Einzelbild herunterladen

hdjt gmornment Zusätze rm'cchadtgung anzubieten. Tagegen haben nur unS auch bti sorgfältigster Prüfung in Ucbereinslrmmung m t der einhelligen Meinung von Reg erung und Bott in Deutschland nicht dazu entschließen können, die übrigen in Paris vorgeschlagenen Bestimmungen unser.rjeits anzunehmen. Nach den Ei Körungen der GtegcnkiL sotten die Pari,er Vorschläge ein Entgegenk^mmcn unS gegenüber barstellen. Wenn wir -u keiner Verständigung über die Gesamtbeit der Rcpara» LionSsroge kommen könnten, würden wir es vor­ziehen, für die Zeit nach dem Ablaut von fünf Jahren von diesem Entgegenkommen keinen Ge­brauch zu machen, sondern es bei den Bestimmun­gen des frne*n$De.t.age3 zu belasten. Ich kann nicht verstehen, inwieweit das als eine hartnäckige vorsätzliche Weigerung Deutschlands angesehen werden kann. >

Ter brit sche Premierminister hat darauf hin­gewiesen, daß die Grundlage des Fricdensver- trages in der Schuld Deutschlands am Weltkrieg zu erblicken sei, und daß daher Deutschland nach dem Prinziv, das es im Frank .surter Frieden selbst ausgestellt hab', nicht nur, wie ^S im Vertrag von Versailles vorgeschrieben sei, die Schäden ersetzen, sondern sogar alle Kosten des Krieges zahlen müsse. Er hat gemeint, daß nicht «her eine Verständigung über die Durchführung des Friedensvertrages möglich wäre, als bis Deutschland seine ausschließliche Verantwortung anerkenne.

Ich habe absichtlich die Frage der Schuld hier nicht ausgeworien, weil ich im Gegenteil der Mei­nung bin, daß sie die Verständigung erschwere. Der Frankfurter Friede legte nach dem alten Völker- rechtlichen Brauch die Kriegslasten nicht auf die Schuldigen, sondern aus den unterlegenen Teil. Nach den novoleonischen Kriegen haben die alliierten Gegner Frankreichs diesem die Krieaskosten ohne Rück­sicht auf die Schuldfrage größten­teils erlassen. In der Tat kann die Sschu Id frage weder durch Verträge, noch durch Anerkenntnisse, noch durch Zwangsmaßnahmen geregelt wer­den. Der die Verantwortung für den Weltkrieg trägt, darüber wird einst die Weltgeschichte das letzte Wort svrechen. Wir alle sehen die Ereignisse noch zu nahe. Es hat mir immer fern gelegen, die deutsche Regierung von jeder Ver­antwortlichkeit für den Krieg freisprectan zu. wollen. Ob aber überhauvt ein einzelnes Volk die Schuld für diesen schrecklichen