wiederholt, folgende sind: 1. Nachdem dir Lepa- ratirmL/ommlssion von den Arbeiten d«S ®a- Xantiefomiteti Kenntnis genvmm n und. die txm dem beut chen Reichskanzler gcie -ene-i Erklärungen, fottHz dt« feiner Vertreter bezü'lich der Maß- nabmen ang-chZrt hat. die die freut chr Regierung «griffen hat oder zu ergre.fen aede-utt. um die am 15. .Oonuar und 15. Februar fälligen Zahlungen stcherzustcll«r besteht sie nachdrück ich darauf, baß die d ursche Ttejie.ung an ihre Qtu m rffam eit auf die erfocberlb xm May.nahnren lenkt, um tte fälligen Zahlungen an ihrem Derfalltaae stch-r-ustsl.« » Die le t ch 2 egierung vl te die > chweren Folgen te> nte.-», die notwen- btgcrttxd e flir ®eu:f$lanb daraus entstehen werden, wenn es an den Fänigkeitstagen seine Zahlungen nicht leisten würde. Die ReparatianS- kommissivn fordert die deutsche Regierung dringend auf entweder bei ihren Staatsangehörigen die notorisch Im De- ftfye von au:lä bischen Gutha.en si d. oder bei den au-landischen ®elfrletfrem alle Anstren- aungen au machen, um die e^orderlichen ausländischen Devi'en zu erhalten. 2 Die ReparationS- lomntiffion ist überzeugt, da^ die Schwierig- leiten, die der deutschen Regierung begegnen, eng mit der neuerlichen Baisse deS Kurswerte-derMark zusammenhingen und einen mefrt finanziellen als wirtschaftlichen Charakter haben. Sie finden hohem Mahr durch die Tatsache b-dingt, daß eS die deutsche Regierung versäumt bat, beizeiten die erforderlichen Mittel anzuwenden, um das Budget derart inS Gleichgewicht au bringen, daß die öffentlichen Ausgaben nicht I w einem immer größer werdenden Maße durch 1 Kredite gedeckt werden, die von l Reichsbank । gewährt find und durch die Vermehrung deS $ki- pi ergeldumlausS, der die Folge dieser Kredite gewesen ist Die ReparationSkomm>s ion fordert die deutsche Regierung dringend auf, unverzüglich alle erforderlichen Maßnahmen zur Gesundung der Finanzlage zu ergreifen.
gez. Dubois, John Dradbury.
Berlin, 3. Dez. TDie die Blatter hören, tat sich der Staatssekretär im Reichssinanzmini- lerhim, Fischer, der alS Rachsolger deS StaatS- ekrrtärS Bergmann -um- Borschenden der beut- chm Kriegslastenkommifsion ernannt worden ist, vor einig-m Tagen nach Paris begeben. Er verhandelt dort zur Zeit über die Ahlung der am 15. Januar fälligen Repa ativnSzahlung, insbesondere über chre Sicherstellung.
Paris, 2. Dez. (WTB.) Wie der mttteilt, hat die ReparattonS- kommissivn hallte nachmittag nach einstimmiger Genehmigung eine Rote an die deutsche Regierung abgehen lassen, da die endgültige Antwort, die sie gestern von der deutschen Regierung über die kommende Reparationszahlung erwar'.ete, nicht einge- trvfsen sei. Nach dem .^TempS" ist die 2lote der deutschen Regierung heute nachmittag burd) das Berliner Bureau der ReparattonS- kommission überreicht worden. Der Te^t selbst sei durch einen GLpreßboten. nach Berlin überbracht worden.
Die ffrebifdftion.
