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Kr. 260 Drittes Blatt Eichener Anzeiger (General-Anzeiger für Gderheffen)Samstag, 5. November (92|

Deutscher Reichstag.

140. Sitzung

Berlin, 4 Hohem5er

TLaä) Erledigung einer ganzen "Reihe Anträge führte bei Einbringung der neuen Steuergesetze

Reichsernährnngtmmister Dr. Hermes aus:

Di» hodUaenben Steuergesetzentwürfe suchen dem Gedanken Rechnung xu tragen, bah alle« ver­sucht werben muh. durch Vie Tat zu beweisen, bah unsere ganze Lei stungt fähig keil in ben Dienst un­serer Verpflichtungen gestellt werben soll. Jede vorhandene Steuer quelle muh bis aufs 2 u berste ausgefchöpst werben Sine Uebedpannung bet Steuerbelastung mühte aber ben Zusammenbruch des Wittschas Liebens ber bet führen unb damit die Quelle verstopfen, au« der die Einnahmen fliehen sollen. Gigantisch wie der hinter unS liegende Kampf sind auch die Folgen für uns. Wir haben aber Sie Zuversicht, bah die neuen Steuerlasten von bem deutschen Dolle getragen werden können, wenn alle Kräfte, die das deutsche Volk besitzt, vereinigt und zu höchster Leistungsfähigkeit an­gespannt werden Die Gesetzentwürfe gehen von Dem Grundsatz auS, keine neuen au beantragen, sondern ben Ausbau der bestehenden Gesetze zu erzielen. Die neuen Einnahmen müssen möglichst rasch unb ohne erhebliche Störungen des Wirt- 'chastslebens fliehend gemacht werden. Grperi- merte Müssen vermieden werden. Dei den Ent­würfen steht der Sntwud eines Gesetzes wegen der Aenderung des KohiensteuergeseyeS noch aus. Die Gesetzentwürfe haben das Ziel, einen gerechten Ausgleich zwischen der 'Belü­ftung des De brauchers und des Besitzes zu schaffen. Bleibt man bei der Scheidung von Steuern unter dem Gesichtspunkt der Derbrauchs- unb Defitzbelaslung so ist bezüglich ber Belastung des Derbrauches die Erhöhung der Umsatzsteuer und der Äoblenfleucr besonders hervorzuheben Aus den Ausbau dieser Steuern biS an die Grenze des Möglichen kann nicht verzichtet wer­den. Den Hauptteil der Besihsteuer bildet die Dermögenssteuer. An Stelle des in Wegfall kom­menden Teile« des Rcichsnotopsers soll auf die Dauer von 15 Zähren ein Zuschlag auf die Dermögenssteuer treten, der einen vollwertigen Ersatz für das ReichSnotopser bildet Mit allem Rachdruck werde ich auf eine rafte Orteb gung h~r laufenbenBeranlagungiarbeitcn hinw.rken, wö­bet ich mir von dem neueingerichteten Buch- und Detdebsprüfungsamt besonderen Ersv'g ver­spreche. für welchen Zweck jetzt 25 Millionen und für das Jahr 1922 rund 50 Millionen ange­fordert werden. Aus die Bedürsnilse der Lander und Gemeinden ist in den Gesetzentwürfen weit­gehendste Rücksicht genommen, denen im Kapitai- verkehrssteuergesetz, bei der DewerdeanfchaffungS- und bei der Kraftfahrzeugsteuer eine Besteuerung zugedacht wo ben ist. Der Beilage der Klein­rentner ist in dem DermögenSsteuergeseh Rechnung getragen, indem sie nicht nur von der Vermögens- steuer ÄLaelaffen werden, sondern ihnen auch da- b-EH entrichtete Rvtvpfer wiedererstattet wird, Mehrertrag der vorg sch'r, ge­

