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nt. 284 Dritter Blatt Siebener Anzeiger (General-Anzeiger für Gberhe'sjen)Samstag, 5. Dezember (921

Parteitag der Deutschen Dolkspartei.

Ctuttgarl. 1 Dezeuibr r

3m fliehen Saale her t'ietx- balle nahm beut« her werte Pan«lag bet DeutschenBottopcnei feinen Anfang 3ui Vnr4ch»ag Pr ötrt»etr.ann# nirbe bann Geheimrat K 4 1l. ber alle b ubeit im Saneilage fiele - -t \r aich »um Bcd.ncnben rM Parteitage» gcr_»ählf

Oebeunru: Kahl übernimm! den Berlin Zu SlellveNre.ern werde« gewähll Dr Osann (Darm'iabth Frau Basserman» (Mannheim» und Landlagsabgeordneter BI de (Stuttgart! Der Dorii»ende gibt daraus der Freude des Par­teitages über bas Grtcheinen Dr Öttdemannfl Qbtftornd. nachdem noch gestern wegen lerne» ®e- fuubhetts zu staube# Bekrgnt# bestand Der Bor- flnrnbe ertlärie: 3n der ersten Stunde unteres Beisammenseins müssen wir unter Recht auf Ober1<t>lr(ten ausfprecherr (LebHaller Beilall - Sem anrna Headen: .Rull und nichrtfl!" lenen wir feierlich ein .Ewig gültigF entgegen (6tünnt- scher Beilall ) Diesem Gewaltspruch tonnen wir uns niemals fügen. Schamloser konnte niemals öffentlich über em Bolf gelogen werden, als es in Washington über uns geicheben tft Frankreich muh zu dem Bewuhlletn kommen, bah dort, wo nur Hast gesüei wirb, auch nur Hatz geerntei wer­ben kann Die lange kann (Europa. wie lange kann die Dell den Mililarrsmus und den Im­perialismus Frankreichs, der jede da gewesene Form übet trifft. noch ertragen Hier muh ein Ausgleich erfolgen, und habet wird auch das deut­sche Recht wieder zur Erörterung gestellt werden

CM erfolgten Begrützu n gsanfp i achen der Gäste. Tie Red« Dr. Stresemanns.

Daraus gibt Dr ©Irefemann feinen Be­richt über die politische Lage Er führte u a. aus Riern als bat ein Dort davon in den Bkiffenfnilflanbebebinuungen gestanden, bah Deutschland verpflicht, l wäre, die Penüonen und Renten für die Kriegsverletzten und .'Hinterbliebe­nen aller Balfer zu übernehmen, bie gegen uns getimpit Haden Die Männer, die hochcedoutend sind in der Welt und bie von .moralischer Ab­rüstung D.ut'chand#" sprechen, foliten ibre eigene Moral angel chl» bieles TieHtSbruches erst einer Prufu untere Anschauung kommt auch in den andern Ländern mehr und mehr offen zum Ausdruck Ritti Hat das kürzlich in einem Auflatz bargelegt Er­führt bann au», bah das. tnovi Deutschland verpflichtet sei, nach dem tatsächlichen Dortlaut und Sinn des Frieden» von Berfailleä über die Summe von 40 Milliarden Dvlomark gar nicht hinausgehen konnte (Hört! börtl) Das Dort von .Wiedergutmachung . moralisch an gewendet auf Deutschland, muh allo wett eher auf untere ehemaligen Gegner angewendet werden Dr. Strefemann verwetst auf die Arbeitslosigkeit in andern Landern 3n Amerika gibt es Z Mil­lionen Arbeitslose, in dem englischen Weltreich, in dem bie Sonne nicht untergebt, ist auch wirt- schaftlich oaefeibe Problem grober Arbeitslosig­keit mit 1» , bis 2 Millionen Arbeitslosen, denen das siegretche England ferne Arbeit verschaffen kann (Hort! hort!« 2j)ir sind bafl Land der geringsten Arbeitslosigkeit Trotzdem muh sich lebet darüber klar fein, bah diese Blüte nichts anderes als eine Scheinblüte ift. GS ist vor kurzem nachgcw.esen worben, bah di« Gesamt­produktion unserer Guter noch um mehr als 40 Prozent hinter der de» Hahr«» 1413 turud- stebt Gs muh auch daraus hrngewiesen werden, bah tmr drei Hauptsäulen unserer Produktion und unsere» wirtschasUichen Wohlstandes ganz ober nahezu gant verloren haben es ist dies bas Saargebiet. da» Ruhrgebiet und Ober- schielten Bem Standpunkte eine» gesunden Wirt- schaftslebens au» betrachtet, das auf gebaut ist aus den alten, gesunden, soliden kaufmännischen Grundsätzen, muh daher bie Forderung einer Aenderung brr heutigen wirtschaftlichen Verhält­nisse das Liek jeder nationalen Partei fein. Hierin b«g<* tnen sich unsere Gedanken mit denen einzelner kunbci des ZeindbundeS und deren wirtschaftlicher Führer Bef 1 er werden kann es in der Deik nur durch die deutsche Dirtschaft und ihre we'twirilchaftllchc Auswirkung. T eint englische Initiative auf Aenderung der KrtegsenstchadigungSbedingungen. dann ist die Frage. Gibt et« demgegenüber ein deutsches Pro­gramm? Auch diele Frage vermag ich. soweit es die deutsche Reichsregierung betrifft, nicht zu beantworten Gerade in diesen Tagen und Stun­den sind die Dinge sehr im Fluh Ader vom Standpunkt der deutschen BolkSwirtlchast, der all- gemein wirtschaftlichen und nationalen Interessen ist das erste bie Herabsetzuna der Äricgüent- schädigungSlumme Ich gebrauch« auSorück- lich immer diesen Ausdruck. was foll der Aus- druck .Reparation"? Unb ferner. em Mora­torium. eine Stundung ohne Herabsetzung bet

