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Speyer übernommen hat.

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billigung übergehen. Die Reichsregierung deshalb, wie bekannt, im Einvernehmen mit Reichstag, eine Erhöhung der Drotpreise durchschnittlich 40 Proz. vornehmen müssen, dieser Grundlage sind die neuen Preise für

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Aus Hessen.

Zum Landeswahlleiter

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Aus üem besetzten Gebiet. Ucberuahme der Polizeigewalt durch die Besatzungsbehörde in Speyer.

Speyer, 8. Sept. Die letzten Ausschrei--

des Gesamtministeriums der Legationsrat Freiherr Löw Don und zu Stein­furth in Darmstadl (Dienstadresse: Staats- ministerium, Reckarstrahe 7) ernannt; stellver­tretender Landeswahlleiter ist Legationsrat S t i m m e l in Darmstadt.

nunmehr dazu geführt, daß die französische sahungsbehörde die gesamte Polizeigewalt

Reparationshoffnungen zu retten, was retten sei.

Amerikanischer Kredit für Deutschland?

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r v n g her richt in weiren Kreisen noch Unklar- Prof. 21 it-Landau, Dir. Schwall).-Mannheim, heit. Darum seien folgende Ausführungen der Bessmger--Nürnberg, ang^horen, verteilt. Die Gs-

Arbeitslofen Unruhen in England.

London, 8. Sept. (Wolff.) Dlättermel- dungen zufolge drohten gestern in Liver­pool ernste Arbeitslosenausschrei­tungen. 5000 Arbeitslose versammelten sich vor dem Rathause und verlangten das sofor­tige Erscheinen des Bürgermeisters auf dem Balkon binnen zehn Minuten. Als der Bür­germeister erschien, wurde er mit Gejohle empfangen. 3n Dundee kam es gestern zu neuen Ausschreitungen Mehrere tausend Ar­beitslose durchzogen die Straßen der Stadt, schlugen die Fensterscheiben ein und plün­derten eine Anzahl Läden. Die Tochter des Bürgermeisters wurde verletzt. Aus mehreren anderen Orten werden ebenfalls Demonstra­tionen gemeldet, so aus B r i st v l, tvo die Po­lizei gegen die Menge vorging.

nossenschaft sei also ein soziales Unterneh­men und deshalb auch von Steuern weitgehend befreit.

Einiges Mißtrauen, das im Kreise der gestern abend Erschienenen anfänglich zu herrschen schien, war durch persönlichen Gedankenaustausch bald übeitvirnden und einige namhafte Persönlichkeiten erklärten sich bereit, als vorläufiger Vorstand für die -Ziele der ..Deutschen Kunst in Gießen ein- z.utreten. 3n der Aussprache wurde vor allem betont, daß die Genossenschaft, um in Gießen festen Fuß faffen zu können, durch eine Aus­stellung bester Kunst werben müsse. Eine solche Ausstellung wurde denn auch für Die näch­sten Monate zu gesagt, falls geeignete Räume dafür freigemacht werden könnten. 3ntereffen- ten mögen sich an die Herren ntadtvervebnerer Erha dl, Prof. Dr. Rauch. Architekt Ernst Schmidt und Dr. Hans Werner wenden.

Die Küchenanlagen der Kliniken.

Bei der bauerrtd starken Besuchsziffer der medizinischen Klinik, der Frauenklinik und der Klinik für Hautkrankheiten zeige eS sich, wie es in einer Regierungsvorlage heißt, daß die Ein­richtungen der Hauptküche den Anforderungen auf i>ic Dauer nicht mehr entsprechen.

-befürchte man, daß das Wiesbadener Abkvm menDeutschlands finanziellen Rücken' brechen könne. Sm solches System von Zah-

London. 8. Sept. (WB.) DerEvening Standard" meldet, daß ein neuer Plan der Kre­ditgewährung an Deutschland in den Bereinigten Staaten entworfen werde. Mister Malcolm Summer, ein sehr bekannter ame­rikanischer Anwalt, ist gestern in London aus Berlin eingetroffen, wo er die Verhandlungen in dieser Frage geführt hat.

führen.

