Unterhaltung ♦ Erhebung ♦ Belehrung
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Einhart roor lange dem einsamen Dämmer
Ernhart war lange dem^nsamen Dämmer- Nur em ichwachrr Lichtschein blieb und hafte tr »ton? feine. Sckntte- unter den Wölbungen htn- ludjenb unb irrend bin cf) das Dunkel der Schmiede.
eine sich
i
gion der Liebe beginnen, die jetzt nur auZ Steinen redet," dachte Enthärt.
Tagewert vor Sonnenaufgang.
Von Manfred Kyber.
ter- Ein
Der Blasebalg ließ fernen groben Mayen in lauter griesgrämigen Falten hängen. Er sah aus wie em bitter öerr, her plötzlich abgemagert ist. Man hätte darüber lachen tonnen, aber m der Schmiede war niemand, der zu lachen oerfamb.
Der Amboß drehte fernen bieten KvM mit der spitzen Schnauz langsam nach allen Seiten und sah sich das alte Gräm an, das heute ae- schmietet werden sollte. Es war nicht viel. Nur
weite und beschwerliche Wanderung hinter haben.
Einmal. ..
Bon Carl Hauptmann
Einmal stbicn die Welt Dir so weit, so weit.
Einmal schien die Stunde Dir wie Ewigkeit.
Einmal schien die- Leben Sonnig überreich.
Einmal MhtAteft du Dich den Göttern gleich
Ater einmal muß Tie Sonne trüber sein. Einmal geht der Weg Dir enger ein.
Einmal schreitest du
Nur sornlich Schritt mn Schritt: Einmal schreitet Ein Begleiter mit.
Richtet deinen Blick Tann im verwandt Aus ein blumige- Gräbergartrnland. Einmal wirst du Unter Erd und Rosen liegen. Einmal wird dein Sein Wie Hauch verfliegen
unb streute dazwischen einen sprühenden Funün »n die Finsternis. Aber der Funte erlosch bald
einige Stücke. Sie lagen in einer Ecke unb waren beschmutzt und verstaubt, wie Leute, die
Dem schon weit bekannt gewordenen Märchenbuch von Manfred Knber (Verlag Walter Seifert, Stuttgart) entnehmen wir die reizvolle Geschichte von dem Tagewerk vor Sonnenaufgang, wobei die Kunst Knter- beinahe daS Vorbild Andersens erreicht in der Beseelung und Belebung toter Werkzeuge in einer Schmiede Den tieferen Sinn, der dem Merkchen zu Grunde liegt, mögen unsere Leser bei der Lektüre selber «spüren und fest- ftellen. e
E- waren eine Schmiede und em Sckmnrd. Der Schmied aber war ein besonderer Schmü-d. denn fern Tagewerk lag vor Sonnenaufgang. Das ist em sehr hartes Tagewerk Man tritt) müde und traurig dabei. Man wird still unb geteldig habet. ES «hört vie» Kraft dazu Denn man lebt einsam und schmiedet in der Dämmerung.
Jetzt war es Nacht und der ocbmieb war nicht m seiner Schmiede. Der Feuergr'st in der Eise schlief Nur sem Atem glomm unter der Asche
Per Dom.
Bon Carl Hauptmann.
(AuS: Einhart der Lächler.)
Karl Hauptmann, der vor acht Tagen starb, war ein Einsamer bis zum Tode, gleich seinem Ginbart Selle, der in stillem, uner- müdlichcm Kampfe um sein Künstlertum ringt, bi- ihm am Ende seines Lebens die Erkennt- stis kommt, daß „Meisterschaft der Name nicht ist für ein neues, sicheres Können, sondern für daS zähe Vorwärtsringen zum eigensten Eigen tu m". Sein eigenstes inneres Erleben schtldert ja Karl Hauptmann in dem Zwei- bände-Roman „Ginbart der Lächler" (Ver- lag Kurt Wolfs in Münchens wohl da- reifste und m sich geschlossenste Werk des Dichter-, Der kleine .lbschnitt, den wir diesem Buche entnehmen, mag unseren Lesern bad Wesent- hebe brr Kunst Karl Hauptmann- aufzeigen: m Rkal« ,u durchvristigcn. dir
W>rwchkiISw«,t m,t der Wett itaumgtbort- ncrJUbantaf«, de« stillen, »ielunbewußten Sehnen- in ein- zusammenklingen zu lassen. >
Er schmiedete nur eint Form, die letzte alter Formen. Er schmiedete die Seele des Eisens.