Krieg trigt und ob dies auch schließlich das deutsche Volk ist, wurde durch die Unterzeichnung deS Frie­densvertrages von Versailles nicht endgültig entschieden. Für uns bestell der Vertrag von Versailles zu Recht, weil wir unsere Unterschrift darunter gesetzt haben Dir haben damit nicht nur zugegeben, daß wir den Krieg verloren haben, sondern wir haben auch das Urteil unterzeichnet. Ter Pris'tant der Kon­ferenz hat betont, daß es ein rechtskräftiges Urteil sei. Aber Sie,wissen, daß es in ietam Recht eine Möglichkeit gibt, auch ein rechtskräftiges Urteil Mrzusechten, wenn es dem Verurteilten gelugt, neue Beweise zu bringen, die d e Begründung deS Ur- . teils erschüttern. Tarin freilich gebe ich dem Herrn Präsidenten der Konferenz recht, daß die unter­legene Partei dem rech'Slrätt gen Urteil Folge zu leisten bat Es ist rechtskräftig entschieden. daß Deutschland für d e durch den Krieg eutitaibenrn ©dyäbrn nach Maßgabe deS Friedensvertrages Er- ' satz leisten müsse. Ich stimme ganz mit Herrn £lonb George darin überein, daß die Welt den Umfang dieser Schäden so klar wie möglich er­kennen sollte, damit wirklich auf allen Se ten der tatkräftige Mille geweckt wird, das entstandene Elend zu lindern und die vernichteten Werte wieder herzustellen. Viermal bin ich selbst durch - einen großen Teil der zerstörten GRite Belgiens und Nor^frankreichs gefahren Ter Anblick ist t'es erschütternd. Tarin weiß ich mich mit der großen Mehrzabl meiner Vo'kSgcnosscn rirg. daß wir unser Bestes tun seu, um an der Wiederher­stellungsarbeit mitzuwirken. Wenn ro:r zum Wiederaufbau Belgiens und Nordlrankreichs bis­her nicht mehr haben beitragen können, so liegt daS nicht an dem Mangel unserer Bereitwilligkeit Gerade die arbeitende Bwölk'rung Teutickstands ist von dem lebhaften Gefühl Deutschland^ durch tneimgcn. den G schädigten in dem ehemals feind­lichen, infolge der Besetzung zerstörten Gebiete Helten zu müssen. Aber es bandelt sich um eine technische und soziale Aufgabe von io großer Schwierigkeit, daß unsere Vorschläge b Star nw^r Besorgnis und Ablehnung, als Anerkennung be­gegnet sind. Auf Grund der Unteriuckmng. oie irr zur Hebung der eigenen Wohnungsnot angestellt haben, glauben wir m der Lage zu sein, den alliier­ten Regierungen neue Vorschläge machen zu können, die vielleicht geeignet sind, jene Be­denken zu zerstreuen.

