Eichener Anzeiger sGemral-Anzeiger für Gberhefsen)
Nr. 132 Zweiter Blatt
Au» Liessen.
Darmstadt, 7 5hcn 1921
Trr tri nan fr-au äi'cb'J 6 ieS Landtags etzke beule txrrmi taq fifie Beratung rn bet M*a». 2 de: gwntirttxrra:i i d üi ge$ ft-- imb 5 ameralflüt T fj.t
Ter öt aniniiii <; <o c n r t d wa-lrt tarn gRittrihrngvn vcrhaulifer An über hie reuen <Rei<b5ftairrp:arc, btc ab.r yint größten Teil fd»n in der Pre se Derörientlite rnb
Stoatcprä i r t Ulrich gibt dem Ausschuß hieraui 9?nd>rid)t über tie nroiitft Unwetter- und Hagelschäden, ixe besonders aus 5i o r f d) an ber Brigftras.c und Umgebung gemeldet werden und teilt mit, daß tte Relnerung bereit ist, einen Gtaatlbeitrag jur Verfügung zu stellen, um UiüerftüiMnutm, oweit dies 11 fiqcß> Ikfjcm Roihmeil mörlich unb nötig ift, zu vermitteln
Bet Beratung teS 5drp 12 Geamtmmiste tum gibt die Regrnrrng einen eingehenden Banät j:t rm Antrag te4 Äbg U r ft a b t unb Gen. bett, die Vereinfachung tm Staatshaushalt Es gebt daraus hervor, daß Vereinfachungen d. bafe aber grnndlrg-nic Aenbe- nm gen sich r :> nicht ermöglt chen lasen Hierüber entsi<-ht eine fe$)t lebhastc Aussprache. Es nrirb beschlossen, dir Neg.-Antwort tut Kennt- .ii nehmen unb den '.Tnfr t dem zu
ständigen Ausschuß zu überweisen. Es n tcb bann weiter ein Nachtrag angenommen, durch melrhn der Regierung ein Ti'vo stionsfondS von 1000) Mart vur Verfügung gestellt Wirb, au» dem das Gesamtminifte'fiim eine Pen io -ssä. tge Zula-e an solche Referenten in den Tlfni Irrten und Landes- äm:rm gavülyrm kann, denen aus 'Jlnlar, i r?r Berufung geg nüber ihren bse tjen 'j'egü-^eu Nackstc-ilc erwache-'. Tiefe Zulage jL'3003 3JM. nicht ilbcrdncitm. Aus kte Anfrage, warum die Vorlage betr. btc Beamte 'Vertretung mxh nicht erfolgt sei. erklärt die Regierung, das; durch die in AuSsicm ft hmde Reg lnng der ftra-re durch baS Reich die Vorlage des Gesetzes verzögert wurde Bei Beratung des Kav. 12a Skaatsver'ag gibt di - Regierung über die Gechaltsverhältui se her An - eilten brr Darmstädter Zeifirnu Auskunft. Tic
spräche hierüber wird am Mittwoch früh fortgesetzt.
Ter 6 (S chu l -) Ausschufr setzte feite nachmittag ferne Beratungen bet Kao 16 Fort, bildungs chulc fort Tic Schülc zahl soll 25, tm Höchstfall die Zahl 30 nicht überfragen. In Art. 17 wirb bestimmt, baf: i > (tenrinten mit weniger als 4 Lehrkräften mnf'effen» 120 Stunden, m solche,t mit über 4 £kt> krästen o'er tauptamt- lichen Fortbiünmgs'chula'h.ern rrt bestens 16'» Stunden, im itbriff^t, namentlich bet beruflicher Gliederung des Unterrichtes ft der Siegel 210 Stunden Unterrid.t erteilt Werben soll. Der Unterricht foU abends 7 UTyr beendet fein, bart nur an Wochentagen gehalten werden. Es können nut/ 6tnd und Singstunden f i die Abendzett gelegt Werden. Nach längerer Aus prad-e einigt man fid> auf vorftihei.de Fassung.
Ins dem besetzten Gebiet.
Französische Hebelgriffe.
