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und die rc^Tttc TPtrfu rtq des Fviedensv? -trogst mit teil Uereinigien ©jaatcn erfcelen. Schlleftlich "bildete die Fvcrge deS Gr- VityeS ter SanftjD r6 f<hoOen den G g rn and einer ernß2t^ '2>3n AuZsprachr zwischen den T^erixeiern der Arbeitgeber- unb Ardeitnetsnerverdände.

Aus Stabt und Land.

Sieben, den 6 Dez. 1921.

Wettervoraussage

für Mittwoch:

Dunstig, tovlkia, meist taxten, llchl. Winde cnA westlichen CÄieQtun-qen.

Unter Dem Einfluß der über 'HotbeurDixi tte- nenben Depvefswn bat sich das mitteleuropäische HochdruckgLiet weiter südlich verlagert. West­liche Winde werden und wolkiges, doch noch vorwiegend taxiened Wetter bringen. Es ist mit leichter Zuaachme der Temperatur zu rechnen.

** Amtliche Personalnachrichten. Zu NeaierungSräten wurden ernannt die Negie- cuugSassesforen Georg Fendt in Giehen. Dr. jur. Sagen Kölsch in Friedberg, Jos. Franz Lauterer in Mainz, Philipp Molitor in Offenbach Am 30. November 1921 wurde der LandgestütSgchilfe Jakob Koppler zu Darmstadt mit Wirkung vom 1. Dezember 1921 ab auf sein Nachsuchen unter Anerkennung seiner dem Staate geleisteten Dienste in den Au bestand versetzt.

** Oberhessischer Kunstverein. Der kalten Witterung wegen ist die Ausstellung diese Woche nur morgen Mittwoch von 111 und am Aachmittag von 35 Uhr ge­öffnet

** SvangelisativnSvorträge finden im StadtmiisionSsaale (Löberstraße 14) an jedem Abend dieser Woche um 81/- Uhr statt Prediger Beier auS Dölllingen (Saar) verkündigt hier daS Evangelium in geistvoller Frische Mittags 4 Uhr suchet außerdem Bibelstunde statt Ser Saal ist gut geheizt, der Eintritt für jedermann Frei. (Siehe Anzeige Im heutigen Blatt)

* Der Verein ehemaliger 1 16er Gießen hat in seiner außerordentlichen Mit- aliederversammlung am 3. Dezember beschlos­sen, die Sterbebeihilfe an die Hinterbliebenen verstorbener Mitglieder des Vereins für jeden Einzelfall mit sofortiger Wirkung aus 500 Q2L zu erhöhen. Gleichzeitig wurde eine Teller­sammlung veranstaltet als Beitrag zur Weih­nachtsbescherung für die noch vorhandenen Lazarettinfafsen aus dem Weltkriege, die eine recht ansehnliche Summe ergab, obwohl aus der Vereinskasse bereits schon eine namhafte Spende für diesen Zweck abgeführt öär. Am 2. Weihnachtsfeiertag sollen sich die Mit­glieder des Vereins mit ihren Angehörigen zu einer Weihnachtsfeier vereinigen, um bei verschiedenartigen Darbietungen und gleich­zeitiger Verteilung der Kriegsdenkmünzen die Kameradscbaft erneut zu pflegen.

** Mehr Schutz den Tieren in der Winterszeit! Unter den WitterungSeinflüssrii deS WinierS leiden Menschen und Tiere Nur daß erstere sich dagegen schützen tömien, während die Tiere auf die menschliche Hilfe angewiesen fini>. Und die lädt, davon kann man sich tag'ä-ilich über­zeugen. sehr viel zu wünschen übrig Hunde, wohl die treuesten Geährten des Menschen und die Wächter ihrer Habe, sind vielfach denkbar ungünstig untergebracht. Man sollte nicht nur ihre Hütten besser verwahren, sondern ihnen auch öfters einmal warmes Futter reichen. Die Zugtiere, die Pserde, sollten nicht ohne Decken »längere Zeit im Freien oder gar stundenlang in . der Winterkälte vor den Wirtschaften stehen. In /übler Lage befinden sich meist auch die Haus- tori neben, denn ihre Ställe lasten sehr oft die »schuhende und pflegende Hand vermissen. Neben dem Hausgeflügel sollte auch der heimischen Bvgelwell. unserer gefiederten Sänger in Flur und Feld, mehr gedacht werden. Ist der Man­gel auch selbst bei den Menschen grob, so r>id wird sich doch erübrigen lassen, bah unsere Freunde in der Natur nicht unterzugehen brauchen.