Im übrigen muß ich doch auf die gewal­tigen Leistungen Hinreisen, die Deutschland schon jetzt für die Revarat on und Restitut on voll- brackite. Ich beklaae eS, daß diese Leistungen in der Oessentlichkeit der alliierten Länder nicht nach

Gebühr gewürdigt werden und daß man immer noch behauptet, Deutschland zeige bösen Dillen und entziehe sich der Erfüllung des Vertrages. Man mag über die ziffernmäßigen Leistungen Deutschlands streiten, daß sie für ein atm gewor­denes, vom Kriege und von der Blockade crfchöof- les Volk eine gewaltige Kraf'tanstrengung bedeuten und daß sie für die Wiederherstellung der zerstörten Gebiete erhcb.iche Opfer g.bracht hoben, sollte kein unbefangener Beurteiler leuanen. Zn diesem Zu- sammenl-ang hat Herr Lloyd George von neuem bervorgehvben, daß d:e S t c u e r l a st th Deutschland geringer sei als in den alliier­ten Ländern. Seine Aufiassung scheint uns daraus zu beruhen, daß die Sachverständigen der Alliierten für die Vergleichung eine falsche Me­thode angewandt haben. Man kann nicht die verschiedenen Belastungen aus den Kovi der Bevöl­kerung in Goldmark umgerechnet miteinander Der« gleidjcn. Verarmte Länder können s.lbstv rständlich nur eine geringere ftopfiwte tragen als reiche Länder. Man muß die Belastung für den Kovi vielmehr mit dem Einkommen für den Kops Btt* gleick-en. Als Grundlage des Vergleiches akzeptiere ich die Hahlen der Denkschrift des Völkerbundes. Daraus folgt, daß nach Abbau der Steuerbelastung als Einkommen für den Kopf der Bevölkerung übrig bleibt: in England 1378.5 Goldmark, in Frankreich 702.5 Goldmark, in Deutschland 330 Goldmark. Hieraus erg bt sich klar, daß nach Maß­gabe seiner Leistungsfähigkeit Deutschland am It ä r k st e n belastet ist. Ich vcrwe se auch auf eine amtliche englische Quelle, den Generalbericht des Departements of Oversea Trade über die in­dustrielle und wirtschaftliche Lage Deutschlands, wo festgestellt ist, daß die Steuerbclastung dem ein­zelnen Steuerträger in Deutschland 43 Prozent leines Einkommens nimmt Daß die bireften Steuern keine weitere Anspannung vertragen, wird ja auch anerkannt Tie indirekten Steuern sind aus bestimmten Gründen, auj die ich h.er nicht näher eingehen will und die unsere Denkschrift erläutert, bisher zum Teil niedriger als in man­chen alliierten Ländern. Tie Frnanzverwaltung plant eine starke Erhöhung. Auch dies wird aber einstweilen nicht dazu führen können, Ueberschüsse im Budget zu ergeben. Aus diesem Grunde möchte ich vor dem Versuch warnen, durch Zwangs­maßnahmen mehr aus der deutschen Wirt­schaft herausholen zu wollen, als mit ihrem Be­sim d verträglich ist. Dte Androhung von ©anftwnai ist aber auch nach den Bestimmungen des Friedens­vertrages nicht gerechtfertigt. Es könnten für sie nur drei Bestiwmnn^n n Fr"g" k: 1. §18 der Anlage 2 zu Teil 8II, 2. der Schluß­absatz des,Artikels 429 unt> 3. der Atek.l 4ou. Zu­nächst gestattet keiner dieser Beüimmungen, solche Gebiete außerhalb der Länder westlich des Rheins und der Brückenköpfe neu zu besetzen, vielmehr darf nach Artikel 429 nur die Zurückziehung der Okkupationstruppen aus den besetzten Gebieten hinausgeschoben werden, um Sicherheit gegen deutsche Angriffe zu gewinnen und narb Artikel 430 kann geräumtes Gebiet nur wieder b setzt werden, wenn Deutschland sich weigert, seine Reparations­pflichten zu erfüllen. Auch aus § 18 kann ein Recht zur Besetzung deutschen Gebietes nicht Irrgeleitet werden, da es sich nach dem ganzen Zusammen­hang nur um wirtschaftlickre Maßnahmen handeln kann. Die wirtschaftlichen Sankt onen, die man uns jetzt androht, dürfen sich nach § 18 nur auf die Nichterfüllung der Revaratiomspslichten be­ziehen. Tas britische Schatzamt hat d'es vor kurzem ausdrücklich anerkannt. Auf Verstöße gegen Be­stimmungen über die Kriegsbeschädigten oder die Entwaffnung ist er nicht anwendbar. Ein Verfloß gegen die Reparatiomspflicht liegt unseres Er­achtens nicht vor. Ter Termin, an dem nach Artikel 233 20 Milliarden in bar ober in Waren geliefert fein müssen, ist noch nicht eing^treten. Tie zweite Sank ion wurde übrigens aus^ rücklichen Zusicherungen widersprechen, die die b Igi'che und die britische Regierung wegen d s Verzichte^ auf die Anwendung des 8 18 gegeben hob-n. Tie Maß. nähme, wonach die Fv-derungen beutfrtar Reichs- angehö^i-e'- auf Bz^hlnng g fi f rtr Waren zum Teil m-t Beschtag belegt werden sotten, wäre affo weder in Belgien, noch, soweit es sich um Bank­guthaben bandelt, die aus Warenkäii'eu entstanden sind, im Vereinigten Köm weich zulässig.