gen Weitern wird mit 40 biS 42 Mil­lionen zu veranschlagen sein, eine Summe, die allerdings nicht ausreicht, um unsere Ver­pflichtungen aus dorn FriedenSvertrage und bem Ultimatum zu erfüllen. Bisher waren an AuSgabet auf den ordentlichen Etat 48'/$ Milliar­den Mark nötig Dazu werben nunmehr neu an- gefordert 65,8 Milliarden, so dah die Ausgaben für 1921 sich auf rund 114 < Milliarden belaufen. CS werden u a. an gefordert. 55,1 Milliarden für die Ausführung des FriedenSvertrageS, 2,9 Milliarden für die Erhöhung der TeuerungSzu- fchläge. 6,6 Milliarden an Mehr-Überweisung an die Länder und Gemeinden. Dach den bisherigen Einnahmeanfätzen für 1921 wurden erwartet 44 2 Milliarden Dach den Ansätzen deS dritten Nach­trages werden weitere 17 Milliarden erwartet, so dah sich zusammen 61,2 Milliarden an Ein­nahmen für 1921 ergeben. Auf dem ordentlichen Stal bleibt also allein ein Fehlbetrag von 53 Milliarden Mark. Ohne die Kontribution hat der ordentliche HauShaU von 1921 einen Ueberschuh von 2 Millionen, denen Ausgaben für Kontri­bution in Höhe von 55 Milliarden gegenüber­gestellt sind Don den Kosten für die Ausführung deS FriedenSvertrageS, die mit 26,6 Milliarden eingestellt waren, sind rund 20 Milliarden auf den ordentlichen Haushalt übergegangen, von denen auf die Mehrausgabe entfallen sollen 19 Milliarden auf die ReichSeisenbahn. Der ordent­liche Haushalt für die allgemeine Reichsverwal- tung soll für 1922 bereits einen Heberschuh von 38,7 Milliarden Mark ergeben. Dieser lieber- schuh wird aber völlig verschlungen durch die ordentlichen Ausgaben für Kontributionen, die einstweilen mit 37,6 Milliarden angeseht sind, so dah sich ein Fehlbetrag von 48,9 Milliarden cigeben würde. Die ReichSregierung steht auf dem Standpunkt, dah alles geschehen muh, um unseren Verpflichtungen auS dem verlorenen Kriege soweit als möglich nachzukommen. Auch daS deutsche Wirtschaftsleben hat nach dem Zu­sammenbruch nicht aus Derzweiflung oder Trotz die Hände in den Schoh gelegt, sondern hat in rastloser Arbeit und ungesäumt mit seinem Wie­deraufbau begonnen. Dur so kann der ernste Wille des deutschen Volles bekundet werden, dah eS alles, was in seinen Kräften steht, zu tun entschlossen iji, um der eigenen Ruhe und der Ruhe der Leit willen. Ein wirksamer Aus­weg aus unserer ungeheueren Finanznot wird sich erst dann finden, wenn sich bei unseren einstigen Gegnern die Erkenntnis durchgefcht hat, dah im 3ntcicffc_ ihrer eigenen Völker die durch die Entscheidung über Oberschlesien wesentlich ver­schärfte Lage des deutschen Volles durch eine ver­nünftige Anpassung seiner Verpflichtungen an seine Leistungsfähigkeit erleichtert werden muh. Schon mehren sich im Auslande die Stimmen der Einsicht erfahrener Männer. Das find die ersten Anzeichen wirtchas lecher Wcl.Vernunft Eine wirksame Unterstützung erhoffe ich von dem Ergeb­nis der Verhandlungen, die mit Vertretern der Industrie, des Handels und der Landwirtschaft wegen einer Kredithilfe von der bisherigen Regierung eingeleitel worden sind und im gleichen Sinne von der gegenwärtigen Regierung wciler- gcführt werden. Ich weih, dah die vorgelegten Gesetzentwürfe an die politischen Anschauungen aller Parteien Anforderungen stellen, weih aber auch, dah di scs hohe Haus sich feiner Verantwor­tung vor dem deutschen Volke bemüht ist. Ich darf die dringende Bitte aussprechen, die Bera­tungen über die Entwürfe noch in diesem Jahr zu Ende zu führen. Möge die Rot des Reiches

or. Bahrs ZahnpulverNr. 23 vom Zahnarzt verordnet, daher 11592D das rechte Zahn pflege mittel. Kronz-Drogerie. BabnW. 57; Brog, i VnieM m [reizplüz.

hinwegfuhren über Parteianschauung und Pattei- tänibfe und mögen Ihre Beratungen eine Quelle be« urtf so bitter nötigen Frieden- unb der inneren Festigung werden, zur allmählichen Gesundnna un­seres beute aus laufend Wunden blutenden deut­schen Vaterlandes, iBeifall.)