Kriegsentschädigung bringt die De'lwrrrichaf: nrchl au» dem jetzigen Zustande heraus Gs hat aar fernen Smn. in Jahre 1921 etwas Jnr.u». liches zu stunden auf das Jahr 1423 5\dc Summen haben fernen Recht »gründ, fie find un- möglich G» ist ein Dahnsiin, bah etn Bo:.' dir .je1 amten Äncgfl.lten eines DeUkr ege» tragen ioU Ferne: Sollen wir in Sachleistungen ober mit dem Goidre. bet Aeichsbanl dezadleu? B>i: tonnen nur mit Sachleistungen bezahlen «L.or richtig!» Gin dauernder Aufkaul von 2üic-Lanb#- devilen wurde die Mark immer weiter finken lasten Bäht man uns aber m Sachleistungen zahlen, bann mute man uns mcht zu. sie nur zu einem kleinen Teile uns guttchrci^en zu lassen und uns im übrige; den Bankier der ganzen Dell spielen zu lasten Deichen Bkg man zur Beseitigung de» Deli-it» geh: da» wollen wir in aller Ruhe unsren Sach­verständigen überlasten Die Staatoei'enbahnen Preußen» und Deutschlands bürten nicht dem Privatlapital anügelidert werden weder die Rechte de» Staates, noch die Interesten des Pri- vatlapimls noch die Rechte der Beamten aber der wirklichen Beamten dürfen dabei zur kurz kommen. Die Sndentlcheibung über den Weg liegt bet bet Partei, die hierübe: das lerne Dort au sprechen bat Ich begrübe da» Bor-* liegen der Industrtevvrtchläge, wie andererseits die Grklärung der Arbeitnehmer, sie würden diele Borfchläge prüfen, weil fie auch überzeugt feien, bah das Defizit nicht weiter durchzuschleppen sei Gngland hat sich durch den Frieden non Ber» laUles zu einer Ohnmacht in Europa aerdamrnt. die ohnegleichen ist in der DeUgeschichte G» hängt DÖllia von Amerikas Gntfcheibung ab Herrn Briands Blicke find stets auf PoincarS gerichtet, auf bifjenigen. die weiter recht» stehen, denen er glaubt, Platz machen zu muffen, wenn seine Worte und Taten nicht deren Ideen entsprechen. Gs dürste in Frankreich noch eine Qüiäeinanbedcfiunfl kommen zwischen den reinen Politikern auf ber einen und den Wirtschaftlern aus der anderen Seite. Diese Wirtschaftler erkennen mehr und mehr, bah kein Land wirtschaftlich mehr mit Deutschland verknüpft ist als Frankreich selbst Wünscht bie französische Ration und wünscht Brianb. bah sie bewahrt werden vor deutichcr Rechenfchastslolberung, fomöge man zunächst feine Politik revidieren. Untere Feinde sähen es gar zu gerne, wenn Teile Deut'chästerreich» mit Teilen Deutschland» zusammen losgelöst vom Deutschen Reiche sich zu einer neuen süddeutschen katho­lischen Monarchie verbänden. Wer jetzt cintritl für eine aktuelle Lösung der monarchischen Frage in Süddeutschlanb, der lege sich die Frage vor. ob er damit nicht die Akt legt an die Einheit des Deutschen Reiches.

