Ausgabe 
12.8.1921
 
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Dre Dersaffungsfeier

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übernommen. Jedermann ist herzlich tofH&mnnwt

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Fragen der Sozialpolitik entgegen stind beschäf­tigte sich mit der für das Nächste gebotenen

Tarif- und Lohnpolitik.

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Lloyd George und die Washingtoner Konferenz.

Aus dem Reiche.

Lohn- und Gehaltsfragen.

Berlin. 11. August. In Berlin be­ginnen heute die Beratungen der Zen­tralorganisationen der Reichs-, Staats- und Kornmu nalbeam ten

Eine neue Auslassung des Reichskanzlers Dr. Wirth.

Ans der Rede des Reichskanzlers.

Berlin, 11. Aug. Bei der Verfassungs- feier in der Staatsoper führte der Reichskanzler etwa folgendes aus:

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Wm 8. zum 9. August die Erde durch den Schweis eines Kometen gegangen. Quer über den sternklaren Himmel lagen eine Anzahl leuchtender Bänder in der Form eines Kreuzes von Westnordwest nach Ostsüdost. Die Bänder bewegten sich langsam in der Richtung RvrDnvrdvst und verblaßten in der Mvrgendäm-

Lvndon, 11. Aug. (Wolff.- Rach der .Times" soll Lloyd George doch die Absicht haben, die Einladung anzunehmen, als amtlicher Vertreter Großbritanniens sich zur Abrüstungs­konferenz nach Washington zu begeben

Vermischtes.

Berlin. 12. August. In die Fürsten, gruft zu Weimar sind vergangene Dachs Einbrecher eingedrungen und haben einen goldenen und einen vergoldeten Kranz ge. tohlen.

Bozen. 11. August. (WTB.) Infolge tarker De gen fälle überschwemmte die Eisack die Gegend von Klausen und Briwen. Das Wasser reicht bis in das erste Stockwerk der Hauser. Der Eisenbahnverkehr ist unter, krochen. Hilfe ist abgesandt.

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Aus Stadt und Land.

Dieben, den 12. Aug. 1921.

* Späterer Termin für den Win­terfahrplan Wie verlautet, besteht die Ab­sicht, den Winterfahrplan für den Personenverkehr nicht, wie bisher üblich, zum 1. Oktober, sondern erst zum 25. Oktober einzuführen Der Grund für diese Ausnahme liegt darin daß sonst die lieber- führung der Sommerzeit in die Winterzeit, die im besetzten Gebiet eingeführt ist, gleichzeitig auf den Tag des Fahrplanwechsels fallen würde.

* Als Anteil an der Einkommen­steuer für 1921 sind der Stadt Dieven 218 710 AU. überwiesen.

Bornotizerr.

TageStalender für Freitag: Hotel Kobel, 9 äihr, Versammlung der ehemal 168er. Lichtspielhaus, .Moy" und .Die Erb­hofe". Astorialichtspiele. wie gestern.

Kriegerverein Dieben Am Sonn­tag feiert der Kriegerverein Gieben im Restaurant »Philrfophenwald sein diesjähriges Sommer- f e st, das wie in früheren Jahren den Teilnehmern schöne Stunden bringen wird.

Die HauptversammlungdesOber» h es fischen Obstbauvereins stndet, wie bereits im Anzeigenteil bekanntgegeben wurde, am kommenden Sonntag im Saale des Hotel Schwab «Bahnhofstraße) statt. Unter den gegenwärtigen Verhältnissen dürfte von der reichhaltigen Tages­ordnung der Vortrag von Garteninspektor Lange aus Frankfurt a. M. über: .Lassen sich unsere De- musetulturen rentabler gestalten?" von ganz be­sonderem Interesse sein. Die Mitglieder de« Der- ein«, sowie alle Freunde und Freundinnen de« Obst» und Gartenbaues sind zu dieser Veranstal­tung eingeladen.