Der Pariser Berichterstatter derWest­minster Gazette" schreibt: Wenn Deutschland zum Bankrott verurteilt sei, könne es nicht alle Alliierten und alle Forderungen anderer Län­der bc-sahlen. Wenn das jetzt vollkommen sicher sest dann müsse man Frankreich in Freundschaft gestatten, aus dem Wrack seiner

* MunitionSsPrenguugen. 3n Ausführung des Friede nsverlragcs . wurden gestern und vorgestern von der Reichstreuhand­gesellschaft auf dem Trieb die Restbestände an Handgranaten, Gewehrgranaten usw. gesprengt, die den von der Entente bewilligten Etat der Reichswehr überstiegen. Wer den Sprengplah betritt, möge vorsichtig sein und die vielleicht noch vorhandenen Munitionskörper un­berührt liegen lassen.

** Für das Oberschlesier-Hilfs­werk sind weiterhin beim Gießener An­zeiger folgende Spenden eingegangen: Un­genannt 20 Mk., R. Pr. 30 Mk., Weimer, Rent­amtmann i. R., 10 Mk., Ungenannt 5 Mk.. All­gemeiner Deutscher Frauenverein (Ortsgruppe Gießen) 100 Mk., Sp. 1 Mk. Wir beschließen damit die Sammlung, die ein Gesamte rgrb- n i s von 5 0 7 Mark erzielte.

Gewerbe-Ausstellung. Der Ge- werbederein Gladenbach veranstaltet vom 11. bis 18. September eine Gewerbe-Ausstel­lung. Die hiesigen gewerblichen Vereinigungen besuchen diese Ausstellung Sonntag, 11. Sept. (Abfahrt 8.20), um an der Eröffnung tclhu- nehmen. Reichstagsabgeordneter Malermeister Havemann spricht dabei über »Die Deu- vrganisation des Handwerks".

Falsche Zehnmarkscheine. 3n der Frankfurter Gegend tauchen in letzter Zeit eine größere Anzahl von falschen Zehnmarkscheinen auf, die wie folgt zu erkennen sind: Vorderseite: Ge­samtbild im allgemeinen ähnlich. Die Rückseite zeigt eine braune und bunte Tönung, jedoch ist die Faserung nicht mit der Radel ablösbar.

** Unbestellbare Pakete. Die Zahl der Pakete, die weder dem Empfänger ausgehandigt noch an den Absender zurückgegeben werden fön*' nen. ist immer noch recht bedeutend. Damit die Pakete den Empfängern auch dann zugestellt wer­den können, wenn die Aufschrift unterwegs ab* gefallen oder unlesbar geworden ist, ist durch die Postordnung angeordnet worden, daß die Absen­der stets in diePakete obenauf ein Dop­pel der Aufschrift zu legen haben.

"* Vom ReichskurSbuch erscheint vor» aussichllich am 26. Oktober eine neue Aus­gabe zum Preise von 38 Mark. Destellungen nehmen alle Postanstalten und Buchhandlungen, entgegen.

** Ein blühender Kastanienbaum ist, wie aus Wetzlar gemeldet wird, dort in der Alle« unterhalb der Unteroffiziers schule zu sehen.

der hessischen Landtagswahlen, die, wie gestern mitteilten, auf den 27. November fest­gesetzt sind, wurde nach einer Bekanntmachung

Um die Schwierigkeiten nicht auftommen zu lassen, sei eS dringend nötig, zwei zu kleine und außerdem noch schadhafte gußeiserne Dampfkoch- kessel von je 200 Liter gegen solche von 300 Liter in Rickelausführung und den Kartoffel­dämpfer gegen einen solchen von doppel tLr Große alsbald auszuwechseln, was einen Kostenaufwand von insgesamt 89 500 Mark ver­ursache. 3n Anbetracht der Dringlichkeit sei be­absichtigt, den einen der beiden Dampfkochkefsel und den Kartoffeldämpfer im Gesamtbetrag von 55 0C0 Mark sofort zu beschaffen und den zweiten Kessel im Betrag von 34 500 Mark in 1922 auszuwechseln. 3n den .Staatsvoranschlag 1922 werde sonach der Gesamtbetrag von 89 500 Marl einzustellen sein.

