Eichener Anzeiger (General-Anzeiger für Vberheflen)
Dienstag, st. Januar 192(
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Fortsetzung 80-
(Nachdruck verboten.)
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Der Poriiavd.
VieZalkner aufLinöenhöhe
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9hm faßen sich die beoden, Brüder in dem kahlen e-lafthoizrmmer gegenüber und tonnten den An- 1 astfl nicht finden für das, was sie einander tagen rollten. Ihre Begrüßung nxn ohne Herzlichkeit rein den, steif und geyrnmgen von der einen, scheu und zurückhaltend vvn der Äderen Seite. Erich kalte nicht unfreundlich sein rootfcn. Auch ohne las, was ec von Gerda und Erika gehört, Hütte er i.fiPerlt* das Herz dazu gehabt, nachdem er Achim Zeichen. Ter Arrdlick des Bruders hatte ihn er» schüttelt. Das roar au8 dem liebenswürdig hei» i-ren, lebensfrohen Menschen geworden, ■tris den er ihn allezeit gekannt! Rein, er wollte nickt r nfreundlich fein. Aber eine jahrelang genährte Stimmung ließ sich nickt innerhalb weniger Stirn» Den hi ihr Gegenteil um wandeln. Es bedurfte dazu zmn minderten eines Anitoßes, eines Entgegenkommens Äs halbem Wege. Und dazu felfite ^lchim entiveder der Mut oder der Wille. Er saß gesenkten Hauptes auf fernem Stuhl, und leine itianlen, durch, ichrig gewordenen x?anbe zupften nervös an den Fransen der häßlichen baumwollenen Decke, die über den zwischen ihnen flehen» den Tisch gebreitet war. Ein paar geguätte, rn- valtteeic Worte waren hinüber unb herüber ge-- gangen, tarnt schien das Geipräck zu „ücntum» men. In Äckims Zügen aber malten sick >oah- tenb dieses peinlichen Sckweigens immer deutlicher bic müde Trostlosigkeit seiner Seele und der kör» p-rlickc Verfall.
Ten Anblick länger *u ertragen, war Erich
Vie zur e^ernng der Wobminasboues.
Der AuSsch ust desReichswirt- schastsrats für Siedlungs- und Wohnungswesen beschäftigte sich in seiner letzten Sitzung nrit dem von der Regierung erneut 'org-legten Entwürfe eines Gesetzes über die 1 frhebirng einer Abgabezut Förderung des Wohnungsbaues, in dem frühere Vorschläge des sozialpolitischen Ausschusses 'eilweise aufgenonnnen worden sind. Wesent- lith abweichend davon ist dagegen die Feftseö- .ung der Steuerhöbe, worauf Oberbürgermeister Dr. Luther als Berichterstatter hinwies. Brüher waren 15 Prozent des Mietwertes bei einer Erhebungsdauer von 10 Jahren voo- ttsehen. Der Regierungsentwurf setzte nur iünf Prozent bei zwanzig Jahren fest. Dr. Luther machte geltend, daß der soziale Sinn des Gesetzes ursprünglich der sei, den durch die leitumftänbe, vor allem die stark erhöhte Nachfrage bei geringem Angebot entstehenden Wertzuwachs für die Allgemeinheit zu erfassen und zur Linderung der Wohnungsnot nutzbar zu machen. Das geschehe durch eine Steuer von fünf Prozent, mit Gemeindezuschlag zehn Prozent, -keineswegs. Auch sei eine so niedrig bemessene Steuer unwirtschaftlich, da ein Viertel ihres Ergebnisses von den Unkosten für Erhebung und Veranlagung verschlungen !verde,und schließlich sei ihr Ergebnis im gan- ten unbefriedigend niedrig, da die bestenfalls ''mkommenden 3,5 Milliarden für höchstens ein bis zwei Jahre Bautätigkeit reichen und zur Tilgung und Verzinsung dieses Betrages, Der auf dem Wege einer Anleihe aufgebracht werden soll, 20 Jahre gebraucht werden.
Die Vertreter der Arbeitgeber und -neh- mer machten dagegen geltend, daß eine höhere Steuer zu neuen Lohnkämpfen führen werde.
wie die Kameruner an Deutschland hängen.