Gibt es eine Mögstdkeit die Sozialdemo­kratie zurückzubringen vom K la ffenfampf gebauten ? Ift der Ausbau einer BolkSgemeinschäft über dem Klosteufanws eine Utopie, bann ist auch bet Ge­danke seiner parlamentarischen QüiSnrirfung eine Utopie. Die Gärung ist im Sozialismus am stärksten Der Bankerott von Moskau wirkt über die Kommunisten hinaus Die Republik hat keine moralischen (Srobcrungcn gemocht, auch in der Arbeiterschaft nicht, lieberaII, wo eS sich um da» Bekenntnisetne» Deutschtums handelte, hat jeder Arbeiter seine nationale Pflicht getan. Zwei Bor- auSletzungen müssen für die Deutsche BolkSparier freilich dabei gegeben fein: erstens keine unbe­rechtigte sozialistische Führung, zweiten-, keine Aufgabe nationaler Grundsätze. Sind diese beiden Borbebingungen erfüllt, so darf der Gedanke der Koalition nicht an Ressort- und Personenfragen scheitern Leider sind einzelne Gruppen der Deutschnationalen so matzlo» in ihrer Agitation, bah man den Gindruck hat, als gäbe es keinen I Feind mehr links sondern nur noch die Deutsche | Bolfepartci Soll denn eine Politil des Rechts» block» -um Ziele führen? Wäre eine rein bürget- i liche Regierung in dieser Zeit überhaupt wün­schenswert? Könnte sie sich halten auch nur gegenüber einer passiven Resistenz von linto! Die Hauptsache ist aber Zentrum und Demo­kraten waren überhaupt nicht gewillt, mit un# gegen die Svzialdemvkra tie zulammenzugehen Zwingt man uns zu einer solchen Politik des Rechtsblock-, so werden wir nicht feige sein, un# ihr zu entzichen: aber wünschenswert ist sie nicht Die Frage ber Hinzuziehung der Deutschnatio- nalcn Bolttpartei zur «Koalition haben wir im Reichstage vertreten Dazu sind aber auch von den Deutschnationalen Voraussetzungen zu er­füllen. Ich wünschte eine Politik in Deutschland, die über bie Koalition zur nationalen Einheits­front führt

Wir haben kein Zweiparteiensystem in Deutschland, und solange wir das nicht haben, wird die Politik parlamentarisch nur eine Politik einer Arbeitsgemeinschaft fein tonnen Unter Panier muh fein, bah die Dolkspartei die Partei der deutschen Volksgemeinschaft ist. Sie weist

niemanden zurück, der dem Da'.erfände txenen «rnli Der Kampt um bie Seele des deutschen Bürger# muh gehtpri »erben. G» ist ber Gnt- wickln igSkamv» vom deutschen Pd'ltster zum beut- Ichen Staatsbürger Gs kommen jeo< manche Send- bPki zu uns und Ipoechen von Pvtlo-

ivpbir in englischen Dort»». HerlerIer«?j Man sollte den deutschen Philosophen mehr Achtung M.ig^genbringcn Sotxn hnb die Inder gekommen mu ber Philosophie Jtobintranulb Tagores von der Philoiophte des Waldes, bte s,ch zuruckziehl von dem Lärm da brausten ®r sagte, trir müllen aufhören mit der Philosophie de» aulgercgien Biedres, bie bw Philo'ophic der alten German« gewesen fei bie Sturm. Kampf. Schill brach, üplc- .ung des Lel'ens bedeutet Wenn da# die alt- '^manische Philofophie ist. fo halte ich daran fest mit der «Jmph.ibu'ig, bah der Herrgott bte Bklt nicht nur für bie anderen geschaffen hat Auf dem Fei en Helgoland ist das Vieh gedichtet worben da» «vir alle empfinden als unleres Her­zens Schlag Deutschland. Deutschland über alles! «Brausende minutenlange. immer wieder ein- letzende Bcifalleflünne.)