Wettervoraussage

für Samstag:

Heiter, wolkig, trocken, Temperatur wenig ver­ändert, nach We en drehende Winde.

Das gestern über Deutschland und Oesterreich liegende Hoch hat sich nach Osten verlagert und weiter verflacht. Ein Über England erschienenes Tief wird morgen auf unsere Wetterlage Einlluß gewinnen. Die Witterung wird sich vorläufig noch nicht wesentlich ändern.

Berlin, 7. Sept. (Wolff.) Auf Antrag der badischen Regierung wurde kürzlich eine vom Offizier Sbuno in Konstanz beabsichtigte Versammlung, in der Admiral Scheer sprechen Wollt

tungen linksradikaler Elemente in Speyer haben -........ De-

amtlichen5)armft. Ztg" wiedergegeben:

Zur Deckung des inländischen Brotbedarfs, so­weit sie durch 2lbgabe von rationiertem, auf'Brot- marten verabfolgtem Brot erfolgt, ist nach dem Gesetz über die Regelung des Verkehrs mit Ge­treide eine Umlage von insgesamt 2,5 Millionen Tonnen Getreide ausgeschrieben worden. 3n Deutschland sind annähernd 50 Millionen ver­sorgungsberechtigte Personen die sich nid)t aus eigener Ernte versorgen Es werden deshalb bei Aufrechterhaltung der g.genw_rtigen Ta,eS:opf° ration von 200 Gramm Mehl für die Ausgabe des rationierten Brotes jährlich 4,25 bis 4,50 Millionen Tonnen (Betreibe ^forderlich sein. Etwa 2 Millionen Tonnen müflcn also ausdemAus- lande eingeführt werden. Die C.nfuhr von Auslandsgetreide erfordert aber, zumal in An­betracht des immer ungünstiger werdenden Stan­de» unterer Mahnung, dir Aufwendung überaus hoher Summen. Bei den Anforderungen der zur Brotverbilligung vom 16. August ab nötigen Mittel wur>e ein Preis von 5000 Mart für die Lonne Auslandsgotreide zugrunde gelegt Der Ankauf der genannten zwei Millionen Tonnen im Auslände wurde also etwa zehn Milliarden

Aus Stabt und Land.

Gießen, den 9. Sept. 1921.

Die Deckung der städtischen Teuernngszulagen.

Am Samstag, den 3. September, hat, wie die Offenbacher Stadtverwaltung bekanntgibt, die Bereinigung der Finanzdezernenten der größeren westdeutschen Städte, der auch die fünf hessischen Städte Darmstadt, Mainz, Offenbwch, Worms und Gießen an­gehören, in Köln getagt und sich vor allem mit der Frage beschäftigt, wie die durch die neuen Gehalts- und Lohnerhöhun­gen notwendig werdenden Mittel aufgebracht werden können. Dabei kam die einmütige Auf­fassung zum Ausdruck, daß bei der Bewllli- gung der Gehalts- und Lohnerhöhungen die Deckungsfrage unter allen Umständen, und zwar mitdemgleichenStadtver- ordnetenbeschluh, gelöst werden müsse. Auch darüber herrschte Einmütigkeit, daß die Deckung durch Erhöhung der Tarife und Gebühren und der Realsteuern als die einzigen, den Städten gegebenen Möglichkei­ten erfolgen müsse. Dabei war man sich aber allseits im Klaren darüber, daß es nur dann gelingen wird, den Haushaltungsplan im Gleichgewicht zu halten, wenn den Gemeinden eine sofortige stärkere Beteiligung an den Reichssteuern eingeräumt wird.

Am 9. und 10. September tritt in Han­nover die Zentrale Bereinigung der Finanz­dezernenten größerer deutscher Städte zusam­men, die zu der gleichen Frage Stellung nehmen wird. CS muß erwartet werden, daß die Reichsregierung endlich ihre unverständ­liche Gleichgültigkeit gegenüber dem Schicksal der deutschen Städte aufgeben wird.

