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Zrettag, 8. Juli 1921

Gietzener Anzeiger ^General-Anzeiger sSr Vberhessen)

Zweiter Blatt

ft. 157

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Schluß 4.45 Uhr

Hessische Volkskammer

ftubenten muh verbitternd auf andere Volkskreise' wirken. Schon Fichte hat bas betont. Das Recht gemeinen Schi

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(Nachdruck verboten.)

Fvrtfetzung.

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genommen.

werden können,

den Stellen und ankiers und der

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Berichterstatter sind die Abgg. Dietrich lDern.), Dr. Gilde meist er (D. Vpt.), Cols» Horn (Welfe) und Dr. C u r t i u s (D. O3pL). Ein Antrag Gildemeister (D. Vpt.) ersucht die Regierung um Vorschlgäe über den Ersah der­jenigen im Kriege an Schiffsraum entstandenen Schäden, die im Auslandsschädengeseh nicht ge­regelt sind. Ein Antrag C u r t i u s (D. Vpt.) will auch dem Rechtsnachfolger des Geschädigten Ansprüche zugestehen. Außerdem liegt eine Reihe von Resolutionen des Ausschusses vor auf Be­schleunigung der Durchführung der Gesetze und entsprechende Ausgestaltung desReichswirlschafts-

AgneS (USP.) ihre gestrigen Anträge auf Cr- höhung der Unterstützungen.

Abg. Frau Schröder (Soz.): 3m Ausschuß I hätten die Unabhängigen ausdrücklich erklärt, sic hätten keine weiteren Anträge zu stellen, um das Zustandekommen der Bortage nicht zu ver­zögern. Run komme Frau Agnes mit ihren An­trägen. Was hätten unter diesen Umständen Aus» fchuhberatungen für eine Zweck. Der Antrag ge­hört vor den 6. Ausschuh.

Präsident Lobe stellt fest, dah bislang noch gar keine neuen Anträge eingegangen sind. Die gestrigen Anträge seien an den Ausschuh überwie- fen worden.

Abg. Frau Wurm (USP.) nimmt die ge-1 strigon Anträge wieder aus. Mit der Ausschuh- beratwng fei so viel Zeit vergangen, dah in der Zwischenzeit sehr wohl Berbesserungsanträge mög­lich geworden seien. Der Segen unserer Borschläge wird ja anerkannt. Warum sollen sie denn an Formfragcn scheitern'«

Abg. Frau T e u s ch (Ztr.) tritt für die Aus- ßchuhbeschlüsfe ein und stimmt den Ausführungen von Frau Schröder zu. Was wir beschließen, muh auch geleistet werden.

Die Abstimmung wird einstweilen ausgesetzt, da die Anträge Agnes noch nicht vorliegen.

hoffen. Die gerügten Ruhestörungen, besonders in den Samstagnächten, sollte man nicht so tra-

toirb wohl nie heiraten. Sv sind dem Fürsten von fünf Kindern nur zwei gesunde geblieben Anneliese, die jüngste, und RainerS älterer Bru­der Rüdiger, der künftige Majoratsherr."

Sie stand aus.

QU>er genug geschwatzt, kleine Dv! Run geh' ein bißchen in den Park hinab und amüsiere dich mit deinen Blumen und Vögeln, ich habe zu arbeiten."

Do entfernte sich gehorsam.

Der Park, einst von kunstvoller Hand angelegt von einem verschwenderischen Rotherstein. der Monrepos seinerzeit mit großem Aufwand zu einem prachtvollen Herrensitz ausgestaltet hatte, war nun arg verwiDert und vernachlässigt, tote das Bauwerk, das er umschloh. Stück um Stück hatten die Rachkommen von dem großen Grund­besitz weg verkauft, und als es der jetzige Be­sitzer, Achim von Rotherstein, als Alterssitz be­zog, bestand es nur mehr aus Schloß, Part und einem Heinen Meierhos, der verpachtet war.

