Einzelbild herunterladen

Au» Hessen.

AuS vem Finanzausschuß.

. Darmstadt, 12. Am. Für die Herrich­tung von Wohnungen für das betnenftete Personal in der Landes-Heil- und Pflegeanstatt Alzey wer­den 37 600 Mark und für den Anschluß des dorti­gen Kreisamtsgebäudes an das Elektrizitätswerk 14 000 Mark einstweilen bewilligt. Die Bor- Mlung der Straßenwätter um die Verleihung der Beamteneigenfchaft und Einreihung in die Besoldungsordnung wird, da die Voraussetzungen hierzu nicht gegeben fmb, abgelehnt. Die Vor­stellung des Verbundes akademisch gebildeter Be­amten in Hessen, betreffend die Besetzung der höhe­ren Stellen in der Schulabteilung, wird nach Menntn Sabme der Regierungsantwort ohne De­batte für erledigt crttärt Eine Denkschrift über die Verhältnisse der Bangewerkschule in Bingen wird der Regierung als Material überwiesen. Für die Herstellung zweier Gendarmenwohmmgen im seitherigen Bezirkkasfengebäude zu Ulrichstein werden 30 700 Mark bewilligt., Dre Vorstellung der Gemeinde- und Staatsarbeiter, betreffend Kür­zung der Arbeitszeit, wird für erledigt erklärt. Die Regierung wird ersucht, bei Kürzung von Arbeits­zeit in Zukunft nicht ohne Zuziehung des Be­triebsrates vorzugehen. Eine Vorstellung der Reaklehier an den Strafanstalten zu Butzbach und Marienschloß um Einreihung nach Gruppe IX wird der Regierung als Material überwiegen. Ist der Vorstellung derFreien Bauernschaft Rheinhessen" in der Beschwerde geführt wird über Kartoffelremii-, sitionen in Gimbsheim, stellt sich der Aus­schuß mit Mehrheit auf den S'andpunkt, daß es Sache der Gerichte sei, ttwaige Uebergriffe der Be­amten sestzustellen, auf welchen Sßeg die Petenten zu verweisen fern. Der Abgeordnete Lang hat beantragt, eine neue Brück.' als Wafferinlrcftaß bei Hochwasser an der Kreissttaße zwischen Münstw und Eppertshausen zu erbauen. Nach der Ansicht der Regierung ist es Ausgabe von Kvris und Pro­vinz, helfend einzugreifen; der Ausschuß schließt sich dieser Auffaffung an und le^nt den Antrag ab. Die an den Ausschuß zurückverwiesene Dvr^ stellung des Gerichtswllzielier-'Aspirant 'n Stang in Gießen wird der Regierung zur B-rückftchtigung übertoiefen. Der Alioe-Schulvwrin in Gießen such um Staotszuschuß raub: ber Ausschuß ist be­reit, zwei Fünftel des dem Dnein entstehenden De­fizits zu übernehmen, loemt die Stadt Gi ^ßen die übrigen drei Fünftel übernimmt. Der R'al- lehrer Kammer in Offenbach such unter Bnmfung auf besondere Ausbildung um Einreibung nach Gruppe 9 nach: der Ausschuß Mjnit das Ersuchen ab. Eine Vorstellung des Landeslehrmnn:it* Vereins um gleiche Bezahlung tot' die Lehrer wird der Regierung als Material für BesoldungSord- nnng überwiesen. Auf eine Anfrag: des Abg. Eißnert, betreffend die Erhöhung btf Hvlzpneise, sagt die Regierung zu, für eine w'-itgshende Unten*

** AbstimmunÄenilrOberfchlesren. Das Gesamtministerrum! hat an sämtlich unter* teilte Behördm folgenden >Eriaß gerichtet: Filr )ie auf Grund tzes FriedenLverttägs demnächst tattftndenden Abstimmungen in Oberschlesien ist »en stimmberechtigten hessischen Beamten usw ein­tretenden Falles der zur Ausübung ihres Stimm­rechts erforderlich Urlaub unter Weitergewährung ihrer Bezüge zu erteilen. Den Abstimmenden wird reie Fahrt, freie Unterkunft und freie Verpflegung gewährt Auskunft über die Einzelheiten erteilt die Bezirksgruppe Darmstadt der Vereinigten Ver­bände heimattreuer Oberschlesier (Paradeplatz 4).