Die Srmmruug in Kamerun, die unter der neuen frauzösischoi Herrschaft sich entwickelt hat, L-,irt> im Journal b u P e upl e" betvrodrn ,nb auf das schlecht: Verhältnis.der Neger zur französischen Detwolrunq biigeroieien Labet er- •ähren rott auch, rote aus einem Auszug des Aus- •aves in der „Deutschen Politik' hervorgeht, daß htr Kameruner noch ftmner an ihren früheren rutschen Herren hängen. „Die 'Neger sind nicht 'o naiv, wie man allgemein zu glauben Ttmeigt Dr , --rißt eS in dem frwrzösischcn Blatt „Ihnen smd bereits die Augen aufgegangen. Man hat sie in "lassen «u der großen Schlächterei in Europa ge- •:ihrt, ohne sie um ihre Meinung zu fragen: sie toltten die „Zivilisation" retten: und diese Zivüi- iotion wendet sich mm gegen sie und drückt sie '.il Boden. Die Neger ihrerseits lehnen, sic ab: nickt alle europäischen Methoden, wohl aber die Methode Frankreichs, das verblendet ist durch -men im Krieg auf die Spitze getriebenen Chau- rniSrnuS. Besonders die Neger rn dem ehemals ^urschen Kamerun können Vergleiche anftellcn lud wißt Ihr, wie sie urteilen? Nun, vor zwei Nonaten fuhr ein deutsches Schiff den iffongp hinauf Es machte an bet ehemaligen Grenze her früheren deutschen Kolonie Halt und legte dort an. Die groß aber war die Verblüffung des französischen Gouverneurs, als er sah, daß die Eingeboren e n, sobald sich bic Nachricht von her Ankunft des deutscheu Schiffes verbreitet hatte, in feierlichem Zuge mit Musik voran an das Ufer mar schlierten, ihre Kähne befriegen, an das Schiff fcecanfubrm und ihre ehemaligen Herren durch rin Willkommenständcken begrüßten. Dieses W'i- sviel stehl nickt vereinzelt da. und es ift bezeichn nenb genug Weiß man auch daß kürzlich eine in Käme nm b-gonnene Vollsabl<imm"ng abgebrochen wrb-n mußte, bevor das Ergebnis feftgef'etff war? Es handelte sich darum, die Einwohnerschaft des Landes über die ihnen aenchmffe Herrschaft zu befragen: es sollte wenigstens der Schein einer freien Mllensänsterimo ikne-ieits für die offizielle Änfnabme rn das .französische Kolonialreich ae> wabtt werden Wer ttoN allen offi-iel^en Druckes hsich-n sie bei ihrer einmm-- 'Wartung, U Trier’ Ver- waltunff wie imfer* mili»ätschen rihef^ batten b:e Neger mit so viel Selb^loli'ckeit imb mit in sanfter Hand „varifiri-tt". bn& fie bei der Volksabstimmung in Massen die Nückk-br her deutschen Kvlo- nialberri'chgft v-rlangten Man kann sich horfteFen. welcke schone Wiickmm ein derartiges imerroartete« Resultat rn inneren Kolonien ans den Völkerbund unb den Reick-Stag bervorgebracht hätte."
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Der Veritut
„Ja. 9Iber vielleicht ist es gut, wenn nnr uns Darüber aussprechen. Einmal hätte ei doch wohl geschahen müssen. Ich bin mein ganzes Leben hindurch eifersüchtig auf dich gewesen, Erich."
Von her anderen Seite her kam ein Laut wie cm halb untettnückteS Auflachen.
„Eifersüchtig? Aus mich? T» — der Glänzende und Bevorzugte?"
„Es ist möglich, daß ich beöorgugt worden bin Aber das konnte mir über den toib aus deine größere Begabung nicht hmweghelfen, und vor allem nicht über den Neid aus deine Stärke."
„Wenn ei weiter nichts ist. Du hast mir damit niemals wehgetan "
„Niemals, Erich? Auch nicht, als dieser Neid mich baju trieb, bri Erika abwendig zu macken?"
„Du hast sie mir nicht abwendig gemacht Sie hat dir ja aus freien Stücken den Vorzug gegeben."