Vornotizen.

Tageskalender für Dienstag Stadtihkarec: 61 j. nicht um Z Uhr, zum letzten Mole .Sie Postmeisterin". Großer Hörsaal deS BorlesungSgebäudeS: 84 Uhr Mitglieder­versammlung der Technischen Nothilfe.

Landkreis Gießen.

Grünbera, 5. Dez. Ein raffi­nierter Schwindler hat yier eine ganze

Feuilleton.

Sin LuslspielvvnHvfmannSthat AuS Berlin wird unS geschrieben: Es wird viel und mit Recht darüber geklagt, daß uns die feine Kunst der Konversation abhanden gekommen ist. DaS jetzt In den Kammerspielen deS Deutschen Theaters aufgcfüfcrte brcialttgc Lustspiel -Der Schwierige" von Hugo von Hof- manndtbal stimmt deswegen ein gar elegi­sches Klagelied an. gibt aber zugleich das Bei­spiel einer vornehmen, aepflegten Konversation. Und liefert damit zusammengehalten mit den besten Stücken von Schnitzler und Bahr den Beweis, bah zum mindesten von der Wiener Dra­matik die Kunst der Konversation noch ganz bc- w*uht gepflegt wird Freilich, so betrübt, ja ge­radezu methodisch tote in HofmannSthalS neuem Lustspiel ist es kaum je geschehen. 3m leichten, sauberen, geglätteten Konvcr'anonSstil wirb hier geplaudert, worüber? llebcrflüfflg? Frage! Na­türlich über das Verhältnis zwischen Mann und Weib. Der Mann, der von allen anderen als Meister der Konversation bewundert, vergöttert und um In HofmannSthalS Stil zu sprechen .odoriert" wird, lehrt, nachdem er im Kriege mancherlei erlebt bat. zu seiner eigentlichen Tälig- keit wieder zurück. Unb die ist? Nun eben: Kon­versation machen! Danz ohne Schürfungen sind die KriegSerleünisse freilich nicht geb i ben Sein ihn am heftigsten .odorierender" Neste entdeckt, an ihm eine gewisse Zerstreutheit. findet aber, ba(j er dadurch gerade Jo stark wirkt', ülolab zur Konversation hat der Onkel allerdings genug. Denn einmal will er die brüchig gewordene Ehe eines Freundes wieder reparieren und muh zu dem Zwecke mit der Frau recht ausgiebig kon- versieren (übrigent ohne Erfolg) und zum ande­ren soll er br ben Neffen bei der schöben Helene als Freiwerber auftreten (waS gleichfalls miß-

Anzahl geringer ireutc um bedeutende Geld­beträge gebracht. 3m Verein mit einem hie­sigen Eürwohner wollte er angeblich Star» löffeln besorgen. Er erhielt auch sofort nam­hafte Geldbeträge als Anzahlung. Damit reifte er ab, um, wie er sagte, die Kartoffeln aufzukaufen, Da man nun nichts mehr von ihm hörtt, schöpfte man Verdacht und zeigte den Fall der Polizei an. Jetzt hat man den Schwindler in Löbau in Sachsen verhaftet: die Geldbeträge hatte er bis auf 50 Mark Lurchgebracht. Das Oberammergauer VolkstHeater wird Ende der Woche in der Turnhalle mehrere Vorstellungen geben.

* Grüningen, 5. Dez. Am Samstag fand hier ein Lichtbildervvrtrag statt, veran­staltet von der .Liga zum Schuhe der deutschen Kultur". Dr. Falkenberg sprach in deren Auftrag über das Thema: ,WaS treibt unser deutsches Wirtschaftsleben zum Dan- tetott? Die sehr zahlreich Erichienensn dankten dem Redner durch reichen V für seine lehr­reichen Ausführungen. Am ^chlusse erfolgte die Gründung einer starken Ortsgruppe.