E4 war fein Tagewerk.
Ws es fertig war stand eine glänzende Pflug» schar auf der taufeuchten Erde vor der Schmiede
Da ging die Sonne auf
E- ist leider nur ein Märchen .
gegeben. Die graue Schattenweite der kalten Raumtiefen umspann ihn, nnr wenn die Stille darin eine Schönheit wäre für alle Sinne. Tie marmornen yitargefialten schienen ihm lebendige Seiber, ragend, um zu antworten, was seine Seele zu fragen begann.
Ein Tom? Ein grauer Steinleib mit Zacken und Dach Zinken und Türmen In des en Höhle sich Menschen drängen mit Gebeten, mit Gesängen, mit Wehklagen, mit Hymnen zum Lobe Unb den letzt die ennge Ruhe aud-üjte wie mix dem -exhLuc aller erhabenen Herrlichkeiten.
Hock oben begannen sich die bunten Lunettoi der Fenster am Hochaltar zu belichten mit blauen unb goldenen Scheinen Die Säulen fprangen andern Dämmer lebendiger fühlbar in die Ruwe. Die Stimmen verein amter Beter gaben ein fernes Raunen, ohne daß Einhart seinen Blick aus der Höhe zurücknahm
Ein Dom ? Unb wahrhastig in Stein getürmt von Menschenhanb! Unb wahrha'tig erst einmal im Traum aesehen von Menschenaugen? Das da steht, wölbt sich wie Berge, und gibt ewige, stumme Kunde.
Und es kam (Snbart so vor, als ob er aus den Wölbungen und Säulen und ragenden Gestalten in Stein, und hinaus in Dach und Zinnen und Türme einen Ruf, eine Anbetung, eine gewaltige Sturmwelle aus Menschenfttmmen, eine unerhörte Macht der Seele lautlos vernähme. Hier schien ihm ein Leib gebaut, dessen Seele mehr deuchte, als seine Seele, dessen Stimme bandenlofer aufklang, als seine Stimm«. Dessen Gewalt eroig stumm unb manchmal mit ehernem Munde ntienb, sich belebte, in Stürme und Walken zu hallen, und sich in das große Rusen der Gebirge unb der Wüsten einzumischen.
Graue, kanadische Schifferknechte traten durch eine Seitentür unter dem holzgetäfelten Chore, darüber die Silberslöten der gewaltigen Orgel, von Engeln umflogen, schwiegen, und trappten langsam und verschüchtert in die tiefe Stummheit Das Angesicht dem lichtdurchstrahlten Dunkelraume des Hochaltars kindlich staunend entgegen, gewandt, warfen sie sich auf die grauen Sterne nieder, bald auch die Häupter tier dem Boden $u geneigt
Kanadische Scknfserknechte, die im Hafen gelandet waren, harte, rauhe Männer. Und doch scheu wie das Wild, auch vor dem Erhabenen nur heimlich geängstigt, weil immer und immer bedroht nicht von bestimmten Dingen. Sie beteten in sich eingesunken auf Knien die kleinen Gebete um ihr enges Leben. Umhergeworfen in harter Frohn, rote Westen im Meere hörten sie mc das große Rauschen über den Wassern, barem ihr graue- Leben verschäumte. Sie baten:
„Hilf uns? Rette uns? Bewahre uns? Bewehre uns ewig für uns? Lach ttn- nicht aufgehen?"
Der Glanz vom Hochaltar her fiel eine Weile auch auf sie. Es waren rauhe Seelen, die oft fluchten im Sturm streit. Sie waren m Furcht niedergefunken.
