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Dienstag, 8 llovemver 1921

Gießener Anzeiger (Senral-Anzeiger für GberWen)

Sweltez Blatt

Nr. 252

jter von ber

(Nachdruck verboten.)

ran

82. Fortsetzung

bdamu werden.

ich. au«

zu verdeutlichen.

feft, bah bie amerila- ber Dölkerbund- als Dorfiyenber beS

hingen e n'ch'agen toirb. diele Möglichkeiten näher Zu allererst steht eS

nischen Delegierten sich

fint ®ro' vater auch!'

Christoph Wär ahn gestand sich im Stillen ein, baf> bad für rgifc Menschen, bet denen ein Freier um die Tochter anfragte, eine sehr üble Lage lein muhte. Ze t war nicht rnchr um den

.Himmelkreuzbonnerwetter. bin ich denn ba schuld oder ihr?"

.Du allein . .

,Ach waS. lab mich gefälligst ausreden l Nicht du allein trägst die Schuld! Was hast du ___meinem Henner gemacht? Einen Schlapp­stiefel. der nur noch einen Wunsch hat. abend« hinter eine gute Flasche zu kommen! Din ich dazwischen gefahren? Ich dächte nicht! Heute tut mir das leid! Da muht ich notgedrungen

bem bah der allgemeine Dang der Ereignisse in den nächsten paar Hahren ein? dieser drei Rich- wollen wir versuchen.

Idee zuneigen Lodge SenatSkom t e^ für auSwäriige Ange'e e'hci en, war verantwortlich für die nach ihm genannte

sein!"

_Un« hast du ein freie- Leben verbaut« Hätten wir keine Kinder, würden wir uns schließ- llch zuf.ie>en geben. Ich wenigstens hänge m t jkrfiänb.tis an meiner Tochter Ihretwegen sich ich hier und wehr mich unserer Haut« Ser soll bad Leden nicht verbaut werden!"

.Ach. so . ich tange an zu verstehen! Ton diesem Herrn von Holtenau bist du vvrgeschickt worden, sollst einmal anpochen. waS die Gretel eigentlich in die Ehe mitbringen wird!"

Maria lachte schrill. eS tlang verächtlich.

.Olein. Herr von Holtenau hat mir keinerlei Auftrag gegeben. So weit lind die Dinge über­haupt noch nicht gediehen, und werden'S vielleicht nie! . Was sollten wir dem Otegicrungd- asselsor denn antworten, wenn er um Gretel an­halten würde? Erlauben Sie, wir müssen erst den Herrn Cctonomicrat fragen, ob Sie dem willkommen sind, oder vielleich bemühen ö.e sich selbst zu ihm. wir. die Eltern, haben hier über­haupt nichts zu tagen, und auf dem Vermögen

nichts ift unwahrschnn'icher. all bah die Da I zw schon bie c i Mog ich* tcn 'o ort beul wer­den wird. Diel waoricheinücher iit ei, bah man zu folgenden haibweg.' ton.reten Abmachungen kommen wred einige uw i Here S-ritte in Rtch- tung auf einen Vertritt ju.n Vöckeround b.irficn umemommen inerbcn; man toreb eine ©euere internationale Konferenz anberaumen, um ein Gesetz de Srekr eg.-f hrunz $u loDifi leren bie Dvlitik der Offener Tur in Edina wird neuer- dinzS stabilisiert und einige nicht sehr erheo.iche Einschränkungen der Stiftungen werden verab­redet werden

D.e Äonfcren) vermag mit dem besten Di'len nicht viel mehr, als die gegenwärtigen Emp­findungen und Absichten der v.rtr tonen Ta io.tcn zu rcguiriercn. I^re gröhte Bebeutung liegt in den Anzerch-'n. bie dort für die künftige Gestal­tung der Well sichtbar werden dürften.

