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Amtrverlün-igungzblatt

für die provinzialdirektion Gberheffen und für das Kreisamt Gießen.

Erscheint nach Bedarf: Montag. Dienstag, Donnerstag u. Freitag. Nur durch die Dost zu beziehen gegen MK. 2.50 vierteljährl. Postzeitungsliste Nr.

Nr. 3 7. Januar 1921

InhaltS'Ueberficht: Bekanntmachung des Hessischen Landes-Arbeits- und Wirtschaftsamtes. - Bestellung von Nährmitteln. - Benutzung von Lerchen zu wissenschaftlichen Zwecken der.Landesuniversität - Viehseuchen. - Linsendung der Kreisabdeckerciverzeichnisse. - Gefunden, verloren.

Zu 9tr. L. A. u. W. 24253 Darmstadt, 30. Dezember 1920.

Au i);c xircisämicr und -vcricu Cbcrbiirflcrmciftcr.

Tie italienische Regierung hat eine in ihren Leistungen der deutschen annähernd gleichwertige Fürsorge für Erwerbslose ein­gerichtet, ohne hierbei einen Unterschied in der Behandlung deut­scher und italrenisclzer Erwerbsloser zu machen.

Wir bestimmen mit Rücksicht hieraus, daß auch italienischen Staatsangehörigen Erwerbslosenunterstützung in demselben Um sang zu gewähren ist, wie deutschen Reichsangehörigen.

Den jtreisämtcrn empfehlen wir, die Gemeinden hiervon zu verständigen.

Hessisches Landes-Arbeits- und Wirtschaftsamt. Raab.

Bekanntmachung.

Bctr Bcrbrauchsregelung der in die öffentliche Bewirtschaftung genommenen Nährmittel; hier: Bestellung von Nähr­mitteln.

Gemäß 8 5 unserer Bekanntmachung vom 17. März 1917 .Kreisblaii Dir. 48/ über die Berbrauchsrcgelung der in die öffent­liche Bewirtschaftung genommenen Nährmittel wird für die Land- gemcindeii des Kreises folgendes bcsttmmt:

Es sollen ausgegeben werden:

1 ifir brotarlreldeversvrgungSberecktigle Länder bis zu 12 Iah tcn (roh- Karte):

auf die Marke 69 der Nährmittelkarte B 125 Gramm Grieß -das Pfund 1,90 Mk),

auf die Marke 70 der Nährmittelkarte B 125 Gramm Zwie back oder K'eks (Zwieback Paket 1,95 Mk., Keks Paket 1,90 Mk);

2 für die übrige brotgetreideversvrgungsberech^igte Bevölkerung (blaue Karte):

auf die Marke 79 der Nährmittelkarte<0 125 Gramm Gries;

.das Pfund 1,90 Mk.),

auf die Marke 80 der Nährmittelkarte 'C 125 Gramm Teig- waren (das Pfund 8 00 Mk ).

Wer die au» ihn entfallende Ware zu beziehen wünscht, hat unter Vorlaoc seiner Karte bei einem Kleinhändler seines Wohn­ortes bis zum 15. ds. Mts. eine Bestellung aufzugeben Dabei ist darauf zu achten, das; der Kleinhändler nur die betreffenden Bestellmarkeii abtrennt und auf der gleichzifferigen Quittungs­und Bezugsmarte die Bestellung bestätigt.

Wer die vorgesehene Frist für die Bestellung nicht einhält, verliert den Anspruch aus die ihm zustehende Ware.

Tie Kleinhandelsgeschäste haben die Bestellmarken auf die in Betracht kommenden Bestell bogen aufzukleben und spätestens am 20. Im uar ds. Js. der Großhandelsvereinigung e. G. m. b. H. in Giessen, West-Anlage 31, einzusenden.

Nichteinhaltung dieser Frist zieht den Ausschluß des betreffen- » Kleinhandelsgeschästes von der Beteiligung an dem Vertrieb der Nährmittel nach sich.

Bei Einsendung der Bestellmarkeu an die Grossbandelsver- einigung Giesten ist von den Kleinliändlern aus der Rückseite der Bogen an.;nybcn, non welchem Großhändler die Ware geliefert werden soll

Den Bürgermeistereien der Landgemeinden d e S K i e i s e s wird empfohlen, vorstehende Bekanntmachung sofort ortsüblich zu veröffentlichen.

Giesten, den 4. Januar 1921.