Ein Dom? Der hött die Symphonien seiner Einsamkeit? Wer hört die stumme Sprache der Steine, aus der weiten, ewigen Seele gespeist, die einig ist über unzähligen Menschenhäuptern und Menschenwünschen.
Ein Dom! Kein fl'irtfmfH)! Der steingewordene Ruf de- großen Christ Auch wenn aste Er- innerung verginge, wird ihn der Steinleib beständig rufen. Es ist ein stummer Ruf durch die Zeiten, den die Kanadier noch nicht hören konnten in ihrer Enge.
„Sie werden die Religion der Furcht ab- streisen, wie eine tote Haut Dann wird die Reli-
So war Sintert nach Antwerpen gekommen Unb wohnte dort am Platz der Grüne '
Hinter den Häusern des Platzes ragt der Tom Er übern» du! mit feinem breiten Steinleib alle die steinen Häuser rings.
Ms (Sintert rintrat, war es drinnen still tmr im Goabe. Die Düsternisse der Nischen breiteten sich in Schattendunkel Tie Bilder um den Hochaltar batten kaum Farben Eine kaum merkbare Eid?!, umg ging auS den Fenstern, die gen Morgen lagen und fefovehte streisig über den grauen Gteinfliefen des Mittelschiffs.
Narkotisierte Blxnnev.
Die moderne Wissenschaft ist imstande, ifltS auch in der öden Winterszeit die Brockt der Frühling-- und ©onrmetblinnen aus künnlichsm Wege hervorzuzaubern Die- geschieht durch die von dem dänischen Botaniker Johamifen entdeckte Nartoti- ftraing der Pflanzen, von der Edmund Scheiben« m Reclam Universum erzählt Wir ftrerfm von einer Ruhepeirode bet Pflanzenwelt rm Winter - aber eS ist falsch^ zu glauben, haft bie B ldunq neuer Knospen erst rm Frühjahr «folgt. De .Knospen sind vielmehr schon lanae Porter ba unb fetzen Meissens kurz nach dem Austreiben ter Blätter an Es ist also bei den meisten Pflanzen im Herbst b«eits alleS vorbereitet, um nach dem Laubfalle ein sofortiges Auskeimen zu ermöglicten. Während des Winters verharren bie Knospen nur in enter „gezwungenen Unroirffamfcü", wie das Johann»err genannt hat. Wir können in dies« Rtiheperiote * versitiedene Stadien unterscheiden, «ne Zeit der Vorruhe, ter Mittel ruhe unb brr Nachruhe So l'rnb z. B. die Dinterknospen te- Flieders von ihrer ersten Anlage ab bi- gegen den Hochsommer hin in Vorruhe, barm bis Ente Oktober in Mitlelruhe und bi- Ende Dezember in Nachruhe, worauf ihre „gezwungene Unwirksamkeit" wähnend des Wink«- emtriit. Auf Grund solch« Beobachtungen läßt sich nun die Frühtreiberei im grosicn mit (Erfolg durch führen, und Johannsens „netter-undChloro« fonnoerfahren" hat eine ganz neue Industrte ins Leben gerufen. Um einen bi ter Ruheperiode bo* sindlichen Topffliederstrauch zum Austieiben |8 bringen, wird er in einen überall luftdicht ner* schlossenen Kasten, den foa Aethe ri''ieru ngska steif, gebracht. Der Raum wirb bann mit Arth« dämpfen erfüllt, wobei bie Wurzeln ter Pflanze gut mit Sand bedeckt fein müssen, um den schädigenden (Hiw * stuft des Aekters abzubalten. Läßt man m diefez ,,Hexenw«kstattt' die Aetherdämpfe eine bestimmte Zeit bet bestimmter Temperatur auf die Pflanzen einrot rf en, so entfalten sich bald die bi- batin ruhenden Blüten knospen, und nach Ablauf von bicti bis Pier Wochen blüht der Fliederstrauch schöner denn je zuvor. Wie ter Flieder kann auch eine grobe Menge anderer Pflanzen getrieben werten, und unsere Blumengeschäfte legen davon reichlich Zeugnis ab. Unabhängig von den Blumen markten tef Südens können auf diese Weife auch bei un- Blumen im Winter reichlich getogon werden Ebenso wie der Aedher kann auch Chloroform benutzt werden, von dem man eine bedeutend geringere Menge braucht und das auch nickt feuernef ähr lick ist So sind zum Treiben unieres Schneeballes 40 Gramm «etter nötig, dagegen ran 9 Gramm Chlorowrm bei der gleichen Einwirkungsdauer von 48 Stunden.