Tann erstattete Pros Dr Kahl seinen Be­richt über die Bef orm der Rechtspflege.

In der

Aussprach«

forderte Reich-tagsabgeordneter Freiherr von Lersner von ber Regierung den Kampf tn ber vchuldfrage Dr Stabtier erhärte, er fei früher ZentrumsanHanger gewesen, aber wegen des Kampfes gegen tfr-tbcrqer zur Bolts- Partei gekommen Ädg Dr Ding1bey. Darmstadt, stellt bte Forderung der Herabsetzung der Leistungen au» dem Beifall ler Bert rag Die grobe Koalition wollte er nur bei Annahme be­stimmter von der Partei zu erhebenden Forderun­gen eingehen. Reichstagsabgeordneter v S ch o ch (ftürmiKh begrubt) dankte für die Anerkennung, die der alten Armee und ihren Heertsthrern ge­zollt wurde, während sonst m Deutschland fe-.n Tag veröde, an dem man nicht den Sieger von Tannenberg mit Schmutz bewerte.

Abgeordneter Keys er. Dresden, pob her­vor. bab ber Parteitag auch bie Pflicht habe, Kritik zu üben. Die FraktionSpolltll entbehre ber einheitlichen groben Linie (Widersprach ) Man frage tm Lande, leid ihr Opposition-partei oder leib ihr Regierungspartei 7 Geben Vie uns die Richtlinien, damit wir die Leute im Lande von der Aotwendigkeit der groben Koalition Über­zeugen können Unsre Fraktion ist nicht mehr Herrin der Tertiachen gewesen, sondern von den Tatsachen geschoben worden.

Dr. Dietrich. München, brachte die Zu- stimmang ber bayrischen Partei za den Aus­führungen Dr. Strefemann». Abgeordneter Leidig fordert das Vertrauen der Par­tei zu ihren Führern and zur Fraktion. Reichstagsadaeordneter Maretzky trat dec Kri­tik des Redners au- Dresden entgegen.

Singegangen ist e;ne Sntfchliehung D r. Sarlfson-Dingeldey ufw .Der Partei­tag billigt die Ausführungen der Abgeordneten Dr. Strefemann und 'Dr. Kahl und spricht den Fraktionen der Deutschen Dolkspartei im Reichs­tag und im Preustischen Landtag fein volles Ver­trauen aus ' Ferner eine Gntfchlleyung Becker, Dr Lohmann usw.. .Der Parteitag erwartet, bab bi« Reichstagsfraktion reden Versuch, an ber Unabhängigkeit, ber Unablebbartctt und der gseichmäbigen Ausbildung ber Richter zu rütteln, entschiedensten Widerstand leisten wird"

Abgeordneter Dr Strefemann. Ich bin dem RocLtsanwalt Dr KcOkr für feine Kritik dankbar Opposition muh fein. Wäre daS Ver­bleiben im Kabinett Fehrenbach vielleicht em« gradlinige Politik gewesen 7 Diese Frage beant- «vorte ich mit Rein Das Kabinett Fehrenbach hat da- ganze Schicksal Deutschlands in bie Hanb HarbingS gelegt, ohne biplomatifche Vorbereitun­gen getroffen zu haben. SS war felbstverstänblih. bah unsere Fraktion «S ablehnte, ein Mitglied als Schild Halter für eine ganz anders geartete Koa­lition herzugeben Ader genau wie in bei 2Ca- tionalDeifammlung entbindet uns auch letzt die Opposition nicht an der sachlichen Mi.arbeit an der (Mcftgebung. Geben Sie unS 240 Mandate, bann tonnen Vie eine grabftntge Politik haben (Stürmische Zustimmung I Heute müssen wir ben schweren Weg einer Kontpromihpolitif gehen

Rach Annahme eine# vchkuhantrags wurde bei der Abstimmung das Bertrauensvo» t u m Dr Sar Issvn-Dingeldey unter lebhaftem Bei» fall mit allen gegen ein« Stimme an­genommen. Einstimmig angenommen wurde ber Antrag Becker-Lohmann über die Unab­hängigkeit ber Richter Angenommen würbe wei­ter eine Sntschiietzung Berlins, die bie «chleunigste Beröfsentlichung ber Gegenliste verlangt, und ein weiterer Antrag Bern ns auf Sinsetzung eines überparteilichen Ausfchusses zur Schaffung eine#

Denkmal» für Cbetldrlefien und bte entrißenen Dedtele

5arm wurden bte Verhandlungen auf Freitag vertagt.