** Von der Landesuniversität. Denc poliklinischen Assistenten an der chirur­gischen Universitäts-Klinik, Dr. Otto Specht, wurde die venia legendi für das Fach der. Chirurgie bei unserer medizinischen Fakultät erteilt.

** Aus dem Stadttheater­bureau. Es sei auch an dieser Stelle aus die Ausführung vonJedermann" im Freitag-Abonnement besonders hingewiesen. Das interessante Werk, das fiter in einer an­erkannt stin^mungsvollen Darstellung ge­boten wird, macht z. Zt. den Weg über alle besseren Bühnen und hat unter Reinhards Regie im vergangenen Sommer in einer Reihe von Ausführungen in Salzburg beben* tenden Eindruck erzielt.

Ter Verein Gießener Kunst­freunde teilt uns mit: Leider ist Gch. Rat Prof. König durch einen Trauerfall verhindert, dm an* gekündigten Vortrag über dieOsttoaldsche F^bm- theorie zu halten. Statt dessen wird Prof. Küstn überKunst und Garten" sprechen. Bei brr weitverbreiteten Frmde an der Natur und ihrer künstlerischen Gestaltung in den Formen d:s Gar­tens, dürfen wir erwarten, daß auch dieser Vortrag in weiteren Kreisen Anklang ftndm und zugleich den Wünschen zahlreicher Kunstfreund: auf Wittxn- hvlung eines früheren Vortrags von Prof. Küster entsprochen wird. Um wiederum allen Kr.'isen den Zutritt zu ermöglichen, ist der Eintritt frei. Gäste willkommen. Beginn pünktlich 8Vs Uhr im großen Hörsaal der Universität.

** Wüllner-Abend der Literarischen Ge­sellschaft. Nächsten Sonntag, nachm. 5 Uhr, findet ein Rezitations-Abend des bekannten deutschen Rezitators Ludwig Wüllner aus Berlin statt. Wüllner hat vom National-Thea'er in München ein Angebot angenommen, nach Beendigung seiner Vortragsreise, die ihn bis Ende Mai in Anspruch nimmt, ständig fm Nattonal-Prinzregententheater zu gastieren in feinen Glanzrollen als Nathan, Wallenstein, Othello, Lear, Tasso, Manfred. Ro- sener usw. Die Lit. Gesellschaft wird mit diesem Vortragsabend eine Veranstaltung bringen, die bei allen Besuchern einen tiefen Eindruck hinter­lassen wird. Durch persönliche Verhandlungen mit Wüllner ist erreicht worden, daß er für Gießen das Beste seines Programms zum Vortrag bringt.

** Der Handel mit Lebens- und Futtermitteln. Nach der Verordnung über den Handel mit Lebens- und Futtermitteln vom 16. Juli 1917 (Reichs-Gesetzblatt S. 626) muß von Personen, be- en die Erlaubnis zum Handel erteilt ist, auf sch Etlichen ober gedruckten Mit­teilungen, die sie im grschiftlichcn Verkehr ver­sanden, ber Tag ber Erteilung der Erlaubnis, sowie die Stelle vermerkt Jexn, welche bi? Erlaubnis erteilt hat. Wer dieser Vorschrift zuwiderhandelt, wird bestraft. Neben der Strafe kann auch noch

auf Eitttziehnny bet Segenftonbc erfcnnf tortien, auj die |id) b« strafbare Handim-g'bezieht.