Der Ev. Bund, Ev. Arbeiterver­ein und der Wartburg-Derein veranstal­ten am kommenden Svnntagmorgen um 8 Uhr am Ludwigsbrunnen, überaus zahlreichen Wünschen entsprechend, unter Mitwirkung eines Gießener Quartetts und des Gemischten Thors des Wart-

Berlin, 11. Aug. Die Feier des Ber- fafsungstages in der Staatsoper nahm, so berichtet das Wolff-Bureau, bei aller Schlichtheit einen überaus würdigen und eindrucksvollen Ver­lauf. Bor dem Opernhaus, das mit Fahnen der Republik geschmückt war, war Ane Kompagnie der Reichswehr aufgefteilt, deren Front der Reichs tanzler und der Reichspräsident abschritten. Das Haus selbst war bis auf den letzten Platz gefüllt. Dec Reichspräsident mit Begleitung und einige Minister nahmen ihren Platz in der groben linken Seitenloge. Auf den übrigen Plätzen des ersten Ranges sah man die übrigen Reichsminister, die jetzigen und früheren Vertreter der Länder, die Führer der Fraktionen, sowie die Spitzen' der

Aus dem Amtsverküudigungsülatt.

Das Amtsverkündigungsdlatt Rr. 116 vom 11. August enthält: Wahlen z im Mitgliederausschub der hessischen Versicher rngs- anstatt für gemeindliche Beamte; hier in der Provinz Oberhessen. Anteil an der Einkommen, steuer für 1921. Veranstaltung eines Turn« kursus für Lehrerinnen im Herbst 1921. Vieh­seuchen. Dienstnachrichten. Feldberernigun. gen Heuchelheim und Münster.

Die Schafräude ist in Hungen er­loschen. Die angeordneten Sperrmatzregeln werden hiermit aufgehoben.

Der vchweinerotlauf (Backsteindtat- tern) in Gieben, in dem Gehöfte Hammstr. 11. ist erloschen. Die Sperrmatzregeln sind aufgehoben.

Die Maul- und Klauenseuche in der Gemeinde Schwalbach (Kreis Wetzlar), sowie unter der Schafherde daselbst ist erloschen. Der Kreis Wetzlar ist nun wieder frei von Maul- und Klauenseuche.

Dien st nachrichten des KreiSamtS. Ludwig Schmitt Hl. von Bvllnbach wurde als Ehrenfeldschüy für die Gemeinde Saasen mit Bollnbach, VeitSberg und Wirberg ernannt uni verpflichtet.

Landkreis Gießen.

« ein dach, 12. Aug. Der goldenem - Eheleute Heinrich Stadel t. wurde

rn der Gemeinde und von auswärts eingehendst gedacht Dem Iubelpaare wurden sehr viele Glückwünsche, Gescheute und sonstige Aufmerksam kerten zuteil. Zur Verschönerung der Feier selbst, die m der Hauptsache aus den Kreis der ga- tnilie beschränkt wurde, trug der Gesangverein Germania durch ein Ständchen bei, an daS sich die Aeberrctchung eines Geschenkes schloN.

Die Frage der freien Einfuhr von Brot­getreide.

B e r l i n , 11. Aug. (WTB.) Wie wir hören, hat am 10. August eine Sitzung im Reichsmini­sterium für Ernährung und Landwirtschaft unter dem Vorsitz des Reichsministexs Hermes statt­gefunden, in der die Frage der freien Ein­fuhr von Brotgetreide, Weizen und Roggen mit dem Aufsichtsrat der Einfuhrgeftll- schäft für Getreide und Futtermittel und den ver­einigten Vertretern von Handel, Landwirtschaft und der Mühlenindustrie erörtert wurde. Sämt­liche Vertreter der genannten Wirtschaftsgruppen sprachen sich, namentlich mit Rücksicht auf die der­zeitige Preisbildung für Weizen im Inland, ein­stimmig für die sofortige restlose Aufhebung der bisher bestehenden Einfuhrsperre für Brotgetreide aus. Die Entscheidung des Reichsministeriums in der Frage soll in den nächsten Tagen erfolgen.

Ein Aebergriff der braunschweigischen sozialistischen Regierung.

