiger'' aus Reuyvrl berichtet, sind bisher 300 Menschen infolge der Hitze geftorben. Gestern früh ist aber ein Witterungsumschlag eingetreten.

Bevorzugung gemeßen. Steuerfreiheit für diese Betriebe, die keineswegs nur Si ölungebaufen ausführei, so dern alles rb.rn hmm, ist urg-- recht und schadwt den freien Unternehmer. Zn unglaublicher Weise wird mit i?ei Geldern ge- wirtschastet bet Arbeits- und lieserungsvergedun- gen im besetzten Gebiet.

Ma Dr. Osann (D. Dpt.): Auch wir sind der Ansicht, daß dieBauhütte" keinerlei steuer­liche Bevorzugung genießen darf, sonst kann der freie Handwerker nicht konkurrieren . In Darm­stadt ist dieBauhütte" wohl in einem Fall zur Gewerbesteuer herangezogen worden, es muß aber gefordert werden, daß dies im ganzen Lande ge­schieht. Was die Mieteinigungsämter betrifft, fv kann man sich den Ausführungen des Vor­redners anschließen. Es muß erreicht werden, daß das Urteil des Mieteinigungsamtes nicht auf jeden Fall endgültig ist. Heber die Zusammen­setzung des Landes-Arbeits- und Wirtschafts­amtes nagen alle Parteien außer der Linken. Die Aemterbesehung dieses Amtes ist durchaus zu beanstanden. An der Spitze dieses Amtes steht eine Persönlichkeit, die nicht die notwendige Vor­bildung hat. Wenn man da politische Gründe gelten lassen will, so muß aber gefordert werden, baß nicht noch weitere führenden Qlemter mit Personen befehl werben, die die genügende Vor­bildung nicht haben.

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Drogerie Noll, Rahnhof*traße 51. ,

Zum Vergleich sei angeführt, daß das mit Rie- derschlägen gesegnete Zahr 1914 eine Regenhöhe von 694 Millimeter hatte. In der Zeit vom 1. Oktober v. 3s. bis Ende April ds. Zs. be­trug die Regenhöhe nur 194 Mi limeter, während sie in dieser Zeit 375 Millimeter betragen sollte.

Je weniger Riederschlagsmengen t.n S.mmcr zu verzeichnen sind, je mehr steigt naturgemäß der Wasserverbrauch namentlich zum Zwecke der Besprengung von Gärten usw. Die Wa^erwerke werden dann sehr belastet, wie aus nachstehenden Zählen zu ersehen ist. Der durchschnittliche Ver­brauch an Wasser im Zähre 1923 betrug 7219 Kubikmeter täglich. In den letzten Tagen wurden mehr als 10100 Kubikmeter abgegeben. Wenn nun auch die Pumpen des Pumpwerks Queckborn start genug sind, um diese Wasfermenge zu för­dern, so macht es doch jetzt Schwierigkeiten, well in der Erde kein Wasser ist. Die Pum­pen mußten in den letzten Wochen eine unnor­male Saughohe überwinden, und soll en u s noch heiße, regenarme Wochen beverstehen, fo wird es fraglich, ob die erforderliche Menge Wasser gefordert toerben kann. Es li gt datier im Interesse der Bevölkerung, mit dem Was­ser haushälterisch umzugehen und vor allen Dingen das Besprengen der Garten, Gras­stücke. Hose und Bürgersteige in der nächsten Zeit zu unterlassen. Falls der Wasserverbrauch nicht nachlaßt, ist das Wasterwerl gezwungen dazu überzugehen, sämtliche Garten-Waffer- anfchlüsse zu sperren und die Bentlldrun- zu schließen.

** Amtliche Personalnachrichten. Ernannt wurde am 8.3uli der Lehrer Rudolf Paul an der Volksschule Gießen zum Real­lehrer an der Oberrealschule zu Gießen. lieber­tragen wurde am 9. 3uli dem Echulamtsanwärter Heinrich G i m b e I aus Darmstadt eine Lehrer- stelle an der Volksschule zu Rixfeld, Kreis Lauter­bach. Erledigt ist die mit einem evangelischen Lehrer zu besehende Schulstelle zu Ober-Florstadt, Kreis Friedberg.