Ein englischer Bericht über bW Grippeepidemie.
Die Grippe macht sich auch jetzt wieder bei unbemerkbar. unb wir erinnern uns mit Schrecken der furchtbaren Epidemie, die als ummttefbatt Folgeerscheinung des Kriegs in den Jahren 1918/19 wie eine Gottes«eigel flter die ganze Welt ging. Auf Beranlassung des englischen Gesundheit-Ministeriums ist ein ausführlich« Bericht über die Beobachtungen verösfenllicht worden, die man bei der Epidemie im ganzen britischen Reiche gemacht hat, unb es wirb darin, wie es heißt, „bas Resultat bes ersten eingehenden Studiums über diese gros-e Stucke, tee Asien urO Europa 18 Monate lang heimaesucht bat", nietergelcflt Die Seuche hat damals eine viel gröbere Anzahl von Opfern gefordert als der ganzeWeltkriea. Zn England und Wale- allein erreichte die Zahl ter Todesfälle bie Höte von 161 466. Xie Zahl ter In 3 n b i e n an ®rippe Gestorbenen wird mit 6 Millionen Toten beziffert. In © ü ba f r i f a Harten 139 436 Menschen an ter Krankheit, auf ten Fidschi- Inseln 7000. Auch rn Australien, New- feelanb unb im fernen Osten würben sehr grvhe Opfer aeforbert, doch fallen sich genaue Zahlen nickt fnhtäten. Ueter bte U riadicn lätzt sich nach dem Bericht reine txxOflüItige ErNäi^g ah- geben. „Kliniker, Bakteriologen unb Etitemio- Imjen finb sich darüber einig, daft ter Bazillu» Pfeiffer eine Rolle batet spielt, ater bie eigentliche Krankheit entzieht sich ter wissenschaftlichen Erkenntnis." Der B«icht gelangt zu ter Folgerung, „haft bie Entstehung ein« großen Pest, wie sie bie Grippe barstellte, von ein« Störung te- Gleichgewichts im sozialen Leben abhängig ist, indem bei einer großen Anzahl von Menschen burch Entbehrungen unb Aufregungen aller Art Beter gungen geschaffen wurden bie für bie Ausbreitung unb ba- Eindringen ter Parafiten günstig waren.
Auf der Schlangenja-i).
Ern englischer Zoologe Bassett Digby, ter tut tropischen Urwald viele Schlangen ne'ammeU bat, erzähl! von Schkangenjagten in einem Lvndomr Blatt Ein starkes feinmaschige- Netz in ter linken Hand, in ter rechten ein 30 Zoll dick« Bambusstab. bet an einem Ente mit Blei beschwert ist. daS sind bie Waffen te- Schlangenjäger-. Die giftige Cobra ist ein Gegner, nur tem man sich tefonters in acht nehmen muß. Man kann sie eigentlich nur besiegen, wenn man bic wenigen Sekunten tenubt, bte sie braucht, um nach einem mißlungenen Angnsf tbtr Haube roieter aujju* blähen Man tut nicht gut, ten Versuch zu machen, eine Schlange zu töten ober zu fangen, wenn sie ju’ammmgeront ist unb gerate tm Bei riff, empor» yikfnenen. ES ist nämlich sehr schwierig, ihm Länge im zusammengerollten Zustande ateu chötzen, Simal sie meist ». T unter Blät em v«borgen ist ?an laste sie habet zuerst selbst einen Angriff unternehmen Wenn sie emporgefdmellt ist, um tm» antzugreisen bann ist iie für 3—1 Sekunda bilsto- denn so lange braucht sie, um sich wieder iirfemmeiuuroUen Dann versetze man ihr blitz- ickmell mit dem schweren Ente des Bambusstockes einen Schlag m- Genick unb lähme bamü ihre Halswirbel, so haft sie sich nur noch rotnben kann, wo sie liegt Sie kann sich bann nicht mehr emporbäumen unb auch nicht fortschlüpsen. Ma« steckt dann seine Beute in einen starken (einena< Sack und nimmt die erste Gelegenheit wahr, sie yi töten, intern man den Sack mit fielt für einige Minuten v daS nächste Ämter steckt
zu unappetitlich. Danke testens. Unfereiner ist sauber."