Wie imTag" zu lesen ist, sind nach einer von allen vier Ministern in Braunschweig unter­zeichneten Verfügung alle der Braunschweiger Polizeidirektion unterstellten Beamten und Hiffs- beamten, die dem Bund der Frvntsowaten Stahlhelm", den Selbstschutz- oder anderen na­tional und bürgerlich gesinnten, politisch aber neutralen Vereinigungen angehören, oder für eine der Vereinigungen geworben oder sich in sonstiger Weise betätigt haben, sofort zu entlassen. Den in gleicher Lage befindlichen festangestellten Beam­ten wurde anheimgegeben, sofort ihren Austritt aus den Vereinen au erklären, widrigenfalls sie gleichfalls zur Entlassung kommen. Sofort nach Bekanntgabe dieser Verfügung wurden 54 alte Beamte der Sicherheitpolizei wegen ihrer Zuge­hörigkeit zumStahlhelm" entlassen, um links- radikalen Leuten Platz zu machen, auf die sich die sozialisftsche Regierung in jedem Fall verlassen kann. Die Leitung desStahlhelms" hat gegen die Verfügung des Staatsministeriums Beschwerde beim Reichsministerium des Innern eingelegt.

bezüglich der Gehaltsforderungen. Die Vorschläge, welche von den einzelnen Or­ganisationen gemacht werden, stimmen in der Hauptsache darin überein, daß eine 30- bis 40prozentige Erhöhung der Teuerungszulage verlangt werden soll. Weiterhin soll auch die Frage aufgerollt werden, ob nicht angesichts der gänzlich veränderten wirtschaftlichen Ver­hältnisse eine Reuregelung des Grundlohnes sich als notwendig erweist. Rach den innerhalb der Organisationen aufgestellten Berechnun­gen würde bei Bewilligung der Forderungen das Reich für die Reichsbeamten einschließlich der Reichswehr etwa 7 Milliarden Mark auf- zubringen haben. Die Mehrleistungen der Län­der und Gemeinden für Pensionäre und Ren­tenempfänger würden sich ebenfalls auf 7 bis 8 Milliarden Mark stellen.

Berlin, 11. August. (Wolff.) Am 10. August tagte in der Handelskammer in Berlin der Ausschuß der Vereinigung der deutschen Arbeitgeberver­bände. Der Ausschuß wählte Generaldirek­tor Dr. Hoffmann-Halle, Generaldirektor Dr. Müller-Köln, und Direktor Klipper-Stuttgart in den Vorstand. Er nahm ferner einen Vor­trag von Dr. Taenzler über die grundsätzlichen

Paris, 11. Aug. (WTB.) Georges Blum, der Berichterstatter desIournal", veröffentlicht ein mit kritischen Bemerkungen durchsetztes Inter­view mit dem Reichskanzler Dr. Wirth über die oberschlesische Frage und dieS a n f t i o n e n" imRheinland. Reichskanzler Dr. Wirth gab zu, daß die politische Lage in Deutschland voll­kommen beherrscht werde durch die Erwartung der Beschlüsse des Obersten Rates über die beiden für Deutschland wichtigsten Fragen: das Schicksal von Oberschlesien und die Aufr«hterhaltung oder Aufhebung der Sanktionen im Rheinland. Diese beiden Fragen seien in gewisser Beziehung der Maßstab für die politische Auffassung geworden. Für viele Deutsche hänge hiervon der Glauben an die Möglichkeit ab, in Europa wieder eine gesunde Gage zu schaffen. Er glaube an die Zu- kunftderDemokratie. Das Ideal, das die Beziehungen der Völker untereinander regeln müsse, werde erschüttert werden durch die An- nähme, daß das Vertrauen des deutschen Volkes rn das Recht und die Gerechtigkeit endgültig ge­täuscht werden könne. Gr könne versichern daß die ungeheure Mehrheit des deutschen Volkes vollkommen seine Politi k billige Die deutsche Demokratie habe den Willen durch ihre friedliche Arbeit an dem Wiederaufbau Euro­pas und an der Ausführung des Friedensver­trages zu arbeiten Sie sei von dem aufrichtigen Wunsche der Versöhnung und der Eintracht unter den Völkern beseelt. Eine enttäuschende Entschei­dung des Obersten Rates könne auf die politische Cage Deutschland« und selbst auf die Europas eine vernichtende Rückwirkung auSüben

Reichskanzler Dr. Wirth wiederholte sodann da« von ihm in Bremen ausgesprochene Verlan- gen und erklärte, die Bevölkerung von Ober, schlesien habe sich mit grcßer Mehrheit für Deutsch, land ausgesprochen Selbst der erfünftelfte Tei- lungSplan könne den wirtschaftlichen Dotwendia- feiten Oberschlesien« nicht gerecht werden und märe, auch mit dem klar ausgesprochenen Willen öe«I oberschlesischen Volkes nicht vereinbar Eine vrovi» fvrllche Lösung Bnne nicht befriedigen.