Berlin, 2. Dez. (WTB.) Der Re- par a t i o n s a u S s ch u ß des vorläufigen ReichSwirtschaftSratS beschäftigte sich mit dem Entwurf eines Gesetzes über die Errichtung einerKreditvereintgung der deutschen Gewerbe. Der Para- araph 1 wurde in folgende Fassung abgeän- oert: Zwecks Beschaffung von Dritteln in fremder Währung zur Erfüllung der dem Reiche kraft des Friedensvertrages und demselben folgenden Akte obliegenden Zahlungsverpflichtungen soll eine Anleihe ausgenommen werden. Aufgabe der Kredilverelni- gung ist eS. entweder die Anleihe selbst auf- zunehmen oder, falls die Aufnahme von dritter Seite mit Zustimmung der Regierung erfolgt. die Ersüllunq zu gewährleisten. Die Grundlage für die Gewährleistung sollen das Betriebsvermögen der Gewerbe die Grundstücke der Land- und Forstwirtschaft und die zur Bermietung dienenden Gebäude der QRltv glleber der Bereinigung bilden.
Paragraph 8 erhielt folgend« Fassung: Mit der jeweiligen Zahlung de^ Amortisa- tionS- und Zinsraten der In Paragraph 1 bezeichneten Anleihe entsteht für die Bereinigung ein Ersatzanspruch gegen das Reich. Die Erstattung geschieht ausschließlich in der Ber- rechnung von In Mark ausgestellten Gutscheinen mit steuerlichen Ansprüchen deS Reiches gegen die Mitglieder der Bereinigung.
Ferner wurde folgende Entschließung gefaßt: Der Reparationsausschuß erwartet, daß der endgültig« Gesetzentwurf betreffend die Kreditvereinigung der deutschen Gewerbe vor Zuleitung an den ReichSrat dem Reichswirt- schaftsrat zur Begutachtung überwiesen wird.
Deutsch-dänischeDerhandlungen I
Kopenhagen, 2 D z >WT2.) Wie ba3 Ritzauhureau berichtet, warben die brüt ch-^ä.n - i schen Derhandlungen nach der Sornrnerpau'e wieder ausgenommen. ÖSe^fo wir während des früheren VerhanolungszestraumeS über die Regelung einer Reihe von Fragen Einigkeit erzieti wurde, wie über dir näheren Bestimmungen für Option, über die Festlegung der Grr rze, über die S.nfeQung einer Kornrnnfion zur Auseinandersetzung über Vermögen und Scha drn, der durch die Grenzziehung durchgrscha ttcnen Gernot den und von anderen ös.entlich-rechtiichen D.rbän- ben, so wurde nunmehr vollständige Einigkeit über den Wortlaut einer Reihe weiterer Verträge erzielt Es wurde ein V.rtraa betreffend die Regelung der Wasser- und Di-Verhältnis ie im Grenzgebiete ausg rar beitet Rach di:se.n so.len gemeinschaftliche deut ch dänische Körper chaften innerha.b einer möglich i kurzen Frist Vor christe i bezüglich der Walserläufs und deren D nu. ung erlassen. Qtrei'.fragen über die Ausarbeitung dieser Vorschriften sowie über alle später entstandenen S agen bezüglich der Aenderung de bestehenden Verhä tnisse werden durch die Grenz- kornmission geregelt, gegen deren Entscheidung in den meisten Fällen bei der Obergrenzwasfer- Kommission Berufung erhoben w?r)en kann D.ele besteht aus je zwei von jedem Lande erianntei Mitgliedern, aus dem Obmann, um de sen E.» nennung die zwei Regierungen erforderlichenfalls de niederläadilche Regi.-rang eruche» werden Das Abkommen w.rd eine unparteiliche Entscheidung der Fragen ermöglichen, die von entschiedener Bebeudunz fit die Besitzer von ausgedehntem Wesenland sind und das durch Grenz- Wasserläufe btiDäJert oder in diese entmäifert wird.
Deutsch« Waren in Italien.
Rom. 2. Dez. (WTB.) Die Agenzia Stefani meldet aus dem Senat: Auf dir Anfrage Orlandos, was die Regierung zu tun aedenke, um der Ueberflutung durch deutsche Waren entgegenzutreten, antwortete der Minister für Handel und Industrie, Belotti: Deutsche Erzeugnisse strömen zwar in ungeheurer Menge auf dem italienischen Markt zusammen, aber das geschieht auf allen Märkten der Welt, vor allem in den Ländern mit höherem Wechselkurse, well die Entwertung der Mark die Einkäufe in Deutschland begünstigt.
Die Lage in Wien.