„Toth wohl nicht ohne mein Zutun. Wenn du es nur hättest sehen wollen, würdest du bald bemerkt haben, baß sie dir viel mehr zugetan n>ar als mir." _
„Tas ist törichtes Gerede Schon als halbe Kinder steckiet ihr ja immer zusammen.
„Weil du eben nicht für Rritbemen zu haben warst, roic sie einem Backftsch im Kopf liegen. Jbrc Webanfen aber waren immer bei dir. Unb daß sie nie von erwas anderm zu reden wutzie als von dir, das hat mir schon als Liebzehn» jährigen den Entsckckuß eingegeben, fte für mich >u gewinnen." _
„Daraus allo ist deine Liebe zu ihr entsprungen? — Nun, meinetwegen.' Tie Hauptsache ist dock, daß es dir gelungen ist "
„Weißt du das so bestimmt' Ich glaube, wenn
denn doch nicht im Stande. Mit einer ruttarhgen Bewegung, wie sie ihm eigentümlich war, fuhr er in seiner Sofaecke auf.
„Wenn du was auf dem Herzen hast, Achim — ich bin fetzt da. Mir darfst du es in Gottesnamen sagen."
Der andere blickte n«bt auf.
„Bist du deshalb gekommen, Erich?"
,Dielleickt nickt gerade deshalb. Aber das ift einerlei. Für das, was ich dich etwa fragen wollte, wirb aixb später nock Zeit genug sein. Es drückt mich nicht allzu sehr. Und da deine Last dock wohl die schwerere ist, machst du bester den Anfang."
, SW) weiß nicht —. Wenn ich's versuchte, eS tomttc soviel werden, daß deine Geduld nicht dazu ausreicht." t.. „ _ , ..
Meine Geduld, dich anzuhoren.-' lucad* dir darum ferne Sorge. Ich habe hier nichts zu ver» säumen"
„Ich habe mich falsch ausgedrückt. Nicht deme Geduld meine ich, sondern deine Tuldiamkeft "
„Ist das der Ruf, in dem ich bei euch stehe ' Bin ick so unduldsmn?" .
„Mir gegenüber bist du es wohl immer ein wenig gewesen. Es war immer so etwas wie eine Mauer zwischen uns. Und ick war es kaum, der sie autgerid'tet hat. Es ist sehr schwer gcroeinL bir nahe zu kommen, Erich, mich wenn ich den reo» lichsten Willen dazu hatte."
„Von solchem Bedürfnis habe ick niemals viel bemerkt. Aber roic ei auch damit sein mag, m bieiem Augenblick kannst du dir die Mauer ruhig wegbenken."
„Tas ist nickt so leicht. Wenigstens nickt für einen, bet ein schlechtes Gewissen hat."
„Host du es denn auch mir gegenüber, Achim f
Aus Statt und Land.
G i e tzen, den 11. Jin. 1921
" Prüfungstermine Kür die im Jahre 1921 abzuhaltenden Prüfungen find die nachstehenden Termine festgesetzt: Entlassungsprüfung am Lehrerseminar zu Bensheim 25. Januar: Ent- lassungsprüfung am Lehrerseminar zu Kriedberg 1. Kebruar: Enttassungsprüfung am Lohres seminar zu Alzen 8. Februar: Enllassungsprüfung am Lehrerinnenseminar Tarmstadt 15. Februar: Prüfung bei- Externen am Lehrerinnenseminar larmftabt 17. Februar: Entlassungsprüfung am väd. Kursus (Lberkursus) zu Tarmstadi 25. Februar: Entlassungsprüfung am päd. Kursus Kriegsteilnehmer) zu Tarmftabt 18. März; Aufnahmeprüfung an den Seminaren, soweit noch Schüler ausgenommen werden 17. März: Schlußprüfungen ßcr Schulamtsanwärtei 18. April unb 3. November: Prüfung für Haushaltung-lehrer» innen, T armstabt 22. Februar; Handarbeitslehrerinnen u. Kindergärtnerinnen, Mainz l.März, Gießen 8. März; Zweite Prüfung für Kindergärtnerinnen, Gießen 14. September, Darmstadt 20. September, Mainz 22. September: Pädagogische Ergänzungsprüfung (die letzte) 6. Juni; Prüfung für Zeichenlehrer an der Kuiistgewerbe- f(fiulc zu Mainz 4. Mürz: Prüfung für Turnlehrer 23. Mai: Prüfung für israelitische Religionslebrer 6. Dezember. Meldungen zu diesen Prüfungen sind drei Monate vor dem Termin mit 1,50 Mk. Stempel unb den vvrgeschriebenen Belegen bei den zuständigen Stellen ein zu reichen.