__________Kreisamt Gießen. I. V.: Dr. Siegert.__________ Bctr.: Benutzung von Leichen zu wissenschaftlichen Zwecken der

Landesuniversität.

An das Polizciamt Gießen und die Büraermeistereicn der Landgemeinden des Kreises.

Wir sehen Ihrem Bericht binnen einer Wock-e entgegen, wann im Jahre 1920 Leichen an das anatomische Institut der Landes­

universität Gießen.abgeliefert worden sind oder nach den bestehen­den Bestimmungen hätten abgeliefert werden müssen. In kblercm Falle ist der Grund der Nichtablieferung anzugeben. Fehlberichte sind nicht erforderlich.

Gießen, den 5. Jmmar 1921.

Kreisamt Gießen. I. V.: Welcker.

Bctr.: Viehseuchen.

An die Bürgermeistereien der Landgemeinden des Kreises

Wir haben Veranlassung, Sie auf § 11 des Reichsviehseuchen- gesetzes hinzuweisen.

Danach haben Sie sofort, nachdem Sie Kenntnis vom Aus­druck- einer Seuche oder von dem Verdacht einer Seuche erhalten haben, den beamteten Tierarzt zuzuziehen.

Es genügt also nicht die Nack-richt an uns, die von uns »alsdann erst weiterzugeben wäre, was zu Verspätungen führen mürbe. Aus Orten, die den Amtsveterinären zu Grünberg bzw. Dtibba zugeteilt sind, ist die Nachricht nicht dem Kreisvetennäraml Gießen sondern den betreffenden Amtsveterinären zuzusendcn.

Zu Grünberg gehören: Allendorf a. d. Lda., Allertshausen, Beltershain, Bersrod, Beuern, Climbach, Ettingshausen, (Geilshausen, Göbelnrod, Grünberg, Harbach, Hattenrod, Kesselbach, Lauter, Lindenstruth, Londorf, Lumda, Münster, Nieder-Bessingen, Nonnenroth, Ober-Bessingen, Odenhausen mit Appenborn, Queck- born, Reinhardshain, RötlMs, RüddingsHansen, Saasen mit Bolln- bad), Veitsberg und .Wirberg, Stangenrod, Stockhausen Treis a. d. Lda., Villingen, Weickartshain, Weitershain und Wrnnerod.

Zu Nidda gehören: Langd, Rabertshausen mit Ringelshausen, Rodheim mit Hof-Graß, Stein heim, Trais-Horloff

Gießen, den 6. Januar 1921.

Kreisamt Gießen. I. V.: Welcker.

B e t r.: Einsendung der Kreisabdeckereiverzeichnisse für den Monat Dezember 1920.

An die Bürgermeistereien -er Landgemeinden des Kreises.

Wir erinnern Sie wiederholt an die Einsendung der Abdeckereiverzeichnisse für den Monat Dezember 1920 und sehen der Erledigung, soweit noch nicht geschehen, in aller Kürze ent­gegen.

Gießen, den 4. Januar 1921.

Kreisamt Gießen. I. V.: Dr. Heß.

Bekanntmachung.

In der Zeit vom 16.31. Dez. 1920 wurden in hiesiger Stadt gefunden: 1 gvldnes Armkettchen, 1 schwarzer Handbeutel, eine Plüschmütze, 1 gestreiftes Deckchen, 1 goldene Brosche, zwei Portemomiaies mit Inhalt, 1 rvvllenes Umhängetuch und 1 schwarzer Herrensilzhut;

verloren: 1 schwarzer Muff (Alaskafuchs, Kopf und Schwanz), 1 Handtasche mit 300 Mk., 1 schwarze Ledertasche mit 200 Mk., 1 Visitenkartentasche mit Inhalt, 1 goldener Sie­gelring mit rotem Stein, 1 weißer wollener Strumpf, ein Zeugbeutel mit etwa 600 Mk., 1 s ilberner Manschetten-- knopf, 1 goldener Zwicker und 1 Kollier mit Brillanten besetzt.

Tie Empfangsberechtigten der gefundenen Gegenstände belieben ihre Ansprüche alsbald bei uns geltend zu machen.

Tie Mhvlung der gefundenen Gegenstände kann an jedem Wochentag von 1112 Uhr vormittags und 45 Uhr nachmittags bei der unterzeichneten Behörde, Zimmer Nr. 1, erfolgen.

Gießen, den 4. Januar 1921.

Polizeiamt Gießen. Lauteschläger.

