„Es wäre eine ftarte Belastungsprobe unterer ^rambfd^ift, 93eimeroib'"
„So? — Dc^ sehe tch nich ein. Aber wenn es auck> so wäre — du darfst nicht vergessen, baß rth außer der Pflege unserer Freundschaft noch cm en kleinen Nebenberuf habe. Ich bin nämlich auch Rechtsanwalt oder, wie ich mir's auszulegen pflege, em Anwalt des Rechtes. Und ein solcher scheint mir gerade hier sehr am Platze."
„Tn tamtft selbstverständlich tun, was du für gut hältst. Daß dir hier im Dause niemand Dank dafür sagen würde, brauche ich dir nicht zu sagen."
„Nein. Ich sehe ja, daß die Tankbark eit überhaupt nicht eure stärkste Seite ist. Außerdem gibt es in deinem Familienkreise doch wohl jemand, der anders darüber denkt."
„Gerda — meinst du?"
„Ja. Deine Tochter glaubt ebenfalls nicht an Germerings Schuld llnb sie muß ihn doch einigermaßen kennen gelernt haben."
„Wenn sich deine Ueberzeugung <rur die Centimen taten Regungen eines jungen Mädchens stützt —"
Er konnte nicht vollenden, berat es wurde an die Tür geklopft, und auf Bernhard Falkners „Der- ein!" trat Achim, zum Ausgehen gekleidet, über die Schwelle. Er iah blaß und müde aus wie immer, aber seine Bewegungen waren hastiger und nervöser als sonst.
,,3d' gehe nach Tiefenbrunn hinunter," jagte er, „und ich wollte mich vorher noch einmal bet dir blicken bassem, lieber Baler!"
Abgesehen davon, daß er zweimal einer Vorladung des Untersuchungsrichters hatte Folge leisten müssen, war es das erste Mal, daß er diesen Weg machte. Bernhard Falkner schien angenehm überrascht.
„Es ist verständig, daß du auch lnal unter Menstlfen gehst. Du hättest das schon tnei öfter tun sollen."
„Unter Menschen? In ihrer Allgemeinheit verlangt es mich nicht nach ihnen. Einen Menschen an dem mir gelegen ist, hoste ich drunten allerdings zu treffen."
Ter alte Derr hob den Kops.
„Dast du dir jemand bestellt?"
„Nein. Aber ich bin zu meiner Freude von einem gerufen worden, den wiederzusehen ich kaum gehofft hatte. "
„Und warum ist er nicht zu dir heraufge- kommen?"
„West ihm die Tür dieses Dauses verschlossen ist, Vater."
Bernhard Falkner kramte in jentern Schreibtisch, Papiere und Zeitungen ^oecklos durckem- ander werfend. Tann polterte er:
„UnsinnTie Tür meines Dau'es ist noch kemem anstäichigen Menschen verschloßen gewe'en, oer es in guter Absicht betreten wollte. Tas kannst Du diesem Jemand getrost sagen. In meinem Namen — verstehst du? — Wer es auch )ei. — Und nun laß dich nicht länger aufhalten - Auf Wederishen?"
(Fortsetzung folgt.)
Ni. z Zweites Blatt Gießener Anzeiger (General-Anzeiger für Oberhessen)Montag, lO. Januar 1921
Wt denNche Mntroort wegen der Diesetmotoren.