-Bedeuteten. Außerdem habe er die Absicht aus­gesprochen, den heute vormittag tagenden M i - nisterrat zu befragen. Darauf habe ihm, so berichtet derMatin", Lloyd George erklärt, er habe durch Flugzeug aus London einen Brief er­halten, den de Valera ihm persönlich geschrieben habe Dieser Brief mache eine sofortige Be­ratung des britischen Kabinetts not­wendig, und er habe Chamberlain ersucht, das Kabinett für Samstag vormittag zusammenzu­berufen. Er fei infolgedessen veranlaßt, Paris

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»ttfche Stimmen feftatihtilt habe. Wenn mäst also die Kreise Pleß und Rybnik hinzu-iehe, die einen «roßen Teil der Kohle und fast das ganze Koks erzeugen, dann würde das Verhältnis leicht um« gestoßen fein. Briand habe in entgegenkommender Weise die Zusprechung des westlichen Teiles des Industriedreiecks mit Gleiwitz und Hindenburg an Deutschland zugestanden. Lloyd George feiner feit« habe Polen einige kleinere Dörfer an der Grenze mit ungefähr 70 000 Stimmen zusprechen wollen. Er habe nicht da« Wort Bruch ausgesprochen und man könne nicht ein» wal sagen, daß er sich dieser Drohung als eines Arguments in der Diskussion bedient habe. Aber

Der neue Brotpreis.

Hanau, 11.Aug. Der neue Brvtpreis wird in Stadt- und Landkreis Hanau für einen 1800 ©ramm schweren Laib Brot 6.20 Mark betragen. Dieser Preis ist zunächst auf die Dauer von acht Wochen festgesetzt, nach diesem Zeitpunft soll eine Rachprüfung der zur Brvtpreisberechnung ver­wendeten Unterlagen vorgenommen werden. Mar­kenfreies Brot wird von den hiesigen Backen, vvrläusig zum Preise von 7,40 für den 1500- Gramrn-Laib abgegeben. Das Markenbrvt darf nur mit einemM abgestempelt zum Berkaus gebracht werden. Im übrigen ist die Bäckerinnung angehalten, dafür besorgt zu sein, daß das Mar- kenbrvt und das markenfreie Brot dieselbe Ona- lität aufweisen. Krankenbrvt wird für die Holge nur noch an Kranke mit einem Einkommen bis zu 25 000 Mark verabfolgt.

Außer markenfreiem Brot werden auch mar* en fr eie Backwaren, Kuchen usw., in«be- ondere Brötchen, zu haben fein. Der Preis ür die markenfreien Brötchen ist noch nicht feft- gelegt, dürfte sich aber zwischen 40 und 50 Pf pro Stück bewegen. Aus rationiertem Mehl ist mit Beginn des neuen Wirtschaftsjahres die Her- stellung von Backwaren, insbesondere Brötchen nicht mehr zulässig.

Worms. 12. Aug. Die Preise für Mehl und Brot für die Landgemeinden be« Kreises Worms sind ab 16. August wie folgt festgesetzt: 1. Mehlpreise (frei Bäcker«- hau«): a) Rvggenmehl 85prvzentiger LllrSmahlung 345 Mk, b) Weizenmehl 85prvzentiger Ausmah­lung 370 Mk., c) Weizenmehl 70prozentiger Aus­mahlung 425 Mk. 2. Brotv reise: 4 Pfund Roggenbrot 6,50 Mk., 2 Pfund Roggenbrot 3,25 Mark. 4 Pfund Weißbrot 7,60 Mk., 2 Pfund Weißbrot 3,80 Mk. 3. K l e i n v e r k a u f S - preise: 1 Pfund Rvggenmehl 1,95 Mk., 1 Pfunk Weizenmehl (85prvzentig) 2,10 Mk., 1 Pfund Weizenmehl (70prvzentig) 2,40 ML