Bon 45 Anträgen, die auf der heutigen ^geSordnung standen, wurden 25 erledigt. Don allgemeinem Interesse ist eine Anfrage der deutschnationalen Abgeordneten Frau Dehn, die darüber Beschwerde führt, bah eine bereits be­gonnene Gedächtnisfeier anlähltch des Todes der Kaiserin am 25. Oktober unmittelbar vor der Gedächtnisrede verboten wurde. Die Regierung läht erwidern, bah die Veranstalter es unter­lassen hatten, die Erlaubnis des preuhischen Fi­nanzministers, de- Eigentümers von Grund und Boden Sanssouci, einzuholen. Das Verbot der Polizeibehörde sei zu beanstanden: eine Ver­letzung des Versammlung-rechtes erfolgte nicht.

Weitere Anträge der Deutschnationalen be­trafen die Rückerstattung der beim Lohnabzug zuviel erhobenen Steuer.

Regierungsseitig wird erwidert, bah die Fi­nanzämter angewiesen find, in Fällen, wo es sich um besonders bedürftige und in Rot befind­liche Steuerpflichtige handelt, auf Antrag der Steuerpflichtigen deren Veranlagung vorweg zu nehmen. Durch diese Anordnung ist die Der- anlagungearbcü auherordenllich erschwert wor­den. In Zukunft muh von solchen Vergünstigungen unter allen Umständen abgesehen werden.

Die Au-sprache über die Steuervorlagen wurde darauf auf Blontag 1 Uhr vertagt Schluh 3.15 Uhr.

Kunstturnen in (Sieben.')

In vielen ötäbten unseres Vaterlands fan­den schon Werbeveranstaltungen der Deutschen Turnerschaft statt. Die besten Turner baten sich stetS gern und freudig in den Dienst der guten Sache gestellt. Auch die Dietzen er Tumerschaft glaubte, eS der Bevölkerung unserer Stadt schuldig zu sein, ihr zu zeigen, was deutsches Turnen heißt. SS war dem schaffensfreudigen AuSschutz der Giehener Turnerschaft gelungen, wirst ich die Besten für ihre Veranstaltung zu gewinnen. Hier im Stadttheater gaben sich "ber 2 3., 4. unb 5. Sieger bei den diesjährigen Meist erschaf ts- kämpfen der Deutschen Turnerschaft in Hannover ein Stelldichein. Gs reihten sich würdig em die Kreismeisterin und der KreiSmeister deS 9. KreiscS in Frei- und Handgeräteübungen. Kein Zufall war es auch, bah der Deutsche Meister am Reck und ber Kreismeister am Pferd zugegen waren. Richt unerwähnt seien die beiden auswärtigen Fechter, die schon öfters berufen waren, ihre Waffe im Auslande zu vertreten, so in London und Stockholm. Wirklich eine seltene Auswahl auserlesener Kräfte, die sich der (Siebener Tumer­schaft zur Verfügung stellte.

Den Rahmen des Ganzen bildeten die Ab­teilungen der beiden hiesigen Turnvereine, des MännerturnvereinS und des Gießener Turnver­eins. Lieblich muteten die Hebungen der Schü­lerinnen des T. V. an den Schwede kanten an. Mit ganzer Seele hängen diese jüngsten Turnerinnen an der schönen Tumfach.', helle Bcg ifterung leuch­tete aus ihren glänzenden Augen. Run folgte die erste Glanznummer: Kunstturnen am Pferd. Man staunte, selbst ben Tümer überraschte die Fülle der Hebungen, die hier formvollendet geboten wurden.