Wien. 2.Dez. (WTB.) In allen Betrieben und Werkstätten wurde die Arbeit wieder ausgenommen. Rur Heine Gruppen kommunistischer Arbeiter agitieren für die Fortsetzung des Streiks. Oeffentliche Gebäude, Banken und die Börse wurden unter Polizeischutz gest'llt. Das kommunistische Organ „Die Rote Fahne" wurde beschlagnahmt. Die gestern bei den Plünderungen Ergriffenen werden dem Landgericht eingeliesert.
Wien. 2. Dez. (WTB.) Das Ministerium des Auswärtigen drückte hen Mitgliedern der diplomatischen Vertretungen, die bei den gestrigen Vorfällen zu Schaden gekommen sind, oder deren ExterrilvrialitatS- recht verletzt wurde, sein Bedauern aus und ordnete eine strenge Untersuchung an. Die Regierung wird alle gesetzlichen Mittel anwenden, um eine Wiederholung derartiger Ausschreitungen im Keime zu ersticken.
Wien, 2. Dez. (WTB.) Rach einer hiesigen Korrespondenz nahmen morgens die sozialdemokratischen Arbeiter die Arbettwiederauf. wogegen die kvmmu- nistischen Arbeiter weiterstrctken. Während der gestrigen Plünderungen wurden insgesamt 174 Geschäfte und andere Unternehmungen gesck>ädigt. zumeist solche In der inneren Stadt. Bei den gestrigen Ausschreitungen wurden 334 Personen verhaftet; 20 Sicherheitswachleute und 26 Zivilisten erlitten Verletzungen.
N11S dem Nelche.
Derctungeu d«S Reichekabinetts.
Berlin, 3 Dez. DaS R e i ch s k a b i n e t t hat gestern nachmittag die D:ratuna über den Entwurf deS Gesetzes zur Anpassung deS Strafgesetzbuches an die veränderten verfcisfungs- rechtlichen Berbältnisfe fortgesetzt. Ferner war. wie 1 die Deutsche Allgemeine Zeitung hört, die Koh- lenoeeforgungber ReichSeisenbahnen Gegenstand bet Erörterung.
Amerikin sche Äonf'ilat«.
Berlin, 2. Dez. (WTB.) Nach Mitteilung deS hiesigen amerikanischen Generalkonsulats erhielten die Leiter der amerika - nischen Konsulate in München. Breslau.
Köln, Bremen, Königsberg, Koblenz. Frankfurt a. ClK., Hamburg und Dresden die vorläufige Bestätigung seitens der deutschen Regierung. und werden ihren Dienst fofort auf- nehmen. In Leipzig, Stuttgart und Stetttn werden ebenfalls in Kürz« Konsulate eröffnet werden. Zum Konsul in Frankfurt a. M. wurde I. O. Wood provisorisch ernannt
Die Zuck erst euer.
Berlin. 2. Dez. (Wolfs.) 3m ReiLtslaqS- ausschuß für Verbrauchssteuern wurde der Gesetzentwurf zur Ab. r» >:rung des Zuckersteuer- gefeheS weiter bchanfrelt Die MehrheitSfozial- bempfraten brachten einen Antrag ein, fraß die Zuckersteuer von 100 K log ramm Re.ngewlcht nur 50 Mark betragen soll, d h bie Hälfte der von der Regierung verlangten Steuer. Der Antrag wurde angenommen.
Aus 5tr*ht vnb Pont).
Gießen, den 3. Dez. 1921.
Di« Llnssichten der Lehrlinge im Xiaiifmonndffdiib.