Was die dritte Smtt ton 5 trifft. 1o ist d e Einführung einer eigenen Zoilordnung i m Rheinland nach 8 270 M frrrbe-ö e~t a'e3 nur Mir Wahrung der wirtt<ch-iGlichen Irt-eßen der Rleinl.md^evöl'e-ung, '-i'it alrr zur Te^-a- hi(T des gan'e" heu fHtan hrg*m vnerfufter Vert-ar- e p t'tu g n vo ^stche >. Na^ a'tataii fann die Androhung der Sank.lvnen au, de.i F.te bensoertrag nicht gestützt werben. Sie verstoßen aber unseres Erachtens auch gegen dte Völker­bund sakte, denn der Arti.tal 17 der Akte bestimmt, daß auch bet Streitigkeiten zwistlien Mitgliedern deS Völkerbundes u;.b einem Staate, der nütt Mitglied ist, das tm Artikel 15 vorgetech. cue Schiedso erfahren en .eroe der tue den )o3. Teulsckiland ist nibf BundeSmitin.d, a er es hat bic BundeSakte gezeichnet u.ib ich melde daher namens der b.*u fdjen Regierung gegen die ar.»

aedrohren Sanktionen den Appell an den Völker­bund an.

Herr Präsident! Meine b.-rrn! Ich komme zum Schluß Wichtiger als btc 9let.t3r.ase tit für mich der (Mnc-fr, daß tede Zwangsi av»-ahtne, wenn fte ihren Z.oeck verseilt, neue Z.va^igs Maß­nahmen hecvorrujt u H fo, Itntt >ir Durchführung des Vertrages, zur Vorbereiruna eines neuen Zustandes der Gewalt führe., muß Wir alle aber haben eS dringend nötig, aus der ungesunden Almviphäre des Zwanges urch der Gewalt tn die b.Lantt Attno,p)äre rrniri.ftger Mitarbeit zu gebr g.n Herr Lloyd George hat gesagt, bau es nicht die Ansicht bet M.irertetl fei, Teu.iddanb zu vernichten und zu zerschlagen, daß vielmehr cf i erholtes und blü e tdes Teu.fta.la. d von lhnen als ^rjebi.igui^ i.,rer eigenen Wohl­fahrt ane 5 mut toc.be. T«ßt Worte fi den bei unS IcJIyrf en DDer'.all. Auch wir sich uns b », wußt, bau 'Teutschla-.d au( fernen Wiederaufbau icmcr zerrütte en DolkL.iirtfckmft rech, en fa n, V- lange ferne lu-her^en Gegner unter den tyolce-i der KciegSereigicki e ja leiden ha^en. Sv man auch die Schuldfrage entschci en mag, es Han bell «ich m die gemeinsame Not, die nur durch gern t liamc Anstrengungen behole i n?e - ben kann Glauben Sie mit, bafe icutidijuv be. it ist, sich mehr wie die andern anzust e.;g n Wir bitten die all irr en Mächte, uns dabei zu helfen, einen Weg u fin.en, toi. wir die gemarterten Be­träge an Sie zahlen kon cn Wi glauben, daß die Mettatan, nach ^enc.i rcir uns rer Zahlungs- Derpilkfaun en naebfonrnren tonn et, für jed S der beteiligten Länder besonders geprüft ne de r ß llten. Wahrsckreinlich werden wir in dem 5?e h.ltnis von Bezahlung und Sach- ober A taü ll i' ungrn einen anderen Weg goge.rüber Frank eich als ge- enüber England, anders gegenüber Belgien als geg.tubet Italien einsckchrgten ntüfen. Wir werd n auch au prüfen haben, nncroeit die Ford r rngen, die andere am Friedensvertrag nicht beteiligt? Mächte an uns stellen können, bei im'eccr Bar.rnbar ng mit den Alttierten zu berücksichtigen send. Ale bee Fragen bedü fen aber, um in einer praktisch art ' wendbaren Weise gelöst zu werden, der tech­nischen Durcharbeitung durch beihereits zu bestimmende Expor en. Lasstn Sie mich hoffen, daß es durch die i ifame Arbeit Vieser Ätmter

rurvvaijchen Wi tsckaRslebens g lin;ei wird, tuen .lu&ia.g aus Labyrinti, schwerster roirt- <u finden, in bi* mit al.e gemein» fam Petfli ift fmb.

Attentat auf den spanischen Ministerpräsidenten.

