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Mittwoch, y. November 1921

171. Zayrgmg

Erster Blatt

eigenen Schöpfungen enttoebet ungenügenb Hehl lotL OTIo nur bur» ble TtnnUtlung non ober überbaust nkh> unterftügt hätten. 'Barden unb pan iert tonnen in Zukunft Le- 'Bleibt nod) bk Hoffnung auf bk 3nter-1 Visen- unb ähnliche Geschäfte abgeschlossen natinnnk. 9iuA bkksUfnuna ist gleichfalls werben. Die Danken finb verpflichtet, von

ver-

sozlalbemokra ischcn KonsumnereinSbeweoung hallt eS von Klagen wider orß bk Mirglk-

3n an*

Keine Herabsetzung der Besatzungskosten?

Aus dem besetzten Gebiet.

Neu« Kasernen.

O b « r ft« t n , 7. Nov Die Äafernenfrafle für die sranzrsischen Desatzungstl-upt en tft nunmehr dahin gelöst worden, ba5 zweigrößereBau- ter. aufgcsührt werben müllen Die Laukosten, die da- Reich natürlich 511 tragen hat. belaufen sich auf mehr als 40 TLtnionen Mark.

Don einem Amerikaner erstochen.

fpb. Dingen. 7. Nov. Der Arbeiter Franz Kröll würbe in ber Nacht zum Sonn­tag von einem hier weilenben amerikani­schen Unteroffizier ohne jede Veran­lassung erstochen. Der Getötete hinterläßt eine Frau unb brei unversorgte Kinder.

- teilt. Das Gescy beftimmt, dah ber Handel

der ihrer Pflicht nicht nächkämen, bah sk'chrelmit Leviten usw. an die Danken gebunden

würben 3000 Kommunisten cetötet. Obessa wurde bk Mobilisierung geordnet.

Qeffentlichkeit ber Washingtoner V^rhandsnnge« ?

Neuhork. 8. Nov. (WTB.) Eine vom Senat angenommene Resolution fordert bk amerikanische Delegation auf, ihren Einfluß geltend zu machen, bamit bk Pro­tokolle über bie Debatten ber Abrüstungs­konferenz veröffentlicht werben unb bamit bie Journalisten zugelassen werben.

Notifikation deS amerikanisch-österreichischen Friedens.

Wien, 8. Nov. (WTD.) Der BunbeS- kanzler unb ber amerikanische Kommissar ha­ben heute bie NattfikationSurkunben bes ame­rikanisch - österreichischen Frie - benSvertrageS ausgetauscht, ber bamit heule In Kraft tritt.

Der Ausstand in der Ukraine.

HelsingforS, 9. Nov. (WTD.) Die Moskauer3swestija- meldet, bah bie auf- rührerischen Ukrainer unter Defehl des Generals Ti11unik eine Neihe Stabte besetzten. Dei ber Eroberung Shitvmins

unb Deut^lnnb ber Zersplitterung entgegen- g hm trtrbe. D Sh 15 ve.stummte ber Mund aller Liebert-ichter. Unb auch nachträglich ist ber Revolution von 1918 fein Sänger ent­stauben. unb es konnte ihr keiner entstehen, weil bk verflossenen 3 Jahre jegliche Freude an bet Neugestaltung ber Dinge erstickten.

Sozialistische Führer unb Massen stehen gemeinsam am Grabe fast aller ihrer Hoff­nungen. Was sich in ben 3 Jahren von neuem Geben ans Gicht brannte, was als aufbauende SchaffenSfreubigkeit sich gab. bas entsprang nicht ben Kraftguellen ber Revolution, son­dern baS waren noch immer flkfoenbe .Energie- strörne ber alten «fluchbeladenen- Staats- unb Wirtschaftsordnung. Wo soll ba bie Stim­mung zum Festefeiern Herkommen, wie soll man sich ba an ber neuen Volksrepublik er­bauen, wenn sie wehrlos allen räuberischen Angriffen von außen ausgesetzt, wenn sie nur noch Objekt einer Weltpolitik ist. bk wie nie zuvor vom Machthunger getrieben wirb, wenn Die Republik ihre Kinder innerhalb unb außer­halb ihrer Grenzen nicht zu schützen vermag, wenn Millionen ber Volksgenossen unter frembe Gewaltherrschaft gekommen sind und ihr Selbstbestimmungsrecht unter näcelbeschla- genen Stiefeln des feindlichen Militarismus zertrampelt wird?

