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Nr. (82 Dritter Blatt

Giehener Anzeiger (General-Anzeiger für Gberhchen)

Samstag, 6. August 1921

Kinderreichen-Fürsorge.

Don Emma Strvpp.

Ktnderfürforge gilt in Deutschland al» citoae tzelbst verständliches Zahlreiche Organisationen sind dieser rwUserhaltenden Ausgabe getoibmet; fte nehmen sich in danlenStoerter Weise der gesund­heitlichen Förderung, der geistigen Entwicklung unserer Jugend an, suchen auch den Wurzeln der offenbaren Mitzstände nachzugehen, meist Ke doch ohne diese in der wünschenswerten und von ihnen erstrebten Weise zu erreichen.

Diese Wurzeln sind vorwiegend in dem letzt noch gesteigerten Dvhnungselend zu suchen, dem sumpfigen Rährboden von llnsittlichleit, 5tran?« heil und Verkommenheit, von Arbeitsunlust und -UnsLhiakett, sowie der begreiflichen, aber staats- zerfetzenden Unzufriedenheit, dle aus diesen Iammerverhältnissen erwachsen mutz.

Es ist daher zweifellos, dah neben der Kruderfürsorge die Familimfürsorge.ein-useden Hal bzw. aufzubauen ist und in ihr selbstverständ« lich die kinderreichen Familien in erster Linie zu berücksichtigen sind. Die neue ReichSverfassung tragt diesem Gedanken in Artikel 119 Rechnung, m welcher sie klar und deutlich ausfprichtDie Reinerhaltung. Gesundung u. soziale Fürsorge der Familie ist Aufgabe des Staates und der Ge­meinden. Kinderreiche Familien ha­ben Anspruch auf auSgleichende Für­sorge.-

SS fragt sich nun, in welcher Weise foU diese ausgleichende Fürsorge gehalten sein? Sind die Mahnahmen, die in dieser Hinsicht getroffen werden, ausreichend? Erfassen sie alle dafür in Betracht kommenden Familien?

Diese Fragen lassen sich zusammenfasserrd da­hin beantworten, dah die kinderreichen Haus' haltungsvorständ^n gewährten Steuerermätzigun- gen diesen Zweck wenig oder gar nicht erfüllen, da an direkten Steuern von Kinderreichen nur ge­ringe Summen gezahlt werden, die meisten von ihnen sogar steuerfrei flnb; indirekte Steuern, die la, vom Salz und den Streichhölzern an gefangen, auch die einfachsten Lebensbedürfnisse belasten, zahlen die Kinderreichen um so mehr, je gröhcr die Zahl ihres Rachwuchses ifl; dazu kommt die Steigerung der Preise für Kleidung und Sr- aährung, von Wohnung und Ausbildungskosten Den Kinderreichen sind damit Lasten und Sorgen auferlegt, die unzweifelhaft in unserem Volke den Willen zum Kinde noch mehr herabdrücken müssen, wie es bereits der Fall ist. Ohne wachsende Ve- völterungSzahl kann jedoch em otaal nicht be­stehen.

Es ergibt sich daher die Vvtwendigkeit, datz im Hinblick aus die Erhaltung unserer VolkSkraft andere uttd durchgreifendere Motznahmen getrof­fen werden müssen, um den verfassungsgemütz ge­sicherten Ausgleich herbeizuführen.

Dieses Ziel haben sich eine Anzahl führender Persönlichkeiten zur Aufgabe gestellt, die durch einen ,Dund der Kinderreichen", ohne Ansehen von Satter und Beruf, eine Interessengemeinschaft x mit Kindern gesegneten Familien ins Leben zu rufen im Begriffe sind, die in einheitlichem Vorgehen die bestehenden Verhältnisse bessern will, und zwar in erster Linie dadurch, datz sie den Kinderreichen gesunde Wohnungen schafft und fle zu Selbstversorgern macht.

Diese Forderung stützt sich gleichfalls auf eine Zusage der Reichsverfassung. die in Art. 155 besonders den kinderreichen Familien eine ihren Bedürfnissen entsprechende Wohn- und Heim­stätte- verspricht.