Amerika leisten in ihrer gedankenlosen linier fiufung uee fraaV'h ch n ba* Unglaub-

Schwer auf die Handflächen gestützt, erhob sich der Oettmomlerat

.Untere Auseinandersetzung dreht Nch rm Kreise herum. Kindl G.H letzt, und überdenke in Ruhe, was ich dir getagt! Wie ich handle, ist gründlich durchdacht. WaS ich tue, halte ich für meine Pflicht! 11 nb dankbar ward ich euch beim letzten Atemzuge noch lein, wenn ich die Gewih- heit mit ins ZensellS nehmen tonnte: WaS ich im harten Kampfe errungen, die nach mir tonvnen, werden es zu verteidigen wissen! . . Und nur muh ich tn den Stall, es ist Futterzeit f

MariaS Stimme hatte laut, oft kreischend durch- HauS geschallt. Und wenn Ehriftoph Wär- hahn erregt wurde, redete er lang tarn und laut, in vollem Basse, daS drang erst recht durch die Türen Vein Sohn hatte sich au8 dem Staube gemacht Er mibgöimte Maria nicht einmal die­len Neinfall. Denn ihre Dorwärfe ständig an- zu hören, war wahrlich kein Vergnügen. Gretel weinte in einer ®le und hielt sich für da» un­glücklichste Geschöpf auf Go'teS weiter Welt, die Mamsell jagte das Küchenmädchen in den Melk­stall. die hatte nicht zuzuhören. HanS, der Bru­der Leichtsinn, bekam es aber mit der Angst zu hm. War denn die Mutter von Gott und aller Welt verlassen? Führte hi re ein Geben, tote es ein bequemeres überhaupt nicht geben körnte und war nicht einmal mit ihrem Schicksal zufrieden. Wenn Großvater doch die Gedlld rlh, und er trieb die Eltern zum Hanta h.nauS, ja. axi« wurde dann auS ihm? Fi^l ihm ja gar m v ein, mit abzumarschieren! O it feinem Züschenrr Oagbabenteuer war er sich darüber klar geworden, bah die Vorsicht doch aller WeiSH-it Anfang war Allo Grohvater ein dihchen um den Bart gegangen I ...

lFortsetzung folgt)

Der Schuh im Blut

Roman von Horst Dodemer.

Deutscher Reichstag.

Berlin, 7. Nov. 1921.

Präsident Lobe eröffnet bie Sitzung de- äuTr?rfl schwach fr.Kb*.en Hauses erst gegen halb 2 Ich mit l.e!ää t ichcn Wit ei.u g n

Auf der Tagesordnung steht die 'Beratung deS B anntweimnonopol« bi Verbindung mit den Steuergcsetzen

Auf Vorschlag bet Ael lest en rate- soll eine deutschnationale Interpellation über den Stand ber Valuta mit der D.ramng ve^cknüpst werden.

Abg Sdier von Braun (D.u'lla-nall.) be­gründet die Interpellation und verlangt eine (S.Ldrung der Regie ung, waS sie zu tun gedenkt, um aus cem gegenwärtigen Dilemma herauszu­kommen.

Abg. B r a u n - Franken (Soz.) kritisiert die Rede beS Finanzministers, die eine allgemeine Enttäuschung gewesen sei. Es fehle auch an je er Spur eine« Programms und die geradezu bei- spicllise Bescheidenheit des Ministers schreie zum Himmel. Aufgabe d-eS Reichstages sei es. ein Programm zu schassen, wenn eS die Regierung nicht könne. Wenn die Industrie sich gegen ein Eingreifen sträube, so müsse es Sache deS Reichs­tags fein, ihr solche Eingriffe plausibel zu machen, sonst müsse sie sich den Vorwurf der Gewissen­losigkeit gefallen lassen. Der Redner hält es für möglich die Mark wenigstens zu stabilisieren. Mit den biäbcriccn Methoden sei aber das Pro- 6lem nicht zu losen. Energische Singrisfe in den privaten KapilalbZitz seien nötig. Der Minister habe dazu bisher nicht den Mut gesunden. Möge er doch die Bande zerreiben, die da- Privat- kapital um ihn geschlungen hat. Das Privat­kapital müsse tn viel höherem Mähe zu den Kosten

bunb eine endgültige ift Das britische Reich würde bei Böl.eround b eler Trtplea liance vvr- oe ojen haben Es batte in Grey e.nen warmen Bef. rwvrter des k r undgedan en al> Bo - schaster nach den Verein, zten dta-irea geschickt, damit dieser bie amerikanischen Emvände be­schwichtigte. England hat alle möglichen An- fitengungen gemacht, um In biesen A rgrlegen- heiten den anierrlanifchen D n ch.m nachru- kommen Aber nach der bekannten Rede des amerikanischen Bollchastcr« in London konnten die Engländer nicht gil ihre Bemühungen in der alten Richtung fort seien Daher der neue Vorschlag, der alle Probleme, wie sie Hughes in der Einladung zu dieser Konferenz ausgezahU bat, milerfaht Er wurde mit einem 5d>tr- strich die Ursache aller Rivalitäten zur Sec zw.schen den oertragsch ieh.mden Par eien aus­heben. Wenn ihnen bie Herrschaft über die Meere schergestellt wäre, so brauchte keine einen Uebetfall au f echten und fo könnten bie Heere auf ein Minimum von Po'.ijeillreitkräften redu­ziert werden. In Bezug auf den Fernen Osten würben wabrschen ich die vorwiegen, en Sonberintcrefsen Janins in Oftaflen anerkannt, aber die Grenzen Eh naS und Sibiriens bei- behalten werden ©uh w rtlchrftli he Nlöglich- (eiten wären allen drei Teilen sichergestellt.