Unb bas erstrebte neue Wirtschaftssystem, die Sozialisierung? Ach. rühret, rühret nicht daran! Warnen doch selbst die Führer vor diesem heißen Eisen, an dem sie schon genug sich die Finger verbrannt Haden. 3hr theo-« retischer Mentor Cunow warnt nicht nur da­vor. sondern spottet über die Sozialisierung«^ fanatiker. die keine Ahnung haben, wie die Sozialisierung eigentlich vor sich gehen soll, unb ihr früherer Reichswirtschaftsminister Wissel erklärt im «Firn- mit härterer Ver­zweiflung: «Wohl wären bk Verhältnisse, aber nicht bk Menschen reif gewesen zur So­zialisierung. unb besonders den Führern hätte eS an allen dazu notwendigen Kenntnissen ge­fehlt.- Auch baS Märchen von der Labotte- rung durch bas Dürgertum zieht nicht mehr, benn wo bk Massen allein bk Sozialisierung in Händen haben, ba versagen sie. 3n ber

Aus der französischen Kammer.

Pari«. S. Nov. (WTD.) 3n ber heutigen Rad. mittagssthung ber französischen Kam- mer würbe die Debatte über die Interpellationen über bie Gesamtlage Frankreich- begonnen. Al« erster Redner sprach ber Abgeordnete Lhasfaigne- Gohon

Der Abg. Massier hat in der Kammer einen Gesetzentwurf eingebracht, um das Gesetz über den Ach t ftu nden tag einer Revision zu unterziehen. Gr nennt daS Gesetz, das angenommen wurde, ein Gesetz sozialer Opportunität. daS keine wirtfchcflliche Notwendigkeit sei. Die Anwendung deS Gesetzes solle deshalb aufs neue einer Prüfung unterzogen werden, um eS in Einklang zu bringen mit den Notwendigkeiten ber verschiedenen In­dustriezweige.

Pari«. 8. Nov. Die HavaSayentur östentlichi einen De richt ber Komrnisston, die aut Grund bei DeschlusseS des Obersten RateS

Dresden, 9. Nov. (DTD.) Der säch­sische G a n b t a g nahm gegen bk Stimmen der Bürgerlichen einen Antrag ber LinkSrabi- kalen an, die Regierung zu ersuchen, dem HMiS einen Gesetzentwurf vorzulegen, burch den der 1. Mai und ber 9. November als gesetz-1 tun, um---------------

lk$)e Feiertage exßäri werden. I zu «füllen, unb ich glaube, es wäre ea schlechter

Eine Unlerhausdebatte über den französisch-türkischen Vertrag.

G 0 n b 0 n, 7. Dov. (Wolff.) 3m Unter­hau S entspann sich eine längere Debatte über den franzüsisch-kemalistischenDer- trag. 3n Erwiderung einer Anfrage erklärte Har mSwor th. zwischen ber britischen und französischen Regierung habe eine Erörterung wegen deS Vertrages von Angora begonnen. Da bie Verhandlungen noch im Gange seien, könne er gegenwärtig keine Erklärungen abge­ben. HarmSworth sagte weiter, es sei richtig, daß bie türkische Presse zugebe, baß in dem Gebiete von Sansun Massenhinrichtun- gen von Griechen vorgenommen würben. Ueber bie MassakreS von Masivan habe die englische Regierung erklärt, baß 950 Griechen und Armenier in barbarischer Weise getötet würben. Nach dem Vertrag von SevröS unb bem Dreimächteabkommen fei Frankreich die Macht, ber ber Schutz ber Minberheiten von Ellidcn obliege. Mehrere Redner verlangten.

Aus dem Reiche.

Da« MinisteriumBraun.