Madrid, 9. März. (WTB.) Ms Mi- nisterpräsident Dato gestern abend von der Kammer im Automobil nach Hause zurück- kehrte,_murden dorr einem Individuum meh­rere Schüsse -abgegeben, die Den Mi- nisterPräsidenten töteten.

jßic Politik «merikar.

London, 8 .März. (WTB ) Der Be- richterstntter desDailh Mail" in Neuhorf meldet unter dem 7. März: Ich glaube zu wissen, daß Präsident Harding endgültig die .Entsendung eines Ausschusses von sieben Mitgliedern nach London beschlossen bat, um mit den Regierungen, mit denen die Bereinigten Staaten während des Krieges assoziertt" waren, zu prüseln, unter welchen Bedingungen die amerikanische Regierung Mtch im Frieden sich ihnen anschließen könnte. Elihu Root wurde eingeladen, diesem Aus­schüsse beizutreten, und falls ec die Ein­ladung annimmt, dürste er den Vorsitz führen.

Washington, 8. März. Havas. Man erinnert sich, daß am 7. Oktober in einer Rede in Omaha Harding erklärt hatte, die amerikanischen Truppen hätten nichts in Deutschland zu hin, und sie würden nach Hause befördert, sobald der Friede mit den Vereinigten Staaten unterzeichnet sei. Heute hat der Ministerrat die Frage bc> sprachen, alle amerikanischen Truppen auS Derttschland nach Hause zu befördern. Man erwartet in politischen Kreisen, daß die Be­wegung der alliierten Truppen in Deutsch­land die Entsck-eidung der Regierung be­schleunigen wird.

Washington, 9. März. (WTB.) Das Kabinett beriet gestern über die Frage der Zürückziehung der amerikanischen streitrräfte aus Deutschland. Die hiesigen Politiker erwarten, daß das Vor­gehen der alliierten Heere den Entschluß der Regierung beschleunigen werde.

Au» dein Heicbe.

Sitzung des ReühskadinenS.

Berlin, 9. März. Wie daS ,.y t- mittei(t, wird heute abend 9 Uhr eine Sitzung des Reichskabinetts in Gegenwart des in­zwischen auS London zurückgekehrlen Reich). Minister- Di. Simons stattfinden. Bor bet großen politischen Aussprache im Reichstage werden die auswärtiaen Ausschüsse bet Rctchsrals und des Reich-tagS gehört ruerbet Die einheitliche SoaliiionSbtLrung gefcheitrrt.

Berlin, 9. März. Die fozialdernokrG tische Fraktion des pceußifchen Land­tags erörterte gestern die FraAe' der Regi» rungsblldung in Preußen und faßte cinftia> mtg folgende Entschließung: Die foAtalbem* kratische Fraktion des preußischen Landtag- ist bereit, dte alte Regierungskoa.itwn fortzu­setzen und lehntdieEinbeziehung der ID e u t scheu Volkspartei in die Re­gierung ab. Ebenso einmütig lehnt die so- z aLemokrati'ch.' Fraktion ab, irgendeine bür­gerliche Minde hetts:e^ierung zu uniecstützcn. Sie würde vielmehr eine solche mit aller g» botenen sachlichen Sckarse bekämpfen. 23tt die Blätter dazu bemerken, scheint danach also der Plan einer einhettlichen Stoa: düng im Retch und in Preußen endgültig ge­scheitert zu sein. Auch die Landtagssraktion der Demokratischen Partei tral gestern zu ihrer ersten Sitzung zusammen utw ftcllte Richtlinien für oie Behandlungen mit den anderen Fraktionen auf. Die Zen­trumsfraktion roito heule zur Frage de, Regierungsbildung Stellung nehmen.

