Nr. 288 Zweites Blatt
Gießener Anzeiger (Geiural-Anzeiger für Gbcrhcsstn) Donnerstag, 8. Dezember 192]
Vorläufiger Reichswirtschastsrat.
29 Sitzung
Berlin, 1. De* 1921
3n ber heutigen €U)ung ertlattete zunückllt Bernhard ^en B richt bei fi- nenipoli i <1<:| Ausschusses zu dem WtHorttowl Über be i Tkrfebr mit ausländilchen Zahlung-Mitteln An der kurzen Aussprache beteiligten iich Dr. Reichhard: vom Reich-mirtlchlltsminl- ftertum und Cbcrbürgcrm elfter Hünzer und Dr Krüger al- Benrrter der deutschen Ge- notzenschaftSbanken, ter für die Kredit genofsen- I4kihrn die Rechte der Danken verlangt 3n dem richlutzwoll tritt Serichterstatier Bernhard dem Antrag Krüger bet. vermag sich aber nicht für die gleiche Stellung der Sparkassen mit den Ban- fe.i oueiufprÄlxn. Die Abünderung-anträge wer- l<ii ang -nommen mit Ausnahme der Einb zichung her Spurtalfen. dem Gutachten de- ftnan^poli- kischen Lu-fchu'ses wird im übrigen zugestimmt.
0irr Beratung de- Ontttrariee zu einem Ar- !<ck-nachw i-^e etz liegen 15 Abänderungsanträge t*o . Aua ten Aussübrungett des Berichterstatter-.
r^a:s.der Erhratm geht hervor, das) der . ut; bu Monopolisierung de- Arbeitsnach- ch srxknj mll au-grivrochrn behördlichem öba* taftc bedeutet. Alle buihertgen verfchiedcnarti- .•c i ,'onn~n der Arbeitsnachweise sollen in den i-V i ?u ammeng-faftt werden
u.ch die Lu n- t i.r tci gewerblichen C U:i- ‘enrnttlur-G - > ' de' Für jeden Bezllck
itner Unten-er u ri^-nb? soll ein Arbeits-
Schwere tK-lilb.: L\;.x : Ucber den Aachweifcn Heben, pa iiuti . . Hum Mongole, t. Landrsarbeits» ämter. die ibre _i . - t.i dem Aeichsamt für Ar- bett-vermt I una |. 1\ Cer fezlalpolitlfche Aus- schust legt rite Re. von Abänderungen vor. die ein Koinprvmih zw >-i Bureaukratie und 6dbfl- Verwaltung bar'ldlct Aachdem noch u. a. Ober- bürflermeffter Borgt ankfurt a Al. im 'Barnen der slädtilchen Tel riebe sich für ein Zustandekommen bei Del-nes ausgesprochen hatte, wird die allgcmctie Aussprache geschlo sen. Rachdrm daraus sodann noch den Bericht des Ausschusses wegen der Aufhebung vorübergehender Zoll» -rlettibterungen genehmigt batte, vertagte eS sich bis morgen vormittag 11 Uhr. Schkust nach x/4 Uhr.
Hochvevralsprozeh Iagow.
Leipzig. Z. Dcg (WTB.I Der Hvchver» ratspro.zetz gegen den srüheren Berliner Polizeipräsidenten v. 3ag o to und Genossen bat heute vormittag 9 Uhr vor dem Reichsgericht unter dem Vorsitz des S n rtSpräfidenten v. Po- fargiud begonnen. Dus Derlcht-geb^ude wird polt- /ciuch schürf be vacht und der Zutrlll nur gegen besonder. AuSwrile aeftattet — Der grobe Verhandlung saal war stark besetzte el waren zahlreiche Pr.se treter erschienen Die Aislage rer- tritt Ober.rich-anwalt Dr Üsbemapct Den drei AngeNaaten v. Zagow. Freihcrrn v. Bingenheim und Stn i «tsrat Dr S.tz e!e stehen als Verteidiger fünf Recht-anwUke zur Seite.