Von sachrnännifcher Seite erhalten wir zu frrm gestern von un3 üfrrr diele Frage gebrachten Aufsatz svlgenbe Zuschrift:
In Nr 283 des „©ießener Anzeigers" bringen Sie einen Artikel betreffend: .Sie Ausfichten der Lehrlinge im Kaufmannsstand." — Die allgemein gehaltene Fassung dürfte doch wohl eine Berich.igung dahin erfahren müssen, daß die in dieser Mitteilung vertretene Ansicht nur teilweise berechtigt ist. insofern nämlich, als eS sich um Lehrlinge auf kaufmännischen Kontoren handelt, sei es in der Industrie oder im Handel. 8s ist leider richtig daß aus naheliegenden Gründen sich viele junge Leute beiderlei Geschlechts m'ßr zu der Kontoristen-Laufbahn drängen, so daß dort ein Uebcrangebot zeitweise herrschen mag. Andererseits aber liegen die Verhältnisse in Den mit dem Publikum direkt in Verkehr stehenden kaufmännischen Groß- to.e Kleinhandelsbetrieben. Hier fehlt es sehr an tüchtigem Nachwuchs schon seit Zähren. Die Arbeitgeber dieser Zweige deS Handels wissen kaum die notigsten fachmännisch ausgebildeten Hil SIräfte zu beschaffen und sind um tüchtige, bcar»ch:Lundige Einkäufer. Verkäufer und Verkäuferinnen sehr verlegen. Diese Dstriebe haben da) allergrößte Interesse daran, junge Kräfte, die Lust und Liebe zum praktischen kaufmännischen Beruf haben, her- anzubilden GS ist doch wohl sehr gewagt, die einzelnen Großhandelsbetrieben für den ganzen Aussichten für Lehrlinge in der Industrie und Handel alS maßgeb :nb zu erachten. Bei Erörte- rung der Lehrlingsfragr in den Lohnverhand-
Vormotrzen.
Taa e S ka len ber sür SomStag. Atzvria-Ächtlpirle. beute und morgen: .Das Rattenloch- unb .Sie Geliebte RoSwotsb-".
TageSkalender für Sonntag. S^rdtth>ater. I Uhr: ,Der Vetter aus 5>L g$>a“. — Hörsaal des Vor!« u gSgcbäube.', 11- .
Uhr: Festsii u g der Odecgessi.chen Gelellfchast für Natur- und Heilkunde. — Neue Aula, 8 Ufrr; 2. Dich ter-Abente
— LiterarischeDesellschaft Aus den Will-Veiper-Abend am 4. Te^mber ii de. Aula der Universität sei noch einmal besonders hinge- wi llen. Vesper gehör: zu unser«» leimten Künstlern Hoffentlich spricht er vor einer zahlreichen Hörerschaft Die Literarische Desellschast zählt etwa 30.' M tg lebet. Wenn diele Gewicht daraus legen waa man doch erwarten sollte, daß die Desellschast bestehen bleibt unD ihre schöne Sendung toc.ter erfüllt. Io ist die erste Voraussetzung, daß bei den QL'cnfrm, die oecanfta'let werden, ein hinreichender B.luch gewährleistet wird S.e Desillschas: trenbei sich an Li weitesten Kreise, Anteilnahme für unsere schöne ßit.ratur zu wellen und läDi bedeutent-e Lichter nach Dießen an. Wenn daS Interesse für das Unternehmen nachläßt und die Mitglieder selber bei den Abenden versagen. so ist die Gesetlschasl gezwungen, sich auf- zulösrn W.r hossen. daß diese em ie Mahnung nicht ungebört verhallt. — Ser Dich er w.rd iertragen lhr sche D.cht naen aus feaiea B ch rn unb Handschr ften. und Märchen aus .Gare Geister", die ja. wie wir vor kurzem berichten tonnten, zu Weihnachtm in ne^er gefch-nallvo ler unb präg»- tiger Ausgabe erschienen sind. (Siehe Lnzage.)
Landkreis Gictzcn.
• Darbenteich, 2.Dez. Am Donnerstag fand hier ein Lichtbildervortrag statt, veranstaltet von der Liga zum Schutze der deutschen Kultur, in deren Auftrag Dr. Falkenberg das Thema behandelte .Was treibt unser deutsches Wirtschaftsleben zum Bankerott". Die Veranstaltung war gut besucht und reicher Beifall belohnte den Redner für feine trefflichen Ausführungen. Am Schlüsse erfolgte die Gründung einer neuen Ortsgruppe.