Die hessische Beamtenbcfolöungsocrlage ist jetzt durch das Gesamtministerium bet Volkskammer vorgelegt worben und soeben im Druck erschienen. Der Entwurf enthält eine ganze Reihe Abänderungen besonderß in den Gruppetieinteilungen, eine Berich» tigung offensichtlicher Irrtümer. Der T e uo» runaszuschlag, der bisher auf 50Proz. des Grundgehaltes und des Ortszuschlags festgesetzt war, soll mit Wirkung vom 1 Ja- nuar 1921 ab, wie im Reich und anbereit Ländern für die Ortsklasse A auf 70 Proz., für B auf 67 Proz., für C auf 65 Prvz^ für D auf 60 Proz. und für E auf 55 Protz, erhöht werden. Die in den Staatsdienst über­nommenen aber noch nicht endgültig anac- stellten ehemaligen Hofbeamten sind in die neue Besoldungsordnung eingereiht. Auch die Frage der Dienstanwärter und der Dienst­wohnungen sind einer neuen Fassung unter* *oaen worden. Besondere Bestimmungen hält sich das Gesamtministerium vor.

In der Begründung wird u. a. aus- aesührt, daß das Gesetz rückwirkknde traft bis M April 1920 behalten sott. Bei dem Besoldungsgesetz kommt nur die Aeiiderun- einzelner Bestimmungen in Betracht In Der Besoldungsordnung (D^soldunaSlarif) bot bU größte Sckpvicrigkeit das Problem der soge­nannten Beförderungsstellen. Doch wurde« in dieser Hinsicht die von dem Reich ge­gebenen Richtlinien bis zu einem gewissen Grad als maßgebend anerkannt. In vielen Gruppen ist der scharfe Unterschied zwischen Lokal-, BerwaltungS- und Ministrrialdienst, wie er beim Reick-e und einem Teil der an­deren Länder besteht, nicht durchgefühn. WaS die neuen vorgefcylagenen Amtsbezeichnun­gen betrifft, so nxir eS empfehlenswert, fid) der Gleichmäßigkeit halber an die Bezeich­nungen anrufchiießen, n>ie sie im Reich scst- gesetzt wurden.

Der Finanzausschuß wird sich voraus­sichtlich schon am Dienstag mit der Dorlags befassen.

rm. Darmstadt, 8. März. Im Fi mm» auSschuß dkS Landtages mähte heute bet Staat!« piäiibcnt zu Beginn der Beratungen Mittciluns über den Abbruch her Londoner Berhan lunaen. Er ermahnte die ReMerung wie die Kammermi> gficber, in jeder Richtung die Bcsomenheil n wahren und sich nicht zu unvoriichtigen Mei- nungSäußcr!in,ien bincciften iu lassen Er verwei- auf die Pwllaination b.*4 ReichSvrL ioenien nna hält zunächst einen beionbertn Au'rus für Heiie» nicht für nolroenbig. Dann wurde In die Be- ratung tvS Be.oldungögefeseS der 3ioa:äbtaniiel e'ingctrcten.

Lin Konflitt in -rei Zeitaltern

Von B. Noelting (E. Heidt).

l. Fortsetzung. (Nachdruck verboten.)

Während der Zeit ihres VertoeilenS tm Kloster halte Gunzo bei ihren Ettern ferne Werbung vor- gebiache und als btc Jungfrau nun heirnkehrtc, fano sie bicie gleichfalls toibet sich verbündet. Trc Muller ließ nicht ab mit Bitten unb Vorstellungen, bie Doch er möge ihr ben Schmerz ni ht bereuen und sich au। ttoig von ihren Ellen, fibriben. AIS Gemahlin GunzoS sei sie der oäierlidien Burg nalK^unb fie, bie Mutter, könne b?n Trost taten, im ter ben ihr geliebte- ffntb an f irrem Lager zu leben. So stürmte alle- to.der d.S iinige Herz, ater e- bauerte boch noch Monate, bis es sich «gab unb b 5 in Burg Lindenfels eine blasse, traurige Herein einzog.