*"TasSängltngsheim cri,idt ein schö­nes Wech^Lchtsgcschrm in Grsartt von 5 000 M l. oon ban Soq.ara> ber httsigea Dctälaudeafane.

** Ehrenpreis. Gelegenllich ter vom 7. bis 11. Januar veranstalteten Landes-Verba nds- Geflügri-Ausstellung zu Maarz erzielte Weiz- brnbermrifter Jochs. Schäfer ul., Birichilr. b, auf Nr. 3, revhuchitfvrb. Italiener, Ehrenpreis, 1., 2. uni) 3. Preis: ferner auf Nr. 8, Brieftauben, 3 mal Ehrenpreis, 1 mal 1. Preis, 1 mal 2. Preis iirnb 3 mal 3. Preis.

** Die Reichs gr ün dun gS feier der Deutschen Vollspartet und ^gnidgnuppe findet Sonntag den 16. Januar abends 8 Uhr un Einhorn" stack. Festredner ist Prof. Dr. Schian.

** Kriegsbeschädigte und Hinter­bliebene oon Gießen unb Umgegend hatten sich am Dienstagabend in beträchtlicher Zahl im Saale des Safe Leib zu einer Versammlung ein* gefunden. Gauiekretär Eichinger aus Franl- furt a. M. sprach über die Notlage der Kriegs­beschädigten und Kriegshinterbliebenen unD die Notwendigkeit der Organisation. Tie Not der Ge­samtheit drücke die wirtschaftlich Schwachen härter als alle anderen. Ter Dank des Vaterlandes sei unzulänglich Tie Not unter den Kriegsopfern sei furchtbar, noch größer als die Not des gesamten deutschen Volkes. Die Kriegsopfer aber müßten verlangen, daß es ihnen nicht schlechter gehe als der Allgemeinheit. Die Zahl der Kriegsbeschä­digten betrage 1A Millionen. Der Redner weist darauf hin, tote schon die Griechen und Römer für ihre Kriegsopfer, für Witwen und Waisen der Gefallenen forgten. Sowohl im Mittelalter tote zur Zeit Friedrichs des Großen und Na­poleons fei an den Kriegsopfern im Verhältnis mehr getan worben als heute. Wie die Fürsorge für die Kriegsbeschädigten von 1870/71 unzu­länglich gewesen sei, so sei sie es auch jetzt nach dem Weltkriege. Die Organisation des Rcicho- bundes hätten bereits 1917 einige beherzte Kame­raden begonnen. Heute sei leider eine Zersplitte­rung der Kriegsbeschäbigten in mehrere Verbände eingetreten, außerdem verträten die Kriegerver- eine die Sache der Kriegsbeschädigten. Der Redner beleuchtet kritisch das neue Reichsversorgungsgesetz, heftig tritt er dem § 28 entgegen, die Klassiftzierung der Beschädigten sei noch krasser als im alten Gesetz. Tie Kriegswitwen müßten so unterstützt werden, daß sie ihre ganze Zeit ber Erziehung ihrer Kinder widmen könnten und nicht aus Fa­brikarbeit angewiesen seien. Daß ein Gesetz für .lwerkneg3beschädigte geschaffen worden sei, sei das Verdienst des Reichsbundes. Er habe auch er­reicht, daß in die Hauptfürsorgestelle Beisitzer aus den Kreisen ber Kriegsbeschädigten gewählt wür­den. Tie Organisation biete Mitbestunmungsrecht und Mitarbeit an der Ausführung des Gesetzes. Ter Reichsbund sei mit Kriegsbeschädigten im Reichsauslchuß so schwach vertreten, weil noch so viele Kriegsopfer aus parteipolitischen Gründen außerhalb der Organisation ständen. Der Redner wurde wiederholt durch Zwischenrufe unterbrochen, die oft recht derb unb drastisch waren. In der Aus­sprache kamen die Vertreter der andern Verbände der Kriegsbeschädigten zum Wort, eS rouroe mit­unter lebhaft. Bock, anscheinend Vertreter des EinheitsverdandeS, beklagt, daß man nicht alle Verbände unter ehren Hut gebracht habe. Zwischen­rufe: Schiebung, Spitzbuben. Berg erklärt, die Organisation lege sich wobl groß ins Wort, aber was sei denn geschehen? Auf weitere Ausführun­gen folgt lebhafte Heiterkeit. Brunner wirft Dem Reichsbund vor, daß gerabe durch ihn das neue Reichsversorgungsgesetz zustande gekommen sei. Im Schlußwort wendet sich Eichinger in ziemlich scharfen Worten gegen Brunner. Es kommt zu heftigen Zwischenrufen und großer Un­ruhe, doch die kräftige Stimme des'Redners bringt durch unb er ruft nochmals zur Sammlung aller Kriegsopfer auf. Anschließend fand eine Vor­führung von willkürlich beweglichen Kunstarmen und Kunstbeinen statt. Man konnte hier die an» aenehme Tragweite und das gefällige Aenßere der Kunstglieder bewundern.