Die Aussichten drr Washingtoner Hcn'erenz.

Don ArthurBullard - Reicher?.

(F P. S) .Prophe estin i H die am weni^stB entfchuldb-ire Form met'ch chm Ir tumi" und leber Versuch e ner genauen Vorau sa ,e über ten 2usgan r bet Wa'hinitoner Konferenz wür^e lächerlich lein E» besteben jedoch - nach den D.Skussionen vor Be;ini ber Konferenz zu sch i - h^n drei gro1'. Mög'ichkeiten Völkerbund, eng!isch-ameri'an fch jipan llche» D n'nl« und Wiblingen Sobald man jede dieser Möglich- feiten Kar und de »tlich umrtihl. wird ihre Ber- wirklichung fraglich, denn in der Regel kommen solche Kvnserei en nicht zu einbettigen uib a'- sckgliehende r Er e n f en D'.e großen Si.sche - düngen in der Politik sinb nicht so eiisach. bah sie von beute auf morgen sich ereign-ten

3n>t ie los werden einige for na'e Do umente «nterzeich -ei w reden. bi- mau uns u 'e e i < ibt ober auch nicht# bie mit Daten und Unter- schriften verkeilen sind, aber sie werden nicht entfernt so w ch'.ig sein alS bie QI iffaHungm, bie die Delegierten mit nach Hause bringen und Ihren Völkern unterbreiten werben Und da fragt es sich, werden sie nachher ein*« beS an­keren Mot.tta und Interessen besser vergeben ober mehr noch unb auf eine gefährlichere Delle «Ihverftehen?

Der fünft gt Histor ker wird bei einem Rück­blick auf dielen Geschi ht a'ofchnltt ben formellen Dokum mten ger n ze Beachtung schenken Es wird schreiben ba b im britten Jahrzehnt des 2D. AahrhunbertS sch na ch ber Dash n stoner Kon­ferenz mehr und mehr ein 3*1 bemerkbar ge­macht hätte, ber sch'iehlich die Vereinigte i Staa­ten in ben Völkerbund geführt hätte, vielleicht aber auch bah ein allgemeiner D drhand be­standen hätte gegen internationale Abmachun­gen und bah in bellen Folge sich ein Kampf um die Macht entwickelt hätte ^wischrn einer «ngllfch-amcrikan sch japanischen Grupre auf der einen und einer lateinifch llavl'ch-germani'chen Gruppe auf der anderen Seite Und bann bleibt noch bie dritte Möglichkeit, bah nämlich, ent­täuscht durch daS V-rlagen der Qvafhingtoner Konferenz, das amerikanisch? Volk alles Ver­trauen zu feiner Internationalen Zulammen­arbeit verloren und sich In die Isolierung zu» üdgeiogen hätte, die nur durch verstärkte Rü­stungen aufrecht'uerhalten gewesen fei.

In der Erkenntnis, bah über keine ber drei furz anqebe.iteten A t rnat Den auf ber Konferenz klar und deutlich entschieden werden wird, son-