Quedborn, 5. Dez. Seit Wochen wird seitens der Stadt Giehen an zwei weiteren Quellen gebohrt, die dem Städtischen Wasserwerk Angeführt werden sollen. 3n beträchtlicher Tiefe hat man den Vasallfelsen durchgeschlagen. Das Ergebnis erscheint bis jetzt recht günstig.

iS. Steinbach, 5. Dez. Die goldene Hochzeitsfeier der Hans Heinrich Walb Eheleute dahier gestaltete sich zu einem würdigen Familienfeste, an dem aufjar den Kindern unb Enkeln auch die nahen Anverwandten unb Freunde teilnahmen. Don den vielen Geschen­ken ist besonders ein vom Oberkonsistorium dem als langjährigen Kirchenvorstand sehr verdienten Jubilar gewidmetes Kirchengesangbuch zu er­wähnen.

Kreis Büdingen.

spb. Bübingen. 5 Dez Unter Beteiligung aller DrvöllerungsschichteN feierte man hier d e vor 600 Ha hren an Büdingen ver­liehenen Etabtrechte burch Festgottes­dienst. einen Festakt und einem Heimatabend, in dem lebende Bilder aus Büdingens Vergangen­heit bargcfteUt wurden.

Kreis Alsfeld.

* Flensungen, 5. Dez. Heber die ältesteVeraangenheitunsererGe- markung und deü unmittelbaren Nachbar - gebietes ringsum war man bisher kaum un­terrichtet. Bloh auf Grundlage der im übri­gen Oberhessen gemachten Funde konnte inan vermuten, bah bereits in der Neolithik (jüngere Steinzeit; vor mehr als 4000 Iah- ren) hier Menschen siedelten. Die Aufmerksam­keit von Vürgermeister Hch. V r ä u n i n g III. hat nunmehr darüber Gewißheit gebracht: Herr Vräuning fand nämlich auf seinem Acker amSrlenwäldchen" imZunkernfeld" ein schön geschliffenes fpitznackigeS Veilchen aus Kieselschiefer, einen hübschenSchuhleisten- feU und einen interessanten Neibstein, mit 6cm wohl die Körnerfrucht yeschroten und zerquetscht wurde. Der geschützt über einer feuchten Talmulde gelegene, nach Sü­den gewandte Fundplatz hat demnach als Ort der ältesten bisher bekannt gewordenen Ansiedelung unserrcr Ge­markung zu gelten. Herr Vräuning übergab dankenswerterweise die Fundstucke dem Oberhessischen Museum zu Gießen in der richtigen Heberzeugung, daß solche Dinge in einer öffentlichen Sammlung der Forschung und Velehrung am meisten zu die­nen vermögen. Man darf hoffen, daß bei wei­terhin gleicher Aufmerksam reit die für un­sere Gegend auf den wissenschaftlichen Fund- larten noch klaffenden Lucken bald ausgefüllt werden. Erst dann wird es möglich sein, über die Vorgeschichte unserer Heimatgemarkung noch Genaueres zu erfahren.

ÄrciS Schotten.

Schotten, 4. Dez. Nachdem Dr. Hofferberth das hiesige Stadtarchiv geordnet und verzeichnet hat, wird er die Ge­meindearchive von Michelbach, Vufen- born, Vreungeshain vornehmen, hier­auf die der Orte des Niddatales (Nainrvd, Sichelsdvrf ufw.). 3m kommenden Jahr hofft man mit der Ordnung sämtlicher Ge- meindearchive des Kreises fertig zu werden.

Wie wir Horen, wird toDann der Kreis- Hrkundenpfleger Professor Dr. NoeSchen (Laubach) sämtliche Gemeindearchive bearbei­ten und durch den Druck veröffentlichen. Glück­licherweise bricht sich die Heberzeugung vom hohen Wert der Archivalien als Zeugnisse alter Gerechtsamen und Desitzrechte bei den Gemeindeverwaltungen mehr und mehr Bahn. Auch für die Pflege der heimatlichen Gc- schichte sind diese Archivaüen von unschätz- barem Werte.