** Der Zentralverband ber An­gestellten, Ortsgruppe Gießen, hielt gestern abend im Einhorn eine öffentliche Ver­sa m m l u n g ab. Nach einer kurzen Einleitung des Krankenkaff^nangestellten Müller, ber bie Ver­sammlung leitete, sprach der Verbandsvorsitzende des Zentralverbandes, Reichstagsabgeordneter Giebel-Berlin über das Thema:Die Unternehmer rüsten, waS tun wir?" Der Redner schilderte zunächst die augenblicklichen wirtschaftlichen Verhältnisse, insbesondere die durch den Krieg sowie durch die Handhabung des Frie­densvertrags eingetretene volkswirtschaftliche Ar­mut, die noch durch die s. Zt. herrschende Arbeits­losigkeit wesentlich verstärkt werde. Obwohl durch diese Zustänt« bat Angestellten die Erkenntnis kommen müsse, daß bie Mitarbeit jedes einzelnen dringend nötig sei, vermisse man leider bei vielen noch das nötige Verständnis für wirtschaftliche Fragen. Demgegenüber seien die Unternehmer in ihren Ouganilohonen außerordentlich rührig, sie versuchten die für sie günstige Kri.is dazu auszu­nutzen, den Angestellten bie bis jetzt erzielten Erfolge streitig zu machen. Das Unternehmertum setze alle Hebel in Bewegung, die durch Verschie­bung der polittschcn Dettälmi'se verlorene Macht- ftettung wiederzugewinnen. Den Kampf könnten die Unternehmer ebensowenig entbehren, wie die Angestellten, es sei aber falsch, immer noch cmzu- nebnu-n, daß dieser Kampf sich lediglich gegen die Arbeiter richte. Die Unternehmer fübften sich wieder, das ze gten dir Verhandlungen bri Abschluß von Tarifterträgen. Durch die Wirtschaftspolitik der Unternehmer werde die Teuerung vergrößert. Tie außerordentffchen Gewinne ber großen Werke zeigten, wie es mit einem finanziellen Zusammen­bruch ber Industrie flehe Die Unternehmer luchten eine Befferung der wirtschaftlichen VerhälMisse nur durch Lohnabbau und Verlängerung der Ar­beitszeit zu erreichen. Die Bezahlung der Ange­stellten sei den derzeitigen teuren Lebensverhält- nissen entsprechend meist völlig unzureichend, so daß durch Unterernährung, ungenügende Beklei­dung vrn>. einer Verbreitung Der Lungentuber­kulose Vorschub g'lristet werde Die GelwltSfrage >'ei eine Machtfrage Der EinhritSorga i a'ion der Unternehmer gegenüber könne nur eine starke ge­schloffene Organisation der Angestellten e'was er­reichen. Zum Schluß sprach Redner noch über die Bedeutung der Organisation der Angestellten und forderte zu rühriger Mitarbeit auf. In der Dis- titf'ion sprach Kranken^assenangestellter Hauvt, der Berwabrung dagegen einlegte, daß der Ver­bandsvorstand Kollegen in Hamburg gemaßregelt habe, weil sie Mitglieder der Kommunisti­schen Partei feien Er bedauert weiter die Tril- nahmlosigkeit ber Angestellten wirtschaftlichen