Der V.'ri:> nde verkündet zunächst den Be- Ichlutz, die b i? n Sachen von Zagow und Wan- genheim bzw Schiele zu verbinden Die 2i- fiage laute, aus Hochverrat. Vach dem Eröss- mingSbeschlutz erschienen die Angeschuldigten verdächtig. mit Kapp und Lüllwitz innerhalb des Tea Id)en Reiches im März des vorigen Jahres e.sucht zu chuden. die Verfassung bei Deutschen RehchaS gewairsam zu ändern Zagow erklärt, er ,>abe «igAal- eieze Hmrdlung versucht, die ihm zur Üaft geatzt werde, weder als' Führer, noch als Tctlncbmer Dor dem 13. Marz 1922 handelte cS lich lediglich um efne Untomsbung zwilchen Kapp und ihm. Stapp otflacu ihm, die Leichswehr sei über die damaligen Zckstllnde entrüstet und habe lebhafte- rintenf e an einer Aenderung der D.r- Ixiltninc D.eS muffe durch Personalveränderung geschehen, und zwar in völlig loyaler 'IBeife. Kapp fragte mich, fährt Zagpw fort, ob ich bercil sei, das Amt des Mtnifter- de.- rinnern zu über- •iclnnen. Dazu crtldrte ich mich brneit Kapp tagte, ich hätte in der Preise die Ereignisse zu verfolgen. Sine Handlung wurde biS da hin vSn mir nicht verlangt Am 13. März rücken die Truppen, ohne QTibcrftanb zu finden, in Berlin ein. 'Ich fuhr mit Kapp nach der Reichskanzlei unb enunv. das) die ReickSregierung geflohen und alle Macht, wenigste ns in Pru'>n. sich bei Lütt- Witz befinde Kapp fragte mich, ob ich bereit set, üxxi Mir.iNcramt zu übernehmen 3ch war bereit DaS Kommando über öt eReichswehr lag nicht in meiner Hand RiracndS liegt eine Handlung var, durch die die Reichetxrsatzung unmittelbar ge- nxiltfam geändert werden sollte. Der Präsident gürt dem Angeklagten anheim, sich auch über
Einzelheiten zu Ludern ur_b Fragen «j
beanttoerten. De Ang-cklagt Lem.rtL, es
»et unrichrig. datz er Aiüalied einer nationalen Bereinigung gewesen sei D. Angeklagten Schtele lernte er erst am 13. Mär» kennen Auf Befragen des Präsidenten gibt 3-‘- gow zu. Vorberettungen für einen örian b.t Beamten getroffen au haben, icdoch nur unüber Dorausseyuag. dah alles aut ordnu > 6ma- htgem Wege vor sich gehe. Wit Kapp besprach er einzelne geplante Ernennungen Dal) Haftbefehle gegen Kapp und andere erlaflen waren barte er nicht, vir erwartete eine legale fl rat ton der Relchswehr und war zu btek. ät- Wartung durchaus berechtigt v 3^floto vor- • lieft einen Zettung-ariikel vom 12 März, der für seine Ausfällung sprechen soll Da.' die- Mitteilungen betreffe, die er anderen Pe« onen gemacht habe. Io habe er sich nur aU den Boten| Kapps betrachtet Der Angeklagte sch *rt de: Einzug der Truppen In Berlin und betont, da». Stapp ihm mltgcteilt habe, die Zivilgewalt »ei auf ihn übergegangen, ixe Reichsregie .:ng sei geflohen die pteuf)if4)6 Regierung feh(v .tzt und Die mllitärifche Sc walt liegt bet v Lut'.wi