Dta Griesheim, 8. Juni. Dem Tarrn ftäbter „Tägf. An-." tirirb geschrieben: Unerhörte Hebet griffe leisten sich hier die Franzosen. Die «Ofsizierswohnungen auf dem Truppenübungsplatz, in bem die „aristokratischen" deutschen Offiziere Jahraus Jahr ein hausten, ohne was dabei zu finden, sind nach ?lusspruch des französischen Kriegs Ministers Barthou „Höhlen", in denen es für die „demokratischen" französischen Offiziere unwürdig ist, zu wohnen. Am Freitag wurden deshalb von den Ortsbehörden gefordert, bis 6 Uhr abends zu stellen: 10 3-Zim- merwohnungen mit .Bick>e, 10 2-ZimmerWohnungen mit Küche, und 25 möblierte Zimmer mit allem „Komfort". Besonders wurde noch verlangt die Einrichtung eines Of f iziers- kasinos mit Bestecken, Geschirr, Weißzeug usw., ferner so unb so viel Klaviere unb dergleichen. Begründet wurde die Forderung noch nebenbei mit der Bemerkung, die Deut scheu hätten es gerade so gemacht, und auf den Einwurf, wo bemi die Einmcchner hiw- sollten, wurde erwidert, sie könnten ja in der ©djeune schlafen Die Franzosen benehmen sich also im Frieden so, nxic die „Barbaren" rm Kriege. Das ist französische „Zivilisation". Die Bevölkerung ist in begreiflicher Erregung unb fragt, ob denn die hessische Regierung tatenlos solchen Bergewaltigungenzusehen will.
Dta. Worms, 8. Juni. Hier kommen eben durchschnittlich nachts fünf Raub-
ansälte der französischen Sotda- ten auf Einwohner vor. Wiederholte Bemühungen des Oberbürgermeisters hatten keine Wirkung. Die Franzosen haben offenbar Ar beitslose und sonsttges Gesindel cingezogen und schicken es, wie früher in die »kolonien, so je$t nach Deutschland. Die Leute kommen in Zivil hier an und iverden erst hier ein geltet bet. Sie machen auch bei läge den denk bar ungünstigsten Eindruck. Es ift schon längst keiner weiblichen Person mehr möglich, abends unbelästigt über die Strafte zu gehen Bor kurzem starb ein iDjähriger Mann an den Folgen eines solck)en Roheitsaktes — auch ein „Kriegsverbrechen".
Der Kampf gegen den Schmuggel.
ma. Kö l n, 8. Juni. Die Ueberwachungs- organe des Reichsbeauftragten für die lieber wachung der Ein- und Ausfuhr erklär len im Monat April Waren in einem Schätzungswerte von 13700000 Mk. für Versal- len. Daneben wurden Sicherstellungen für Waren ausgesprochen, die etwa einen Wert von 47 Millionen darstellen. Unter den vei> fallen erklärten Waren nehmen Schmucksachen mit 1 740000 Mark den höchsten 28ert ein; es folgen Gemüse und Obst mit 1 300000 Mk. unb Kaffee mit rund 1 Million. Wein und Spirituosen wurden mit einem Werte von je 880 000 Mk. für verfallen erklärt, Zigarren und Zigaretten von 860 000 Mk., lebendes Vieh mit 630 000 Mark. Zollverfallerklärungen und Zollverwertungen stehen diesem Et' folg nur mit der bescheidenen Summe von 300000 Mark gegenüber. Am stärksten war die Beschlagnahmetätigkeit in der Inspektion West, wo in 975 Fällen zu DerfallerkÜärun- gen und Sich Erstellungen geschritten wurde. Tie allein von dieser Inspektion angefaßten Waren haben einen Schätzungswert von 51/, Millionen.
Amerikanische Justiz.
fpd. Andernach, 8. Juni. Das amerikanische -Oberkriegsgericht ver- urteilte in den letzten Sitzungen 8 Frauen-- zimmer aus Köln, Musenheim, Bonn, Schwarz-Rheindvrf, Kettig, zu 2 bis 6 Monaten Gefängnis, 5 Frauenzimmer aus Bonn, Köln, München, Oberlahnstein, Stolberg wegen Verstoßes gegen den Ausweisungsbefehl zu 3 Monaten Gefängnis, einen Mann aus Neuwied wegen Tragens von Waffen zu drei 'JJtxmaten Gefängnis, einen Mann aus Wei- ßenthurm wegen Abgabe von Bier an Soldaten außerhalb der festgesetzten Zeit zu 2 Monaten Gefängnis
Gberhesslscher Museum und Ga-lsche Sammlungen.