alle Hoffnung auf meine beiden Enkelkinder letzen. Erinnere dich bitte an die Entrüstung, die d.ch überkam. alS ich Hans die wohlverdienten Prügel verletzte. Ein Eingriff in deine Rechte wäre eS, tag*tcfl bu mir. Ich sah daS ein. Acht ich aus meine Rechte, muh ich die anderer erst recht achten und wenn ich auch sah. mein Fleisch und Blut wurde in meinen Enkelkinbrrn ver­pfuscht! Ich durfte mich da nicht reinmischen, wenn chr's nicht baden wolltet l QKct il ihr. daS ift mir ost nicht bitter schwergefallen? Da hab ich mich doppelt fest aut meinen v.ssel hier am Schreibtisch gesetzt, die Fäuste auf der Tischplatte geballt, wie ick-s jetzt tue - und darüber nach- gcdacht. wie ich das. was ich au»gebaut, im <^q>weihe meines Qlngesichts und unter E..Tagun­gen, nicht nur erhalten, sondern meinen Aach- Icmmen zur Lebensfreude hi terlalsen kann. Und da soll ich euch die Macht übergeben, nachdem ich gesehen, wie unfähig ihr seid. Gretel und HanS zu erziehen? Nein, em so cher Narr bin ich nicht! Und mag'd noch toller kommen, so­lange wie ich noch hier an diesem Schreibtisch xagt nru. ...uUK, -----------v*. sitzen und durch den Ha^b^chengang laufen kann

Kern der Sache herumzureden, letzt muhte Farbe - bleib ich der Herr! D.w ernzig^ Mara^ ber übe. Geld und Gut zu entscheiden hatl Der

DölkerbundS-Re'olution, die mit einer An abl von Vorbehalten den Vertrag von Versailles ratifizieren sollte. Prinzipiell war er wenig­stens damals bem Völkerbund nicht abgeneigt. Senator Unberwood. ber Führer der demokra­tischen Minorität, stimmte für die Vorbehalt- lose Okatifizieruna. Rovt hat feil langem die 3bee de» Völkerbunds unterstützt und besonder- dem internationalen Gerichtshof feine Beachtung geschenkt Mr Hughes hat das Dahlman fest der für den Völkerbund eintretenben Republikaner unter-eichnet, bie die Wählerschaft aufforderten, für Harding zu stimmen alS daS fichrrste Mittel, die Vereinigten Staaten in den Völkerbund hin­einzubekommen ES ist nicht ganz ausgeschlossen, bah bie Washingtoner Konferenz ein Okilplcl dafür liefern wird, welche Vorteile eventuell die Zugehörigkeit zum Völkerbund für die 'Ber­einigten Staaten mit sich bringen kann. Ha, eS ist sogar möglich bah sie sich aufentangle- mentS" ('Verwicklungen) ein'assen werden, um die territoriale Integrität Chinas sicherzustellen. In der Praxis ber Diplomatie wäre eS eine Neuheit, bah eine grohe internationale Konferenz ba u bienen sollte, die amerikanischen Senatoren für ben Völkerbund zu gew nnen. aber die Minister- prälbenten werden getolh überzeugt fein, ihre Zeit nützlich angewendet zu haben, wenn in Washington die- Ergebnis erlle't werden würde

5>tc einzige andere Möglichkeit, die Rüstun­gen zu beschränken, beruht in bem von Lloyd George ausgehenden Vorschlag für en eng- lischamerikanisch-japanisches V nd- niS. Dieses Angebot wäre wohl kaum gemacht worden, wenn such England nicht zu ber Schluss­folgerung gezwungen gesehen hätte, bah die Ab­sage ber Vereinigten Staaten an den Völker-

,Wer sich lächerlich macht, ist selbst daran schuld! Und ich sag dir« ein für alle Mal: ba« Heft geb ich hier nicht au« den Händen, so lange ich lebe! Und warum ich « nicht tue, dar­über wird llch eine so kluge Frau wie bu klar