Das Keulenschwingen ber aktiven Turner des M. T. D. sprach allgemein an und zeugte von grobem Fleiß und langer Hebung. Die nun fol­genden 6 tob Übungen der Turnerinnen des T. D. gaben ekn Bild deutschen Frauenturnens, das später durch die Freiübungen der Turnerinnen des M. T. V. ergänzt wurde. Beide Abtellungen führten ihre Hebungen durchaus korrekt auS und ernteten wohlverdienten, reichen Beifall. Gins aus 8 Turnerinnen der beiden hiesigen Damen­abteilungen zusammengestellte Riege brachte unter Leitung des Gautumwarts Freiübungen alS AuS- brudeformen. Sine neuzeitliche Art des Frauen­turnens, dem Wohl in Zukunft Rechnung zu tragen sein wird, und die in ihrer schönen Ausführung allseits gefiel Die beiden nächsten Abteilungen stellten einen Gegensatz vielleicht unbewußt entstanden dar. Turnen der Schüler des M. T. V. an drei Pferden und Turnen der Tur­ner über 45 Jahre Hier schon die ersten Re­gungen eineS späteren Könnens, doN noch die elegante Gewandtheit, die kraftvoll in Erschei­nung tretende Spannkraft früherer Hebung Die Kunstfreiübungen brachte eine Hederraschung nach der anderen. Frei-, Stab- und Keulenübungen wechselten in bunter Folge. Turner und Turnerin­nen boten hier Gipfelleistungen und fanden durch reichen Beifall dargestellte Anerkennung Vom Kunstturnen am Barren und Red kann man nur sagen Sine Hebung überbot die andere, sei eS in Schwierigkeit, Reihenfolge, Zusammensetzung. Herrliche Leistungen: prachtvolle, jede MuSkel- anipamrung zeigende Ausführung liehen unS die Meister an bleien Geräten sehen Wenn nun noch die Darbietungen der bereinigten Fechler- riegen angeführt werden. Io mutz anerkannt wer­den, bah in ihrer Hebung System liegt, der Fern­st eben de bekam in gedrängter Form ein Bild deutschen Fechtens. Zuerst Schulfechten bann Afsautfechten in den vier Waffen: Florett, leichter unb schwerer Säbel und Kampf hegen man sah, bah Meister die Klinge führten Auch ihnen wurde reicher Beifall gespendet

) Infolge eines Mißverständnisses verspätet.

Deutsches Pfadfindertum.

Hns wird geschrieben:

Heber das Pfadfinderwesen in Deutschland herrschen vielfach recht sallche Anschauungen. Darum scheint es nötig, über die Ziele der Be­wegung nochmals aufzuklären.

Aufgebaut ist die ganze Bewegung auf ben Pfadfindergeboten, deren hauptsächlichste sind: .Auf die Ehre eineS Pfadfinders muh man unerschütterlich bauen können" und .Gin Pfad­finder ist treu seinem Gott und seinem Bat er­laube. Das Streben nach innerer unb äuherer Reinheit und Reinlichkeit. Treue zu Heimat und Vaterland, frommer Glaube und treueste Er­füllung selbst der lleinsten alltäglichen Pflich­ten sollen den Pfadfinder auszeichnen.

Daneben treiben wir auch körperliche Aus­bildung in allem, was unser Pfadfinderbuch uns

sagt: Spott. Spie! und Wanderungen und alle-, was für einen deutschen Jungen dazu gehört, der wirklich ein echter frischer deutscher Junge (ein will.

Vielfach wird unsere Bewegung mit dem Schlagwort .Militärisch abgetan, und man sucht damit gegen uns Propaganda zu machen. Will man uns etwa zum Vorwurf machen, dah wir beim Marsch durch Ortschaften in geordneter Gruppenkolonne, statt al- Hammelherbe mar­schieren, will man uns vorwersen. bah wir hal­ten und nbrnarschieren lallen, wie es jeder Turn­verein auch tut, unb dazu Kommando- geben? Sragt einmal alle die Jungen, die frische knutsche Jungen fmb, waS sie lieber wollen. Strammheit und Ordnung oder Latlchigkeil und ein Durch­einander.

Patteipolitik treiben wir nicht Wir zählen Jungen auS allen Kreisen zu den Unseren. Die Söhne von Arbeitern stehen neben den Jungen reichster Kaufleute nebeneinander in Reih unb Glied. Die Jungen sollen bei uns erkennen, bah fie alle aufeinanber angewiesen sind und bah nur Zusammenarbeit aller Klaffen de- Volkes uns unser Ziel erreichen läht.

2uch hier in (Sichen besteht seit kurzem ein Pfadfinderkorps Jungen, die Pfadfinder werden wollen, wenden sich an den KorpSleiter. cand. Phil. Ferdinand Heß, Hofmannstr. 8II. Die Veranstaltungen kann jedermann auS dem Anschlag In der Rickerschen Hniversltätsbuch- handlung, Bismardstrahe. ersehen.