Aus Darmstadt wird uns soeben ge­meldet, daß die Stadtverordnetenversammlung gestern die Teuerungszulagen für Beamte und Arbeiter nach den Sätzen des Reiches bewilligt, aber die von der Stadt­verwaltung daran geknüpfte Bedingung ver­weigert habe, daß auch für steuerliche Deckung zu sorgen sei. Die Stadtverord­neten seien der Ansicht, daß das Reich für die Deckung aufzukommen habe.

Die Ursache der Vrotverteuerung.

Ue6er die Gründe der Drotverteue-

kannte Aufsatz Scheers erschienen war, wur­den erneute Anregungen, einen ähnlichen Bor- trag des Admirals Scheer in Freiburg zu ver­bieten, vom Reichsminister des Innern mit der ausdrücklichen Begründung abgelehnt, daß die Persönlichkeit Scheers die Gewähr biete, daß in der Versammlung nicht gegen § 4 der Verordnung des Reichspräsidenten verstoßen würde.

Reue Ausschreitungen in Dvnschw-.

Braunlchweig 8 Scp. (.) W.e d c (Braunf',tt> gilHe ka.biäö^tung b richtet ift ei­ern Donnerst g ab nO an v.rs^i.d nen Stel en bec Stadt anläß lich Der vornStahlhelm" ein* ber lenen M:net.v r! mm u ig <u Unruhen g kommen. ÄJmmani ische Elemente ftümten bad Standquartier de-S.ahllelms" und burchsucht.n die Räume. Dann zogen sie zum Versammlungs- lotal. Do t toJtTci alle aus der Stadt kom­me den 6 rahrnb h w gin arg h tei und a d> vw ctal)ltelmle te durchsucht B.rschiede e P. r Ionen wurden schwer mißhandelt unüber­legt. Es wurde auch geschol'sen. Als die Unruhen einen g d eren Umfang anzunehmen drohten, rückte eirc Abteilung PollM an, die mit Hohlen und Beschimpfungen entgangen wurde. Es gelang schließlich, die Menge auseinander zu treiben, die bann in verschiedenen Straßen der Stadt Unfug verübte.

Aus dem Reiche.

Die Einfuhr lonbenfierter Milch.

3erlin, 8. Sept. (WTB.) Durch die Ver­ordnung vorn 18. 3uli 1921 über die Einfuhr kondensierter Milch wurde mit Wirkung ab 15. September 1921 die Einfuhr von Milch in luftdicht verschlossenen Behältnissen. von ent­keimter (sterilisierter), von peptonisierter Milch, von eingedickter Mi'ch (Sirup-Milchs von ein- getrockneter Mllch (in Blöcken und Pulverform) freigegeben. Die Einfuhr von Sahne und Dauer- . sahne wurde nicht freigegeben. Hierfür, insbe­sondere auch für als neunprozentige Exportsahne bezeichnete Ware in Flaschen bzw. Dosen ist nach wie vor die Genehmigung der Reichsstelle für Speisefette zur Einfuhr erforderlich.

Dis Versammlungen des Admirals Scheer.

Bornotizen.

--60 Jahre Stenographie" wird das Thema eines Vortrages sein, den Herr Geh. Schulrat Dr. Hch. P i h (Darmstadt) anläßlich der Feier des 62jährigen Bestehens des GabelSberger Stenographen-Vereins von 1861 hier am kommen­den Sonntag in der Turnhalle halten wird. Mit der Feier wird außerdem noch eine Reine steno­graphische Ausstellung wertvoller Bücher und Zeichnungen meist aus dem Rachlaß des ver­storbenen Herrn Gaswerksdirektor Bergen verbunden sein.

Landkreis Wietzen.

ga. Grünberg, 9. Sept. Eine neue Bür- gerverscunmlung wird sich am Sonntag nochmals mit der Kriegstotenehrung befassen. Außer dem Vorschlag, das Denkmal in die Fried­hofsmauer einzubauen, sieht ein anderer Plan die Erneuerung des alten Marktbrunnen- vor.