rtSrVal "Ser 'ttfefWgw W-ffenSsn Manschen ;u treten. Eir stärkeres Lerbmrdeuftm mit occ Arbe.t. neu belebte Schaffensfreud- nx£> grsirigorte Prv- buftitmsagebTTtUe werden bie Folg' )<tn_ llra Die Seteiltgamg der Dneew-lltcn rwd Arberter amSa- pttal der UmeTnehmnn-ge-i M erreichen, fordern tot: bte gefe^W der UMemchmer. ifre

Angestellten unb Arbeiter und deren G>werischa - ten bet ben Gnvimr<orss.stütrung-n, Kapitalserchv- Hungen unb NengrÜTckmngm parrmäßrg in bm Besch Mi Geschäftsanteil e n zu setzen. Tie Herabsetzung des g?schlich«t Mitdestbewages für Aktien und andere Geschäftsanteile aui 100 Mk. ist -notwendig Tavaus ban aber nicht bie mecha­nische Nachahmung des engff'chen und amen tun» schön Kleinakttenshstems mi ferner Fördenrng der SpekulationSwut in den breitesten Bollslrei en we - ten. Die Verwaltung des mit besonders seinen sozalistischen Zwecken angepaßten Vorrechten aus- zustottenden Arbeitnehmettavitals ist tn dre D a n d der Gewerks cha f t en und von diesen zu grün* oenben Treubärbtorfianifationen zu legen. Wtr fordern die Umgestaltung d s heutigen Griell- schastsreck^ts brionberS hinsicht.rch der Zusammen­setzung und Bildung von Generalversamm­lung und A u ssichts ra^, d mft b.m Ariei - -nehmerkapibrl und f t ec g roe I d» t ifjen Ve - irehntg misreichender Cifiuß si berge Veit nnrd. Ten Arbeitnehmern und ihren ©erocrTfcfiaf'e-i e - toächst aus einer solchen Gestaltung der Wirtschaft eine gctoattige Bevantwortung Ter deut'chna'to- nale Handlrrngsgt'hiffenverband ist sich d'ssen Bc* 'mußt, daß die gesamte Arbeitnehmerschaft zur Be­wältigung biefer Aufgabe die berufliche Erfahrung ber Kaufmann^gchilfen nicht entbehren tarnt. Er wird daher sestne MitgltDer für btele Aufgabe schulen und die von ihm im deutschen Gewerk- schastSbund vereinigter chriUich-natto alen Ange­stellten-, Arche: t.w- und B rrmtmgewe lschaften, zu gründende Gewerkschaftsbank tnit allen Straften fördem.

Uns ötm besetzt'» S'bset.

Die MUchzuteilung in Mainz.

Mainz, 11. Jan. Zu den Vorftellun- aen der Pariser Regierung in Berlin wegen des Verhaltens der Mainzer Behörden in der Versorgung der in Mainz wohnenden Fran­zosen bezüglich der Milchlieserung wird von zuständiger deutscher Seite mttgeteilt, daß nach einer früheren Regelung die Militärverwal­tung die Belieferung der Kinder von Militär- Personen Mit Milch angesichts der Knappheit der Milch in Mainz selbst übernommen hatte. Inzwischen werden aber die Karten an Kin­der der Z i v i l s r a n z o s e n durch die städti­schen Stellen bereits seit geraumer Zeit ver­abfolgt, amh zwar auf gleicher Grundlage wie bei den deutschen Kindern. Die französv- sche Klage erscheint demnach tatsächlich unbe­gründet (unb gegenstandslos, es sei denn, daß sie auf eine Bevorzugung der französischen Kinder abzielt.