D« Amboß rümpfte Perächtlich die große Schnauze unb Vehrte dem alten Eisen ten Rücken -u. Der Amboß war ein Tickkopf. Er backte nicht daran, daß er ja auch au- Eoen war, und datz bas alte Eisen, das so weit gewandert war, auch so blank werden würde, wenn es ter Fourrgeist erfassen und ter Hammer schmieden würde. Er dachte, es gäbe bloß blanke- Eisen und schmutziges und bestaubte- — von vornherein — und batei Miete e- Er war eben ein Dickkopf und er wußte auch nicht, wie mühsam sein Meister dies alte Eifen gesammelt hatte, um es umzuschmieden in ter Dämmerung.
Das alte Eisen fühlte sich sehr «leichtert, als der Amboß ihm den Rücken gekehrt hatte und es seine abweisenden Blicke nicht mehr fühlte. Es hatte sie deurlich gefügt, trotzdem es so bestaubt und so beschmutzt war. Nun begann e-, sich flüsternd zu unterhalten.
Es waren Stücke, die tem Alter nach sehr verschieden waren. Es waren ganz alte dabei, die eigentlich in die Raritätenkammer gehörten. Es waren auch ganz junge darunter, die mtr wenige Jahre auf ter Welt waren. Ater in ihrer Erscheinung waren sie sich alle ganz gleich.
„Sie lind so verrostet/' sagte etne ftettc teilnahmsvoll zu einem alten Schwert, „das ist eine sehr schlimme Krankheit. Sie fühlen sich gewiß nicht wohl?"
Das Schwert seufzte knarrend zwischen Griff und Klinae.
„Es ist ein ülteS LeS>en," sagte e-, „ich habe es schon viele hundert Jahre. Es sind Blutflecke. Ich habe schreckliche Dinge gesehii auf meinem Lebensweg. Ich ging durch viele Häute. Siner erschlug ten andern mit mir. Einer nahm mich tem andern fort, um roieter andere xu erschlagen. Alles Blut und alle Tränen baten sich in mich hin- emgefreffen. Ich habe wenig Rute gehabt. Ich bin im Blute gewatet und ter, der das meiste Blut vergossen, läutete die Glocken mit denselben Händen und nannte das seinen Sieg."
„J-ch bin nur wenige Jahre alt" sagte ein junger Säbel, „ater ich habe ganz dasselbe «lebt."
,^Jch habe entere Siege gesehen," sagte ein alter rostig« Riegel. „Ich sah Menschen, die gesiegt hatten über sich unb die Well mit ihren Gedanken Ich verschloß die Türe, hinter ter man sie ein sperrte. Sie saßen unb verkamen in ihrem Kerker. Ab« ihre Gedanken gingen durch die Kerkettüre an mir vorbei und gingen hinaus in alle Straßen."
,Lch bin weil jünger al- Sie," sagte ein anderer Riegel, „ater ich habe dasselbe tun müssen und habe dasselbe gesehen."
Der Feuergeist in ter Esse atmete stärker unb der erste Schein der Morgendämmerung zog Über das alte Eisen. Es wurde sehr »«legen und bedrückt, denn nun traten die vielen Flecke noch deutlicher hervor, als im Licht de- Feuergeistes, bet in ter engen Este mühsam ahnet. DaS alle Eisen sah traurig auf seinen beschmutzten Körper und rctete wirr und klagend durcheiuanter.