Kreis Schotten.

ga. Laubach, 8. Sept. Ein junger Mann geriet kürzlich mit der linken Hand in das Triebwerk der Dreschmaschine und wurde schwer verletzt. Die Hand wurde ihm gestern In Gießen abgenommen.

Hessen-Nassau.

Protest der Bauernschaft.

fd. Ufingen, 8. Sept Bei der sozia­listischen Demonstration am letzten Sonntag in Ufingen hat nach Mitteilungen der Bauernschaft Ufingen der Redner der Unab­hängigen, Wick-Oberursel, die Dauern als Lümmel bezeichnet und feine Genossen auf­gefordert. den Dauern bei jeder Gelegenheit auf« Maul zu schlagen und zu Taten überzugehen Gegen diese Aeuherungen erhebt jetzt die gesamte Bauernschaft Protest und teilt mit, daß sie Wittel und Wege finden wird, sich vor Dergewaltiguna des roten Terrors zu schützen.

mc. § r a n t f u r t a. M., 8. Sept. Bekanntlich entstanden auf dem hiesigen Hauptbahnhof im Lause der letzten Qal)re Unfälle dadurch, daß die einlaufenden Zuge doS Haltezeichen Über­fuhren und auf die Prellböcke aufstießen, wodurch größerer Materialschaden entstand. Vor Jahren fuhr sogar einmal eine I)-Zugslokomottve in den Wartesaal 2 Klasse. Die Eisenbahndirektion hat nun neuerdings Anordnung getroffen bzw deren Befolgung erneuert, wonach die einfahren­den Züge (auch Schnellzüge) bei der Einfahrt im Auhenbahnhofvorgelände die Geschwindigkeit von 30 Kilometern und in den Einfahrtsh allen eine solche von 15 Kilometern nicht überschreiten dürfen

mc Diedernhausen i. 2,8 Sept. In der Rächt zum 7. September wurde in einer hiesigen Villa ein Einbruch verübt, wobei Silver- sachen. Kleiber. Wasche usw. im Werte von Mark 400 000 gestohlen wurden. Es kommen drei 'Täter in Frage, die mit einem Auto inSchifsSsvrm. von Wiesbaden kommend, den Weg nach Iv-bach nahmen.

Die Untersuchung der Unruhen in Mitteldeutschland.

(Berlin, 8. Sept. (WTB) Im Unter­suchungsausschuß des Preußischen Landtages tourte die Vernehmung der (Benerolmiaen über dieUnruheninMitteldeutschland fort­gesetzt. Regierungspräsident Dersdorfs (Mer- . seburg) ist der festen Ueberzeugung. daß schon vor dem Kapp-Putsch eine organi­sierte rote Armee bestand. Schon 48 Stun­den nach Ausbruch des Kapp-Putsches feien mili­tärisch strafforganisierte Komvagnien durch Merse­burg marschiert. Die Entwaffnung sei leider nicht in dem nötigen Maße durchaeführt worden. Schließlich seien die Waffen auf der rechten Seite fast ganz, auf der linken fast gar nicht erfaßt ge­wesen. Aus die Frage über daS Vorhandensein der roten Armee im Aufruhrgebiet erklärte Zeuge, speziell in Leuna seien 16 Kompagnien vollständig militärisch aufgestellt gewesen mit Infanterie- und Artillerie-Abteilung, Funker- und Panzerlügen. .Dem Zeugen find Rachrichten über das Bestehen dtzr roten Armee nur von privater Seite zugegan­gen. Die Waffen der Einwohnerwehr fielen fast restlos nach dem Kapp-Putsch in die Hände der Kommunisten. Bei der freiwilligen Waffenabgabe seien überhaupt keine großen Mengen Waffen ^faßt worden. Weiter sagte der Zeuge: 3m Merseburger Bezirk habe die Gefahr eines Rechts- Mitsches überhaupt nicht bestanden, denn die links- ixibtfalen Elemente seien dort sehr stark vertreten. Die Orgesch- und sonstigen Organisationen seien restlos aufgelöst. Auf den Vorhalt des Vorsitzen­den gibt der Zeuge an, daß er weder als Deamter noch als Privatmann Dachrichten über das Be­stehen von Organisationen bekam, die den Rechts­putsch vorbereiteten.