Berlin, 8. Za». Der Vorsitzende der Bredensdelegation rft ersnchl worden, die ML der Ävlschatterkonserenz vom 10. No- tierSerfcxgcnber Dieselmotoren zu beanttvor- v und u. a. folgendes darzulegen:
Tie Botschafterton seien; Hal ihren Beschluß ail
Bedingungen geknüpft. Sie vertonst 1. zum l März 1921 einen Bericht über Standort unD Krontbung aller Dieselmotoren, die am Tage des WswstillstandeS Unterseebooten i.ugeteilt ober Don r r deutschen Regierung für Untenedroote b.'Nellt ■*fen iinb; 2 focoert sie, baß in der Zwischen, irftber Kon troll kom Mission die Kontrolle über die ieioentrunfl der Motoren dieses Ttzps in jeder Ötfe erleidjtcrt werde. Tie deutsche Regierung in Ult, diese beiden Forderungen ju er»
(cn, nicht weil sie eine Verpflichtung dazu kennen könnte, solchem weil sie fernen Grund bic Att der Verwendung dieser Maschinen ge-
;u halten und weil sie den alliierten Mächten ttrren will, daß der deutsche Tieselmotor in d.r :;< an Friedenswerfzeug ist. Es ist damit zu rca'y
daß am 31. Mörz 1921 bei weitem noch nicht iliche Motoren in der Friedenswirtschaft Verarg gesunden haben weiden. Für diesen Fall sich die Botschafterkonferenz das Recht vollen zu bestimmen, daß die noch nicht unter» achten Maschinen unter den Artikel 192 des von Verstrilles fallen. Tie deutsche Ro- «Tung kann nicht anerkennen, daß der Bot- Mterkonferenz ein solches Recht zustande. Tie 'aridje Regierung muh an ihrer Rcchtsausfanilng 1 vollem Um sang festhalten. Aus oiefer Aus- igfiung ergibt sich, um es nochmals kurz zusammen- wissen, daß diejenigen Tieselmotoren, die aus dem Otrutf) von Unterseebooten herrühren, für gewerb- ch ober Handelszwecke, aber auch nur für diese fcmwbinia finden können, und daß sie den, Ans- Knerbol des Artikels 189 unterliegen, während h die übrigen Maschinen feine Beschränkungen etai Die im ersten Teil dieser 'Jtote übernommen Berpstichtungen bedeuten hiernach Beschränkten, die sich die deutsche ^Regierung freiwillig uftrlegt, weil auch sie den Wunsch hat, in dieser hole deutsche Wirtschaft so rc übrigen Angelegen- eil zu einer Verständigung mit den alliierten Achten zu gelangen.
Aus Hessen.
Kommuntsten-Mkthoöen in Cfjenbadi.
Aus Offenbach a. M. wird uns ge- tneben:
Dier wurde eine große Versammlung, zu et ausdrücklich „Gäste, die aus bürgerlichem nb vaterländischem Boden stehen" eingela- <n waren, von sozialdemokratisch-kommu- ihi'cher Seite 'ganz planmäßig in empörender jtac gestört. Große Sprengtrupps aus ftanFfurt und Lanau waren eigens zu diesem toej nach Offenbach gekommen. Gejohle, mllen der Internationale, Hochrufe auf jjfa Luxemburg und Liebknecht, Pfeifen und Hinten mit Kindertrompeten, Heraus-Rufen, Irhrnbunofn "nd persönlick)k Beschimpfungen «j Redners: das waren Die geistigen Waffen n erschienenen.radikalen Elemente. Die Poli- tigriff mehrfach ein, aber doch nicht entschia- tr. genug, um die Versammlungs-Freiheit -!! wahren zu können. Immerhin konnte kor Westarp seine ausgezeichnete Rede zu kde führen, und dec Vorsitzende ein kurzes jblußwort sprechen.
Diese Vorgänge zeigen mit erneuter rutlichkeit, wie es im heutigen Deutschland r die Versammlungs- und Rede-Freiheit ty. Würden nun einmal ein paar Dutzend rc3 Gesindels von der Staatsanwaltschaft isaht und entsprechend bestraft, dann hätten »kirellos auch derartige planmäßigen Stö- ttgen von Versammlungen in der Frank- neriGegend bald ein Ende.
ibe tätig und hat große Verdienste um den Auf- der evangelischen Kirche im früheren Teutsch-
Kirdic ttttfc Seattle*
I 0 Gedern, 7. Jan. Im Jahre 1920 wur- t getauft 39 Kinder gegen 21 im Vorjahr, irmiert 43 (30). Getraut wurden 25 (29) re und kirchlich beerdigt 25 (35) Personen, den Geburten ist zu bemerken, daß in 3 Fa- Zwlllinge geboren wurden.