Aach der Vernehmung Zagows er' ;tc ß:c Vernehmung deS Freiherr:, von ®anvn- heim Er war am 13 März nicht tn Berlin. Er sagt, er habe aus der Durchreife von Han nover von dem Ereignis gehört Kapp habe ' r aufgcfort>ert. da- preussische Landw rifä ftcrium zu übernehmen An einem Stoa!i:innA- ml::1.'rium auch mit d:r c;ualbcmofratic teil- zunehmen, wacu er d I.au t be: e t gewesen Di« poliiifchen Fragen hätten v,;; nicht ml., zfflerl Er habe nur an die VolkScrnährung gedacht Er sei überzeugt gewesen, daü Lüttwih. indem er Kapp die Aemter deS Reichskanzler- und deS ptcuf).fd)en Min, ter-
prälibentcn übertrug, tatfachlich die un
bestrittene Gewalt In den Händen hatte Der dritte Angeklagte Dr. Schiele bestreitet mit Entschiedenheit die gegen ihn erhobene Beschuldigung Vicht gegen, sondern für die Verfassung habe er ein tret en wollen. Die damaligen Zuftände seien nicht vcrfaslungsgemäh, sondern versassungswidria gewesen. Er selbst habe nicht zu den Führern des Unternehmen- Kapp-Lüttwitz gehört. DaS 8i- nährung»gebiet sei feine besondere Domäne gewesen. 3n der Mitarbeit an derartigen Gesetzentwürfen habe er ein hochverräterisches Unternehmen selbstverständlich nicht erblickt.
Die Verhandlung wurde am Aachmillag auf Donnerstag vormittag vertagt.
Aus Stadt und Land.
Gleken, den 8. Dez 1921.
Der moderne Zrfjub und der schöne ^ust.
3m Reich deS Schuhe» prophezeit man eine Umwälzung und behauptet, baf) mit dem Längerwerden der Röcke niedrige Absätze und breite Formen ^iederkehren werden Damit zugleich werde auch der dicke Knöchel zurückkehren, der infolge der al^emeincn Annahme des hohen Absatzes verloren gegangen sei Ob die Schuhform so ausgesprochen Die Gestalt des Fuhes beeinflußt, mag dahingestellt bleiben, aber jedenfalls sind Schuhmode und Fuhschönheit nicht voneinander zu trennen Man braucht nur die Fühe jener altgriechischen Göttinnen und Aymvhen zu betrachten, die uns aus den alten Bildwerken enter cqen treten, um rrftt QDcbmut sestzustellen. wie sehr daS moderne Sch uh werk die Form de» FrauenfuheS entstellt und tobe eine natürliche Art der Fußbekleidung die freie und ästhetisch gute Entfaltung de» Fuhe» begünstigt Der kurze Steckelschuh deS Rokoko mit seinen riesigen Absätzen bat den Frauen deS 18 Hährhunderts nicht mehr geschadet alS der lange, schmale, spitz zu- lauftnbc Schuh, den die neueste amerikanische Blöde in die Fuhbelleidung brachte. Aoch heute kann man bei arabischen Frauen, die breite Schuhe mit mittelhohen Absätzen tragen, erkennen, wie kbr eine normale Gestalt deS Schuhes Aur Schön- yeit des FuheS beiträgt, während jede übertriebene Form zu hässlichen Deformationen führt. Den idealen Fuh findet man beul wohl noch am ehesten in Japan, wo die Mode den Damen völlige Freiheit in der Fuhbelleidung läfjt. soweit die Schauen au6 dem Lande des Mikado sich nicht oollstänVia der europäischen Mode verschrieben haben fxr faudalenähnltche Schuh, der zur Valionallrachl der Oopancrin gehört, gestaltet dem Fuh die nngezwungenste Bewegung und ermöglicht dadurch Fühe von einer Sbenrnäbig- leli und Feinheit der Durchbildung, wie wir sie bei unS schmerzlich vermiffe». Menn Bei uns die Dame7i Darauf verzichten würden, ihr* Fähe kleiner erscheinen zu lassen, indem sie sie in enge Schuhe preisen, bann wäre schon viel gctwmn®.