X Wieseck. 2 Sev Missionar Schä - f e r. geh-ren im bmachba-trn Annerod, wirb cm 2. Advent in der hiesigen K rchr einen Lichtbitdervortrag talten über Heu- Guinea, dem am nächsten Donnerst»g ein FllrnvoNrag folgen wir), dm H in» Wendefr Gießen Im Saale von Krieger hält über .Sie falsche Rechnung" sAenbernng des Versailler Friedens?): diesen Vortrag oera iftaüei die Liga zum Schutze dec deutschen Kultur.
langen mit den Angestellten, sind es auch nur einzelne Grvßhandelsfinnen gewesen, die erklärten, kein Inter.sse an der Heranbildung von Lehrlingen zu haben. Der weitaus größere Teil der Arbeitgeber im Handel dürste in dieser Frage auf einem ganz anderen Standpunkt stehen. Richtig ist. daß viele Eltern ihre Kinder vorerst einmal in eine kaufmännische Lehre stecken, um eine imtzbringonde Unterkunft für diese zu schaffen, ohne sich klar darüber zu fein, ob der junge Mensch überhaupt in diesen Beruf paßt. Deshalb ist eS friS Bestreben der Arbeitgeber, die Aufwandsenifchadigung ',ür Lehrlinge in bescheidenen Vren»en zu h-nlten, damit nur solche junge Leute den kaufmännischen Beruf wählen, die auch Lust und Liebe dazu haben. — Sie Eltern tun also gut, nach reiflicher Uebcrlcgung der Berufswahl. ihre Kinder mehr dem praktischen kaus- mär.nischen Beruf zuzuweisen und sie zu tüchtigen kaufmännischen Fachleuten in den einzelnen Branchen heranbilfren zu lassen, zumal auch die Ver- dienstmöalichkeit nach der Lehre hier sehr vielseitig und günstig liegt. 63 wird dann der aroße Mangel an wirklich geschulten, branchekundigen kaufmännischen Hll.s'rästen mit deo Zell behoben werden. 2L K.
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*♦ Oberhessischer Kunstverein. Die gegenwärt g grze'-t? Ais e lung rerö'ei>t voraussichtlich nur noch 14 Tage: K der nächsten Woche wird ein? teilweise A?nderung vor- genvmmen Ein allseitiger Brsuch dieser reichhaltigen Ausstellung ist bringen) zu empsehlen Sie ist SonntagS, Montags un) M ttwochZ von 11 bis 1 unb am Mittwochnachmittag auch noch von 3 biS 5 llßr geöffnet.
"DaS Schwurgericht hält am Montag, den 5. Dez^m'er, eine Ei)ung in der gegen Nathan Katzengold von Lodz wegen Sittlichkeits- Verbrechens verbandelt tri fr Di? Anklage vertritt Staatsanwalt Änauß. DvrauSfichtlich kommen ferner noch je ein Fall wegen Abtreibung und Meineides zur Deroandluvg.
** Schulgeldrück stände. Unter den heutigen amt leben Bekanntmachungen Der 6 ab’ Dießen befindet sich auch dis Mahnung ö.t Stadtkasse für das im November diese- ZahreS fällig gewesene 3. Ziel Sh tlgelfr deS Realgymnasiums. der Oberrealschule und b»v H Herrn "nd Erweiterten Mä'Xhenschule. Sie Abgabe kann noch bis e nschließ.ich 10 Dezember fr 3 ohne Kosten an die Ätadtkasse Dießen entrichtet werden.
Starkenburg und Rheinhesscu.
spd. Offenbach. 2. Dez. Auf Grund einer Besprechung der Gewerbeinspektton mit den in Frag« kommenden Arbeitnehmervertretern wurde für di« Dewerb« der Metalle, Maschinen, Spinnstoff«, Holzstoff«, Schuhwaren, das chemische und graphl'cheGewerbe für Arbeiter über 16 Jahre bis zum Ende d. Zs- eine Verlängerung derAr- beitSnahme bis zu täglich zwei Stunb«ni festgesetzt. Für das Lcderwarcn-. Seifen-, Kartvnnagen- und das Schrifigieherefgewcrbe war die ArbeitSverlängeruna schon vor geraumer Zett bis End« des ZahreS genehmigt worden.
Hesfen-Nasfan.