Außer ihm und seiner Enkelin Dorothee wohn­ten nur Frau Wenk und 'des Grafen Kammer­diener im Schloß, die sich redlich in alle Arbeit zu teilen hatten. Aber zwei Menschen zur Er­haltung eines Schlosses und eines Parkes von acht Joch genügten eben nicht, und so hatten Sonne, Wind und Regen ihr Werk an Monrepos getan. Der alte Bau strotzte von unausgebesser­ten Schäden, und im Park wuchs seit Jahrzehn­ten alles zu einer malerischen Wildnis zusammen, in der nur Do so recht eigentllch Bescheid wußte.

3hr Großvater, der gichtieidend war und nur an selten schönen Tagen das Freie aufsuchte,

läge von 35 Mk.

Die Ausführungsbestimmungen zum 'Besol­dungsgesetz werden gemäß dem Ausschuhantrag genehmigt.

Die Anträge über die Gleichstellung der Frau in der Justiz werden bis zum Herbst zurückgestellt. Sonst noch auf der Tages­ordnung stehende Ausschußberichte und Petitio­nen werden debattelos angenommen.

Damit ist die Tagesordnung erledigt

Rächste Sitzung Dienstag, den 6. September, nachmittags 3 Mßr.

die ilnwerfttäten. Man muß daS Thema auch mal von dieser Grundlage aus prüfen.

dazu kommen, eine Demokratisierung des Hoch­schulwesens zu fordern. Der Forderung der mi- bedingten Selbstverwaltung der Universitäten darf entgegengehalten werden, daß die Universitäten Staatsanstalten sind, für die der Staat viele Mil­lionen ausgibt. Ein Einsluß aus die Verwaltung der Universitäten ist darum eine moralisch durch­aus gerechtfertigte Forderung des Staates

Abg. Frau Hattemer (Ztr.l möchte eben­falls anerkennen, daß heute die Studenten fleißig arbeiten und Rot und ©ntbebrungen nicht scheuen. Geistige Werte, die in solchen Mühen erworben werden, lassen das Beste von der Zukunft er-

schäft betr. die Erwerbslosenfürsorge.

Abg. Plettner (K.): Die Arbeitslosigkeit kann nur durch den Sturz des kapitalistischen Systems beseitigt tperden.

Abg. D i ß m a n n (11.) weist auf die Rotlage der deutschen Werftarbeiter hin. Man habe den Reedern 12 Milliarden in den Rachen geworfen, diese hätten sich aber Schiffe im Ausland dafür gekauft, statt sie in der Heimat bauen zu lassen. Die Vermittlungsallion im Werftarbeiterstreik sei an dem Widerstand der Reeder gescheitert.

Reichsarbeitsminister Braun betont, daß der Schiedsspruch von Elbing von den Reedern 1 nicht anerkannt worden sei. Die Regierung werde

Überhäufung.

Es folgt die Diätenvorlage der Reichstagsmitglieder, die debattelos in allen drei Gelungen angenommen toirb. Einige Abänderungsanträge sind ^irüdgezogen worden. Demgemäß erhalten die Abgeordneten, die in

Das Haus beschließt sodann, die Genehmigung zur Strafverfolgung der Abgg. H ö l -

Die Rothersteins.

Roman von Erich Eben st ein. Copyright 1919 by Greiner & Comp., Berlin XV 30.

lein (Komm.) und Körner (Deutschnat.) wegen Beleidigung nicht zu geben.

Es folgt die gemeinsame Beratung der Gesetze über Derdrängungsschäden, Kolo- nialschäden und Auslandsschaben. Hierzu liegt ein Antrag Fleischer (Ztr.) vor. Reichsangehörigen, deren Eigentum auf der Fahrt durch den polnischen Korridor widerrechtlich be­schlagnahmt wurde, auf Antrag eine vorläufige Entschädigung aus Reichsmitteln zu gewähren, die im Falle eines Einganges eines Ersatzes durch Polen an das Reich zurückzuzahlen ist.