, Gunzo hatte bi- tafim feine Kreaturen malten dem Tage an aber, ta fein ko d.iärs D/lt- tOm eigen angehöre hell er ft? roic em ÄlemoD, um btt ottmmc üi fettem I.tneen zum Sch-oeigen zu brmgen, bie khn schilt, taß er cur fo frilclx- Leven at fein to?;tenbci gekelt.-t' Und IrmtrudiS t*n<ftloH ihr Herz nicht feinen Bc- mülrurgnt. Sanft unb st ll ging fte v.ets chreS SBegei, a er ihr ochriit mürbe allrnähli > rrif^ r und die Au tat verlohn tb e brnfic i Ringe A s nun gar nach einem Jahr ein liebticke I Töcüterlci ' tn ihren Armen laj, ba röteten ib aub t' re Wal gm roe^er; cii ki.lej F.eu e: i t g änjte in ihren ®jltn auf unb in daS Za .ck^.i r> Kindes mmlxc sich ihr halten Und nmn bi' Heine Alina Vater unb Mu tn x ft em Arm umschlang uni) baA blmche Haupt der Mutter

an den grauen Bart drückte, so bebte IrmtrudiS nicht jnrüd, rote sie e- MtiangS vor GunzoS Ä*ub getan, sondern ruble ohne Abneigung an der Brust von ihres ZtindeS Vater.

Aber in ihrem Herzen blieb eine Kammer vom Getriebe be- Lebens unberührt; bann hütete iie bad Andenken des Toten mit Liebe unb Schmerz. Rie kam Burcharbs Namen über ihre Lippen, dock) ledcsmal, roenn der Tag sich fährte, an bem |ic die Nachricht seine- Todes crb-tltrn, betete he tesonders lange und mbünstig, taß er bei den cngcln droben ihr verz i en möge, roai he auS Gehorsam gegen ben tauigen LaureiNuS getan i

?ln solches tachte die fungt Burgherrin, als iie von Kemenate zu Kemenate schrttl und Mr Wttcil der Ticnertnnen ntanvachte. Dieic füllten die leeren Bel en mit Kitten u.ib Sarnmetd.cken, imt« welche Leintücher von feinstem Li n:n gc- Lrriiet wurden. Tie schlve ett vom Be.Mmmel mcbcrbäitiintben Ga bi nett tourben ii bejert Fö­ten ocorbnet. In der Banletttatte legten d e Iienet Kissen auf bie langen Bänke, nachdem iie die Wand bi5 zur halben Höbe mit Trprckchen ver­kleidet bat:cn. So pran t. bie Birg Lt ftiem Sommerschmnck für den fürstlichen Gaf, der mit lefnem Öcrolac au>5 Schrot.en a:t den Rhein ziedenb auf Burg Lindenfels rasten wei te.

Nacl-dcrn alle- geordnet war, begab sich Jrm- lrudiö in ihre Sernntaie, um a.ich an fest.tb Gewand anzulcgen. Ue.er ein nettes b.a-ie? llr.t t- kttib warfen bie Oy.ütdu.'et \ brs rebite, gol - gestickte O ergeivans, ta- ng dni Lta. ö p?r um­schloß bis aus btc SlrniiL ütar to.lck«? ireüe Aermel niederwärts roalllen Tie flei. e A itta ritz einer Dienerin den auJ tarn etik-i G ün e.u e en Kranz aus der Hau»), kelterte eilig an der Mutter

hinauf,"die gedankenlos ihr nicht wehrte urb drückte ihn ihr au, das blondlockige Haar. Sie b «j auf dem Schooß der Mu ter sitzen, al- bie bt.menben Frauen bereits die Kemenate verlasfen hatten.