Berlin, 9. Nov. Einer Korrefpondenz- mcldung zufolge har die preußisch: ZentrumS- fraltwn für ben Poften dr« preuhifchm Wohl- sahrtSministeriumS den IentrumSao;c- ordneten hn preußischen Landtag. Hirtsies er. in Aussicht genommen. '

Da« tote Sachen.

nationale. Auch diese Hoffnung ist gleichfalls von quälenden Zweifeln zerfressen, well die 3nternatlonale oei allen wichtigen Entschei­dungen völlig versagt und den deutschen Ar­beitern statt Hllfe meistens nur Schädigungen gebracht hat. Sv beim Friedensvertrag von Versailles, beim Abkommen von Spaa, bet ben Gonboner Verhandlungen, beim Ultimatum, wo überall bie Arbeitervertreter ber feinb- lichen Staaten fttamm für bk unmenschlichen Forderungen ihrer Regierungen stimmten, ob­wohl baburd) bie beutschen Arbeiter zeitlebens wie bet sozialistische Allgemeine Deutsche Ge» werkschaftsbund in einem Aufruf an bie Ar­beiter bet Well seht richtig betonte, zu Lohn» fHasen heradgewürbigt würden, ihnen jede Lebensfreude dadurch vergällt würde. Das letzte Deispiel von derHilfe- der 3nternatio- nalen ist geeignet, die deutschen Arbeitet mit besonders bitteren Gefühlen zu erfüllen: ber Raub OberschleslenS! 3hn haben wir einem grunbverkehrten Gutachten einer Aborbnung des 3nternationalen GewerkschaftSbundeS, an

vom 30. August über die Heradlehung der OktupationStosten und UnterbaltungS- kcsten mit den verschiedenen Zivllverwaltunzrn im besetzten Gebiet beraten hat. Nachdem die Kommission auf der Grundlage des Otkupations- bestandeS die Höhe der Ausgaben des Delatzungs- Heeres in Goldmark festgrstellt hat, ist fic zu dem Ergebnis gekommen, daß die Kosten für das Hahr 1922 um 22 Millionen geringer find al« für die vergangenen Jahre. Die Äcmmiffion hat andererseits verfügt, ein voll­ständiges Budget aufzustellen für die Leistungen, die Deu!schänd na* Artikel 8-12 des Annetes , um Friedensvertrage von Berfaill-eS zufallen. Es handell sich hier um die Unterbringunz der Mannschaften und Offiziere, um die Stellung von Licht und Heizung, um deren Transport zu Wasser und zu Lande und um die zu gewährende Pcrtofrciheit. Vorschläge seien gemacht worden, um noch eine stärkere Verminderung der Kosten, wie angekündigt, zu erzielen, aber die vermie­denen Delegationen hätten zu keinem einheitlichen Beschluß to nmen können. 3nfvlg d s en fei e.n Programm au gestellt werden, tas dem Ob r^trn Rat zur Annahme empfohlen wird, in dem aller­dings nicht die zu erzielende Herabsetzung der Ausgaben beziffert wird, das aber betont, daß durch gemeinsame praktische Anstrengungen ein G r f 0 g z u Gunsten der Reparationen erzielt werden mühte. Um zu einem derartigen Ergebnis zu gelangen, werde die Schaffung eines Ausschusses vorgesehen. der aus De tretern der verschiederen Desatzu gttee-c ?usammc ge e)t ifl 3n einem umfangreichen Resolutionsentwurf sc en in allen Einzelheiten die Grundlagen mitgeteilt, die für die Regelung der Kosten der Befayungs- heere zur Anwendung gelangen, unter Einbe­ziehung der Anflrengungm, die gemacht werden tonnten, um sie herabzusehen. Die Kommission habe auch die Frage der Ausgaben für die Hivilkommifsionen geprüft, dabei aber die Prüfung der Unterhaltungskosten für bie mili­tärischen Kontrollkommissionen beiseite gelassen. Die Kommission habe festgestellt, daß außerhalb der tnteralHeren Oberkvmmission für die Rhein­land«. deren Tätigkeit mit der Okkupation aushöre, die meisten vom FriedenSvertrage vorgesehenen Kommissionen, deren Gar,en Deutsch'a^d zufallen, ganz ober teilweise demnächst ihre Arbeiten be­endet haben werden. Was die rheinische Ober- kommistivn anbetreffe, so habe die Komrnillion hc rau-gefunden, daß eS unmöglich sei, Vergleiche zu ziehen zwischen den Kosten der verschiedenen Delegationen an-esiLts der Entfernungen, die die verschiedenen Ollu ativn«,o-en tr?nncn. Die Kom­mission habe jedoch für möglich gehalten, dem Obersten Rat vorzuschlagen, die Rheinische Kom­mission zu ersuchen, in eine ernstliche Prü­fung der Ma^ra^nrn elnzutreten die die Herab- feftung ber Kosten aller Kategorien von AuS- gaben ber bei führen könnten, damit sie auf ein mit ihrer Mission im Einklang stehendes Mini­mum zurückgeführt würden.