Die erste Vorlage bezieht sich auf diejenigen Deutschen, die aus den verlorenen Gebieten in Elsaß-Lothringen und im Osten ver­drängt worden sind. Verbunden mit der Vorlage I ist eine Entschädigungsordnung, durch welche die I Organisation und das Verfahren der Behörden geregelt toirb, welche die Entschädigungen und I Vergütungen für Schäden aus Anlaß des Krieges und des Friedensschlusses zu bewilligen haben. Hierzu gehört außerdem Ersatz der Aufwendungen für rechtswidrige Verurteilung, Verhaftung, Internierung, Verhinderung der Ausfuhr, und Ausreise, der Ersah für Gewaltakte, Brand, I Plünderung und Erpressung, sowie der Ersah für Verlust des Ertoerbseinkommens, für verlorene und beschädigte Sachen und eine Pauschsumme als I Ersah für den "Verlust der- Existenz. Der Ersah I beziffert sich für alle drei Gesetze auf 18 Mil­liarden Mark.

nochmals den Versuch machen, tun «ne Einigung herbeizuführen. Sollte dies nicht gelingen, fo werde die Regierung daran denken, den Schieds­spruch für bindend zu erklären.

Es entspinnt sich darauf eine Debatte zwischen den Unabhängigen und den Stommuniften, die ich einander nortMtfen, im Ausschuß die Inter­essen der Arbeiter nicht genügend vertreten zu haben. Schließlich entschuldigt der kommunistische Abg. Eckhardt das Fernbleiben der Kommu- nisten von den Ausschußberatungen mit ArbeitS-

scheidung über Oberschlesien fallen werde. Er hofft, daß sie auf Grund des Rechtes erfolge, das uns die Abstimmung in die Hand gegeben habe.

richtigen Ort und zu gegebener Zeit in der a 11 e r- schärfsten Weise geschehen wird. (Bravo. Unruhe.) Herr Präsident Strecker sollte sich keiner Täuschung darüber hingeben, daß er auch in seinen eigenen Reihen (der Demokratie), sehr starke Gegner habe, und wir sehen dem Wahl­kampf mit Zuversicht entgegen.

3a. Und die Grafenegger RothersteinS ge­hörten einst wohl zu den reichsten Kavalleren des Landes. Aber es hat viele Verschwender unter ihnen gegeben, und Grafenegg ist längst nicht mehr, waS es war. Der Familienfonds schmolz zusammen, es zehren zu viele daran, und dein Großvater, der ja überhaupt nur der Seitenlinie angehört, bezieht nur eine sehr bescheidene Apa­nage von seinem Vetter."

Das ist Fürst Ubald aus Drasenegg, nicht wahr?"

Frau Wenk nickte.

Als Chef der Hauptlinie führt er den Fürsten titel und ist Majoratsherr aus Grasenegg Aber wie gesagt, gar so dick haben sie's drüben auch nicht mehr, meine ich. Der Fürst hatte btci Unglück mit seinen Kindern."

.Zu diesen gehört doch auch Gras Rainer, nicht? Der einmal mit seiner Frau hier war? Er hintte, glaube ich."

»Ja. Rainer ist der jüngste der Söhne. Er behielt nach einem Sturz vom Pferde ein steifes Dein, mußte den Dienst quittieren und liegt mit Frau und drei Kindern dem Fürsten nun aus der Tasche in Grafenegg. Ubald, der älteste Bruder, verunglückte auf einer Automobiltour. Herta, die ältere der beiden Töchter, ist verwachsen und

10 0. Sitzung.

Darmstadt, 6. Juli.

und Klematis, durch das nur ein ganz schmaler Pfad führte, und das jetzt in voller Blüte stand.

Jenseits der Mauer llef die Landsttaße. Dv wußte nut, daß sie weit, weit hinaus ins Land führte an Dörfern und Städten vorüber, also in die .weite Welt", wohin sie all die mleressanten wunderlichen Dinge verlegte, von denen sie an Regentagen in der alten verstaubten Bibltothet von Monrepos, um die sich niemand sonst küm­merte, gelesen hatte.

Aber auf dieser Landstraße kamen doch Leute vorüber: Dauern mit ihren Fuhrwerken, wan­dernde Krämer, Fußgänger und Reiter, und im Herbst, wenn drüben im Jagdschloß des "Barons Sewinget die großen Jagden stattfanden, sogar Equipagen und Autos mit vornehmen Damen und Kavalleren, deren mutmaßliche Schicksale DvS Phantasie oft tagelang beschäftigten.