ES wird nun vvrgeschlagen und von der neuen Organisation erstrebt werden, datz, vor­erst einmal in und um Groh-Berlin, durch den Staat oder die Einzelgemernden bescheidene Ein­familienhäuser mit einer Ackerfläche von etwa einem Morgen den Kinderreichen zur Verfügung gestellt werden, kostenfrei oder gegen geringes Entgelt, um sie herauszuführen aus der Woh­nungsnot der Grotzstadt und ihnen und ihren Kindern ein Leben in Luft und Sonne zu sichern, sie aber auch gleichzeitig, unter Mithilfe der Kinder, zu Selbstversorgern werden zu lassen, sie dem Landleben wieder zuzuführen und ein Geschlecht heranwachsen zu lassen, in dem Liebe zur selbstbestellten Scholle, zur Heimat, zum deut­schen Daterlande grvtz und zu innerstem Besitz wird.

Zur Begründung dieser Zielsetzung diene die Tatsache, dah imalten" Berlin, dem vor der Etnaeincindung der Vororte, auf die in ihm vorhandenen 256 000 Einzimmerwohnungen durch­schnittlich 23 Bewohner kommen. Herr Geheim­rat Plate, einer der tatkräftigsten Förderer deS Bundes der Kinderreichen" »ugt dieser Auf­stellung au:Da viele nur von einer Person bewohnt werden, sind tn anderen meßt als drei Personen zusammengepfercht. Ich habe Briefe In Händen, deren Schreiber mit drei biS neun und mehr Familienangehörigen auf einen eimlgen Wohnraum angewiesen sind, einer mit sieben Kindern in einer Stube von 24 Quadrat­metern." Eine weitere Feststellung besagt, dab m Hamburg über 1000 Familien mit sechs und mehr Kindern in einer Einzimmerwohnung hausen, ilnb wo liegen diese Wohnungen? In engen, düsteren Häusern, deren Höfe von dem Geruch der Müll­kästen. der Aborte verpestet sind.

Wie kann unter solchen Verhältnissen ein körperlich gesunder, arbeitsfroher und zufriedener Mensch heranwachsen? Es ist unmöglich. De- trächten wir die Lage des Mittelstandes, so sind in ihm bei den Kinderreichen, wenn auch nicht in ganz so krasser Weise, doch ähnliche Zustande vorhanden, die die gesunde Aufzucht der Kinder­schar beemträchtigen und junge Ehepaare davor Zu rückschrecken lassen, Kindern das Leben zu schenken, denen sie ein Mindestmah von Iugend- freube, sorgsamer Pflege und Erziehung zu geben nrcht in der Lage sind.

Das Ziel desBundes der Kinderreichen von Berlin E. V.", vorerst einmal auf die Schaffung von gesunden Wohnungen hinzuarbeiten und die Dolksgesamtheit von dieser Dotwcndigkelt zu Über­zeugen, dürfte daher weiteste Unterstützung finden. Dieser Bund will weiter dafür eintreten, datz Kinderreiche bei Vergebung von Arbeits- und Lehrstellen, bei der Verteilung von Lebensmitteln, Kleidern, Wohnungen und Gartenland der Vor­tritt eingeräumt wird, ebenso bei der Regelung der Kriegsbeschädigten- Kriegerwitwen- und Er- werbslosenfürsorge, in den Ferienkolonien ufto.

Man wird dem nun entgegenhalten können, daß durch die Tarife der verschiedenen Berufs­organisationen bereits in Gestalt von Kinder- zulagen eine gewisseausgleichende Fürsorge"

geleistet wird. DaS ist richtig, doch werden von chr nur die Festangestellten umsatzt» während weit eKreise des Mittelstandes, der freien Berufe, sowie der erwerbslosen Witwen diese Vergünsti­gung nicht geniesten. Auherdem steht zu befürch­ten, datz die Arbeitgeber, tvenn es (id) um hervor­ragend le ähigte An.estel te :ber Arbeiter handelt, bei dec Einstellung klnde.l .'sen Bewerbern den Vor­zug gebend irKin er-. la en !i >d demnach

ein zweischneidiges Schwert, gleichen autzerdem nur Die Rvtstände besonderer Berufsschichten aus. Wenn derBund" daher davon absehen möchte, die Arbeitgeber noch mehr zu belasten, dafür aber Staat und Gemeinden zu gewinnen, eine produk­tive Kinderreichenfürsorge durch Gewährung von Wohnhäusern und bestellbarer Bodenfläche zu treiben, so kann ihm nur zugestimmt werden.