„Ich hab einen Mörder halten müssen," jammerte die Kette, „es war in sein« letzten Nackt Neben ihm saft ein Mann im Talar und hatte ein Buch in bet Hanb, auf tem ein goldene- Kreuz braufftanb."
„Ich habe im Scklachthau- arbeiten müssen," sagte ein langes Me'ser. „ich habe taufenben von Gesck'öpsen ins entsetzte Auge gesehn, ehe es erlosch. Ich habe taufenb Tierseelen umterirren gäehn in einem Hause voll Blut unb Grauen. Dabei war ein Stück von mir früher eine Perle im Rosenkranz eines alten stillen Mannes Es war in In bien, und ter alte stille Mann fegte ben Weg vor fick mit sckroachen Armen, um fein Geschöpf |u treten Er normte den Warrn feinen Bruder und bat für ihn um den Segen sein« Götter. Er sprach von der Kette ter Dinqe. Er zeichnete das Hakenkreuz in hm Sand und fingerte ergeben seinen Rosenkranz, wenn her Wind e- verwehte. Die fremden Priester Mis Europa höhnten ten Glauben des alten MonneS."
„Wir haben jetzt Europa und ferne Kultur," sagte der Säbel grimmig und schüttelte eine alberne goldene Trodxl ab. bie an ihm hing.
„Wir mülien hurch viele Formen rotmbän," sagte bad Mef er, „bas weift ich von dem alten Mann in Indien. Nur weiß ich nicht, in welche wir kommen sollen."
,Ln bieten Formen können wir nicht bleiben!" riefen alle durcheinander. „Wir sind schmutzig unb voller Flecken Wir wollen umgeichmiebet werden. Wir wollen »>>m Feuergeist unb um rine andere Form bitten. Aber wir wollen nicht warten, bis die sonne ausgebt Wir wollen nicht, haß bie Sonne und so findet Dann beicheint sie uniertn Schmutz unb untere Ftecken Aber her Schmied wird nicht fobalb kommen Er schlä t gewiß noch."
Da flog rin Funke auS ter Esse mitten in baS alte Eifen hinein
..Der Schmieb fchlä't nicht Er wird gleich kommen," »Vckte ter Funke, „es ist ein betonterer Schm-eb. Sein Tannverk ist vor Sonnenaufgang."
Dann erlofck bt Funte
Die Tür tat sich auf unb brr Schmieb kam herein ES war ein ernster still« Mann mit traurigen Äugen Das kam von feinem Tagewerk. Er trat dm Blasebalg daß er alle seine Magenfaltm au'Navpte und gar, bick anfckwoll Der frn.er.infi «machte in her engen E'ie unb her Sckm cd hielt all bas a te Ersen in3 Feuer Xann bob er es aus her Feuertaufe unb legte es aus ben Amtesi
„Was wirb aus uns werten — welche Form — welche Form?" fragte bas alte Ei'en. unb haS Me.s« dachte an ten armen alten Henn in Indien.
Der Schmied schlug zu. Die Fun.>n fr*b«L
Mst Blüchek in England.
Die englischen Beschimpfungen unb Verdächtigungen te- deutschen Volkes sinh schon öfter mit tem Hinweis daraus zurückgewiesen worben, daß in her Vorkriegszeit angesehene Engländer recht häufig ten Kultursinn ter Deutschen, ihre rühmliche Rolle im Streben ter Völker hervorgehoben haben. Ein Blick in die weiter zurückliegende Vergangenheit fördert seltsame Gegensätze von einst und heute zutage. Nach ben Befreiungskriegen war bie Begeisterung ter Engländer fürden Ruhm der preußischen Waffen doch wohl etwas größer und echter, als die Vorliebe deS heutigen England für bie französischen „Sieger". Dn der Monatsschrift „Die Meister" finden wir zwei überaus interessante Briefe des Feldmav- schall- Bliicher abgedruckt, die trotz orthographischer und stilistischer Unebenheiten die deutschen Gemüter umsomehr erhellen und erfreuen müssen, als sie den großen Feind- und Völkerbund höchst lehrreich an ten Wechsel der Zeit erinnern. Blücher schrieb folgende prächtige Briefe an seine Frau:
Boiilonge ten 8 Juni 1814.