Ts wird in der Geschichte dereinst als Ein­zigkeit gewürdigt werden, daß das deutsche Volk aus der größten Riederlage des Weltkrieges doch die Kraft gefunden hat, in der Verfassung von Weimar zum ersten Male in seiner Geschichte dem reinen Prinzip zur Form zu verhelfen, so­zial und politisch. Es konnte dies nur unter Mit­wirkung der organisierten Arbeiterschaft geschehen die in ihrem Emanzipationskampf ein hohes Maß von Verantwortlichkeitsgefühl bewiesen hat. Ohne die demokratisch-republikanische Bafis des staat­lichen Geben« wäre es nicht möglich gewesen den verwickelten Problemen des öffentlichen Lebens den wirtschaftlichen Daseinsbedingungen und den sozialen Gegensätzen und Konflikten der Zeit über- Haupt näherzutreten. Das furchtbare Erbe des Krieges, das mit allasschwerer Wucht auf unfern Schultern lastet, kann nur getilgt werden, wenn an Stelle des Obrigkeitsstaates der Volksstaat steht. Aber kann der Krieg liquidiert werden wenn ein Teil deS Volkes in ablehnender Stellung stehl zum Volksstaate? Kann das ge­schehen, wenn nicht das Volk bis in seine letzten Kreise hinein den geschlossenen eisernen Willen hat, sein Alles daran zu setzen für das Reich feine Einheit und für das deutsche Vaterland? Die Antwort lann nur Rein seins Rur durch 3ufammenfaffung aller Kräfte, nur durch Mit- wi'-kung auch der breitesten Massen des Vol­kes wird es möglich sein, das unendlich schwere Los. das aus schicksalsdurchstürmter Zeit unS ge­blieben. zu tragen und nach Iahren der Aräit und der Opfer auch schließlich zu meistern. Erst vor wenigen Monaten haben wir durch die An­nahme des Londoner Ultimatum« Lasten auf uns genommen, tote sie in so gigantischer Schwere im Saufe der Geschichte keinem Volke zuge- mutet worden find: wir haben sie auf un« ge­nommen. obwohl weite Schichten unsere« Volkes und ernste Männer der wissenschaftlichen und der praktischen Dolkswirtschast an ihrer Tragbarkeit und Erfüllbarkeit zweifelten Wir haben im Laufe dieser Monate den ernstesten Willen zur Erfüllung der übernommenen Verpflichtungen be­wiesen und haben daher em Recht, zu hoffen

er habe vor allem erllärt. daß die irischen Er- eigniffe seine Rückreise nach London notwendig machen konnten. Am Rachmittag, nach der Rück-, - - - ------, .------ ^,...

Kehr von Rambouillet, habe Lloyd George zuerst Behörden, während die übrige amtliche Welt, 'mit dem italienischen Ministerpräsidenten Do« sowie Vertreter von Kunst, Wissenschaft, der -'n d m i und dem italienischen Außenminister della großen Arbeiterorganisationen und der Presse sich Sorret ta verhandelt. Die italienische Dele- I auf die übrigen Plätze be« weiten Raumes Der« -gation hätte, so bemerkt derMatin", immer noch teilten. Die Freischützouvertüre, unter Leitung des Den Standpunkt vertreten, daß der Vorschlag de« Generalmusikdirektors Blech von dem Blüthner- Grasen Sforza gerecht fei. Die erste Sforzalinie orchester gespielt, leitete die Feier glanzvoll ein. liebe den Polen Kattowih und Beuthen Rach Sodann trat an Stelle des durch Krankheit an toer -wetten Sfvrzalinie seien dem Industriegebiet &er ^eise nach Berlin verhinderten toürttem» 'einige Städte und Dörfer im Rorden längs der bergischen Staatspräsidenten der R e i ch s k a n z- ipvlnischen Grenze angegliedert worden. Lloyd Ge» Iler selbst an den mit dem Reichsadler geschmück- orge habe angekündigt, daß er hierzu morgen eine ten Rednerpult, um in einer halbstündigen Rede Konzession zugunsten der Polen machen würde, bem Gedanken des Tage« Ausdruck zu .geben. Dadurch hätte Deutschland nicht nur die großen ®r sprach von dem Ernst der Stunde, der jede Städte be« Industriezentrums, sondern ungefähr I laute Feier wehre, um barm auf bte toeltge- %o des Industriebezirkes erhalten. Brianb habe schichtliche Bebeutung bes Weimarer Verfassungs- Lloyd George und Lord Curzon erfiart, bah bie Werkes einzugehen, dessen zweiten Geburtstag französischen Sachverständigen ihm noch Deutschland begehe. Der Reichskanzler schloß mit «einen Bericht übermitteln würden, damit er einem nochmaligen Hinweis auf die ungeheuere £eben könnte, was die neuen britischen Vorschläge Tragweite der Entscheidung über Oberschlesien