AlS ..kinderreich" gelten Eltern mit mehr als vier, Witwen mit mehr als drei Kindern. Wer dem neuenBund der Kinderreichen" beitreten will, wird gebeten, sich an dessen Geschäftsstelle Berlin W 66, zu Händen von Herrn Geheimrat Plate, unter Angabe von Beruf unb Kinoerzahl, zu wenden. Kinderlose sind als Förderer will­kommen. 'Dieser Bund ist jedoch, was besonders hervorgehoben werben muh, nicht als Alnter- stützungsverein gedacht, sondern allein als eine Genossenschaft zur Selbsthilfe.

Richt Mietskaserne unb Krankenhaus, ble Seldstversorgerheimstätte ist sein Zukunftsibeal, also eine Kinberfürsorge^ bie nicht bie Symptome bekämpft, sondern durch Familienfürsorge die Wurzeln der Mihstände ausroden will, die unsere Volksgesundheit schwächen, auf dah auf gereinig­tem Boden neue Kraft und neuer Geist erblühen.

Aus dem Amtsvcrkündigungsblatt.

* Das Amtsverkündigungsblatt Rr. 113 vom 5. August enthält' Jagdschutz. Allgemeiner hessischer Ougcnbfeiertag. - Dienst- nach richten. Feldbereinigungen Heuchelheim unb Stangenrod Versteigerung ber Resibe- fiänbe des LagerS ber Treuhanbartiengesellschast in Fulda. Gefunden, verloren.

Gefunden und verloren. In der Zeit vom 16.31. Juli wurden in (Sieben ge­funden: 2 Portemonnaies mit Inhalt, 1 Hand- iäschchen mit Perlen besetzt, 1 Stoffgürtel, 1 wachs- ledernes Mäppchen mit Inhalt, 1 Teil von einem goldenen Kettenarmband. 1 Spazierstock, 1 Kinder- strümpfchen, 1 Haarschneidemaschine, 1 Tulaarm- band 1 Damenhut, 1 Tabakpfeife, 1 Waschseil, ein Selbstbinder, 1 Handtasche aus Stoff, 1 goldener Kneifer, 4 Stränge Wollgarn, 1 goldenes HalS- kettchen: verloren: 1 goldenes Kettenarmband, 1 goldener Damenring mit Brillanten, 1 goldenes Qumbanb, 1 Brieftasche mit 200 Mk., 1 brauner Herrenhut, 1 goldene Damenuhr mit Lederarm- band, 1 blaues Portemonnaie mit etwa 518 Mk., 1 Schreibheft mit 50 Mk. Inhalt, 1 silberne Damen­uhr mit ftlbermem Sektzipfel. 1 Darnen-Tulauhr, Wert 300400 Mk.. 1 schwarze Brieftasche mit 150 Mk., 1 schwarzer Damenregenschirm, 1 silberne Herrenuhr mit Kette.

Kunst und Wissenschaft.

Wien, 5. Aug. (WTB.) Gestern begann hier der internationale Kongretz der Augen­ärzte, zu dem neben zahlreichen inländischen Aerzten ble bekanntesten Augenärzte Deutsch­lands. Ungarns, Italiens, ber Schweiz, Däne­marks. Spaniens, Horb- unb Südamerikas, Bra­siliens, Japans, Australiens, Indiens ufto. er­schienen. England, Frankreich und Belgien sind auf dem Kongreß unvertreten.

Vermischtes.

Opfer der Berge.

Innsbruck, 5. Aug. (WTB.) Dem .Alpenland" zufolge ist bei ber Besteigung ber Dreijuppenfpitze bie 6tabtrat8gattin Rösch aus Deutschlanb bei einer führerlosen Partie von ber Darmstäbter Hütte auf bem Seekopfe unb im mittleren Furchthorn Regierungsbaurat Johann Krieg auS Offenburg In Baben löblich ab« gestürzt. Dermiht werben brei Innsbrucker Touristen, bie am Sonntag eine Tour ins Kar- toenbelgebirge zur Erkletterung ber Aorbwanb ber Kraxmarer Kar (Mllzerwanb) unternommen haben.