** DasOberschlesier-Hilfs- w e r t veranstaltet mit Genehmigung der zu­ständigen Staaiskommissare vom 17. bis 24. Juli in allen deutschen Badern und Kur­orten eineBäderwoche für Oberschlesien". Es soll tpenigjtenS an einem Tage in dieser Woche ein Margeritentag stattftnden. Den örtlichen Verhältnissen entsprechend werden Veranstaltungen zugunsten desOberschlesier- Hilfswerks" vorgenommen werden.

♦♦ Der Gietzene Radfahrverein 18 85 ersucht uns zum Bericht der letzten Stadtverordnetenversammlung um die Berich­tigung, daß er die Stiftung eines Ehren­preises, nicht aber eine Beihilfe von 100 Mk. beantragt habe. Anscheinend infolge eines for­malen Fehlers stand auf der Tagesordnung der Sitzung:Gesuch um Gewährung einer Zuwendung zum Radfahrerfeste". Wenn auch bei den Verhandlungen mehrfach von einem Ehrenpreis gesprochen wurde, so schienen dock' die Htadtväter der Ansicht zu sein, daß es sich in erster Linie um eine finanzielle Bei­hilfe handle.

Borirotizen.

Tageskalender f ü r Mittwoch: Handelskammer, Ausstellung beö Friebensvtzr- tragß von Versailles. Kath. Vereinshaus, 8 Ahr, Ausführungen der Waldbühne. Licht­spielhäuser, wie gestern.

Rach der Paufe spricht zu dem) eiben Kapitei Abg. Schildbach (Soz.) üb?r Wohnungsbau und Beschäftigung der Arbeitsloien. Au-'gaden, die die Zahl der Erwerbslolen herabmindern, sind keine unproduktiven Ausgaben. Die sozialen Bauhütten haben viel zur Siebung b*r Bau­tätigkeit beigetvagen. Kommune mb Land haben sie Millionen erspart durch eine gehende, vreis- regulierende Konkurrenz. Eine bevorzugte B - Handlung fordert die B'uhätte niht. WaS die Klagen über die Dietz mz der Posten in dem Arbeits- und WirtschaftSamt angeht, )o müße er fest stellen, daß den heutigen Beamten die )o- ziale Ausbildung, das soziale Derständnis durch­aus fehle, und dieser Geslchisvnnkt sei gerade in dem Landes-A beit?» und Wi tfchaft'amt aus­schlaggebend bei der Auswahl der Beamten Auch in der Gewerbe-Inspektion la*t sich M |er so­ziale Geist noch vielfach vermißen. Ebenso ist es auf dem Lande. Unsere Hochschulen und Univer­sitäten haben die Arbeitskraft eines G a u leS restlos w sse> schäft ih eif r'cht, die Ar­beitskraft eines Arbeiters ist noch nicht erforscht.

Abg. Gesser (3tr.) hatte gewünscht, daß der Antrag Knoll zuerst im Ausschuß verhandelt worden wäre. Sr tritt dann in ähnlichem Sinne für die Interessenvertretung der christlichen Ar­beiterschaft ein wie der Mitantragsteller Knoll. 3n Baden und Württemberg hat die Mitarbeit des christlichen Arbeitervertreters durchaus segensreich gewirkt.

Dizepräsident Soherr teilt mit, daß ein Antrag auf Schluß der Debatte eingegangen ist. Der Antrag wird angenommen. ES sprechen noch die Abg. Lang, der gegen den Abg. Osann polemisiert, dem erRotkoller" vorwirft, was vom Präsidenten gerügt wird, Widmann (Soz.), Dorsch (Hess. Dpt.) (von der Linken mit Hallo begrüßt und dauernd durch Zwischenrufe unterbrochen), der dafür eintritt, daß dieSau- Hütte" steuerlich nicht anders behandelt wird, als der freie Handwerker, und daß den Mieteini­gungsämtern eine höhere Instanz vorgesetzt wird und 11 r st ad t (Dem.), der besonders die Miet- einigungöämter auf dem Lande bespricht und die Saukostenzuschußbestimmungen kritisiert. DaS Kapitel wird dann einstimmig genehmigt Der Antrag Knoll geht zunächst an den Ausschuß.