Die Französin beHäuptel ja, die deutfche und ebenso btc cnzlt'chc Frau hätten deshalb viel gröbere 5ahe, well sie zu md Bier tränken Mag man nun diesem unheilvollen Ernsluh de- Bier- genuise» auf den Fuh auch zweifelnd gegenüber- stehen, so scheint e» doch richtig au <cm >af) Frauen in Xkinlänbcrn zartere und Aierlichere Tute habe: al» Damen in Gegenden, in denen ba..p'.'achlia) Bier getrunken wird 3rk»enfalls ioll'.e die Dame bei der Auswahl ihrer Schuhe die Form ihres Fuhes fehr sorgfältig in Erwägung ziehen und nicht ihre indwiduellen Glied- mavrn m tr i en deine von der Mode vvrgefchrte- bene Rormaltorm einpressen
,e DelhnachtSbitte Dir erhalten folgende Zu'chrift Mieder nabt die üDechnachtszeiti wiede: komme:: die Dethvachtsbitten iuch die unter, riwar ist eS ja in die em ,tzahre bei den • icttperDäll.it'len tast unmögltch. ÜBethnachtsfren- ts.n zu machen. aber wir wollen doch, auch wenn eS noch Io ichwer tfl. und die Preise fast uner- k trtaglid) ’inb, uniert armen Epileptischen und Krüppelkinder nicht ohne ändere V>elhnachtSsreude lassen. DaS wird un» möglich lern, wenn u:i c.c Fre ndt. wie in fruheitn Jab- ten. so auch die-mal wieder unZ die Hände füllen. Und datum bitten wir hiermit aufs herzlichste. IDarme Herzen machen offene Hände! — Für leben Beitrag, der am besten auf Postscheckkonto Ar. 4992 An st a l 1 für Epileptische In Aieder-Ram stabt de.mPLsticheckam.t Frankfun eingezahlt wird, sagen wir Im voraus herz- liaJk.T Dank. Des teuren Portos wegm bitten rtr, von bc'onbercn EmpfanaSbe^tätigungen ab- lehe'n zu dürfen. Aieber-Ram stabt, Im Dezember 1921 Weimar, Pfarrer.
— V o r s I ch t, g es ä 1 s ch t e Briesmarke n! 3:t Köln a Rh sinb 891 Bogen gefällch'.et Drufmc.-tcn, Im ganzen also 89 100 Stück zu 60Ps bclchla.'. 'abmt worben. Die Fälschungen sinb auf dem V>i bet* Steindrucks hergestellt worden. Anscheinend . urbe ein Markenbild graviert vervlel- fältigt'a:.d tanu zu einem Bogen zusammengestellt. Die Do!-.e" rollen sich leiLt. so baf) angenommen werden tauf), dah der Druck aus bereits gummiertes Papier c.folgte. Die Hauptunterschiede gegenüber btn echten Marken sinb eine gröbere Höhe und eine geringere Breite ber Dogen, weine re Färbung deS Papiers. Fehlen bes WasterzcichenS. stärkere Oummicrung, wei ere und vielfach an den Ecken unregelmähige Zähne.
•• VZelterveräuherungSbeschei- ntgunqcn für 1 922. Die Gültigkeitsdauer Der Dc terveräufjerungSbefchein gungen deS § 22 deS llmfatzsteuergeletzeS Ist auf da- lausende Kalenderjahr beschränkt Damit verlieren alle derart ausgestellten Bescheinigungen mit Miaus deS 31. Dezember 1921 ihre Gültigkeit Den In Betracht kommenden Lurussteuerpsllchtlgen wird da- her mit Bezug auf §201 Ms 2 der Ausführung-- Bestimmungen zum llmsatzsteuergesetz In ihrem eigenen Interesse dringend geraten, ihre Sr- r.cuerunqflanträge auf Ausstellung einer Bescheinig ng für das Kalenderjahr 1922 beschleunigt bei dem zuständigen Finanzamt (llmsatz- fteueramt) einzureichen.