Heute freilich lag die Landsttaße öde und flau big zwischen ihren kümmerlichen Obstbäum­chen. Es war Huni und keine Zagdsaison. Da­für blühten die Heckenrosen in verschwenderischer Fülle, und in der wundervollen Stille ringsum war ein geheimnisvolles Summen von all den Dienen. Hummeln und Goldkäfern, die geschäftig umherschwirrten.

Do hatte sich behaglich in ihre ausg «polsterte Dresche gelegt, knabberte Haselnüsse, von denen sie hier immer einen Vorrat hatte, und blinzelt» schläfrig nach einer kleinen grünen Eidechse hin, die siePrinzessin Amaranth" getauft hatte und die sich ihr gegenüber an der Mauerkante sonnte.

(Fortsetzung folgt)

des auszueeben- ifgelegten Betrag

5/, Stückzinsen. , Juli und dem bereits bezahlten gestellt.

Präsident Strecker: Meine Abrechnung galt vor allem der Pressefehde gegen mich, di« nichts weniger als aufbauend ist.

Abg. 11 r ft a b t (Dem.): Ich will namenS meiner Fraktion nur erklären, daß wir die Schul­politik Dr. Streckers durchaus billigen.

Abg. Kaul (Soz.) gibt eine ähnliche Er­klärung namens der Sozialdemokratie ab. DaS Kapitel wird genehmigt.

Zum Kap. 66, Landes-ErnährungS- amt. führt Abg. Drauer (Hess. Vp.) De. schwerde darüber, daß Hessen bei der Getreide- Umlage stärker herangezogen wird als "Baden und Württemberg, und kritisiert dann weiter die Geschäftsführuna des Landes-Emährunos- amtes. dem die Landwirtschaft ni$t mehr in der Lage ist, Verttauen entgegenzubringen.

Abg. Dr. Schlinger (Hess. Vp.): Die Sozialdemottatie scheint endlich einzusehen, daß das Vaterland nicht durch Sozialisierung gerettet

jugenbring Sieben. -

B&SS" Mrchenabend sjjr Aeltere.

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Abg. Reiber erstattet kurzen Schlußbericht, in dem er Erledigterklärung der Vorstellungen beantragt. Er bemängelt dann die schnelle Rele­gierung des Studenten Falckenstein.

Präsident Dr. 6 t red er: "Sic Allen über diese Relegierung find noch nicht abgeschlossen. Ich behalte mir Prüfung und Entscheidung vor.

Damit schließt die Debatte. Die Abstimmung" über das Kapitel wird ausgesetzt. Eine ganze Anzahl weiterer Kapitel wird nach den Ausschuß- anträgen erledigt.

Abg. Brauer (Hess. Vp.): Auch wir be­dauern, daß Präsident Stteder beim Kapitel Denkmalspflege Gelegenheit zu den scharfen An­griffen auch gegen unsere Partei gab. Wir wer­den zu gegebener Zeit darauf zurüdkommen.

Tagesordnung: Steuervorlagen.

Der Präsident erbittet Vollmacht für sich, eventuell das Haus früher einberufen zu dürfen. Er erinnert daran, daß in diese Zeit die E n t -

Hammelsprunges. 137 Abgeordnete stimmen für die Streichung, während 126 Abgeordnete ZÄgegen stimmen.

3n der ausgesetzten Abstimmung über den Gesetzentwurf, betreffenb Wochenhilfe und Wochenfürsorge, wird der Ausschußent­wurf unter Ablehnung der Anträge der Unab­hängigen angenommen.

Der Gesetzentwurf über das Reichswirt- schaftsgericht, eingebracht von dem Abg. Dr. C u r t i u s (D. Dpt.) wird dem Rechtsaus­schuß überwiesen.