Aus Stabt unb Canb.

® lehtn, den 5. Rov. 1921.

Die Ausleihung von HeereS- pf erden. Soweit in Zukunft Leihpferde durch die Truppenteile noch zur Abgabe kommen, find für die Verleihung folgende Bestimmungen des ReichSwehr-Ministeriums vom 8. September 1921 maßgebend: .Bewerberkreis. Die Pferde sind in erster Linie an die Landwirte unb SiedlungS- genoffenfchaften, in zweiter Linie an Gewerbe­treibende auSzuleihen. Wirtschaftlich schwache Be­werber sind bei gleichen Voraussetzungen hin­sichtlich der Zuverlässigkeit und Gewähr für gute Pflege und Fütterung den bessergestellten vorzu­ziehen. Zurüdziehen ber Pferde. Die Heeresverwaltung hat das Recht, die Pferde jederzeit zurüdzuziehen: a) bei dringendem Be­darf auf Anordnung deS Reichswehrministeriums: b) 6ci VettragSverstoben: c) zur Deckung von Fehlstellen an der Sollstärke. 3m Falle a müssen die Pfcrbe innerhalb 48 Stunden im Standort abgeliefert werden Leihgebühr und H a f t g e l d. Die Leihgebühr unb daS Haftgelb werden vom Truppenteil festgesetzt. 3m Bedarfs- alle kann für die ganze Dauer des Ausleihcns die Leihgebühr auf 1 Mark pro Tag und Pferd estgefetzt werden. Kündigungsfrist. De­gen unvermutetes, freiwilliges 3uvüdbringen ber Pferde gewährt Kündigungsfrist (etwa Htflgig) Schutz." Es wird aber ausdrücklich darauf auf­merksam gemacht, dah in Zukunft Anträge wegen Heberlassung von Leihpferden nicht mehr an die Landwirtschaftskammer in Darmstadt, sondern di­rekt an die Truppenteile zu richten sind. Die Landwirtschaftskammer bat, wie bereits schon wiederholt mitgeteilt worden ist, mit der Aus­leihung von Pferden nichts mehr zu tun. AIS Truppentelle, die für die Verleihung von Pferden noch in Betracht kommen, seien genannt: Reichs- wehr-Art.-Regt. Fulda mit 16 Pferden, Reichs­wehr-Art.-Regt. Fritzlar mit 24 Pferden. Bei f - wehr-3nf.-Regt. Gießen mit 2 Pferden. Gs dürfte sich empfehlen, zunächst mit den fraglichen Truppemeilen sich schriftlich wegen der Heber laffung der Abgabebedingungen inS Benehmen zu setzen oder telephonisch anzufragen, wann die AMragsteller zur 3naugenscheinnahme des Pser deS und Abholung desselben beim Truppenteil Rücksprache nehmen können. Ein selbständiges unangemeldete- Hinfahren zu den Truppenteilen ist nicht ratsam.

" Das Lderkonfistvrium bat an die evangelischen Dekanate und Pfarrämter deS Lan­des folgende- AuSfchreihen erlassen: .Wie im Boqabre, fo soll auch in diesem Jahre und weiterhin mit dem herkömmlichen Totenge- d ä ch t n i S t a g eine Trauerfeier für unsere Ge­fallenen ober infolge des Krieges Verstorbenen verbunden werben Es ist am Sonntag vorher den Gemeinden davon Kenntnis zu geben. Wir erbnen ferner an, bah an dem genannten Sonntag in Zukunft eine K i r chen kv 11e k te zu Gunsten ber vom Evangelischen Landeskirchentag errich teten Kriegsstiftung erhoben werden soll. In­dem wir auf daS die Kriegsstiftung betreffenbe Ausschreiben vom 25. April b. Is Hinweisen, hoffen unb erwarten wir, bah die Erträge dieser Kollekte dazu beitragen, daß wir unter Ver­mittelung der Pfarrämter unb ber im Dienste bet kirchlichen Gemeindepflege arbeitenden kirch­lichen Frauenvereine recht nachbrüdlich unb weit- gehenb »zur Linderung von KriegSnot aller Art" beitragen können. Die Kollekte kommt allo lediglich unseren hessischen Gemeinde- gliedern zugute, und zwar in erster Linie sol­chen, beten Rotlage damit zusammen hängt, daß sie im Krieg Angehörige verloren, und es ist anzunehmen, und mit Rachdrud darauf hinzu- weifen, bah bei einer Erhebung die Gemeinden recht lebhaft ihrer Dankespflicht gebenlen. Sic am Sonntag vorher anzukündigende Kollekte ist den Dekanaten zu übermitteln, die sie in der üblichen Weise spätestens biS zum 31. Dezember d. IS. an ben ZentrallirchenfondS ein senden und an uns berichten werden."