Berlin, 12. Jan. (WTB.) Das fran­zösische Departement bet Rheinlandskommis- ifion suchte bei dem Vertreter des Reichs- rrnäftrungSministers in Koblenz um bie Er­teilung der Einfuhrbewilligung für täg­lich je 500 Liter Milch für bie fran­zösischen Zivilisten in Mainz und Wiesbaden nach.

. Dondenvagen für französische Schulkinder.

sd. M ainz, 12. Jan. Den Kindern der vielen, in Mainz wohnenden Franzosen wer­den jetzt für den Besuch ber Schulen Son- derwagenvonderStraßenbahnzur Verfügung gestellt.

Ams Stadt «nd Land.

Gießen, den 13. -San. 192L Erhöhung der Beiträge -,r Javaliden* nutz Hintervliedenenverstcherung.

Durch G.ffch vom 26. Dezember 1920 tour Out bekanntlich bie Preise ber Beitrags warben zur In­validen- und Hinterbliebenen-Versichrrung ver­doppelt, ohne daß Arbeitgeber, bi*, noch Marken für frühere Zeiten zu Heben hatten, Gelegenheit geboten wurde, Marken zum alten Prrise für diese Zeit yu beschaffen. Lus eine Beschverde hierüber beim Reichs Versicherungsamt erhielt die Handelskammer zu Wiesbaden nunmehr von bort den Bescheid, daß Arbeitgeber, bk mit dem Ein- fleben von Marken im Rückstand seien, bt^ zustän­dige Landes Versicherungsanstalt ersuchen könnten, Beitragsmarken für bte in Betracht kommend^ Zeit zum einfachen Nennwert zu liefern. Falls bie Landesversichcrungsanstal t dies ab lehne, könne ber Weg des § 1459 ber R. V O. beschritten totrben, wonach in Fällen einer noch richt feststehnrden Aus­legung gesetzliche Vorschrt^ten, das Obttver- si^runasamt die Sache unter Begründung friner eignen Ansicht an das Reichsversicherungsamt ab» gibt, sofern es der Beschwerdffühver innerhalb ber Beschwerdenfrist beantragt hat. Tas Reichsvwsiche- rungdamt entscheidet in solchen Fällen statt deS Oberversicherungsamtcs.

Teuerungszulagen für Gemeinde­beamte.

Der KreiSdirektor des Kreis's Gießen hatte bei den Bürgermeistereien ber Landgemeinden an­geregt, den Bürgermeistrm, Gkmcinbebeamten unb -Bediensteten ein.* den TeuerunasVerhältnissen ent­sprechende Aufbesserung der Bezüge in Ge­stalt von Teuerungszulagen zu gewähren. 75 von 79 Gemeinden waren btefn? Anregung gefolgt. Gegen die sich ablehnend verhaltenden Gemein­den Eberstadt, Muschenheim, Münster unb Jnhst- ben wurde in der Sitzung des KreisauSschussks am 10. b. Mts. dahin entschieden, daß dem Antrag des Kreisdirektors ent sprech>, bk* von diesem in Anregung gebrachten Ausbesserungen zu gewähren seien.

Veranstaltungen.

Donnerstag: Stadttheater, 7 Uhr,Ter Widerspenstigen Zähmui^' (geschlossene Vorstel- htngV Gewer7schaftsl;aus, ö Uhr, öffentliche Versammlung des Sozialdemokratischen Wahlver­eins. Hörsaal des physikalischen Instituts, 8'/? Uhr, 8 Vortrag des Ob erlies fischen Geschichts­vereins. Cafe Leib, 71/» Uhr. Konzert und Vor­stellung der Chiemseer. < Lichtspieltheater wie gestern.