][ Marburg. 1. Dez. Di« strenge W i n t e r k ä l t e hält noch immer an, hier wurden gestern und heute früh 10—12 Grad EeksillS festgestellt. Die Lahn ist völlig zu- gefroren. In vielen Ortschaften macht sich Wa'sermangel keme kbar Irfo flc'cff n müssen die Geltungen stundenlang gesperrt werden. — Von heute ab wird die e l e k t r i s ch e S ch a u- fensterbeleuchtung mit kleinen Einschränkungen versuchSwe se freigegeben. Vom 15.Dezember ab wird der Fahrpreis der Straffenb^hn, die in dieser Woch« auf ein z hnsährtgeS Bestehen zurückblickt, von 50 auf 70 Pfennig für die einfache Fahrt erhöht. — Bei einer hier vorgenommcnen polizeilichen Nachfuchung In sämtlichen hiesigen Kolonialwarengeschäften wurden in verschiedenen Gefchästg« größere Mengen Kaffee. Zucker, Hülseufrvchte usw. festgestellt. Eine Beschlagnahm« konnte nicht stattfindcn. veil die GcschäftSbesitzer erklärten, baß fte diese Waren zu den alten Preisen abgeben unb nichts zurückgehalten würd«. — In den Ortschaften südlich unserer Stadt macht sich eine Bewegung gegen die von d«k Ma bur er 6 a tv ivrd c e 1« sa m u g 6«- fck.lcsseoe Lahnrequlterung lnr«ryall> deS Stadtgebiets geltend. Es wird befürchtet, daß dadurch die Hochwassergefahr in den fr«, ttefsenden Gemarkungen vermehrt wird.
(Siebener Stadttfteater.
Saflore: „DaS Posta-'t.-
Lolstoi: „Dr ist an allem schuld."
Gießen, den 3. Dez. 1921.
Zwei grundverschiedene Welten sind eS. derei Bertrete» gestern Im Stadttheater zum Wor kamen. Sa ist erst daS traumschöne, sehnsuchtS- burchgllibte Spiel deS großen Inders Rabin- branatß Sagore. aus dessen Schöpsungev untere geschäfiSbeslissene Zeit am liebsten Sensa- ttonöttHire müßen möchte. Es wird nicht gelingen allzu tief schürft dieser Sichter, alS daß er mit einer Rellamemarke abaeftempclt werden könnte Trieb in die blaue Fsme, in da- Land des Schönen, eine Ätrxberfcele erfüllend, die in einem todgeweihten Körper wohnt unb sich lehnt nach einer Botschas: deS Königs, bis die'er Allmächtigc, der Tob. sie wandern laßt — daS ist der Inhalt des .Postamts". Ein großer Gestalter gebt den feinsten Regungen eines kindlichen HerzenS nach, und läßt die Personen in seiner Umgebung von diesem Winzigen geleitet werben. Wohl sind es nicht deutsche Männer und Kinder, in deren Gefühl der Dichter einführt. aber doch durch geßcime Bande deS Blutes gleich ihrem Schöpfer un5 so vesensnah«. daß wir sie verstehen, wenn sie auch mit fremden Zungen reden.
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Ein anderes Bild, daS der Rulle Tolstoi bittet Wahr, brutal wahr: Sie Welt der Zufel-
seligkeit, des mit SchnapS getränkten Boden-, dem der Irrwahn deS Kommunismus unb daS bolschewistische Blutgespenst entwächst. Vertierte Menschen, deren Lachen zum höhnenden Grinsen wird.
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Sie Sarftcfiung stand In Heiden Werken aus ?iner anerkennenswerten Höhe. Tagvres Schöpfung — von Hofrat Öteingoetter selbst mit liebevollem Verständnis in Szene ge'etzt — vermittelte die Bekanntscfrift mit Tilltz R e r i n, der die tragende Rolle anvertraut war, und über die sich Dkl Gute- sagen laßt. Zu wünschen wäre allerdings gewesen, daß sie den Tonsall gelegentlich geändeii. Höhen und Abschwächungen hätte wechseln lassen. Ihr Spiel blieb so etwa- einförmig. zeigte sonst aber verständnisvolle Auslassung. Don den übrigen Mitwirkenden gefielen vor allem Kar! Volck als Madbav und Adolf T e 1 e k y, der den auf feine Bücher eingeschworenen Artt treffend zeichnete. Auch Paul M ebner t unb Hermann Stichel verdienen Lob.