"Dieneuen Schlafwagen 3 Klasse. Wie bereits mitgeteiit, werden vorn ReichSver­seh rsministerium Schlafwagen dritter Klaste in Dienst gestellt, unb zwar vom 15 Rovern der ab. Die ersten dieser Wagen werden voraussicht­lich in den Schlafwagenzug, ber zwischen Ber­lin unb München verkehrt, eingestellt Weitere Schlafwagenzüge dritter Klaste sind in Aussicht genommen für die Str erben Berlin C st Preu tzen I und BerlinKöln.

Landkreis Gieren.

tt. TreiS a. Lda. 3. Rov. Die in diesem Tagen dahier vvtgenommene HauSsamm- lang für die durch das GxplofionSunglüd in Oppau Geschädigten ergab den Betrag von 1834 Mark. Bei der heute stattgefundenen Heuverpachtung der hiesigen Pfatteiädet wurden 41 900 Mark jährliche Pacht gelöst gegen 1103 Mk seither Die Verpachtung der Wielen findet erst in einigen Wochen statt. Die Pächter der Aeder sind der größten Mehrzahl nach Ar­

beiter. ein Zeichen, wie groß ber Landhunger in unserem Volke ist.

Ärcie crtiotten.

B Burkha r ds. 3 Rov Die Wasser« m e n g e unserer seither auSgiebigen Wasterlcitung ist derart zurüdgegangen. daß sie selbst bei mög­lichster Einschränkung nicht mehr ausreicht. Das Daster, soweit es nicht tu H.tuShaitungSzweclkn benutzt wird, wird aus her Ridder geholt. Die <Sd>ulb für die Wasserknappheit ist In der all­gemeinen Trockenheit zu suchen

Srcie Sricbbcrfl.

o. Friedberg, 2. Rov. Wie milgeteiü wird, steht die Gründung der ,W e 11 e r n u e r MuseumsgeseUfchast" unmittelbar bevor. 6te verbürgt dem Friedberger Ge>chichtsverein alljährlich die notwendigen Geldmittel, um das Friedberger Museum nebst Stadtarchiv und Stadt- btbltothek zu einem e t l c r a u c r m u f e u m auszubauen, woselbst künftig die Bodensunde. Al­tertümer und Archtvalien all der Orte des Kreises Friedberg würdig und stcher untergebracht toer* den sollen, die Mn Lokalmuseum besitzen.

Starkenburg und Rheinhefftn.

g. M a i n z, 2. Rov. DerWertvonSchki- leraussagen Ein Lehrer der Fortbildungs­schule erhielt von einer hiesigen Finna ein Schrei­ben. worin er aufgefordert wurde, für einen der Firma entstandenen Schaden von 12 000 Mk. zu hasten. Den Schaden soll der Lehrer dadurch ver­schuldet haben, daß er einen bei der Firma be­diensteten unb von blcfer kurz vor Beginn deS Foi IbilbungSschulunterrichtS mit dringenden De­peschen zum Postamt geschidten fortbildung-schul­pflichtigen Jungen sofort mit zur Schule genom­men haben soll, ohne ihn vorher die Depeschen aufgeben zu lasten Durch die spätere Aufgabe der Depeschen fei ein Schaden von 12 000 Mark entstanden. E- stellte sich heraus, bah die ganze Geschichte von dem Zusammentreffen des Lehrers mit dem Schüler auf der Straß? eine blanke Er­findung des Jungen gewesen ist, was blefcnddjllch- lich auch zvgab. Was wäre geschehen, wrlfn der verlogene Bursche etwa noch einen Kameraden ge­funden und diesen zu der gleichen falschen Au-sage veranlaßt hätte?