Samstag, 8. Januar 1921

Zchulstrahe 7.

Doi 3nieiit,i für die Tagesnummer bis zum Nachmittag vorher ohne jede Verbindlichkeit. Preis für 1 mm Höhe für Anzeigen v. 34 mm Breite örtlich 35 Pf., auswärts 45 Pf.; ftü Reklame« Anzeigen von 70 mm Breite 150 Pf Bei Platz. Vorschrift 20T, Aufschlag. fjauptjdjnftleiUr: Aug. Goetz Verantwortlich für Politik: Aua. Goetz; färben übrigen Teil: Dr. Neinhold Fenz; für den Anzeigenteil: H. Beck, sämtlich in Gießen.

gangen von Max Lohen über die SJiebeu stellteng wesentlicher Mengen der aus dem t gewonnenen Devisen

Verhandlungen mit den Beamten.

Je Hin, 7. Jan. (Wolff.) Tee Verband- I en mit den Beamten werden, ar.e die er melden, fortgefühlt. Im Rcickiömniistenum n die Besprechung mit dem Deutschen Do» ibimb und feinen Untcrorgam aturnen. Ter tenbund geht über die Zugeständnsfe in die babner hinaus. Er sträubt sich dagegen, daß vhöhung nach Ortsklassen obgti u t rverte indet die prozentuale Erhöhung diries Zu- es, wie sie im ReickSverkchrsmi i.e.ium nut Lift"nl>ahnern vereinbart wurde, zu niedrig, rerseits hält das ReiäS'rnanz innste ium an itaifehmg nach Ortsklassen teil, um Unge- jieiten zu vermeiden. Auch and eS über it den Eisenbahnern vereinbarten Sätze nicht sge'hen. Im Reiä^rerkch Smiuisterium wur- ie Besprechungen mit den Eisenbahner« .geführt.

Berlin, 7. Jan. (Priv-Tel.) Namens einer ren Anzahl seiner Kollegen sendet ein Eisen- ibeam ter derBoss. Ztg." den Vorschlag freiwilligen Tienststunde zur He­ber Produktivität der Berkehrsonstallen.

von der Notgemcinschaft der deutschen Wissenschaft.

Zerlin, 7. Jan. (WTB) Die Notge­nschaft der deutschen Wissenschaft faltete heute unter der Leitung ihres Präsi- rt, Staats Ministers a. D. Schmidt-Ott. Sitzung. Schundt-Ott eröffnete den Abentt inem Appell an das gesamte deutsch^ Voll, helfen daran, daß die deutsche Wissenschaft em fälligen Zusammenbruch bewahrt bleibe, nermeßliche Folgen für die Kultur, Wirtschaft Volksgesundheit haben müsse. Der einst so geschätzte Gtelebrtatberuf gehe der Verödung gen. Hunderte von Millionen sein erfordere an dem Unheil auchTnrcin beschränktamlMaße uern. Diese gewaltige Not treffe das gesamte dessen Ansehen hetlrroen geht, wenn die nschast dahinsinkt. Alle Berufsstände. vor die Industrie, die Banken, der ®rofaanbd die Landwirtschaft, müßten mit den größten tln ernschveften. Die Worte des Vor ft Yen den n unter den Teilnehmern der Sitzung leb- t Widerhall, der in manchem tresstichen Vor- ! zur Ahhilfe der drohenden Not zum Aus« kam.

Bremer Zicherheitrverhältnlffe und die Reichsregierung.

Druck der Brßblichen Unt»#TfHäle.®u<b- und Stwibrudurri 'N Pen<it.

Zerlin ,7. Jan. (Wolsi^, Von der Brem e tf gerschaft waren kürzlich Beschlüsse gefaßt m wonach erstens bei der OrdnungS- z ei größere Teile der Führerstellen av- :n und zweitens die S t a v t w e h r fristlos hoben werden solle. Durch diese Beschlüsse ?n die Sicher hettszustände in Bremen emp- ch berührt. Ter Reichsminister des e r n richtete daher auf Grund der Eommiifa#»

davon auch keine Rede gewesen. Hoffen wir, daß die Entente den von der deutschen Re­gierung voroeschlagenen mündlichen Mei­nungsaustausch annehmen wird! Dann wird unser auswärtiges Amt nicht nur der zeit- nck)en Trennung der Abstimmung, sondern auch den anderen zahlreichen Benachteili­gungen Deutschlands eindringlich entgegen» arbeiten können. Der Feindbund will uns offenbar Oberschlesien verlieren lassen aber dann soll er sich nicht täuschen über die deutsche Leistungsunfähigkeit, weitere Tribute zu zahlen! Verehrer aber des Völkerbundes und Freunde der Menschenrechte haben wie­der einmal Gelegenheit, die so oft gedanken­los gepriesene Medaille der Volksabstimmung auf der Kehrseite zu bewundern. Auch, sie, die Medaille, wird von Menschenhand ge­prägt, und der Wille des Mächtigen wählt und bereitet die Mischung!