•• DIe Oberhessische Gesellschaft für Aatur- und Heilkunde veranstaltete im groben Horsaal der Uniocrlluit eine akademische Feier zur Erinnerung an den 100. Geburtstag von Hestnboltz. Prvs<llor Dürker erläuterte den Cin lull, den Helmholtz auf die Entwicklung der VmneSphnfiologie genommen hatte, indem er die biS dahin mehr spekulative Art der Betrachtung durch physikalische Meßmethoden er- gurqtc. Gerade seine beiden großen Werke, die Physiologische Optik und die Lehre von den Donempsindungen. bekunden in anschaulicher Weife, welche- Mast von Arbeit Helmholtz den beiden höh t reu ©innen gewidmet hat. — Sodann wies Prvstlfor Engel nach, warum auch die Dathematller Helmholtz zu den 3hren rechnen. Helmholtz verstand cd. sich für feine theoretischen iln erfud',ungen die notnxmbigc Mathemaiik stets seldst zu schaffen, und übte so auch auf die eraktc B-ath-matit einen nicht geringen Gtnfluh aus Prvscstor p. A r wertete Helmholtz ali Philosoph und füpric aus. wie er sich von der Hegel-Ccdellingschcn Aamrvhilosopbic abwandte und auf Kant znrückgr.ff, wie aber doch fchliestllch I feine Erfahrung und Anschauung als eralter Aarurwissenfchaftler ihn in vielen Einzelheiten wieder von Kant hinwegführte. Zum Schlust schilderte Geheimrat König Helmholtz' Wirken auf seinem ureigensten Gebiet, der Physik. Dcr Redner zeigte, dah bei seinen vielseitigen Ar- ! eiten Helmholtz in der Hauptsache Physiker ae- 1 lieben wai. und wie kaum ein Gebiet Der iPhyfll zu finden ist. das Ihm nicht grvste Fortschritte verdankt Herr König vermochte auch auS eigener Eriahrung vom geistigen Leben In Helmholtz' 3nftitut zu erzählen und von den wert
vollen Anregungen, bte dieser Fürst Im Reiche der Gedanken feinen Schülern gab
'• D ie Oittgruppe Oiehen ber D echnitchen Rvtyif - brim Re chsminlste- riwm des Innern teetan’ia.K'te im G.r» «n Hdt> laa! der t/a: des-llniver^ität ihre b.c/malige Wirier-AN g iederveria.n m g ik einen g : :n Be uch cuHr.e*. und za .'llarmer und F ^.uen aller Terme und Stande, wie ftc sich im Dienst«
Rothllf« »uamn.e ge'u tk-n iat»m, erfchier« waren Raepdem ?«. Crt*gruppK-ntubrtr. 3ngt- nrnir I b t e 1. nach tu. sei etn.eiten den Wor ea die ericheenenen M>tK»e>er und QV) le und b.e Berireter der B horde-i bogrd'U hatte, hielt ber ■
nikten □iotoille. Her. Haeg< 1 h (Ra M . das Hauptreferat deS AdenbS In dem er sich zunächst über die Zwecke und diele ber Crgamfalion verbreitete und anschlie'»end Ihr W.rk n b l den ver- schi-derart g<!e , G lege: he ten f: i berte worüber aleichzeltia eine gröstere An iah. dabei an Ort und Stelle ausgenommener Licht'llber gezellt wurde. Sie bnKbicn den G'.n^atz der Rotd lü? wr Air- Heilung, u a. geiegenllich der ö:.Lejun) von GlektrizItätS- und Wasferwerten, bu ch die ber geknn:en Bevölkeru ig unermeßlicher Ö txrben z i- gefuQt werde-.: kann, weiter ihre Htlleiei tung bei landwirtschaftlichen S reikS, bet tkmen and infaUt bet ächt Iche Me gen Den Jlab.