Aächste Sitzung 3 Uhr nachmittags.

Aus dem Stadttheaterbureau. Eine wirklich intereßante Aufführung ist für Sonntag, den 17. ds. Mts. vorgesehen, nämlich Frank Wedekinds SchwankDer LiebeS- t r a n k". Alle diejenigen, welche Wedekind kennen, werden erstaunt sein, baß dieser Autor, dessen Werke meist schwere Probleme erotischer Ratur behandeln, auch einen Schwank geschrieben hat. Das Werk, das zur Zelt an verschiedenen größeren Sühnen wieder ausgenommen wird, hat aber richtigen Schwankckarakter und dürfte auch hier bei der guten Sefeßung. die ihm gegeben werden kann, den Erfolg erzielen, den es bis jetzt überall gehabt hat. Wir kommen noch naher auf di? Vorstellung zurück.

GesellschaftderGießenerKunst- freunde. Wir weisen darauf hin, daß am 20. Zuli die Gesellschaft der Gießener Kunst­freunde einen Theaterabend veranstalten wird, dessen Reinertrag dem kunstwissenschaft­lichen Institut zugute kommen soll. Siehe Anzeige.

Zum Vortrag Srausewetter sind die Karten zum größten Teil schon verkauft, es empfiehlt sich deshalb für alle, die Sraufp - Wetter Horen wollen, ihren Sedarf möglich)! x! "ur noch ein ein; schnell zu decken. Räheres im Anzeigenteil.

D i e Gießener R u b e r - ® e ) e 11 - Tdjaft 1877 e. V. veranstaltet Samstag den 16. Juli und Sonntag den 17. Juli 1921 die XIX. Ruder-Regatta auf der Lahn (XI. Regatta des Lahn-Regatta-Verbandes). Räheres fiebe Anzeigenteil.