so nebenbei mit erledigt. Wir verlangen al« Reichskanzler einen ganzen Mann, ebenso wie für jeden Minis'.erposten Der Redner geht so­dann auf den Steuerentwurf ein und tagt: Ich habe fest gestellt, bah ba« Defizit 1S2 Milliarden beträgt. Unsere eigenen inneren Bedürfnisse ver­langen 104 Milliarden Im Jahre. Dazu kommen noch die Reparationen mit 74 Milliarden. Mit den Geha't le höhurgrn. we ch.' be.'orstehen. müs­sen wir aber mit inneren Ausgaben von 120 bl« 130 Milliarden rechnen, ohne die Reparationen, unb werden schon hieraus ein Defizit von etwa 30 Milliarden haben. Wenn wir die Tk-amten- fchaft nicht auf da« Matz des Allernotwendigsten beschränken können wir ben Reich«wagen nicht aus bem Sumpfe de« Bankerott« herauSziehen, selbst toerm die Entente auf alle Forderungen ver­zichtet Für diese« Hahr verlangen d.e Repara'Io­nen 77 Milliarden Für 1922 berechnet ber Mi­nister bereits 90 Milliarden Der Minister rechnet aber mit einem Dvllarkur« von 84. Heute steht er über 300. Nun kommen noch die BetayungS- kosten mit 1.6 Mllliarben Gvldmark hinzu. Ich hoffe, bah die Regierung endlich einmal diesem Skandal ein Ende macht Datz die Regie­rung dagegen nicht« tut, mache ich ihr zum Dor- tourf. Der ganze Etat macht 255 Milliarden an Reparationen au«. Die Anregung Rathenau«. an die Stelle der Goldlieserung Sachleistungen treten zu lassen, war gut. Aber diese« Programm hat er umbiegen lassen und ich bebaure nur, bah er nicht hier ist, um vor bem Hause sich zu verant­worten. Wir protestieren, bah da« Wiesbadener Abkommen zustande gekommen ist. ohne vorher den Reichstag zu befragen. (Zustimmung.) Don dem Abkommen mit Polen über den Kohlenerport übet Antwerpen zum Inlandspreis hat der Auswär­tige AuSfchuh keine Kenntnis gehabt. Da« Wies­badener Abkommen ist eine Verletzung der Wei­marer Verfassung. Finanziell wird ba« Reichs- bubget durch das Abkommen um noch rund 30 Milliarden verschlechtert S lbst bei mäh gftcr Ver­anlagung dürften sich die Gesamtausgaben auf 400 Milliarden im Jahre stellen. Da« bedeutet

Solch ein BundniS, ba) die drei dominieren­den Mächte in drei Weltteilen zusammensatzt. würde wahrscheinlich ben We.t,rieben aif eine ©encrat oi und darüber hinaus sicher teilen Die vom Krieg schwer mitgenommenen europäischen Länder hätten auf viele Jahre hina i« feine Möglichkeit, gegen den Druck einer lo chen Mach c- Gruppierung erfolgreich Widerstand zu leisten. SS ist nicht unbedingt gesagt, bah solch ein Mächtekvnzern sich al« ein so schlimmes ilebel erweisen würbe, wie die Länber. bie ihm nicht angehören, erwarten mögen. Dre Pak romana. der Friede be« römischen Reiches in der Zeit feiner gröhten Ausdehnung, hat trotz seiner Här­ten und Tyranneien die Siche der Zivilisation gefordert: und solch ein B ndnis könnte eine auf­geklärtere Politik treiben al« die römischen- faren Es föente im ganzen und groben den Schwachen unter den Völkern, vornehmlich den (56 ne ei unb Sibiriern, Berechtig eit wi c fahren lassen Indessen wurde da« memanb von ihm voraussetzen als höchstens Engländer. Japaner und Amerikaner. Hedem anderen m hte ein sol­ches Bündnis alS ein neuer P an für bie Er­langung ber Weltherrschaft er'che nen Unb man weih nur zu gut, bah ber Vergiftung, die von einer solchen Machtfulle auSgeht, kaum je ein Volk hat widerstehen können.

Aber abgesehen auch davon, wie weit solch ein BünbniS wünsek?2Nswert sein kann, i't es doch sehr fraglich, ob die amerikanischen Delegierten die zum Abfchluh nötige Zustimmung seit-ns der Voik^>vertrrtun,'. er'ate i w reden D.e Wrlt Ixit kürzlich erst erfahren müssen, bah Verpflichtun­gen, bie amerikanische Bevollmächtigte selbst Die höchsten eingegangen sind, kaum daS Papier wert sind, auf bem sie niedergeschrieben wur­den, wenn sie nicht die Billigung des Senats finden. Andere Völker werden kaum einen sv wichtigen Schritt wie die Einschränkung der Rü­stungen auf daS blobe Wort amerikanischer Di­plomaten hin unternehmen. Sie werben wün­schen, bah eine solche Zusage seitens ber ber­einigten Staaten Signatur unb Siegel bes Se­nat« trägt. Selbst wenn Hughes entscheiden würde, bah durch solch ein BünbniS die amerika­nischen Interessen am besten toalre.enommen w re­den, so bestünde noch grober Zweifel, ob er zwei Drittel bet Senats dazu gewinnen konnte, e« <,u billigen. Manch? Senatoren w reden sich einem Bündnisvertrag mit England ober Hagan auch dann noch widersetzen, wenn durch ihn nur Ein­steins Re!alivitäte,geseye sicherte (eilt werden soll­ten. Es ist nicht allzuschwer, sich das Gebrüll de« übertriebenen Traditionalismus vorzustellen, da« in der Halle des Senats widerlllngen würde, wenn ein Staatssekretär solch einen Dorsch'ag oorzubrinaen unternähme. HedensallS böte der Versuch, den Senat zum Beitritt zum Volker- bunb zu bewegen, dem Staatssekretär viel ge­ringere Schwierigkeit, al« vor ihm ein amerlta- nisch-englisch-japanisches Bündnis zu vertreten.