-ung.'mlit l t bet Allgemeinheit verloren regaitgen wätvn, dann aber auch m Fällen höherer Gewalt, z B bei Movrbränben u a. m. 3n1erestant n»:r habet die Seit Heilung, datz die Dechnilche 2lo Hilfe mehr und mehr auch in solchen .Rrel’cn ?lnHanger ge» totnnt, die diele Organisation vorher al» Gea- ner bekämpfen zu massen glaubten, und tu nun auch hier das Wohl der Volks.mmeinfchaft, die reine Votstanbstätlgkelt, beim mir um diese allein kann cS sich handeln, hhher gestellt wird alber brutale 3'rte testen kämpf. 3n Cem darauf» folgenden Refeiat b<r Frau Retzlaf, (Giestens uurfce eingehend Nirauf hingewfe'en, buh Im Rahmen der Qlrtpilfe auch fai die weib.ichen Mitglieder eine so recht dein wahren De'en der Frau cnifpiedienbe Tätigkeit tx-nttwr i i, und es tour e hier besonders die geleistete segeu-oeiche Hilfeleistung. Pllegc in Krank nh.ufern über die lchvn zahlreiche B»'ifp«rie ttori eflc.i, etiäh t eine allgemeine Au. sprach« vorgesehen war. konnte aus Anfragen auS bet Vme amnllung bin kurz über d.e bei einem etwaigen Einlay erforderliche and geregelte Versorgung der Rot Heller mll Arbeüs- kleidung und Derpflegung und ihre ang.mcstene Entschädigung Auskunft gegeben werken. 3n feinem Schlußwort w.e- der Ort-gr>ippenfübrer noch darauf hin, datz der .lebenswichtige Bo» trieb“ zunächst zwar ein etwas umstrittener Begriff gewesen ist, dessen Grenzen aber soweit gezogen lein müssen, als es sich um die rein menschlichen 3nkrelfen dcr Allgemeinhe t und die Er- Ixrltung der Grundlagen unserer wirtschaftlichen VoikSeristeri- handelt Er bewnte, datz die ganzen dieSdezüglick>en Okr baltr.il, e ».ewlstei-matzen txn dieser höheren □Tart.’ betrachtet werden muhten, und datz in unterem heutigen Industriestaat gerade die werktätige Bevollerung da- grfthie rin* tereile daran hatte, datz das t-u^d) ten Krieg und seine Folgen erschütterte Wlrtsä>lll-l«bcn vor neuen schädlichen Wirren brtDubrt bleibt. Der vch,utz Hang In den Wunsch au», datz ein Eingreifen der Kochnischen ‘Jlotbilfe bald nicht mehr nötig fein möge, well dies das sicherste Anzeichen einer innerlichen Gesundung unserer wiristixMlichei' Berlältnisle bebuten to r?e. Bis dabin mutz Öiefe Crgantfation aber, nicht gegen, sondern mit. und im Sinne der toerhätigtn Be- vrlferung. für ein etwaiges O.ngr.-tfen geritf!« I leiben, und hierdurch, uwmit allrin sch.>n v.el- lcich! eine übereilte Stillegung lebenswichtiger Betrieb? verhütet werden taim, ist ihre Daseinsberechtigung zunächst «roch voll erivicsen. — Die Geschäftsräume der Ortsgruppe, btc zu jeder Auskunft gern bereit ist, befinden sich Ost-Anlage 11II
Hrcis Büdingen.
h WenlngS. 6. Dez. Unsere beiden Rach barvrtfch2fte' B i n d f a ch I e n und Kefenrod Ichieden mit dem 1. do. Mts. aus dem Be- stellbezirk Büdingen aus und werden von hier auS bestellt da die Fahrposten Äcfcnrob- Düdingen und Bindfachsen Büdingen an bleiern Dage eingestellt tmirben.
ttreis Lchotten.
tz. Gedern, 6. De^ Vielfachen Wünichrm entsprechend, totrb 2er,rer 2111 dahier einen ö te- nograpdie-Kursus (Swlze-Schrey) ah- baltcn. Die Hebungen sollen Dienstagabende von b—10 ilbi im Schulhaule flattlinbrn Dell- nehmer Bnnen sich bei dem Obengenannten sowie bei W. Rulstüann melden.
tz. Ober-Seemen 6. Dez. Auch in unserem Rachbardorie 2ichenroth wurde am Mittwoch daS elektrische 2lcht eingeschaltet, ebenso In Dolkartshatn am Dortgen Freitag
Spuren im Schnee.