Präsident Raab: An der Spitze unserer Arbeiten steht der Grundsatz:Des Volkes Wohl­fahrt ist höchste Pflicht". Wenn wir alle Schwie­rigkeiten beheben wollen, die sich dieser höchsten Pflicht entgegenstellen, müssen wir alle zusammen­arbeiten. Das Schlimmste ist nur noch die große Wrbnungsnot. Um die Wohnungsnot wirksam zu beheben, Ist eine umfangreiche Wohnungsbau- tätiokett notwendig. Was hierzu geleistet werden konnte, ist geschehen. Reich. Staat und Gemeinden haben erhebliche Mittel und Zuschüsse zur Ver­fügung gestellt. Es konnten damit im Zähre 1919 in Hessen erbaut werden 1650 und 1920 920 Woh­nungen, die viele Millionen Zuschuß erforderten. Die Zuschußbestimmungen find mehrfach geändert worden. Aus den für das laufende Zahr zur Verfügung stehenden Mitteln lassen sich 750 bis 800 neue Wohnungen bauen. Aus den Gemeinden allein liegen aber 1800 Anträge vor. Die Re­gierung bereite einen Steuervorschlag vor. dessen Erträgnisse der Verzinsung der erforderlichen Ka­pitalien dienen sollen, wir können bann etwa 16001700 Wohnungen erstellen, baß bas nicht der großen Rot wirksam steuern kann, ist uns Har. Geplant ist eine Wohn- ober Miet- ß e u e r, die als Zuschlag zur Grund- und Ge­werbesteuer erhoben werden soll. Die Vorlage wird demnächst dem Hause zugehen. Daß die Entscheidungen der Mieteinigungsämter nicht be­friedigen, ist uns bekannt, die Seschwerden mehren sich ständig von allen Seiten. Vor der Einsetzung einer Serufungsinstanz muß ich dringend warnen, well die Entscheidungen schnellstens getroffen wer­den müssen. Die A r b e i t ö I o f e n f r a g e ist die zweite, die uns schwere Sorgen macht. Im Zahre 1919 haben wir Vs Million beantragt, die bald auf viele Millionen anwuchs. Die Zahl der Erwerbslosen schwankte sehr erheblich, und es ist erfreulich, daß sie fett Wochen ständig zu­rückgeht. In den letzten zwei Zähren sind rund 40 Millionen Mark ausgegeben worden. Eng verknüpft mit dieser Frage ist die des Arbeit s- Nachweises, die wir mit Rassau und Waldeck zusammen geregelt haben durch bas Lanbes- ärbeitSnachweisamt in Frankfurt. Die ganzen schwierigen Fragen meines Amtes beruhen in der starken Gegensätzlichkeit der Interessen. Wenn f ich noch nicht akademisches Sier getrunken habe, so darf ich doch sagen, daß Ich redlich bemüht ' war, die Gegensätze auszugleichen. Meine Be­amten haben mir dabei mit großer Sachkenntnis Mr Seite gestanden. Daß den Handwerkern ge­holfen werben muß, ist uns klar, aber bas Hand­werk darf auch nicht glauben, baß es allein auf der Welt sei. Den Vorwurf der einseitigen Be­vorzugung der Arbeiterklasse weise ich zurück upd erwarte von Herrn Sarnes den Beweis für feine Behauptung. Der Sturm gegen die Ge­nossenschaftBauhütte" ist unbegreiflich. Sie schädigt das Handwerk nicht, das tuen die großen Aktiengesellschaften. Wenn die Konkurrenz der Bauhütte den Handwerkern wieder anständig rechnen gelehrt hat, wie es der Fall zu fein scheint, so ist diese Konkurrenz nur zu begrüßen. (6cßr gut! Links.) Was die Zusammensetzung deS Landes-Arbeits- und W'rtschaftsamtes be­trifft, so sind hier vielseitige Kenntnisse und Erfahrungen notwendig. Wenn hier einmal ein Beamter angestellt wird, der sich diese Erfahrun­gen tm praktischen Leben erworben hat. so ist das durchaus wünschenswert. Den Antrag Knoll kann die Regierung so nicht akzeptieren. Das Land^S-Drbeits- und Wirtschaf:?amt ist noch im Ausbau begriffen. Wir werden berechtigte Wün­sche habet selbstredend berücksichtigen. Ich selbst werbe meine Arbeit, auch wenn sie manchem miß­liebig ist, Im bisherigen Sinne fortführen nach dem Grundsatz: Den wirtschaftlich Schwachen den stärkeren Schuh des Staates.

Landkreis Gießen.

ne. Bellersheim, 11. Juli. Rach siebenjahriqer Abwesenheit kehrte heute Hein­rich Kapeller a u 5 russischer Gefangen­schaft zurück. Die beiden Knaben, die bei Kriegsbeginn noch klein waren, kannten den zurückkehren.den Vater nicht mehr. 1918 wurde er noch nach Sibirien verschleppt und erhielt keine Rachricht mehr aus Deutschland. Unter unsäglichen Anstrengungen und Entbehrun­gen gelang es ihm endlich, die Heimat wieder zu erreichen. Der Gesangverein brachte dem Zurückgekehrten ein Ständchen.

_L Dersrob, 10. Zull. Das Bundes- s ä n g e r f e st des Dolkssängerbundes Ehattia fand heute unter Leitung des Lehrers Wolf statt. Damit verband der hiesige Gesangverein sein 25. Stiftungsfest.

Kreis Friedberg.

Felddlebe mit Nevo'vern.

fpd. Aus der Wetterau, 12. Juli. Kaum beginnen die Kartoffeln zu reifen, so nehmen auch die Deraubungen der Felder

mc. Frankfu rt a. M., 11. Zulü Die Frankfurter Kriminalpolizei stattete Sonntag nacht plötzlich einmal dem Kurhaus in Sab Homburg einen Besuch ab, wo verschiedene Herrschaften beim Bakkarat faßen. Fünf­zehn Spieler wurden verhaftet und 50 000 Mark beschlagnahmt. Unter den Spielern be fanden sich mehrere erheblich vorbestrafte Per­sonen, u. a. ein alter Zuchthäusler, also Leute,