r " - und mit einem letzten eindringlichen Appell an

die Einsicht und Gerechtigkeit der Welt, die dem erfüllungsbereiten Deutschland den Weg der be­freienden Arbeit nicht verlegen werde. Die Rede wurde mit lebhaftem Deifalle ausgenommen.

Kreis Alsfeld.

Np Ruppertenrod, 10. Aug. Hier Ton» berm Baden ein Schüler im Wasser eine scharf­geladene 7,5-cm-Granate. Sie ist bet dem ^uckzug der Truppen ins Wasser gekommen, in bas man sie auch jetzt wieder versenkt hat.

Starkenburg und Rhcinhesfen.

Billiger Fleifchverkauf.

Kelsterbach a. M.. ll.Aug. Da sich bte Öligen Metzger nicht zu einem Fleischabfchlag ent- schlteßen konnten. Hal da« Gewerkschaftskartell mit auswärtigen Metzgern ein Abkommen ge- troffen, wonach Diese täglich große Mengen Fleisch zu btlttgeren Preisen nach hier liefern. Ss kosten

Rinbfleisch 7 Mark, Fleischwurst 13 Mark, Preßkopf 15 Mark, Blut- und Leber- Wurst 15 Mark.

mc. Rkainz 11. Aug. In ben letzten Rächten bat em waghalsiger Bursche mehrere Z t nt - dacher an Kirchen und Häusern ab gedeckt Doch tst es gelungen. Des Diebes habhaft zu wer­ben, Der sich alä früherer Dachdeckergehilfe ent­puppte.

Hessen-Nassau.

mc. Limburg, 11. Aug. Heberfallen unb bis auf« Hemb ausgeraubt wurde em hie, ftger Kriegsbeschädigter von zwei bisher noch un­bekannten Männern. Der Bedauernswerte leide' an nervösen Störungen und hat durch Den Heber» fall Die Sprache verloren.

Kunst und Wissenschaft.

Begegnung der Erde mit einem Kometen.

Heidelberg. 11 Aug (Wolff., Wie b Königstuhl-Sternwarte mit teilt, ist in Der Raä