Roman von Sven Glveftad.
Ermächtigte Ueberfcgung.
7. Forifetckng. (Rachdruck Perboten.)
.Sehr richtig," sagte er. .Unb eS matz ungefähr am diele Stunde gewesen sein.-
Ein leichtes Zittern lief durch den Äbrpei des ApotdekerS.
.3ch will dir etwas tagen,' fing er an, .3ch habe die ganz.' Zeit her über dirie Sache nachgedacht, und ich kann nicht finden, datz ich mir einen Vorwurf zu machen habe,"
,W«m es dir von irgendeinem Wert ist, will ich dir sagen, datz ich ganz derselben Tlcmung bin." antwortete der Kapitän mit ungewöhnliL warmem Ton in der Stimme. .Du hast dir nichts por;utoerfen, du hast nur deine Pflicht getan. Fühlst du denn Gewissenstx.fle?"
.Rein. Gewistensb.f'e nicht. 3ch habe meine Gefühle in diesen Tagen genau erforscht. SS sind nicht GewisfenSdllf«. Die kann ich ja auch gar nicht haben. SS ist Unruhe.“
.Wrrüber?"
.Erinnerst du dich an die Geschichte mit dem Telephon?"
3atoobL wie es ankllngelte. Das war ein fond'rdareS Zusammentreffen Aber dergleichen kommt ja häufig vor“
Ter Kcch-.tän sprach zwar mit anscheinend (rietet und unbefangener Stimme, aber sein 2L:gcn wichen scheu de» fiteren Blicken des anderen aus.
,Zch habe heute verbucht, dich anzulauten.
<ubr der Aprl.tzeker fori. .Ader dein Telephon gibt keine Antwort.“
.SS ist nicht ganz in Ordnung." sagte der Kapitän und fuhr sich mit der Hand über die Stirne. aiS wolle er einen unerquicklichen G - danken verscheuchen. Rach einer Welle fragte er .Bist du darum in Unruhe gewesen? Mir geht eS ganz gut."
.Rein. daS hat mich nicht tn Unruhe verletzt.“ antwortete der Apotheker beinahe geistesabwesend. .Etwas anderes macht mich ängflltch Etwas, das ich nur nicht erklären kann "
Bride schwiegen längere Fell. Der Apotheker trommelte mit den Fingern auf ber Tllch- rlatic und sah sehr aachdenkllch aus Endlich »egte er:
.Er ist noch immer nicht gefunden toorben."
5es Kapitäns 2brttocr. zeigte, datz Iw beide an dasselbe gedacht hatten
.ES Hal in den letzte» Zagen gestürmt,“ tagte er. _
Ilach einer Weile tagte der ^p :brier
.SrimTerst du dich an den Abend, wo der Pottor dort drautzen tn ber Dunkrihell verborgen stand?“
.Ha, du hast mir nachher erzählt, datz es der Doktor war. der dvautze» stand “
Damals habe ich ihn zum letztenmal gr- -eben,“ fuhr der Apotheker fort, der aus die Be- mcitung des andern nicht geachtet Halle. .AIS er nachher zu mir hereinkam, war er in sonderbar erregter Stimmung. Er war halb verwirrt. >>etzt verstehe ich ja, datz er damals schon mit brm per- ; ocifcltat Plan umging. Hand an sich zu legen. Aber er machte mir keine Verwürfe, daS versichere
ich dir. ter sagte kein einziges Wort des Tor- tourt», Im Gegenteil.'
,3m Gegenteil?" tagte ber Kabllän fragend und lachte bitter auf.