Hesfcn-Rasf«^u.

d. BomWesterwald. 2 Rov. Die meisteü unserer Wälder bringen in diesem Jahre eine gute Eichelmast. Rachdem die tauben uifb wurmigen Früchte bereit- gefallen sind, bat ber Frost auch die reifen, gesunden Früchte gelöst und der Sturm sie heruntergeschüttelt. Allenthalben ist man eifrig damit beschäftigt, die Früchte xu sam­meln. um sie zu verkaufen. Fleißige Sammler kön­nen dabei einen schönen Tagelobn verdienen, da sie für den Zentner 5560 Mk erhalten, während für Saatgut, wozu allerdings au-gesuchte. gesunde Ware gefordert wird, 80 Mk., ja 100- 120 Mk. bezahlt wird.

Birkenau, 3.Rov. Sine zweite Hei- belbeercrnte. 3m Walde fand man Sträucher mit nahezu reifen Heidelbeeren Auch Im Hntcr- toalbe sollen halbreife Heidelbeeren mastenhast zu finden sein. Bet etwa- schönem Wetter wäre in diesem Jahre mit einer zweiten Heldeibeer­ernte zu rechnen.

Bttchertisch.

ReueStaatSbürger künde. N. Teil: Unter Hessenland Von Rektor O Kinkel. VerlagSbuchhdlg. Emil Rotb, Gießen Katt 10 Mk. 3n übersichtlicher, allgemein verständlicher und belehrender Weise gibt der Verfasser eine Heber- sicht über Hessen, wie eS wurde, wie sein Volk arbeitet und wirtschaftet: wie e» fein Land regiert und verwaltet. Man bedauert nur, daß er bn poli­tisch-historischen Teil des Buche- mitunter etwas einseitig urteilt, sonst kann seine Arbeit empfohlen werden, namentlich auch, weil sie im zweiten Teil eine gut gelungene Kritik deS Versailler Vertrages und seiner verheerenden Folgen bringt.

Musikalische 0 ttl l e 6 r e in Einzel­darstellungen von H W. von Walters- häufen:Die Zauberfkute. eine operndrama- tifche ©tuble,Das Siegfried-3dhll oder die Rückkehr zur Ratur" und ,*er Freischütz, ein Ver­such über die musikalische Romantik". Drei« Masken-Derlag, München

R o s i t t a. Roman von Franz Karl G i n * fei). Berlag L. Staadmann, Leipzig. Dieser Roman des stillen österreichischen Poeten handelt von einer tragischen Sehnsucht eines Rordländers nach dem Süden und ist vor allem durch seine seinen Stimmungen zu empfehlen.

* .* - - «f verleiht mit*«, jutmdfrtschee * * 1 Wl Jl Andlu u. «le rein, ttrin Teint

B I txatbil Alle* din erzeagt die «cht«

Schonhcil^SSSu

Oberen te h*b«e

Kein schmerzhaftes

Rasieren mehr!

2dt 3obren von einem leichten, ober nie weg« aubringenben HautauSIchlag in der Bort- unb Hals- neaenb geplaat hatte ich schon die verfchiebenften Mittel versucht, aber altes ohne Erfolg. Da mir bas Nakieren besonders auälenb würbe, glaubte ich baburch. bah ich mir die feinsten franzSslschen helfen auS ber Tchwclz kommen lieb, ba» Ucbel etwas abmtlbern zu können. Auch dieser Versuch blieb vollkommen ergebnislos. Zufällig kam mit Ihre 51 öfterieiftLeoelra" in bte Hände. Ich mach'e einen Versuch damit, unb eS ist mir nach bem Erwla ein Bebürfni», Ibnen zu bekennen, bah diele belle an Güte alles übertrifft, was ich je gebraucht babe Nicht nur, bah dieser unangenehme und lästige Haut ausschlag binnen wenigen Tagen vollkommen ver­schwand, ttebe ich nicht an, zu erklären, daß feit bem (Hebraucb IhrerLeoelra6 bat» Rasteren, das mir früher eine lästige Vsticht war, jetzi in keiner Weife mehr beschwerlich ober unangenehm HL ja ich könntc sagen, bah eS beinahe ein Vergiüigen I<l 96»ja Aifred T . . . . Leivzig, 18. Mai 1921.

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