deren Spitze ber französische Gewerkschafts­führer 3ouhaux ftanb, mit zu verbanken.

Alles die« zusammen genommen läßt bie Anhängerschaft ber sozialistischen Parteien in ihrer Gesamtheit von Wahl zu Wahl lang­sam aber sicher zusammenschmelzen. Der So­zialismus hat fett ber Revolution keine mora­lischen Eroberungen zu machen vermocht

Deutscher Reichstag.

(Fortsetzung aus dem xtoetten BlatO Berlin. 8. Nov.

Aba. Hertz lUnabh.): AuS den Reben bet bürgerlichen Abgeordneten klang nichts heraus als die Katastrvphentheorie. die bei lehr mäch­tigen 3ntcr.f|entengi-ubpen h u:e üb?rauS beliebt ist Wenn die Mark zur Zeit auf weniger als 1V2 Pfennig im Ausland gesunken ist. so b deutet das die schwerste Gefährdung b.'sonderS lür die Arbeiterschi ft: denn die Kreise der Besitzenden profi.ieren n,ur durch die sprunghafte Steigeiung aller Warenpreise. Deshalb haben gewisse Grup­pen der deutschen Industrie ein Interesse daran, den Marksturz mit rolerAbich ru fr r c n (Cänn recht-.- W rmüs ei zu stächst d eVerpflichtungen des Reiches an die Sntente decken und dann den eigenen Bedarf ausbrirgen, um wenigsten« in absehbarer Zell bie Notenpresse zum Sink­st and zu bringen. Für die Erreichung diele« Zieles ist da« Regie, ungsprvMamm völlig unge­nügend unb deshalb für un« unbkfutieibar Der Besitz ist durchaus nicht ülxrlafteL Wir verlan­gen Erhebung des RelchSnot^pferresles in Drei Raten, ferner die sofortige Abführung aller bt«- derigen Desitzsteuern, besonders ber Einkommen­steuer, unabhängig von bem laufenden Be an- lagungSgesä- ift. weiter die sofortige Berad chie-^ Lung ter Kapitalverkeh «steuer u ter Erhöhung der Sätze, insbesondere für die Devisenspekulatio­nen. Weiter beantragen wir eine Devisensteuer von 15 Prozent, eine Ausfuhrabgabe von 4 Pro­zent und eine verstärkte Kontrolle der Devisen durch da« Reich Dir .große nationale Ta'" der sogenannten Kreditaktien ist Mncft- wegs aus dem Willen der Industrie geboren, dem Reiche?u helfen, sondern nur au« der Angst vor ber von der Oeffentlichkeit immer lauter ge­forderten Erfassung der Goldwerte. Die Geg^n- bebingungen der Industrie ftel-n einen politischen Erpressunnsverfuch allrrschli-nmster Art bar. Der Drllarstand von 300 ist die Antwort daraus! Wir verlangen ein No'releh, durch daS 25 Prozent aller Anteile ber Des'llschnlt.Unternehmungen auf das Reich übertragen werden.

Reichsminister der Finanzen Dr. Henne«:

Ich kann nur lebhaft bedauern. ba*3 Abg. Braun gestern den Boden der Sast'lch eit ver­lassen hat. Die Kritik deS H'rrn Draun gegen mich war um so unverständlicher, al« die von mir hier vertretenen Steuervorlagen von ber früheren durch d e Wehrhei tSf o-a dern'krn ten m.tgebt'belen Regierung gebilligt und dm Reiche tage Dorge'egt worden sind, und al8 ich mich nut auf die Vorhaltungen des Reich llan ler« bin bereit erklärt habe, bie interimi'tisch? F'chrung be« Reichsflnanzministerium; au übernehmen Der 2lbg. Helff er ich hat mich ge'ragt unb der Mg Becker hat die Frage wiederholt, ob die Reichsregierung noch writere Steuerp'änr in Aus­sicht habe, insbesondere in bezug aus die Sr- sassung der Goldwerte. Ich dars dabei aut meine letzte Rede verweisen, in brr ich betont habe, daß bei der Aufstellung der Steuergesetze davon auSgegangen ist, daß jede vorhandene Steuerauelle im Rahmen des w'rt'chaftlih Mög-

jedem, ber ein Devisen- ober ähnliches Ge- schäft eingehen wlll, eine genügende Gegt» t i m a t i o n verlangen. Ferner sind die Danken verpflichtet, über jedes abgefchlosfenc Geschäft einen Schluhschein auszustellen. Die­ser Schluhschein muß dem Finanzamt über- wiesen werden. Die Finanzämter nehmen die überwiesenen Schlußscheine zu den Steucr- akten. Der Gesetzentwurf wird binnen kurzem dem Reichsrat und dem Reichstag zugehen.

daß dem Unterhause die Möglichkett einer De- spreckung gegeben werde. Chamberlain erwiderte, die Regierung sei sich darüber klar, daß das Gand und das Parlament sehr beun­ruhigt seien. Indessen hätten die französisch s englischen Besprechungen eben erst begonnen, und für den Augenblick sei deshalb eine Er­örterung der Angelegenheit im Parlament nicht angebracht.

lichen bis auf das Aeuherstr auSzenutzt werden soll. Weiter habe ich gefaat, daß ich dabei bie Unterstützung aller ErwerbsstZnbe erwarte: eS w'.rd Ausgabe dieser Kreise sein, mit (oifreten Dorsch'ägen hervorzutretea Was b;e Erfa'sung der Sachwerte anlangt, so ist gestern mit Recht daraus verwiesen worden, datz bie Ver­mögenssteuer eine Erfassung der Sahve-1? tar» stellt. De Möglwkeit du- Erslllunr der Re a a- tionsverpflichtunge-, selbst bei Höch /er strurrli her Belastung habe auch lch verneint: an dieser Auffassung halte ich kft Aber im Rahmen unterer Ge ft jng^fäbigteü rrt-f ct wir a leS bie übernommenen Verpflichtungen

Der neue Gesehentrourf über den Verkehr mit Devisen.

Berlin, 9. Nov. (Priv.-Telegr.) DaS Reichskabinett hat gestern, wie die Blat­ter melden, dem vom ReichSwirtschaftSmini- sterium eingebrachten Gesetzentwurf über den Verkehr mit Devisen, fremden Geld- Torten unb Banknoten seine Zustimmung er-

Nr. 265

Dei titfceier Iwjeiter erscheint täglich, avger Sonn. And Feiertag Monatlich« Senk«»" le: Tlk 5^0 «nlchl. IkLger- loh". butd> bk Post Ulk. tkfiO etwld)L Veste«. ,«kd. auchd«^ichttr|chei. xm einzelner Nummern tefolg« höherer Gewalt. A.rn'prech.Lalchlüks«: fürbif5d)n<tkt*.unq 112; für ümAerei, ter lag und tbe>chafl»itelle 51. »nlchrist für Drahtnach. richten lnj<i|<r SietzeR.

petf*«<1ewle:

Srewffwd a. m. 116*6.

für bi» Iagetnumm»r bis zum Kachm itag ooiher ohnejeb» U«binMid)hetL Srets für 1 mm Höhe lür nzeigeft v 34 mm Breits irilid) 55 *PI. aueroarts 65 Pf: für Reklame» X nJ»ig»n von 70 mra Srrit«250T Ve' Vlatz. »orfdintl 20 Auf chlag. ftoupi|d)rtfilfiier Auq» (boeh Deraniwortlich für DoNub 21 ug. Goetz; für ben übrigen Teil: Aarl Walther. für be« Anzeigenteil. f»ans Vech, sämtlich in Diehe«.

Die Kinberzulagen werben auf 80 Pfennig für alle Klassen bis 21 Jahre, soweit sie nicht schon selbst verbienen, pro Stunbe erhöht (20 Pfennig). Sie betragen pro Kind burdj|d>nlu* lieft 165 Mark Im Monat.

gum Dritten Jahrestag der Revolution.