.Ha. er gab mir vollständig recht rich toeitz rwch tocrtlicb, waS er sagte. .Sie tun nur 3hre Pflicht, Herr 2Lpottr!er,‘ sagte er. Aber dann fügte er Die Bemerkung hinzu, datz es nichts Snt- letzlichcres gebe, als in e-.ner wichtigen Stunde 'eines Lebens mll dem Kopse gegen Die grauenhafte, unverrückbare Wand der Plltchttreue zu ramen. Lieber Freund, ich kann sein Gesicht in jenem Augenblick niemals verpesten, unb auch nicht die mageren, ztttemden Hände, In denen er es zu verbergen suchte.“
.3ch ocrik be das lehr gut" sagte et. .Die haben rocht und ich habe unrecht. Aber ich bade
das Ung lud. das ganze entsetzliche llnglüd zu tragen, daS so gar nicht ins Gewicht fällt gegen Rocht und Dcre-chrigkeit“
Der Ap-theker schaute starr fetre Hand an.
.Weshalb betrachtest du deine Hand so auf- merksam f" fragte der Kapitän
.rich meine, ich fühle noch immer den Grtfs des IlnglückUchen um -nein Handgelenk," cnitoor- trte der Apotheker. .ES ist gerade, als spürt« ich immer noch die Kälte feiner Singer auf meiner Haut
.Hat er dich angesatzr?“
.Er briam zürn Dch'.^tz einen höchst unheimlichen Anfall. Seine Augen funkelten wie die eine» Verrückten, und leine Stimme wurde heller und undeullich. Er drohte mir sogar. .Rehmen Sie sich m acht!' rief er Sie find überhaupt kein Mensch!' WaS. ich bin kein Mensch?' ragte ich. .Teini schrie er. .Sie sind nichts al« b*
Gerechtigkeit Unb Ich. ich bin auch kein Mensch' .Wie. aud) Sie sind letn Mensch?' fragte ich verwundert und möglichst freundlich, um ihn zu beruhigen. .Rein, ich bin nichts mehr als das Unglück,' behauptete er. Und la war eS. datz er meme Hände ergriff, unb flüsternd, alS ob er mir ein grvtzes Ocbcimni« an».rt raue, fuhr er fort .Aber Las Unglück wird etncs «LageB die Gerechtigkeit urrbrtngen, Herr Apotheker.' .Wlck- llch? sagte tch. ,Ha.' erwtderte er. .DaS Unglück wird einet Images die Gerechttgkell morden Und das wird geschehen in einer finstern Rächt, einer "Rächt voll Träne», Hammer und Verzweiflung Da wird das Unglück ber Gerechtigkeit einen Dolch ins Herz stotzen und fie töten rich weist genau, wie etri solches Herz getroffen werde» mutz Das darf ni-cht mit rfr.em "Iketten starke» Metzer geCkben, Dai von den Ttr.rxf.en auf gehalten wird. Rein, eine biegsame und spitzige Klinge mutz es sein, und die mutz hier treffen, hier!'“
.Wo?" fragte der Kap tän. der nervös unb peinlich berührt dreiem Bericht gejaufcht hall». Da deutete ^er Apotheker auf feine Brust.
.Er fuhr mit der Hand gegen meine Brust, hierher." erzählte er.
.Unb flieh zu?“ fragte der Kapitän erregt und deutete auf des andern Herz
.3a, aber er hatte keine Waffe, verstehst du. Daraus wurde er wieder elloaS ge'atzter. Aber ehe er ging, sagte er noch einmal zu mir: .3ch bin srrh. datz Sie mir diele Frist gegönnt haben, und ich bin Ihnen sehr dankbar tafär. Aber ich wollte, ich wäre tot Darm käme ich rineS RachtO .zu ribnen und legte Ihnen eine eiskalte Hand aufs Defichl.' Unb nachdem er das gesagt hart^ ging er." l Fortsetzung folgt)