Ä

f. Aus dem Vogelsberg, 1. August. Ein überaus rührender Fall von Mutterliebe eines Rebhuhns hat sich im westlichen Vogelsberg zugetragen. In einem schnittreifen Weizenfeld hatte sich eine Rebhuhn- mutter mit 14 Jungen häuslich niedergelassen. DaS Feld wurde eines schönes Tages abgemäht. Der Schnitter bemerkte das gut versteckte Reb­huhnnest nicht Ed traf die schützende Mutter, die ihre Kinder mit auSgebreiteten Flügeln zu decken suchte, gerade in dem Augenblick mit der Sense, als sie aufstreichen wollte, um die Aufmerksam­keit deS Schnitters von dem Reste abzulenken. Der linke Flügel wurde dem Tiere über die Hälfte abgeschnitten. Unter lautem Klagen unb Locken lief bas Rebhuhn bie Furche entlang nach dem benachbarten Kleeselb, immer ängstlich lockenb unb von einem Enbe bes Ackers nach bem an- berrt laufend. Der Mäher entdeckte nun auch bas Rest mit ben 14, kaum bem Ei entschlüpften Rebhuhnkindern und ließ zu ihrem Schutze im Kreis um daS Rest herum den Weizen stehen. Auch brachte ber mitleibige Lanbmann neuen Weizen als Ergänzung des schon abgemähten hinzu. Am anderen Morgen kam derselbe ßanb- mann auf das Feld, um den gemähten Weizen in Garben zu binden. Er sah auch ncch dem Rest, fand eS aber leer. Da bemerkte er eine Blutspur quer über den Acker nach dem Kleefeld. Dieser Spur gtna er nach und sand etwa 10 Schrille im Klee ble löblich getroffene Mutter, bie ihre Kinder mit bem gefunben Flügel zu Überbecken versuchte. Die sorgende Tiermutter hatte mit ihrer letzten Kraft bie Jungen aus bem gefahrvollen Reste herausgelockt unb hier in Sicherheit ge­bracht. Daraus verblutete sie, ber ßanbmann fanb sie tot mit ben lebenben Jungen. Es ist eine be­kannte Tatsache, bah Felbhühner, besonbers aber Wachteln, burch Herauslaufen ben Menfchen zu täuschen versuchen, was ihnen sogar meistens ge­lingt Kommt man in bie Rähe eines Weizen­feldes, an dessen Rand eine Wachtelmutter ihre

Jungen ausfühtt, so ertönt der kurze scharfe Warnruf der Mutter, auf den die Jungen sofort in das Weizenfeld stürzen und sich unter die Schollen drücken. Vater und Mutter flüchten jetzt nicht ebenfalls, sondern laufen dem Menschen ent­gegen und lenken ihn von den Jungen ab. Der Mensch glaubt nun, bie langsam laufenden Tiere fangen zu können und geht ihnen nach, bekommt sie natürlich nicht Wird die Verfolgung in noch aesährlicher Rähe ber Jungen aufgegeben, so benutzen die Tiere den Trick, sich flügellahm zu stellen, sie legen sich ermattet auf ben Doben, bis man toleber ble Verfolgung aufnimmt.

Handel.

Berlin, 5. Aug. Börsenstimmungs- bilb. Infolge einer gewissen Zurückhaltung ber Spekulation wegen ber bevorstehenden Enlschcl- bung über bas Schicksal Oberschleflens. woburch natürlich auch bas Publikum in feiner Kauflust etwas gedämpft wurde, machte sich heute an ber Börse ein leichter Rückgang im Geschäftsgang ganz allgemein bemerkbar. Auf Veranlassung ber so« genannten Stempelvereinigung werden überdies seitens des Dörsenvvrstandes ziemlich einschnei­dende organisatorische Mahnahmen erwogen, um die unliebsamen Verhältnisse hinsichtlich der start verspäteten KursseststeUung am Industriemarkt wenigstens auf ein erträgliches Matz zurückzu- führen. Die Kursbildung war anfangs nicht ein­heitlich, doch überwogen für ble Mehrzahl ber Papiere KurSerhöhungen, bie aber nur bei Phö­nix Th. Goldschmibt, Rüttgerswerke unb Oren- ftetn & Koppel sowie einigen Maschinenfabrikaktien über 10 Prozent hinausgingen. Im Mittelpunkt des Interesses standen bei (einer Besserung von 40 Prozent Akkumulatoren Auch Felten & Guil­leaume waren bei allerdings geringeren Umsätzen 25 Prozent höher. Die Kursbewegung war bei anhaltend stilleren älnllähen als man letzthin ge­wohnt war, auch weiterhin nach oben gerichtet. Die übrigen Märkte waren still und bie Kurse wenig verändert. Der Devisenmarkt war zurück­haltend bei schwankenden Preisen.