*♦ Daß bic Jnvalibenversichc- rungsmarken seit bem 2u. Dezember 1920 zum hoppelten Nennwert verkauft werben, beruht, wie uns aus bem Reichsarbeitsministerium geschrieben wird, auf bem Gesetz über eine außerordentliche Beihilfe für Empfänger von Renten aus der Invalidenversicherung vom 26. Dezember vorigen JahveS (Reichs-Gesetzbl. Nr. 243 S. 2315). Das Gesetz ist aus der Mitt« des Reichstages eingebraiÄ worden. Da Reicksmittel bei der trotzloseii Finanzlage nicht zur Verfügung standen, aber den in größter Not befindlichen Rentenemvfängern schleunigst geholfen wer- deii mußte, blieb kein anderer Weg als eine Art Steuer von den Versicherten unb ihren Arbeitgebern burch Verdoppelung der Preise der Versicherungsmarken zu erheben. Dabei war man auf die Weiterbenutzung der bisherigen Marken angewiesen, weil bas Drucken ober Ueberbrutfen der Marken mehrere Monate erfordert hätte. Des- hatb mußte sofort der Verkauf der Marken zum alten Preise gesperrt werben, ba sonst sicherlich eine große Menye Marken gehamstert unb hierdurch die Ausbringung der Mittel für die Beihilfe gefährdet worden wäre. Bei den Reichstagsberatungen wurde nicht verkannt, daß unter Umständen auch für rückliegende Zeiten zum doppelten Preise gekaufte Beitragsmarken verwendet werden müssen, wobei eine Erstattung des zuviel Bezahlten schon mit Rücksicht auf die davon zu erwartende unerträgliche Geschäftsüberlastimg der Landesversicherungsanstalten ausgeschlossen erscheint. Man war sich bei den Beratungen darüber klar, daß diese Uebergangshärten gegenüber her Notwendigkeit einer sofortigen Hilfe für die Rentenempfänger Mrücktrelen müssen. Im übrigen sei darauf hingewiesen, daß nur für die ab 1. Aug.
1920 aufpegebenen Marken der Preis verdoppelt roorben ist, dagegen werden die früher ausgegebenen Marken o!nc PreiScmffchlag verkauft Aufklärende Mitteilungen hat das ReichSarbeitS- nuniftenum, sobald feststand, daß der Reichstag von feinem Einspruchsrecht gegen das Gesetz feinen Gebrauch machen wollte, wiederholt der Presse zugehen lassen: leider hat sich ihre Veröffentlichung infolge der Feiertage verzögert.
** Die Weltfarben der Brief- märten. Die Farbe der Postwertzcickcu nxn bisher durch den Weltposwertra«; arün, rot und blau für die drei Werte 5, 10 unb 25 Rappen vorgeschrieben. Der Deltposttongre^ in Madrid hat diese Satze bekanntlich auf- aegeben. Es ist deshalb eine andere Grundlage für die drei Farben vereinbart worden. Grün wird verwendet für eine Drucksache, die den einfachen Gewichtssatz nicht übersteigt, rot für eine Postkarte und blau für einen einfachen Brief.
Landkreis Gießen.