5od)fchu!nnd)rid)tcn.

Landwirt'chatliche Lehr tätig* leit An, 25 inb J*' Xoorwibcc beteiligten sich Gehe mrat O 11 c p i u #, Profefsor Kraemer, Professor K n 111 und Dr Bur! vm Landwirt­schaft', chen Institut Gntzei an einer Vortrags­reihe für prahl(4k VanNwrte in Sordach in Waldeck Die Landwirte bracht.n den lehrreichen Auslührungen der Bortragcnb.n ein lehr l«l>- halten Interesse entgegen, und mehrfach wurde der Wunsch laut, die Herren möchten auch ferner­hin durch Addalte>> von Barträgen die Landwirt» fchaft fördern Helten.

«uv dem «mtvvcrkündlgungädlatt.

DaS Amtsverk-ndigung-hlalt Ar 173 vom 2. Dezember enthält Svende für die Opfer von Oprau Dienstn ach richt en Aende» rung ber Ortsfatzuna über die Benutzung der Ge- meindeviehwage zu Gohe^nrvb. - Aenderung bet OrtSfatzuna über den Bezug von Wafser aus dem 'Dafferwerk .Glückauf' für bi« akmeinbc Lollar Felbbere.nigl ng Xabcit#Paulen. Bekanntmachung de» PolizeiarntS. Orgebnlfl« der Hauptkörungen (Forilenung)

Da» Bhnifterium be» Innern bat bem Can- beSverbanb ber Polizei beamten Durt tem'nergs tn Stuttgart bie Erlaubnis erteilt, Lvf« einer am 12 Januar 1922 zugunsten btt ScfttUung et ne» SrholungsheimS für kranke unb «rholung»- beburfr.ge Polizei, eamtc zu veranstaltenden Geldlotterie innerhalb be# Bollsstaates Hessen au vertreiben.

Der Dienst mann Heinrich Wilhelm Frank in Sieben bat feine Tätigkeit al' Dicnstmann aufgegeben Anlprüche an die hinterlegte Sicher­heit finb bei OHcibung ber Richtberuckfichtiaung binnen 14 Tagen bei bem Polizeiaml anzumeiden

Büchcrtisch.

Die Mufikwelt. Monatsheft« für Oper und Konzert Verlag Ioh. Aua. Bo&me. Hamburg 11. Das dritte (Dezemoer-) Heft des neuen Jahrgang» reibt sich leinen beiden Borgdngerit würdig an. Au» bem reichhaltigen Inhalt heben wir besonder» die Arbeiten von Joies Loslen .Auf bem Wege zu einer neuer Musikkultur" and Dr RudvlfMengelberg .Mah­lers 8. Symr'hvnie" hervor

Kirchliche Nachrichten.

Svattqelische Gemeinde.

Sonntag. 4 Dezember. 2 Advent.

In bet Stabtkirche. Börm 9 Upr: Pfr. Mah Beichte u Feier b. hl Abendmahls f. b Mauhausgemeindc Uachm. 2. Kinbertirche s b. Matlhäusgemeiiide Pfr Mahr AMs. 5. Pfr Becker Be ch^e u Feier d. hl Adendmahls f. b. Martusgemeind«. Montag. 5 Dez. odd». 8 Uh,. 'Beteiligung b. konf. männL Jugend b. Matthäusgemeinde Montag 5. Dez^, abö». 8.

Gameindcadenb m. Bibelbefpr«4<ing, zugl Helfet- v.riammlung b. MarkuSgemeinde. Dienstag, 6. Dez., abds L Hclferv«1a«nniliuig d. Jllämwr- u. Fraueuveteinigung b. MatthäuSgemeinbe. ToimerStag, 8 Dez., abö». 8 'Vereinigung d. konf weibl. Jugend b. Matlhäu»gemeind«. In ber Johannes kirche Bonn. S>, Uhe: Pfr. BechiolSheimer. Borm. 11. Kinderkirche f b 2ufaÄgemciiröc: Pfr BcchtolsHeimer Add. 5 Pfr AuSfelb Beichte u. Feier b. hl. Abend­mahl- f b. Iohanne-gemeinde. Add4 k Bibel- tclprcdumg im IohanneSfaal. Pfr Becker Montag. 5. Dez abdS. 7»/>: 3uge;ibt>ervintgang b. LulaSgemeinde (weibl Abtlg ) Fvewag, 9. Dez. aob-, > .6. Vereinigung b. kvnf Vlübchen b. IohanneSgemelnbe.