Freien seen, 5. Dez. Endlich ist es gelungen, den Erwerb einer anderen Orgel für unsere Kirche als Ersatz unseres durch­aus unbrauchbaren Instrumentes ficherzu- stellen. Wie wir seinerzeit meldeten, hatte man den Ankauf einer Orgel in Königstein im Taunus beschlossen. Professor Mendel­sohn (Darmstadt) hatte diese Orgel als vor- zuglich und den dafür geforderten Preis von 35 000 Mark als sehr mäßig bezeichnet. Der Denkmalpfleger Geh. Vaurat Prof. Walbe erhob jedoch aus stllistifchen Gründen Ein­spruch gegen die Aufstellung der Orgel. Nach langen Verhandlungen einigte man sich end­lich dahin, daß die Königsteiner Orgel auf- gestellt wurde unter der Vedingung, daß die Gemeinde in 20 Jahren einen neuen »Pro­spekt" (Vorderansicht. Hmrahmung des 3n- struments) anschaffe. Der vorteilhafte Erwerb ist vornehmlich den eifrigen Vemühungen von Dekan NoeSchen zu danken, der unablässig für den Ankauf deS trefflichen Musikinstru­mentes wirkte.

hg H l r i ch st e i n, 5. Dez Aus dem Hohe- vodskopf sand eine GefamtvorstandS- litzungdesDvgelSbergerHöhenkludS statt, die Vvn 18 Vertretern der gröberen Iwria- vereine beschickt war. Zur Tagesordnung stand als Hauptpunkt die wichtige Frage der Neuverpach­tung der Klubwirtschaft auf dem Hoycrobskovs. Wie der Vorsitzende des Gesamtvereins. Dr. Bruchhäuser (Ulrichstein) bekannt gab, sind 12 Bcwerbungen um den Posten eines KlubwirtS eingelaufen. Nach eingehenden Erörterungen kamen drei Bewerber in die engere Wahl, und schließlich wurde mit Stunmenmehrhei' Gasthaus- besitzer Louis Hofmann, zur Zeit Inhaber des Kurhauses WaldeSruhe bei Mücke, zum Klukwiri gewählt. Der Pachtpreis wurde für das erste Dachsiohr auf 9000 Mark festgesetzt, die weitere Festsetzung soll von Hahr zu Hahr erfolgen. Dringend notwendige größere DiederberstellurgS- arveiten an den Klubhäusern stellen den Gesamt- verein vor außerordenllich hohe AuSg'.ben Da die beantragte Lotterie, die vor^usfichsiich für drs nächste Hahr genehmigt werken wir), die erfor­derliche hohe Summe nicht Einbringen dürfte, soll alSbald ein Aufruf an die Mitglieder erlassen wer­den zur Zeichnung vvn Anteilscheinen zu 25, 50, 100 und 200 Ml. zur Förderung fcr Wiederher­stellung der Klubgedäude. Des we teven wurde die Frage der Wegmarkierungen lenbaf? cröreri. Bis 5vm kommenden Frühjahr mutzen unbedingt alle Mcnlierunaen unseres Wankergebiets in bester Orbming fein Das bildet die VcrauSl<ri- zung für ihre Ausnahme in die neua Navenfteinsche Karte. 3n Kürze soll eine 3ufammenfunft aller Vertrauensleute des WegebezeichnungsnuSschusses statcfinden, auf der die schwebenden Fragen er­ledigt werden dürften. Hinsichtlich der Ver­leihung von Wanderauszeichnungen wird an­geregt. die Auszeichnung möge in Zukunft In allen Zwergvereinen nach einheitlichen Getzchtspunk.cn «folgen. Gin entsprechender Antrag wirb auf der nächsten Hauptversammlung gestellt werden.

Starkenburg unb Rheinhessen.

fpd. Neu-Ofenburg, 5. Dev Bri einer Detelligung. die die Wahl zum Hessischen Landtag Ätftemmähia weit überragte, sand am Sonntag dieWahleineSPfarreS der hiesigen eran- gclischen ©em< inb; stall Nicht wenn,er a-S 2348 Wähler schritten an die Urne. Es erhielt n Stim­men te hiesige Pfar Verwalter Not e'n g-- borener Liche', 2311. die übrigen drei Tercrb:r vereinigten den Nest der Ssimmen aus sich. Not ist somit zum Pfarrer gewählt toorccn.