Frankfurt a. M, 5. Aug. Börsen- stlmmungsbild. Der Geschäftsoerkehr gestal­tete sich ruhig bei sichtlich freundlicher Stim­mung. Im freien Verkehr sanden Mansselber Kuxe Beachtung, sie würben zwischen 5530 unb 6000 gebanbeit. Deutsche Petroleum fanben zu 785, Ehern. Rhenania 533, Augsburg-Rürnberg 773 Aufnahme. Phönix Bergbau lagen bei ge­ringem Angebot fest. Bingwerke notierten 366'/r, Deuher Gas 396. Chemische Werte hatten mäßi­gen Verkehr. Scheibean statt stellten sich höher 679.50. Hirsch Kupfer beachtet gingen mit 399'/, um. Elettro Lahmeyer sowie A. E. G konnten sich befestigen. Rordbeulscher Lloyb blieben zu 158 gesucht. Rachfrage bestaub für Zellstoff Aschaffen­burg 81472 plus 10 Proz. Spinnerei Ettlingen, Maschs. Riebinger letztere 348 plus 8 Proz., Eisenwerke Meyer anzieheub 600. Spinnerei jam­merten 599 lebhaft ge&anbelt. Ferner. fanben Vogllänbische Maschinen zu 410, Münchener Löwenbräu zu 550, Reiniger Gebert zu 360 Aufnahme. PH. Holzmann schwächer 365*/,. Rorbb. Lloyb später schwächer 157l/i- Die Äbenbbörse schloß bei fester Tenbenz.

Frankfurt«.. TL, 6. August.

Berliner Devisenmarkt.

Geld Brief Geld Dries Datum: 4. August. 5. August.

Amsterdam« Kotiert. 2512,45 2517,55 24-7,59 2487,55

Brüssel.Antwerpen . 603,35 607,65 625,85 606,65

(Tbriftiania...... 1041,45 1043,55 1336,45 1 >38, 5

Kopenhagen..... 1256,70 1259,30 1246,25 1248,75

Stockholm 1675,80 1679,20 1663,30 1666,70

helsingsor«...... 124,85 125,15 124,60 124,90

Italien........ 347,15 347,85 348,65 349,35

London........ 293,70 294,30 292,20 292,80

Neuyork....... 82,78 82,46 81,03 81,21

Pans......... 629.35 630,65 628,35 629,65

Schweiz........1354,60 1357,40 1341,15 1343,05

Spanien...... . 1047,95 1050,05 1036,45 1038,55

Wien (altes).

Deutsch.Oesterr. . . . 8,93 8,97 8,58 8,62

Prag......... 103,10 103,40 101,95 102,05

Budapest....... 20,27 20,33 20,22 20,28

Bulgarien ......,

Konstantinopel. . . .

Börsenkurse.

Frankfurt Berlin

Abend- Abend- Schlutz- Schlutz-

KurS Kurs Kurs KurS

Datum: 4.8.

5'. Disch. ÄriegsanL 77,50

4*/e Disch. Reichsanl.

8*/, Disch. Neichsanl. ,

4% Preutz Konsols

Darmstädter Sank .

Deutsche Sank . . .

Disconto-Gesellschast Dresdner Bank...