Wiefeck. 4 Dez Vvrm 9* . Gotte-dienst 11 Kinberkltche. AbM Zu. Missionar Schäfer- Lichtbilber-Dortrag über Reu-G inea Opfer für die Rheinisch? Mission und Oberhessische Bo Ito- Mission. Mädchen abend dieser Woche sällt aus

Sonntag. 4. Dcz 2. Advent. Borm. 10: Kirchberg Rachm. iy3: Dau bringen. Rachm. li/3: Mainzlar.

Kalyolische Gemeinde.

Samstag. 3 Te.Z- nachm. 5 u abds 8 Uhr: Gelegeny Z. hl. Beichte. Sonntag. 4. De^. 2. 2ldv. issvnntog Bonn. 6>Gestgenh z. bL Beichte Z. Hl Messe 5tomnuxnion b. Manner j. Jünglinge 8. Austeilung b ht. Kommunion 9 Hochamt m. Pr 11 Hl. Messe m. Pr. ulachm 3. Thrist entehr«: bar auf Adventsandatt. 4: Iüng- lingSkongregarion

Kat hol Got teSbienfl. 4 Dez Li ch, Dorrn, f/,8. Lauba ch Dorrn 10 13hr.

Spuren im Sdmee.

Roman von Sven Slvestad.

Ermächtigte Liebersetzung.

3. Fortsetzung. (Aachbruck verboten )

.Ich meine, bah Sie bei dem schönen 'Deller «men Deinen Spaziergana machen sollten, Herr Larsson," erwiderte der Apotheker ziemllch be­stimmt unb lab habet wieder nach der Hpr. Ss tnar jetzt hold zwei

.Richt wahr, es ist drautzen prächtig wandle er sich an den Kapitän.

.Hundekall'- erUärlc dieser

.Aber Sonnenschein." behauptete ber Apo- theier. .Herrlicher warmer Sonnenschein Herr LanSfon muh unbedingt dies«- löstliche Detter zu «inem Deinen Sr^ustevgang benützen."

Jetzt begriff ber Provisor endlich bah der Apotheker mit dem Kapitän allein lein wollt«, und da er zugleich einen ungeduldigen, fast drohen­den Ausdruck hi den Augen des Abothekers wahr­nahm. griff er eilig nach Hut und Mantel und entfernte stch.

Als die beiden allein waren, schauten sie einander an.

.Hast du die neuesten Zeitungen gelesen?- fragt dber Apotheker.

.Bein, aber ich bin hierhergekommen. um das Reueste zu hören. Das ist das einzige, was mir jetzt am Herzen liegt. Dann j.st die Frist ab- getaufen ?

.Wie du tocii": um zwei -Ihr."

.Unb er hat noch nichts von sich hören lassen

.Aejn."

.Wann haft du ihn zuletzt gesprochen T* .Bor drei Tagen -

.Davon hast Du mit nvchS gesagt '

.Ich habe dich feitber nicht gesehen."

.Aber das muh ja am Blontag gewelen sein, unb da war ich doch der letzt«, der die Apotheke veriieV. Grtnnetst du dich nicht .

.Doch. Unb erinnerst du dich nicht, bah ich an jenem Abend, al# ich die Läden vvrteyte, ein sonderbares Geräusch hörte?"

.Ja. ich erinnere mich Du meintest. «S |H vielleicht «m vorübert liegen der Bogel gewesen "

Gs war fein Bogel Vs war ein Mensch, ber brauben in ber Dunkelbeit staub Unb es waren bte*«» Menschen schwere Atemzüge, bie ich gehört hatte Gr war es

Der Kapitän nahm leine Mütze ab unb knöpfte den Mantel auf Dann trocknete er sich den Schweib von der Stirn

.Gib mir einen ©tubl. bat er .Ich suhle mich ganz schwach unb zitterig

Der Apotheker schob ihm einen Stuhl bin.

.Sv. es war der Dokwr. der branden stanb," murmelte der Kapitän. .Dann hat er also aus mein Geben gewartet, damit er mit dir reden tonnte DaS wollte er?"