Hessen-Nassau.

fga. Frankfurt a. M.. 5. Dez.Bil­lige^ Frühstückskaschen gab es heute vormittag auf dem Rohmarkt. Dort stieß ein Dorortzug der Linie FrankfurtHomburg mit einem Rollfuhrwerk so unglücklich zusammen, daß eine groß? Anzahl Kisten Handkäse von dem Nollfuhrwerk herunterfielen. Die Passagiere verließen in eiliger Flucht die Wa­gen, allgemeine Heiterkeit loste aber den über­standenen Schrecken aus. 3n Kisten und

lingt, ba die schöne Halene ihm, dem On'el, eine Liebeserklärung macht). Der Netze erlebt also au seinem Schaden, wie stark der Onkel mll seiner durch Zerstreutbe'.t noch belvTrders interessant nu­ancierten Konversation wirkt. Gs ist im Drunoe recht wenig Substanz in den drei langen Akten, und man möchte ihnen zur Lbarakterisierung eines von den vielen Bonmots deS Dialoges geben, nämlich dieses, bah die Sauce wichtiger ist als der Braten Nach diesem Rezept hat Hostnanns- thal gehandcll, aber man muß schon sagen- so sehr die Sauce für einen feinschmeckerischen Gau­men zurecht gemacht ist, etwas mehr Braten würde doch besser Vorhallen. 3n der sehr hübschen und belebten Ausfuhr->mg sah man neben Her­mann T h i m i g und feiner Schwester Helene (der Helene des Stückes) und E d i h o f e r nach langer Pause auch Maria Reis en h of er auf der Bühne. Ülumnehr in einer Müllerrvlle. F K.

Dvethean derDrippegestorben. Soviel auch schon über Goethes letzte Krankheit und seinen Tod geschrieben worden ist, so toar doch bisher das Leiden, an dem er gestorben ist, nie ganz genau bestimmt 3n der T^deSanzeigc. die Ollilie von Goethe im Namen der Hinterblie­benen erließ, heißt eS, er sei .am Sticksluß infolge cineS zurückgeworfenen KatarrhalsieberS" gestor­ben. Sme andere Fällung bar Todesanzeig.' aber bezeichnet die Kranlheit als .Sticksluß infolge eineS nervös gewordenen Kotarrbariicberf. 3m Jahrbuch der Sammlung Kippenberg, das jetzt im 3nsel-Beriag erschienen ist, behondell nun Dr. Erich Sbstcin die Frage, an welcher Krankheit Goethe geltorden ist, und beantwortet f;e zum ersten Male völlig dntoanbfrct. Danach ist es die auch jetzt wieder herrschende Grippe oder In­fluenza. der er erlag. Schon sein HauSarzt Bogel bat daran erinnert, daß damals in Weimar der­gleichen katarrhalisch-rheumatische Zufälle nicht

selten auftraten und manchmal in tödlich- Nerven- fieber übergingen Gs Liegt daher nahe, anzuneh­men. daß cs sich habet um endemisch? Fälle von Grippe gehandell bat. S-> wissen wir. daß die Grippe im Aprll 1831 in Berlin und im Mat gle-.- 4en 3abrcd in Hamdu-^. Magdeburg tnd Bam­berg aus trat alS Austall zu der gro^<x Influenza- epidemie des HahrcS 1832 und beson^rs 1833 Die Bezeichnung .nervös geworden" ist von Bogel selbst dahin erklärt worden, daß das Äatarrbal» fieber in ein Nervenfieber übcrging Hntcr dem heute veralteten Fachausdruck .Stickllud' ist eine meist durch plö:>l'chen Grguß von Bronchial- und Lungcnschlelm verursachte Beeinträchtigung der Atmung zu verstehen, die au i$tfttdung6?r cb*inu,n gen fihri Die heutige medizinische T«r:ninologie würde stall dessen .entzündliche- Lungenödem" sagen. Nun sterben die Menlchen. nach einem Ausspruch Gvhnheims, nicht wril sie Lungenödem bckvnrmen, fonber.i fk bekommen Lungenödem, weil sie im Begriff sind, au sterben Wenn die Herkkraft erlahmt, stellt sich daS Lungenödem als daS zum Tode führende Symptom ein Daher bat schon ModiuS richtig geurteilt: .Wir würden sagen, er fcarb, weil bei der letzten katarrhaltzchen Erkrankung sein Herz erlahmte." GoetheS Tod wurde also dadurch herbeigesührl, daß fein durch ba£ hohe Aller geschwächter Herzmuskel ben An­strengungen. die durch die fieberbtfte Drippe- Infcftion hervorgcrufen waren, sich nicht mehr ge­wachsen zeigte.