Seltsam widerstreitende Gefühle regten sich am Grabe des Heimgegangenen früheren Reichskanzlers v. Bethmann-Hollweg Sein politischer Charakter war auch im Feuer der Revolution nicht zu einem wirklich staats­männischen Gefüge geschmiedet worden. Ein edler, vornehmer Mensch, gewiß, das war er, aber er war kein Gebieter klarer, selbst­wollender, hoher Ziele. Wie sehr enttäuschte er mit seinem nachrevolutionären Bekenntnis vom guten Einvernehmen mit der Sozial­demokratie! Trotz allen Einvernehmens wäh- rend des Krieges waren doch er und Scheide- mann im Grunde zwei sehr wenig zusammen- passende Weggenossen. Nach der Katastrophe hätte dies Herr v. Bethmanu-Hollweg wenig­stens fühlen und eingestehen müssen. Aber er war leider ganz und gar keine Führer- natur. Er gewann bei der Abwägung der Gefahren und Aussichten des Weltkrieges Überhaupt feine eigene, kraftvolle Heber»

,»» U IV U V U 1 H , uv V IILUIILlllfUJVII das Leben gekostet hat, nicht mehr einverstan­den. Was es mit der Verhaftung des Flens­burger Kommunisten Vaul Hoffmann, der, als er flüchtig werden wollte, erschossen wurde, auf sich.hatte, muß noch näher untersucht wer­den. Aber die Ereignisse in Flensburg haben doch gezeigt, daß in die Mehrheit der sozialisti­schen Arbeiterschaft eine größere Besonnenheft hineingekommen ist. Die Sozialdemokratie muß die Geister, die sie gezüchtet und gen»» fcn hat, jetzt selbst Hinwegfegen helfen. Sie wird iwd) manche Theorie fahren lassen und manche Konsequenzen aus der Mißwirtschaft ziehen Mssen, die sich unter ihrer Vorherv- schaft herausgebildet hatte. Oder ihre Wähler werden, belehrt und abgestoßen, such von ihr zurückziehen und jenem Block der Mitte sich zugesellen, dem.für die Zukunst große Aufi» gaben erwachsen werden.

Dar deutsch-englMe Abkommen über die Liquidation von Privateigentum.

Berlin, 7. Jan. (Wolfs.).Wie bereits durch die Presse auf Grund Londoner Meldungen bekannt geworden ist, ist am 31. Dezember 1920 in London ein Abkommen zur Regelung der Fragen, die fith aus den Bestimmungen des Frie­densoertrages über die Liquidation von Privateigentum ergeben, muerzeichnel werden.

Ter erste Artikel des Abkommens behandelt die Rückgabe der in Deutschland durch außer» ocbentlidje Kriegsmaßnabmen betroffenen eng- Hieben Vermögen und regelt näher die tech­nische Durchführung des Verfahrens. Für die deutsche Oesjenllichkeit sind vor allem die roei teren Bestimmungen von Interesse, die sich mii der Freigabe des deutschen Eigentums in England besmien. Danach werden auf An­trag des für d e Regelung der privaten Güter, Rechte und Interessen in London einzurichtenden deutschen Bureaus von der britischen Regierung

der hollänbischen Presse beschloß die Vereinigung DvtelbesitzerÄnvwerve ns, den im Januar erwarteten deutschen Interessenten, die über die Wiedenrnknüp-fung der Handels- und Schiffahrtsbeziehurrgen mii Belgien verhandeln wollen, keine Unterkunft zu geben.

verReichsfinanzminifter über Defizit und Deckung der Ausgaben.