Abo. Brandes (U.) berichtet über die Verhandlungen des Ausschusses für Volkswirt-

Präsident Dr. ©treder: Wir stehen am Schluß der Abstimmung über den Etat des Bil- dungsamtes. Ich muß dazu noch einiges Grund­sätzliches sagen: Mit Genugtuung kann ich kon­statieren, daß die Qlngriffe in der Presse hier nicht ihr Echo gefunden haben. Es scheint also, daß die Abgeordneten der Opposition diese Haltung ihrer Presse nicht teilen. Ich begrüße c« also mit Genugtuung, daß man über den ganzen P resseklatsch hinweggehen kann und hoffe, daß das auch im kommenden Wahlkampf der Fall fein wird. Aus ein Kapitel dieses Presse- klatsches muß ich jedoch noch zurüdkommen In

, ... .... ,im einem Darmstädter rechts stehenden Blatte ist

Die heutige Rachmittagssitzung wurde.um dncm Wormser Lehrer der schwere Vorwurf ge- 3,15 Uhr durch den dritten Präsidenten Reh mQ(^t toDrbcn cr sich aufStreckers Spuren" eröffnet . in feindlichen Sold begeben habe. DaS ist nicht

Präsident Dr. ©treder. 2lu$ icß crfenne k , ber fragliche Lehrer hat durchaus im Sinne gerne an, daß die Mehrzahl der Studentenschaft Schulministeriums gehandelt Wenn man heute besonders fleißig arbeitet; andererseits muß mich kämpft, so soll man doch ehrlich sagen, man allerlei ihrem Lebensalter zugute halttn. g)rum man ba$$ lut und soll meinen Pazifismus Der plötzliche Uebergang der schulmaßigen ®e-1..* als vaterlandslos bezeichnen Mein Pazi» bundenheit zur akademischen Freiheit wirke er- m nickst der Tagores, der mehr auf Völker- zieherisch ungesund. Um einen gewißen U e be r - l c r j" n u führt, ich stehe auf dem Boden g a n g zu schäften, werden wir schon m der oberen Q3ÖIter rechts. Zum Schluß erörtert der Klasse der höheren Schulen den Schulern eine Webner bjc erreichten und unerreichten Ziele der gewisse Freiheit belassen müssen. Sicher ist aber Schulabteilung und dankt allen Mitarbeitern, be- auch, daß eine Minderheit der Studentenschaft fonbcrg Herrn Ministerialrat Bach, Oberschulrat sich ungehörig benimmt und eine große Summe r» unb &er gesamten Volksschullehrerschaft, für unnötige Genußmittel ausgibt, trotz der Wirt- bi(? cact geschlossen hinter dem Schulministerium schastlichen Rvtlage. Es bleibt zu hoffen, daß

die heutigen Ausführungen der verschiedenen ^sann (D. Dpt ): Der Herr Prä-

Redner auf fruchtbaren Boden fallen mögen. Das fU>nt bat bcim Kapitel Denkmalspflege für vielfach herausfordernde Auftreten der Couleur- Qrt- gehalten, schärfste Angriffs- und Verteidi. ftubenten muß verbitternd auf andere Vollskrefte g^ngsreden zu halten, die höchstens zu einer wirken. Schon Fichte hat das betont. Das Recht allgemeinen Schuldebatte hätten angebracht wer» auf Feudalismus wird ohne Grund betont. Das fönnen. Er ist in keiner Weise auf die sach- Duell als spezielles Vorrecht der Studenten ver- [id)en ©^nbe der Bekämpfung seiner Schulpolitik werfe ich; die Mensur steht auf einem anderen eingegangen. Gr kann versichert sein, daß unserer- Blatte. Immerhin bedeuten die studentischen AuS- . bie weitere Bekämpfung seiner Politik am schüsse einen Fortschritt. Die Fühlung mit dem - e ---11

Volke fehlt immer noch, sie muß wieder ge­funden werden. Der letzte Rest von Feudalismus, von einer Sonderstellung der Studenten, muß verschwinden. Der Student muß auch mit dem Sozialismus sich abfinden lernen. FiÄher hatte die Freiheit der Wissenschaft sehr scharfe Grenzen. Rach dem Jahre 1918 war eine Veränderung möglich, in der der Verkehr mit Sozialisten als gegen die guten Sitten verstoßend bezeichnet wurde. Diese Unfreiheit des früheren Regimes mußte überwunden werden. Dinge, wie der Anti- semttismus, die Boykottierung der republikanischen Fahne usw., müssen bekämpft werden. Hier müß­ten die Leitungen der Universitäten schärfer durch­greifen. Die Jugend muß zu einer größeren Achtung vor der geltenden Staatsform erzogen! werden. Das gilt für jede zu Recht bestehende Verfassung. Eingehend bespricht der Redner dann den Fall Salden ft ein in Gießen und verliest die Begründung des gemilderten Be­rufungsurteils. Dieser Fall beweist sicher keine große Geistigkeit oder vornehme Gesinnung der Beteiligten. Was die Freiheit der Wissenschaft anlangt, so liegen die Dinge doch so, daß wir diese absolute Freiheit noch gar nicht haben, sondern sie erst schaffen müssen. Die Universi­täten sind ein getreues Spiegelbild der Umwelt. Wir brauchen die Hochschulen heute, um der Frei­heit noch weitere Türen zu öffnen. Gleichberech­tigung der Demokratie und des Sozialismus muß erstrebt werden. Der Fall ist denkbar, daß ein­mal der Staat der Hort der Freiheit ist, nicht