Die dritte Möglichkeit, das Miblingen ber Konferenz, wäre ein sehr schönerer Schlag ES würde letzten Endes eine offene Feindseligkeit gegenüber Eng'and und Japan unb eine unvermeidliche Der chürfun z des Wet'- rüstens bedeuten. E n völlige» Feh.sch azen bi b Isolierung vor allem für Amerika unb weitere Rüstungen für alle Teile.

Nun kommen Konferenzen selten zu solch deutlichen Sntsche.bungen DSlker'und. Bündnis, Miblingen - alle drei sinb Möglichkeiten. Aoer

Und über einen so heiklen Punkt kam man wohl am schnellsten hinweg, wenn man grob wurde.

Notwendigkeit drei E. a u g i-cr Sachwerte vor» büngt. zcugr von günzlich r U.ieuntaU und Vev« fc.mung ic. Tat a^en Die 2iogi rung sollte aber nid); lo me.'Ja i r verschr.-lle u..i> 2Lt? bau. gen ertasten, bie doch kein Mensch bepulten kann. Eine Anordnung bebt bie andere auf, unb so kam schlicstlich mch .ine einzi >. S: ucr ^ur Ver­anlagung lommcn. H ei wäre ei e ®e.iet~lrdt>rm am Plale Wir tot U.n Le. -Ceji.-ning k ine un­nötigen Schwicrigkei.'en in den Weg le .en. Auch une erf<V-tnt die Ztabillsterung der 22iarf al« daS toünfd.-en«tocrtclic Ziel Aber wir sind da­gegen. die leyien Rlltbestände u derer Reich b,rnk an dieses Eiperiment zu wa.,en Wenn dte Re- parationskvmmission u.t« bte Repara'i nSzablun- gen eine Zeit lang stunden würde, tonnten wir unsere Inneren Schwierigkeiten in Orbnunfl bringen.

AeichStoirtschaltSmirister Robert Schmidt'. Wir wollen unieren guten Willen bei ber Er­füllung de» Ultimatums zeigen. Mcht haben wir auch bei feiner Annahme nicht versprechen können. Wenn bie Entente damals das Ruhr­gebiet belent bitte, stünden wir beute auch vor dem industriellen Zusammenbruch Wir müssen die Ausfuhr fördern Aber auch darin sind wir durch bie Entente beschränkt. Ungeheure Men- Scn französischer Luffusar ikel toreben einge übrl. n weder u ir tin en run de; ra zöfi ch n i htm- Pagner unb Kognak und pfeifen am Die Repara­tionen oder wir erschweren den Zugang zu den Wein- und Likörstuben. Hier treffen wir frei­lich auf DerständniStofigkett. Wir wollen einen Gesetzentwurf einbringen, ber ba« freie Spiel in ben Devifen einschränkt und bie mastlose Speku­lation eincngL Ö5 ist verstänblich. bah Kauf­leute Devisen zurückhalten, um Rohstoffe kaufen zu können Aber wir müsten vielleicht doch an ba« Ausland berantreten. damit diese« hilft, bie von Deutschen Im Ausland deponierten De- tifen herauSzuholen Für eine Anleihe im AuS- lande sind Deri>mblungen mit der Industrie gepflogen worden, bie aber zu keinem Resultat gesührt haben. Bleibt der Dollar auf der jetzigen Höhe, so sehe ich sehr schwarz, auch für die innerpolitische Lage.

Abg Dr. Helfserich (Deutschnll.): ES ist bezeichnend für unsere Derbältnif'e. bah der Reichstag in ti.fer eigenartig n finanziellen Lage sich einem Minister gegenüb r befindet, der seinen Posten nur im Nebenberufe autübt Wir sind ja solche Zustände gewöhnt. Speziell der Reichs­kanzler hat ja bisher da« Finanzministerium mit verwaltet, genau so wie er jetzt da« Auswärtige

beränge?,ogen werden.