4- Burg-Grafenrode, 7. Jan. Zur Jjen Freude unserer Gemeinde ist unsere Psaer- t jetzt wieder besetzt. Pfarrer Michael Lortz Teulsch-Och in Lothringen wurde die Pfarr- Id? übertragen. Er war über 30 Jahre an der S töten Westgrenze des deutschen Reiches, in einer H nivgebebnten Gustav - Adolf - Diaspora - Ge-
Lolhringen. Ter Ruf eines vorzüglichen Kanzelredners geht ihm voraus. Obwohl Altelsässer mußte er wegen seiner deutschen Gesinnung, um nicht mit Gewalt ausgcwiesen zu werden, seine Heimat verlassen. Er wurde am Sonntag vor Weihnachten in seiner Gemeind« in feierlichem Gottesdienst von Dekan Orth eingeführt. Dem Gottesdienst wohnten auch einige seiner früheren lothringischen Gemeinde- glieder bei, die ebenfalls oertrieben waren und sich bei Wetzlar wieder angesiedelt haben, ebenso war auch der Patron der Kirche, Freiherr von Leon- haroi aus Großkarben, mit Familie anwesend.
4 Ortenberg, 6. Jan. Unser K i r ch enge s a n g v e r e i n, der früher schon mit dem besten Erfolg gewirkt batte, dann aber aus allerlei Gründen eingegangen war, wurde am vorigen Tienstag wieder ins Leben gerufen. Es meldeten sich bis letzt über 40 aktive Mitglieder, doch werden immer noch neue aktive Mitglieder, besonders in den beiden Männerstimmen, auch in der zweiten Stimme, angenommen. Der rührige Leiter der hiesigen Musikschule, Chorkapellmeister Ackermann, bat die Leitung übernommen.
bedarf waren etwas gebessert. Vvstevegeln etwas anziehend. Daimler-Motoren blieben bei rocirerer Nastnrage höher. Adler Kleyer preishaltend. Dirsch- ftiuner fester. 433. Theodor Goldschmidt stärker geragt Schiffahrtsaktten mäßig cnuifbenb. Havag lebhafter. Heimische Banken behaupteten ihren Kursstand. Dresdener Bank gesuchter. Der Martt der zlassaindustriepapiere lag vrxrt ruhiger, doch waren die Umsätze für einzelne Spezialwerte ziemlich bedeutend. Ter Schluß gestaltete sich test. Pn- vattiskont 37/, Proz.
mc. Frank furta. M., 9. Jan Am l.Nov. 1920 bestanden hier 142 Genossenschaften mit 73 456 Genossen und 194 eingetragene Aktiengesellschaften mit einem Kapital von 4 117 566657 Mk. Tie Zahl der Gesellschaften mit beschränkter Haf- nmg betrug 763, ihr Kapital 281593 575 Mk Ins Handelsregister eingetragen wurden im Jahre 1920 189 Firmen, gelöscht 192 Geschäftsunier- ncymen. In Liguidarion gerieten 36 Firmen. Konkurse wurden 13 gezählt, zwei von diesen tarnen wegen Mangels an Masse nicht jur Eröffnung.
Frankfurt a M., 10. Ian.
Berliner Devisenmarkt.
Lingesan-t.
(Für Form und Inhalt aller unter dieser Rubrik stehenden Artist übernimmt die Redaktion dein Publikum gegenüber feinerki Verantwortung.)
Zur Bürgcrmeifterwahl.
Lich, 7. Jan. Derr I. T., der Verfasser des „Eingesandt" in der Donnerstagsnummer des „Gieß. Anz.", wendet fick offenbar an eine ganz falsck)e Adresse. So sei ihm denn verraten, daß jener Artikel in der Montagsnummer von einem außerhalb Lichs wohnenden Licher geschrieben ist. (Veranlaßt war der Artikel durch den Wunsch, meiner Heimatgemeinde einen Dienst zu leisten; alles, was der Herr Einsender sonst herausgelesen hat, sind reine Vermutungen.s Aus dieser Feststellung aber möge Herr I T. nicht den Schluß ziehen, daß ein außerhalb Wohnender gar nicht die Möglichkeit habe, Licher Verhältnisse zu beurteilen und nicht das Recht, sich um Licher Angelegenheiten ju lummem, sonst müßte er diesen Schluß auch für den Kandidaten ziehen, für den er sich offenbar stark interessiert und der dach auch ein Licher außerhalb Lick)S ist. Ich habe als ein nicht in Lich Wohnender gar kein Interesse an irgendeiner bestimmten Persönlichkeit; mir kommts allein auf die Sache an, und da meine ich allerdings, daß nur ein Bernssbürgermeister, und zwar ein Nicht-Licher, für Lich in Frage kommen kamt. k.