DaS Fluchen auf der englischen Bühne. Ss ist de'annttich eine Nachwirkang d:S noch heute in England herrschenden PuritaniSmoS. daß daS Fluchen für eine schlimme Sünde güt, und eS ebenso verpönt ist. den Tiamen GvttcS .un­nützlich im Mund« zu führen". D^»eS Derdot er­streckt fcch natürlich auch auf die Bühne, inb fo ton eS denn im 17. und 18. 3abrt>unhan kdbft

Aollen. sowie in einzelnen Gfemplaren rafftem die inzwischen hinzugekommencn Deugleriaea die untxrfebrten Käse auf und verschwände« im Trubel der Menge nach allen Nichtunaen.

mc. 5 r a n r f u r t a. M.. 5. Dez. Auf Dem städtischen Hauptfriedhof fand vor einigen Togen eine Totenfeier für einen verstor­benen evangelischen Pfarrer einer hiesigen Ge­meinde statt, bei der der Posaunenchor seiner Kirche milwirkte. Nunmehr hat man von dem Chor die Zahlung einer nicht unerheblichen Vergnügungssteuer gefordert. Die städtische Steuersucherei treibt eben die un­glaublichsten Bluten.

e Frankfurt a. TL, 5. Dez. Don bet deutschen Schiffahrt nach dem Kriege und ihrem erstaunlichen Ausichwuna den fee bertiii wieder gewonnen hat, wird sich der ein deutliches Bild machen können, der die Ausstellung der großen deutschen SchltzahrtSllniLn, die rastlos an threm Wicherausbau arb*ten. besich i^t, die vorn 20 Te^cmber 1921 bis 15. .Vrauxr 1S22 im Nah­men der großen AuSstrilung .Zweite Hei­mat" im HauS Derkbund in Frankfurt a. M gezeigt werden wird. Diese Ausstellung will eine Be-arung der AuStoanderungSlustiaen und zugleich eine Beleb^ung der .ir landsdeutscho» über das Auslandsdeutlchtum fein.

ohm. Neckers Hausen, 5 De» Gin loh­nendes Geschäft machte bc- Besitzer Becker der früheren Born horst schen Mühle hür. Nach­dem vor einigen ()ahren die Mühst- mit etwa 30 Morgen Land bei der Zwangsversteigerung 72 000 Mark kostete, kaufte sie der bisherige Be­sitzer im Jahr? 1919 mit etwa 20 Morgen Land für 100 000 Mark und erzielte jetzt bei dem Weiterverkau' an den neuen Besitzer den Betrag von einer Million Mark.

Für daS lOpPaucr Hilföwerk

sind noch folgende Beträge in der Sammelstell« deS .Gießener AnzeiaerS'' einae^ahlt worden K Müller 10.- Mk.. Mittelklalle der Schule Holzheim 156. Ml. Stadlmädchenschule Gießen fnon den Schülerinnen der hiesigen Stadt- Mädchenschule lSchillerstraßei für die in Not ge­ratenen Kinder in Opvuu) 992.35 TM., G D 20. Mari. Zrl. Pimp«nt ^Amerika) 40 M?. 8. TL 5 - Mk.. Teter Gräf. Loks. i. TL 20 ML, zu- iannr.cn 12W.35 Mk.

Das Gesamtergebnis stellt sich auf 255935 Mk.

Wir schließe hiermit unsere Sammlung für das O-V2UC- H-'s 'r^rk ab und dan'cn im Namen her kn-rch b's HngJüd Betroffene' allen, die durch ihre Spenden bie Not lindern halfen.

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fianbeL

Cme KrifiS in der Sisanindusirie.