Grünberg, 10. Jan Ter Vogelsberger Geflügel- unb Kaninchenzuchtverein Grünberg und Umgegend veranstaltet in den Räumen der Turnhalle eine B.'zirks^GeslÜgel» und Kaninchen-Ausstellung bei Verbandes Oberhessische Geflügelzucktvereme. Tie Anmeldungen find reckt zahlreich ein gegangen. Außer den meisten Arten vvn Rassegrilügel sind nahezu 100 Nummern Kaninchen aller :stasscn angemeldet, so daß auch Züchtern unb Liebhabern aus biesem für die Volks ernährung so wichtigen Gebiete der Besuch empsoh- len werden form. Die Ausstellungsleitung liegt in den Händen von llhrniacker Fr. Jöckel, unter dessen Leitung der Verein schon nahezu 20 Jahre bcslcstt. Ter herein verfügt über ein wertvolles und schönes Ausstellungskäfigmaterial.
n^ünfterb. Lick, 10. Jan. Ta die früher gebräuchlichen Gerbmittel, so vor allem das 52uc- bracko^Holz (vom Aspidosperma) von Amerika nicht mehr geliefert werden, jo hat man auch in Ober- hessen den vorher fast imbeBannten Schäl - betrieb der Eichenwaldungen teilweise em geführt und damit gute Erfolge erzielt. Dieser Betrieb ist bekanntlich im südlichen Hessen an der Tage-ordnung. Man macht vorzügliche Geschäfte bann't. So beabsichtigt man denn auch in diesem Jahr m unserer Waldgemarkung den Sckälbetrieb wieder auszuübeu. Auck in unserer Nachbarschaft, im Johannisberg zwischen Röthges imb Nonnen- rod, wendet die Solm^-Bramifelsische Forstbehörde den Schälbetrieb an.
Kreis Schotten.
Fl Lau back, 9 Jan. Wie wir bereits berichteten, haben sich die finanziellen Verhältnisse des hiesigen Johann-Friedrich-Stiftes das als Krankenhaus für unser Städtchen imb Umgegcnb von höchster Bedeutung ist, sehr ungünstig acftaltet. Schuld hieran sind die! hohen Derwaltirngskosten imb die geradezu unerschwinglichen Preise der Lebensmittel. Um mm dieser Finanznot einigermaßen zu begegnen, hat die Stadtverwaltung eine allgemeine Sootmlimg in allen Kreisen der Bevölkerung vevanstaltet Sehr verdient haben sich hierbei verschtedeiie Mitglieder des ® erneut berat« gemacht, die sich persönlich um den Umlauf der Sammelliste bemühen. Bis jetzt bat bic Aste beverts die Summe von tfege n 6000 Mark erreicht. So batf man hoffen, daß hier»
Weder bic Bevölkerung noch bic Betriebe könnten eine höhere Belastung vertragen. Dieser Ansicht schloß sich die große Mehrheit bcs Ausschunes an und beließ es also bei den fünf bzw. zehn Prozent der Regierungsvoorlagc.
Wesentliche Veränderungen wurden in den Punkten angenommen, die die Berwc n- dung der Gelder unb oie Höhe des Ge- meindezuschlages bestimmen. Während der Regier ung sennvurf die Verzinsung und Tilgung der 650 Millionen Vorsicht, die das Reich im Mai und Juli 1920 zur Verfügung gestellt hat, wurde im Ausschuß dahin entschieden, daß fluö den Mitteln dieser Steuer nur seit dem 1. Oktober 1920 zur Förderung der Wohnungsbeschaffung aufgewendete Beträge Der zinst und getilgt werden dürfen. Die Höhe der Gemeindesteuer wurde auf höchstens das Doppelte der Reichssteuer beschrankt und festgesetzt, daß Steuerocdnungen für besonderen Wohnungsluxus, zu denen die Gemeinden nach die^ fern Gesetz berechtigt werden, von den obersten Landesbehörden oder deren Beauftragten zu Zenchmigen find. Zu dieser Regelung hat besonders auch die neue Berliner Wohnungs- ftcucr Anlaß gegeben. Das Gesetz mit den Abänderungen wurde mit allen Stimmen gegen die Dr. Luthers als brauchbar erachtet.
kann, unb daß die segensreiche Anstalt in ihrem Bestände nicht ernstlich gefährdet wird.