Handel.
Berlin, 8. Jan. B o r se nst i m m u n g s- b 11 b. An der Börst blieb die feste Grmtdstimmung bei ziemlich lebhaftem Geschäft auch heute zum Wochenschluß bestehen, wobei sich das Jnteresle in zunehmendem Maße einzelnen Spezialpapiereu zuwandte, in denen bei teilweise erheblichen Knrs- besserungen die Umsätze ziemlich Ausdehnung gewannen. In dieser Hinsicht sind neben, Goidschmiot- aftien, die zeitweise um 70 Proz. stiegen, vor allem zu nennen Drenftein und Koppel und Daimler mit 10 Proz., Zellstoff Waldhos und Dynamit Nobel um 20 Proz., Elektrische Licht und Straft mit 25 Proz., sowie Deutsche Waffen, Weser und Argo mit 35 Proz. Besserung. Auf den übrigen Gebieten war das Geschäft tm Vergleich zu dem lebhaften Treiben in den vorgenannten spezial- papieren doch etwas Aller. Immerhin erzielten einige Schiffahrts-, Montan-, Elektrizität^- und chemische Papiere Slurdgenrinne von 10 bis vereinzelt 15 Proz. Leichte Kursnachlässe in einigen wenigen Werten taten der festen Gruichsttmmung keinen Abbruch. Banfaktten waren bei mäßigen Besserungen fest. Valutapapiere waren ebenso iuic Rentenwerte im Kursstand nur wenig verändert Im Verlaufe erfuhren die eingangs erwähnten Spezialpapiere zumeist noch wettere Kursbesferun- gen. In den zu Emheitskurfen gehandelten Jn- dustriepapieren hat auch heute die Kauflust des Publikums noch nicht nachgelassen.
Frankfurt a. M., 8. Jan. Borsen- ftimmungsbild. Die Gesamthaltung im heutigen Börsenverkehr war bei unregelmäßigem Geschäft nicht einheitlich. Auf einigen Gebieten machte sich, für einige Sonderpapiere zeitweilig eine erhöhte Kauflust zu erhöhten Kursen bemerkbar. Benz Motoren hatten lebhafteren Verkehr, 296. Holtzmann unterlagen stärkerem Angebot, 340. Auslandspapiere unterlagen im Anschluß an den Devisenmarkt Abschwächungen. Meritaner gaben mäßig nach. Deutsch-Uebersee behauptet, 1018. Der Markt der Elektrowerte zeigte ein schwächeres Aussehen. AEG. «oben etwa 5 Prozent nach. Auch Bergmann und Lahmeyer neigten nach unten. Chemis^ Badische Anilin, Holzverkohlung und Farbwerke Höchst gingen zu befestigten Kursen um. Mont an Papiere erfuhren der Beginn nur unbedeutende Veränderungen. Tie Tendenz war für Mannesmann schwächer, über»
929,05
956,
Börsenkurse.
Berlin
189,50
227,75
370,
329,
349,
435, - 436,50
423,-
6,7
185,
193,
15,89
81,97
646, 575, 450, 331,
264,55
72,20
432,70
566,
448,
331,
2,61
23,25
1,35
193,
191,
535,- 368,25 380,75
542, -
15,23
81,77
12, IC
72,23
431,45
490,
325,
701,
215,62
251,70
263,45
73,04
431,30
1118,85
954.-
8.1.
9,—
4,35
8,55
15,85
81,77
12,10
333,
670,
350,
Kurs 8.1.