Berlin, 7. Jan. (WTB.) In der heutigen Sitzung des finanzpolitischen Ausschußes des Reichswirtschaftsrats legte Reichs inanz- minister W i r t h die Finanzlage und die Tcckungs- absichten des Finanzministeriums für das vorhan­dene Defizit dar. Der Etat wird neuerdings wie­der dadurch eine sehr erhebliche Belastung eriahrm, daß das Kabinett in Abwesenheit des Frnanzmini- sters beschlossen hat, den Forderungen der Eisenbahner entgegensuEommen. Falls diese Forderungen bewilligt werden sollten, würde sich eine Mehrbel astung von etwa 6 Mil­liarden Mark ergeben. Dazu kämen aber even­tuell noch Ersatzansprüche, die die Gemeinden und Länder aus den automatisch sich ergebenden Zu­satzforderungen ihrer Beamten erheben würden. Dw Fümanzminister erklärte, daß er seine Stel­lung davon abhängig machen werde, daß für die eventuellen Bewilligungen auch gleich Deck­ungen sichergestellt würden. Ter Minister faßte im wesentlichen die Ta riferhö Hungen der Eisenbahn und die Erhöhungen der Postgebühren neben den verschiedenen Steuern als D'ckungsmög- (icbfeiten ins Auge. Tas Budget des Jahres 1921 wird nach der Auffassung des Fmanzministers in

n Prüfung der Verhältmsse ein Schreiben in Senat in Bremen, worin er nach Tarstel- der bärtigen Verhältnisse zu dem Ergebnis -mt, er erachte durch die getroffenen Beschlüsse x Bürgerschaft die öffentliche Ordnung in Bremen ,ür gefä hrde t und ersuche bei dem über­wiegenden finanziellen und allgemeinen Interesse, das das Reich an der Ordnung der Sicherbeits-- Verhältnisse habe, diese Beschlüsse einer Revision zu unterziehen. Er sehe der Mitteilung der Er­gebnisse der Verhandlungen entgegen und werde nach Eingang dieser MrUeilung seine endgültige Entschließung treffen.

Amerikanische Besorgnisse wegen der ZriedenrveNrager.

Paris, 7. Jan. (WTB.) DieChicago Tribune^^ veröffentlicht ein Kabeltelegramm aus Washington, das den Inhalt d^s Telegramm- der Radioagentur über den Standpunkt der amerikanischen Regierung in der Frage einer etmentudten Besetzung des Ruhrgebiets bestätigt. Die Meldung betagt, im StaatSoeparte- meni hege man den Verdacht, txiB Frankreich b.is Ruhrgebiet zu besetzen und die Rhein Provinzen zu behalten beabsichtige. Es werde erfiärt, daß Amerika ein solches Vorgehen mit aufrichtiger Belorgnis aufnehmen werde. Die Behauptimgt von Tardieur, die Nichtratisizierung des englifch- franzöfifchen-amerikaniichen Schutzvertrages würde Frankreich das Recht zur Besetzung weiteren beut» leben Gebietes geben, habe Wilson überrascht. Amerika fei nach Der Erklärung des Staat cd? Porte­rn ents für die Erzwingung der Durchführung des Vettrages, vorausgesetzt, daß die Ausführung der Bestimmungen möglich sei. Dagegen sei Amerika gegen Strafmaßnahmen, wenn es sich zeige, daß irgendeine Bestimmung des Friedensverkrages un­ausführbar ist. Amerikanische Sachverständige, auf deren Urteilsfähigkeit das Staatsdepartement sich verlasse, hätten Washington benachrichtigt, datz Deutschland außerstande fei. eine An­zahl Bestimmungen des Friedens­vertrages zu erfüllen, mit deren Nicht- durchführung Frankreich vielleicht sein militärft'ches Vorgehen begründen würde.

dem ordentlichen Etat einen Mchrbedrr' von nun» destens 7 Milliarden Mark ergeben. Ein weiterer Ausbau der direkten Steuern sei unmöglich Nack der bisherigen Steuermethode können die md­gültigen Bedürfnisse des Reiches, namentlich nach Festsetzung der Entschädigung an die Feinde nicht gedeckt werden. Dazu müssen neue Wege ein geschlagen werden. Insbesondere wird sich zeigen, daß ,'ede Finanzpolitik letzten Endes Wirtschaftspolitik ist. Tann wird die große stunde des Reich-swtrtfcha't; ats g kommen sein.

An die Ausführungen schloß sich eine lebhafte Debatte. Von besonderer Bedeutung waren bie

üus dem Reiche.

Fäwkrung drö Wohnungswesens.

Berlin, 7. Jan. (Wolff.- Der Ausschuß des Reichsloirtschaftsrats für Siede- lungs-undWoHnungswesen befefai*;