Laubach, 10. Jan. Die für die jetzige Jahreszeit außergewöhnlich milde Witterung ist auck. auf den Fortschritt der Vegetation von Einftuß gewesen. Man tonnte glauben, wir fliinbtit sckon im März. So beginnen Pflanzen des Vorfrühlings, wie Schneeglöckchen unb Rhabarber, bereits hier, an den Mhängen des Vogelsbergs, munter zu treiben Der SBeijen ist infolge der feuchten Witterung mit auf gegangen. Er stehl prächtig. Im übrigen ist die feuchte Witterung nock sehr .nöttg. In 15—20 Zentimeter Tiefe ist bet Ackerboden noch recht trocken. Das günstige Wetter veranlaßt unsere Landwirte, den Acker immer unb immer wieder zu bearbeiten, beim „gut gestürzt ist bet halbe Dung".
n y a u b a d?, 10 Jan. Zur öOjShrigen Feier der BegründungdeS Deutschen Reiches findet am 18. Januar eine allgemeine Feiet statt. Sämtlichr Vereine der Stadt nehmen daran teil Jede patteipoliriscke Tendenz ist habet ausgefchlol- iem. Mit der Rede ist Oberlehrer Vetter, (vom Gymnasium Friderizianum) betraut worden. — Zu Ende diefes Monats wird am hiesigen Gymnasium Friderizianum bte fchristliche Reifeprüfung abgelegt werden. Sechs Schälet, sämtlich Schüler der hiesigen Oberprima, werden daran Heilnehmen.
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und 1900 Morgen können von unterer
Wald:
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stelle aus sehr beauem erretdx werden vesseN'Nassau.
Um 120 000 Mark betrogen.
fd. Frankfurt a. M., 9. Jan. aus MigaaeflohencDeutsch-Ri
650 Moo alle Teile
Ü Wetterfeld b Lauboch, 10 Ion. Am "_3®iuar SamStaa. 1 Uhr) wird auf um crem Rathause bte hiesige Geme^inbeiagd am fecks Jahre verpacktel werden, ott ist vom bi <lxngcn "" t-e~ "sckrmt worden Sie besteht aus
ra Titlenburg, 9. Jan. Der vorgelegte städtische Haushaltsplan schließt ab mit 5 150000 Mk (gegen 1 700 000 Mk im Vorfahr^ Bemerkenswert sind die Mehreinnahmen bei bem Titel Fvrstverwaltmig mit 374 000 Mk unb die- lenige her Steuetverwaltung mit 743 000 Mk. Die Neben betriebe schließen in folgender Weite ab: Höhere Mädchenschule 103 500 Mark (gegen 24 000 in 1910), Krankenhaus 225 000 (142 000; Mk., Kurhaus 20 250 (12 000) Mk„ Gaswett 550 000 (134 000) Mk, Wvsjerwerl 103000 (33 250) Mk., Elektrizitätswerk 398 000 (81.500) Mk., Leben-niittelamt 1 500 000 (671 000) Mark. Der Etat ist ohne Steuererhöhung ausgeglichen durch die höhere Einnahme aus der Forst- Verwaltung.
im Nebenzimmer krank darnieder liegenden Frau zeigen wollte. Er erhielt den Schmuck, ging ins Nebenzimmer, wo man ihn sprechen hörte, und kam nicht wieder. Der Täter Hai in dem Zimmer einen rotbraunen Winterüber zieher, einen grauen Filzhut und Ain Buck, „Gegen den Strom", zurückgelasseV Er ist etwa 30 Jahre alt, 1,71 groß, scklank, hat dunkle toaare, graue Augen, mageres, bräun liches Gesicht von gelbsüchtigem Aussehen, trug graublauen Anzug mit straffem Rücken- gurt, neue, fckwarze Lackschuhe mit Tuchein- satz, und spricht Schweizer Mundart. Auf bic Wiedererlangung des Schmuckes ist eine hohe Belohnung ausgesetzt. — Einer Dame wurde am Samstag, während sie vom Hauptbahnhof durch die Kaiscrstraße zum Uhrtürmd)ca.ging, ein,BlaufuchSpelz, den sie über bem Arm trug, gestohlen. Der Pelz hat einen Wert von 17 000 Mk. Der Spitzbube entkam int Str aßen getümmel.