,Gr wollte, bab ich um leben Preis biS heute nachmittag um zwei Uhr die Sache geheim- halten sollte. DaS habe ich ihm auch vcrtprvchen. Gr wollte versuchen, sich bei einigen Freunden in Kopenhagen Geld zu vertchassen und ist noch amcfbtn Abend dorthin abgereist "

.Und nun erwartest du leine Rückkehr um zwei Uhr?

.Gr vertproch. ein Viertel vor zwei zu tde- Pionieren, aber jetzt warte ich nicht mehr darauf."

Die Zeit ist aber noch nicht um! bemerkte der Kapitän mit einem Blick nach ber Uhr. .ES fehlen noch zwei Minuten."

.Ich wart« rroitbem nicht mehr darauf," be­merkte ber Apotheker. .Doktor Slobin ist tot

Mit bieiem Worte schob et dem Freunde bte Zeitungen bin. Dieser zerknüllte di« Blätter zwi­lchen den Singern, leine Blüte «achten bie be» Apotheker» Unb an# beetem erschreckten unb un­sicheren Blick flackerte die 2Lngft. bte ihn während de» lettten halben Tage» bedrückt hatte

.'Dann ist es geschehen?" fragte der Kapitän

.Gestern abend auf Der Söhre nach Malmö Man bat ihn über Borb (bringen sehen SS ift ihm also nicht geglückt, Geld auf^utreiben.**

Der Kapitän sah lange stumm ba, unb auch ber Apotheker s hwieg. aber beide empfanden dies« Stille, in der nut das regelmäßige Ticken der Uhr zu hören war. als sehr brüdenb. Dem Ka­pitän fiel in seiner Riebergeschiagenheit nicht» ein, al» immer wieder zu flüstern:

. Friede seiner Alche! Friede seiner Atche!

Der Aprtheker beobachtete ben Freund still- 'chwe.genb. In diesem Augenblicke mehr al» je zuvor erkannte er, wie sehr sich besten BeHnbtn wahrend der letzten Monate verschlimmert hatte. Er erinnerte sich des Näschchen». ta» er ihm am vergangenen Montag «um letzten Male gefüUi hart«, und versprach sich, ihm feine Billen um das .Zeug" nie mehr zu erfüllen.

Immer noch herrtchte die drückende Stille in dem Raume Da Ichlug die Uhr drei T.rrtel. unb in ber Still«, die darauf folgte, ertönte ba# Klingeln de# Telephons. Der Laut duochkuhr die beiben wie crnscharfarschlrlseuer Pfeil

Enprtzt fiarrtc-: fie bas Telephon an. al»

erwarteten De. an» der Hellen Rtckelglocke, die in den schräg cm fallen den Stoa Men der Winter- tonne funkelte und noch schwach tm Rachklang beb t«, etn blähe», spukhaftes Geficht auf tauchen zu sehen.

Dritte» Kapitel.

.Willst da nicht hören, wer anläuld? froge der Kapitän mit einer Stimme, tne ruhig unb gelassen Dingen sollt«, aber heiler unb slästernd war.

31# bei Apotheker diese Stimme vernahm, schauderte er zusammen. Der Kapitän war auf- gestanden und starrte leinen Freund mit flackern­den. unsicheren Blicken an. unb bem Apotheker war «S offenbar sehr unbehaglich, diesen Vllcken ausgesetzt zu sein. St« übten eine gattz lähmende Wirkung auf ihn aus

.Gs hat angeküngelt.'" flüsterte er aefsteS aknvesenb Darm sah er nach der Upr. .ES har angellrngelt !" toicöerhoftt et noch einmal

.Gewitzt rtef der Kapitän unb Iahte ihn am 3m.

.Irgend jemand steht am Telephon unb wartet Reitz dich julammen, Mensch!" Trotz ♦einer «nllchlossenen Stimm« schien der Kapitän alle Fassung verloren zu haben Seine Aufregung teilte sich dem Apotheker mit

Dieder sah dieser nach der Uhr Der grobe Zeiger hatte sich inzwischen um ein paar Mi­nuten striche in das letzte Viertel vor zwei Uhr hittein bewegt.

.Aber er ist doch toll" tagte der Apotheke geistesabwesend unb verwirrt.

Der Kapitän schob ihn heftig zur Seit« und ging an# Telephon

(Fortsetzung folgt)