77,50
262,95
72,12
430,55
7. 1. 8,90 4,35 8,65
6,75 924,-
2,62
23,25
1,38
641,- 580,- 45 .,50 326,50 208,- 503,- 335,-
15,28
81,97
12,14
Marknotierungen.
Tatum:
Saturn:
Amsterdam- Rotterd Drüstel-Anttverpen . Thristiania Kopenhagen Stockholm Helslngforr Italien ........ London Rew-Pork Paris Schweiz Spanien Wien (altes) Drutsch-Oesterr. . . . Prag Budapest Bulgarien Konstantinopel. . . .
Kurs 7.1.
77,50
Geld Brief Geld Brief 7. Jan. 8. Ian.
Kurs
7.1.
77,50
66,15
67,50
63,33
183,-
322,56
253,50
228,-
202,- 187.50
Zürich . . . Amsterdam. Kopenhagen Draa. . . . Stockholm . Wien . . . . London. .. Paris . . . New-Bork .
370,
370,
540,
330,
Datum:
S '/, Deut Äriegsanl. 4e/e Deut. Reichsanl. 3e/ä Deut. Reichsanl.
4 °/0 Preuß Konsuls Darmstadter Bank. Deutsche Bank . . . Disconto Gesellschaft Dresdener Bank . . Nationalbank f. D. . Mitteid. Treditbank. H.-Atnerik. Paketf. . Norddeutscher Lor)d . Doch.Gußstahlwerk . D.- Luxemb. Berg«. Delsenkirch. Berg«. . Harpener Bergbau . Obecschl. Eisenb.-B. . Obcrschles. Eisenind. . Phönff-Bergb.Akt. . Bad. Anilin- u. Soda Höchster Farbwerk«. Elektt. A. G. G.
Schuckert- Werke . . Felten- Guilleaume . Daimler Bud.- Eisen«.- Akt. . Adlerwerke 4 "/.Hess.Staateanl. . Electron Griesheim .
Mrs
8.1.
77,50 66,40 67,-
63,16 190,- 332,60 254,-
229,25 209,75 18",—
194,60 197,75 515,- 376,- 385,-
556, — 339,- 303,50 657,- 580,- 456,- 334,-
1121,151109,851112,15
----- 930,93
505,-
345,- 707, - 350,50
440'-
Frankfurt
?lbend- Schluß- Schluß- Schluß-
2322,65 2327,35 2305,15 2309,85 456,25 457,25 452,50 453,50
1168,861171,20 1186,30 1186,70 1176,30 1178,70 1201,25 1203,75 1503,45 1506,55 1510^45 1513,55 -----216,12 226,25 226,"5
252,30 249,75 250,25 ----- ----- 253 25
Züricher Devisenmarkt. 8. 1. 10. 1.
Wechsel aus: Schweiz« Franken
Holland . . 100 Fl. — 208. — 207.75
Deutschland .... 100 MK. => —8.975 Wien 100 fir. = 1.45 1.425
-Prag 100 Ür. = 7.35 7.25
-Paris 100 Fr. = 38.80 38.625
London 1 £ — 23 65 23.60
Italien 100 L. — 23 65 22.50
Brüssel 100 Fr. -- 40.75 40.70
Budapest . 100 Är. — 1.10 105
Uew.YarK 100 $ = 649.- 650 -
'(gram 100 Ar. -- 4.- 4.10
vermischtes.
* Ter Frauenübc schuß D»c Kopenhagener Studiengesellschaft für die sozialen Folgen deS Krieges gibt letzt teilweise die Ergebnisse thoer Forschungen heraus. Danach ift "ber GeiMnt- menschenverlust. der mittelbar oder unmittelbar durch den Weltkrieq verursacht worden ist, auf 35 Millionen zu schätzen. Dadurch ist ct.i großer Fratuntiberschutz hervorgerufen. Während im Jahre 1913 auf 1000 Männer im heiratsfähigen Aller von 18-45 3obren nur 1005 Frauen im gleichen Aller entfielen, flieg diese 3ahf 1919 auf 1180. Fn Deutschland müssen in den nächsten Fahren 18, das ift mehr als ein Sechstel aller Heiratsfährgen Mädchen lebig bleiben ES ist sogar anzrmehmen. daß dieses Sechstel noch überschntten tvird. da unter den Ireiratssähigen Männern viele Kranke unb B. schädigte stnd. die kartm für eine Che i-r Jra;e kommen.