Irmlrudts sah durch die Fensterösfnuna hinaus in den jungen Frühling, der rrine frische Lüfte zu ihr binemfanote. UeJer das lübllche Xal hin­weg fchrotiftc ihr Blick zu den grün tmalbeten, den Hör z>mc begreiiienben Hügeln Tort timen lag die väkellicta Burß tief tm Walle, tat. An einem solchen Frühlmgsloge mar fte mit Bur- dwirb m ben Da2> getoanbert, Hanb tn Hand, unb sie hatten bi? ersten Veilchen gepflückt unb Schlüsselblumen unb weiße Anemonen! A., icti- dxm Moose wurde Rast gehalten unb bic irischen Lippen hatten sich hier mehr al- einmal gefunden in reiner feliger iRtinte!

Tie kleine A.itta streß plötzlich eht iflmmer* liche- ^Geschrei aus Trä ten der Mu:ter waren auf ihre Hänbckxn ge allen, mit be. en he am Golddrahl b?s vorn zuiefcheiü ten Slleides geznptt batte. Erschreckt trock e:e Jrmt abis btc Äugen und beruhigte bad ft mb. bas tajb roicber la dte, all die Mutter ihm ein heilere» Ge.icht zuroanbte.

Ta erklang hell de- Turmwa.ts Horn. Irm­trudiS hob da» Sh*b zur Fensteröffnung btnaui. '21n der Biegung des Deges erschien brr f.irfi* licke jug. em Gcroimmel von gefck.mückten Reitern und ,rraucn. Eine kurze Strecke nu. roaien te dem Auge sichtbar, ba-.m verschroanben sie tm kJalbe; nur hier und bart schimmerten durch da» zarte Grün bic farbigen Gewänder.

Irmtrubi» fetzte die KlN'e am tm Boden mW ging mit ihr zur Banketttalle, roo Gunzo bereit- der Gäste tanee Nicht lange, fo tannene Hajschta- auf der Zugbrücke unb ber Schlobtaf

füllte sich mit Reitenben unb Fußgänaern. i« Knappen spranyen herzu unb nahmen o c lebig« Rolfe m Smpiang. ®urr>a eilte bic Freit.evr« bmab, bte Gäste zu grütan u.ib he Li bc: Halü zu führen. FK.N flaiy.erfjr neigte sich tief ra: der schönen Frau und lispelte ein zierliches Morn* Phment. Irrnteubis ip ach ben Gruß:Daß ti Euch sehe, daran geschieht mir Lie.e rote gehabt Ihr Euch in® seid Ihr froh?" Dann drängten ext Ritter in® Frauen sich um sie, und sie hatte für leben em frtuiib.ib g ü je.:b 4 '23c L

Plötzlich verblich ihr Gesicht, iie schne am, schwankte imo fiel au» bie Steinflieen nutat ehe lemand ihr zu Hilfe eilen konnte. Gunzo ui.'B mit drei Schritten bic erschreckten Gäste u ib t.u- icm Weib roie eine Feder in ihre Kemenate, wo er stt ber Pflege ihrer ^tquo, überließ.

Als et zurückkrhtte, mit ku »en Wollen dit Leiorgt Harrenden b.ruhigend u b ,ebem iein Go- laß antoeisend, blieb er Kde^t vor einem iunge» Ritter Rehen. Xtfien Geiicktt war von bei San« tief gebräunt. Hebet baJ linke Auge und ein« Teil der Stirn legte sich eine schwarze Binde. Dunkle Locken fielen aw ben Nacken nieder. Eure tiefe Narbe zierte dir rechte Wange.

.Derr Burchard," iaetc Gu za mit durch­dringendem Blick u b aedämp ter Stemme , I<tz kann nicht sagen, datz ich mich Eurer AukcrsteistiNU tm Ties'eitS freue, ©a.5 rim Teufel bat Euch tatpeiflbrl? Seid Ihr <tt- Fechid ober Freund ui mein Hau- gesch.ichen?"

Bunhatbs Ange funtelte, mit zornigem Gnh riß er die ®fibc herab Ich mußte fic noch einmal (eben, ehe ich Euch kämpfe au: Hebe» unb Tod!" antwortete er.

(Fonscvmg Mfli-V