Nationalbank f. D. . Mitteld. Creditbank. 164, H.-Amerik. Pakets. . 179,- Norddeutscher Lloyd. 158, Bock Guhstahlwerk . ,- D.-Luxemb. Bergw.. 404,50 Gelsenkirch. Bergw. . 407, Harpener Bergbau . 625,- Oberschles. (Eifenb.«S. 330, - Oberschles. Tisenind. . 289,75 Phönix.Bergb -Akt.. 925,- Bad. Anilin« u. Soda Höchster Farbwerke. 335,50

Elektt.LE.G..... 335,-

Schuckett-Werke. . . -, Felten-Guilleaume, . 580, Daimler....... 248, -

Bud.« Lisen«.-2lkt. , -,- Adlerwerke...... 278,

4'/,Hess.Staatranl. , -,- Elektron Griesheim.,

5.8. 4.8. 5.8. 77,50 77,50 77,50

76,50 79,40

76,90 76,80

70,90 71,-

170,- 170,- 302,70 303, 262,75 262.50 -,- 214,- 214'- 189,- 189,50 164,50 165,25 1 64,7k

176,36 176,84

157,50 165,84 158,-

529,75 529,- 400,- 400,- 400,- 412,- 407,- 411,- - - 615,- 617,-

331,- 331,- 335,- 294,- 285,25 293,- 935 - 92),- 935,-

- 381,- 405,- 336,- 339,75 337,- 335,- 333,- 336,50 -,- 284,- 2o3,- -,- 544,- 617,-

255,- 246,75 255,- 619,- 611, -,- 230, 276,- -,- 69,- 70,-

335,- 340,- 338,-

Züricher Devisenmarkt.

5. 8. 6. 8.

Wechsel auf Schweizer Franken

Holland........100 Fl. = 185.- 184.75

Deutschland......100 TRfc. = 7.45 7.-,25

Wien ....... 100 Kr. = 0.675 0.65 Prag.........100 Är. = 7.60 7.60

Paris.........100 Fr. » 46.85 46.65

London ........ 1 Ä = 21.75 21.69

Italien........ 100 2. - 26.10 2M5

Brüssel........100 Fr. - 44.90 44-80

Budapest.......100 Är. - 1.525 1-475

Neuyork........100 I - 602.- 602-50

Agram.........100 Kr. = 3^0 3 40

Bukarest.......100 L. - 7.60 7.60

Marknotierungen.

Für 100 deutsche Rlark wurden gezahlt:

Saturn: 1.7.1k 4.7. v. 8

Zürich...........Fr. 125,4) 7,37 7,4?

Amsterdam........Fl. 59,2) 3,98 4,03

Kopenhagen........Ar. 88,3 ) 8,10 8,10

Prag............ftx 117,43

Stockholm.........str 83,3) 6,- 6,65

Wien............Ar. 117,88 -,-

London..........Sh 97,8) 6,- 6,02

Paris...........Fr 125,43 15,- 15,84

Neuyork..........I 23,8 J 1,21 1,23

Märkte.

Frankfurter Obst- und Demüsemarkt.

Frankfurt a. M., 5. Aug Der heutige Markt war wieder gut mit allen, ber Jahres« zelt entsprechenden Oostarten beschickt. ES machte sich insolgebessen eine weitere Senkung der Preise besonberS bei Zwetschen unb ben ge­ringeren Qualitäten von Aepfeln und Birnen bemerkbar. Für Pfirsiche dagegen wurden erhöhte Preise "befahlt. Heidelbeeren waren noch In grö­beren Mengen angefahren und fanden zu festen Preisen glatten Absatz. Der Gemüsemarkt war heute etwas reichlicher befahren. An auswärtigen Gemüsen waren Weitzkraut, Blumeitkohi und Rot­kraut reichlich vorhanden und wurde zu hohen Preisen gekauft. Auswärtige Gurken fehlten. Es wird dies durch den Tiefstand unserer Valuta bedingt. Hiesige Salatgurken waren nur In kleinen Mengen angefahren und wurden zu hohen Preisen von hiesigen Händlern Übernommen, so datz eS den auswärtigen Händlern fast unmöglich war, das Risiko des hohen Einkauss zu tragen. Ein« Icgegurtcn waren heute auch reichlich angesahren. doch blieben die Preise bei guter Ware recht hoch. Alle anderen Gemüse waren in nicht aus­reichenden Mengen angesahren unb es wurden solche Händler beliefert, welche schon vorher fest bestellt hatten. 3m Grotzhandel wurde bezahlt: Pflückäpfel 1.20 3.50 Mk.. Falläpfel 0.40-0.75 Mark, Birnen 1.703 80 Mk, Zwei scheu 2 83 bis 3.50 Mk., Reineclauden 2.806.00 Mk., Mirabellen 3.506.00 Mk., Pfirsiche 9.00 -12.00 Mk.. Herdes beeren 3.20- 3.50 Mk., Tomaten 3.004.00 Mk.. Bohnen 3.504.50 Mk.. Salatgur len 3 00 -9.00 Mark. Einlegegurken 0.300.75 Mk» Weitzkraut 0.90-1.20 Mk., Wirsing 1.50- 2.00 Mk.. Rot- traut 1.60-1.80 Mk., Blumenkohl 7.50 Mk.. Sa­lat 0.801.50 Mk.. Endivien 1.502.50 Mk.. Sel­lerie 0.600.80 Mk Lauch 520 Pf, Zwiebel» 1.10-1.30 Mk., Kartoffeln 1.001.05 Mk.