— Ein gutes Zeugnts. Ein Dienstmädchen, mit dem die Herrschaft wenig zutneden gen>e|m 'war, bat um ein gutes 9lbgongszeugnis tmb crljielt folgende Bescheinigung. „N. N. l:at ein Jahr — weniger neun Monate bet mir gedient und luar hi dieser Zeit fleißig - an der Lwustür: genügsam — in der Arbeit: sorgsaut — für sich selbst; «schwind — in Ausreden; freundlich — gegen Mannspersonen: treu — ihren Liebhabern; ehrlich — rireint alles verschloßen war . . ----
Büchertisch.
— Dte Rote Armee. Verlag der Stultur* liga G. m. b. H„ Berlin W. 35, Preis 7 Mk. Tie vorliegende Schrift über die bolsch.'wistische Rote Armee, die durch ihren Vormarsch gegen Polen das Erstaunen und das Interesse der Welt erweckt hat, ist bon einem der gründlichsten SVenner des bolschewistischen Rußtaards geschrieben. <sie bringt eine Fülle non Cuellenmatcrial in inörtHdrr Uebersetzung unb behandelt die ^-rageu: Tie Ste> hmguahme des alten Offizterkorps zur Roten Armee, die Roten .stommandokurse, dte Fulner der Rotm Armee, die Fahnenflucht. Mllitärgerichte- barfeit und Disziplin und vieles andere mehr, auf Grund der offiziellen politischen Nachrichten.
(In einem Teil der Auslage mieberljolt.)
Tribünenradau im Berliner Stobt
Parlament.
Berlin, 7. Jan. (WTBri In der gestrigen Stadtverordnetensitzung pief die Ablehnung cinev kommunistischen Aittrages aus Einstellung te> wegen der Sabotage beschuldigten Elektrizitäts- arbeiter ein geleiteten Versahretts auf Dienstent- laffung schwere Ausschreitungen ber Tribüne itbesucher Ijeroor. Als der Vorsteher die Räumung ber Tribüne anordnete, schrien^ di' Tribunengäste wüste Beschimpfungen in den Saal hinunter unb warfen mit Stinkbomben nach den Stadtverordneten. Die toenv gen Diener waren nicht in ber Lage, die Tribühnen zu räumen, und die Stadtverordneten sahen sich zur Flucht In den Vorsaal genötigt Nach stundenlanger Unterbrechung traten sie in dem anderen Saale wieder zusammen. Während dessen stimmten die Tribünenbesucher gemeinsam mit den im Sitzungssaal geblieben eit kommunisti scheu Stadtverordneten die Internationale an. Mit einem dreifachen Hoch auf die Internationale zogen sie schließlich ab.
Der deutsche Gesandte in Argentinien.
Buenos Aires, 8. Jan. (WTB.) Tee Präsident der Republtt hat gestern den neuen beul scheu Gesandten, Pauli, rn Audienz empfangen.
Asquich über den Völkerbund.
Pans, 8. Jan. (WTB.! Wtt der ,,Matin" aus London meldet, hat sich' Ä s a u i t h tm Lause eines Vortrages, den er in der Vereinigung der liberalen Universitätsgesellschaften hielt, auch über den Völkerbund ausgesprochen. Tie Tagung des Volkerburtdes sei gering an Ergebnissen gewesen. Als Ursache dieses unbefriedigenden Ergebnisses führte Asguith die Tatsache an, daß der Völkerbund durch eine fleine Coterie von Großmächten, nämlich dem Völkerbundsrate, in den Schatten gestellt würde.
Rückgang tm Bmr von Hundelsschiffen.
London, 8. Jan. (WTB.) Zum ersten Male seit dem Kriege, weist Lloyds Register einen Rückgang im Bau der Handelstonnage auf unb zwar für das letzte Vierteljahr für Groh Britannien einen Rückgang um 22 132 und für btc anderen -Seehunde! treibenden Nationen der Welt um 363000 Tonnen.