Berlin, 8. Sept. (WTB.) 3n der Dach- mittägSsitzuna wandte sich der Untersuchungsaus­schuß für die mitteldeutschen Unruhen dem Falle Casparek zu. Dach Darstellung des Vorsitzenden Kuttner wurde die Regierung mehr­fach vor ihm gewarnt. Sein Versagen wahrend des Aufstandes wird hauptsächlich darin gesehen, daß er dem kommunistischen Angestellten Franzke den Schutz der Stadt Sangershausen gegenüber dem bevorstehenden Einmarsch der Aufständischen übertrug. Zeuge Regierungspräsident von Dersdorf, bekundete, Casparek habe erklärt, er betrachte die ihm zur Last gelegten kommu­nistischen Aeußerungen als ein staatsbürgerliches Recht, ganz abgesehen von seiner Tätigkeit als Landrat. ließ auch keinen Zweifel daran, daß er den gewaltsamen Umsturz der Regierung anstrebte. Dach Ansicht der Mehrheit der wahl­berechtigten Kreisinsassen war Casparek nicht die geeignete Persönlichkeit. Es war Pflicht des Land- ratö. Meldung von der kommunistischen Tätigkeit Franzkes zu machen. Die optimistische Beurtei­lung des Oberpräsidenten H ö r s i n g hinsichtlich der Voraana«' im Aufmbrnebiet teilt der Zeuge von Dersdorfs nicht. 500 Mann Besatzung für Gisleben und Hettstedt zusammen waren zu wenig. Die Vernehmungen werden am Freitag fortgesetzt.

von der Reichsgetreidestelle abzugebende Getreide und Mehl berechnet, unter Berücksichtigung an­gemessener Mahl- und Dacklöhne. Auch dann noch werden in den ersten siebeneinhalb Monaten des kommenden Wirtschaftsjahrs das ist für die Zeit von: 15. August 1921 bis zum Ende des Reichshaushaltsjahres, dem 31. März 1922, Verbilligungszuschüsse des Rei ° ches in Höhe von 3Li bis 4 Milliarden Mart zu leisten sein. Das ist eine Belastung deS Rei­ches, die neben seinen sonstigen gewaltigen Ver­pflichtungen außerordentlich drückend ist.

GenossenschaftDeutsche Kunst".

3m Gewerbehause fand gestern abend eine erste Besprechung über die Ziele und Auf­gaben der GenossenschaftDeutsche Kunst" statt, die leider nicht sehr stark besucht war,

3n einem kurzen Vortrage führte Herr Dr. Schäfer aus München aus, daß die Genossen­schaft von Künstlern gegründet worden sei als Selbsthilfe zum besseren Verkauf ihrer Werke und zum Schutz gegen skrupellose Ausbeutung. Sie verkauft nur Bilder erster, lebender, deutscher Künstler nicht einer bestimmten Gruppe, die ihre Bilder loswerden wollten, ys gebe zwei Gruppen in der Genossenschaft, die beide gleich interessiert seien: die Künstler, die ihre Bilder verkaufen und ausstellen, die Privaten, die ihr Geld leihweise als Betriebskapital zur Verfügung stellen und dafür Zins in Höhe von 25 Proz., also auf 1002 M. 250 M. ip Form von Kunst­werken erhalten, die sich jeder in der am Ende des Jahres stattfindenden Zinsbilderaus- ftellung auSfuchen könne. Ferner erhalte der Private auf alle Käufe und Aufträge (Porträt) 5 Prozent Rabatt.

Um die Verbindung mit den locker durch Zeichnungen verbundenen Mitglieber aufrecht zu erhalten, bilden die jeweiligen Zeichner einer Stadt eine Ortsgruppe, die sich je nach den ört­lichen Verhältnissen dem bestehenden Kunstverein anschließt, eine Art Vorstand oder besser gesagt, einige Verttauensperfonen, könne bann leicht alle Wünsche unb Beschwerden der Ortsgruppe direkt der Zentrale übermitteln.