Wettervoraussage

für Fr eitog:

Trüb unb regnerisch. Temperatur wenig geänbert, südwestliche bis westliche Winde.

Es ist vorerst keine wesentliche Aende- rung der herrschenden Witterung zu erwar­ten, da wir immer noch unter dem Einfluß >er nördlich von u»L nach Ostzen ziehenden Depressionen stehen.

Fragen gegenüber und übt zmn Schluß noch ffnSt an der Tättgteit des BerbandSvorstandes.

Lanolrns Glktzen.

Steinheim, 12. Zan. Bei ber am 10. unb 11. Januar abgcfriltenen Versteigerung der Massegruudstücke mit zusammen 50 Morgen Flächenilchall mürben 491000 Mk. er* rielt. Ter Morgerc ist also im Durchschnitt auf 9820 Ml. gekommen. Da die Pteffe im Vergleich zur Bodenaualttät ttilrorife ichr ungleichenäßrg aus­gefallen such beschloß die Komnrii'sion, am nach- Iten Samstag noch eine zweite Veriteigerrmg ab­zuhalten. Man hofft, mit dem Versteigerungs­erlös die Feldberei.iigungZkvsten decken zu kömren. Tce Höhe der Koisten steyt jedoch noch nicht ganz fest, da die Ausführung verschredener Mellovattonen noch bevorsteht.

tt. T r e i s a. Lda., 12. Jan Aus Mnreaung des hiesigen Kegelklubs haben bie beet bteligen Gesangvereine uit) ber z.üh gegründete MusiL- verein in einer gemeinsamen Sizimg ihrer Vor­stände beschloffen, in einigen Wochen ein Wohl­tätigkeitskonzert zum Best» der bedürf­tigen Kri^Äinterbllebenen unserer Gemeinde gn ve van statten.

x Wieseck, 12. Jan. Unsere Stanbes- amtsregtster für 1920 weifen auf: 8b Lebend- geborene (50 Knaben und 3b Mädchen), gegen 74 im Bo nähre, 52 Eheschließungen (54) und 35 Todesfälle (46). 1918 lauteten bte betreffendere Zahlen 30, 12 und 48.

Kreis Schotten.

** Laubach, 12. Jan. Eine v e r s p L - teteWeihnachtsgave traf kürzlich aus Amerika h er ein. 21 alte Laubacher aus Chi^ cago (SU.) veranstalteten eine SammlunL zum Besten ber Laubacher Notleideitden und ließen 10000 Mk. überweisen. Die Summa kommt in den nächsten Tagen zur Verteilung. Das Begleitschreiben drückt bie Hoffnung aus, daß «Ile Laubacher ein glückliches Weihnach­ten und Neujahr erleben unb daß Deutsch­land bald bessere Zeiten sehen möchte.

Starkenburg und Rveinhessen.

Darmstadt, 12. Jan. Arn 6. Mär- roirb im Herren gatt en zu Darmstadt die bm* huudertt'ährige I ubiläumsseier des frühe» ren Insonterre-Leib-Garde--Regiments 115 ver­anstaltet werden. Gleichzeitig erfolgt bte Grund­steinlegung eines Denkmals für die gefallenen Regrmentskrmevaden.

Kreis Wetzlar.

Metallarbeiter-Streik in Wetzlar.

** Wetzlar, 13. Jan. Seit Mitte De­zember schweben bereits Verhandlungen über Lohnfragen zwischen den Metallarbettern Wetzlars unb bec Wetzlarer Metallinbustrie. Da die Verhandlungen vor dem Schlichtungs­ausschuß bisher zu keinem Ergebnis führten, traten zunächst am Montaa bte Arbeiter bec Sophien Hütte von den Buberus- schen Eisenwerken in ben Ausstanb. Der Streik hat sich nunmehr weiter aus­gedehnt unb seit gestern wird nicht nur irt f ast s ä m tlichen Werken der Metall- rndustrie gestreikt, sondern auch in bet Wetzlarer Textilindustrie. Wir wer­ben morgen ausführlich auf ben Streik und seine Ursachen zurückkommen.