ging nie weiter alS bis auf den leidlich instand gehaltenen KieSplatz hinter dem HauS, wo, von Hainbuchen im Halbkreis umgeben, eine Garnitur alter Gartenmöbel stand.

Dort faß er jetzt auch mit dem Rüden gegen die Rachmittagssonne und las feine Zeitung. Do konnte sein scharfes, aristokrattsches Profil, das sich in fahler Blässe vom grünen Hintergrund abhob, deutlich erkennen. Sie warf einen scheuen Blick hinüber, schlug sich dann vorsichtig in 'die Büsche und drang tiefer in die Wildnis ein.

Hier hatte sich ihre Phantasie eine eigene Welt geschaffen. Sie kannte alle Vogelnester, alle Blumen, alle Schlupfwinkel der Eidechsen, Feld­mäuse und Eichkätzchen, denen sie Romen ge­geben und Schicksale angedichtet hatte, und mit denen sie sprach, wie mit vertrauten Freunden.

Ohne diese Beziehungen zur Ratur wäre ihr Leben sehr einsam gewesen. Denn außer den Leuten im Dorf, dem Pfarrer und dessen Schwester. Fräulein Andermatt, tonnte sie fast feine Men­schen.

IhreHaupttesidenz" aber, wo sie am liebsten weilte, war ein Plätzchen an der Außenmauer des Parkes, von wo aus man ein Stück Land­straße überblicken konnte, und das sieLugins­land, getauft hatte.

Dorthin eilte sie auch jetzt. Wind und Wetter hatten hier ein Stück Mauer zum Einsturz ge­bracht Do hatte sich in der Bresche em be­hagliches Restchen mit Moos austapeziert, über das ein großer wilder Rosenstrauch seine Zweige schirmend breitete.

Ringsum gab es ein Meer von Heden rosen

Deutscher Reichstag.

133. Sitzung, vormittags 10 Uhr

Berlin. 7. Juli 1921-

6fuc Reihe kleinerer Vorlagen wird bebatte- loS in allen drei Lesungen genehmigt, darunter diejenigen über die Goldreserve der pri­vaten Rotenbanken (Verbot des Gold- verkauss, und das deutsch-russische Erganiungs- abfommen üher die Heimschaffung der beider­seitigen Kriegsgefangenen und Zivil- fntetnierten. .

Beim Entwurf über die Errichtung von Be- triebSarbeiten der Binnenschiffahrt und die Er­richtung von Kleinschiffahrtsverban. den verlangt Abg. Kuhnt (U S^P.) sofortige Domahme einer Urabstimmung, behalt sich aber wettere Anträge für die Zeit nach den Ferien

Die Annahme erfolgt in zweiter Lefung. Ge­gen die dritte Lesung erhebt der Abg. Kuhnt (U S. P.) Widerspruch.

ES folgt die dritte Lesung deS Gesetzes über anbertocitc Festsetzung der Leistungen und Bei- | träge in der Invalidenversicherung

Abg. Karsten (U. S. P.) begründet einen Antrag seiner Partei auf Erhöhung der' JnvalidenrentenundWaisenbeihil- f e n Eine Ablehnung des Antrages tue den In­validen bitteres Anrecht.

Ein Regierungsvertreter gibt der Sympathie bet Regierung für den Antrag Ausdruck- bittet aber, ihn in diesem Augenblick zurückzustellen, Um das schleunige Zustandekommen der Rot­dorlage nicht zu verhindern.