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Tolstois Spiegelbild russischer Verkommenheit bekam Geben durch dir lö tuchrn Typen, die Advst Telekh und Karl Volck im Vrrein mit Rose Rubner unb Karl Juhnke sch f ?n. Auch bkr bars die Spielleitung (Adolf Teleky) nicht vergessen werden.
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Ser Wend legte erneut Zeugnis von dem ernsten Streben unserer städtisch«» Bühne ab,
Gute- in würdigem Gewände und sauberen Vorstellungen zu bringen. —r.
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— Sie Gießener VortragSver» e l n t g u n g hat sich durch den 3. Vortragsabend g?stern drn Dank vieler Musikfreunde erworben. Eduard Möricke ('Berlin), ein Großneffe deS fchwäbi chrn Dichters, gab einen feinsinnigen Aufbau der Geschichte deS beulfcßen Liedes Besser alS alle Vokalkonzerte es vermitteln könnten, boller als alle Werke erläuternder Art eS Mitteilen lönnten. wirkte da- begeisterte Wort des slrmmunzsempsindlichcn Musikers Di« önt altung des deutschen Liebe- auS ben Herzen der vier Meister Schubert. Schttmann. Brahms. Wols darwslellen. gelang ihm ausgezeichnet Er hatte aber auch eine hervorragende H l'« in der Stimme von 3 au Ida M ö ricke-Ba ß ler. Was er mit Wort und Beispiel am Klavier erst als da- Desentlichr der Komposition un) der Absicht des Äomooniften (largclcgt hatte, fl ei freie sich dann in ihren» Vortrag mit allem zauberischen der Empfindung in Rhythmus und Melodie. Bon Schubert. der Autr't ben nuifilallftfren Forderungen eines lyrischen Gedichts gerecht zu werden unter- nahm. alS dem Wurzel stock, au- dem der rau- 'chende Baum des brutschen Liebes aufstreben konnte,- und her im Klavier ben Stimmung-boden schul, über dem bie flnnlich-süste Singtocift auf- biüßte, beide noch In mnxd-fcmolMium L ander -
leben, führte der Vortrag zu Schumann. Ser schuf bann in bem Klavierteil beS Ciebei das lyrische Geben ber Seele, bie hinter bem Wort des SichterS schwingt, ein vollständige- unb wesentliche- mustkalischeS Gebilb Brahm- schöpft In weiterer Srbwaktung Schubert- au- ber Stimmung be- Gedicht- eine Melobie mit eignem Rhythmus, ber oft In Feindschaft mit dem Wort und feinen De'etzen lebt Mit Hugo Wolf endlich war die Bereinigung von Wort. Stimmung unb lyrischer Seele gesunden Sv frei zumal, daß selbst heiterste Stimmung ihren musikalischrn Au-druck kand. Woll war Höh« unb Erfüllung be- beut- fchen Liebe- Er hat ben Sichter so innig In sein Erleben aufgn»-*mm«n jeweils fraß er sozusagen bai Gedlchi noch «In zweite- Mal schuf unb es im Urfcboß ter Doekie rußmb zu feiner Vollendung im mufikalitch.n Ausdruck bringen konnte Ist es ein Zufall, daß dieser Er üller dieser Wächter am UcgrunZ) der Poesie dem entsetzlichen End« h» ber Irrenanstalt entgegengehen mußte? Unb
er in franker*Ahnung deS Verhängnis es eine unerhörte Schassens zeit burchmach?» mußte. In frer er in Ekstase oh 8—10 Lieber an einem Sag« schus? W.r es ist eine große Hoffnung baß gerade auS solcher Tragik der Quell springt, au- fr.m wir In Derbüferten geiste-arrnen Zeiten tief Inneres Leben Ich^pfen. Man sollte öfters zu solchen Quelle» ge.ührt werde». Sch.