ra Wetzlar, 12. Jan. Der Dvmvau- verein zählt z. Zt. außer 3 Patronen noch 158 hiesige und 19 auswärtige Mitglieder. Da^ Varvermögen beträgt 7369.82 Mk., außerdem be-i sitzt der Verein noch einen für außerordenllicha Zwecke bestimmten Fonds. Leiber hat von ber' Absicht, ein elektrisches Läutewerk für bie Dom-' glocken einzurichten, abgesehen werben müssen. Die Kosten sind noch so hoch, baß sie bie Mittel be& Vereins ganz erheblich überfteigen. Voraussicht­lich wird aber ber Verein in absehbarer Zeit btt den Besitz deS Vermächtnisses gelangen, welches ihm von einem seiner Heimgegangenen Patrone, Herrn Hofmann, hinterlassen worden ist.

fb. Oberschelb, 12 .Jan. Die jungen Burschen von Oberschelb vertreiben Lose für ihre biesjährige F a st rr a ch t S f e ier mit bet Begründung, baß bte Verlosung zum Besten des geplanten Kriegerbenrmass ver­anstaltet würbe. Die Ortsausschüsse für bero Bau bes Denkmals erklären hierzu, baß siek mir dieserSotterie" in keiner BerbindunK stehen unb jebe Gelbgabe, bie bieser Set* anstaltung entspringt, ablehnen werde. Das ist deutlich genug.

Hessen-Nassau. Karne oalSverbot.

fb. Wiesbaben, 12. Jan. Der Regie- rungsprasibent von Wiesbaden hat int Hin­blick auf ben Ernst ber Zeit unb bie drückende: wirtschaftliche Notlage für ben ganzen Re­gierungsbezirk wahrenb ber Monate Januar unb Februar bte Abhaltung von öffentliche« karnevalisrischen Veranstaltungen (Masken­bälle, Kostümfeste usw.) verboten. Ebenso hat ber währenb ber Fastnachtstage auf bett Straßen jebes Maskentreiben zu unterbiet* ben. Ferner ist auch bas Ausstellen vom Maskenkostümen unb karnevalistischen Qkgntn stauben in ben Sdxnifenftent bet GeschSstq unb in ben Geschäftsräumen selbst verboten. Nun werben wohl bafür bie sog.Privat- Maskenbälle" um so üppiger buchen.

mc. Frankfurt a M., 12. Jan. In bet gffirinttt Stadtverorbnetendersamm- lung würben die beben neugewählten ©tabträte Dr. Schlosser (Soz.) und Lutsch (Zentrums durch ben Oberbürgermeister eingrführt, während sich Stadtvat Hise verabsch'edete. N«h Eintritt in die Verhandlungen wurde ein Antrag 'Zimmern mann (Svz), der die Gttwdung dre? Personal- Autos sordett, gutgoheißen. Dann unterhtttt man füf, drei volle Stunden über die Not der D a u s b e s i tz e r, die von allen Setten des Hauses, nut Ausnalme der äußersten Linkst, z'-gestanden, rtrirbc Trotzdem gaben die meisten Re.mer her Meinung Ausdruck, daß es nicht angängig sei, cme Mittsteigerung über 20 Prozent dem HauS- besitz jtuiuxTrittbcn. selbst dann, wenn der Mamstrat bie Haussteuer nicht fallen lasse, linier dvese Steuer wird eS voraus ichtlich zu einem aro&en Derwal- tungsstrritoersahren kommen, bo dieselbe in bat Augen der Hmisbesitzer als ungesetzlich gilt.

[ ] Kirchhain, 11. Jan. Im großen, Saale des Bahnhofshotels fanb heute eine vom Hess. Bauernverein beS Kreisesk Kirchhain anberaumte, sehr stark besuchte Levi