Der unabhängige Antrag wttd abgelehnt und bie Vorlage in der Ausschußfassung angentenmen.

3m Laufe der Debatte ruft der Abgeordnete Star ft en (U.S. P.) durch heftige Angriffe auf die MehrheitSsozialisten und das Zentrum große Unruhe hervor. Er wirft ihnen vor. alle Ver­sprechungen. die sie den Invaliden gemacht hätten,

Berlin wohnhaft find, eine Zulage von monat- gisch nehmen. Gegen die Korporationen haben (ich 500 Mk. und eine Kommissionszulage von wir nichts einzuwenden Sie wirken erzieherisch 20 Mk für den Tag der "Beteiligung. Die übrigen und bilden Charaktere heran, haben auch viele Abgeordneten erhalten eine Zulage von monat-1 Ideale, die man nicht bekämpfen sollte Der lich 1000 Mk jmb für die Kommission eine Zu-1 Geist bei der Mehrzahl der Studenten ist gut und 1 aufbauend

gebrochen zu haben.

2Dg. Hoch (Soz^) bedauert, daß in lebtet lvv ------

Winute eine Zänkerei über die 3nt>alü)enfrage icbte6 unter Verwendung der fähigsten Köpfe entstanden sei. Die Antrag« der Unabhängigen ^wie auf bessere Sicherung des Rechtsschutzes bedingten eine Verdoppelung ber ßeiftungen. Das Quf wirtschaftlichem Gebiete.

Birne nicht in fünf Minuten erledigt werden * n

ttiUnWifc»aUr: sämtlicher Ausnahme

Abg. Schwarzer (Bayer. Vpt.) sieht in Abg. Schwarz (USP ) stimmt der Vorlage ber Art, wie ber Abg. Karsten seine Anträge be- nicht zu, weil sie zu weit gehe Die Großindustrie gründet, eine wüste Agitationsmache. Auch die wüßte sich z. B. schon felbft («000108 zu halten bie bürgerlichen Parteien hätten ein Herz für die und den unteren und mittleren Schichten der Ge- Sttoaliben. schädigten wolle auch seine Partei beistehen. Für

Abg. Mumm (D.-Ratl.): Cs handelt sich das Verdrängungsgesetz würde auch seine Partei barum. den Invaliden etwas Bleibendes zu ge- stimmen. Die beiden anderen Gesetze lehne seine währen. Mit einer einmaligen Darauslosbewilli- Partei aber ab.

gung kann ihnen nicht gedient fein. Dbg. Fries (Kom.) schließt sich dem Vor-

Abg. Karsten (USP.): Die Rotschreie der rebner an.

christlichen Schwestern beweisen, daß die Der- Das Verdrängungsgesetz wird sodann geneh- tröfhmg mit dem Jenseits ihnen auch kein aus- migt. Ebenso das Kolonialschädengeseh und daS reichender Lohn zu sein scheint. Auslandsschädengeseh. n r

Abg FrieS (Komm.): Die Mehrheitssozia- Alle Gesetze werden sodann in dritter Lesung llsten sollten sich an den bürgerlichen Parteien ein angenommen.

Beispiel nehmen und in ^Arbeiterfragen mit den Der in der zweiten Lesung zum Verdran- torigen Linksparteien zusammengehen. gungsgeseh angenommene Antrag Ledebour,

Unter Ab.ehnung aller AbänderungSanIräge I die Bewilligung einer Entschädigung zu versagen, wird die Vorlage schließüch in der Ausschußsas-1 wenn wegen einer Amnestie die Einleitung eines fung angenommen. I Strafverfahrens gegen einen Beschädigten wegen

Zum Gesetz über die Wvchenhilfe und Verrats militärischer Geheimnisse nicht erfolgen Wochenfürsorge wiederholt die Abg. Frau kann, soll in der dritten Lesung wieder gestrichen " - ~ werden. Die Abstimmung erfolgt im Wege des

und Hess«, a-

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Uschaft Außer- 'tem Rang auf n Werks sicher- für die Teil- übernommen, geeignet einräumen; es det, wobei eine hreibungen vor-