Zum 1. Iahrestage der Revolution for­derte ber sozialdeinottattsche Parteivorstand seine Genossen auf:Rüstet zum 9. No­vember!- 3m Vorfahre unterblieb ein solcher Aufruf unb auch in bkfem Jahre hat man noch nichts von Aufrufen ber sozialistischen marteloorftänbe gehört. Nur bie örtlichen Organisationen rufen zur Revo'.ulionSfeier auf. Sv auch bie Bezirksverbände Berlin ber e. P D 11.6. P D. sowie ber Ausschuß ber Gewerkschaftskommission Berlins unb llmge- genb. Bezeichnenberweife steht bieser Ausruf in bescheidenem Umfang unb mit sehr nüdjrf tlgen Worten auf ber 2. Seite derFreiheit-, oogleich man sonst aewohnt ist, sie am Kopfe DeS Blattes In großer Aufmachung zu lesen. Das ist erklärlich. Man erfüllt sozusagen nur noch eine AnstanbSpflicht. man schämt sich. Der Revolution gar nicht mehr zu denken, daher ruft man zur Revolutionsfeier auf, obwohl jegliche Begeisterung sowohl bet ben Führern al« auch bei ben Massen zu vermissen ist. Da­ran änbern auch bk für Sachsen, Braun- chweig unb Thüringen anaeorbneten ZwangS- elertage nichts. Sie werden am allerwenig- ten geeignet fein, Begeisterung für bk Revo- utionsfeier zu erweclen.Begeisterung ist feine Heringsware, bie sich einpöckeln läßt viele Jahre.- So sagte schon Goethe, unb er war zweifellos ein besserer Welt- unb Men­schenkenner als viele unserer heutigen Größen.

L« Ist ber Geschichte ehernes Muß, baß lauft ber N ovember-Reoolution von 1918 nichts Cbuted entsprießen konnte. DaS hat im Vor­jahre selbst ber bamalige preußische Minister für Wissenschaft, Kunst und Volksbildung, Konrad Haenlsch, in einem Gedenkaufsatz der .Dationalzeltung- zur Revolution wiberwlllig ugegeben: »GS war vielmehr ein Zusammen­bruch als eine Revolution- . . .öle ist wohl die erste unb einzige völlig lieblose Revolution der Weltgeschichte getoesen.- 2)aS ist'S: bei Bewegungen, bk nicht ben ganzen Menschen ergreifen, ba bleiben bk seelischen Schwin­gungen au«, ba vermag kein Giederguell zu sprudeln. Wie ganz anber«, was auch Haenisch anführt, vor unb Im Jahre 1848, wie tönten da die feurloen Lieber HerwecchS. Freillgraths, Kinkel« unb vieler anderer. Weshalb damals der hinreißende Schwung ber revolutionären Lieber? Well aus Ihnen burchweg auch bk Sehnsucht nach ber Beseitigung ber engbrü­stigen beutschen Kleinstaaterei und nach ber Schaffung eine« großen einigen Deutschlanbs dewvrklang. 3m Herbst 1918 bagegen ahnte Die Volksseele, bah bas Gegentell eintreten

GietzenerAnzeiger

General-Anzeiger für Gberheffen

vnick und Verlag: SrShl'fthe U»ft>.-Vuch> und Sttlnörudtrti H. lange. Sdjriftleitnng, «eschäftrftelle und Dmiterei: S<j?nlttrat>e X.

Die neuen Lohnsätze fit bie Staatsarbeiter.

Berlin. 8. Nov. Sntsprechenb ber neuen Beamtengehalkerhöhung werden nun auch bie Löhne der Staskardeiter erhöht, unb zwar soll bie Erhöhung auch vom 1. Oktober b. 3- ab gelten. Es erhalten:

Lohnstuf«

Stundenlohn

bisher

*Dur(MAn tH» jäher 1 thommee

7

7.70

6.20

19 *00

6

7.80

6 30

1I6>O

5

8.-

6.40

20 ixO

4

8 20

6 20

20 500

3

8.50

6.70

21 250

2

8 70

680

21 750

1

8.90

6.90

22 250