In erster Linie die vorgeschichtliche Abteilung, das wichtigste Arbeitsgebiet unseres Museums, hat seit dem letzten Bericht manchen Zuwachs efiahren. Durch bemerkenswerte strinfrest- lidjc Gefäße, Stein- unb Knochen gerate von Bod- man bereicherte Herr Ingenieur Gail aus Konstanz die umsänglichc Sammlung von Pfahl- bautenfunben aus dem Bodensee: diese soll, wie hier betont sei, bi: oberhessischen Ausgrabungs- ergcbnisse ergänzm: berat in bem Schlammgrund der Schweizer Seen hat sich manche Kulturgut aus sonst leicht vergänglichem Material erhalten, was im Boden unserer Heimat längst zermürbt ist: iwerdies ist das Leben und Treiben der sN-rnredlichen Psahlbauern gnxtbc für und von besonderem Interesse, weil thres Stammes auch die ältesten lüngersteinzeitlichen Be iebler der damals noch gar menschenarmen Wetterau gewesen »u sein scheinen. Sie wurden bekanntlich gegen Ende der jüngeren Steinzeit «veggeschwemmt durch die gewaltigen Bölkenvellcn sü östlicher Bauern, von denen längst in einer einzigen Dottgemarkung, näml.ch der von Eberstadt bei Licb, bereits bte dritte größere Siedelung feftgefttilt werden konnte: Herr Eich von dort sch.-nkte ein schönes Steinbeil, Herr S t min e r bas Bruchstück eines durchboh ren Hammers. Ein bearbeiteter Knochen aus der Nähe von Rob he i m wirb Herrn Lehrer CloeS verdankt, der außerbnn i*tn F uersteinbeil von Alsen als erwünschtesBcr^l i.t-sftück zu unsraen oberhessi'chen Beständen übergab. Ueber ein Jahrtausend jünger als die bisher aufgeführten Neuerwerbungen, immerhin aber noch bem Beginn des letzten Dor» chttstlickcn Jahrtausends. ter sog. mittleren Hall
ftatttulhir, angehörend, ift die Ausbeute der Hügel 1 CB, 7 unb 13 von dem großen OVribmelb in oa Au bet Nteder»Mockuadt, kr.-i# Büdingen, die neu ausgestellt warte: mehr als jwanjn Ion- gesäßc vrrstt'irdenster Form, ein Hobler B rnze- Halsrmg mit Holzü.Iung unb Hatenvctt'chtuß. tünnc Bn'nzescbtä cnraige, eiserne Mester, darunter ein besonders bemerkenswertes balbmo.;te förmiges .Rasicrmesser Dem Ente der älteren Ei-en-eit unb bami: d r Mi te des letzten vorchristlichen Jahttamends nähern sich ixe Funde aus zwei Grabhügeln auf der Anner oder Heide, geschlvsiene Bronzelralsringe, Armreifen, envie ginngc Reste bruiyebefe^ti-r Gürtel, bte von btm Befristen km alvfteger unertn Samin langen überwieien wurden. Nach Zea und Zweck bisher idcht sicter testimmbar ist cm vierkantiger, am einen Ende durchbohrter, am andre.« *uk schlistener furj.r Stein stab, den Herr Landmesser N i e S dem Museum übervvachte: ba> Stück stammt von b?r Wüstung Born kheim bei Grüningen: vi lle'cht hantelt es sich um eiten mittelalterlichen Wetzstein oder um ein W.begenücht
In bie UniversitätS abteil «tNA gelangt? eine aus bem Besitz tes Bslanikvro?cssors Hermann Hoffmann „Bluinenbsjsmann" stammende schildkrotrcne Sdmuvf.abaks ose mit «nein in den Teckel eingelassenen Miniatur» vorttät auf Elfenbein, gemalt 182) von bem bekannten Frank urter .stünstler I. P. Bccr. Ein ebenfalls in ter Univeriit5t5ritrinc aitsgestellter P eisenkrvi m t Stutentenwavpe'i aus dem 2^c>itz bcs im babiidxn Ausstand umgekoinmenen Mrciy- rats Pr, ntz wird Sr. Err llenz He.-rn Mnniiflo- riLlpräsidenten Nebel verdankt Dem Textil schrank konnten als Geschenk von Fräulein Noll zwei Perlenftickevei-m einverleibt werden.