Automatische Pistolen aus Deutschland.
London, 8. Jan. -'WTB.) Da mehrere englische HandelshÄiser von deutschen Handrlsbäusern Angebote zum Kauf von automatischen Pistolen erhalten haben, weist der Kriegsminister daraus hin, daß Teutschland nach dem Friebensvertrage letzt noch nicht berechtigt ist, Revolver unb Pistolen auszuführen.
ie Falkner aufLinöenhöhe
Stomcm von Reinhold Ortmann.
'Hdruck verboten.) Fortsetzung 79-
„®r hat seine Pflicht getan. Und wenn er i hundertmal gerettet hatte — das wiegt den »wps nicht auf, den er meinem Haufe angetan. eZ berat nicht ^estgestellt, datz er tne unglück- t Frau meines Sohnes nrit feinen Verführungs- tat umgarnt hat?"
„Festgestellt? Nein, durchaus nicht. Er selber teilet es. Erwiesen ist höchstens, daß fte nicht, : er angibt, mir ^einmal, sondern wiederholt ihm gewesen ist. Das mag verdächtig scheinen, r es kann auch ganz unverfänglich geroeien lein. ) es ist wohl denkbar, daß er lehr anständige rezgründe hat, wenn er in diefem Punkte nicht »olle Wahrhett sagt. Er war doch ihr Arzt." „'Dian hat ihn am Abend vor ihrem Tode an et abgelegenen Stelle mit ihr gesehen, und zwar le'Lenschaftlichem Gespräch. Ist das etwa bte t. tme ein Arzt mit seiner Patteittin verkehrt? t ist es nicht so gut wie ein Schuldbekenntnis, i er eS ableugnet?"
,Zch gebe zu, daß es ihn belasten würde, wenn sich etnroanbfrei nack-wrisen ließe. Aber wer ,. ji ierat diese Zeugen, die ihn in der Gesellfchaft ii Mei Schwiegertochter gesehen haben nwllen? Ifce kurz'ichttge Frau, die ihn von einem ein» jftigen Krankenbesuche her roiebercrfannt hat, unb Igt vierzehnjähriger Junge, der selbstvcrständltch lÄtifttc dem suggestiven Einfluß der Mutter steht.
Als dritter im Bunde aber ein alter, geistig beschränkter Mann, der mit den beiden anderen Zeugen tm Rabcnholze zus-a mm enge troffen und von ihnen auf das aufgeregte Paar aufmerksam gemacht wocken ist. Erst als er von ber Frau hörte, daß es Dr. Germering unb die junge Frau Falkner feien, hat auch er den Arzt erkannt. Bleibe mir doch mit solchen Zeugen vorn Leibe! Ich kenne sie aus meiner strafrechtlichen Praxis zur Genüge. Tie beschwören aus ehrlichster UeberzeugunA, in dem Riefen, den du chnen vorführst, den Heuten Buckligen wieder- zuerkennen, den sie in Wirklichkeit gesehen haben."
„Sie haben auch die Kleidung des Mannes zutreffend besckflieben. Ta ist doch wohl bte Möglichkeit eines Irrtums ausgeschlossen."
„Als wenn es in Tiefenbrunn nickt zwei Hüte von gleicher Form und zwei lleberröcfe von ähnlicher Farbe geben könnte. Ganz abgesehen davon, daß die Begegnung in einem Gehölz zur öett der Abenddämmerung, also in schr unfidxrer Beleuchtung, stattgefunden hat, und daß die Zeugen in ztemlicher Entfernung hinter dem Paare berge» gangen sind."
„Tu bist erstaunlich genau über alle Einzel- hetten unterrichtet. Wie es scheint, weißt du erheblich mehr als ich"
„Ich habe mich eben umgetan, weil mich der Fall interessiert. Es ist nämlich gar nicht ausgeschlossen, daß ich wirllich die Verteidigung übernehme. Unter ber Voraussetzung natürlich, datz Tr. Germering bannt einverstanden ist."