berufen. Er fei infolgedessen veranlaßt, Paris Die Männer, die wir hier sehen, sind zwar deute mittag 12 rihr zu verlassen. die Spitzen großer Körperschaften, Behörden, fügt hinzu, es sei nicht zweifel- machtvoller Organisationen, aber, sie sind doch ycht, daß Lloyd George sich dieses Vorwandes nicht das deutsche Volk. Auch unser Ideal wäre befcieni habe, um dem Obersten Rat nicht das es gewesen, wie es freiheitliche demokratische Dich- Falschspiel einer tiefgehenden Meinungsverschie- ter, insbesondere Gottfried Keller ersehnten denhett zwischen England und Frankreich zu ge- und befangen, an einem frohen Sommer- ben. Da die beiden Staatsmänner den B r u ch t a g e das ganze Volk zum Feste des freien Volks- Derrn e id e n und sich Zeit lassen wollen, Die floate« zu vereinen bei Spiel unD guten jjrage abzumildern, hätten sie es vorgezogen, Reden, um den Bund de« Volkes zu besiegeln Mittel und /Wege zu suchen, um mit ruhigerem Roch ist dieses Ziel, Die Zeit, wo Da« in Er- Verhandlungen wieder äufzunehmen. füllung geht nicht gekommen, aber wir hoffen Angesichts Der großen Abst 5 nDe sei es schon Daß Der große demokratische Leitgedanke, Der uns Wte sehr zweifelhaft, Daß GnglanD heute zusammensührte, in nicht zu fernerZeit Ge- unb F rank reich Durch ein gemeinfa- meingut Des ganzen Deutschen Volkes werbe. Die- mes Ab ko mm en die Frage berfer Gedanke verkennt gewiß nicht die ungeheuer T e i l u n g O b e rs ch lesiens regeln fön- biennenben Gegensätze in unserem Volke zwi- n e n. Die beiden Ministerpräsidenten werben sich scheu Den Klassen, zwischen Besitz unb Arbeit, zwi- beute vormittag toieber sehen unb bann werbe schen Denen, bie nach rückwärts schauen und um aufgeklärt sein. Soviel fe( sicher: wenn e« eine die alte Herrlichkeit trauern, unb Denen, bie flür- t 1r4flebc,r öie Einheit der Alliierten auf- misch und leidenschaftlich, vielleicht manchmal allzu . vechtzuerhalten, so wurde sie gerne ergriffen stürmisch, nach vörwärts drängen. Soll aber nicht wmben. Lloyd George würde nicht Paris ver- alles in Trümmer gehen, so ist die llebertoinbung taffen, ohne bie Tur zuzufchlagen. DerMa- ben Gegensätze unb ein gegenseitiges Verstehen un» T bas Enbe bes Obersten Rates sei umgänglich anzubahnen. Run, wir werden offen ^wetfettos nahe und bte Frage von Oberschlesien sprechen: Das Ziel unb der Sinn unserer pvli- toerDe nicht mehr behandelt werden. Lloyd George tischen Lebensarbeit ist bie Rettung des deutschen habe nicht die Absicht, deshalb wieder nach Paris Volkes, ist bie Sicherung unserer nationalen Ein- zu kommen. bett unb bie Wiederbegrünbung unserer nativ--

' franzSsisch- Druck auf bie n^afTrtm6g^

Engländer. einheitliche beutsche Republik Sv finbet ber

Paris, 12. Aug. (WTB.) Havas. Der deutsche nationale Gebanke festen Ausdruck in diplomatische Mitarbeiter Der Agentur Ha - der Weimarer Verfassung vom 11. August 1919. vaS glaubt zu wissen, daß Br ianD gestern Die Geschichte wird es sicher als eine G r v ß- abend Die englische Delegation Davon verstänDigt l a t deS Deutschen Volkes vermerken, baß sich bie habe, baß er als letzte Lösung bie Sforza- Arbeiterschaft und das Bürgertum unter Hintan- Itnic annehmen würbe, bie Deutschland den Üellung vieler trennenden Intereffen zum Wieder- BZestteil be« Industriegebiete«, besonbers Gleiwitz aufbau in Der Rationalversammlung Die Hände Hindenburg und Tamvwitz zuteilt. ' reichten. Rationale Einheit aus frei­

heitlicher Grundlage wurde Der Leitstern. Beides ist in Der Verfassung von Weimar gewahrt unD erreicht worden. Die Gliederung in Stämme unb Staaten al« Ergebni« einer reichen histori­schen Entwicklung hat bas Versassungsproblem für Deutschland immer vor größere Schwierig­keiten gestellt, als es in Den fremden Staaten Der Fall 'ist. Der geltenden Reichsversaslung ist es sicherlich gelungen wenn auch manche Wünsche unerfüllt geblieben sind, und manches Der ku n s- t en Entwicklung überlassen bleiben muß. Den in Deutschland bestehenden tatsächlichen Ver­hältnissen Rechnung zu tragen.

ftnsmdglichkett nimmt, bte die Vorausfetz-i uoemontmen. yjeDa g für fo ungeheure Lasten ist.. Wer älnge- Rähere« s. Anzeige.

heures leisten will, muß Den negierenden un­fruchtbaren Tagespessimismus von sich weisen und trotz allem, was sich ereignet hat, mit Op timiSmus ans Werk gehen! Wehe denen bie diesem Volk, das guten Willens ist, Steine statt Brot reichen! Wir werden aufwärts schreiten, wenn wir nur selbst Dem treu sinD, was in Den Grundgedanken der Verfassung in schwer­ster Stunde niedergelegt worden ist!

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