Dem Kriegsmuseum überwies Herr Zimmer ein Geschenk. — Neuerdings konnte auch bie ein zig ar ig e KriegSorden s am in- l u n g ter Besichtigung mietet z igänglih ,gemacht werten: aus besonberen Gründen mustte man sie jebod) in den unteren Räumen des Altertums-- museums auffteUen.
Dem Völkermuseum machte Herr Forst assessor Rausch aus Romrod bie beteutente bisher als Lechgabe geltende ethnographische Sammlung seines terftorbenen Bruders $um OfefdjenP.
Die Besucherzahl der Sammlungen betrug seit 1. Februar bis 31. Mai mindestens 4000 Personen: davon gebärt en etwa ein Viertel Schulklassen und Vereinen an, benen von ter Direktion bie erbetene sachkundige Führung gewährt werden konnte. Körverschaften, die Führung wünschen, werten ersucht, unter Angabe ter voraussichtlichen Teilnehmerzahl fidi acht Tage vorder angumdben. Hervorzudeben ist ter Besuch bad Museums durch die Tagung ter Verbände für römisch-siermanische Altertumsforschung, sowie durch zahlreiche Teilnehmer am Bergarbeiter^ Eongreft.
Eine öffentliche Führung im Saale der Hausindustrie und in der Bauernabtei- lung findet kommenden Sonntag um 11 Uhr statt.
Wandern und Helfen, vöder.
Wie wähle ich meinen Ferienaufenthalt?
Unzählige erhoffen auch in diesem Sommer wieder von ihrer Ferienreise Elchvlung unb Ge- funbuna unb suchoi eifrig nach bem Ort, der ihnen dazu am besten geeignet erscheint. Aber bei ter Wahl tes Ferienausentbaltes weiten häufig gerate die hygienischen GesickitSpunktk, bie doch entscheidend 3ein sollten, w wenig berücksichtigt. Viele Leute denken Mehr daran, ob sie auch die notige Unterhaltung finden werben und bevor rügen daher Bäder, in denen em aufregendes VergnügungÄeten 'ich entfaltet, ©te glauben, daß schm der Ortswechsel und bie Luftveränderung genügen, imb führen ihr altes Leben an bem Kurort weiter. Da ist es nicht verwunterltch, wenn sie sich nach ihrer Eichvlungszeit nicht besser fühlen. Für jeden, der eine anhaltende Gefimo- heitssörderung aus seinem Ferienaufenthalt gewinnen Wäl, ift bie Wahl des Ortes von entscheidender Beteutung, und die rechte Wahl ist sehr schwierig, kann für den Leidenten nur von einem Arzt getroffen werten, der Wie beim Verschreiben -einer Medizin alle Möglichkeiten unb Begleitumstände genau libcrbaiTt. Tw Heilkräfte des Klimas sind von der nrsbernen Wissens dmft mehr unb rn^hr erkannt worben; cs sind die Zweige ter medizinischen Kl.maüologie, ter Bäderkunoe uiw. cntflauten, und ein reiches Jorsckntngsma- terial auf physiologischem unb ps> ckoivgiich m Gebiete liegt heute vor, daS bedkf idvhqt werten muß. FiÄich ist auch ter Ar^t kein Wetterprorlet, ter alle zufälligen Formen ter Witterung voraus- "eben kann, und schlinmee Wettertarmcn können bie sorgsamste Deiettung Hmiatt eher Beten- gsrnqen jii’dxmben madxnt Aber tm allgemeinen weist man doch heule ganz genau, welche hygic- rrifdien Werte tee einzelnen Älimatnr in sich
Donnerstag, 9. Juni 1921
bergen, welchen Sranfnt man das Meer wnb twl den man tex» Gebirge em pfi dlen neu st ES gib! im groben unb ganzen zwei Eliten von .91 nw.