Abg. Herold (Ztr.) sieht keine Teran- lassung. von vornherein dem jetzigen Finanz- 1 minister mit Mihtrauen zu begegnen. Die Rede ' machte direkt den Eindruck, als solle sie eine Aufforderung an Frankreich fein, seine Forde- ' rungen rücksichtslos einzutreiben. (Zustimmung I rechts und im Zentrum.) Redner nimmt sodann ben Minister gegen den Dorwurf zu grober De- scheidenheit bei ber Besteuerung beS Besitze« in Schutz Man sollte nicht immer jede« Gesetz für sich allein ansehen, sondern ihre ganze Summe. Redner warnt vor dem Essperiment, die Ertrag«- werte als Grundlage für bie Besteuerung treten au lassen. Für eine gesunde Steuerentwicklung sei Kontinuität erforderlich. Die Umsatzsteuer gebe ebenso Aniah zu Bedenken wie alle übrigen Steuern. Man dürfe schliehlich die Industrie auch nicht mit Steuern ertränken, ba sie bie Zahlung der Reparationen möglich mache. Redner hofft, bah die Parteien sich schliehlich alle Hinter die Regierung stellen werden, auch die Partei, deren Redner vorhin abseits stand. (Bravo.)

Abg. Bohn (Bayr. Dolksp.) bedauert, bah die Regierung nicht den Mut habe, ber Entente einmal offen über unsere Verhältnisse Ausschluß zu geben. Die Steuervorlage sei jedenfalls ein Beweis dafür, bah wir am Ende unserer Kraft ständen. Um so schlimmer sei eS, bah auch jetzt noch die innere Zerrissenheit nicht verschwinden wolle Wir mühten unS selber Helsen. Das wollc nun bie Steuervorlage bewirken. Auch wir sind bet Ansicht, bah ber AuSschuh hier noch viel Arbeit haben wirb.

Abg. Dietrich- Baden (Dem.) sieht die ein­zige Schuld in unserer Finanzmisere in ber Re- Parationslast Solange die Entente daher an ihrer Forderung fest hält, muh sie auch die Der- anttoortung für unseren Zusammenbruch tragen. Dazu kommt die zunehmende Arbeitslosigkeit im AuSlande. Auch daran trägt die Ententepolitik bie Schall» Bei dieser Schuld muh namentlich angesichts der Entscheidung über Oberfchlesien un­tere Agitation eingesetzt werden. England und sich da« Recht vvrbehält wenn e« fein muh, sein eigen Fleisch und Blut au« dem Hause zu treiben! Aber so feige und fo gemein werb ich hoffentlich niemals werden!"

Maria suchte nach Worten unb fand sie nicht. Aber ihr- Mann sollte nicht recht behalten. Sie wollte ihm zeigen, bah sie die Kraft hatte, ihren Willen durchzufetzen. Und fühlte doch ihre ganze Ohnmacht. Jetzt stärker al« je! Da« machte sie rasend.

,3a, waS sollen wir dann rwch hier?"

.Geht doch, cht fremde« Brot, verhungern lab ich euch sowie fo nicht!"

.Du hast eben noch gesagt, so feige unb so gemein würbest bu hoffentlich nie fein, un« au« dem Haufe zu jagen!"

Marie schrie et. MU ben Händen fuchtelte sie durch bie Luft.

.Bin ich auch nicht! Zwischen freiwillig gehen unb hinaus jagen ist ein grober Unterschied!"

,O. bu bist schlau! Legst e« daraus an. un« hier das Leben so zu »reoittem. bah wir von allein gehen, und wäscht dir dann die Hände in Unschuld!"

.Dein. Maria, das liegt mir fern! Da mühte einer schon sehr gerissen sein und bat bin ich nie gewesen! Nur auf« gute Rechnen habe ich mich verstanden unb die nötigen Kenntnls,e for meinen Berus habe ich mir ageeignet, unb Debuld hab ich auch immer gehabt. v.Ues lange ertoegen und bann doch noch verworfen, so kommt man vorwärts! In Ehren vorwärts! Und was ich dir aerobe jemals Böse« getan, bat möchte ich wissen! Sag mir'« doch! Hast du Recht, verspreche ich Abhilfe. Besserung!"

Herrgott, hast bu un« denn jemal« den Kops frei gegeben Y DaS ist « ja gerade, daher, rührte unser Unglückk^ »