Offen, 5 Dez (WTB) In der am 29. No­vember abgehal'encn Sitzung des Noheifen- a u ä f ch^a s s e S bej Liscntoirsich flSbundeS wurde von den Vertretern der Verbraucher die Er­klärung abgegeben, in der es u a. heißt' Die er­höhte Beschäftigung der toei icrncrarbeitenben Difenindustrie führte in letzter Zeit dne aanz g e- toaltige Steiaeruna dcS Noheifen- verbrauchs h.-roei 1^ fi' 23 faltRcbcntk* Hoch­öfen kennen nicht in Betrieb gen Ammen werden, da nach Angaben mafjaebeiber Stellen bei der augen­blicklichen Lage die Z^ohle-ip-wdufrion eine Mebr- zutrilung von Koks an die Hvchofenindustris ganz ausgeschlossen ist. DS ist somit die äuße-si betrijbcibe Tatsache zu txrytitbntn, daß zirka 2000 a l S Noheifenverbraucher in Betracht kommende deutscheDiscn- gieße-eien, Maschir.ensobri'.n und Stab!- toerfe die Herein"ahme von Aufträgen und der besonders 2u cri! loh-^nden AuSlandSauf- trägeabzulrhAen gezwungen find, weil ihnen daS zur Ausführung der Aufträge dringend benötigte Roheisen nicht zu i.'führt to*rbcn kann De- Noh. i'enausfchu'i de? <?i'e iwirtfchaftSbundes erörterte diele Angelegenhrit drgebenb. <3r ver­tritt in der übertotetcnlxm Mehrhell der Mit­glieder, die sowohl den Krrisen der Gcf'uprr. deS HattdelS und der Ver­braucher als auch in glribrr Anzahl den Krrifc» der Arbeitnehmer anaehörrn. die Auffas- mng. "daß die cinriac M"g i^'rit zu dner auÄ- r.siche-'den B?lirie'una her Lohrif-m v rdrauchen- den Industrie mit Nobei'en untt den h ukigcn Wirtsch-aftSV-rhält'si'sen ru' 'n ter Erhöhung der Kohlen- und KokSförderung zu crbfl(fen ist. Der TuSschuß richtri d Shalb an alle S'sllei, benen e;re Besierurg VerB irifchastS- lage rabelieaen mu*', hto br.nqerbc Ausiord^ung. Mittrl und Wege zu finden, trie bue Grhöh«g der Kohlerförderung (evährlcl'len.

in den ausgelasiensten und fit'ailo'c ^en Stücken nicht vor. daß ein Schauspieler auf den wett- !' deutenden Brettern einen Fluch in ben Mund nahm. In neu cd Feit ebzr ist mit vielen anderen schlimmen Hnfitlcn auch doS Fluchen asi der mTglifchen Bühne mehr unb mehr «in^erissen, und dagegen wendet sich die Vetrc btung enei bekann­ten britischen Dramatikers in der .Daily Mail*. Gr erwähnt, daß In den Garderoben drS tSe- li'eum-TheaterS arove P'a'at- a: bracht feien, b;e die Schauspieler vor dem Gebrauch von Flü­chen warnten. un> er verlangt, daß auch der englische Bühenfchriftftetter von heute feine Stücke ^caufbin einer genauen Dirchf.cht unterziehen sollte, wenn ihm vielleicht im SchafsenSeifer en Fluch erllfchlüpft. .Während des Schreib n- un­terer Werke,' meint er, .greifen wir sticht in die Pfefterbüchiel aber die allzu starken Ausdrücke rsrHfen bann wieder auSg.nnrrzt werden, beim eS ist doch lehr peinlich, befonb.rS wenn man mit jungen Leuten ins Theater ged:, auf &e- Bühne irrte.belnan angcbsiche^ Gentzenan tri einen alten Matrosen fluchen zu hören." G!n Aundaung durch die Londoner Theater bri den Verfasser davon überzeugt, daß gegenwlrtir In den Stücken febr viel mehr aesiuckri toirb, alS nösitz wävr. und er führt alS Vorbild alte Schriftste'ler toi? Sherdian und Olivex GoldfmUH an, die dn-ch auch sehr re­alistische Vorgänge behandelt hatten und trotz­dem ohne blasphemis-che Aufrufe und ohne bl# Anrufung GottcS in s.ew^dnsichen Gespräch ait* gekommen feien. Getoiv muß dem Tram Girier zn- geflcrben werden, daß er an einer Wich ten Stelle, wo eS zur vhavakteristtt der ^kdanen und notwendig ist. wohl bedacht auch einmal einen kräftigen Fluch a-brinat. aber die Häilliglest der nicht Turitoenbigen Flüche ist es. die die Lmpörung deS tooblanständigen drill sch-?n Publikums erregt, unb diese sollte unter allen Umständen vermieden - werden