OrganiSnni> le.rotimen: vtn anregendes m i, das die L'cben'f.ätte anftiiert. und ein berubigen- teS Minna, bat die KSrperfu ult ronen berat'letzt, Ern eng.i drr slLmatobge madx terau' aufmeri- [am, von m-c daher •iVbcutung ba terier ver icteedcnen Wtrcung ter S.tinaint ter Wai'ergehatt ter Luft ist. Ein tiockpneS Minna ist uiöultdxir und bringen Veränderungen ter ^nn irr ahn unterwa:jea, luirft daher anvrgnib, ja auipnt« 'chend Da gehren wirft in einem faidicu Mliwu ter öniici geboti ter Luft unb eine glcitbmäfngri- 0\qtaltwm teo Wetters ein unb ruft daher einen berutngenben Ctnfluft auf bie Stimmung hervor Üin ie.idtee Minna imm sehr gesund n lebateTrai fite» Menschen gerabsu sckäd.ich werten, teni iic werten dadurch tethargrjch und 1rau!mrrisch für gewiife Mraitlbcitcn aber ist e» von höchst w?tl tuender Viickmig
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X Ulrichstein^ 8 Junr. Ulate bnlll- r t d) ft e t n smch am «sonntai He feierliche lieber nähme ter „S chleun in g stetn e btinb d.n l*iamtoerciit deS Vogelsberger H öde n Clubs statt, u ter starker B t ilrgung l>jn nat und fern. Hs.1 oten mit ter W i .-r de.te jwifdvn föilabad) unb Streildach eich.bt i inmitten fulun Fichten eine geaxil (je Gruva mädtiger Ba all felfen, ein 9?nturoenkmal eigener '.Irr. Em. benhdx Ausacht n» i: t.t i\e Lande bietet |td^ v.m hier aus deut Blick tes Wandeiers ai e> schtnif Fleckchen Erbe ist vm b.-m betagten Burgermeine, Sdieuning tun Feldkrücken teilt Ge amt V H^h $um dauernden Beitz vermacht warten utti» wirb tun diesem allezeit treu geh legt unb bmaint werben. Tr. Bruchhäuser Ulrick-iein 1 t.lt al? 1. Vor sitzender des V H. <K. bie beg i tert auf genummnie Festrede, die in tftem brrirodvn „Frischauf" äui bas schöne deutsch Yau-rlanb a.is- klang. Turch Mitnnrkung ter lllridmeincr State Hi unb ter Gesangvereine unb Schülerchöre von fläl- zenhrin unb F.lbkrücken wurde bte trnbrud#i"lk Frier versthönt
vermischtes.
Eint ftltfümr Tragödie.
Augsburg, 9. Juni Wie die B.atter Vj riclgen, flieg in Nafsenbeuren Baur Sckuva- ben) ter wahnsinnra geworbene Tfari meEiter Miller in den Glock nturm, läutete und fdioft mit dem Revolver auf dir hnbetgesttömte Mensärenmenge. Ein Bauer, Vater von neun Muttem, wurde getötet. Die herabstü i<mte l^ioche fd<ug dem Wahnsinnigen den Schädel rin
V
* Krallenvperatiou bet einem I i ger des Frankfurter Zovlogischr,' (öartens „Balte", das Männchs' tes 'fit September 1911 int Franlstirter Zoologischen Gar teil beftnMrdm, kurz vorher durch die Firma Ruhe, Alfeld, aus dem ?ümirXtebiet jung rnwvi - tietten herrlichen Sibirischen Tiger Paares, litt seil einiger Zeit, wie die- bei gcfanqeneii Grosckaten bisweilen vvrkvmmt, an einer rinar mack,'enen Steotfle ter rcchten BorterprmtVk, ter fit teil Zehenballen ein gedrungen war und rm Vereitern tesstlben hervor gerufen halte Es hUI nun, den gewaltigen Recken zur unbedingt nötigen Operation #u zwingen, wozu eine ter bewährtesten Methoden an gewendet wirrte. Nachdem alle Vor- berritunqen getroffen waren, Wurde „Balte" w einen eigene hergerichteten Operationekäsig im Innern des Raubtier Hauses verbracht, eng genug, test ter Patient sich weder drehen twch weit zurück- geben formt« Nun erwuchs bie Ausgabe, die mächtigen Pranken in Lasfoschlingen >u fesseln, eia schwiertges Begiimen, da es dem wütenden Ti«n immer wtebrr gelang, den Fast aud der SdMinae zu neben unb tee teumenstark n laue glatt durch- «ubeiden Erst als br Schlingen Über hoch cmge- brachte Wellen geführt würben, so test der Zug nach obe:i wirkte, glückte die Fesselung nach ilun- tenlangrm Bemühen Um den tobenden Patient« von seinen Angriften auf bie Sd/ingai unb evtl auf die Ei enstabe des Käfigs möglichift QbAuientat, war es nötig, ihm an bauern b Stangen aus wrichcm Hohz vor^ihalten, Ton denen mehrere krachend in Splfiter gingen. Die gefesselten Pranken würben tx>n mehrere:i starken Männern nrü Tauen unten dem vorte en Käfiggitter durchgezogen. Numnc te fühlte sich ter Rrde beuüungen unb ergab sich ntti großer Ruhe in sein Schicksa^ so test eS ein Leicht öS war, nicht nur die ringeWadx ent Kralle mit scharfer Kneifzange -u kürzen unb die Wunde gründlich mit Jodtmttur te^mfrye en, sondern auch ofe anderen ftictlen an beiten Pranken, wo nötig, au bridmeibm Noch 2 Tage nach ter Behandlun« war das Tier ,'v erregt, test es jedes butter verweigerte, erholte sich bann aber bald unb bie Wunde verheilte in kürzester Zeit
Zerrn Collins Abenteuer.