Eine aus vk i g a a c f l o h c n c D e u t s ch - R u s s i n wurde am Freitag vormittag um ihr ganzes Vermögen, >Lsckmucksachcn, im Werte von cm bundenzwanzigtaufenb Mark, burd) den de kanntenLrick mit dem Nebenzimmer betrogen Die Dame hatte in der Zeitung bekannt gege den, daß sie ihre wertvollen Schmucksachen, eine Brillantbrosche, Brillantringe usw. an Private zu verkaufen beabsichtige ES meldete sich ein junger Mann, der sick N. Kamm nannte und drei Tage lang mit der Dame rot gen der Schmuckstücke verhandelte. Am Frei tag holte er sic in einem Auto ab und brachte sie in seine angebliche Wohnung, einer PcN' sion in der Nidcncu, wo er den Schmuck feiner
AuS dem Amtsverkündigungsblatt.
** Das Amt-verkündiaung-blatr Nr. 4 vorn 10. Januar enthält: Bkkamimiachung ves Reichskommisiars für Au^- imb Eftifuhrbewil- [igunG. — Wahlen zum Ausschuß bei Hessischen Versieberirngsanstatt für gemeinblid B.amte. - Pottobehmidlung der Antworten auf private Anfragen. — Rück'uhrmig von turücfoi'laflenem Gepäck unb ))fochlas; ehemaliger krmizösischer unb belgischer Kriegs- imb Zivilgefangener. — Zuckcrver- bvaucksregelung. — Biehl euchen. — Tienstnach- r übten.
Portobehanvlung der Antworten auf private Anfragen. 9foch Einführunff bet Dienstmarken zur Freimachung der PosNendun- gen bei den hessischen Staatsbehörden ist es nicht mehr angängig, die Staatsfosfe bei Antworten auf Anfragen Privater durch Verwendung von Dienstmarken mit Porto zu belasten. Private haben daher bei der Einreichung von in ihr ein Interesse gelegenen Gesuchen nur bann auf Ank wort zu rechnen, wenn ein Freiumschlag mit vollständiger Adresse des Gesuchstellers bem Gesuch beigefügt ist.
Zuckerverbrau chSregelung ES können auf bte Zuckermarken 173, 174 unb 175 je. 250 Gramm --- 750 Gramm bezogen werden Mil Ablauf bei 31. Januar 1921 verlieren obige Wirten ihre Gültigkeit
DeransteckenbeScheibenkatarrhiu unter dem Rrnbviehbestvnd der Gemeinde Burk- hardsfelben ist erloscheir Tie angeoebneten Sperrmaßregeln werben aufgehoben.
du sie leibet danach fragtest, tnx würdest vvn ihrer Antwott überrascht sein."
Erich dachte an Erikas ruhige Erklärung, day Achim fbr me etwas anderes alS ein Freund unb ein Bruver gewesen lei — an diese Erklärung, btt er nicht für bare Münze genommen hatte. Jetzt aber, ba er sie gleichsam von ihm sttbst bestätigt hörte, stieg es heiß aus seinem Herzen auf. Aeußer- lich freüich verriet sich in seinem Verhalten nichts von solchem Empfinden.
„Dem Anschein nach war es anders," sagte er gleichmütig. „AIS ich xum letztenmal auf Luiden- höhe war, hatte euch jeder für ein Liebespaar halten müssen."
„5tö war auch in fie verliebt Aber sch hütete mich wohl, es ihr so zu -eigen, wie ich es jebem andern Mädchen gezeigt hätte. Denn damit hätte ich sie wtsicher von mir entfernt. Noch tmmei recknete ich gar nicht fm Ernst damit, fic femals zu besitzen. Nur du solltest sie nicht haben. Tos war der einzige Gedanke, der mein Verhalten bestimmte."
„Sehr brüderlich — unb lehr einfältig. Woran' hm formteft du denn vermuten, daß mir überhaupt etwas daran fog?"
„Ich wußte, daß du sie licktest. Seit Jahren sckon war ich dessen gewiß. Ich wußte ouck, ba& es dich nur ent einziges Wort kosten würbe, u? jubelnd in deine Arme fliegen w lassen. Es war eine abgrundtiefe Schlechtigkeit — nickt wahr
Er sprach immer mit derselben leisen, matten Stimme, scheinbar ohne Erregung und ohne leine Haltung zu ändern. Erich aber neigte sich vor unb sah ihn mit blitzenden Augen an.
(Fortsetzung folgt)