HErtzen- libe Frau.
Tndlig und endlig bin ick aus Paris unb hier ans mehr angekommen, muß ater noch 2 Tage warten. bis ter könig kommt um mit ihm nach England Über zu gehen, geilem habe ich bei ten HErtzog von Klarentz auf da- linien Schiff Jmprenable gegessen, noch bin ich taub von allen Kancmedmrner unb beh nah gestört von alle Ehrenbezeugungen, wen daß so fohrt geht, so werde ich in England verrückt: in lonbon soll ich mit Teusfelsgewald beim Printz Regenten logieren, ich werte ab« suchen ba von loß zu kommen, so balld- wie ich kann, macke ich mich in lonbon loß und gehe durck Brabant nach Holland und von da nach Westphalen über Hannover nach Berlin. Tie Engelenter kommen hier yu hunderten, um mich zu ftten, und ieten muß ich die Hand geben und die Tomen macken mich sörmlich die Cour: es ist da- nerriWft Volk, was ick kenne, ich bringe einen Tegen und einen säbell mit, woran vor 40 000 Thlr Juvelen befindlig. Tie Stadt lonbon hat mich aleickfalls einen Degen geschenkt, ich bin in die Cloubs zu fönten oyne Balotage aufgenommen unb in Schottland hat man mich vu Edenburg zum Ehren mit glid her gelehrten Gesellschaft Creiri: wen ich nicht tohll werde, so ist eS ein wunder.
London, 6. Juni 1814. libe- malchen.
gestern bin ich tu England gelandet, aber ich tepriffc es nicht daß ich noch lebe, das Volk hat mich beynahe zerrissen, man hat mich die Pferde «ußgespannt und mich getragen, so bin ich nach lonbon gekommen, wider meinen willen bin vor ten Regenten fein Schloß gebracht: von i£m den Regenten bin ich Empfangen, wie ick eS nicht beschreiben tonn, er hink mich am bunl.’l blauen baute sein Portaü, waß sehr reich mit Brillanten besetzt tua&r, um ten Halb unb sagte: glauben sie, daß sie fernen treuem Freund aus Geben haben wi mich, ich logt« bei ihm.
nun muß ich dick bekannt machen, daß trotz allen widerstreben mich der könig ten morgen, wie imte nach Engeland ginnen, -um fürsten ernannte, mit tem nahmen Fürst Blücher von bev Wahlsiadt. daß Fürst en tu hm erbiflte ich in Schlesien, allivo an kloster war, daß Wahlstadl hüßt. Nach meinem tote erhelst bn auf lebenszeit eine Pension, daß du ol- frürftin leben tonnst daß ist mm alles, w.iß ich dich jetzt, da ein Courir abgeht, Schreiben tonn, waß hier mm weiter mit mich vorgeht, daß folst du mit den ncgflen Courir erfahren.
daß voll trägt mich auf hnden: ich darf mich nicht sehen lassen, so machen sie ein geschrey und sind gleich 10 000 zusammen, in monbienmg darf ich gate nicht rrfdrinen; mm lebe w'hl, ick ton nicht mehr Schreiben, ten ich bin völlig betäubt, unter 10 Tage tonn ich hier nicht lo- und dan gehe ich yach Holland unb will so ballte möglich zu dich, lebenslang dein dick HErtzlich libendcr
Blücher.
Ja, eS ist da- „nerrischste Volk"! Dieser Stoßseufzer de- alten Haud^en klingt auch jetzt in Deutschland umher, wenn ouchdie Lage sich völlig umgekehrt hat.
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Der Amboß ärgerte sich. „WaS für ein gelaufenes Gefmdel hier zufammenkommt? ____
Glück, daß es zuerst m die Elfe muß, ehe es mir auf ten blanken Kopf gelegt wird. Es wäre sonst
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