Roman von Frank Heller.
31. Fortsetzung. (Nachdruckverboten.)
Und Sir Arihur erw<terte: „Seren S« rubig, Hoxtvn, die Ernte soll teuer vortrefflich jtxn — tetzt haben wir ja Srr Williams Tämme." Was glauben ^>ie, meinte er bami . Prosefior^
„Sir Wlsnrns Tämme? Stt W.l xam Sill- cor natürlich Lavertis e. ete nmsen doch, er hat die alten Wasserwerke ter Phovcnmen ün Nil Wrt» bet aufgebmit. Tas ist fa sonnenklar. Na, und sonst nichts mrin, Lavettisse?"
Nein, gleich baraur wai-en tm schon in Clarcham Junction und ich Tprang ab, obglrrch ich em Sülctt bis Bictvrra hatte. Ich dachte, Sir Artteir hat vielleicht unten an der eia tun trgoite einen Tetektw mti) könnte aut h: 3ter kommen, mich der größeren Licterhcrt wegen ^urnt nehmen £ lassen. Tarum schien es mir bencr, ci Clcwtem netwn cruszusteigen und mt mit bem nächsten
3 weiter^fahren." __
„Sie sind, ter n Zeus, euie Perle, L'atxrhfte, vorsichtig nne Torstenfon unb feinHörig tme —bin.
„Wie wer, Professor?"
„Tut nichts Mr Sache — cme Erinnerung aus früheren Zeiten. Na, und n»s machten Sie dann?" , ...
.Tann ging ich direkt in eine ter ■rretat Biblwcheken Mr. Earneeits und suchte mir bie ,Shipmng Times". Karst in Selbv unb VTIeran» dria — ba konnte es doch nicht jcte>er ' in, tes Boot zu finden, von bem Mr. .Horton unb en ArtHur gesprochen hatten. *11 o Professor, Ms Boot ist bte „Emptes os iDceaiia'', und sie geht
am zwanzigsten. Kleines Schifi, siebentausend Tonnc?i, legt nur in Giöralmr und La Valette an. In Alexandria am achtundzwan zigsten, wenn alles gut geht."
M. Lavertise verstummte und betraettrir aui» merksam seinen Freund und Artestgeber Professor Pelotard, alias Obgleich M. Lavenise dieses alias nicht bekannt war, Herr Philipp Eallm aus Schweden. Sie fasten in tem eleganten Rauchzimmer des- Profefiors: vor ihnen stand eine rt tetfige Vdiskuslack», umgeben von eintjat Flaschen Lckwepves, eine große Schachtel te ReHzSe und eine gehämmerte Süberschale mi: Eis
Es sab aus, als ob M. Lavertyses Mittrilung Ptnlpv Collri in tiefe Grütelcicn ocr etzt hätte. Mindestens ytm Minuten vergr igen, arme haft er sich in fti.icm Fauteull rührte; mst den Händen in ten Ho ctttaschcn, das Zkinn itn au' ote Bmtt gesenkt, so starrte er unverwandt aut £tnen unb denseltem Puntt an ter Wand gegenüber — eine Criguialraii-amg von Goya „El Pico b’Cro". M. Lavertfise, der seine Gewohnte Len kannte, sich bald ihn, bald die fttetenmg an — eine der Erinnerungen aus einem gen i icn Anttauitäten- laten. Bl ötzlich wachte Herr (röllin cinc Bewegung, er streckte bie Hand nach bem Grogglas aus, stür-te ten Jrchall nnnmttr unb sank in > ne frühere Stellung zurück, nur mit bem Unter ±neb, tetz er bte Augen aur sein Bücherregal reitete. Fünt Minuten vergingen, roäteenb deren er es prinenb bettackLete, bann sagte er: __
,Wi sen Sie, nr viel chunLerttausend ufirnd in Gold wiegen, Laveriise? UngefShr?"