(In einem Tell der Auflage wiederholt.) Das Rheinland eine vorgeschobene Bastion von Frankreich"!

Pari S, 5. Aug. (WTB.) Barrö res tritt heute tm .Echo de PariS" für die Aufrecht­erhaltung der »Sanktionen" am Rhein ein. Am Rhein urtd nirgend wo anders werde Frankreich die Pfänder für seine Bezahlung und seine Sicherheiten finden. Er denke, datz eS nicht mehr einen Franzosen gebe, der nicht begriffen habe, datz bie französische Politik barauf beruhe, dah man eine Rheinpolitik betreibe. Riemand werfe dem Ministerpräsidenten Driand vor, datz er ermutigende Worte an den neuen deutschen Reichskanzler gerichtet habe. Man müsse die ge­mäßigten Elemente in Deutschlanb begünstigen, es aber nur tun, um mit mehr Sicherheit und Freiheit die traditionelle Politik gegenüber Deutschland verfolgen zu können. Die erste Be­dingung sei, die französische Doktrin auf das linke Rheinufer in Kraft au halten. Die wesent­liche und ewige Lehre fei, datz zwischen der preutzischen Politik und ben westlichen Ländern eine Zone des Friedens erhalten werde, in ber sich ble Ideen deS Friedens entwickeln können. Diese wesentliche unb ewige Doktrin sei, batz bas Rheinlanb eine vorgeschobene Ba­stion von Frankreich gegenüber bem Osten sei.

Die Suttvaffmmg.

Berlin, 5. Aug. In Erfüllung ber Lon­doner EntwaffnungSnote der Entente find, den Blättern zufolge, gestern wiederum 1 90 Of­fiziere ber Reichswehr entlaßen wor­den. Es handelt sich hierbei um ble Verringerung ber Offiziersstellen, wie sie General Rollet zwecks Einreihung ber höheren DerwaltungSbeamten beim Mittiär In bie erlaubte Zahl von 4000 Offizieren geforbert hatte.

Zur Abrüstungskonferenz.

PariS, 5. Aug. (WTB) Rach einer Rach- richt aus Washington soll Japan geneigt sein, sich mit bem 1. Rovember, dem Tage deS Waffenstillstandes, als Eröffnungstag ber A b rüstungSkonferenz einverstanden zu er« klären. Doch befürchtet man in japanischen Kreisen, datz es unmöglich sein wird, bie Konferenz an diesem Tage zu eröffnen, da die Entfernung zwi­schen Tokio unb Washington sehr grotz fet und infolgedessen die Verständigung zwischen der Bot­schaft in Washington und der Regierung in Tokio über die Festlegung ber vorläufigen Vereinbarun­gen beträchtliche Fristen erfordere. Die Verhand­lungen der beteiligten Mächte über die auf der Konferenz zu erörternden Fragen dauern an. TOan hofft in Washington, dah die Frage der I n I e. V a p noch vor Eröffnung der Konferenz beigelegt werden könne.

Sine Rodelle zmn Dörsengesetz.

Berlin, 5. Aug. Laut,Bert.Tagebl." wirt dem Reichstag tm September eine Rovelle zur» Vörsengesetz zugehen, die ben Frauen ber Besuch ber Börse erlaubt

Quitos oerahrounden tfnd alle Hautuoremlgee-ten a HauteosschUge, wie Mileaaer, Hekeln, BlOtcben usw durch tägl Gebrauch d. allem echten tftatawferd-9eetsdwefeL-fci(i» non Bergmn < CeM überall zu habe».

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