Die Genossenschaft veranstaltet vom 1. Olt. ab in München in derAlten Schackgalexie" Drien- nerstraße 22, ferner vom Mai 1922 ab in Bad - D a u f) e i m im Kurhaus eine Daueraus­stellung allererster Kunstwerke, ferner durch die Ortsgruppen Wanderausstellungen. Am Ende eines jeden Jahres zeigt dann noch eine Zinsbilderausstellung den GenossenschastsmitAie- bern eine Reihe von Bildern zur persönlichen Auswahl.

Dem ortsansässigen Künstler komme man entgegen, indem man ihm y8 des gesamten Aus­stellungsraumes zur Verfügung stelle, für die die Genossenschaft aber keine Garantie übernehme.

Die Genossenschaft will kein Konkur­renzunternehmen deS örtlichen Kunst Vereins und ihm gerne bei Beschaffung von Bildern behilflich sein.

Am Ende eines leben IahreS werden, da ja der Künstler durch Verkauf, der Private durch Zins und Rabatt befriedigt ist, alle Heber- Ichü| se dem Hilfsfonds für Künstler und den wirtschaftlichen Verbänden nach Ver­teilung des ehrenamtlichen Aufsichtsrats, dem Prcf. Hahn, Prof. Erlec-Munchen, Prof. Slrvogt, Ledcrer-Berlin, Prof. Kerschensteiner-München,

der Preis von 5222 Mar! 'für die Tonne auS- reichen wird. Die internationale Marktlage ist zur Zeit nicht ungünstig, aber der Scand der deutschen Währung ist alles andere als befrie­digend. Die C-eldstkostLN der RLichsgetreidest.-lle für das zur Drotversorgung benötigte (Betreibe tnerben daher ausschlaggeb:nb durch den Preis für Auslandsgttreide beeinf uGt. Demgegenüber fallen die Preise für batf- ibnlagegetrcibe aus in­ländischer Ernte wenig ins Gewicht Auch sie haben angesichts der Verteuerung der Erzeugungs- kosten gegenüber den Getreibepreilen des vorigen Emteiahres eine nicht unerhebliche Erhöhung er­fahren müilen, sind jedoch auf den unbedingt not­wendigen Umfang beschrankt worben.

In dem am 15. August 1921 zu Ende ge­gangenen Wirtschaftsjahr hat eine sehr erhebliche Brotverbilligung gegenüber den tatsächlich er­wachsenen Einstandskosten stattgefunden. Das Reich hat für diese Zwecke über 10 Milliarden Mark aufgewendet, die es sich nur durch stärkere 3 Inanspruchnahme der Dotenpresse beschasfen konnte, die letzten Endes aus den Steuererträgen wieder abgedeckt werden müssen. Bei der un­günstigen Finanzlage ist das Reich auf die Dauer außerstande, eine Verbilligung in diesem Umfang fortzusehen. Auch in anderen Ländern, so vor allem in 3ta(ien, England und Frankreich, be­stand während der Kriegszeit und auch in den folgenden Zähren einpolitischer Drot- p r e i s". d. h. eine Verbilligung des Brotes unter Zuhilfenahme von Staatsmitteln. 3n Er­kenntnis der Unmöglichkeit, eine solche Wirt­schaftspolitik weiterzuführen, sind diese Lander trotz weit günstigerer Finanzlage bereits dazu übergegangen, die Verbilligung deS Brotes durch Staatsmittel einzustellen.

Auch Deutschland muh, notgedrungen, da es die weitaus größte Belastung zu tragen hat, zu einem Abbau der Getreide- und Drotver-

ln der Admiral Scheer, Mart beanspruchen. Dun hängt es voa bei Markt- sprechen toollte, verboten. Aachdem der be-1 läge und von Dem Stande unserer Valuta ab, ob

hingen an eine der alliierten Mächte könne nicht nur zum Schaden der anderen Gläubi­ger fein, solange Deutschland solvent bleibe, \ ' l der Tat Insolvenz herbei-'

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