M. Laverti se runzelte gedroikenvoll tee Lttm.
„Hm, nicht fo genau, Professor. . . em-, zweihundert Kilo, mcht?"
„Efit-, ypewunbert! — Mmdestens sechs":nrn- bert Kilo! Und da liegt bte Sdxtxeriflfrit, Lader- tisse! Einen Teil tes Goldes yu nehmen — Sklet- nigfeit, nachdem wir wissen, was wir Wissen. Alles z-u nehmen — auch nicht viel schwerer. Aber alles nehmen und es niit suh fichr^i, wenn man das Fuhrzeug verlästl — ba sehen Sie, Lavertisie, liegt ber Hund begraben!"
M. Laveriise grübelte ein paar Augenblicke nach, dann sagte er:
„Nun, und warum mirfen wir denn alles nefjrmen, Professor? Einen Teil — emge Kilo ." „Lavertise!" jagte Herr Collrng i'rrer.g „Ja, worum, Professor, ich Barm mm verstehen .
Laverii se, wenn ein Abenteurer den staute tnmn erreiche hat, den wir erreiche W haben glaufen, bann bat er gennfi'e Berpilichcuugen. Noblesse obhge. Laver ti.se. Mes oder niches Urb darum denke ich nach."
M. Laverii se nahm test Grog xu Hilfe, um Herrn Eollins Dorwun hrnunte^u pülen, und dieser versank in stumme Betrachtung rin-'s neuen Teiles ver 23anb.
ES oergcigai vielleicht weitere zehn Minuten, während deren seine Blicke rudnxtt von der einen Radierung ter Wand zur enteren wanderten. 'Schließlich biteben sie an einer .chncbnung ron Guilleaume hängen, „Tie llnriö’L'ite" Herrn Eollins Augen schienen alle Tetci s tes kleinen Meisterwerkes rin ^saugen, und plötzlich itaang er mst einem sch.illen LofomoruE't: mitt, mnnt, uuiruit, aus fernem Klubsessel am.
„Laverti se! Heureka.' Ich hab ift unser — unser in Tagen V
M. Lavemäe starrte ihn mit einem Ausdruck
an, gemischt aus Zuversicht, B-rmmderuug und Mißtrauen
„Wre? WaS?" fknmnelte er.
,',S<chm gut, Laverri se! Gv Werben e- schon später ericchro. Vielleicht kommt noch ug-?nb et> was UnvolchergricteneS dazwischen, und dann hätte ich Ihnen vergebliche £wf nungen gemacht lkb.*r* hauvt — arbeiten Sie besser, wenn 3r nichts Wissen."
Laveriise nickte, cmfd>fiaib ohne sich durch die letzte B.chaupcung verletzt »u fühlen.
^Unb WaS für eine Arbeit bekomme ich. Pro- frffor?"
„Auf Ihr Los fallen hwer Truge Zuerst müssen Sie heransrneae-i, wie dir Kiste aus tcf)t, ton ter Mr Horton -'nrad' Tas wirb ein Etyten teitel fein, aber mit Geld, Energie und Vorsicht dürfte e? Ihnen feine nennenswerten Schwierig frir-m machen Tann — bad ift <i »entlich eute ‘.otetterie von mir — müssen rv in Ericchrung bringen, wie btt SchEeln ausehen. in bie bas cyold verpackt wird. Str erfreu ei ib ja eine? rorttefflichm Renommees bet Fchrer Bank — dkI* leicht können Sie es burch v eriafrixn?"
„Hm, ja," taurmelte Mr Laverti se, , das dürfte schon gehen. Unb was werten Sie machen, Professor?"
,Sie glauben, hast ick mich aur"bie faule Haut legen" will, Larerti'se? ccvxk Sie beruhigt.' Erft must ich mich i i die Gestalt eines Treners hüll« unb in allem und jedem wie ei’ Tockarbriter werten — das bedeutet so viel wie, baß ich unr halb vier morgens aufi'tdhen must, wenn id» Erfolg haben will."
(Fortsetzung folgte


